Projekt Weltethos

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Robert Ketelhohn
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Projekt Weltethos

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Wer kennte nicht Hans Küng und sein großartiges, die Wiederkunft der
goldenen Ära verheißendes Projekt »Weltethos«? Ewiger Friede, messia-
nisches Reich, Erfüllung aller menschlichen Sehnsucht: so süß und ver-
nünftig zugleich klingt die Verheißung aus dem Mund des Luzerner Pro-
pheten an unser Ohr, daß wir ihn nicht schlagen und töten wie seine Vor-
läufer vor Jahrtausenden, sondern an seinen Lippen hängen, ja daß selbst
der Heilige Vater ihm über Stunden das Ohr lieh.

Wer aber weiß, daß jenes Ziel, das Weltethos, längst da ist, ja in Kraft
und Gültigkeit, während sein Prophet uns noch vorbereitet, es anzuneh-
men?

Es handelt sich um die sogenannten Sieben Noachidischen Gesetze oder
Gebote:

1. Avodah zarah - Du sollst nicht Götzen dienen.
2. Shefichat damim - Du sollst nicht morden.
3. Gezel - Du sollst nicht stehlen.
4. Gilui arayot - Du sollst nicht Unzucht treiben.
5. Birkat Hashem - Du sollst nicht lästern.
6. Ever min ha-chai - Du sollst nichts essen, was vom Leib eines leben-
    digen Tiers stammt.
7. Dinim - Du sollst Gerichtshöfe errichten (um über die Einhaltung der
    vorigen sechs Gebote zu wachen und Übertreter zu richten).

(Nach wikipedia.org, unter Übersetzung der englischen Wiedergabe ins Deutsche und
Weglassung der Bemerkungen zur Interpretation [außer zum siebenten Gebot])
.

Geschenkt hat uns Harrenden diesen herrlichen Weg der Erlösung der
babylonische Talmud, welcher oft von ihm redet und uns lehrt, daß Noë
dies Gesetz empfangen habe und durch ihn die ganze Menschheit, wel-
che ja von Noë abstammt, darauf verpflichtet sei; außer den Juden, die
aufgrund ihrer besonderen Erwählung durch Moses die Thora empfingen.

Die verbreitetste Form dieser g-ttlichen Weisung legt der Traktat Sanhe-
drin
56a/b des Talmuds fest und bindet sie uns aufs Herz und vor die
Stirn.

Es war der g-ttliche Georg Busch, einst Präsident von G-ttes eigenem
Land, den Vereinigten Staaten von Amerika, welcher die Sieben Noachi-
dischen Gesetze
selbst in Kraft gesetzt hat.

Dies geschah zu der Zeit, da Menachem Mendel Schneerson Rebbe der
Lubawitscher war, die auch Chabad heißen. Es war am 20. März des Jah-
res 1991 unserer Zeit, daß das öffentliche Gesetz 102-14 ausging vom
Präsidenten Busch, auf daß zum Fest der Geburt des Rebbe ein Tag der
Erziehung begangen werde, eingedenk des Werks des Rebbe zur Erzie-
hung der noachidischen Völker im Geist der Sieben Gebote.
Public Law 102-14
102d Congress Joint Resolution
Mar. 20. 1991
[H.J Res 104] To designate March 26. 1991, as "Education Day. U. S. A."

Whereas Congress recognizes the historical tradition of ethical values and principles which are the basis of civilized society and upon which our, great Nation was founded;
Whereas these ethical values and principles have been the bedrock of society from the dawn of civilization, when they were known as the Seven Noahide Laws;
Whereas without thes ethical values and principles the edifice of civilization stands in serious peril of returning to chaos;
Whereas society is profoundly concerned with the recent weakening of these principles that has resulted in crises that beleaguer and threaten the fabric of civilized society;
Whereas the justified preoccupation with these crises must not let the citizens of this Nation lose sight of their responsibility to transmit these historical ethical values from our distinguished past to the generations of the future;
Whereas the Lubavitch movement has fostered and promoted these ethical values and principles throughout the world;
Whereas Rabbi Menachem Mendel Schneerson, leader of the Lubavitch movement, is universally respected and revered and his eighty-ninth birthday falls on March 26, 1991;
Whereas in tribute to this great spiritual leader, "the rebbe", this, his ninetieth year will be seen as one of "education and giving", the year in which we turn to education and charity to return the world to the moral and ethical values contained in the Seven Noahide Laws; and
Whereas this will be reflected in an international scroll of honor signed by the President of the United States and other heads of state;
Now, therefore, be it Resolved by the Senate and House of Representatives of the United States of America in Congress assembled,
That March 26, 1991, the start of the ninetieth year of Rabbi Menachem Schneerson, leader of the worldwide Lubavitch movement, is designated as "Education Day U.S.A.".
The President is requested to issue a proclamation calling upon the people of the United States to observe such day with appropriate ceremonies and activities.
Seitdem begehen sie dort alljährlich dies Fest, und Jahr um Jahr prokla-
miert der jeweilige Präsident erneut das Gedenken des Rebbe und den
Schatz der Sieben Noachidischen Gesetze.

Höret, Völker! Das Ziel des Weges, den Prophessor Küng euch ebnet,
ist schon da! Fürchtet euch nicht! Auch ihr, die ihr euch Christen nennt
und eurem weisen Meister aus Galiläa folgt. Fürchtet nicht, ihr müßtet
ihn aufgeben. Nur lasset vom Götzendienst, so ihr ihm noch anhangt.
Gott ist der Herr, Er ist Einer. Betet keinen Menschen an, wie die Göt-
zenpriester lehren.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Nun will ich doch meinen Überschwang zu mäßigen suchen und noch einige Erklärungen nachliefern. – Menachem Mendel Schneerson, geboren 1902 in Nikolajew (Mykolaiw) in der heutigen Ukraine, gestorben 1994 in Brooklyn als Rebbe der „Lubawitscher“, des Hauptzweiges der chassidischen Juden, wird von vielen seiner Anhänger als der Messias verehrt, dessen Wiederkunft sie erwarrten.

Aber es sind nicht nur Juden, für welche er weltweit sein Netzwerk von Bildungs- und Einflußinstitutionen aufgebaut hat, daß in vielen Ländern trotz innerjüdischen Widerstands bereits das Judentums dominiert.

Hinzu kommen auch Noachiden, also diejenigen aus den Völkern (den Heiden oder Gojim), die sich bereits der Führung der Juden als des auserwählten, priesterlichen Volks unterworfen haben, wie es der „Rebbe“ auf der Grundlage des Talmud und der Kabbala lehrte.

Gewiß, der eigentliche Kreis der „Noachiden“ in Schneersons Gefolge ist heute noch recht klein. Allerdings finden die Lubawitscher Chassiden zunehmend Interesse in christlichen Kreisen, die sich gern auf ihre „jüdischen Wurzeln“ besinnen wollen und von der endzeitlichen Messiaserwartung der Lubawitscher überaus angetan sind.

Wer also sind diese „Lubawitscher“? – Dazu später, jetzt rufen die Heiligen Drei Könige nach mir! ;)
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Raphael

Beitrag von Raphael »

Papst Benedikt traf mit Hans Küng zusammen
(kath.net) Papst Benedikt XVI. scheut nicht die Debatte mit Kirchenkritikern. Am Samstag, 24. September [2005], traf er mit dem Tübinger Professor Hans Küng zusammen, gab der Vatikan am Montag bekannt. Das Gespräch sei in „freundschaftlicher Atmosphäre“ verlaufen, teilte Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls mit. „Beide Seiten waren sich einig, dass es nicht sinnvoll sei, im Rahmen dieser Begegnung in einen Disput über die Lehrfragen einzutreten, die zwischen Hans Küng und dem Lehramt der katholischen Kirche bestehen“, heißt es in einer vatikanischen Stellungnahme. Hans Küng hat seit 1979 ein Lehrverbot an katholischen Universitäten. „Das Gespräch konzentrierte sich deshalb auf zwei Bereiche, die besonders in jüngerer Zeit im Vordergrund der Arbeit von Hans Küng stehen: die Frage des Weltethos und der Dialog der Vernunft der Naturwissenschaften mit der Vernunft des christlichen Glaubens.“ „Professor Küng stellte heraus, dass es bei dem Projekt Weltethos keineswegs um eine abstrakte intellektuelle Konstruktion gehe“, ist in der Stellungnahme weiter zu lesen. „Es werden vielmehr die moralischen Werte ins Licht gesetzt, in denen die großen Religionen der Welt bei allen Unterschieden konvergieren und die sich von ihrer überzeugenden Sinnhaftigkeit her auch der säkularen Vernunft als gültige Maßstäbe zeigen können.“ „Der Papst würdigte positiv das Bemühen von Professor Küng, im Dialog der Religionen wie in der Begegnung mit der säkularen Vernunft zu einer erneuerten Anerkennung der wesentlichen moralischen Werte der Menschheit beizutragen“, erklärte der Vatikansprecher. „Er stellte heraus dass der Einsatz für ein erneuertes Bewusstsein der das menschliche Leben tragenden Werte auch ein wesentliches Anliegen seines Pontifikates darstellt.“ Der Papst bekräftige seine Zustimmung zu „dem Mühen von Professor Küng, den Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft neu zu beleben und die Gottesfrage dem naturwissenschaftlichen Denken gegenüber in ihrer Vernünftigkeit und Notwendigkeit zur Geltung zu bringen“, heißt es weiters. „Professor Küng seinerseits drückte seine Zustimmung zu dem Mühen des Papstes um den Dialog der Religionen wie um die Begegnung mit den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen der modernen Welt aus.“


Kommentar (Dr. Josef Spindelböck):
Dem Weltethos-Projekt als solchen darf man trotz der Würdigung des inhaltlichen Anliegens durch Papst Benedikt sicher weiterhin kritisch gegenüber stehen. Folgende Einwände sind vorzubringen:
- Die Wahrheitsfrage wird ausgeklammert bzw. marginalisiert.
- Das Weltethos wird als kleinster gemeinsamer Nenner zwischen den Religionen definiert.
- Dies hat zur Folge, dass es u.a. Aufweichungen beim Lebensschutz gibt (Abtreibung, Euthanasie).
- Die positive Kraft und inhaltliche Fülle des christlichen Ethos gehen verloren bzw. werden übersehen.
- Die Wahrheit Christi, welche mehr ist als ein Ethos, kommt zu kurz.
Diese Einwände richten sich gegen die konkrete Durchführung des Weltethos-Projekts durch Hans Küng, nicht gegen das vom Papst anerkannte Anliegen. Man kann diesem Anliegen besser mit einer Erneuerung der Naturrechtsethik entsprechen als mit einer Beteiligung am Weltethos-Projekt.


(Quelle)

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Ewald Mrnka
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Registriert: Dienstag 30. November 2004, 11:06

Beitrag von Ewald Mrnka »

Der "Weltethos" ist die ideologische Vorbereitung auf den Weltstaat, die Weltregierung. Alle Religionen (mit einer Ausnahme!) sollen vermischt-vermanscht, amorph werden.

Das ist die Strategie des Antichristen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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