Untergang der Titanic
Verfasst: Samstag 22. Februar 2014, 11:09
Es passt ein bisschen zur großen Koalition - das Gedicht Untergang der Titanic mit seiner Mischung aus Kirche und Kuba, das mir als Hörspiel durch seine starken Bilder lebhaft in Erinnerung geblieben ist. In dieser Wortkollage taucht als Schnipsel auch eine Drahtnachricht über Bayern und das Reich auf. So etwa verhält es sich einwohnermäßig mit der Zone und dem Bundesgebiet. Halt! Zone würde heute niemand mehr sagen. Aber Osten? Neue Bundesländer? Die sind seit 25 Jahren nicht mehr neu. Und was ist eigentlich ein westdeutsches Bundesland, in das die Zonis täglich einpendeln? Berlin? Die schwache wirtschaftliche Struktur hat Zonenrandgebiete immer schon stark betroffen. Darüber hinaus haben Werften und Warften an Bedeutung verloren. An der Ostsee gibts ein bisschen Tourismus, an der polnischen Grenze war nie sehr viel los. Die Börde als Kornkammer ist vom Strukturwandel der Landwirtschaft betroffen. Die Agroindustrie ist heute so effizient, dass da kaum noch einer arbeitet. Die Schwerindustrie ist auch in Duisburg zurückgegangen. Und die Chemparks zeugen vom Strukturwandel in der chemischen Industrie. Der Rest der Zone trägt feine Kleider in den fünf neuen Landesregierungen und bedruckt viel Papier oder lebt von Hartz IV auch nicht schlecht. Aber wie steht es um den Nord-Süd-Konflikt? Im Süden wird gearbeitet, der Süden finanziert den Norden über den Länderfinanzausgleich. Da sind wir doch schon wieder beim besagten Gedicht.