Seite 1 von 1
Wiedie Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Meinung macht
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 03:47
von sternchen
Geldgeber der Initiative sind die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie. Die Initiative sitzt im gleichen Haus wie das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Ihr Ziel: Die Menschen für Reformen gewinnen, offenbar für Reformen im Sinne der Arbeitgeber. Aber man sei ganz transparent. Ein fest zugesagtes Interview wird allerdings kurz vor der Sendung wieder abgesagt. Die Initiative hat viel Geld, 8,8 Millionen Euro im Jahr. Geld, das vor allem für die PR-Arbeit ausgegeben wird. Höchstes Glück: Slogans, die in aller Munde sind.
Angela Merkel: "Sozial ist, was Arbeit schafft."
Guido Westerwelle: "Sozial ist das, was Arbeitsplätze schafft."
Jürgen Rüttgers: "Sozial ist, was Arbeit schafft."
Edmund Stoiber: "Sozial ist in erster Linie, was Arbeit schafft!"
Diesen Slogan reklamiert die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft für sich.
MONITOR Nr. 539 am 13. Oktober 2005
Besonders interessant sind für mich die Kuratoren und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.
Kuratoren, Botschafter, Unterstützer
Kurator
Prof. Dr. Hans Tietmeyer
Botschafter
Prof. Dr. Paul Kirchhof
Diese beiden Herrn waren Mitverfasser des Sozialwortes der deutschen Bischöfe Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen "Das Soziale neu denken Für eine langfristig angelegte Reformpolitik" vom 12. Dezember 2003.
Wir danken herzlich folgenden Persönlichkeiten, die an der Erarbeitung des vorliegenden Impulstextes mitgewirkt haben: Dr. Warnfried Dettling, Prof. Dr. Franz-Xaver Kaufmann,
Prof. Dr. Paul Kirchhof, Prof. Dr. Gerhard Kruip, Prof. Dr. Stefan Leibfried, Renate Müller, Prof. Dr. Michael Schramm, Prof. Dr. Heinrich M. Stindt,
Prof. Dr. Hans Tietmeyer, Prof. Dr. Hans F. Zacher.
http://dbk.de/schriften/DBK1b.Kommissionen/Ko_28.pdf
Ich denke eine unheilige Allianz zwischen Arbeitgeberverbänden Wirtschaftsprofessoren und kath. Kirche in Deutschland.
Re: Wiedie Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Meinung m
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 08:46
von Raphael
sternchen hat geschrieben:Ich denke eine unheilige Allianz zwischen Arbeitgeberverbänden Wirtschaftsprofessoren und kath. Kirche in Deutschland.
Da denkst Du falsch, Sternchen!
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 09:51
von Dr. Dirk
Wer glaubt schon Monitor...
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 11:19
von Robert Ketelhohn
Sternchen hat wohl kaum Unrecht.
Da wird mit einem Zig-Millionen-Etat Propaganda
getrieben, neben Lobbyarbeit im Hintergrund.
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 13:09
von Raphael
@ Robert Ketelhohn
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Sternchen hat wohl kaum Unrecht.
Endlich 'mal wieder so 'ne richtig schöne Verschwörungstheorie.
Robert, das kannste besser!
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Da wird mit einem Zig-Millionen-Etat Propaganda
getrieben, neben Lobbyarbeit im Hintergrund.
Ja und?
Solange die Lobbyarbeit zu den richtigen Ergebnissen führt ist das doch in Ordnung, oder?
Das ist wie bei den Demagogen; Du erinnerst Dich?
GsJC
Raphael
Welche Ergebnisse sind die Richtigen?
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 17:26
von sternchen
Raphael hat geschrieben:
Solange die Lobbyarbeit zu den richtigen Ergebnissen führt ist das doch in Ordnung, oder?
GsJC
Raphael
Welche Ergebnisse sind die Richtigen?
Wohlstand für
wenige?
Oder Wohlstand
für alle?
Rekordgewinne
für wenige?
Oder Arbeitslöhne mit denen
alle ihre Existenz sichern können?
Die Sicht der Arbeitgeber und deren Lobby sind nicht für
alle die richtigen Ergebnisse, sondern für
wenige.
Ich sehe weniger eine Verschwörung gegen die Bürger, sondern mehr eine Verdummung der Erwerbstätigen.
Re: Welche Ergebnisse sind die Richtigen?
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 18:25
von Raphael
@ sternchen
sternchen hat geschrieben:Oder Wohlstand für alle?
Du kannst davon ausgehen, daß genau dies die Intention der o.a. Initiative ist!
Nicht zuletzt deswegen, weil »Wohlstand für alle« der Titel des bekanntesten Buches von Ludwig Erhard war, der bekanntlich einer der Väter des Wirtschaftwunders nach dem zweiten Weltkrieg war.
Darüber hinaus hat ein Prof. Kirchhof in seiner Funktion als Verfassungsrichter mehr für den finanziellen Ausgleich zugunsten der Familien in Deutschland getan, als alle Bundesregierungen nach der großen Koalition in den 60-iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Jetzt also so zu tun, als ob er hier die soziale Kälte eines Manchester-Kapitalismus predigen würde, ist schlicht infam.
GsJC
Raphael
Verfasst: Sonntag 16. Oktober 2005, 18:37
von Tacitus
Es bleibt dabei: Sozial ist was Arbeit schafft.
Aber nicht deshalb, weil dann ungetane Arbeit rumliegt, sondern bereitsteht, von Leuten "aufgearbeitet" zu werden, die damit sich und ihre Familien ernähren können.
Nun könnte man sagen: Werft ihnen das Geld doch gleich via Sozialsysteme in den Geldbeutel. Aber: sich seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen ist menschenwürdig, das Selbstbewusstsein steigt und manches andere auch ...
Erst denken, dann schreiben.
Verfasst: Sonntag 23. Oktober 2005, 22:30
von sternchen
Tacitus hat geschrieben:Es bleibt dabei: Sozial ist was Arbeit schafft.
Aber nicht deshalb, weil dann ungetane Arbeit rumliegt, sondern bereitsteht, von Leuten "aufgearbeitet" zu werden, ...
Sozial ist was Arbeit schafft? Also Wirbelstürme? Erdbeben? Kriege? und Waffenproduktion?
Erst denken, dann schreiben.
Wirklich erschreckend wie viele einfache Gemüter auf banale Propaganda hereinfallen.