Was kommt nach der Postmoderne?

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overkott
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Was kommt nach der Postmoderne?

Beitrag von overkott »

Das vergangene Jahrhundert war ebenso ein modernes, wie ein postmodernes. Es hat in der ersten Hälfte die modernen Ideologien bis zum Totalitarismus pervertiert und in der zweiten Hälfte weitgehend überwunden.

Wenn auch die Diskussion um die Postmoderne in den achtziger Jahren ebenso aufblühte wie verstummte, halten ihre Phänomene seit dieser Zeit an.

Die Frage nach dem Anfang und Ziel des Menschen, des Lebens und guten Zusammenlebens ist damit weder eindeutig beantwortet, noch abgeschafft. Auch der atheistische Totalitarismus konnte die Hoffnung der Menschen nicht vernichten.

Auf Gott als den Inbegriff des Anfangs ohne Anfang, des grundlosen Urgrundes, der Liebe ohne Begründung richtet sich nach wie vor die Hoffnung der meisten Menschen.

Gleichwohl wird die Postmoderne wohl kaum durch eine rationale Metareligion überwunden werden, auch wenn sich Theologen dieses zum Projekt machen werden.

Die Kirche wird im Namen Jesu Christi in der biblischen Weisheitstradition die Botschaft der Liebe in Liturgie und Leben vergegenwärtigen und als Sauerteig in der postmodernen Weltgesellschaft wirken.

Ein Ende der Postmoderne ist nicht absehbar.

Raphael

Re: Was kommt nach der Postmoderne?

Beitrag von Raphael »

overkott hat geschrieben:Ein Ende der Postmoderne ist nicht absehbar.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, ..........

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Die Finanzmarkt- und Ölkrise läutet gerade das Ende der Postmodernen ein.

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overkott
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Beitrag von overkott »

In welcher Hinsicht?

Albert
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Re: Was kommt nach der Postmoderne?

Beitrag von Albert »

Raphael hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Ein Ende der Postmoderne ist nicht absehbar.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, ..........
Außer dem Vater.

Gott sei Dank!

Aber - wir haben Röm 8,35 und Mt 28,20.

Grüße,
Albert

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Kurt hat geschrieben:Die Finanzmarkt- und Ölkrise läutet gerade das Ende der Postmodernen ein.
Armut:

http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 43035.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586199,00.html

http://www.it-times.de/news/nachricht/d ... ozent-ein/

http://www.handelsblatt.com/politik/kon ... rk;2071409

.........und dem DAX geht es auch noch nicht richtig gut:
http://de.finance.yahoo.com/q?s=^GDAXI

Von "Postmoderne" würde ich (noch) nicht sprechen. Geistig befinden wir uns immer noch im Zeitalter des (fast ungebrochenen)Aufklärungsoptimismus. Damit wird erst Schluß sein, wenn Brot & Spiele nicht mehr finanzierbar sein werden; man wird eine Diktatur etablieren (müssen), die sich aber diesen Namen sehr energisch verbitten wird :mrgreen: Dann ist "Neusprech" (wie z.T. schon heute) streng eingeforderte Pflicht.

Vorbereitungen für diese schöne neue Welt werden derzeit getroffen. Die technischen Voraussetzungen für "1984" sind vorhanden............und was man hat, das will und wird man auch einsetzen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

Kurt
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Beitrag von Kurt »

S&P Futures in USA vom Handel ausgesetzt wegen Limit Down.

Hah, jetzt gehts richtig los :shock:

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LaudaSion
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Beitrag von LaudaSion »

Ewald Mrnka hat geschrieben: Von "Postmoderne" würde ich (noch) nicht sprechen. Geistig befinden wir uns immer noch im Zeitalter des (fast ungebrochenen)Aufklärungsoptimismus.
Meiner Einschätzung nach ist der Aufklärungsoptimismus nachdem sich der Konsumismus durchgesetzt hat gänzlich verschwunden. Dieser bröckelt nun ebenfalls; händeringend werden Antworten und neue Leitlinien gesucht....möglichweise steht uns eine zweite Aufklärung bevor, die einige Missverständnisse der "1. Aufklärung" klärt, bereinigt und den Relativismus in seine Schranken weist.

Also: eine Aufklärung der Aufklärung.
Domine, labia mea aperies,
et os meum annunciabit laudem tuam!

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

LaudaSion hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben: Von "Postmoderne" würde ich (noch) nicht sprechen. Geistig befinden wir uns immer noch im Zeitalter des (fast ungebrochenen)Aufklärungsoptimismus.
Meiner Einschätzung nach ist der Aufklärungsoptimismus nachdem sich der Konsumismus durchgesetzt hat gänzlich verschwunden. Dieser bröckelt nun ebenfalls; händeringend werden Antworten und neue Leitlinien gesucht....möglichweise steht uns eine zweite Aufklärung bevor, die einige Missverständnisse der "1. Aufklärung" klärt, bereinigt und den Relativismus in seine Schranken weist.

Also: eine Aufklärung der Aufklärung.
Konsumismus bedeutet für mich ein Stadium der polit-ökonomischen Praxis von Aufklärung: Der Glaube an den lieben Gott wird durch das Klingeln der Registrierkasse ersetzt ("Wirtschaftswachstum", "Aufschwung" u.ä. Orwellgeschwafel). Wenn Schluß mit Lustig ist, dann wird man den Talmi-Charakter einiger "Werte", mit denen man die Gehirne seit 1789 (und früher) verkleistert hat, eher durchschauen.

Die derzeitige "Finanzkrise" klärt auch tüchtig auf: Nämlich den Betrugs-und Talmicharakter des Fiat-money. Es werden schon bald noch weitere schmutzige Ecken des Systems "Aufklärung" ausgeleuchtet werden.

Bloch pflegte gewisse Aspekte als "Aufkläricht" zu bezeichnen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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LaudaSion
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Beitrag von LaudaSion »

Ewald Mrnka hat geschrieben:
LaudaSion hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben: Von "Postmoderne" würde ich (noch) nicht sprechen. Geistig befinden wir uns immer noch im Zeitalter des (fast ungebrochenen)Aufklärungsoptimismus.
Meiner Einschätzung nach ist der Aufklärungsoptimismus nachdem sich der Konsumismus durchgesetzt hat gänzlich verschwunden. Dieser bröckelt nun ebenfalls; händeringend werden Antworten und neue Leitlinien gesucht....möglichweise steht uns eine zweite Aufklärung bevor, die einige Missverständnisse der "1. Aufklärung" klärt, bereinigt und den Relativismus in seine Schranken weist.

Also: eine Aufklärung der Aufklärung.
Konsumismus bedeutet für mich ein Stadium der polit-ökonomischen Praxis von Aufklärung: Der Glaube an den lieben Gott wird durch das Klingeln der Registrierkasse ersetzt ("Wirtschaftswachstum", "Aufschwung" u.ä. Orwellgeschwafel). Wenn Schluß mit Lustig ist, dann wird man den Talmi-Charakter einiger "Werte", mit denen man die Gehirne seit 1789 (und früher) verkleistert hat, eher durchschauen.

Die derzeitige "Finanzkrise" klärt auch tüchtig auf: Nämlich den Betrugs-und Talmicharakter des Fiat-money. Es werden schon bald noch weitere schmutzige Ecken des Systems "Aufklärung" ausgeleuchtet werden.

Bloch pflegte gewisse Aspekte als "Aufkläricht" zu bezeichnen.
Nun, vordergründig ist der Konsumismus eine weitere Facette der Aufklärung, doch genau betrachtet, legt der Konsumismus die ratio in die Fesseln der "niedrigen" Bedürfnisse. Letztlich kann der Konsumismus sogar vermeintlich wesentliche Errungenschaften der Aufklärung vernichten, so wie er tatsächlich auch den Glauben an Gott verdrängt.

Ich pflichte Dir bei, die jetzige Finanzkrise kann eine neue Epoche einläuten, zumal viele Zeichen auf ein Umdenken müssen stehen: die zunehmende Auseinandersetzung von Glaube und Vernunft, Kritik der historisch-kritischen Exegese, das Überschreiten ethischer Grenzen in Biotechnologie und Medizin, wieder zunehmender Welthunger, zunehmende Armut in der sog. westlichen Zivilisation und die neu aufstehende Sinnfrage angesichts eines immer weniger Menschen zugänglichen befriedigenden Konsums.

Natürlich hoffe ich, dass die Finazkrise nicht noch weitere Kreise zieht und Existenzen bedroht, aber man darf die ungeheuren Chancen dieser Katastrophe für die westliche Zivilisation nicht vergessen.
Domine, labia mea aperies,
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