The Great Reset

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Bruder Donald
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The Great Reset

Beitrag von Bruder Donald »

Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

Trisagion
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Re: The Great Reset

Beitrag von Trisagion »

Großkapitalisten beschließen, daß reine Profitgier auf Kosten der Menschen und Natur vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluß ist.

Und ich soll das jetzt besonders schlimm finden? Ist ja sowieso ein Nachhallen des Christentums...

Ändern wird es nicht viel. Die kommenden Großkrisen - insbesondere als nächstes die bis weit in die Mittelschicht greifende Massenarbeitslosigkeit dank KI - werden entweder katastophal oder von einem Staatskapitalismus gelöst. Zynisch kann man obiges als Versuch der Superreichen verstehen, ihre Geld vor der Verstaatlichung (oder dem katastrophalen Chaos) zu bewahren indem sie sich als Mustermenschen positionieren.

Die Schonzeit nach dem 2. Weltkrieg ist jedenfalls vorbei, es geht wieder rund.

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philipp
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Re: The Great Reset

Beitrag von philipp »

Trisagion hat geschrieben:
Freitag 18. Dezember 2020, 11:39
Großkapitalisten beschließen, daß reine Profitgier auf Kosten der Menschen und Natur vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluß ist.

Und ich soll das jetzt besonders schlimm finden? Ist ja sowieso ein Nachhallen des Christentums...

Ändern wird es nicht viel. Die kommenden Großkrisen - insbesondere als nächstes die bis weit in die Mittelschicht greifende Massenarbeitslosigkeit dank KI - werden entweder katastophal oder von einem Staatskapitalismus gelöst. Zynisch kann man obiges als Versuch der Superreichen verstehen, ihre Geld vor der Verstaatlichung (oder dem katastrophalen Chaos) zu bewahren indem sie sich als Mustermenschen positionieren.

Die Schonzeit nach dem 2. Weltkrieg ist jedenfalls vorbei, es geht wieder rund.
Warum bist du dir so sicher dass es Massenarbeitslosigkeit durch KI geben wird? Ich denke der Mensch wird immer den Menschen brauchen. Und der Mensch wird immer die Arbeit brauchen. Ich bin da etwas optimistischer... :koenig:
Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm (1. Joh. 4, 16)

Trisagion
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Re: The Great Reset

Beitrag von Trisagion »

philipp hat geschrieben:
Freitag 18. Dezember 2020, 16:24
Warum bist du dir so sicher dass es Massenarbeitslosigkeit durch KI geben wird? Ich denke der Mensch wird immer den Menschen brauchen.
Der Mensch wird schon bald keinen Menschen mehr brauchen, um Dinge duch die Gegend zu fahren. Der Mensch wird schon bald keinen Menschen mehr brauchen um die meisten Verwaltungs- und Finanzvorgänge abzuhandeln, und auch in einfachen vertraglichen und rechtlichen Fragen wird man ohne Menschen auskommen. In vielen Bereichen der Wirtschaft, aber auch in Dienstleistungsunternehmen und sogar Lehrinstitutionen, werden mindestens ein Viertel der Belegschaft wegautomatisiert werden.

Hier, eine Google Demo von 2018, eine KI bucht in freier Interaktion mit einem Menschen (der es nicht merkt) eine Besuch im Frisörsalon. Stell Dir das umgedreht vor, auf der Seite der Serviceindustrie.

Menschen braucht man bald nicht mehr viele. Ich bin Naturwissenschaftler, Universitätslehrer, Programmierer, ... meine Jobs gibt es noch eine Weile. Interessanterweise wird es so Jobs wie Klempner oder Elektriker auch noch eine Weile geben, alles was intelligente Handfertigkeit mit einem sehr großem Spielraum an Möglichkeiten beinhaltet. Aber eine Armee an Lastwagenfahrern, Verwaltungsangestellten, Rezeptionisten, ... wird arbeitslos werden, in den nächsten dreißig Jahren. Die kann man nicht einfach alle umtrainieren. Weder geht das in der Masse, noch gibt es genug Zieljobs, noch haben alle Leute die notwendigen Talente.

Es wird verdammt bitter werden, für viele Menschen. Die einzige Antwort die von unseren Gesellschaften zu erwarten ist ist Staatskapitalismus, oder Sozialismus mit Marktelementen. Oder eben Bürgerkriegs-ähnliche Zustände in einem entfesselten Verteilungskampf.

Die US Demokraten (jaja, ganz furchtbar schlimm böse, ruhig bleiben, ruhig...) hatten in ihren Ausscheidungswahlen mit Andrew Yang den ersten Politiker den ich gehört habe, der einen Schimmer von der kommenden Entwicklung hat. Er hat viele Interviews gegeben, hier ist eins mit Joe Rogan.

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philipp
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Re: The Great Reset

Beitrag von philipp »

Trisagion hat geschrieben:
Freitag 18. Dezember 2020, 18:14
Die US Demokraten (jaja, ganz furchtbar schlimm böse, ruhig bleiben, ruhig...) hatten in ihren Ausscheidungswahlen mit Andrew Yang den ersten Politiker den ich gehört habe, der einen Schimmer von der kommenden Entwicklung hat. Er hat viele Interviews gegeben, hier ist eins mit Joe Rogan
Ja, angesprochen hat er das Thema. Dem ist entgegenzuhalten dass Politiker prinzipiell nicht die ersten sind, die irgendetwas ansprechen. Politiker sind da um Wahlen zu gewinnen. Und Yang hätte nie eine Wahl gewonnen. Unter anderem, weil seine einzige Lösung für das von dir angesprochene Problem war, dass er ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert hat.
Trisagion hat geschrieben:
Freitag 18. Dezember 2020, 18:14
Der Mensch wird schon bald keinen Menschen mehr brauchen, um Dinge duch die Gegend zu fahren. Der Mensch wird schon bald keinen Menschen mehr brauchen um die meisten Verwaltungs- und Finanzvorgänge abzuhandeln, und auch in einfachen vertraglichen und rechtlichen Fragen wird man ohne Menschen auskommen. In vielen Bereichen der Wirtschaft, aber auch in Dienstleistungsunternehmen und sogar Lehrinstitutionen, werden mindestens ein Viertel der Belegschaft wegautomatisiert werden.
(...)
Aber eine Armee an Lastwagenfahrern, Verwaltungsangestellten, Rezeptionisten, ... wird arbeitslos werden, in den nächsten dreißig Jahren. Die kann man nicht einfach alle umtrainieren. Weder geht das in der Masse, noch gibt es genug Zieljobs, noch haben alle Leute die notwendigen Talente.
Erstens bin ich mir nicht so sicher, ob die ganze Technologie so schnell sein wird, wie du denkst. Die Dinge sind dann vielleicht doch komplizierter als man sie einschätzt. Insgesamt gab es in der Technologie-Branche seit Jahrzehnten wenig Fortschritt, obwohl er stets prophezeit wurde. Wir sitzen in denselben Autos und Zügen wie vor 30 Jahren, wir leben in Ähnlichen Häusern und "innovationen" wie Handys sind einfach nur Recycling von alten Erfindungen, in diesem Fall ist es ein verkleinerter Computer. Dass da plötzlich mit KI DER Durchbruch kommt.... naja, ich lass mich überraschen.

Und selbst wenn die Berufe, die du nennst obsolet werden KÖNNTEN, heißt das noch nicht, dass sie es tatsächlich werden. Angebot und Nachfrage: auch heute gehen noch genügend Menschen einkaufen, obwohl sie theoretisch alles bestellen könnten. Einfach weil der Mensch den Menschen und das persönliche Gespräch braucht.

In der Theorie könntest du recht haben, aber praktisch ist es doch oft anders als man denkt.
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Caviteño
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Re: The Great Reset

Beitrag von Caviteño »

Trisagion hat geschrieben:
Freitag 18. Dezember 2020, 18:14
Der Mensch wird schon bald keinen Menschen mehr brauchen, um Dinge duch die Gegend zu fahren. Der Mensch wird schon bald keinen Menschen mehr brauchen um die meisten Verwaltungs- und Finanzvorgänge abzuhandeln, und auch in einfachen vertraglichen und rechtlichen Fragen wird man ohne Menschen auskommen. In vielen Bereichen der Wirtschaft, aber auch in Dienstleistungsunternehmen und sogar Lehrinstitutionen, werden mindestens ein Viertel der Belegschaft wegautomatisiert werden.
(...)
Aber eine Armee an Lastwagenfahrern, Verwaltungsangestellten, Rezeptionisten, ... wird arbeitslos werden, in den nächsten dreißig Jahren. Die kann man nicht einfach alle umtrainieren. Weder geht das in der Masse, noch gibt es genug Zieljobs, noch haben alle Leute die notwendigen Talente.
Das war - gesehen über den Zeitraum von 30 Jahren(!) - in der Vergangenheit nicht viel anders und ist nichts Neues.
In meiner Kindheit benötigte man noch eine Bahnsteigkarte, die -meist von Kriegsversehrten- kontrolliert wurde. Jeder Zug hatte einen Heizer und einen Schaffner, es gab viel mehr Bahnstrecken, die viel mehr Personal benötigten, weil fast nichts automatisiert war.
In den Kaufhäusern fuhren immer Fahrstuhlführer mit, die an jeder Etage hielten und die Leute ein- und aussteigen ließen.
Man schaue auf die Baustellen - wer kennt heute noch den Begriff "Speisvogel", mit dem der Speis vom 'Handlanger' über Leitern auf der Schulter zu den Maurern getragen wurde?
Es sind doch ganze Industrien weggebrochen - Kohle, Stahl, Glas, Bekleidung um nur die "Standbeine" im Ruhrgebiet zu nennen, die nicht mehr existieren.

Gleichzeitig gibt es die Notwendigkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen - nicht nur für Computerexperten & Co.
Sicherheitspersonal in Zügen und im ÖPNV ist inzwischen eine Selbstverständlichkeit.
In den Schulen gibt es neben dem Lehrer häufig noch Sozialarbeiter, die sich z.B. um Migranten- oder auffällige Kinder zusätzlich kümmern.
Während dies Beispiele für notwendige neue Jobs sind, wird die Beratung im Fachgeschäft durch die Testberichte im Netz (häufig verfaßt von den sog. "digitalen Nomaden) ersetzt. Diese Tätigkeit gab es vor einigen Jahren noch überhaupt nicht und ähnliches könnte für Reiseführer oder z.B. online-Unterricht (Sprachen) gelten.

Ja, es wird sicherlich in der Zukunft selbstfahrende Lastwagen geben, die Banken werden an Bedeutung und Personal verlieren und der stationäre Handel ist auch ein Auslaufmodell. Aber es wird auch neue Jobs geben - von denen wir uns einige noch nicht vorstellen können. Wer hätte vor 30 Jahren geglaubt, daß D. einmal 250 Genderlehrstühle haben würde? ;D Wenn das kein hoffnungsfrohes Zeichen ist... :D [/ironie aus]

Trisagion
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Re: The Great Reset

Beitrag von Trisagion »

Das hat nichts mit der üblichen, langsamen Veränderung der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes zu tun. Es ähnelt mehr der industriellen Revolution.

Nur um das deutlich zu machen, es geht nicht um KI die "menschengleich" ist. Wenn das überhaupt geht, wird es noch lange dauern. Es geht darum, daß die meisten Menschen "eingrenzbare" Jobs ausüben. Computer waren schon immer besser im Ausführen von gleichförmigen Prozessen. Aber sie hatte Probleme mit der Zuordnung aus einer komplexen Situation zu einem Prozeß. Das genau hat sich geändert. "Machine learning" ist da sehr gut darin, bereits jetzt schon auf Menschenniveau in vielen Bereichen. Sobald sich das finanziell rechnet, geht in Zukunft ein "eingrenzbarer" Job an eine Maschine verloren. Jeder Job, nicht nur die, die wir kennen, sondern auch die, die noch erfunden werden. Es ist genau wie die Jobs die "Kraft" oder "Ausdauer" erfordern. In der Folge der industriellen Revolution wurden nicht nur bestehende Jobs ersetzt. Sondern auch alles was neu hinzukommt wird maschinisiert und motorisiert, soweit es um Kraft und Ausdauer geht, und sobald es sich rechnet.

Und wer glaubt, der menschliche Kontakt würde es retten, hat sich geschnitten. Man braucht sich nur das von mir oben verlinkte Beispiel anzuhören. Wir sind bald soweit, daß Computer den sprachlichen Umgang ausreichend nachäffen können, daß es für einen großen Teil der Jobs reicht. Es wird ein bißchen länger dauern, bis wir auch körperliche Präsenz ausreichend nachäffen können um die verblieben "Begegnungsjobs" zu vertechnisieren. Beim allgemeinen Bewegungsapparat ist man bei Boston Dynamics schon weit vorangekommen. Das Gesicht mechanisch zu animieren, so das es glaubwürdig wirkt, wird noch länger dauern. Aber so rein computergraphisch sind wir schon sehr weit. Hier mal eine Demo von NVidia zur künstlichen Gesichtererzeugung, beliebig viele "künstliche Gesichter" kann man hier generiert kriegen.

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