Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

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Melody
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Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Melody »

Ich finde keinen passenden Thread, daher hier:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... inken.html

Freya Klier, Mitbegründerin der Friedensbewegung und Bürgerrechtlerin in der DDR, über ""Neger", "Fidschis" und die Heuchelei der Linken - Die DDR-Bürger misstrauten Normabweichungen. Und die SED bereitete den Nährboden für Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.""

Daraus:
Denn es herrschte nach der millionenfachen Flucht von DDR-Bürgern ein solch permanenter Arbeitskräftemangel, dass die sozialistische Führung sich Ende der 7er-Jahre schweren Herzens entschloss, Kontingente von Vietnamesen und Mosambikanern hereinzulassen – für jeweils drei Jahre, dann wurden sie gegen die nächsten ausgetauscht.

„Fidschis und Mozis“ aber waren in abgesonderten Wohntrakts untergebracht, die offiziellen Gaststätten waren ihnen verwehrt. Sie durften die Stadt nicht ohne Genehmigung verlassen, mussten in den Betrieben niedere Arbeiten verrichten und sollten gar nicht erst Deutsch lernen.

Vor allem – und das lässt jeden Rechtsradikalen noch immer jubeln – standen ihre Frauen unter Abtreibungszwang. Gibt es ein rechtsradikaleres Programm?
(...)
Die Politik der herrschenden Sozialisten war der Dünger für Ressentiments gegenüber allem, was von der Norm abwich. So trübten nie Obdachlose das graue Straßenbild der DDR – wer nicht zu arbeiten gedachte, fand sich als Asozialer hinter Gittern wieder, wo er zur Arbeit gezwungen wurde, für einen Sklavenlohn. Für Behinderte gab es keine Schrägen, Integrationsschulen waren ein Fremdwort.
(...)
Wie viele Jahrzehnte halten und reproduzieren sich tief verinnerlichte Verhaltensmuster? Das Unbehagen von DDR-Bürgern galt ja jedem Abweichen von der Norm, grellen Haarfarben von Punkern ebenso wie „Negern“ oder „Fidschis“, Körperbehinderten oder auch nur Menschen mit einem ungewöhnlichen Hut auf dem Kopf.
(...)
Man lehne es ab, diese „Schweine“ – gemeint waren die Flüchtlinge – überhaupt hereinzulassen. In Brandenburg hat zwei Jahre später ein halbes Dorf gesammelt, um einen Jugendlichen zu bestärken, ein ausgebautes Asylbewerberheim abzufackeln. Der Kommentar eines Anwohners: „Besser vorher, als wenn die Menschen schon drin gewesen wären.“ Wie lange hält so etwas vor?

Heute denken viele Ex-DDR-Bürger immer noch so. Doch sind sie nicht mehr so blöd, das öffentlich zu äußern.
(...)
Und mit Verhaltensmustern, die keineswegs nur Ausländern gelten: Auch, wenn ein „Spasti geklatscht“ oder ein Obdachloser zusammengetreten wird, geht nicht gerade ein Aufschrei durch die Häuserreihen zwischen Frankfurt an der Oder und Magdeburg, Rostock und Gera. 2 Jahre liegt der Umbruch nun schon zurück, und noch immer wählen in einigen Ortschaften fast 2 Prozent die NPD.
Haben wir hier Foranten aus den neuen Bundesländern?
Stimmt das so???

Mich hat der Artikel nachdenklich gemacht.

Ich finde ihn interessant, denn ich hab schon manchmal darüber nachgedacht, dass ich in ca. 1 x 2 Wochen DDR-Aufenthalt in meiner Jugend auch nicht einen Behinderten auf der Straße gesehen habe und warum das wohl so war, ob man die weggeschlossen haben könnte... und ich bin "drüben" auch immer viel mehr gehänselt worden als hier, was mir natürlich aufgefallen ist...
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Reinhard
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von Reinhard »

Da ist etwas dran, aber es ist nicht das ganze Bild.

Dass das scharf-preußische Ordnungsverständnis der Partei so seine Spuren in den Menschen hinterlassen hat, ganz unabhängig von der Politik, stimmt schon.
Ok, es ist halt "Preußen City" hier ...

Ganz anders wird mir auch, wenn hier (bei unter 1% Ausländeranteil) braun gesinnte Zeitgenossen die "unerträgliche Überfremdung" laut beklagen, und schreien, dass man unbedingt dagegen vorgehen müsse. Da hat der Rassismus, auch in Gestalt der NPD, ein erschreckend starkes Hinterland in der Bevölkerung. Und der wird natürlich von den braunen Agitatoren aufs Übelste gefüttert.

Aber andererseits ist da ein in der sozialistischen Zeit gewachsenes Verantwortungsbewusstsein für den Nächsten, das es "im Westen"™ so ausgeprägt nicht gibt. Und das schließt eben oft auch ausdrücklich Ausländer mit ein. Niemals würden wir in unserer Arztpraxis einen Ausländer / Migranten / ... anders behandeln als einen Einheimischen. Und im Sportverein wird der Mitspieler vietnamesischer Abstammung genau so behandelt und gesehen wie jeder andere auch. (ok, es gibt tatsächlich 1-2 Rassisten im Verein, aber die haben dort nichts zu melden)
Und es gibt auch aus DDR-Zeiten eine recht große Zahl von Ehen, wo ein Partner (sehr oft der Mann) Ausländer war, mehr als ich es "im Westen"™ gesehen habe. Auch das ist etwas, das zur hiesigen Kultur gehört.

Und was die Ausländerghettos zu DDR-Zeiten angeht, das hat die Bevölkerung zum Großteil als Bestandteil der unverständlichen Partei-Bevormundung empfunden. Und dann (wie so oft) daraus im Rahmen der Möglichkeiten etwas gemacht, z.B. mal Leute von dort nach Hause eingeladen, oder trotzdem in den Betrieben Kontakte geknüpft. Davon ist nach der Wende vieles weggebrochen, heute überwiegt eher die Ablehnung der Asylanten.

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Torsten
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von Torsten »

Den Artikel hatte ich gestern auch gelesen und wollte ihn schon hier posten, mir ist nur nichts gescheites dazu eingefallen. Ich empfand ihn auch als etwas einseitig, es ist aber auch viel Wahres dran. Es war nicht alles schlecht, aber auch vieles nicht gut. Ich war im Teenager-Alter, als es mit der DDR zu Ende ging, und habe in keiner Großstadt gelebt. Aber trotzdem mitbekommen, wie aus Neid und Missgunst Rassismus wird. Oder das Andichten vermeintlicher oder echter Privilegien als Vorwand für das Ausleben von Rassismus dient? Die "Fidschis", die haben eben die ganzen und sowieso immer knappen Kinderklamotten weggekauft. Weil sie so klein sind. Und egal ob "Fidschi" oder "Teerpappe", die haben einen Teil ihres Lohnes in Devisen - in Westgeld augezahlt bekommen. (Ich weiß nicht mal, ob das gestimmt hat.) Mein älterer Bruder wurde in Jena mal zusammengeschlagen, weil er damals lange, schwarze Locken trug und deshalb für einen Algerier gehalten wurde.

Der Mangel, das Eingesperrt sein, eine geistlose Ideologie als Staatsräson, die Völkerfreundschaft von oben verordnet. Und dann kam die Wende. Und aus dem Mangel und dem Eingesperrt sein wurde vielerorts nackte Existenzangst. Die Betriebe wurden dichtgemacht, die Arbeitsplätze fielen weg und mit ihnen der Platz in der Gesellschaft. Und aus den Anderen mit ihren Privilegien wurden Konkurrenten. Und sei es nur Konkurrenten, was das Sozialamt bezahlt und was nicht. "Die kriegen doch alles bezahlt. Früher mussten sie abtreiben, heute bekommen sie für jedes Balg noch Geld hinterhergeworfen. Die leben doch von nichts anderem." Ein wahrer deutscher Einheitsgedanke. Früher hatte die geistlose Ideologie noch ein Gesicht, das man von der Wand reißen konnte. Um sich frei zu fühlen. Mit der geistlosen Ideologie, mit der wir es heute zu tun haben, geht das nicht so einfach. Die zu überwinden, sich zu befreien, verlangte von einem selber etwas ab. Um etwas zu erhalten, was man nicht besitzt. Um eine Leere in sich zu füllen, und sich somit unangreifbar zu machen für falsche Versprechungen, die an die eigenen Begierden appellieren, um einen benutzen zu können. Die mögliche Erkenntnis, dass dabei jeder verliert, mindestens an menschlichem Anstand, die ist systemgefährdend. Damit ist kein Staat zu machen. Vielleicht ist das der Grund, dass rechtes Gedankengut hier und dort auf Sympathien trifft, die sich auch finanziell äußern?

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lifestylekatholik
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von lifestylekatholik »

Reinhard hat geschrieben:heute überwiegt eher die Ablehnung der Asylanten.
Gab’s denn in der DDR Asylanten? :hae?:

Übrigens, selbe Zeitung: Der gefährliche Mythos vom rechten Problem im Osten

Ogottogott! Überall sindse schon! Wir werden alle sterben! :panisch:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Torsten
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von Torsten »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:heute überwiegt eher die Ablehnung der Asylanten.
Gab’s denn in der DDR Asylanten? :hae?:
Ja, in überschaubarer Zahl. Zum Beispiel Chilenen, die vor der Militärdikatur flohen. Was es nicht gab, das waren Wirtschaftsflüchtlinge. Beziehungsweise gab es die schon, aber in die andere Richtung.

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lifestylekatholik
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von lifestylekatholik »

Torsten hat geschrieben:Ja, in überschaubarer Zahl.
Eben. In sehr überschaubarer Zahl. Die Zusammensetzung der kulturfremden Ausländer war in der DDR doch deutlich anders als in der Bundesrepublik.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Torsten
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von Torsten »

"Und die SED bereitete den Nährboden für Rassismus und Ausländerfeindlichkeit."(Freya Klier)

Ich kann mich nicht entsinnen und kann mir nicht vorstellen, dass sämtliche Rechtspopulisten in Europa und die nicht unwesentliche Zahl ihrer Anhänger, dass die alle von der SED indoktriniert wurden.
Den Nährboden kann man auf ein Wort bringen: Geld. Die Ein- und Auswanderung(und damit verbunden dann die kulturellen Konfliktherde), der Kampf um Arbeitsplätze, die Kosten für den Sozialstaat oder für Transferleistungen in andere Staaten, es dreht sich alles ums Geld. Seinen Erwerb.

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lifestylekatholik
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von lifestylekatholik »

Torsten hat geschrieben:Den Nährboden kann man auf ein Wort bringen: Geld. Die Ein- und Auswanderung(und damit verbunden dann die kulturellen Konfliktherde), der Kampf um Arbeitsplätze, die Kosten für den Sozialstaat oder für Transferleistungen in andere Staaten, es dreht sich alles ums Geld. Seinen Erwerb.
Du meinst, solange man den Fremdlingen nur genügend Geld gibt, verhalten sie sich unauffällig?
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Robert Ketelhohn
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Re: Rechtsextremismus

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Melody hat geschrieben:Ich finde keinen passenden Thread, daher hier:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... inken.html

Freya Klier, Mitbegründerin der Friedensbewegung und Bürgerrechtlerin in der DDR, über ""Neger", "Fidschis" und die Heuchelei der Linken - Die DDR-Bürger misstrauten Normabweichungen. Und die SED bereitete den Nährboden für Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.""
Habe das gestern auch gelesen und spontan die damalige SED-Führung in ihrem Vorgehen gegen die Dame sehr gut verstanden. Solcherlei moralinübersäuerte Netzbeschmutzung ist mir zuwider wie kaum etwas sonst.
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ar26
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von ar26 »

Mein Bundesland ist zwar nicht neu, sondern knapp tausend Jahre älter als gewisse Bindestrich-Bundesländer, ich werde trotzdem mal antworten.

Da es sich hier zudem um Gegenden handelt, die im historischen Deutschland eher zentral lagen und dementsprechend wenig Grenzberührung hatten, gab es anders als beispielsweise im Rheinland auch kein entsprechendes savoir-vivre im Bezug auf das Ausland usw. Hieraus resultiert sicher eine gewisse Scheu vor allem Fremden. Inwieweit Kontakte zu Ausländern unterbunden wurden, vermag ich nicht zu sagen.
Mir ist erinnerlich, daß die Familien von zwei Spielkameraden/Mitschülern aus der Grundschule sehr wohl intensive Kontakte hatten. Der eine kam aus einem streng-lutherischen Elternhaus, die sich um die Mosambikaner bemühten, die anderen tauschten sich (auch geschäftlich) mit Angehörigen der Westgruppe der Roten Armee aus. Zu bedenken geben möchte ich auch mal, daß es mit bestimmten Einwanderergruppen keine Probleme gibt, die zweite und dritte Generation der Vietnamesen gehen hier nicht auf die Hauptschule sondern aufs Gymnasium und gehören zu den besten Schülern und sind auch sonst vollständig integriert. Gleiches kann ich von einem Schulfreund (Halbkurde) berichten. Dessen kurd. Vater hatte allerdings, obwohl Akademiker und polyglott, in der Zone nicht arbeiten dürfen, da er die Staatsangehörigkeit nicht annehmen wollte (dafür hatte er Reisefreiheit).

Wahr an dem Artikel ist, daß es hier zweifelsohne eine deformierte Gesellschaft gibt, deren Ursache im bieder protestantisch-preußischen Erbe und in 70 Jahren Sozialismus liegt. Ergebnis dieser Deformation ist neben einer mangelnden Wertebindung zugleich ein gewisser Minderwertigkeitskomplex, der durch die ökonomischen Umbrüche seit 20 Jahren auch genährt wird. Dort hadert man eben auf seine Weise mit dem Übergang vom dialektischen zum praktischen Materialismus.
Wahlerfolge der NPD sind jedoch eher eine Folge der geringen Wahlbeteiligung.

Daß Behinderte sich nicht in der Öffentlichkeit nicht zeigen durften, ist mir gleichfalls neu. Aus dem Kindergarten wie auch überhaupt aus dem Heimatort sind mir mehrere Fälle von Menschen erinnerlich, die nicht zurückgezogener lebten als der Rest der Bevölkerung. Sicher gab es keine Integrationsklassen, aber die gibt es auch sonst noch nicht so lange.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Robert Ketelhohn
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Robert Ketelhohn »

ar26 hat geschrieben:Mein Bundesland ist zwar nicht neu, sondern knapp tausend Jahre älter als gewisse Bindestrich-Bundesländer, ich werde trotzdem mal antworten.
:klatsch:
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Melody
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Melody »

OT
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
ar26 hat geschrieben:Mein Bundesland ist zwar nicht neu, sondern knapp tausend Jahre älter als gewisse Bindestrich-Bundesländer, ich werde trotzdem mal antworten.
:klatsch:
Oh, die Bemerkung war mir gestern gar nicht aufgefallen...

Man spricht doch aber von den "neuen" deutschen Bundesländern?!
Wie möchtest Du/Ihr denn, dass man dazu sagt?!

Sage ich "ehemalige DDR", könnte sich einer diskriminiert fühlen.
Sage ich Ostdeutschland, meint einer, das ist nicht der Osten Deutschlands.
Sage ich Mitteldeutschland, könnte man mich für einen Nazi halten.
Ja, was sagt man denn nun, um es jedem recht zu machen?! :achselzuck:
/OT
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Caviteño
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Caviteño »

Melody hat geschrieben:OT

Man spricht doch aber von den "neuen" deutschen Bundesländern?!
Der Begriff "neue Bundesländer" ist zutreffend.

Sachsen hat zwar als Königreich oder Herzogtum eine lange Geschichte (Kurfürstenwürde in 1356), aber ein Bundesland(!) ist es erst seit 1990.

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Reinhard
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Reinhard »

Melody hat geschrieben:Ja, was sagt man denn nun, um es jedem recht zu machen?! :achselzuck:
:breitgrins:
Ich glaube, das war mehr eine Spitze gegen die Grundhaltung einiger notorischer Wessis, die "den Osten"™ als noch etwas unmündigen Junior-Partner sehen wollen.
Das ist übrigens auch etwas, das die "Ossis" etwas besser können: die Töne zwischen den Zeilen mitlesen, ohne dass man da was erklären muss. ;D

Ansonsten ist die "politisch korrekte" Bezeichnung wohl nicht so entscheidend. Ich wohne in Mitteldeutschland, aber ich bin ja auch kein Brandenburger oder Vorpommerer.
Und ich bin ganz bestimmt kein Nazi. :umkuck:

Wenn Du Dir nicht weiter zu helfen weißt, kannst Du ja von den "ostdeutschen Bundesländern" sprechen. Auch auf die Gefahr hin, dass sich die Thüringer dann nicht angesprochen fühlen.

Raimund J.
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Raimund J. »

Reinhard hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:Ja, was sagt man denn nun, um es jedem recht zu machen?! :achselzuck:
:breitgrins:
Ich glaube, das war mehr eine Spitze gegen die Grundhaltung einiger notorischer Wessis, die "den Osten"™ als noch etwas unmündigen Junior-Partner sehen wollen.
Das ist übrigens auch etwas, das die "Ossis" etwas besser können: die Töne zwischen den Zeilen mitlesen, ohne dass man da was erklären muss. ;D
<Besserwessi>
Na, Hauptsache immer Betroffenheit zeigen! Und wenn mal kein objektiver Grund dafür vorhanden ist, muss man halt zwischen den Zeilen irgend was versuchen rauszulesen!
</Besserwessi> ;)
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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Torsten
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Torsten »

Bundeszentrale für politische Bildung
Migration, Ausländerbeschäftigung und Asylpolitik in der DDR 1949–1989/90 Prof. Dr. Klaus J. Bade / Prof. Dr. J. Oltmer

[...] Einwanderungsprobleme stellten sich im Zusammenhang der Ausländerbeschäftigung nur im Falle der – seltenen – Eheschließungen zwischen "ausländischen Werktätigen" und Bürgerinnen bzw. Bürgern der DDR, denn die auf der Grundlage zwischenstaatlicher Vereinbarungen befristet zuwandernden Ausländer hatten nach Vertragsende in ihre Heimat zurückzukehren. Familienzuwanderung gab es in diesem strengen Rotationssystem nicht. [...] Es gab auch direkte familienfeindliche Regelungen. Im Falle von Schwangerschaft z.B. galt die Alternative von Abtreibung oder Abschiebung, die stark an ähnliche Bestimmungen in Arbeitsverträgen für ausländische Arbeiterinnen auf ostelbischen Gütern vor dem Ersten Weltkrieg erinnert. Erst kurz vor der Wende wurde diese Vereinbarung modifiziert. Seitdem wurde es z.B. vietnamesischen Frauen in Ausnahmefällen gestattet, ihre Kinder in der DDR auszutragen – sofern der Betrieb zustimmte. Sechs Wochen nach der Geburt hatten sie ihre Arbeit wieder aufzunehmen – das Kind hatte Anspruch auf einen Krippenplatz – oder auszureisen.
Wer denkt jetzt:"Verflixt nochmal! Es war wirklich nicht alles schlecht!"?

Sascha B.
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Sascha B. »

Ich denke mal in keinem Staat ist wirklich alles schlecht :pfeif:

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lifestylekatholik
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von lifestylekatholik »

Deo iuvante hat geschrieben:Ich denke mal in keinem Staat ist wirklich alles schlecht :pfeif:
Bild
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Sascha B.
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Sascha B. »

Ok, in dem Fall gebe ich mich geschlagen. An Pol Pots Regime find ich wirklich nichts gutes.

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ar26
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von ar26 »

Melody hat geschrieben: Oh, die Bemerkung war mir gestern gar nicht aufgefallen...

Man spricht doch aber von den "neuen" deutschen Bundesländern?!
Wie möchtest Du/Ihr denn, dass man dazu sagt?!

Sage ich "ehemalige DDR", könnte sich einer diskriminiert fühlen.
Sage ich Ostdeutschland, meint einer, das ist nicht der Osten Deutschlands.
Sage ich Mitteldeutschland, könnte man mich für einen Nazi halten.
Ja, was sagt man denn nun, um es jedem recht zu machen?! :achselzuck:
/OT
Der Punkt ist, daß es eigentlich nicht so sinnvoll ist, einen Begriff für einen Teil der Erdoberfläche zu suchen, in dem Menschen leben, die außer den 40 Jahren eigentlich nicht viel gemeinsam haben, oder vielleicht soviel wie jemand aus Flensburg mit jemandem aus dem Allgäu. In konkreten Fall hättest Du aber natürlich fragen können, ob jemand, der in der DDR/Zone aufgewachsen ist, dazu was sagen kann, weil es eben um Dinge aus der Vergangenheit geht, die möglicherweise noch nachwirken.

Einen heute sinnvollen Begriff, der das Gebiet der ehemaligen sowjetischen Zone exakt beschreibt, gibt es nicht, weil er nicht notwendig ist. Ich komme, wie erwähnt, aus Sachsen oder auch aus Mitteldeutschland. Letzteres gilt für jemanden aus Bautzen oder Görlitz schon nicht mehr, genauso wenig wie für jemanden aus Berlin oder Vorderpommern. Falls es doch mal notwendig ist kann man ja "aus Mittel- oder Ostdeutschland" formulieren, muss jedoch damit rechnen, daß sich auch Deutsche, die jenseits von Oder und Neiße leben, angesprochen fühlen, ein Mecklemburger vielleicht aber nicht mehr, weil der eher Norddeutscher ist. Das ist ja auch bei Dir nicht anders, Du bist Westdeutsche, Robert oder Raimund nicht.

Daß man immer noch nach solchen Begriffen sucht, ist eigentlich Teil des Problems...
Caviteno hat geschrieben: Der Begriff "neue Bundesländer" ist zutreffend.

Sachsen hat zwar als Königreich oder Herzogtum eine lange Geschichte (Kurfürstenwürde in 1356), aber ein Bundesland(!) ist es erst seit 1990.


Mal ehrlich, hast Du das Saarland zwischen 1957 und 1990 auch als neues Bundesland bezeichnet? Oder bezeichnest Du etwa ein zwanzig Jahre altes Auto als neu?

Derartige Begriffe verwendet man nur, wenn man sich abgrenzen möchte.
Reinhard hat geschrieben::breitgrins:
Ich glaube, das war mehr eine Spitze gegen die Grundhaltung einiger notorischer Wessis, die "den Osten"™ als noch etwas unmündigen Junior-Partner sehen wollen.
Das ist übrigens auch etwas, das die "Ossis" etwas besser können: die Töne zwischen den Zeilen mitlesen, ohne dass man da was erklären muss. ;D
Spitzen wollte ich nicht verteilen und halte auch niemanden für notorisch, Denkanstöße schaden aber nie.
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Robert Ketelhohn
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Melody hat geschrieben:Ja, was sagt man denn nun, um es jedem recht zu machen?! :achselzuck:
»Aus der Zone«. – Aus den (wie immer du sie nennst) Ländern kann einer
übrigens sowieso nicht kommen, rein sprachlogisch. Einer kommt aus einem
Land.
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Caviteño hat geschrieben:Der Begriff "neue Bundesländer" ist zutreffend.

Sachsen hat zwar als Königreich oder Herzogtum eine lange Geschichte (Kurfürstenwürde in 1356), aber ein Bundesland(!) ist es erst seit 1990.
Unsinn. „Bundesland“ ist sowieso eine ungeschickte Beschreibung einer sowohl traditionell und historisch als auch formal und juristisch ganz anders bezeichneten Sache. Die heißen nämlich einfach „Länder“, näherhin „deutsche Länder“. Insofern man mit dem vorangestellten Bestimmungswort „Bundes-“ ausdrücken will, daß sie zu einem Bund oder Bundesstaat gehören (was man heute durchaus bestreiten könnte, auch wenn’s noch so heißt), so kann man das sinnvollerweise seit der Zeit des Rheinbunds und erweitert dann des Deutschen Bundes tun. Geht es beim Begriff „neu“ um die konkrete Gestalt dieser Länder (die ja fast alle eben nicht in historischer Tradition stehen), so nehmen sich Ostzone und Trizonesien auch nichts, denn in beiden Teilen wurden die Grenzen der Länder nach dem Kriege jeweils von den Besatzern am grünen Generalstabstisch neu gezogen, zum Teil mit dümmlichen, aus den Generalstabskarten der Besatzer übersetzten Namenssurrogaten versehen.
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Linus
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Linus »

Melody hat geschrieben:Sage ich "ehemalige DDR", könnte sich einer diskriminiert fühlen.
Sage ich Ostdeutschland, meint einer, das ist nicht der Osten Deutschlands.
Sage ich Mitteldeutschland, könnte man mich für einen Nazi halten.
Ja, was sagt man denn nun, um es jedem recht zu machen?! :achselzuck:
/OT
Vorschläge:

"ehemaligen 14 Bezirke"
"Neufünfland"
"jüngste Gebietserweiterung der Bundesrepublik"
"Einigungsvertragsterritorium"
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

Raphael

Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Raphael »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:Der Begriff "neue Bundesländer" ist zutreffend............
Unsinn. „Bundesland“ ist sowieso eine ungeschickte Beschreibung ....
Bundesland ist jedoch eine im Sprachgebrauch übliche und für jeden verständliche Bezeichnung für die Gebiete, aus denen sich die Bundesrepublik Deutschland zusammensetzt. Wenn man also verstanden werden will, sollte man die Bezeichnung Bundesland verwenden.

Auch der Begriff neue Bundesländer erscheint mir angebracht, da die fünf Bundesländer nach §23 GG dem "alten" Gebiet der Bundesrepublik beigetreten sind. Insgesamt kann man sie wohl auch als Beitrittsgebiet bezeichnen.

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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von ottaviani »

korrekt müßte es heißen
"die letzten Territorien die dem geltungsberreich des Grundgesetztes beigetreten sind"

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Reinhard
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Reinhard »

Linus hat geschrieben:"jüngste Gebietserweiterung der Bundesrepublik"
"Einigungsvertragsterritorium"
"Jüngstes Okkupationsgebiet der Bundesrepublik" - das find ich gut ! :fieselschweif: :umkuck:

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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von lifestylekatholik »

Reinhard hat geschrieben:"Jüngstes Okkupationsgebiet der Bundesrepublik" - das find ich gut ! :fieselschweif: :umkuck:
Ham denn die DDR-Bürger nicht selber die Annektion an die Bundesrepublik vorangetrieben? Und was wäre denn das ältere Okkupationsgebiet der Bundesrepublik? Das Saarland?
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Reinhard
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Reinhard »

Ja, genau. Das Saarland und Südschleswig. Die sind auch freiwillig beigetreten. ;D :indianer:

Caviteño
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Caviteño »

ar26 hat geschrieben:
Caviteno hat geschrieben: Der Begriff "neue Bundesländer" ist zutreffend.

Sachsen hat zwar als Königreich oder Herzogtum eine lange Geschichte (Kurfürstenwürde in 1356), aber ein Bundesland(!) ist es erst seit 1990.


Mal ehrlich, hast Du das Saarland zwischen 1957 und 1990 auch als neues Bundesland bezeichnet? Oder bezeichnest Du etwa ein zwanzig Jahre altes Auto als neu?
Saarland ist ein Wort/Land - im vergleichbaren Fall müßte ich fünf Länder (davon zwei "Bindestrich-Länder") aufzählen.
Und zum Auto - obwohl der Vergleich hinkt, da Autos meist nicht so alt werden - Gebäude wäre besser:
Bei zwei Autos/Gebäuden - sechzig und zwanzig Jahre alt - welches ist da das Neue?

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Linus
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Linus »

Das zwanzig Jahre alte.

Ist genauso wie bei uns in Wien. Das "Neue Institutsgebäude" (NIG, 1960/70er Bau) der Uni, wird in den letzten 10 Jahren bereits zweimal restauriert, das "alte Hauptgebäude" (Baujahr 1884) wurde in diesen letzten 10 Jahren nie,renoviert, sie haben erst vor einem Semester damit begonnen.
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Caviteño
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Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Caviteño »

Reinhard hat geschrieben:Ja, genau. Das Saarland und Südschleswig. Die sind auch freiwillig beigetreten. ;D :indianer:
Südschleswig blieb beim Deutschen Reich nach dem 1. Weltkrieg.
Nach dem von Deutschland verlorenen Ersten Weltkrieg, in dem Dänemark neutral geblieben war, setzte der Versailler Friedensvertrag eine Volksabstimmung fest. Die Teilung des Abstimmungsgebietes in zwei Zonen, deren nördliche en-bloc gewertet wurde, das heißt aus der Gemeinden mit deutscher Mehrheit nicht herausgetrennt werden sollten, führte zu einer leichten Bevorzugung der dänischen Seite.
Seither entspricht die deutsch-dänische Grenze etwa der Sprachgrenze. Der südliche Teil Schleswigs, der aus der 2. Abstimmungszone sowie den für eine Abstimmung nicht vorgesehenen südlichen Landstrichen Schleswigs bestand, blieb bei Deutschland und bildet zusammen mit dem Landesteil Holstein seit 1946 das Land Schleswig-Holstein.
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdsc ... Geschichte

Später als das Saarland wurden noch die niederländisch besetzten Gebiete an der dt.-ndl. Grenze von der Bundesrepublik Deutschland "annektiert" - um im Jargon unserer Landsleute aus dem Beitrittsgebiet zu bleiben....
Nur kleinere Annexionen deutscher Gebiete im Selfkant- sowie Elten-Gebiet und in der Grafschaft Bentheim wurden durchgesetzt. Des Weiteren wurden eine Vielzahl kleinerer Grenzänderungen vorgenommen, unter anderem in der Nähe von Arnheim (Wylerberg) und Dinxperlo. Die Besetzung dieser Gebiete durch niederländische Kräfte begann am Sonntagmittag des 23. April 1949 um 12: Uhr.

Diese Gebiete wurden aufgrund eines Staatsvertrages (Hollandvertrag) am 1. August 1963 an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Nur der Wylerberg und ein kleineres Waldgebiet mit Braunkohleflöz verblieben endgültig bei den Niederlanden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Niederl%C3 ... _Weltkrieg

Auf eine "Annexion" der belgischen Enklaven scheint Deutschland verzichten zu wollen, obwohl u.U. entsprechende Ansprüche nach der Einstellung der Vennbahn bestehen könnten:

http://www.welt.de/politik/article15385 ... assen.html

Bei einer Studienfahrt in das Hohe Venn wurde erzählt, daß bei einer - inzwischen aufgrund der politischen Situation möglichen - Teilung Belgiens in einen flämischen und französischen Teil der deutschsprachige Osten (um Eupen) erwägt, sich D. oder Luxemburg anzuschließen.....

Raphael

Re: Die DDR und ihr Umgang mit Ausländern

Beitrag von Raphael »

Caviteño hat geschrieben:Auf eine "Annexion" der belgischen Enklaven scheint Deutschland verzichten zu wollen, obwohl u.U. entsprechende Ansprüche nach der Einstellung der Vennbahn bestehen könnten:

http://www.welt.de/politik/article15385 ... assen.html

Bei einer Studienfahrt in das Hohe Venn wurde erzählt, daß bei einer - inzwischen aufgrund der politischen Situation möglichen - Teilung Belgiens in einen flämischen und französischen Teil der deutschsprachige Osten (um Eupen) erwägt, sich D. oder Luxemburg anzuschließen.....
Bringen die dann auch ihren Anteil am den immens hohen belgischen Staatsschulden mit? :detektiv:

*duckundwech*

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