Ich hab selten einen Artikel gelesen, dem ich in den meisten Teilen so sehr von Herzen zustimmen konnte...
Drittens der Gedanke der möglichst vollständigen Risikovermeidung, wobei die Entscheidung über individuelle Risiken nicht etwa im Ermessen des Individuums steht. Die Entscheidung über Risiken ist vielmehr Sache des Staates
Das erinnert mich an einen Bildvergleich, den ich in jüngerer Zeit auf FB sah. Da war auf der einen Seite ein Kind mit Inlinern abgebildet, Helm und allen möglichen Schützern, und auf der anderen Seite eines von früher mit ganz normalen Rollschuhen und sonst nix. Und es wurde sinngemäß gesagt, wie unbeschwert früher unsere Kindheit war...
Ich bin froh, dass meine Kindheit damals war, wo mich noch keiner zwang, auf dem Fahrrad einen Helm zu tragen. Ich bin niemals mit dem Rad hingefallen und wenn, dann nicht auf den Kopf.
Es kommen immer mehr Regulierungen in alle möglichen Lebensbereiche hinein, und das geht mir auf den Keks.
Heute habe ich im Radio gehört, dass die 1,5-Liter-Behälter für Coca-Cola in den New Yorker Kinos verboten werden sollen. Die Leute sind zu dick. Ein deutscher Medizinprofessor wurde dazu vom Sender interviewt. Auf die Frage der Moderatorin, ob Erwachsene nicht selbst bestimmen können sollten, wie viel Cola sie im Kino trinken, antwortete der Professor: Der Mensch brauche Leitlinien, auch der erwachsene Mensch. Ich finde, das hätte der nordkoreanische Diktator Kim Il Sung nicht besser sagen können.
Und McDonalds hat vor einigen Jahren beschlossen, dass es vor 10:30 Uhr keine Burger mehr gibt, sondern nur das Frühstücksangebot.
Das mag von mir aus aus Gründen der effizienten Auslastung geschehen sein, aber mein Ex-Freund hat seinerzeit sehr gerne morgens einen BigMac gegessen, während ich das Frühstücksangebot vorgezogen habe. Wahrscheinlich würden wir heute nicht mehr gemeinsam bei McDonalds frühstücken, weil er sich von denen gegängelt vorkäme.
In dem Artikel gibt es sicherlich noch viele bei weitem bemerkenswertere Zitate, über die man reden könnte.
Aber er ist doch wirklich ausgesprochen lang.
Am Ende bleibt bei mir das Gefühl von übergroßen Frust zurück.
Früher war nicht alles besser, aber mit Sicherheit so manches.
Ich bin gerne auf Facebook, und ich gebe gemeinhin sehr vieles von mir preis. Aber selbst bei mir gibt es Dinge, die besser niemand weiß, und ich bin sehr froh, nicht irgendwie im Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stehen, wo man alles mögliche ans Tageslicht zerrt und in allen möglichen und unmöglichen Momenten beobachtet und fotographiert wird etc. pp.