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Ghostwriter an Universitäten

Verfasst: Samstag 1. August 2015, 10:50
von Juergen
Wie ich jüngst hör­te, ist sei in­zwi­schen gang und gäbe, daß sich Leu­te ihre Ab­schlußarbei­ten von an­de­ren gegen Bezahlung schrei­ben las­sen. Die Rede ist von Preisen zwi­schen 1000 Eu­ro für kleine­re Arbei­ten und 10.000 Eu­ro für Dokto­r­arbei­ten. Es gä­be eine gan­ze Rei­he von Leu­ten in der Stadt, die sich da­rauf spe­zia­li­siert hät­ten.
Und sol­che Stu­den­ten mit er­kauf­ten Ab­schluß­ar­bei­ten wer­den dann z.B. als Leh­rer an Schu­len auf die Schü­ler losgelas­sen. Bei den Schü­lern ach­ten sie dann streng da­rauf, daß die­se bei Klas­sen­ar­bei­ten nicht ab­schrei­ben.

Ich kann das gar nicht recht glau­ben. Ist es wirk­lich in­zwi­schen an den Hoch­schu­len so weit ge­kom­men?

Re: Ghostwriter an Universitäten

Verfasst: Samstag 1. August 2015, 11:12
von Caviteño
Juergen hat geschrieben:Wie ich jüngst hör­te, ist sei in­zwi­schen gang und gäbe, daß sich Leu­te ihre Ab­schlußarbei­ten von an­de­ren gegen Bezahlung schrei­ben las­sen. Die Rede ist von Preisen zwi­schen 1 Eu­ro für kleine­re Arbei­ten und 1. Eu­ro für Dokto­r­arbei­ten. Es gä­be eine gan­ze Rei­he von Leu­ten in der Stadt, die sich da­rauf spe­zia­li­siert hät­ten.
Und sol­che Stu­den­ten mit er­kauf­ten Ab­schluß­ar­bei­ten wer­den dann z.B. als Leh­rer an Schu­len auf die Schü­ler losgelas­sen. Bei den Schü­lern ach­ten sie dann streng da­rauf, daß die­se bei Klas­sen­ar­bei­ten nicht ab­schrei­ben.

Ich kann das gar nicht recht glau­ben. Ist es wirk­lich in­zwi­schen an den Hoch­schu­len so weit ge­kom­men?
Dafür wird doch ganz offen im Netz geworben - vom Bachelor über Diplom bis zum Doktor - alles im Angebot:

https://www.acad-write.com/produkte/bachelorarbeit/

Da sage mal einer, die Marktwirtschaft funktioniert nicht.....

Hast Du das Ernst gemeint mit dem "Ich kann das gar nicht recht glau­ben" - doch wohl nicht, oder :blinker:

Re: Ghostwriter an Universitäten

Verfasst: Montag 3. August 2015, 12:19
von Granuaile
Caviteño hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Wie ich jüngst hör­te, ist sei in­zwi­schen gang und gäbe, daß sich Leu­te ihre Ab­schlußarbei­ten von an­de­ren gegen Bezahlung schrei­ben las­sen. Die Rede ist von Preisen zwi­schen 1 Eu­ro für kleine­re Arbei­ten und 1. Eu­ro für Dokto­r­arbei­ten. Es gä­be eine gan­ze Rei­he von Leu­ten in der Stadt, die sich da­rauf spe­zia­li­siert hät­ten.
Und sol­che Stu­den­ten mit er­kauf­ten Ab­schluß­ar­bei­ten wer­den dann z.B. als Leh­rer an Schu­len auf die Schü­ler losgelas­sen. Bei den Schü­lern ach­ten sie dann streng da­rauf, daß die­se bei Klas­sen­ar­bei­ten nicht ab­schrei­ben.

Ich kann das gar nicht recht glau­ben. Ist es wirk­lich in­zwi­schen an den Hoch­schu­len so weit ge­kom­men?
Dafür wird doch ganz offen im Netz geworben - vom Bachelor über Diplom bis zum Doktor - alles im Angebot:

https://www.acad-write.com/produkte/bachelorarbeit/

Da sage mal einer, die Marktwirtschaft funktioniert nicht.....

Hast Du das Ernst gemeint mit dem "Ich kann das gar nicht recht glau­ben" - doch wohl nicht, oder :blinker:
Daraus dass im Internet offen für Ghostwriting geworben wird, kann meines Erachtens noch nicht geschlossen werden, solches sei gang und gäbe. Die grosse Mehrzahl der Studienabsolventen haben nach wie vor Spass an ihrem Fach und möchten sich die Gelegenheit, selbst etwas zu schreiben, gar nicht nehmen lassen. Ghostwriting und Abschreiben von ganzen Abschnitten aus vorbestehenden Texten ohne korrekte Zitierung gab es im übrigen bereits vor 1Jahren. Nicht jede Schweinerei im akademischen Umfeld ist "Bologna" anzulasten.

Re: Ghostwriter an Universitäten

Verfasst: Montag 3. August 2015, 12:32
von Juergen
Granuaile hat geschrieben:Daraus dass im Internet offen für Ghostwriting geworben wird, kann meines Erachtens noch nicht geschlossen werden, solches sei gang und gäbe. Die grosse Mehrzahl der Studienabsolventen haben nach wie vor Spass an ihrem Fach und möchten sich die Gelegenheit, selbst etwas zu schreiben, gar nicht nehmen lassen…
Ich davon im Bus. Dort unterhielten sich zwei Studentinnen (Augenscheinlich „Prima-Mäuse“). Eine erzählte, daß sie ihre Abschlußarbeit für 1000 Euro in Auftrag gegeben hätte. Es fiel der Nachsatz: „Macht doch jeder, der es sich leisten kann.“
Granuaile hat geschrieben:Nicht jede Schweinerei im akademischen Umfeld ist "Bologna" anzulasten.
Das sicher nicht. Andererseits hat der Bologna-Prozesse das universitäre Leben sehr verschult.
Es bleibt wenig bis keine Zeit dazu, nach Interesse zu studieren, weil der enge „Stundenplan“ (Ja, die gibt es fertig und die heißen so. Es ist wie in der Schule.) und das Modulsystem es nahezu unmöglich machen, etwas dazwischen zu schieben.
Nach meinem Philosophicum (nach dem 4. Semester) habe ich noch in vier weiteren Semestern jeweils an einem philosophiegeschichtlichen Seminar teilgenommen, weil mir Dozent und Thematik gut gefiel; ähnliches im Fach Liturgiewissenschaft, in dem dann irgendwann der Prof. – Gott hab ihn selig – zu Semesterbeginn in den Seminarraum kam, mich sah, und meinte: „N.! Sie schon wieder! Sie bekommen den Arsch wohl auch nicht voll.“, worauf ich nur mit einem „Ne, bekomme ich nicht.“ geantwortet habe.
Sowas ist heute kaum mehr möglich, sofern man in der Regelstudienzeit fertig werden will.

Bei dem knappen Zeitplan kann das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit deutlich belastender sein, als es früher zu seligen Zeiten der Diplomstudiengänge noch war.