Zentrumspartei

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Benedikt
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Zentrumspartei

Beitrag von Benedikt » Donnerstag 18. März 2004, 23:16

Liebe Freunde, an dieser Stelle ein Posting, dass mir sehr am Herzen liegt. Dieses Posting betrifft vor allem Surfer aus Deutschland.

Die Zentrumspartei war lange Jahre, im Kulturkampf und in der Weimarer Republik die katholische Partei Deutschlands. Und: Die Zentrumpartei gibt es heute noch. Bis vor einem Jahr war diese nur auf regionale Aktivitäten beschränkt. Das hat sich nun grundlegend geändert. Durch die Fusion der eher evangelikal geprägten Christlichen Partei Deutschland in das Zentrum unternimmt man einen neuen Vorstoß, Politik auf Basis eines christlichen Menschenbildes zu machen.

Das Zentrum hat derzeit einige Mandate auf regionaler Ebene, so im Stadtrat von Dormagen. Dort ist das Zentrum in Koalition mit der SPD, weil die CDU die kleine Partei als Konkurrenten auf das schärfste bekämpft. Nun wollte die SPD eine Beratungsstelle der Abtreibungslobbyorganistation Pro-Familia einrichten, das Zentrum legte energischen Widerspruch. Nun kommt der Hammer: Die CDU bot der SPD daraufhin an, die Beratungsstelle zu unterstützen, um so dem Zentrum und der Koalition Schaden zuzufügen. Die SPD erkannte die Intension und lehnte ab. Ein anderes Beispiel: In Dormagen gibt es eine Familiensiedlung, die früher Ackerland war. Dieses Ackerland wurde in Bauland umgewandelt, allerdings zum halben Preis. Dieses viel billigere Bauland wurde für kinderreiche Familien reserviert. Mittlerweile ist dort eine blühende Siedlung mit familien

Alles in allem scheinen die Leute dort wirklich was von realer Politik zu verstehen, die einen Unterschied macht. Durch die Fusion besteht Hoffnung, dass der Partei zumindest der Sprung über die 0,5%-Hürde gelingt, wodurch man Empfänger der Wahlkampfkostenerstattung wird - eine unerlässliche Notwendigkeit zum Aufbau einer funktionierenden Parteistruktur.

Meine dringende Bitte an alle EU-Bürger, die in Deutschland wohnen: Unter http://www.zentrumspartei.de/unterstuetzungsschrift.pdf findet sich ein Formular, welches dem Zentrum ermöglicht, an der Europawahl teilzunehmen. Allerdings meine bitte sehr knapp. Die Frist zur Einreichung der Unterschriften ist der 1. April, vorher müssen diese allerdings vom Wahlleiter der Gemeinde bestätigt werden. Daher ist es erforderlich, dass die Unterschriften am Montag, 22. März, spätestens Dienstag an den Bundesvorsitzenden gesandt werden:
Gerhard Woitzik
Straberger Weg 12
41542 Dormagen

Noch ein Hinweis: Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Zentrumspartei für die Wahl zum Europaparlament wählen soll. CDU/CSU-Politiker wie Friedrich, Posselt, Klaß, Kastler, Brok, Gahler leisten im Europaparlament eine wertvolle Arbeit. Aber es ist traurige Tatsache, dass die CDU/CSU unter Merkel und Stoiber gerade in Sachen Familienpolitik sich immer mehr liberalisiert. Daher halte ich die Erscheinen einer Zentrumspartei auf den Stimmzetteln für eine gute Sache, unabhängig davon, ob ich sie wähle. Denn sie gibt ein Signal an die C-Parteien, dass es Wähler gibt, denen es nicht egal ist, dass man kaum noch zwischen CDU und FDP unterscheiden kann.

Daher: Sendet eure Unterschriften

Danke!
Benedikt

PS: Aufgrund einer Reise kann ich erst Montag wieder hier reinschauen.

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Freitag 19. März 2004, 08:19

Gutes Thema. In der Parteienlandschaft scheint sich so einiges zu bewegen. Die Arbeiter lösen sich endlich von der SPD, die zum politischen Arm der Homosexuellen wurde, die antikirchliche undhomosexuelle FDP gibt*s auch bald nicht mehr und auch in der CDU sehe ich keine Christenpartei (wegen hohen Parteitieren wie Süßmuth, die antikirchlich ist z.B.). Meiner Meinung nach sollten die christlichen Kräfte sich zu einer christlichen Partei zusammentun und sich mit der neuen Arbeiterpartei ein politisches Bündnis eingehen.

Bernd Heinrich Stein

Beitrag von Bernd Heinrich Stein » Freitag 19. März 2004, 23:22

Kordian hat geschrieben:Gutes Thema. In der Parteienlandschaft scheint sich so einiges zu bewegen. Die Arbeiter lösen sich endlich von der SPD,.....
Wie kommst Du darauf? Es ist leider nicht so.
die zum politischen Arm der Homosexuellen wurde,
Was meinst Du denn eigntlich damit????? Und selbst wenn es so wäre, dann sagt das noch lange nichts über politische Zielsetzungen. Die Zielsetzungen der Partei der "Neuen Mitte"(lmäßigkeit) wird eher zum Arm der Konsum- und Wachsttumsorientierten.
Meiner Meinung nach sollten die christlichen Kräfte sich zu einer christlichen Partei zusammentun und sich mit der neuen Arbeiterpartei ein politisches Bündnis eingehen.
Mit welcher Zilsetzung denn? Abgesehen davon, dass es keine "neue Arbeiterpartei" gibt. Auch wenn einige Gewerkschaftler/Abgeordnete die Gründung einer Partei links von der SPD propagieren.

Entschuldige wenn ich das so sage aber Deine Gedanken kommen mir ein wenig "durcheinander" vor.

Heinrich

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Beitrag von Atheist » Samstag 20. März 2004, 02:17

Hmmm die Zentrumspartei ist allerdings schon mit ihrer stark religiösen Ausrichtung im Zuge der Machtergreifung Hitlers von der politischen Bildfläche verschwunden und konnte wohl mangels einer einheitlichen Linie auch kein Hindernis sein.
Meiner Meinung fehlt einer solchen Partei heute die politischen Ideen, die sie zusammenhalten würden. Denn eine "christliche Politik" wie sie hier gefordert wird, kann es wohl auf Grund der unterschiedlichen Meinungen zwischen den christlichen Strömungen wohl kaum geben. Dazu sind die Graben zwischen den einzelnen "Sekten" zu stark.

@Kordian: Dein Posting fällt wohl in die Kategorie Witziges zu später Stunde :mrgreen:.

Uwe Schmidt
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Beitrag von Uwe Schmidt » Samstag 20. März 2004, 05:06

Nein, das Zentrum hat es auch nach dem letzten Krieg noch gegeben, nur hat Adenauer mit allen Mitteln gegen es gekämpft: Er wollte unbedingt eine christliche Partei, die Katholiken und Protestanten wählen würden (das Kalkül war immerhin auch erfolgreich) (GAULY:Katholiken,Machtanspruch und Machtverfall), aber die CDU und sogar die CSU ist heute - wie alle Parteien - verbraucht, als Katholik kann man diese Parteien reines Gewissens nicht mehr wählen.
Weiß jemand, ob das EU-Parlament in Straßburg mittlerweile tatsächlich Entscheidungen treffen kann, die die übergeordnete Kommission in Brüssel verpflichten?

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Samstag 20. März 2004, 10:24

Das Zentrum wurde von Adenauer im Auftrag der Besatzungsmächte vernichtet, die ihn ja auch installiert hatten. Im ersten deutschen Bundestag nach dem Krieg hatte das Zentrum aber immerhin noch zehn Mandate.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Samstag 20. März 2004, 11:13

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Das Zentrum wurde von Adenauer im Auftrag der Besatzungsmächte vernichtet, die ihn ja auch installiert hatten. Im ersten deutschen Bundestag nach dem Krieg hatte das Zentrum aber immerhin noch zehn Mandate.
Woran scheitert denn eine christliche Partei in Deutschland? In Italien ist die große konservative Partei auch zerschlagen worden in zich Richtungen.

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Samstag 20. März 2004, 11:16

Atheist hat geschrieben:Hmmm die Zentrumspartei ist allerdings schon mit ihrer stark religiösen Ausrichtung im Zuge der Machtergreifung Hitlers von der politischen Bildfläche verschwunden und konnte wohl mangels einer einheitlichen Linie auch kein Hindernis sein.
Meiner Meinung fehlt einer solchen Partei heute die politischen Ideen, die sie zusammenhalten würden. Denn eine "christliche Politik" wie sie hier gefordert wird, kann es wohl auf Grund der unterschiedlichen Meinungen zwischen den christlichen Strömungen wohl kaum geben. Dazu sind die Graben zwischen den einzelnen "Sekten" zu stark.

@Kordian: Dein Posting fällt wohl in die Kategorie Witziges zu später Stunde :mrgreen:.
Wovon redest du? Ich spreche hier über eine christliche Partei und bei Wahlerfolgen dieser wird diese Patei dann so koalieren, wo es die wenigsten Gegensätz gibt und es ist logisch, dass eine chrtistliche Partei mehr für die Rechte von Arbeitern kämpft als für die Rechte von Homosexuellen.

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Samstag 20. März 2004, 11:26

Heinrich hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:Gutes Thema. In der Parteienlandschaft scheint sich so einiges zu bewegen. Die Arbeiter lösen sich endlich von der SPD,.....
Wie kommst Du darauf? Es ist leider nicht so.
die zum politischen Arm der Homosexuellen wurde,
Was meinst Du denn eigntlich damit????? Und selbst wenn es so wäre, dann sagt das noch lange nichts über politische Zielsetzungen. Die Zielsetzungen der Partei der "Neuen Mitte"(lmäßigkeit) wird eher zum Arm der Konsum- und Wachsttumsorientierten.
Meiner Meinung nach sollten die christlichen Kräfte sich zu einer christlichen Partei zusammentun und sich mit der neuen Arbeiterpartei ein politisches Bündnis eingehen.
Mit welcher Zilsetzung denn? Abgesehen davon, dass es keine "neue Arbeiterpartei" gibt. Auch wenn einige Gewerkschaftler/Abgeordnete die Gründung einer Partei links von der SPD propagieren.

Entschuldige wenn ich das so sage aber Deine Gedanken kommen mir ein wenig "durcheinander" vor.

Heinrich

*Wie kommst Du darauf? Es ist leider nicht so.*
Es soll sein wie es will, die SPD hat die Arbeiter zu Gunsten der Homosexuellen verraten.

*Mit welcher Zilsetzung denn? Abgesehen davon, dass es keine "neue Arbeiterpartei" gibt. Auch wenn einige Gewerkschaftler/Abgeordnete die Gründung einer Partei links von der SPD propagieren.*

Das liegt an der Perversität, dass in Deutschland Politiker in Gewerkschaften mitwirken dürfen, es ist ja schon pervers genug, dass die schon in privaten Firmen mitwirken.

*Entschuldige wenn ich das so sage aber Deine Gedanken kommen mir ein wenig "durcheinander" vor.*

Das stört mich nicht. Da ich weder von der einen nocht der anderen Partei begünstigt werden, oder irgendwelche finanziellen Vorteile genieße, kann ich eigentlich offen frei raus was sagen.

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Beitrag von Clown » Sonntag 21. März 2004, 15:35

Ich glaube nicht, dass das Zentrum bundespolitisch oder landespolitisch an Bedeutung gewinnt und über 0.5% kommt. Neue Parteien oder Parteien die von den Bürgern als neu empfunden werden können nur erfolgreich werden wenn mit ihnen eine politische Bewegung einhergeht wie die in den 80er jahren die Friedensbewegung mit der Gründung der Grünen ansonsten fehlt diesen Parteien die Zugkraft und die gesellschaftliche Bedeutung. Ich sehe in Deustchland keine starke christliche Bewegung und auch der Wunsch nach einer explizit christlichen Politik, die über die der CDU/CSU hinausgeht ist m. E. nach nur schwach ausgeprägt. Deshalb wird das Zentrum dieses Jahr genauso scheitern wie in den letzten 60 Jahren auch.


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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 21. März 2004, 16:28

Clown hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass das Zentrum bundespolitisch oder landespolitisch an Bedeutung gewinnt und über 0.5% kommt. Neue Parteien oder Parteien die von den Bürgern als neu empfunden werden können nur erfolgreich werden wenn mit ihnen eine politische Bewegung einhergeht wie die in den 80er jahren die Friedensbewegung mit der Gründung der Grünen ansonsten fehlt diesen Parteien die Zugkraft und die gesellschaftliche Bedeutung. Ich sehe in Deustchland keine starke christliche Bewegung und auch der Wunsch nach einer explizit christlichen Politik, die über die der CDU/CSU hinausgeht ist m. E. nach nur schwach ausgeprägt. Deshalb wird das Zentrum dieses Jahr genauso scheitern wie in den letzten 60 Jahren auch.


CLOWN
*Neue Parteien oder Parteien die von den Bürgern als neu empfunden werden können nur erfolgreich werden wenn mit ihnen eine politische Bewegung einhergeht wie die in den 80er jahren die Friedensbewegung mit der Gründung der Grünen *

Na guck mal an, dann sind die Erfolge der DVU und Schill also auf der Spur der Grünen liegend. Oder kommen nur grüne und braune Extremisten zu diesem Erfolg?

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Clown
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Beitrag von Clown » Sonntag 21. März 2004, 16:49

Schill und die DVU sind kein Ausdruck eines Wunsches der Bürger nach einer neuen Partei sondern vielmehr Ausdruck einer allgemeinen Politikverdrossenheit, die sich in solchen Protestwahlen manifestiert. Das erkennt man daran, dass diese Parteien die Wiederwahl nicht überstehen besonders wenn sie in der Regierungsverantwortung sind. Zum anderen erkennt man es daran das diese Parteien nie bundesweit oder in zwei Ländern gleichzeitig Erfolg haben sondern immer nur in einem Bundesland für kurze Zeit.
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 21. März 2004, 17:15

Ich stimm dir völlig zu, es fehlt an einer katholischen Partei in Deutschland.

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Beitrag von Uwe Schmidt » Montag 22. März 2004, 06:06

Wir müssen erst mal wieder richtige überzeugte Christen in Deutschland haben, dann erst kann man wieder eine christliche Partei gründen!

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Montag 22. März 2004, 10:40

Uwe Schmidt hat geschrieben:Wir müssen erst mal wieder richtige überzeugte Christen in Deutschland haben, dann erst kann man wieder eine christliche Partei gründen!
Nein. Man lebt jetzt und heute und nicht wenn irgendwann bessere Zeiten kommen.

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Beitrag von Clown » Montag 22. März 2004, 20:45

Aber wie willst du eine strenge, fromme, papstreue, katholische Partei gründen die über 0,1 % kommt wenn in Deutschland nur 0,1 % der Gesamtbevölkerung streng, fromm, papstreu und katholisch sind?
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

Ralf
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Beitrag von Ralf » Montag 22. März 2004, 20:49

Also ich bin ja fröhlich-katholisch. :mrgreen:
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Montag 22. März 2004, 20:53

Clown hat geschrieben:Aber wie willst du eine strenge, fromme, papstreue, katholische Partei gründen die über 0,1 % kommt wenn in Deutschland nur 0,1 % der Gesamtbevölkerung streng, fromm, papstreu und katholisch sind?
Ich weiß nicht woher du deine Prozente raushollst. Ich denke bei allen Parteien , die im Bundestag vertreten sind, gibt es Wähler, die anstatt dieser Parteien, lieber eine katholische Partei wählen würden. Doch ich bin mir auch sicher, dass auch nicht katholische Arbeiter die katholische Partei wählen würden.

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Beitrag von Clown » Montag 22. März 2004, 20:54

Wie viele andere in diesem Forum auch. Trotzdem glaube ich ist die Verteilung der Religionen bzw. Konfessionen nicht ganz representativ für ganz Deutschland.
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

Bernd Heinrich Stein

Beitrag von Bernd Heinrich Stein » Dienstag 23. März 2004, 13:13

Ralf hat geschrieben:Also ich bin ja fröhlich-katholisch. :mrgreen:
Jau, ich auch!! :mrgreen: (meistens)

Heinrich

anselm
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Beitrag von anselm » Dienstag 23. März 2004, 13:30

Die Gründung einer katholischen Partei à la der verblichenen Zentrumspartei halte ich für eine wirklich gute Idee.

Dann werden hoffentlich alle katholischen Extremisten diese Partei wählen. Da mit großer Wahrscheinlichkeit die 5%-Hürde nicht erreicht wird, kommt sie auch nicht in den Bundestag oder einen der Landtage. Die katholischen Extremisten hätten sich dann selbst von den anderen Parteien isoliert und spielten politisch keine Rolle mehr.

Ich kann diese Idee also nur nachdrücklich unterstützen! 8)

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Dienstag 23. März 2004, 14:13

anselm hat geschrieben:Die Gründung einer katholischen Partei à la der verblichenen Zentrumspartei halte ich für eine wirklich gute Idee.

Dann werden hoffentlich alle katholischen Extremisten diese Partei wählen. Da mit großer Wahrscheinlichkeit die 5%-Hürde nicht erreicht wird, kommt sie auch nicht in den Bundestag oder einen der Landtage. Die katholischen Extremisten hätten sich dann selbst von den anderen Parteien isoliert und spielten politisch keine Rolle mehr.

Ich kann diese Idee also nur nachdrücklich unterstützen! 8)
Ich wüßte gerne wie du auf deine Prozente kommst. Ich sehe die noch nicht existierende Partei über den Grünen.

anselm
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Beitrag von anselm » Dienstag 23. März 2004, 14:22

Die Obergrenze von (weniger als) 5% ist natürlich nur eine Vermutung. Aber sie stützt sich auf folgende Überlegungen:

- die meisten kath. Christen werden (alleine schon wegen der politischen Durchsetzungskraft) lieber die CDU/CSU wählen,

- bereits existierende christliche Parteien wie die Partei bibeltreuer Christen kommen kaum auf 0,5%,

- es gibt nicht so viele katholische "Extremisten" (hoffe ich jedenfalls), für die eine speziell katholisch verengte Sichtweise auf die Politik von großer Bedeutung wäre,

- potenzielle Wähler werden sich auch überlegen, ob ihre Stimme irgendein Gewicht haben könnte und werden auf Grund der großen Gefahr, unter der 5%-Hürde zu bleiben, diese Partei nicht wählen ("Sich selbst erfüllende Prophezeiung")

Bernd Heinrich Stein

Beitrag von Bernd Heinrich Stein » Dienstag 23. März 2004, 14:29

Kordian hat geschrieben:
anselm hat geschrieben:Die Gründung einer katholischen Partei à la der verblichenen Zentrumspartei halte ich für eine wirklich gute Idee.

Dann werden hoffentlich alle katholischen Extremisten diese Partei wählen. Da mit großer Wahrscheinlichkeit die 5%-Hürde nicht erreicht wird, kommt sie auch nicht in den Bundestag oder einen der Landtage. Die katholischen Extremisten hätten sich dann selbst von den anderen Parteien isoliert und spielten politisch keine Rolle mehr.

Ich kann diese Idee also nur nachdrücklich unterstützen! 8)
Ich wüßte gerne wie du auf deine Prozente kommst. Ich sehe die noch nicht existierende Partei über den Grünen.
?????????????

Woher nimmst Du nur einen solchen Optimismus????

Ich bin katholisch und würde niemals Zentrum wählen. Wenn ich mir die programmatischen Aussagen ansehe, frage ich mich wieso ich Fantasten wählen sollte. Forderungen kann man natürlich immer formulieren. Die Frage ist allerdings, wie sowas umgesetzt werden soll. Grundsätzliche und darüber hinaus differenzierte Aussagen zur Wirtschaftspolitik fehlen vollständig. Also muss ich davon ausgehen, dass die bestehende Struktur so beibehalten werden soll. Wie das mit den anderen Forderungen/Zielen kompatibel sein soll, ist für mich ein Rätsel.

Heinrich

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Stefan
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Beitrag von Stefan » Dienstag 23. März 2004, 14:30

@anselm,

Ronald Schill war da mal anderer Ansicht - und Petra Kelly auch irgendwann mal ;)
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Dienstag 23. März 2004, 14:32

Ich habe überhaupt keine Ahnung auf wie viel Prozent eine katholische Partei kommen würde. Vielleicht gibt es sogar schon eine neben der Autofahrerpartei, nur müßte ganz klar für diese Partei geworben werden bzw. katholische Politköpfe aus ihren jetzigen im Bundestag vorhandenen Parteien austreten und dann zusammen in die katholische Partei eintreten.

Atheist
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Beitrag von Atheist » Montag 29. März 2004, 01:46

Für welche Inhalte würde bzw. sollte denn eine christliche oder katholische Partei stehen?

Das würde ich gerne, von den Befürwortern einer solchen, hier hören.

Lucia

Beitrag von Lucia » Montag 29. März 2004, 15:21

Atheist hat geschrieben:Für welche Inhalte würde bzw. sollte denn eine christliche oder katholische Partei stehen?

Das würde ich gerne, von den Befürwortern einer solchen, hier hören.
Ein klares JA zum Menschen und zum Leben:

Was ich mir wünschen würde, ist eine Überprüfung des § 218a StGB, wie sie vom BVerfG gefordert wurde - aber bis heute nicht erfolgt ist.
Weiterhin: eine klare Absage an Stammtischparolen wie "keine künstlichen Hüftgelenke ab 65 mehr" oder Bestrebungen in Richtung Euthanasie.
Eine Änderung des §1 BGB: Denn Mensch ist man nicht erst ab der Geburt.

Steichung der Schulpflicht zugunsten einer Bildungs-Pflicht (die meinethalben auch jährlich überprüft wird, so dass keine Generationvon Analphabeten heranwächst), so dass diejenigen, die ihre Kinder lieber selber erziehen möchten, das auch dürfen.

Für eine gerechte Steuerreform, die den Namen auch verdient - radikale Vereinfachung; Streichung sämtlicher "Steuerpriviliegien".

... das ist, was mir auf die Schnelle einfällt ...

Bernd Heinrich Stein

Beitrag von Bernd Heinrich Stein » Montag 29. März 2004, 16:05

Lucia Hünermann hat geschrieben:
Atheist hat geschrieben:Für welche Inhalte würde bzw. sollte denn eine christliche oder katholische Partei stehen?

Das würde ich gerne, von den Befürwortern einer solchen, hier hören.
Ein klares JA zum Menschen und zum Leben:

Was ich mir wünschen würde, ist eine Überprüfung des § 218a StGB, wie sie vom BVerfG gefordert wurde - aber bis heute nicht erfolgt ist.
Ja, dem könnte ich zustimmen.
Lucia Hünermann hat geschrieben:Weiterhin: eine klare Absage an Stammtischparolen wie "keine künstlichen Hüftgelenke ab 65 mehr" oder Bestrebungen in Richtung Euthanasie.
[ironiemodus an]Oh, ist jetzt schon das 65te LJ in der Diskussion. Ich dachte die Grenze sollte bei 75 liegen?[ironiemodus aus]
Lucia Hünermann hat geschrieben:Steichung der Schulpflicht zugunsten einer Bildungs-Pflicht (die meinethalben auch jährlich überprüft wird, so dass keine Generationvon Analphabeten heranwächst), so dass diejenigen, die ihre Kinder lieber selber erziehen möchten, das auch dürfen.
Das, liebe Lucia, hielte ich an dem Punkt für sehr bedenklich, falls Du "Kinder lieber selber erziehen" mit schulische Ausbildung vermitteln gleichsetzt. Privater Unterricht, bzw. Privatschulen bergen immer die Gefahr, dass dort Inhalte vermittelt werden, die letztlich bedenklich sein könnten. Ich denke, dass im Rahmen der Pflichtschule genügend Raum für positive Veränderung bleibt. Analphabetismus ursächlich mit der Pflichtschule zu verbinden halte ich für falsch.
Lucia Hünermann hat geschrieben:Für eine gerechte Steuerreform, die den Namen auch verdient - radikale Vereinfachung; Streichung sämtlicher "Steuerpriviliegien".
... das ist, was mir auf die Schnelle einfällt ...
Auch das Steuerprivileg "Entfernungspauschale" und "Nachtarbeitszuschlag" für Arbeinehmer? Steuerrecht ist kompliziert.

Bei weltanschaulich orientierten Parteien sehe ich die Gefahr, dass wichtigste Bereiche der Politik nicht mit entsprechenden Konzepten besetzt werden. Wirtschafts-, Sozial-, Außen,- Bildungspolitik, um nur einige zu nennen, sind Bereiche zu denen qualifizierte Aussagen vorliegen sollten. Auf der Seite des Zentrums fehlt da das meiste. Also für mich nicht wählbar, und wenn sie noch so sehr katholisch/christlich daher kommt.

Heinrich

Ralf
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Beitrag von Ralf » Montag 29. März 2004, 16:14

Naja, Heinrich, warum soll es nicht genug Katholen geben, die sich mit solchen Sachen auskennen - auch wenn bspw. Norber Walter, der Chefvolkswirt der Dt. Bank und Prof. Dr. Hengsbach SJ, Inhaber des Lehrstuhles für christliche Soziallehre an St. Georgen in Frankfurt durchaus differenzierte Meinungen hätten, trotz gemeinsamem überzeugten Katholisch-Seins.
Außerdem: warum muss sich eine Partei über etwas schwer Gedanken machen, wenn sie im Moment und auf nähere Zukunft damit aktiv und praktisch nichts zu tun haben wird? Das kann sich doch entwickeln.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Bernd Heinrich Stein

Beitrag von Bernd Heinrich Stein » Montag 29. März 2004, 17:21

Ralf hat geschrieben:Naja, Heinrich, warum soll es nicht genug Katholen geben, die sich mit solchen Sachen auskennen - auch wenn bspw. Norber Walter, der Chefvolkswirt der Dt. Bank und Prof. Dr. Hengsbach SJ, Inhaber des Lehrstuhles für christliche Soziallehre an St. Georgen in Frankfurt durchaus differenzierte Meinungen hätten, trotz gemeinsamem überzeugten Katholisch-Seins.
Außerdem: warum muss sich eine Partei über etwas schwer Gedanken machen, wenn sie im Moment und auf nähere Zukunft damit aktiv und praktisch nichts zu tun haben wird? Das kann sich doch entwickeln.
Ich hab nicht gesagt, dass es keine Katholiken gäbe, die von den von mir angesprochenen Bereichen nichts zu sagen hätten.
Poltisches Geschehen ist durch die Globalisierung derartig "entgrenzt" worden, dass man halt dazu auch Meinungen haben sollte. Ist jedenfalls meine ansicht.
Sind die von Dir genannten Mitglieder des Zentrums?


Heinrich

Ralf
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Beitrag von Ralf » Montag 29. März 2004, 20:43

Nicht dass ich wüsste.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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