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Die Rolle der Eltern

Verfasst: Montag 17. April 2006, 00:01
von pierre10
Die Frage wird oft gestellt, welche Funktion die Eltern bei ihrem Kind eigentlich haben.

Zum leichteren Verstehen habe ich einfache Funktions- Symbole genommen.

Von der Geburt bis etwa dem 5. Lebensjahr haben die Eltern so etwas wie eine "Schachtelfunktion". Das Kind ist drin, kann nicht heraus, die Eltern geben alles, was das Kind braucht hinein und holen alles, was das Kind nicht mehr braucht (Windeln z.B.) heraus. Alles wird von den Eltern bestimmt.

vom 6. bis etwa 11, Lebensjahr haben die Eltern eine "Rahmenfunktion". Das Kind ist in dem Rahmen, kann aber heraus, die Eltern stecken den "Rahmen" ab, in dem das Kind sich bewegen kann.

Vom 12. bis etwa 17. Lebensjahr haben die Eltern nur noch eine "Schienenfunktion". Sie können Vorschläge machen, in Grenzen die Richtung bestimmen, antreiben oder bremsen, mehr Möglichkeiten haben sie kaum.

vom 18. bis zum 21. Lebensjahr haben die Eltern noch eine "Netzfunktion", sie sind da um ihr "Kind" aufzufangen, wenn etwas schief geht.

Doch welche Rolle haben die Eltern ab dem 21 Lebensjahr?
Hier kommt der Knackpunkt, den viele nicht annehmen können, aber er scheint mir wichtig.

Denn ab etwa dem 21. Geburtstag haben die Eltern keine Funktion mehr, als Eltern versteht sich. Nun müssen die jungen Menschen selbst zurecht kommen, die Eltern haben aber die Möglichkeit, die bisherige Elternfunktion in eine "special relationship", also eine privilegierte Beziehung umzustellen, die das ganze Leben anhalten kann. Es könnte so etwas wie eine ganz besondere Art der Freundschaft sein, die eine alten Hierarchie, oben die Eltern und unten die Kinder, ersetzt.

Denn unendlich viele Probleme in den Familien entstehen durch das Festhalten der Eltern an längst überholten "Funktionen". Und dann gibt es Kinder, die sich diesem anpassen und noch mit 40 im "Hotel Mama" wohnen.

Na da bin ich aber mal auf Eure Reaktionen gespannt

Pierre

Verfasst: Montag 17. April 2006, 08:04
von Linus
ich würde, wenn man dein Schema "Funktionalismus à la Pierre (but not Bourdieu)" :D verwendet die letzte Phase auf bis 30 ausdehnen. (Man lese dazu auch "schmutzige Wäsche" von Jean-Claude Kaufmann). Siehe Extrembeispiel Italien.