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Komischer Rassismus?

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 18:22
von Robert Ketelhohn
Habe soeben folgenden Leserbrief an die Springer-Welt gesandt:

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr für seinen Antirussimus und für seine Ergebenheit gegenüber "atlantischen" Interessen bekannter Korrespondent Manfred Quiring meint, "Die Zensur, die es offiziell in Rußland nicht mehr gibt", erhebe "erneut ihr Haupt".

Anlaß ist die Entscheidung der russischen Filmagentur, einen grob rassistischen Hetzfilm des Pseudokomiker Sacha Baron Cohen nicht in die russischen Kinos zu bringen.

Ob man dies Vorgehen Zensur nennt oder nicht, ist mir herzlich wurscht; jedenfalls ist es dringend nötig und hoch zu loben.

Man stelle sich einmal vor, jemand drehte einen derartigen bösartigen Holzhammer-Klamauk auf Kosten der Juden, oder meinetwegen der Franzosen. Da wäre was los.

Aber Herr Cohen soll die Kasachen und die andern Völker Kasachstans auf derart üble Weise beschimpfen und mit Dreck bewerfen dürfen und das ganze "Komik" nennen, wahrscheinlich gar Kunst? - Abartig.

Ganz klar: Ich fordere das Verbot dieses menschenverachtenden, rassistischen Schmutzfilms auch in Deutschland.
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Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 18:30
von Petra
Letzt wurde im TV angekündigt, sein nächster Film habe Österreich zum Thema. Ernst berichtet. Allerdings könnte ich mir denken, eine Anfrage des französischen TVs hätte als Antwort bekommen, sein nächster Film behandle die Belgier. Mal abwarten.

Gegenfrage

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 18:51
von sofaklecks
Gegenfrage Robert:

Ist "Alles auf Zucker" auch rassistisch?

Man kann durch Übertreibung das Gegenteil bewirken. Die Frage natürlich, ob das jeder versteht.

Gegenfrage zwei:

War "Der grosse Diktator" rassistisch? Stop: Nicht das unterschiedliche Niveau diskutieren. Oder ist Rassismus eine Frage des Niveaus?

Res severa.

sofaklecks

Generell

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 19:11
von sofaklecks
"Durch Zeichen gibt sich eine Welt zu erkennen, die in Unordnung geraten ist: In ihrer Kleidung streben die Menschen nach Auserlesenheit, ihr Gebaren ist weibisch, ihre Sitten sind unkeusch, ihr Geist ist von Gewinnsucht besessen, ihre Handlungen sind abwegig und zuchtlos, aus ihrer Musik klingt Ruhelosigkeit und ein befleckter Sinn heraus, ihre Embleme und ihr Schrifttum zeugen von Unaufrichtigkeit und Verworfenheit, wenngleich sie sich auch manchmal durch Eleganz der Form auszeichnen; sie tun maßlos viel für die Pflege ihres Lebens, doch für die Bestattung ihrer Toten sorgen sie nur kümmerlich; für Sittlichkeit und Rechtschaffenheit haben sie nur Verachtung, doch huldigen sie dem Wagemut und der Gewalt. Der Arme wird in einer solchen Welt zum Räuber, der Reiche zum Dieb." (Hsün Dse, 3. Jahrhundert v. Chr.)

Ist das eine exakte Beschreibung unserer Zeit oder nicht?

Ist der Film Verworfenheit ohne Eleganz der Form? Oder wird jetzt schon dummfrech als Eleganz angesehen? Oder gilt: Auffallen um jeden Preis?

Oder sind wir einfach nur zu empfindlich.

Gilt nicht: Scham über schamloses Betragen ist der sicherste Weg, nicht selbst beschämt zu werden? (Meng Dse, etwa gleiche Zeit).

Unabhängig von dem harten Urteil von Robert: Lachen auf Kosten anderer ist unmenschlich.

sofaklecks

PS: Aktuelles Urteil:

Bundesgerichtshof: Kein Schadensersatz eines Politikers bei satirischer Abbildung in Werbeanzeige - 31.10.2006
Der BGH hat entschieden, dass ein Politiker dann keinen Anspruch auf Schadensersatz wegen Abbildung seines Fotos in einer Werbeanzeige hat, wenn der Werbende ein aktuelles politisches Geschehen zum Anlass für seinen als Satire verfassten Werbespruch nimmt, ohne über eine bloße Aufmerksamkeitswerbung hinaus die Person des Klägers zur Anpreisung seiner Dienstleistung zu vermarkten. In gewissem Umfang werden damit die Möglichkeiten der Werbung mit bekannten Persönlichkeiten in satirischer Form erweitert.

Ist das nicht gleichartig?

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 19:36
von Leguan
Hast Du den Film gesehen?
Und was ist der Unterschied zwischen Barons "Verunglimpfungen" von Kasachen mit denen von Juden, die es in dem Film ja auch nicht zu spärlich gibt?

Also ich habe den Film nicht gesehen, aber so wie ich das verstanden habe, sind die einzigen "auf deren Kosten" man lacht, die Amis.

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 20:10
von Robert Ketelhohn
Sofaklecks hat geschrieben:Gegenfrage Robert:
Ist "Alles auf Zucker" auch rassistisch?
Kenn’ ick nich.
Sofaklecks hat geschrieben:Gegenfrage zwei:
War "Der große Diktator" rassistisch? Stop: Nicht das unter-
schiedliche Niveau diskutieren. Oder ist Rassismus eine Frage
des Niveaus?
Ich fand den Film (vor vielen Jahren) dümmlich, exaltiert und abge-
schmackt und an der eigentlichen Problematik völlig vorbeigehend.
Sofaklecks hat geschrieben:Res severa
Wohl wahr.
Sofaklecks hat geschrieben:[Zitat Hsün Dse] Ist das eine exakte Beschreibung unserer Zeit oder nicht?
Ja.
Sofaklecks hat geschrieben:PS: Aktuelles Urteil:
Bundesgerichtshof: Kein Schadensersatz eines Politikers
bei satirischer Abbildung in Werbeanzeige - 31.10.2006

Ist das nicht gleichartig?
Nicht ganz. Als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens muß man sich
auch etwas härter angehen lassen. (Sofern der Tatbestand nicht als cri-
men læsæ majestatis
definiert wird. Gibt es ja bei uns auch.) Aber mir
ist jetzt der konkrete Fall nicht präsent. Grenzen muß es natürlich auch
bei Politikern geben.

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 20:13
von Robert Ketelhohn
Leguan hat geschrieben:Also ich habe den Film nicht gesehen, aber so wie ich das verstanden
habe, sind die einzigen "auf deren Kosten" man lacht, die Amis.
Das habe ich ganz anders verstanden.

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 20:49
von Leguan
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Leguan hat geschrieben:Also ich habe den Film nicht gesehen, aber so wie ich das verstanden
habe, sind die einzigen "auf deren Kosten" man lacht, die Amis.
Das habe ich ganz anders verstanden.
Naja, die Kasachen, die in dem Film vorkommen, sind alles Fantasieprodukte. Die Amerikaner, die darin vorkommen, sind alle echt.
Nehmen wir mal diesen Ausschnitt. Ist das jetzt Antikasachisch, antisemitisch oder antiamerikanisch?
Oder das?

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 22:04
von Petra
Dass Borats Film hauptsächlich die Amerikaner blöd aussehen lässt, ist ja bekannt.
Ähnlich wie dieser Franzose, den die ARD losgeschickt hat und der Leute auf der Straße gefragt hat, wie sie es finden, dass Heterosexuelle heiraten dürfen. Die Aufregung einer Fernsehaufnahme hat einige Passanten Hetero mit Homo verwechseln lassen und sie haben nachdenklich bis dämlich geantwortet. Und nur diejenigen wurden gesendet.
Naja, mein Humor ist es nicht.

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 22:28
von Robert Ketelhohn
Die Amerikaner? Wohl eher nicht. Einen bestimmten Typus, oder bestimmte soziale Gruppen. Natürlich sind die verblödeten Asiaten (die für Cohen wohl so ungefähr hinter Weichsel und Nister anfangen) auch Vehikel für Angriffe in andere Richtungen. Aber nicht nur. Sie werden einfach vorausgesetzt.

Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 22:46
von nemesis
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Die Amerikaner? Wohl eher nicht. Einen bestimmten Typus, oder bestimmte soziale Gruppen. Natürlich sind die verblödeten Asiaten (die für Cohen wohl so ungefähr hinter Weichsel und Nister anfangen) auch Vehikel für Angriffe in andere Richtungen. Aber nicht nur. Sie werden einfach vorausgesetzt.
Ich hab Borat gesehen, der Film ist auf keinen Fall rassistisch. Z.b als Cohen in der Rolle Borats zwei Kakerlaken bebend vor Furcht Geldscheine hinwirft, weil der sie für gemorphte Juden hält, die ihn verspeisen wollen, macht er eines gewiss nicht: Die Juden lächerlich. Cohens Objekt sind nicht die Minderheiten selbst, sondern der Umgang damit. Wie wenig skandalös Antisemitismus auch in den USA sein kann, wie brutal und homophob ein Texasrancher sein kann, das ist das eine Anliegen von Cohens Film, eine banale Diagnose einer nicht perfekten Gesellschaft, für die sich ein solches Projekt kaum lohnen würde. Neben den zynischen, gleichgültigen Altwagenverkäufern treten Personen auf, die wahrhaft zivilisiert mit ihm umgehen, ihn bis zur Schmerzgrenze tolerieren, ihm sogar hilfsbereit die westliche Toilette erklären, aber auch sofort eingreifen, wenn er darüber hinausgeht. Der Fahrlehrer belehrt ihn freundlich, aber bestimmt, die Gastgeber des upper-class Haushalts sind versucht, ihm zivilisierte Manieren beizubringen, als sie erkennen, dass ihr Vertrauen ausgenutzt wird, zögern sie nicht, die Polizei zu rufen. Die Feministinnen verlassen den Saal, als sie merken, dass hier keine Argumente, sondern Ressentiments vorgebracht werden.
Ebenso greift der Personenschutz Pamela Andersons hart gegen den raubheiratswütigen Bedränger Borat durch. Cohens Werk ist eine Absage an jeden Kulturalismus. Er stellt bloß, wie gefährlich es werden kann, Menschen ihren Antisemitismus, ihren Sexismus, ihre brutale Dummheit als Kultur durchgehen zu lassen. Er zeigt auch, dass in der amerikanischen Gesellschaft noch Züge des Hinterwäldlertums überleben können, dass multikulturelle Trainings auf hohlen PC-Floskeln aufbauen, und nicht auf Aufklärung. Sie sollen Peinlichkeiten bei Geschäftsabschlüssen und im Alltag vermeiden, nicht aufklären. Er behauptet aber nicht, dass dies in irgendeinem Teil der Welt besser sei als in den USA. Borat macht zum Skandal, dass man sich eine Waffe in einem normalen Waffengeschäft, wie es sie überall gibt, kaufen kann, um damit einen Juden zu erschießen.
Cohen schafft es, den Aufklärungswilligen im Subtext, über das Wesen von verschiedenen Vorurteilen und Wahngebilden aufzuklären. Während der Rassismus des Texasrangers, der alle Terroristen und Moslems hängen sehen will, sich auf ein reales Problem bezieht, entsteigt seine und die Homophobie der anderen sehr offen verdrängten homosexuellen Anteilen. Wo der Antisemit Borat in Furcht vor den Juden bibbert, herrscht der Gleiche die vermeintliche Zigeunerin an und erteilt ihr Befehle. Ihre „zigeunerische“ Magie kann eingefangen werden, er unterstellt ihr zwar, Menschen zu schrumpfen und zu stehlen, aber Angst zeigt er keine. Er will ein Waffe kaufen, um sich gegen einen Juden zu „verteidigen“, mit dem Hummer aber aus purem Vergnügen in eine Gruppe Gypsies hineinfahren, ohne sein Auto beschädigt zu sehen.

Re: Komischer Rassismus?

Verfasst: Freitag 10. November 2006, 01:11
von Uwe Schmidt
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Habe soeben folgenden Leserbrief an die Springer-Welt gesandt:

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr für seinen Antirussimus und für seine Ergebenheit gegenüber "atlantischen" Interessen bekannter Korrespondent Manfred Quiring meint, "Die Zensur, die es offiziell in Rußland nicht mehr gibt", erhebe "erneut ihr Haupt".

Anlaß ist die Entscheidung der russischen Filmagentur, einen grob rassistischen Hetzfilm des Pseudokomiker Sacha Baron Cohen nicht in die russischen Kinos zu bringen.

Ob man dies Vorgehen Zensur nennt oder nicht, ist mir herzlich wurscht; jedenfalls ist es dringend nötig und hoch zu loben.

Man stelle sich einmal vor, jemand drehte einen derartigen bösartigen Holzhammer-Klamauk auf Kosten der Juden, oder meinetwegen der Franzosen. Da wäre was los.

Aber Herr Cohen soll die Kasachen und die andern Völker Kasachstans auf derart üble Weise beschimpfen und mit Dreck bewerfen dürfen und das ganze "Komik" nennen, wahrscheinlich gar Kunst? - Abartig.

Ganz klar: Ich fordere das Verbot dieses menschenverachtenden, rassistischen Schmutzfilms auch in Deutschland.
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Wir wissen ja, dass die Juden jedes Mittel in ihrem Krieg gegen des Islam einsetzen - Baron Cohen nimmt dabei sogar in Kauf, die Juden lächerlich zu machen (aber auch andere Ethnien wie Zigeuner z.B.), das aber natürlich nur pro forma, damit die Hetze nicht zu offensichtlich auf den Islam gemünzt erscheint.
Es ist tragisch zu sehen, wie unsere vergnügungssüchtige jeunesse dorée in diese volksverhetzenden Film rennt und dabei gar nicht merkt, wessen Spiel sie betreibt.
Hier geht es aber nur um eines: die getroffenen und erniedrigten Muslime auf bösartige Art und Weise noch weiter zu reizen, bis sie endlich den westeuropäischen Bürgerkrieg beginnen. Alles im Interesse von Rothschild & Rockefeller natürlich, die sich die riesigen Sachwerte Russlands und Chinas unter den Nagel reißen wollen - dazu aber erst einmal den Iran als strategischen Schlüssel zu Asien beherrschen müssen.

Re: Gegenfrage

Verfasst: Freitag 10. November 2006, 01:16
von Uwe Schmidt
sofaklecks hat geschrieben:Gegenfrage Robert:

Ist "Alles auf Zucker" auch rassistisch?

Man kann durch Übertreibung das Gegenteil bewirken. Die Frage natürlich, ob das jeder versteht.

Gegenfrage zwei:

War "Der grosse Diktator" rassistisch? Stop: Nicht das unterschiedliche Niveau diskutieren. Oder ist Rassismus eine Frage des Niveaus?

Res severa.

sofaklecks



Sehr gutes Beispiel: noch immer haben die Juden (hier Charly Chaplin, auch wenn er bestritt, Jude zu sein..oder nur jüdischen Glaubens?) ihre Kämpfe (hier gegen Hitler) mit dem Mittel der Satire geführt.

Verfasst: Freitag 10. November 2006, 09:06
von Pelikan
Man könnte an Cohens Vorgehen so einiges zurecht kritisieren, zum Beispiel, wie er sich von seinen 'Opfern' Sendegenehmigungen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschleicht.

Ihm Rassismus vorzuwerfen allerdings bedeutet Borat auf den Leim zu gehen. Denn warum wird Borat von seinen Gesprächspartnern so wohlwollend und nachsichtig behandelt, selbst wenn er den übelsten rassistischen Müll labert? Weil sie in ihm ein minderbemitteltes Kind sehen. Sie erwarten von einem Kasachen keine größeren intellektuellen Leistungen und kein zivilisiertes Benehmen. Wer nun meint, die Kasachen hätten es nötig, von Zensurbehörden beschützt zu werden, muß letztlich ebenso herablassend und gönnerhaft über sie denken, denn er erwartet nicht, daß sie zur zivilisatorischen Leistung, über sich selbst lachen zu können, fähig sind.

Denn warum sonst käme niemand auf den Gedanken, den Rassismusvorwurf konsequent zu Ende zu denken und Cohens dritter Figur, Brüno dem stockschwulen Modedesigner aus Österreich, vorzuwerfen, die 'Völker Westeuropas zu beschimpfen'? Warum nimmt Borats Herkunft eine solche Bedeutung ein, aber Brünos nicht? Is it because I is black?

Verfasst: Samstag 11. November 2006, 12:58
von Ewald Mrnka
quod licet Jovi non licet bovi

Verfasst: Samstag 11. November 2006, 13:04
von Petra
Pelikan hat geschrieben:Wer nun meint, die Kasachen hätten es nötig, von Zensurbehörden beschützt zu werden, muß letztlich ebenso herablassend und gönnerhaft über sie denken, denn er erwartet nicht, daß sie zur zivilisatorischen Leistung, über sich selbst lachen zu können, fähig sind.
Im TV wurde berichtet, der kasachische Präsident (oder ein anderer hoher Politiker) hätte beim Staatsbesuch in USA das Thema angesprochen. Und nicht lobenderweise. Ist er unzivilisiert? :hmm:

Würdest du, Pelikan, bei einem solchen Film über Katholiken, produziert von Nichtkatholiken, auch zu dieser "zivilisatorischen Leistung" fähig sein?

Verfasst: Samstag 11. November 2006, 21:42
von Stephen Dedalus
Was für ein albernes Gezeter um diesen Film!

Lustig finde ich, daß hier immer alle auf PC rumknüppeln, und wenn dann mal jemand einen Film macht, der wirklich nicht PC ist, dann ist es natürlich ganz und gar falsch. Ich habe mich jedenfalls königlich in diesem Film amüsiert. Natürlich ist der Film kein bißchen rassistisch. Jeder, der die Witze auf Kosten der Kasachen und Usbeken für "real" hält, gehört sowieso in die Hoppla. Ansonsten sind es vor allem die US und A, die ihr Fett abkriegen, und das nicht zu knapp. Natürlich wird mit dem Motiv Antisemitismus gespielt. Aber alles wieder auf eine Art, die den jeweiligen Vertretern ihren Spiegel vorhält. "The Running of the Jew" zum Beispiel ist eine herrliche Idee. Und der Besuch in der Pfingstkirche - wunderbar! Die Schwulenparade mit Nachspiel - herrlich!

Verfasst: Sonntag 12. November 2006, 07:57
von Ewald Mrnka
Stephen Dedalus hat geschrieben:Was für ein albernes Gezeter um diesen Film!

Lustig finde ich, daß hier immer alle auf PC rumknüppeln, und wenn dann mal jemand einen Film macht, der wirklich nicht PC ist, dann ist es natürlich ganz und gar falsch. Ich habe mich jedenfalls königlich in diesem Film amüsiert. Natürlich ist der Film kein bißchen rassistisch. Jeder, der die Witze auf Kosten der Kasachen und Usbeken für "real" hält, gehört sowieso in die Hoppla. Ansonsten sind es vor allem die US und A, die ihr Fett abkriegen, und das nicht zu knapp. Natürlich wird mit dem Motiv Antisemitismus gespielt. Aber alles wieder auf eine Art, die den jeweiligen Vertretern ihren Spiegel vorhält. "The Running of the Jew" zum Beispiel ist eine herrliche Idee. Und der Besuch in der Pfingstkirche - wunderbar! Die Schwulenparade mit Nachspiel - herrlich!
Man sollte alles, wirklich alles, durch den Kakao ziehen zu dürfen.

Ich wünsche einen gesegneten Sonntag.

Verfasst: Dienstag 5. Dezember 2006, 19:44
von Petra

Re: Gegenfrage

Verfasst: Dienstag 5. Dezember 2006, 22:10
von Pit
Meiner Überzeugung nach hat Charlie Chaplin damals mit "Der grosse Diktator" zum richtigen Zeitpunkt (eben mit dem Mittel der Satire) über die irrsinnige, grössenwahnsinnige und rassistische Ideologie Hitlers aufgeklärt.

Gruß, Pit
Uwe Schmidt hat geschrieben:
Sehr gutes Beispiel: noch immer haben die Juden (hier Charly Chaplin, auch wenn er bestritt, Jude zu sein..oder nur jüdischen Glaubens?) ihre Kämpfe (hier gegen Hitler) mit dem Mittel der Satire geführt.

Verfasst: Dienstag 5. Dezember 2006, 22:13
von Pit
Dann wäre es also kein Problem, wenn man hier im Forum Witze über geistig Behinderte, die katholische Kirche, den Papst, Jesus, die Jungfrau Maria etc. machen würde ?

Gruß, Pit
Ewald Mrnka hat geschrieben:
Man sollte alles, wirklich alles, durch den Kakao ziehen zu dürfen.

Ich wünsche einen gesegneten Sonntag.

Re: Gegenfrage

Verfasst: Dienstag 5. Dezember 2006, 22:44
von Robert Ketelhohn
Pit hat geschrieben:Meiner Überzeugung nach hat Charlie Chaplin damals mit "Der grosse Diktator" zum richtigen Zeitpunkt (eben mit dem Mittel der Satire) über die irrsinnige, grössenwahnsinnige und rassistische Ideologie Hitlers aufgeklärt.
Nee, er hat (recht geschickt) den Feind lächerlich gemacht. Der Ideologie geht der Film überhaupt nicht auf den Grund.

Verfasst: Dienstag 5. Dezember 2006, 23:21
von Knecht Ruprecht
Das lustigste an dem Film ist die Badehose. Ich habe den Film noch nicht gesehen, dennoch ist mir der Text oder Ton egal, von mir aus auch auf chinesisch, hauptsache die Bilder sind lustig. An die Bud Spencer & Terence Hill Filme kommt der Film bestimmt eh nicht ran. Gut ist auch der Film namens " Wo bitte ist die 7. Kompanie geblieben" oder so ähnlich. Der lief mal auf Kabel 1. leider habe ich den Film nie wieder gesehen.

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 06:39
von Linus
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Das lustigste an dem Film ist die Badehose. Ich habe den Film noch nicht gesehen, dennoch ist mir der Text oder Ton egal, von mir aus auch auf chinesisch, hauptsache die Bilder sind lustig. An die Bud Spencer & Terence Hill Filme kommt der Film bestimmt eh nicht ran. Gut ist auch der Film namens " Wo bitte ist die 7. Kompanie geblieben" oder so ähnlich. Der lief mal auf Kabel 1. leider habe ich den Film nie wieder gesehen.
Danke knecht, jetzt versteh i di a bisserl besser, wie deine Beiträg' zustandekommen:" Wann die Buchstaben lustig kombiniert san, dann schreib i an andern lustigen Beitrag, der die Buchstabn lustig kombiniert. Da Inhalt ist wuaschd, hauptsoch die Buchstabn san schee." :D :kiss:

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 14:58
von Knecht Ruprecht

Re: Gegenfrage

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 16:52
von Pit
Das ist richtig, ich habe mich wohl etwas ungeschickt ausgedrückt. Aber interessant finde ich auch, daß Chaplin in dem Film garnicht auf die Ideologie, die politischen Ansichten Hitlers eingehen brauchte, denn die Szene, in der er mit der Erde "jongliert" ist aussagekräftig genug.
Ganz zu schweigen von der brillianten "Rede" des "Diktators". (Vergleich die mal mit Reden Hitlers in alten Wochenschuaufnahmen. Chaplin hat die Art Hitlers Reden zu halten hervorragend parodiert (bis hin zu der sich überschlagenden Stimme) und damit das Auftreten Hitlers ins Lächerliche gezogen.

Gruß, Pit
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Nee, er hat (recht geschickt) den Feind lächerlich gemacht. Der Ideologie geht der Film überhaupt nicht auf den Grund.

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 16:57
von Pit
Also nicht, daß ich etwas gegen Bud Spencer, diesen "italienischen Haudegen" hätte, aber "Der grosse Diktator" von Charlie Chaplin ist und bleibt eine andere Grössenordung. Nebenbei habe ich deb Film schon mehr als einmal gesehen, halte ihn immer noch für genial und bin der Überzeugung, daß er keineswegs lustig, sondern auf eine bestimmte Art und Weise tragisch ist, auch aus zeitgeschichtlicher Sicht.

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Ich habe den Film noch nicht gesehen, dennoch ist mir der Text oder Ton egal, von mir aus auch auf chinesisch, hauptsache die Bilder sind lustig. An die Bud Spencer & Terence Hill Filme kommt der Film bestimmt eh nicht ran.

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 17:59
von Knecht Ruprecht
Pit hat geschrieben:Also nicht, daß ich etwas gegen Bud Spencer, diesen "italienischen Haudegen" hätte, aber "Der grosse Diktator" von Charlie Chaplin ist und bleibt eine andere Grössenordung. Nebenbei habe ich deb Film schon mehr als einmal gesehen, halte ihn immer noch für genial und bin der Überzeugung, daß er keineswegs lustig, sondern auf eine bestimmte Art und Weise tragisch ist, auch aus zeitgeschichtlicher Sicht.

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Ich habe den Film noch nicht gesehen, dennoch ist mir der Text oder Ton egal, von mir aus auch auf chinesisch, hauptsache die Bilder sind lustig. An die Bud Spencer & Terence Hill Filme kommt der Film bestimmt eh nicht ran.
Ich finde alle Filme, in denen Bud Spencer und Terence Hill zusammen auftreten für unerreichbar. Wenn Terence Hill alleine eine ganze Bradpfanne Bohnen leer isst, dann ist es zum einen lustig anzusehen und zum anderen kriegt ich dabei selber hunger.

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 18:41
von Pit
Ich habe auch nicht gesagt, daß ich die Filme schlecht finde (unter dem Aspekt der reinen Unterhaltung), aber sollte man Filme (oder deren Aussage) lediglich danach bewerten, ob "die Bilder lustig" sind?
Kennst Du "Lichter der Großstadt" von Charlie Chaplin oder "Metropolis" von Fritz Lang oder "The Missio" mit Jeremy Irons?

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Ich finde alle Filme, in denen Bud Spencer und Terence Hill zusammen auftreten für unerreichbar. Wenn Terence Hill alleine eine ganze Bradpfanne Bohnen leer isst, dann ist es zum einen lustig anzusehen und zum anderen kriegt ich dabei selber hunger.

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 18:44
von Stephen Dedalus
Knecht Ruprecht hat geschrieben: Ich finde alle Filme, in denen Bud Spencer und Terence Hill zusammen auftreten für unerreichbar.
Mit 14 war ich genau Deiner Meinung. Das verwächst sich.
:D :D :D

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 18:53
von Pit
o.k., mit 14 Jahren ist das in Ordnung, aber 10 Jahre später sollte man Filme nicht nur gut finden, weil die Bilder so lustig sind.

Gruß, Pit
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Mit 14 war ich genau Deiner Meinung. Das verwächst sich.
:D :D :D

Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 18:53
von Knecht Ruprecht
Pit hat geschrieben:Ich habe auch nicht gesagt, daß ich die Filme schlecht finde (unter dem Aspekt der reinen Unterhaltung), aber sollte man Filme (oder deren Aussage) lediglich danach bewerten, ob "die Bilder lustig" sind?
Kennst Du "Lichter der Großstadt" von Charlie Chaplin oder "Metropolis" von Fritz Lang oder "The Missio" mit Jeremy Irons?

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Ich finde alle Filme, in denen Bud Spencer und Terence Hill zusammen auftreten für unerreichbar. Wenn Terence Hill alleine eine ganze Bradpfanne Bohnen leer isst, dann ist es zum einen lustig anzusehen und zum anderen kriegt ich dabei selber hunger.
Ich bekomme nur bei wenigen Filme hunger,wenn im Film gegessen wird. Als gehen mit die Bud Spencer und Terence Hill Filme schon "unter die Haut".