http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... inken.html
Freya Klier, Mitbegründerin der Friedensbewegung und Bürgerrechtlerin in der DDR, über ""Neger", "Fidschis" und die Heuchelei der Linken - Die DDR-Bürger misstrauten Normabweichungen. Und die SED bereitete den Nährboden für Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.""
Daraus:
Haben wir hier Foranten aus den neuen Bundesländern?Denn es herrschte nach der millionenfachen Flucht von DDR-Bürgern ein solch permanenter Arbeitskräftemangel, dass die sozialistische Führung sich Ende der 7er-Jahre schweren Herzens entschloss, Kontingente von Vietnamesen und Mosambikanern hereinzulassen – für jeweils drei Jahre, dann wurden sie gegen die nächsten ausgetauscht.
„Fidschis und Mozis“ aber waren in abgesonderten Wohntrakts untergebracht, die offiziellen Gaststätten waren ihnen verwehrt. Sie durften die Stadt nicht ohne Genehmigung verlassen, mussten in den Betrieben niedere Arbeiten verrichten und sollten gar nicht erst Deutsch lernen.
Vor allem – und das lässt jeden Rechtsradikalen noch immer jubeln – standen ihre Frauen unter Abtreibungszwang. Gibt es ein rechtsradikaleres Programm?
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Die Politik der herrschenden Sozialisten war der Dünger für Ressentiments gegenüber allem, was von der Norm abwich. So trübten nie Obdachlose das graue Straßenbild der DDR – wer nicht zu arbeiten gedachte, fand sich als Asozialer hinter Gittern wieder, wo er zur Arbeit gezwungen wurde, für einen Sklavenlohn. Für Behinderte gab es keine Schrägen, Integrationsschulen waren ein Fremdwort.
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Wie viele Jahrzehnte halten und reproduzieren sich tief verinnerlichte Verhaltensmuster? Das Unbehagen von DDR-Bürgern galt ja jedem Abweichen von der Norm, grellen Haarfarben von Punkern ebenso wie „Negern“ oder „Fidschis“, Körperbehinderten oder auch nur Menschen mit einem ungewöhnlichen Hut auf dem Kopf.
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Man lehne es ab, diese „Schweine“ – gemeint waren die Flüchtlinge – überhaupt hereinzulassen. In Brandenburg hat zwei Jahre später ein halbes Dorf gesammelt, um einen Jugendlichen zu bestärken, ein ausgebautes Asylbewerberheim abzufackeln. Der Kommentar eines Anwohners: „Besser vorher, als wenn die Menschen schon drin gewesen wären.“ Wie lange hält so etwas vor?
Heute denken viele Ex-DDR-Bürger immer noch so. Doch sind sie nicht mehr so blöd, das öffentlich zu äußern.
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Und mit Verhaltensmustern, die keineswegs nur Ausländern gelten: Auch, wenn ein „Spasti geklatscht“ oder ein Obdachloser zusammengetreten wird, geht nicht gerade ein Aufschrei durch die Häuserreihen zwischen Frankfurt an der Oder und Magdeburg, Rostock und Gera. 2 Jahre liegt der Umbruch nun schon zurück, und noch immer wählen in einigen Ortschaften fast 2 Prozent die NPD.
Stimmt das so???
Mich hat der Artikel nachdenklich gemacht.
Ich finde ihn interessant, denn ich hab schon manchmal darüber nachgedacht, dass ich in ca. 1 x 2 Wochen DDR-Aufenthalt in meiner Jugend auch nicht einen Behinderten auf der Straße gesehen habe und warum das wohl so war, ob man die weggeschlossen haben könnte... und ich bin "drüben" auch immer viel mehr gehänselt worden als hier, was mir natürlich aufgefallen ist...
