Der Link der Marienschwesternschaft ist natürlich einseitig. Hier wird so getan, als ob die Christen (alle?) a prori den Juden Schaden zugefügt hätten. In Wahrheit war die Entwicklung umgekehrt wie schon das NT belegt:
Die Juden, damit sind die Tempeljuden gemeint, haben die neue christliche Lehre und ihre Vertreter abgelehnt und verfolgt. Bestes Beispiel Saulus selber, der dabei war als Stephanus gesteinigt wurde, sich aber später bekehrt hat. Jakobus, den jüngeren hat man umgebracht und andere mehr. Die These, die Christen oder Judenchristen hätten also schon in der Frühzeit zur Judenverfolgung aufgerufen, ist völlig daneben.
Juden haben den christlichen Glauben angegriffen und so dazu beigetragen, dass sich die Judenchristen früher oder später nicht mehr in der Synagoge versammelt haben.
Sicher erscheint dass dies auch zur Distanzierung der Christen von den jüdischen Lehren beigetragen hat, die dann später mehr als nur Distanzierung, sondern Verfolgung wurde, vor allem im Mittelalter aber auch schon früher.
Bis heute sind manche Kreise orthodoxer Juden regelrecht antichristlich und räumen sogar ein, dass dies nichts mit Judenverfolgung zu tun habe, sondern von vornherein die christliche Religion als schwere Verfehlung angesehen wurde. Zitat: "Besser ist, das einer (Jesus) sterbe, als dass durch ihn das ganze Volk verdorben werde".
Die Feindschaft Christentum/Judentum hat also wechselseitige Ursachen, wobei sich die Christen als sie nach der Anerkennung ihrer Religion von Rom die religiöse Oberhand in Rom hatten, sich sicher schuldig gemacht haben wie später auch. Vergessen darf man aber trotzdem nicht, dass Christen durch Verrat von Juden an die Römer im römischen Reich auch umgekommen sind, was sicher das Umgekehrte später niemals gerechtfertigt hat. Aber all dies wird in solchen Veröffentlichungen verschwiegen.
Schuldig sind aber nicht alle Christen geworden, da es keine Kollektivschuld gibt, sondern vor Gott immer nur Schuld der einzelnen Person.
Der geistliche Gegensatz Judentum/Christentum bleibt aber solange bestehen bis auch die Juden den Messias angenommen haben und der wird der sein, von dem gesagt wird, dass sie erkennen werden, in wen sie gestochen haben.
Offenbarung 1,7 : Siehe, aber kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen."
Es gibt durchaus auch messianische Juden, die weder einseitig philosemitisch noch einseitig antisemitisch sind, z.B. bei
www.zelem.de zu finden. In andern Freikirchenkreisen ist man eher blind philosemitisch mit zum Teil abstrusen Erwartungen und Lehren, die bis hin zur Israeleuphorie gehen oder meinen, wer religiöser Jude sei, sei schon von vornherein bei Gott. Dass diese Meinungen nicht mit den Worten der heiligen Schrift übereinstimmen, merken diese Menschen nicht.
Judentum ist ein Gesetzesglauben, der wie Paulus schon deutlich betont, nicht retten kann und man kann auch durch noch soviel Anstrengung die Gegensätze nicht hinwegerklären. Dieser Gesetzesglaube hat sich seit Jesu Zeit sogar noch viel mehr vertieft, indem neue Vorschriften wie sie im Talmud stehen erfunden wurden. Der den Holocaust überlebende Jude Israel Shahak hat darüber ein Buch geschrieben, das es aber bisher nur in englisch gibt mit dem Titel: "Jewish history , jewish religion".
Da sind so einige Dinge erwähnt, die kaum bekannt sind über die Ansichten orthodoxen Judentums und die nicht viel mit humaner Haltung zu tun haben, um es mild zu formulieren.
Ergo: es waren nicht nur Christen, die sich schuldig gemacht haben, sondern ebenso auch Juden. Bis dato sind gewisse jüdische Menschen wie ein Herr Michel Friedmann antichristlich gesonnen, sonst hätte er nicht vor etlichen Jahren noch ausgesagt, dass eine Religion, die mit einer blutigen Gewalttat beginne (damit ist der Mord an Jesus gemeint) schon kennzeichnend sei für das was später kam. (Wörtlich habe ich das Zitat jetzt nicht, aber sinngemäss war das so etwa).
Auch die Behauptung in 2000 Jahre Kirchengeschichte seien Juden schon verfolgt worden, sozusagen eigentlich schon zu Jesu Lebzeiten, ist so eine Verdrehung der Fakten wie sie nur bei Sekten und der PBC (auch eine Sektenpartei) Erwähnung finden. Offenbar meint man damit, dass schon die ersten Christen Juden verfolgt haben, wiewohl das Gegenteil wahr ist. Judenverfolgung hat erst begonnen, als die Kirche in Rom Staatskirche wurde, und das war um das Jahr 300. Bis dahin sind Christen vom heidnischen Rom verfolgt worden, wobei auch Juden sie verraten haben, wie ich schon schrieb.
Es muss klar festgehalten werden, dass die Juden in ihrer Mehrzahl den neuen Bund bis heute verwerfen. Die Worte Jesu an die Phariäser und Schriftgelehrten sind auch für die heutige Zeit noch gültig und können nicht durch eine philosemitisch verdrehte Bibelauslegung getilgt weden, wie es manche Kreise versuchen. Trotz aller Untaten in der Geschichte, die von kirchlichen Kreisen mitzuverantworten waren, ist es nicht statthaft, klare Aussagen Jesu so hinzubiegen, dass sie seine Sendung infrage stellen oder gar hinfällig machen. Das aber geschieht heutzutage auch da, wo das Etikett christlich draufsteht. Jesu Wort: Das Heil kommt von den Juden wird häufig zitiert und fehlgedeutet. Erstens muss man wissen in welchem Kontext das gesagt wurde und zum andern kommt letzlich das Heil von Gott, auch wenn Gott den Weg über die Inkarnation seines Sohnes als Sohn einer jüdischen Frau ging. Kein Mensch, egal welcher Rasse oder Religion er hätte angehören könne, ist je fähig das Heil zu wirken, nur Gott selber.
Entweder ist Jesus der Messias oder er ist es nicht, einen andern Weg zu Gott als über den Herrn Jesus gibt es nunmal nicht.