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Das Ende der Sozialdemokratie in Deutschland?
Verfasst: Montag 10. November 2008, 22:36
von Kurt
Nach dem Ypsilanti Debakel als vorläufigem Höhepunkt der inneren Zerissenheit der SPD steht die Partei vor einem Scherbenhaufen. In den Vordergund treten zwischenmenschliche
Zerwürfnisse, wie sie sonst nur in schlechten katholischen Foren vorkommen.
Ich frage mich, wann der Anfang in dieser Krise war. Bereits 1983 prognostizierte Herbert Wehner eine Opposition für mindestens 20 Jahren. Ganz so lange dauerte es nicht, aber könnte dies der Anfang vom Ende gewesen sein? War es Kohl, der die SPD zerrüttete, mit seinen 16 Jahren Kanzlerschaft?
Oder können wir Schröder mit seiner Agenda-Politik, den Bossen der Genossen als Spaltpiz sehen? Er trieb einen Keil in die Anhängerschaft; jene die die alte Sozialdemokratie vertraten und die neuen.
War es erst Lafontaine, der die Partei zerstörte? Clement, Ypsilanti, Beck?
Erleben wir den Niedergang der großen deutschen Sozialdemokratie, die nie richtig groß geworden ist? Es sieht alles danach aus, als breche diese Partei endgültig auseinander. Es kann sein, daß die Partei bei der Wahl 2013 einstellig wird.
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 00:18
von ar26
Kann es nicht vielleicht sein, daß ein hin und her innerhalb und zwischen ähnlichen politischer Lager etwas ganz natürliches ist? Hat Wehner nicht mit den 20 Jahren eine Einschätzung darüber abgegeben, ab wann die Grünen koalitionstauglich sind und Rot-Grün möglich ist? Ist es nicht so, daß eine Linkspartei den erweiterten linken Flügel der SPD darstellt? Ist es nicht so, daß auf der anderen Seite des politischen Spektrums eine derartige Bewegung eher nicht erwünscht ist?
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 00:59
von maliems
Das 2-Lager-Denken in 2 großen Volksparteien ist eine westdeutsche Sache. Logisch, dass mit der DDR frischer Wind rein kommt, in beiden Lagern. Die Linken passen der Westdeutschen SPD nicht, die (mir fällt das Wort nicht ein-Skinheads???) passen der Westdeutschen CDU nicht.
Also: nix besonderes.
Re: Das Ende der Sozialdemokratie in Deutschland?
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 08:07
von Lutheraner
Kurt hat geschrieben:Das Ende der Sozialdemokratie in Deutschland?
Nein.
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 08:18
von Gerhard
Interessanter scheint Münte die Zeichen der Zeit erkannt zu haben un ruft zum Schulterschluss mit der Linkspartei

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 10:44
von pierre10
Es stellt sich die Frage, ob das Einteilen in rechts und links heute noch sinnvoll und zeitgemäß ist.
Politik hat nur dann Erfolg, wenn sie die Menschen weiter bringt. Also sozial ist. Auf der anderen Seite haben wir erlebt, dass der reine Sozialismus Schiffbruch erlitten hat, also geht es auch um das Kapital, ohne welches heute niemand existieren kann.
Vielleicht sollten wir die Politik neu erfinden, um solche Exzesse wie in Hessen und auch wie mit Lafontaine zu vermeiden.
Pierre
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 10:47
von Gerhard
Lieber Pierre,
wir müssen keine Politik neu erfinden, wir müssen nur Demokratie leben.
Gruß
Gerhard
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 13:23
von Edi
pierre10 hat geschrieben:Es stellt sich die Frage, ob das Einteilen in rechts und links heute noch sinnvoll und zeitgemäß ist.
Da kann ich dir sogar zustimmen. Oftmals ist links sinnvoller, oftmals rechts. Leider hängen viele Menschen aber immer nur der einen, andere der andern Richtung an. Wer die Diskussion zwischen Lafontaine und Merz im ZDF verfolgt hat und nicht voreingenommen ist, der wird erkannt haben, dass beide in Teilen recht hatten, aber leider sind beide auch wieder zu einseitig orientiert.
Im ökologischen und sozialen Bereich halte ich z.B. die Grünen im vielem für fortschrittlicher als andere Parteien, in Teilen auch die SPD. In Steuerfragen sind andere Parteien wieder besser, ebenso wenn um es christliche Ethik geht. Leider gibt es keine Partei, die nicht irgendwo einseitig wäre und leider haben gewisse Lobbygruppen aller Art nach wie vor grossen Einfluß auf die Politik.
Re: Das Ende der Sozialdemokratie in Deutschland?
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 17:06
von Ewald Mrnka
Lutheraner hat geschrieben:Kurt hat geschrieben:Das Ende der Sozialdemokratie in Deutschland?
Nein.
Nein, nein, keine Sorge, die Sozen sind "unausrottbar wie der Erdfloh". Das sind Stehaufmännchen, die zwar degenerieren, aber tapfer weiterstrampeln. Sie brauchen noch nicht einmal ein Programm oder wirklich gute Leute, ihnen reicht zum Überleben, wenn ein wenig Stallgeruch haften bleibt.
Die Sozis sind erst dann am Ende, wenn das Parlamentarische System zu Ende ist; und das hat noch lange lange seine historische Berechtigung.
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 17:10
von Gerhard
Lieber Ewald,
ob solche Sozen wie unser ehemaliger Bundesbiertrinker noch Sozen sind, könnte ja mal in die gesellige Runde eingeworfen werden.
Oskar Lafontaine hat sich ja nicht ohne Not von seinen damaligen Genossen losgesagt.
G.
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 17:26
von Ewald Mrnka
Gerhard hat geschrieben:Lieber Ewald,
ob solche Sozen wie unser ehemaliger Bundesbiertrinker noch Sozen sind, könnte ja mal in die gesellige Runde eingeworfen werden.
Oskar Lafontaine hat sich ja nicht ohne Not von seinen damaligen Genossen losgesagt.
G.
Den Begriff "Soz/Sozi" darf man nicht zu eng fassen; in der guten alten SPD finden sich nämlich allerleilei Sozialisationstypen zusammen: Salonbolschewisten, Herz-Jesu-Sozialisten á la Blüm, Stalinisten, Gutmenschen, viele viele Opportunisten und was sich sonst noch im großen Zoo tummelt ........beim Fußvolk aber eher Normalos, die sich nun mal für eine der Zirkusparteien entschieden haben; mit diesem Potential kann man immer wieder auf Stimmenfang gehen & erfolgreich absahnen.
Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 21:26
von Kurt
Gerhard hat geschrieben:Interessanter scheint Münte die Zeichen der Zeit erkannt zu haben un ruft zum Schulterschluss mit der Linkspartei

Es stellt sich die Frage, wozu man die SPD noch braucht, wenn es links die SED und in der linken Mitte die CDU nahtlos anknüpfen.
Verfasst: Mittwoch 12. November 2008, 05:36
von Ewald Mrnka
Kurt hat geschrieben:Gerhard hat geschrieben:Interessanter scheint Münte die Zeichen der Zeit erkannt zu haben un ruft zum Schulterschluss mit der Linkspartei

Es stellt sich die Frage, wozu man die SPD noch braucht, wenn es links die SED und in der linken Mitte die CDU nahtlos anknüpfen.
Prinzipiell hast Du Recht, aber es wirkt auch so etwas wie ein Trägheitsgesetz; sicher wird die "Linke" am linken Rand der SPD Stimmen abziehen - ob aber die CDU ernsthaft in der Mitte der SPD abfischen kann - das bezweifle ich.
Insgesamt erodieren alle sogenannten Volksparteien, zudem klappt das mit der Wahlbeteiligung auch nicht mehr so wie früher. Die Leute werden erfahrener, aufgeklärter.....zynischer. Sie erkennen immer deutlicher von wem und wie sie am Nasenring geführt & ausgeplündert werden; sie verlieren den Glauben an die Taschenspieler. Das faßt man unter dem euphemistischen Begriff "Politikverdrossenheit" zusammen.
Weimar läßt grüßen
Ich wünsche allerseits einen erfolgreichen Tag mit einerm hohen Wirkungsgrad

Verfasst: Freitag 14. November 2008, 13:23
von Gerhard
Infratest dimap sieht SPD bei 25 %.
Verfasst: Freitag 14. November 2008, 15:38
von overkott
Ein Konsolidierungskurs der SPD wäre wünschenswert, weil sie neben der CDU/CSU als die zweite Säule des Parteiensystems gilt.
Die SPD könnte sich konsolidieren, wenn sie bereit ist, in die Opposition zu gehen und dies dem Wähler eindeutig sagt:
Die Linke ist für uns keine Alternative und kein Koalitionspartner. Wir stehen für diese Politik und gehen dafür notfalls in die Opposition.
Dann kann sie Wähler von der Linken und aus der Mitte zurückgewinnen.
Diese Botschaft kommt aber bei der SPD nicht an. Sie setzt weiter auf Durchwurschteln und Dabeiseinistalles.
Münte fehlt zur Konsolidierung leider der Mumm.
Verfasst: Freitag 14. November 2008, 17:03
von ar26
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 03,00.html
Eine Partei, die offenkundig derart oligarchisch ist, daß sie mit normaler innerparteilicher Demokratie nicht klar kommt, verdient den Untergang. Sich für den Studienabrecher Annen (er schaffte das Latinum nicht

) so ins Zeug zu legen, zeugt von mittlerem Grad des Schwachsinns.
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 12:16
von Ewald Mrnka
ar26 hat geschrieben:http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 03,00.html
Eine Partei, die offenkundig derart oligarchisch ist, daß sie mit normaler innerparteilicher Demokratie nicht klar kommt, verdient den Untergang. Sich für den Studienabrecher Annen (er schaffte das Latinum nicht

) so ins Zeug zu legen, zeugt von mittlerem Grad des Schwachsinns.
Die SPD kann nicht untergehen - Dummheit, Ignoranz & Korruption sind sind grundsätzlich kein Hindernis um in diesem System Karriere zu machen. In unserer Bonzokratie ist Bildung nicht gefragt - Bildung ist eher verdächtig

.
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 16:50
von Pit
Ewald Mrnka hat geschrieben:
...
In unserer Bonzokratie ist Bildung nicht gefragt - Bildung ist eher verdächtig

.
Ein kleiner Tip an das Ewald!
Wenn dieses Land so schlecht ist:
Auswandern!
Gruß,Pit
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 16:53
von Gerhard
Vielleicht ist das so eine Art Haßliebe. Ewald würde doch auch deutscher Staatsbürger bleiben.
Auswandern ist keine Lösung. Qua Geburt ist das Schicksal vorbestimmt.
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 17:36
von Pit
Gerhard hat geschrieben:Vielleicht ist das so eine Art Haßliebe. Ewald würde doch auch deutscher Staatsbürger bleiben.
Auswandern ist keine Lösung. Qua Geburt ist das Schicksal vorbestimmt.
Nun, schau mal über die Suchfunktion nach, was Ewald bisher über dieses Land schrieb, da scheint mir der Hass zu überwiegen.
"Das Ewald" deswegen, weil er mangels Benehmen immer wieder schreibt, "das Merkel" hätte dieses oder jenes getan.
Gruß,Pit
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 18:08
von Linus
uh ich hör den politisch gemainstreamten Pitbull heulen.

Verfasst: Samstag 15. November 2008, 19:19
von Pit
Linus hat geschrieben:uh ich hör den politisch gemainstreamten Pitbull heulen.

Nö, da kannst Du Dich beruhigen.

Außerdem habe ich etwas gegen den Mainstream.
Aber Leute, die statt selber anzufangen,Missstände zu verändern, nur darüber meckern ,was verändert werden muß, sind mir suspekt, cund das Ewald gehört zu eben diesen Personen.
Gruß,Pit
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 19:20
von Gerhard
Hallo Pit,
bist Du schon mal auf den Gedanken gekommen, dass Leute wie Ewald etwas verändern wollen und Gleichgesinnte suchen?
Gruß
Gerhard
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 20:11
von Pit
Gerhard hat geschrieben:Hallo Pit,
bist Du schon mal auf den Gedanken gekommen, dass Leute wie Ewald etwas verändern wollen und Gleichgesinnte suchen?
Gruß
Gerhard
Mehr als einmal, aber nach dem er einmal schrieb, daß er hoffte, in Deutschland würde bald ein Bürgerkrieg ausbrechen, damit - so damals Ewald sinngemäß - endlich das System in der Bundesrepublik unterginge, frage ich mich, ob er wirklich etwas verändern möchte, oder ob er nur den Untergang der Bundesrepublik herbeisehnt?
Gruß,Pit
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 20:38
von Peti
Pit hat geschrieben:Gerhard hat geschrieben:Vielleicht ist das so eine Art Haßliebe. Ewald würde doch auch deutscher Staatsbürger bleiben.
Auswandern ist keine Lösung. Qua Geburt ist das Schicksal vorbestimmt.
Nun, schau mal über die Suchfunktion nach, was Ewald bisher über dieses Land schrieb, da scheint mir der Hass zu überwiegen.
"Das Ewald" deswegen, weil er mangels Benehmen immer wieder schreibt, "das Merkel" hätte dieses oder jenes getan.
Gruß,Pit
Ich seh hier hauptsächlich Enttäuschung und Verbitterung
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 20:53
von ar26
@ Pit
Bitte den Link angeben, wenn Du Ewald zitierst. Nicht das es wieder zu Falschinformationen von Deiner Seite kommt
Ewald hat halt seine eigene Art. Ich bin hier mehr als einmal mit ihm aneinander geraten. Dennoch hat er in manchen Punkten IMHO recht. Insgesamt halte ich ihn für eine Bereicherung des Forums.
Zum Thema: es scheint auch bei den Sozen manchmal noch vernünftig zuzugehen:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 33,00.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 83,00.html
Verfasst: Sonntag 16. November 2008, 12:33
von Ewald Mrnka
Das ist in jeder großen Partei so. In der SPD tummeln sich ja nicht nur übergeschnappte Doktrinäre, sondern auch viele nüchterne Opportunisten & Normalos - die SPD in Hessen wird sich sicher wieder regenerieren - (vielleicht bis zum übernächsten Gang zur Wahlurne, wenn es denn einen übernächsten Wahlgang in Hessen geben wird.

)
Verfasst: Sonntag 16. November 2008, 22:51
von overkott
Die Annen-Geschichte hätten sich Münte und der Außenminister nicht ans Bein binden müssen.
Verfasst: Montag 17. November 2008, 09:11
von ar26
Man muss ja mal fair sein. Nicht, daß mich das BKA-Gesetz beunruhigt hätte, ich benutze ja eh nichts aus Redmond, so daß mein System davor sicher ist. Aber muss die sächsischen Sozialdemokraten hier einmal loben:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 50,00.html
Da haben die Erben von August Bebel, Wilhelm Liebknecht und Herbert Wehner ja mal was vernünftiges zustande gebracht.
Verfasst: Montag 17. November 2008, 09:12
von Gerhard
Erstmal abwarten, was der Bundesrat macht. SA scheint sich querzustellen.
Verfasst: Mittwoch 17. Dezember 2008, 22:13
von Kurt
Clement denkt über Parteigründung nach
Vor drei Wochen ist der frühere NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement aus der SPD ausgetreten. In einem Interview denkt er nun darüber nach, dass wie sinnvoll eine neue sozialliberale Partei zu gründen. Der Ex-Bundesminister glaubt, "dass es eine Basis gäbe für eine sozialliberale Kraft hier in Deutschland", sagte Clement im Magazin "Cicero".
Würden Merz und Metzger mitmachen, würde ich sehr viel von der Idee versprechen.
Die SPD könnte dann allerdings einpacken.