Ich gehe davon aus, daß es vor der Wahl in NRW in 05/27 keine Änderungen geben wird. Die Wahlen ist Osten sind zwar interessant, aber bundespolitisch unbedeutend. Sachsen-Anhalt und Meck-Vorp. haben zusammen ca. 6 Millionen Einwohner - NRW hat fast 18 Millionen und eine solche "kleine Bundestagswahl" hat damit eine ganz andere Aussagekraft.
Selbst wenn die AfD in beiden Ländern die absolute Mehrheit holen sollte und die Regierung stellen würde, wirkt sich das auf die Stimmverhältnisse im Bundesrat nicht aus. Sicher, ein MP Siegmund hätte jederzeitiges Rederecht im BT - aber das wird abends in der tagesschau nicht erscheinen und ein großer Teil der Bevölkerung erfährt davon nichts. Die Medien werden schon dafür sorgen, daß aus den beiden - dann AfD-regierten - Bundesländern nur schlechte Nachrichten verbreitet werden.
Außerdem sollte man folgendes berücksichtigen:
Ein Kanzlerkandidat für die Merz-Nachfolge ist der MP Wüst aus NRW. Kassiert er einen deutlichen Stimmenverlust und kann die bisherige schwarz-grüne Koalition nicht fortführen, dürfte er auch als Merz-Nachfolger beschädigt sein. Tritt das Gegenteil ein und er glänzt, wird es für Merz schwierig, denn ein in einer wichtigen Wahl erfolgreicher Nachfolger steht bereit.
Für die SPD wird das Wahlergebnis in ihrer Herzkammer, dem Ruhrgebiet, wichtig sein. Verliert sie dort einige oder viele Wahlkreise, kann auch die SPD-Spitze den Absturz nicht mehr schönreden. Der Ruf nach einer "sichtbaren SPD-Linie" wird deutlicher werden - ob die Koalition das aushält?
Zum Schluß das wichtigste Argument: Ansprüche auf eine Altersversorgung gibt es erst, wenn man zwei Jahre Minister war oder im BT gesessen hat. Die zwei Jahre sind im Mai 2027 erfüllt...
