Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Weltgeschehen.
Tritonus
Beiträge: 1451
Registriert: Samstag 25. Juni 2011, 03:03

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Tritonus » Dienstag 31. Januar 2012, 14:10

Yeti hat geschrieben: ... Dazu braucht man sich nur die zeitgenössischen Reaktionen auch reichsdeutscher Juden auf die "Zionistischen Kongresse" anzusehen. Die kulturtragenden Schichten mit jüdischen Wurzeln in Deutschland hatten wenig bis überhaupt keinen Kontakt mit der Art von gläubigem Judentum, welches nach der Shoah wieder aufblühte, ...
Mit "gläubigem Judentum" hatten auch die Zionistenkongresse wie überhaupt der ganze Zionismus ziemlich wenig zu tun:
Theodor Herzl, Der Judenstaat hat geschrieben: ... Wir werden daher theokratische Velleitäten unserer Geistlichen gar nicht aufkommen lassen. Wir werden sie in ihren Tempeln festzuhalten wissen, wie wir unser Berufsheer in den Kasernen festhalten werden. ... In den Staat, der sie auszeichnet, haben sie nichts dreinzureden, denn sie würden äussere und innere Schwierigkeiten heraufbeschwören. ...

Wir haben die Toleranz in Europa gelernt. Ich sage das nicht einmal spöttisch. ...
Wenn ich Herzl richtig verstehe, geht es beim Zionismus praktisch gar nicht um Religion (höchstens im Sinne von kulturellem Erbe), sondern im wesentlichen um "Rasse":
Theodor Herzl, Der Judenstaat hat geschrieben: Wir sind ein Volk, Ein Volk.

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 13986
Registriert: Samstag 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Raphael » Dienstag 31. Januar 2012, 14:20

Tritonus hat geschrieben:Wenn ich Herzl richtig verstehe, geht es beim Zionismus praktisch gar nicht um Religion (höchstens im Sinne von kulturellem Erbe), sondern im wesentlichen um "Rasse":
Theodor Herzl, Der Judenstaat hat geschrieben: Wir sind ein Volk, Ein Volk.
Ach da kommt das her: Wir sind das Volk :pfeif:
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

Tritonus
Beiträge: 1451
Registriert: Samstag 25. Juni 2011, 03:03

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Tritonus » Dienstag 31. Januar 2012, 14:29

Nicht nur das. Auch Formulierungen wie "Lösung der Judenfrage", "Landergreifung" (nicht: "Machtergreifung") oder beispielsweise "Menschenmaterial" kommen da vor, und zwar teilweise schon in den Kapitelüberschriften.

Besonders religiös wirkt es auf mich jedenfalls nicht ...

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 31. Januar 2012, 18:16

Tritonus hat geschrieben: Wenn ich Herzl richtig verstehe, geht es beim Zionismus praktisch gar nicht um Religion (höchstens im Sinne von kulturellem Erbe), sondern im wesentlichen um "Rasse":
Theodor Herzl, Der Judenstaat hat geschrieben: Wir sind ein Volk, Ein Volk.
Das jüdische Volk war in seiner Geschichte immer zugleich Religion und Volk. Das hat seine Wurzeln im jüdischen Königreich. Es ist jedoch nicht "rassistisch" in dem Sinn, dass es sich als biologische Rasse definiert. Jeder kann Jude werden, der den komplizierten Konvertierungsprozess auf sich nehmen will. Er gehört dann zum jüdischen Volk, unabhängig von seinen Genen. Herzl ging es darum, für die Juden einen Staat zu schaffen, in dem sie nicht mehr die Bedrohung fürchten müssen, die sie in allen anderen Ländern erdulden mussten. Der moderne Staat "Israel" basiert auf dieser Idee. Er ist säkular und bietet darum Juden aller Art (inkl. ungläubiger Juden) eine Heimat.
Yeti hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Es gab in der Geschichte keinen Völkermord, der so penibel und gründlich ausgeführt wurde wie der an den Juden.


Ich glaube, dass das ein typisches Beispiel für ein säkulares Dogma ist, weil es schon als Sakrileg angesehen wird, für diese Behauptung Beweise zu fordern. Und wenn für die angeblich typisch deutsche Eigenschaft der Gründlichkeit ein ganzes Volk in Geiselhaft genommen werden soll, weil die Täter zufälligerweise Deutsche waren, ist auch das nichts anderes als psychologisch verkappter Rassismus gegen das eigene Volk - man könnte diesbezüglich auch von einer Neurose sprechen.
Es hilft niemandem, wenn wir Deutsche uns wegen dieses Ereignisses heute selbst zerfleischen und uns nicht zugestehen, uns als Deutsche zu fühlen. Die Erinnerung an den Holokaust sollte nicht mit der Frage verbunden sein, was für Schuld daraus für das deutsche Volk oder uns heute entsteht. Wenn wir ehrlich in die Geschichte zurück schauen, dann war nur eine ganz kleine Minderheit (Hitler persönlich und die Führung der SS) für den industriellen Massenmord. Die große Mehrheit der Deutschen war zwar judenkritisch eingestellt, aber gegen radikale Maßnahmen. Selbst Göring war meines Wissens nach gegen diesen Völkermord. Trotzdem sollten wir das Ausmaß des Ereignisses würdigen und versuchen, die Perspektive der Juden nachzuvollziehen. Dazu gehört: ihnen die Furcht vor uns zu nehmen, und selbst positive Lehren daraus zu ziehen.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Tritonus
Beiträge: 1451
Registriert: Samstag 25. Juni 2011, 03:03

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Tritonus » Dienstag 31. Januar 2012, 19:08

Pilgerer hat geschrieben:Das jüdische Volk war in seiner Geschichte immer zugleich Religion und Volk. ...
Das sehe ich genau so. Ich habe auch Verständnis für die Motive, die zur Bildung des Staates Israel führten. Allerdings habe ich doch den begründeten Eindruck, dass der Zionismus ausdrücklich die jüdische Religion zurückstellt.
Theodor Herzl, Der Judenstaat hat geschrieben: ... Ich halte die Judenfrage weder für eine sociale, noch für eine religiöse, wenn sie sich auch noch so und anders färbt. Sie ist eine nationale Frage, und um sie zu lösen, müssen wir sie vor Allem zu einer politischen Weltfrage machen, die im Rathe der Culturvölker zu regeln sein wird.
(Hervorhebungen von mir.)

Dass der Staat Israel nichts mit jüdischer Religion zu tun hat, sehen auch viele Juden so, insbesondere eine beachtliche Anzahl von orthodoxen Juden, --, die diesem Staat und seinen Aktionen gegen die Nachbarvölker sehr kritisch bis grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen und die seine Gründung geradezu für einen Akt der Blasphemie halten. (Das alles scheint aber speziell in Deutschland ein streng gehütetes Geheimnis zu sein.)

Nur zwei Leseproben von vielen:
http://www.derisraelit.org/
http://www.nkusa.org/
---
Hoppla, inzwischen bin ich ein bisschen OT. Sorry, ich verspreche Besserung

Benutzeravatar
Torsten
Beiträge: 6487
Registriert: Dienstag 17. Februar 2004, 02:23

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Torsten » Dienstag 31. Januar 2012, 19:45

http://www.nkusa.org

Ein Henryk Modest Broder bezeichnet die, soweit ich mich erinnere, als Spinner. Bei Broder oder auch Seiten wie "Politically Incorrect" habe ich den Eindruck, dass die verflixt ehrlich sind, was den Staat Israel und seinen Status angeht. Es ist eine Speerspitze im Kampf gegen die islamische Gefahr. Die den Westen mit seinen jüdisch/christlichen Wurzeln bedroht, der in der Aufklärung und der Moderne gipfelnd das Himmelreich der Freiheit für den Menschen verkörpert. Eine Ausgeburt der "Vernunft". Das einsame Licht der Demokratie in einem düsteren Osten. Der die Staatsbürger Israels nach öffentlicher Lesart ständig mit einem zweiten Holocaust bedroht. Wegen des Staates oder weil sie Juden sind? Weil die ganze Welt die Juden hasst?

Mit einem guten Juden ist kein Staat zu machen. Und ein Staat wird ärmer, wo sie fehlen. Und am ärmsten ist ein Jude, der an das Gute im Judenstaat glaubt.

Benutzeravatar
Peregrin
Moderator
Beiträge: 5422
Registriert: Donnerstag 12. Oktober 2006, 16:49

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Peregrin » Dienstag 31. Januar 2012, 20:35

Pilgerer hat geschrieben: Das jüdische Volk war in seiner Geschichte immer zugleich Religion und Volk. Das hat seine Wurzeln im jüdischen Königreich.
Ganz so ist das nicht. Die Hasmonäer waren fleißige Proselytenmacher, und wieweit sich die aus Babylon eingesiedelten Nachexiljuden mit der bäuerlichen Bevölkerung von Israel verwandt gefühlt haben, wäre auch eine Frage für sich. Um Christi Geburt herum war das "Volk Israel" der Schrift wohl hauptsächlich Gegenstand eher mythischer Bezüge (die Kirche als neues Volk Israel kommt ja nicht von ungefähr). Die Idee vom "verstreuten Volk" ist zunächst ein Topos christlicher Väter, der die Zerstörung des Tempels und die Vertreibung der "untreuen Juden" aus dem Heiligen Land dem seinerzeitigen Einzug und der Errichtung des davidischen Königstums und des Ersten Tempels spiegelbildlich gegenüberstellt. Erst nach dem Ende des jüdischen Proselytismus dank der aufgrund ihrer Aufstände zunehmenden Unbeliebtheit bei den Kaisern, und schließlich der Christianisierung des Reiches und dem Vordringen des Islam, haben sich die jüdischen Gemeinden dann mit dieser Rolle als "verstreutes Volk" zunehmend identifiziert, verbunden mit der eschatologischen Hoffnung, nach tapferem Ausharren unter fremder Herrschaft dereinst von einem "Messias" wieder ins Heilige Land zurückgeführt zu werden. Auch das war aber noch keine Volksidee im heutigen Sinn.

Die moderne Vorstellung von einem "jüdischen Volk", also die der Zionisten, speist sich dagegen aus genau derselben Quelle wie die Nazivorstellungen von einem "deutschen Volk" und einer "jüdischen Rasse", nämlich aus einem quasi-wissenschaftlichen, biologistischen Denken, das die Erkenntnisse von Darwin und seinen Vor- und Nachläufern über Arten und Rassen auf den Menschen anwendet. Die Lehre vom jüdischen Volk ist mithin die einzige Rassentheorie, die es in die zweite Hälfte des 20 Jhds. geschafft hat und immer noch blüht und gedeiht, komplett mit Forschung über Schädelformen, Judengene und allem drum und dran. Nur als Nichtjude darf man das natürlich nicht rezipieren, sonst wird man sofort zur Sau gemacht, siehe Sarrazin.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

civilisation
Beiträge: 10481
Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von civilisation » Dienstag 25. Juni 2013, 18:07

Ich stelle folgenden Auszug aus einer Pressemeldung mal hier ein.
... In Israel ruht an Jom haSho'a das öffentliche Leben zum Gedenken an die Opfer und Widerstandskämpfer des Holocaust. Inspiriert von diesem Gedenktag, lädt auch die in Berlin lebende israelische Künstlerin Yael Bartana mit ihrem Projekt "Zwei Minuten Stillstand" im Rahmen des Festivals Impulse zu einem Akt des kollektiven Gedenkens ein - ein politischer Akt und eine kollektive Performance im öffentlichen Raum.
Wenn am Freitag, 28. Juni, 11 Uhr, die Stadt Köln - neben Bochum, Düsseldorf und Mülheim Veranstaltungsort des Theaterfestivals - ihren Alltag für zwei Minuten symbolisch unterbricht, wird auch der öffentliche Nahverkehr der Metropolregion Rhein-Neckar für einen denkwürdigen Augenblick ruhen. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) unterstützt den Aufruf zu einer Schweigeminute.
...
=> http://www.morgenweb.de/nachrichten/kul ... -1.19444

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 25. Juni 2013, 22:45

Der Holocaust hat durchaus Parallelen mit der Passion Christi. In beiden Fällen mussten unschuldige Menschen aufgrund der Paranoia der Sünder ihr Leben lassen. Die Juden sind, obwohl sie den HERRN verleugneten und in Teilen verloren, immer noch eine Art von Kirche. Sie bezeugen bis zum heutigen Tag die Wahrheit des Alten Testamentes, das dem Kommen Jesu Christi voranging.
Es ist vermutlich kein Zufall, dass das Volk Jesu eines Tages seinen Weg ging und dass daraus ein Gedenken entstanden ist, das an die Tradition des Exodus-Gedenken im Passah-Fest oder an die Tradition des Makkabäer-Gedenken im Lichtweih-Fest anküpft. Für gläubige Juden spielt die Geschichte eine große Rolle. Die Ausrottung von vielleicht 1/3 der weltweiten Juden im Holocaust ist ein Ereignis, das es in diesem Ausmaß in der jüdischen Geschichte sonst nicht gab. Man stelle sich nur ein Massaker in gleicher Relation an Christen vor.
civilisation hat geschrieben:Ich stelle folgenden Auszug aus einer Pressemeldung mal hier ein.
... In Israel ruht an Jom haSho'a das öffentliche Leben zum Gedenken an die Opfer und Widerstandskämpfer des Holocaust. Inspiriert von diesem Gedenktag, lädt auch die in Berlin lebende israelische Künstlerin Yael Bartana mit ihrem Projekt "Zwei Minuten Stillstand" im Rahmen des Festivals Impulse zu einem Akt des kollektiven Gedenkens ein - ein politischer Akt und eine kollektive Performance im öffentlichen Raum.
Wenn am Freitag, 28. Juni, 11 Uhr, die Stadt Köln - neben Bochum, Düsseldorf und Mülheim Veranstaltungsort des Theaterfestivals - ihren Alltag für zwei Minuten symbolisch unterbricht, wird auch der öffentliche Nahverkehr der Metropolregion Rhein-Neckar für einen denkwürdigen Augenblick ruhen. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) unterstützt den Aufruf zu einer Schweigeminute.
...
=> http://www.morgenweb.de/nachrichten/kul ... -1.19444
Der Antisemitismus beginnt in der Gesellschaft natürlich wieder an zu wachsen, deshalb ist es gut, auf verschiedene Weise Zeichen dagegen zu setzen. Die Antichristen sind in der Regel auch Antisemiten, auf der extremen Linken wie auf der extremen Rechten und bei den Islamisten.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2843
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Yeti » Mittwoch 26. Juni 2013, 22:26

Pilgerer hat geschrieben:Der Holocaust hat durchaus Parallelen mit der Passion Christi. In beiden Fällen mussten unschuldige Menschen aufgrund der Paranoia der Sünder ihr Leben lassen. Die Juden sind, obwohl sie den HERRN verleugneten und in Teilen verloren, immer noch eine Art von Kirche. Sie bezeugen bis zum heutigen Tag die Wahrheit des Alten Testamentes, das dem Kommen Jesu Christi voranging.
Es ist vermutlich kein Zufall, dass das Volk Jesu eines Tages seinen Weg ging und dass daraus ein Gedenken entstanden ist, das an die Tradition des Exodus-Gedenken im Passah-Fest oder an die Tradition des Makkabäer-Gedenken im Lichtweih-Fest anküpft. Für gläubige Juden spielt die Geschichte eine große Rolle. Die Ausrottung von vielleicht 1/3 der weltweiten Juden im Holocaust ist ein Ereignis, das es in diesem Ausmaß in der jüdischen Geschichte sonst nicht gab. Man stelle sich nur ein Massaker in gleicher Relation an Christen vor.
Da kann ich zustimmen, nach allem, was wir wissen. Ich finde es aber interessant, dass man in Israel "Jom haSho'a" sagt und hier immer noch viele Leute "Holocaust". Wer ein wenig Griechisch kann und immer noch daran festhält, ist entweder pervers oder ignorant. Oder beides: Zionist.
#gottmensch statt #gutmensch

Benutzeravatar
Pit
Beiträge: 8115
Registriert: Freitag 23. April 2004, 17:57

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Pit » Sonntag 30. Juni 2013, 17:57

Yeti hat geschrieben: ....
Ich finde es aber interessant, dass man in Israel "Jom haSho'a" sagt und hier immer noch viele Leute "Holocaust". ....
Vom Holocaust spreche ich seit Jahren nicht mehr,das einzig passende Wort für diesen menschenverachtenden Wahnsinn ist Shoa.
carpe diem - Nutze den Tag !

Benutzeravatar
Juergen
Beiträge: 24473
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Juergen » Samstag 1. Juni 2019, 11:46

n-tv:
Zehntausende Leser getäuscht
Angeblich jüdische Bloggerin ist Betrügerin

Rund 240.000 regelmäßige Leser soll ihr Blog zuletzt gehabt haben, doch nun ist es offline. Die Betreiberin gab sich als Nachfahrin jüdischer Holocaust-Opfer aus. Jetzt ist sie als Betrügerin entlarvt worden.

Die in Dublin lebende 31-Jährige soll 22 gefälschte "Opferbögen" in Yad Vashem eingereicht haben. Diese sollen den Eindruck erwecken, dass große Teile ihrer Familie während der NS-Zeit ermordet wurden. Dabei stammte die promovierte Historikerin aus einer evangelischen Familie, wie das Stadtarchiv Stralsund mit Unterlagen belegt.
:auweia:

Der Betrug — wenn man es so nennen will, denn „Betrug“ ist ja ein Vermögensdelikt und nur im übertragenen Sinn anwendbar — ist die eine Sache, eine andere ist aber mindestens genauso interessant:
…Hingst ist in der Blogger-Szene bekannt. 2017 wurde sie nach "Spiegel"-Angaben beim Preis "Die Goldenen Blogger" in der Kategorie "Blogger des Jahres" ausgezeichnet. Ein Jahr später bekam sie einen Preis der "Financial Times".…
Das zeigt deutlich, was was man von derlei Blogs und der sog. „Blogger-Szene“ zu halten hat. Hierbei kann man freilich „Blogger-Szene“ auch z.B. durch „Youtuber-Szene“ ersetzen.
„Klickzahlen“ sind eben weder ein Beweiß für Qualität noch ein Kriterium der Wahrheitsfindung.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Caviteño
Beiträge: 10636
Registriert: Sonntag 14. März 2010, 02:31
Wohnort: Diözesen Imus und Essen

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Caviteño » Samstag 1. Juni 2019, 14:19

Juergen hat geschrieben:
Samstag 1. Juni 2019, 11:46
Das zeigt deutlich, was was man von derlei Blogs und der sog. „Blogger-Szene“ zu halten hat. Hierbei kann man freilich „Blogger-Szene“ auch z.B. durch „Youtuber-Szene“ ersetzen.
„Klickzahlen“ sind eben weder ein Beweiß für Qualität noch ein Kriterium der Wahrheitsfindung.
:klatsch: :daumen-rauf:

Das stimmt - aber sie zeigen den enormen Einfluß den sie inzwischen haben. Ihre Urheber werden "Influencer" genannt - zu recht! Egal, welchen Blödsinn sie verfassen, die Reichweite ist tlw. riesig und hinterfragt wird kaum.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema