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Pax Capitalista

Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2005, 22:19
von Tacitus
Kapitalisten sind Kriegstreiber - das jedenfalls haben uns unsere linken Lehrer in Sozialkunde und Wirtschaft/Recht gelehrt. Weshalb eigentlich? Das Gegenteil ist wahr.
Die Freunde der offenen Gesellschaft verweisen auf Forschungsergebnisse des Cato Institutes http://www.cato.org/pubs/efw/
fdog hat geschrieben:1. Es gibt nur zwei Faktoren, die nachweisbar friedensfördernd wirken: Demokratie und Marktwirtschaft.
2. (halten Sie sich fest!): Ökonomische Freiheit führt mit 51x größerer Wahrscheinlichkeit zu Frieden
http://www.fdog-berlin.de/index.php/cat ... eite-welt/

Eigentlich hätten es schon unsere 68er Pädagogen wissen können: Wer friedlich wirtschaftlichen Handel betreiben will, der braucht offene Grenzen, freie Märkte und absolut keinen Krieg.

Es ist eigenartig: unseren Wohlstand haben wir mit kapitalistischen Methoden erwirtschaftet. Trotzdem bleibt in Good Old Germany Kapitalismus ein Schimpfwort.
Der Staatskapitalismus hat sich selbst desavouiert, was den Nullachtfuffzehnintellektuellen, wie man ihn in jedem Lehrerzimmer trifft, nicht daran hindert, vor linken Wirtschaftstheorien Kotau zu machen.

Re: Pax Kapitalista

Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2005, 22:41
von Ragnar
Tacitus hat geschrieben:Kapitalisten sind Kriegstreiber - das jedenfalls haben uns unsere linken Lehrer in Sozialkunde und Wirtschaft/Recht gelehrt. Weshalb eigentlich? Das Gegenteil ist wahr.
Die Freunde der offenen Gesellschaft verweisen auf Forschungsergebnisse des Cato Institutes http://www.cato.org/pubs/efw/
fdog hat geschrieben:1. Es gibt nur zwei Faktoren, die nachweisbar friedensfördernd wirken: Demokratie und Marktwirtschaft.
2. (halten Sie sich fest!): Ökonomische Freiheit führt mit 51x größerer Wahrscheinlichkeit zu Frieden
http://www.fdog-berlin.de/index.php/cat ... eite-welt/

Eigentlich hätten es schon unsere 68er Pädagogen wissen können: Wer friedlich wirtschaftlichen Handel betreiben will, der braucht offene Grenzen, freie Märkte und absolut keinen Krieg.

Es ist eigenartig: unseren Wohlstand haben wir mit kapitalistischen Methoden erwirtschaftet. Trotzdem bleibt in Good Old Germany Kapitalismus ein Schimpfwort.
Der Staatskapitalismus hat sich selbst desavouiert, was den Nullachtfuffzehnintellektuellen, wie man ihn in jedem Lehrerzimmer trifft, nicht daran hindert, vor linken Wirtschaftstheorien Kotau zu machen.
Sind Demokratie und Kapitalismus für Dich ein und dasselbe :hmm:

Leider aber machen viele Firmen international Gewinn mit dem Verkauf von Kriegswerkzeugen,
Granaten, Bomben, usw

Auch die letzten grösseren Kriege,
zB im Irak, dienten dem Verkauf von Waffen...
es waren Vorführungen der neuesten Produkte,
bunkerbrechende Raketen,
usw

Das ist Teil des Kapitalismus,
Aber Aufbereitungsanlagen für Trinkwasser,
ist Handel,
der auch dem Wohl des einfachen Volkes dient.

Ps.: Du bist selbst Schuld,
wenn Du Deinen blöden Lehrern alles glaubtest. :ja:
und,
nicht alle 68er waren Linke...
und nicht alle,
die sich damals für Linke hielten,
waren Linke. :nein:

Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2005, 23:21
von Robert Ketelhohn
Ach Tacitus, mit derart dümmlicher Propaganda der Freunde des György
Soros
kannst du doch niemanden hinter dem Ofen hervorlocken.

Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2005, 23:33
von Stefan
Der Begriff "Kapitalismus" ist ein marxistisch-leninistischer Kampfausdruck, den man nicht leichtfertig übernehmen sollte.

Man redet im freiheitlichen Umfeld besser von der Marktwirtschaft, welche die natürliche Lebensbedingung der Menschen ist (und sich übrigens als Schwarzmarkt auch in Zwnagssystemen natürlich entwickelt).

Für sich genommen ist die Marktwirtschaft nichts Schlechtes. Sie bedarf aber eine gewissen Kontrolle, um Mißbrauch zu minimieren. Das nennt man Ordoliberalismus, in Deutschland besser bekannt als Soziale Marktwirtschaft, in den letzten Jahren zunehmend von neomarxistischen Gruppierungen als Neoliberalismus umdefiniert (ähnlich wie der Begriff Kapitalismus durch die Altmarxisten verwendet wurde).

Die Annahme, daß sich die Untauglichkeit der Zwangswirtschaften mit den Ereignissen um 89 erledigt habe, scheint ein Irrtum zu sein.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 00:03
von Robert Ketelhohn
Vor allem ist es (d)ein Irrtum, daß die unsichtbare Hand der Finanz-
oligarchie Freiheit bedeute oder gar das Gemeinwohl mehre.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 00:08
von Ragnar
Lieber Stefan,

soziale Marktwirtschaft ist nicht gleich neoliberaler ...
in der neoliberalen steht der Einzelne im Vordergrund,
sein egoistischer Vorteil,
in der sozialen sollte das soziale Gemeinwesen dort stehen.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 00:08
von Stefan
Freiheit ist nicht das Ergebnis, sondern die Voraussetzung für Marktwirtschaft. Das Ergebnis ist Wohlstand.
...
Die Annahme, daß sich die Untauglichkeit der Zwangswirtschaften mit den Ereignissen um 89 erledigt habe, ist ein Irrtum.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 00:13
von Robert Ketelhohn
Wo ’s aber an der Freiheit mangelt …

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 00:13
von Ragnar
Stefan hat geschrieben:Freiheit ist nicht das Ergebnis, sondern die Voraussetzung für Marktwirtschaft. Das Ergebnis ist Wohlstand.
...
Die Annahme, daß sich die Untauglichkeit der Zwangswirtschaften mit den Ereignissen um 89 erledigt habe, ist ein Irrtum.
Zwangswirtschaft kann für uns egal sein,
jedoch wäre sie in machen Ländern von Vorteil...
damit sich die Menschen dort selbst ernähren könnten.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 08:20
von anselm
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Vor allem ist es (d)ein Irrtum, daß die unsichtbare Hand der Finanz-
oligarchie Freiheit bedeute oder gar das Gemeinwohl mehre.
Gibt es auch Beweise für solche Verschwörungstheorien? :hmm: Oder ist das nur eine Stammtischvermutung?
Mir scheint, hier kommen tiefsitzende Vorurteile gegen Marktwirtschaft zum Ausdruck. Warum eigentlich? Welche dirigistischen Wirtschaftssysteme haben denn bislang langfristig Erfolg gehabt?

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 09:00
von Ragnar
anselm hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Vor allem ist es (d)ein Irrtum, daß die unsichtbare Hand der Finanz-
oligarchie Freiheit bedeute oder gar das Gemeinwohl mehre.
Gibt es auch Beweise für solche Verschwörungstheorien? :hmm: Oder ist das nur eine Stammtischvermutung?
Mir scheint, hier kommen tiefsitzende Vorurteile gegen Marktwirtschaft zum Ausdruck. Warum eigentlich? Welche dirigistischen Wirtschaftssysteme haben denn bislang langfristig Erfolg gehabt?
Was nennst Du Erfolg?
Dass die EU die Landwirtschaften der "Dritten Welt" zerstört?
Dass die Menschen dort kein Aukommen mehr haben?

Was nutzt es einem Volke
wenn die grössten landwirtschaftlichen Flächen für den Export bestimmt sind?

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 09:07
von Stefan
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Wo ’s aber an der Freiheit mangelt …
...mangelt es auch an seiner Verantwortung.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 09:21
von anselm
Ragnar hat geschrieben:...
Was nutzt es einem Volke
wenn die grössten landwirtschaftlichen Flächen für den Export bestimmt sind?
Meine Frage an Robert Ketelhohn war, ob es irgendwelche dirigistischen Systeme gibt oder gegeben hat, die langfristig erfolgreich waren. Bedeutet Dein Kommentar, dass Du ein solches System auch nicht kennst aber Marktwirtschaft gerne als Prügelknaben nimmst?

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 09:50
von Ragnar
Lieber Anselm,

ich möcht nur auf die Schatten der Marktwirtschaft hinweisen.
Wenn es irgendwo um Einschnitte geht,
dann trifft es wirklich nur die,
die eh recht wenig haben.

Sicher mag es auch welche geben,
die viel haben,
und gemessen,
an den Armen viel her geben müssen,
aber ich bezweifle den ehrlichen Erwerb.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 13:13
von Robert Ketelhohn
Anselm hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Vor allem ist es (d)ein Irrtum, daß die unsichtbare Hand der Finanz-
oligarchie Freiheit bedeute oder gar das Gemeinwohl mehre.
Gibt es auch Beweise für solche Verschwörungstheorien? :hmm: Oder ist das nur eine Stammtischvermutung?
Wo is ’n da die Verschwörungstheorie? (Abgesehen davon, daß dieser untaugliche Begriff neuerdings inflationär als Keule gegen jeden eingesetzt wird, der irgendwelchen heimlichen Machenschaften auf die Finger schaut und drüber redet. Aber darum geht’s hier nicht.)

Falls du die „unsichtbare Hand“ meinst: Die Ironie, mit welcher ich diesen Begriff des Großmeisters aller Mammonisten gebrauche, solltest du eigentlich verstehen! Oder meinst du, daß ich von einer „Finanzoligarchie“ rede, die Existenz einer solchen also voraussetze? – Nun, dies schlichte Faktum wirst du schwerlich leugnen wollen.
Anselm hat geschrieben:Mir scheint, hier kommen tiefsitzende Vorurteile gegen Marktwirtschaft zum Ausdruck. Warum eigentlich? Welche dirigistischen Wirtschaftssysteme haben denn bislang langfristig Erfolg gehabt?
Die von Friedrich List konzipierte Politik vom Zollverein bis in die Gründerzeit hinein.
Alexander Hamilton Politik in der Gründerzeit der USA, auch die spätere Erschließung des Westens nach diesem Vorbild (das war dann schon Lists Zeit).
Die deutsche Ostkolonisierung seit dem 12. Jahrhundert.
Der Landesausbau unter den preußischen Königen im 18. Jahrhundert.
Der deutsche Wirtschaftsausschwung nach dem II. Weltkrieg unter Fritz Schäffer und Ludwig Erhard.
Analog zum staatlichen Dirigismus könnte man auch den Landesausbau und technisch-industriellen Fortschritt anführen, der von den Klöstern des Zisterzienserordens seit dem 12. Jahrhundert ausging.

Eigentlich jede erfolgreiche Wirtschaftspolitik, Anselm. Es gibt keine monetaristische, liberalistische und auf Austerität ausgerichtete Wirtschaftspolitik, die je erfolgreich war. Jedenfalls, wenn man in Kategorien des Gemeinwohls denkt. Einzelne schaffen es immer, sich die Taschen zum Bersten zu füllen.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 14:08
von Stefan
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Die deutsche Ostkolonisierung seit dem 12. Jahrhundert.
Der Landesausbau unter den preußischen Königen im 18. Jahrhundert.
Der deutsche Wirtschaftsausschwung nach dem II. Weltkrieg unter Fritz Schäffer und Ludwig Erhard.
Analog zum staatlichen Dirigismus könnte man auch den Landesausbau und technisch-industriellen Fortschritt anführen, der von den Klöstern des Zisterzienserordens seit dem 12. Jahrhundert ausging.
All diese wunderbaren Sachen konnte man solange tun, wie der Staat sich nicht mit einer zwangswirtschaftlichen Verteilpolitik in die eigene Handlungsunfähigkeit getrieben hatte.
Nun bezahlen wir erst mal die Schulden unserer Eltern zurück; danach kann man Ostdeutschland kolonisieren (so meintest Du das doch, oder?) :)

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 23:37
von Robert Ketelhohn
Stefan hat geschrieben:All diese wunderbaren Sachen konnte man solange tun, wie der Staat sich nicht mit einer zwangswirtschaftlichen Verteilpolitik in die eigene Handlungsunfähigkeit getrieben hatte.
Der Staat ist nicht handlungsunfähig (außer wegen der geistigen
Notdurft seiner Lenker). Es geht nicht darum, daß der Staat das
alles bezahlen soll.

Er soll es anstoßen, er soll’s in die richtige Richtung lenken, und
er soll es durch Kreditvergabe – nicht Kreditaufnahme – überhaupt
erst ermöglichen, durch günstigen Zins der (heute nicht existenten)
Nationalbank eines (ebenso inexistenten) souverainen Staates und
durch staatliche Bürgschaften absichern.
Stefan hat geschrieben:danach kann man Ostdeutschland kolonisieren (so meintest Du das doch, oder?)
Nee, das beträfe uns gar nicht. Die Ostkolonisation wurde durch
die Landesherren jener Gebiete (Schlesien, Pommern, Preußen,
später auch z. B. Ungarn oder Rußland) initiiert und gefördert.

Aber warte mal noch hundert Jahre, dann wird Landesausbau auch
wieder ein Thema. Trockenlegung der Sümpfe und sonstigen men-
schenleeren Biotope, in denen die Seuchen brüten.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 23:38
von Robert Ketelhohn
Ich stell’ noch mal ein paar Fragen:

Wem gehört eigentlich die Bank of England?
Wem gehört eigentlich die Federal Reserve?
Wem gehört eigentlich die Europäische Zentralbank?

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 23:46
von Stefan
Also, beim Schimpfen über den Euro und die EZB mache ich gerne mit.
Aber mangelnde Liquidität ist nun wahrlich nicht das Problem unseres Landes. Beim besten Willen nicht. Geldmenge so hoch wie nie, Leitzinsen so niedrig wie nie, Kredit mit und ohne Sicherheiten an allen Ecken, IPOs zu Hauf. Es müsste mal jemand um die Ecke kommen, um sich mit einer guten Idee das Geld abzuholen. Abholen kommen sie ja noch, aber ohne gute Idee.

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2005, 07:54
von anselm
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Ich stell’ noch mal ein paar Fragen:

Wem gehört eigentlich die Bank of England?
Wem gehört eigentlich die Federal Reserve?
Wem gehört eigentlich die Europäische Zentralbank?
Die Zentralbanken gehören den Staaten, die sie gegründet haben. Allerdings sind die BoE und die EZB unabhängig (von der Regierung), die Fed ist es nicht.

Aber diese Frage ist hier nicht so wichtig: die Zentralbanken haben bestimmte Aufgaben zu erfüllen (insb. für niedrige Inflation zu sorgen, Geld in ausreichendem Umfang zur Verfügung zu stellen). Manche Zentralbanken (Fed) machen aktive Konjunkturpolitik, andere sind zurückhaltender (insb. die EZB und die alte Bundesbank).

Diese Aufgaben könnte die Zentralbanken sogar dann erfüllen, wenn sie in Privatbesitz wären (die BoE war bis Anfang des 20 Jhdts in Privatbeseitz).

Aber worauf willst Du mit Deiner Frage eigentlich hinaus?

Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2005, 14:25
von Raphael
@ Robert Ketelhohn
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Er soll es anstoßen, er soll’s in die richtige Richtung lenken, und
er soll es durch Kreditvergabe – nicht Kreditaufnahme – überhaupt
erst ermöglichen, durch günstigen Zins der (heute nicht existenten)
Nationalbank eines (ebenso inexistenten) souverainen Staates und
durch staatliche Bürgschaften absichern.
Mit Kreditvergabe alleine wäre es nicht getan, denn diese wirkt zunächst nur im geldwirtschaftlichen Bereich der Volkswirtschaft und könnte inflationsfördende Wirkungen haben.

Entscheidend ist die Verwendung dieser Mittel in dem realwirtschaftlichen Bereich der Volkswirtschaft!

Werden die Kredite konsumiert [= in Projekte ohne (ausreichende) Erträge gesteckt], dann steigt die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt nicht an. Dies gilt im übrigen auch für die Projekte, die mit staatlichen Bürgschaften versehen werden. Denn wenn diese Projekte in Konkurs gehen sollten, werden die Bürgschaften in Anspruch genommen und die Projektverluste werden zu Lasten der Gesamtbevölkerung sozialisiert.

M.a.W.: Auch Infrastrukturprojekte müssen gewinnorientiert projektiert werden, damit die volkswirtschaftlichen Erträge tatsächlich erwirtschaftet werden können ................

Projekte, die aus sich heraus eine Wertschöpfung beinhalten (bspw. Kernkraftwerke), sind unbedenklich, weil die Wertschöpfung quasi automatisch zu Erträgen führt, die den Kreditgebern (= dem Staat) zugute kommt.

Darüberhinaus muß der Staat jedoch sehr genau darauf achten, daß er nicht über eine nachfrageinduzierte Inflation lediglich einen Bruchteil der vergegebenen Kredite zurückerhält. Derzeit arbeitet die Inflation noch für den Staat, weil er Kreditnehmer ist. Wird er Kreditgeber, dreht sich der Spieß um .......

*nursozumnachdenken*
Raphael

Verfasst: Samstag 15. Oktober 2005, 10:20
von Tacitus
Maggie Thatcher, auch "Attila the Hen" genannt, feiert ihren 80. Geburtstag. Sie hat das durchgezogen, wovon Labour in GB heute noch zehrt.
Freiheit und Eigentum - so einfach, keine große Theorie.

Kleines Zitat gefällig?
Maggie Thatcher hat geschrieben:Meine Politik gründet nicht auf irgendeiner wirtschaftlichen Theorie sondern auf Grundsätzen, mit denen ich wie Millionen andere groß geworden bin: Ehrliche Bezahlung für ehrliche Arbeit, lege was beiseite für schlechte Zeiten, bezahle deine Rechnungen pünktlich, unterstütze die Polizei.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 08,00.html

Verfasst: Samstag 15. Oktober 2005, 15:06
von Robert Ketelhohn
Tacitus hat geschrieben:Maggie Thatcher, auch "Attila the Hen" genannt
:D

Verfasst: Dienstag 18. Oktober 2005, 02:42
von Uwe Schmidt
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Vor allem ist es (d)ein Irrtum, daß die unsichtbare Hand der Finanz-
oligarchie Freiheit bedeute oder gar das Gemeinwohl mehre.


Und wie kann man die "unsichtbare Hand" der (synarchistischen) Finanzoligarchie beweisen? (ernstgemeinte Frage)

Verfasst: Dienstag 18. Oktober 2005, 02:52
von Uwe Schmidt
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Ich stell’ noch mal ein paar Fragen:

Wem gehört eigentlich die Bank of England?
Wem gehört eigentlich die Federal Reserve?
Wem gehört eigentlich die Europäische Zentralbank?


Den Synarchen, das lernt man doch bei LaRouche! Also Rothschild, Pearson und Lazard Frères, oder?

Verfasst: Freitag 21. Oktober 2005, 07:33
von Uwe Schmidt
Also wem gehört jetzt die Bank of England? Rothschild oder Pearson? Und die Federal Reserve? Doch nicht etwa Rockefeller? Und die Europäische Zentralbank? Müsste dann ja frz. sein...doch nicht etwa Lazard Frères? Bitte um Antwort!

Verfasst: Freitag 21. Oktober 2005, 08:33
von anselm
Sind diese Fragen wirklich ernst gemeint?? :hmm: :kratz:
Oder ist das Satire pur, und ich hab es nicht gleich erkannt?

Verfasst: Sonntag 23. Oktober 2005, 07:45
von Uwe Schmidt
anselm hat geschrieben:Sind diese Fragen wirklich ernst gemeint?? :hmm: :kratz:
Oder ist das Satire pur, und ich hab es nicht gleich erkannt?


Also Roland hält ja viel von LaRouche, weshalb ich mich mal kundig gemacht habe, und da habe ich eben auch das mit den Synarchen und der britischen Finanzoligarchie gelernt. Jetzt will der Robert aber nichts dazu sagen...und ich wüsste doch so gerne die Wahrheit!

Verfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 17:16
von Robert Ketelhohn
Anselm hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Ich stell’ noch mal ein paar Fragen:

Wem gehört eigentlich die Bank of England?
Wem gehört eigentlich die Federal Reserve?
Wem gehört eigentlich die Europäische Zentralbank?
Die Zentralbanken gehören den Staaten, die sie gegründet haben. Allerdings sind die BoE und die EZB unabhängig (von der Regierung), die Fed ist es nicht.

Aber diese Frage ist hier nicht so wichtig: die Zentralbanken haben bestimmte Aufgaben zu erfüllen (insb. für niedrige Inflation zu sorgen, Geld in ausreichendem Umfang zur Verfügung zu stellen). Manche Zentralbanken (Fed) machen aktive Konjunkturpolitik, andere sind zurückhaltender (insb. die EZB und die alte Bundesbank).

Diese Aufgaben könnte die Zentralbanken sogar dann erfüllen, wenn sie in Privatbesitz wären (die BoE war bis Anfang des 20 Jhdts in Privatbeseitz).

Aber worauf willst Du mit Deiner Frage eigentlich hinaus?
Das ist falsch, Anselm. Zunächst einmal sind nahezu alle Zentralbanken (jedenfalls der größeren Industrienationen) ursprünglich private Gründungen. Auch die deutsche Reichsbank übrigens, die 1875 als privatrechtliches Institut (wiewohl mit öffentlichen Aufgaben) gegründet und erst 1909, wenn ich recht informiert bin, in eine offizielle Notenbank umgewandelt wurde.

Richtigerweise sagst du, die Bank of England sei »Anfang des 20 Jhdt.s in Privatbesitz« gewesen. Falsch ist jedoch deine Einschränkung »bis Anfang des 20 Jhdt.s«. Woher hast du diese Information?

Die Bank of England war immer und ist noch heute ein Institut, das privat gegründet wurde, privat gehalten wird und sich im übrigen jeder staatlichen Kontrolle vollständig entzieht. Angesiedelt ist es bekanntlich in der Londoner Altstadt, die faktisch ein eigenes Staatswesen darstellt, unabhängig von Krone und Regierung.

Es gibt keine öffentliche Information darüber, wer die Eigentümer der Bank von England sind, aber man wird recht vermuten, wenn man annimmt, es handele sich um diejenigen altbekannten, am selben Ort angesiedelten Bankhäuser, welche auch die faktisches Hoheitsgewalt in der Altstadt von London ausüben, wie Warburg, Rothschild, Schroder, Lazard, Morgan Grenfell oder Montagu.

Auch die amerikanische Federal Reserve war und ist privatrechtlich verfaßt. Eigner sind die amerikanischen Geschäftsbanken und Sparkassen, bei Anteilen wohl in Relation zum jeweiligen Stammkapital. Sie untergliedert sich in zwölf Regionalbanken (unsern Landeszentralbanken vergleichbar). Tatsächlich hat aufgrund der Kapitalsumme und des Bilanzumfangs unter diesen die Neuyorker Regionalbank das absolute Übergewicht, und diese wiederum wird faktisch – und dies ist die Parallele zum Londoner Modell – von ihren größten Anteilseignern kontrolliert, wie Citibank, Chase Manhattan oder Morgan.

Im Unterschied zum Londoner Modell schlägt der Präsident der USA den Vorsitzenden der Federal Reserve vor, und der Senat bestätigt ihn. Hier gibt es also eine Form staatlicher Kontrolle (die freilich auch gegenseitig sein mag …). Ist der „Fed“-Chéf aber einmal im Amt, unterliegt er höchstens noch der Kontrolle der Großbanken.

Verfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 18:21
von Robert Ketelhohn
Raphael hat geschrieben:Mit Kreditvergabe alleine wäre es nicht getan, denn diese wirkt zunächst nur im geldwirtschaftlichen Bereich der Volkswirtschaft und könnte inflationsfördende Wirkungen haben. Entscheidend ist die Verwendung dieser Mittel in dem realwirtschaftlichen Bereich der Volkswirtschaft! Werden die Kredite konsumiert [= in Projekte ohne (ausreichende) Erträge gesteckt], dann steigt die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt nicht an.
Davon rede ich doch hier seit Jahr und Tag! So wie es Schäffer und Erhard gemacht haben. Um nämlich die »Verwendung dieser Mittel in dem realwirtschaftlichen Bereich der Volkswirtschaft« zu erreichen, muß die Regierung das ganze dirigieren.

Das ist jedoch infolge des Maastrichter Fluchs nicht möglich.
Raphael hat geschrieben:Auch Infrastrukturprojekte müssen gewinnorientiert projektiert werden, damit die volkswirtschaftlichen Erträge tatsächlich erwirtschaftet werden können ................

Projekte, die aus sich heraus eine Wertschöpfung beinhalten (bspw. Kernkraftwerke), sind unbedenklich, weil die Wertschöpfung quasi automatisch zu Erträgen führt, die den Kreditgebern (= dem Staat) zugute kommt.
Sehen wir mal einen Augenblick von den Infrastrukturgeschichte ab. Richtig ist, daß wirtschaftliche Unternehmungen gewinnorientiert sein sollen. „Gewinn“ ist dabei jedoch mittel- und langfristig zu verstehen. Womit wir es heute zu tun haben, ist die völlige Fixierung der Wirtschaftseliten auf kurzfristige Renditen. Dies geht auf Kosten langfristigen Wachstums, ja das Gegenteil davon wird mittel- und langfristig erreicht.

Hier muß die Obrigkeit regulierend eingreifen. Kurzfristige Profitmaximierung auf Kosten langfristigen Aufbaus und Wachstums muß ökonomisch schmerzhaft bestraft werden.

Was die Infrastruktur betrifft, so sprichst du ganz zu Recht die darin liegende Wertschöpfung an. Wenn die Gemeinschaft solche Projekte um des Gemeinwohls willen unternimmt, zum Nutzen aller also, dann ist dies Gewinn genug. Einen Kanal, eine Brücke oder einen Tunnel braucht man nicht wie einen Wirtschaftsbetrieb zu führen, er kann durchaus ein Gemeinschaftsunternehmen sein, zu dem alle – ob über Steuern, Gebühren oder sonstwie – zum gemeinsamen Nutzen beitragen.

Ohne Zweifel kann man auch solche Einrichtungen betriebswirtschaftlich und gewinnorientiert projektieren und führen. Wenn aber die Gefahr besteht, das dabei das Gemeinwohl um des Vorteils des Betreibers willen auf der Strecke bleibt, dann tut die Gemeinschaft wohl daran, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Der Verdacht solcher dem Gemeinwohl abträglicher Profitorientierung des Betreibers besteht zum Beispiel, wenn der Gemeinschaft oder den Nutzern überhöhte Kosten abverlangt werden, wenn nicht ein angemessener Teil des Gewinns reinvestiert oder der Gewinn gar außer Landes geschafft wird oder wenn die Instandhaltung der Einrichtungen versäumt wird. All dies leider klassische Folgen bei den Privatisierungen bis dahin staatlicher Infrastruktureinrichtungen der letzten fünfzehn bis fünfundzwanzig Jahre, in England, Amerika, Rußland und immer deutlicher auch bei uns.

Verfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 21:00
von anselm
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Das ist falsch, Anselm. Zunächst einmal sind nahezu alle Zentralbanken (jedenfalls der größeren Industrienationen) ursprünglich private Gründungen. Auch die deutsche Reichsbank übrigens, die 1875 als privatrechtliches Institut (wiewohl mit öffentlichen Aufgaben) gegründet und erst 1909, wenn ich recht informiert bin, in eine offizielle Notenbank umgewandelt wurde.

Richtigerweise sagst du, die Bank of England sei »Anfang des 20 Jhdt.s in Privatbesitz« gewesen. Falsch ist jedoch deine Einschränkung »bis Anfang des 20 Jhdt.s«. Woher hast du diese Information?
Hallo Robert,
hier ist ein link zur BoE, aus dem hervorgeht, dass sie 1946 verstaatlicht wurde:
http://www.bankofengland.co.uk/about/history/index2.htm

Hier ist die Governance Structure dargestellt:
http://www.bankofengland.co.uk/about/go ... /index.htm

Die Bank bzw. ihre Politik unterliegt außerdem - und eigentlich an erster Stelle - der öffentlichen Kontrolle z.B. durch die Märkte.

Ich kann jetzt nicht alle Anteilseigner aller Zentralbanken auf die Schnelle benennen, aber die Bundesbank gehört dem deutschen Staat und bei der EZB sind die europäischen Zentralbanken Anteilseigner:
http://www.ecb.de/ecb/orga/capital/html/index.en.html

Verfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 22:47
von Robert Ketelhohn
Hallo Anselm, Dank für deine Hinweise. – Was die EZB betrifft – ich hatte das vorhin zu erwähnen vegessen –, war meine Ausgangsfrage eine echte Frage, denn ich hatte vergeblich nach einer entsprechenden Information gesucht.

Was die Bank von England angeht, hast du mich einen Augenblick perplex gemacht: Ich wußte das tatsächlich nicht, was du oben referiertest. Ich hätte besser recherchieren müssen. Also gilt, was ich zuvor hinsichtlich ihrer schrieb, so nur bis Ende Februar 1946.

Ich fragte mich nun allerdings, was ich mir unter jener nationalisation vom Jahre 1946 vorzustellen hätte. Tatsächlich hat die Bank von England sogar jenen »Bank of England Act 1946« im Internet. Nach einigem Suchen fand ich’s endlich.

Das Ding hat mich nun erneut überrascht. Lies es dir doch bitte einmal durch. Insbesondere folgende Abschnitte:
The Bank of England Act 1946 hat geschrieben:1 Transfer of Bank stock to the Treasury
(1) On the appointed day –
(a) the whole of the existing capital stock of the Bank (hereinafter referred to as “Bank
stock”) shall, by virtue of this section, be transferred, free of all trusts, liabilities and
incumbrances, to such person as the Treasury may by order nominate,3 to be held by
that person on behalf of the Treasury;
(b) the Treasury shall issue, to the person who immediately before the appointed day is
registered in the books of the Bank as the holder of any Bank stock, the equivalent
amount of stock created by the Treasury for the purpose (hereinafter referred to as the
“Government stock”).
(2) The Government stock shall bear interest at the rate of three per cent. per annum; and
the equivalent amount of Government stock shall, in relation to any person, be taken to be
such that the sum payable annually by way of interest thereon is equal to the average annual
gross dividend declared during the period of twenty years immediately preceding the
thirty-first day of March, nineteen hundred and forty-five, upon the amount of Bank stock of
which that person was the registered holder immediately before the appointed day.
Muß ich einen Kurs in Finanz-Englisch belegen, oder täuscht mein Eindruck nicht, daß diese nationalisation im Kern bloß eine formale war, faktisch aber im wesentlichen alles beim alten geblieben ist? Abgesehen von jenem Nachtrag von 1998, welcher der Regierung noch jeden Einfluß auf die Gestaltung der Währungspolitik nahm? (Das ist nun eine echte Frage, keine rhetorische. ;))