Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

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Edi
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Edi » Montag 26. August 2019, 09:43

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... KVemUXyNkQ

"Der frühere Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof sieht wichtige Eigenschaften des Eigentums durch den Nullzins verletzt. Sparer würden genötigt, ihr Geld schnell auszugeben. Und schon bald könnte es zu weiteren Belastungen kommen.

Der Nullzins verletzt nach Einschätzung des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Paul Kirchhof wichtige Eigenschaften des Eigentums, die durch das Grundgesetz geschützt sind. „In einer Welt ohne Zins sind zentrale Eigenschaften des Geldvermögens und damit des Eigentums gestört“, sagte Kirchhof gegenüber WELT AM SONNTAG."
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
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die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Caviteño
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Montag 26. August 2019, 12:06

Edi hat geschrieben:
Montag 26. August 2019, 09:43
"Der frühere Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof sieht wichtige Eigenschaften des Eigentums durch den Nullzins verletzt. Sparer würden genötigt, ihr Geld schnell auszugeben. Und schon bald könnte es zu weiteren Belastungen kommen.

Der Nullzins verletzt nach Einschätzung des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Paul Kirchhof wichtige Eigenschaften des Eigentums, die durch das Grundgesetz geschützt sind. „In einer Welt ohne Zins sind zentrale Eigenschaften des Geldvermögens und damit des Eigentums gestört“, sagte Kirchhof gegenüber WELT AM SONNTAG."
und dazu kommt nach den Plänen der SPD demnächst noch eine Vermögensteuer...

Vermögensteuer = 1%, Geldentwertung = 2% entspräche einer Wertminderung des Geldvermögens von 3% p.a.... - also in 3 Jahren knappe 10%.

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martin v. tours
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von martin v. tours » Montag 26. August 2019, 18:29

Was hilft es was hier Paul Kirchhof sagt?
Nichts wird sich ändern solange die Mehrheit die Blockparteien wählt. Und die AfD ist auch nicht wirklich eine Alternative.
Für mich ist dieses System ohnehin am Ende. Die Frage ist nicht ob, sondern wann es knallt.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Montag 26. August 2019, 19:56

martin v. tours hat geschrieben:
Montag 26. August 2019, 18:29
Was hilft es was hier Paul Kirchhof sagt?
Nichts wird sich ändern solange die Mehrheit die Blockparteien wählt. Und die AfD ist auch nicht wirklich eine Alternative.
Für mich ist dieses System ohnehin am Ende. Die Frage ist nicht ob, sondern wann es knallt.
Selbst dann würde sich nichts ändern. Die Fehler liegen im Eurosystem. Man muß eine Geldpolitik für den gesamten Euroraum machen - one size fits all - und die wirtschaftlichen Gegebenheiten in D./NL und GR/IT sind nun einmal sehr unterschiedlich.
D könnte einen höheren Zinssatz durchaus vertragen, für IT oder GR würde das die Pleite bedeuten. Für D. könnte der Euro auch einen höheren Außenwert haben, während in den Südländern dann die Exporte vollends zusammenbrechen würden.

Die Nachteile einer Gemeinschaftswährung werden jetzt offensichtlich; ähnlich ist es bei den vielbeschworenen Handelsabkommen (z.B. mit den USA). Auch da müssen die Interessen eines Landes (D = Automobilexporte) den Interessen eines anderen Landes(F = Landwirtschaft) geopfert werden.

MaW: Solange man nicht bereit ist, die "Errungenschaften" der EU bei Währung und Binnengrenzen nicht aufzugeben, wird sich weder etwas Grundlegendes bei den Zinsen noch bei der Einwanderung ändern.

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Edi
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Edi » Montag 26. August 2019, 21:24

Caviteño hat geschrieben:
Montag 26. August 2019, 12:06

und dazu kommt nach den Plänen der SPD demnächst noch eine Vermögensteuer...

Vermögensteuer = 1%, Geldentwertung = 2% entspräche einer Wertminderung des Geldvermögens von 3% p.a.... - also in 3 Jahren knappe 10%.
Die Vermögenssteuer ist eine Substanzbesteuerung, die wohl in gewissem Rahmen lt. BVerfG zulässig ist, aber weil sie ja nicht den Gewinn versteuert, doch fraglich ist. In der Schweiz z.B. gibt es eine solche zwar auch, aber die Steuern in der Schweiz sind ja insgesamt niedriger als in der Bundesrepublik.
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Montag 9. September 2019, 14:07

Deutscher Widerstand gegen europäische Einlagensicherung bröckelt

Das war ja zu erwarten und der Grund für das Einlenken erstaunt nicht wirklich:
In EU-Kreisen wurde darauf verwiesen, dass die beiden größten deutschen Privatbanken, die Deutsche Bank und die Commerzbank, inzwischen Übernahmekandidaten seien. Aus deutscher Sicht sei es günstiger, wenn die beiden Institute in einem europäischen Konzern aufgehen – statt von einer in einem anderen EU-Staat zugelassenen Bank geschluckt zu werden.
Wenn es noch irgendeines Beweises bedurft hätte, daß die Union unter Merkel in sozialistischen Phantasien schwelgt, dann wurde er hier erbracht. Bewußt wird ein europ. Bankenriese gefordert (und gefördert), damit man auch "mitreden" kann.
Warum eigentlich?
Der Kunde wird sich die Bank aussuchen, die ihm die besten Leistungen in den jeweiligen Weltgegenden anbietet, der er braucht. Das kann durchaus ein englisches Institut für Asien (z.B. HSBC) oder ein spanisches Institut für Lateinamerika sein.

Zwar ist man (zunächst?) davon ab, einen einheitlichen europ. Fond zu schaffen. Als erster Schritt sollen die nationalen Sicherungssysteme nur verpflichtet werden, "sich im Notfall gegenseitig mit rückzahlbaren Liquiditätshilfen zu unterstützen." Aber warum werden solvente Institutionen gezwungen, marode Kollegen zu unterstützen, die im eigenen Land die Hilfe nicht auf die Reihe kriegen? Wer hat denn da versagt? Die nationale Bankaufsicht? Die EZB?

Das Finanzministerium sieht - lt. Bericht - auch die Häufung von Staatsanleihen in den Bilanzen südeurop. Institute nicht mehr so sehr als Problem an. Wahrscheinlich hat man sich damit abgefunden, daß IT & Co nicht mehr pleite gehen können, weil sie immer "gerettet" werden.

Mitgegangen - mitgefangen - mitgehangen....

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 11. September 2019, 11:20

Notenbanksozialismus

Mit den Nullzinsen verliere die Geldpolitik ihre Wirksamkeit. Die staatlichen Anleihen im Euroraum liegen inzwischen in großem Umfang bei der EZB, die damit der Gläubiger ist. Da es an Nachschub fehlt, denkt man darüber nach, daß die EZB auch Aktien kauft.
Die Bank of Japan tut dies schon seit Jahren und besitzt fast vier Prozent der Tokioter Börse. Ohne spürbaren Erfolg für die Kursentwicklung übrigens. Die Schweizer SNB ist ebenfalls Großaktionär führender Unternehmen wie Apple.
Konsequent zu Ende gedacht würde der Notenbank-Sozialismus damit zur Verstaatlichung der Wirtschaft führen. Kevin Kühnert dürfte es freuen. Er müsste dann nur noch die Notenbank ganz offen unter staatliche Kontrolle stellen. Eine Entwicklung, die auch ohne sein Zutun zu erwarten ist.
Aber es geht noch weiter:
Mit dem Kauf von Aktien ist es aber nicht getan. BlackRock fordert nun auch den Einstieg in die direkte Finanzierung von Staaten und ist damit nicht mehr weit von den Ideen der sogenannten „Modern Monetary Policy“ (MMT) entfernt, die, wie bereits früher an dieser Stelle erklärt, weder modern noch monetär ist, sondern nichts anderes als eine Wiederauflage der Geldpolitik Venezuelas, Mosambik und Weimar-Deutschlands.
Die Kernfrage sei, ob es den Notenbanken noch gelinge, eine hohe Inflation zu erzeugen, damit die immens angestiegenen Schulden bedient werden können oder ob die Blase vorher platzt.
Klar ist auf jeden Fall, dass es einen freiwilligen Ausstieg aus dem Spiel nicht geben wird. All-in ist das Motto. Dumm nur, dass wir da unfreiwillig mitspielen müssen.

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Niels » Mittwoch 25. September 2019, 16:40

Etwas ist faul im Staate Dänemark: https://www.welt.de/wirtschaft/article2 ... andal.html
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Freitag 4. Oktober 2019, 15:59

Sieben ehemalige Notenbanker warnen vor der Geldpolitik, die von der EZB betrieben wird:

«Eine Krise, die grösser ist als alles zuvor»

Es handelt sich um drei deutsche, zwei französische sowie je einen niederländischen und österreichischen Notenbanker. Insbesondere wird das Ziel der EZB kritisiert, bei der Inflation unbedingt eine Teuerung von 2% zu erreichen. Die Anleihekäufe der EZB hätten auch nach vielen Jahren keinen positiven Effekt auf das Wachstum gehabt.
Was lässt sich also daraus folgern? Dazu das Memo: «Der Verdacht, dass hinter der Massnahme die Absicht steht, schwer verschuldete Regierungen vor steigenden Zinsen zu bewahren, wirkt zunehmend gut begründet.» Ökonomisch gesehen habe die EZB diese Grenze bereits überschritten. Nur: Dies sei «strictly prohibited» durch den Maastricht-Vetrag.
Die Negativzinsen hätten vor allem negative Effekte. Nicht nur die Sparer seien betroffen, die Auswirkung negativer Zinsen wäre auch für einige Banken existenzgefährdend.

Eine Währungsunion zusammen mit Ländern wie IT, GR oder Malta und Zypern - die das gleiche Stimmrecht haben wie D. - das kann nicht funktionieren.

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 17. Oktober 2019, 11:34

Bei der gemeinsamen Einlagensicherung wird weiter gedrängt. Jetzt ist es mal der ESM, der die Kredite an GR & Co vergeben hat, der eine gemeinsame Einlagensicherung bis 2028 fordert:
Ähnlich wie die fünf deutschen Wirtschaftsprofessoren Klaus Adam, Thiess Büttner, Joachim Hennrichs, Jan Pieter Krahnen und Jörg Rocholl Mitte September in der F.A.Z. spricht sich der Euro-Krisenfonds zunächst für den Aufbau einer Rückversicherung mit Beitragszahlungen aus, die sich an den Risiken in den Bankbilanzen orientieren.
Doch der ESM, den der Deutsche Klaus Regling leitet, geht einen Schritt weiter: Er zielt auf eine vollständige europäische Einlagensicherung ab, während die deutschen Ökonomen ein zweistufiges System mit Erstverantwortung der nationalen Einrichtungen skizziert hatten.
Gemeinsamer Schutz für europäische Sparer rückt näher

Auch in der Berichterstattung scheint sich der Wind zu drehen, wie man der Schlagzeile der FAZ entnehmen kann. Jetzt geht es um den "gemeinsamen Schutz" und den "europäischen Sparer".

Wer soll dafür wohl zahlen?!
Davon war doch bei der Euro-Einführung nie die Rede. Ebenso wie eine gemeinsame Haftung für die Staatsschulden ausgeschlossen wurde.....

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Freitag 22. November 2019, 02:51

Die Auswirkungen des letzten Zinsbeschlusses der EZB werden deutlich:

Die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck erhebt jetzt Negativzinsen (als Verwahrentgelt bezeichnet) iHv 0,5% vom ersten Euro an.

https://www.welt.de/vermischtes/article ... -Euro.html

Das rief natürlich Söder auf den Plan, der einen staatlichen Ausgleich für Negativzinsen fordert:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unter ... 97508.html

Natürlich würde er den Vorwurf des "Populismus" weit von sich weisen..... nimmt aber die positiven Effekte der niedrigen Zinsen gern für den Staatshaushalt in Anspruch.

Die Negativ- bzw. Niedrigzinsen belasten auch die berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Der Pensionskasse der Steuerberater hat die Bafin jegliches Neugeschäft untersagt, weil die Kapitaldecke zu dünn und der vorgelegte Sanierungsplan unzureichend ist.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat der Deutschen Steuerberater-Versicherung-Pensionskasse das Neugeschäft untersagt. "Das Unternehmen kann gegenwärtig die Solvabilitätskapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Sanierungsplan zur Beseitigung der Nichtbedeckung der Solvabilitätskapitalanforderung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend ist" so die entsprechende Pressemitteilung der Finanzaufsicht. Damit darf das Vorsorgewerk nur noch bestehende Verträge zu Ende führen.
Und die Pensionskasse der Steuerberater könnte erst der Anfang sein. Mittlerweile hat die BaFin 31 Pensionskassen in Deutschland unter besondere Beobachtung gestellt.
https://www.boerse-online.de/nachrichte ... gwrqhglngi

Besonders zwiespältig die Reaktion des Verursachers, der EZB:
Während Isabel Schnabel - neue Vizepräsidentin der EZB - die Ökonomenzunft in die Pflicht nimmt und sie per twitter (von Trump abgeschaut?) auffordert, "die schädlichen und falschen Erzählungen über die Geldpolitik der EZB zu zerstreuen, die in politischen und medialen Kreisen herumfliegen“ äußert sich Vizepräsident Luis de Guindos wie folgt:
Die Nebenwirkungen der Geldpolitik werden immer offensichtlicher, das müssen wir berücksichtigen.“
Enteignung der Sparer - Die Draghi‘sche Geldpolitik beenden

In dem oa verlinkten Artikel fordert Frank Schäffler die Regierung auf, selbst vor dem BVerfG prüfen zu lassen, ob die EZB ihr Mandat überschreitet. Da träumt er wohl... Es war doch seine Partei, die FDP, die -frisch in der Regierungsverantwortung- die GR- und Euro"rettung" mitgetragen hat, anstatt damals die Koalition aufzukündigen und damit Merkel und ihre Schuldenvergemeinschaftung zu stoppen.

Der Euro ist für die deutschen Politiker sakrosankt, da wird niemand gegen opponieren. Wer so etwas fordert, macht sich unglaubwürdig.

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Samstag 30. November 2019, 02:42

Obwohl immer wieder etwas anderes behauptet wird, ist der Trend zum Bargeld ungebrochen - die Bargeldsumme ist sogar gestiegen:

Deutsche horten immer mehr Bargeld – im Schnitt 2800 Euro
Die Deutschen haben mit rund 235 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel Bargeld in Banknoten zu Hause wie vor zehn Jahren. Gemessen an einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen wären dies im Schnitt rund 2800 Euro pro Person.
(...)
Insgesamt habe die Bundesbank derzeit 726 Milliarden Euro an Banknoten im Umlauf, nach 348 Milliarden Euro 2009.
Der Bargeldumlauf hat sich also verdoppelt - obwohl man vor einiger Zeit die größte Banknote abgeschafft hat, um das Horten zu erschweren. Ob das nur an den Negativzinsen liegt.... :hmm:

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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Dienstag 3. Dezember 2019, 07:05

EZB will statt Geld- zukünftig Klimapolitik machen und damit Macht gewinnen
Die EZB übernimmt damit immer mehr die Rolle eines EU-Wirtschaftsministeriums, das den Nationalstaaten übergeordnet ist und die Euro-Länder am Zügel führt.
Möglich war das auch durch Merkels Personalpolitik. Statt Weidmann als EZB-Chef durchzusetzen, versorgte sie ihre Freundin vdL mit einem lukrativen Posten in der EU. Weidmann zur Seite gestellt wird Frau Isabel Schnabel, die sofort die Ökonomenzunft per twitter aufforderte, "die schädlichen und falschen Erzählungen über die EZB-Geldpolitik zu vertreiben, die in politischen und medialen Kreisen herumfließen".
Ihr Tweet ist ein Politikum, ein paar Nummern kleiner als Donald Trump Kracher, aber in der geldpolitischen Gemeinschaft genauso aufmerksam verfolgt. Denn sie ordnet sich damit demonstrativ dem Draghi-Kurs unter, der den Euro mit allen Mitteln verteidigen will – koste es, was es wolle.
(...)
Wer die Geldpolitik der EZB kritisiert, kann kein guter Europäer sein – und wer ein guter Europäer ist, der garantiert als deutscher Bankkunde auch gerne dafür, dass die Banken anderer Länder mit seinen Ersparnissen saniert werden können: Das ist das derzeit laufende, unmittelbare Vorhaben der „Vergemeinschaftung“ der Geldpolitik: Die europäische Einlagensicherung hält Schnabel „für einen ausgesprochen wichtigen Vorstoß. Dazu gehört auch die in Deutschland wenig populäre Einlagensicherung.“
Wenn Frau Schnabel dann noch ausführt, daß nicht nur ital. sondern auch deutsche Banken gefährdet seien, sollte der Bankkunde sich doch Gedanken machen, ob er sein Geld nicht besser außerhalb des Euroraumes anlegen sollte....

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Edi
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Edi » Freitag 3. Januar 2020, 20:53

Ich habe gerade zufällig diesen Artikel entdeckt, der schon 1992 vor einer Währungsunion , die nicht die notwendigen Voraussetzungen beinhaltet, gewarnt hat. Vieles von dem, vor was hier gewarnt wurde, ist inzwischen längst eingetreten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_EG-Wä ... rreißprobe
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Re: Finanzmärkte - Finanzkrise - Zentralbanken II

Beitrag von Caviteño » Freitag 3. Januar 2020, 23:22

Man sollte mal einen Blick auf die Unterzeichner werfen - die würden heute mit dieser Auffassung als "Rechte" oder noch schlimmer bezeichnet....

Aber beim Euro ist es wie bei Schengen. Natürlich ist jedem klar gewesen, daß der Wegfall der Grenzkontrollen zwischen den Ländern zu einem wirksamen Schutz der Außengrenzen führen muß. Es ist auch nur natürlich, daß der erste Staat, in denen ein sog. "Asylbewerber" die EU betritt für das Verfahren zuständig ist.
Obwohl diese beiden Grundvoraussetzungen nicht gegeben waren bzw. jetzt wieder in Frage gestellt werden, wurden Schengen eingeführt.
Das "schrankenlose" Reisen sollte ebenso wie die "einheitliche Währung" "Europa" populär machen - das Gegenteil ist eingetreten.

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