Seite 1 von 3

Heavy Metal

Verfasst: Montag 13. Juli 2009, 02:36
von Nassos
Hallo Leute,

da ich selber ein Liebhaber härterer Töne bin, und auch mal die Suche nach "heavy metal" eingeleitet hatte, denke ich, könnte man sich auch mal hier mit dieser Art der Musik auseinandersetzen.

Die von der Suche gefundenen Kommentare (erwartungsgemäß negativ) erweckten bei mir folgende Eindrücke:

Die Abneigung basiert auf eher Musikgeschmack, dann Reaktion auf ein provokatives äußeres Erscheinungsbild (wobei man sagen muss, dass die Szene inzwischen auch markengerecht gleichgeschaltet ist, ich habe seit Jahren keinen mehr in ner Kutte rumlaufen sehen).
Der wahrhaft gefährliche Teil (angezündete Kirchen in Norwegen) beruht auf Anarchismus, eventuell gespeist durch gesellschaftliche Schieflagen bzw. als Ergebnis kranker Hirne, die sich aber überall finden lassen.

Warum ist Metal satanisch? Liegt das an unseren Vorurteilen, am Geschmack oder was verbirgt sich sonst dahinter?

Danke,
Nassos

Re: Heavy Metal

Verfasst: Montag 13. Juli 2009, 23:11
von Hospes
Meiner Meinung nach kann man Heavy Metal nicht als Musik bezeichnen. Es ist nur Töneschrott, Geräuschmüll und Trommelterror.
Gruß Hospes

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 08:28
von lifestylekatholik
Nassos hat geschrieben:Warum ist Metal satanisch? Liegt das an unseren Vorurteilen, am Geschmack oder was verbirgt sich sonst dahinter?
Weil die selber mit solchen Symbolen rumspielen. Das hat nichts mit „uns“ sondern tatsächlich mit „denen“ zu tun.

Und meinst du mit den norwegischen Kirchenzündlern Varg Vikernes von Burzum? Das ist weniger „Anarchismus“, sondern der is halt irre; es ist aber folgerichtig, dass er sich in so’ner Szene wiederfindet.

Zum Musikalischen sage ich ersteinmal nüscht.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 08:39
von Christ86
Ich mag Heavy Metal, Gothic etc. :punk: :tanz:

Als ich aber dem Pfarramt einmal vorschlug einen Jugendgottesdienst mit derartiger Musik zu veranstalten, wollte man davon nichts wissen :traurigtaps:

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 08:50
von lifestylekatholik
Christ86 hat geschrieben:Als ich aber dem Pfarramt einmal vorschlug einen Jugendgottesdienst mit derartiger Musik zu veranstalten, wollte man davon nichts wissen :traurigtaps:
Vernünftig vom Pfarramt. Es gibt Dinge, die nicht zusammengehen.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 08:53
von taddeo
Christ86 hat geschrieben:Ich mag Heavy Metal, Gothic etc. :punk: :tanz:

Als ich aber dem Pfarramt einmal vorschlug einen Jugendgottesdienst mit derartiger Musik zu veranstalten, wollte man davon nichts wissen :traurigtaps:
Das scheint mal ein Pfarramt mit etwas Hirn gewesen zu sein.

Diese Art von Musik ist per se absolut ungeeignet für die Verwendung in Gottesdiensten, egal welcher Art. Hauptgrund dafür ist meiner Ansicht nach die schon im Namen zur Schau gestellte Grundhaltung der Agression, die sich in keiner Weise mit dem vereinbaren läßt, worum es in einem christlichen Gottesdienst gehen muß: die Grundhaltung der Gottesverehrung. Dem Gott, der die Liebe ist, kann ich nicht mit einer Musik lobsingen, deren einziger Zweck es ist, sich selbst darzustellen und die Hörer aufzupeitschen.

Vom mehr als fragwürdigen Menschenbild, das hinter Heavy Metal, Gothic oder Punk steht, mal ganz abgesehen. Ein Gottesbild gibt es ja vermutlich gar nicht in diesen Szenen.

In katholischen Gottesdiensten ist derartige Musik ganz unzweifelhaft strengstens verboten.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 08:58
von Christ86
taddeo hat geschrieben:
Christ86 hat geschrieben:Ich mag Heavy Metal, Gothic etc. :punk: :tanz:

Als ich aber dem Pfarramt einmal vorschlug einen Jugendgottesdienst mit derartiger Musik zu veranstalten, wollte man davon nichts wissen :traurigtaps:
Das scheint mal ein Pfarramt mit etwas Hirn gewesen zu sein.

Diese Art von Musik ist per se absolut ungeeignet für die Verwendung in Gottesdiensten, egal welcher Art. Hauptgrund dafür ist meiner Ansicht nach die schon im Namen zur Schau gestellte Grundhaltung der Agression, die sich in keiner Weise mit dem vereinbaren läßt, worum es in einem christlichen Gottesdienst gehen muß: die Grundhaltung der Gottesverehrung. Dem Gott, der die Liebe ist, kann ich nicht mit einer Musik lobsingen, deren einziger Zweck es ist, sich selbst darzustellen und die Hörer aufzupeitschen.

Vom mehr als fragwürdigen Menschenbild, das hinter Heavy Metal, Gothic oder Punk steht, mal ganz abgesehen. Ein Gottesbild gibt es ja vermutlich gar nicht in diesen Szenen.

In katholischen Gottesdiensten ist derartige Musik ganz unzweifelhaft strengstens verboten.
Tja, das sagte man mir auch. Wir seien keine Freikirchler, die derartige "Worships" veranstalten. Ausserdem wisse man nie, wenn uns bei derartiger "Musik" die Farbe von den Deckengemälden ablättern (oder gleich die Decke auf den Kopf fallen) würde... :roll:

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 09:00
von lifestylekatholik
taddeo hat geschrieben:Diese Art von Musik ist per se absolut ungeeignet für die Verwendung in Gottesdiensten, egal welcher Art. Hauptgrund dafür ist meiner Ansicht nach die schon im Namen zur Schau gestellte Grundhaltung der Agression, die sich in keiner Weise mit dem vereinbaren läßt, worum es in einem christlichen Gottesdienst gehen muß: die Grundhaltung der Gottesverehrung. Dem Gott, der die Liebe ist, kann ich nicht mit einer Musik lobsingen, deren einziger Zweck es ist, sich selbst darzustellen und die Hörer aufzupeitschen.
Exakt. Messe ist Schauen nach oben auf Gott und Vereinigung mit den Chören der Engel und Heiligen im Lob seiner Herrlichkeit. Es ist geistige, nicht fleischliche Ekstase. Sie ist Feier und Teilnahme am Opfer Gottes, keine Amüsemangveranstaltung.

Die Farbe der Deckengemälde hat damit überhaupt nichts zu tun.

Aber es ging eigentlich nicht um Metal in der Messe sondern Metal generell, was eine andere Sache ist.

(Ohne novus ordo würde man überhaupt nicht auf solche abstrusen Ideen kommen.)

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 10:41
von Robert Ketelhohn
Hospes hat geschrieben:Meiner Meinung nach kann man Heavy Metal nicht als Musik bezeichnen. Es ist nur Töneschrott, Geräuschmüll und Trommelterror.
Gruß Hospes
:ja:

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 16:04
von Nietenolaf
Hospes hat geschrieben:Meiner Meinung nach kann man Heavy Metal nicht als Musik bezeichnen. Es ist nur Töneschrott, Geräuschmüll und Trommelterror.
Ok, wenn das das Problem daran ist, dann habe ich hier eine Lösung. Der Gehalt ist identisch, die Gestalt ist anders ("The lyrics aren't the problem, it's the music!"):
http://www.youtube.com/v/fc-V3NYckOI&hl=en&fs=1&rel=0

Übrigens kann ich Dich beruhigen, Nassos, denn alle im Umfeld der orth. Kirche bislang publizierten Schriften gegen den "Rock" etc., die ich kennenlernen durfte, beruhen auf katholischer Agitation von vor 30-40 Jahren. Insofern kann man momentan nur Meinungen zu diesem Thema haben, die aber alle letztlich auf Geschmacksfragen zurückgehen. Ich erlebe "Metal" nicht als per se satanisch, sondern als äußeren Ausdruck einer so oder so leidenden Seele. Leute mit Talent können sowas durchaus kraftvoll ausdrücken. Was die "spirituelle" Seite angeht, vermag ich aber keinen signifikanten Unterschied zwischen dem leidenschaftlich verzerrten Gesicht eines Klassik-Dirigenten und den ebenso leidenschaftlichen Lautäußerungen des Herrn Jäger von "Disbelief" zu erkennen (übrigens ein gutes Beispiel zur Untermalung des Gesagten). Dieses und jenes ist Kunst, wenn man diese als äußeren Ausdruck für das innere Seelenleben und als Streben zur Harmonie begreift. Insofern ist auch klar, daß ein Mensch, der irgendwie ein seelisches Gleichgewicht ("Apatheia") erreicht hat, keiner solchen Dinge mehr bedarf: sein gesamtes Leben ist dann die Kunst.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 16:44
von cantus planus
Ich wäre dafür, alle Musik, die nach 1920 entstanden ist, nur noch auf diese Art und Weise zu interpretieren:

http://www.youtube.com/v/DkTPoISU5z8&hl=de&fs=1

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 17:56
von Jacinta
cantus planus hat geschrieben:Ich wäre dafür, alle Musik, die nach 1920 entstanden ist, nur noch auf diese Art und Weise zu interpretieren:

http://www.youtube.com/v/DkTPoISU5z8&hl=de&fs=1
:klatsch: :klatsch: :klatsch:

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 18:02
von Clemens
Und was war jetzt daran der Witz? Ich nehme an, dass letztzitiertes Video eine "Musik" karrikierte, die nach 1920 entstanden ist. Aber welche?
Wer ist, bzw. sang die "sexbomb"? :achselzuck:

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 18:05
von lifestylekatholik
Clemens hat geschrieben:Wer ist, bzw. sang die "sexbomb"? :achselzuck:
Ich kann die Videos nicht kucken, aber Tom Jones sang Sexbomb (und ist auch eine). :ja:

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 18:44
von Linus
lifestyle unbesdingt anschuen du mußt - besorg dir zugang.

ist zum abkrümeln komisch.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 19:29
von martin v. tours
die zeit in der ich AUCH heavy metal hörte liegt hinter mir.
ich glaube auch nicht das diese musik per se satanisch ist, aber...zumindest damit zu koketieren gehört in dieser szene dazu.

http://www.magistrix.de/lyrics/ACDC/Hel ... 32346.html

bei solchen songtexten ,kann schon mal so ein verdacht aufkommen ;D

das gruppen wie led zeppelin (die ich mochte) anhänger des bekannten engl satanisen crowley sind sollte man wissen.

@nietenolaf,warum denkst du das dies auf katholische agitation (was für ein ausdruck :glubsch: ) zurückgeht?

ich glaube das bedenken gegenüber heavy metal musik gerade auch bei freikirchlern evang. etc zu finden sind und da sicher nicht aufgrund kath. agitation ?

martin v. tours

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 19:30
von cantus planus
Mir schienen evangelikale Kreise da immer besonders aktiv zu sein. In Deutschland wären die Darmstätter Marienschwestern zu nennen.

In katholischen Kreisen habe ich eine Grundsatzdiskussion dazu ehrlich gesagt noch nie erlebt.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 19:54
von lifestylekatholik
So, ich hab's nun gehört. Max Raabe und das Palastorchester covern Tom Jones. Ja, ist ganz lustig.

Ich finde Nietenolafs Video (das er schon in anderen Zusammenhängen angebracht hat, wenn ich mich richtig erinnere) weiterführend: Es ist nicht nur die Musik, es sind auch die Texte (selbst wenn man die zumeist nicht versteht).

Generell finde ich körperbetonte Musik unpassend für die Messe und deshalb auch unpassend für Christen. Man könnte jetzt auf Nietzsche verweisen, der das chthonische dionysische Prinzip vom solaren appolonischen unterschieden hat, was sich dann durchgehend z. B. auch bei Evola findet. Aber schon Paulus schreibt:
Paulus (Gal. 5, 19 -- 22) hat geschrieben:Dat is jo ganz klaar, wat dorbi rutkamen deit, wenn dat »Fleesch« regeeren deit: Horenkraam, Unreinheit, ahn Toom un Tögel leben, Götzendeenst, Zaubern, Fiendschop, Unfreeden, Iewersüük, Grimm, Striet, sik nich verdrägen, gegen den annern iewern, Afgunst, Moord, Suupen, Freten un wat sünst noch allens gifft.. [...] De Frucht vun den Geist awers is: Leevd, Freud, Freeden, Geduld, Fründlichkeit, Goodheit un Truu, Sachtmoot, sik Betähmen.
Was finden wir unter Metallern eher: Hurerei, Zügellosigkeit, Zaubern oder Liebe, Frieden, Geduld, Sanftmut, sich bezähmen?

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 21:58
von Maurus
lifestylekatholik hat geschrieben:So, ich hab's nun gehört. Max Raabe und das Palastorchester covern Tom Jones. Ja, ist ganz lustig.

Ich finde Nietenolafs Video (das er schon in anderen Zusammenhängen angebracht hat, wenn ich mich richtig erinnere) weiterführend: Es ist nicht nur die Musik, es sind auch die Texte (selbst wenn man die zumeist nicht versteht).

Generell finde ich körperbetonte Musik unpassend für die Messe und deshalb auch unpassend für Christen. Man könnte jetzt auf Nietzsche verweisen, der das chthonische dionysische Prinzip vom solaren appolonischen unterschieden hat, was sich dann durchgehend z. B. auch bei Evola findet. Aber schon Paulus schreibt:
Paulus (Gal. 5, 19 -- 22) hat geschrieben:Dat is jo ganz klaar, wat dorbi rutkamen deit, wenn dat »Fleesch« regeeren deit: Horenkraam, Unreinheit, ahn Toom un Tögel leben, Götzendeenst, Zaubern, Fiendschop, Unfreeden, Iewersüük, Grimm, Striet, sik nich verdrägen, gegen den annern iewern, Afgunst, Moord, Suupen, Freten un wat sünst noch allens gifft.. [...] De Frucht vun den Geist awers is: Leevd, Freud, Freeden, Geduld, Fründlichkeit, Goodheit un Truu, Sachtmoot, sik Betähmen.
Was finden wir unter Metallern eher: Hurerei, Zügellosigkeit, Zaubern oder Liebe, Frieden, Geduld, Sanftmut, sich bezähmen?
Von allem etwas. Wie überall, wo viele Menschen sind.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 22:19
von Pit
Heavy Metal ist genausowenig satanisch wie Hardrock,Blues oder Klassik.
Satanisch sind allenfalls die Texte der Musiker/Komponisten, nie aber die Musik.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 22:23
von cantus planus
Wobei man bei Heavy Metal weniger von Musik reden kann, denn von Klangextase. Es gibt ja kaum sinnvolle Melodieführungen, einen sehr simplen, stampfenden Rhythmus und kaum Variationen. Ein interessantes Arrangement erschließt sich mir auch nicht. Es geht eher um eine Klangcollage. Natürlich ist das nicht satanisch. Aber musikalisch ist es auch nicht.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 22:35
von Maurus
cantus planus hat geschrieben:Wobei man bei Heavy Metal weniger von Musik reden kann, denn von Klangextase. Es gibt ja kaum sinnvolle Melodieführungen, einen sehr simplen, stampfenden Rhythmus und kaum Variationen. Ein interessantes Arrangement erschließt sich mir auch nicht. Es geht eher um eine Klangcollage. Natürlich ist das nicht satanisch. Aber musikalisch ist es auch nicht.
"Heavy Metal" erscheint mir doch eher ein Oberbegriff zu sein. Der klassiche Heavy Metal, der noch sehr nahe bei Rock oder Hard Rock angesiedelt ist, verfügt mE schon über ein melodisches Gefüge. Es gibt ja auch Stilrichtungen wie Melodic Metal, Symphonic Metal, die durchaus alte Musikstile integrieren.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 22:50
von Robert Ketelhohn
Mich interessiert eher, wozu V2A taugt, wofür V4A und wofür Hastelloy, z. B.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 22:54
von cantus planus
Aus V2A besteht mein Dachgartengeländer. Nahezu unverwüstlich!

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 23:00
von Robert Ketelhohn

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 23:12
von Leguan
Bild

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 23:32
von lifestylekatholik
Maurus hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:Was finden wir unter Metallern eher: Hurerei, Zügellosigkeit, Zaubern oder Liebe, Frieden, Geduld, Sanftmut, sich bezähmen?
Von allem etwas. Wie überall, wo viele Menschen sind.
Das ist so eben nicht richtig. Es kommt schon auf die Proportionen an.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 23:40
von Nassos
Hallo Leute,

nun, das war ein Wechselbad der Gefühle.

Tag 1: nach Erstellen des Threads: keine Antwort, aber 21 mal gelesen. Mir brach schon der kalte Schweiß aus, was ich da wohl angestellt habe. Wißt ihr, verbale Prügel sind eine Sache. Aber eisiges Schweigen ist ein Killer.

Tag 2: ich bin hocherstaunt über den Verlauf. Wir treffen wieder auf Geschmack, aber auch auf Erfahrung.

Die erste Aussage bezüglich Ansammlung von Schrott, Müll und Terror kann ich nachvollziehen, doch sie ist einseitig. Der Metal hat eine sehr breite Pallette, und ich darf wohl anmerken, dass gerade aus diesem Bereich die mit zu den schönsten gehörenden Balladen kommen.

http://www.youtube.com/watch?v=YuY4WXAkBEc
http://www.youtube.com/watch?v=WEQnzs8wl6E
http://www.youtube.com/watch?v=rYMupc56 ... re=related

was mich übrigens auf folgendes bringt:
klassisch: http://www.youtube.com/watch?v=DZHw9uyj ... re=related
gittarisch: http://www.youtube.com/watch?v=vxZogO3hgr

Historische Aussagen: http://www.youtube.com/watch?v=qqfhfnOAIgQ (interessant finde ich die Zeile: he paved the way for Christianity)
Mittelalter-Fantasy http://www.youtube.com/watch?v=i8GIVtCNlCk
Sozialkritisches: http://www.youtube.com/watch?v=vqcM5lVoteQ

Bevor ich der Werbung bezichtigt werde bzw. einer eigenen youtube-Videosammlung, weiter in der Diskussion. Ich fand zutreffend, dass sich Bands selber zu dem machen, für was sie gehalten werden.
Doch mir gibt sich der Eindruck, hier war - vor allem in den 8ern mit Entstehung des Black und Thrash Metal - eine Marktlücke entstanden, die unter dem Banner des Satanismus die Rebellionsgefühle der damaligen Jugend ansprach - entgegen der zum größten Teil seichten Popmusik in dieser Zeit. Also, normale Kommerzstrategien (?)

Im Verlauf der Zeit hat sich der Metal immer mehr mit anderen Musikarten vermischt und gleichzeitig dazu auch extremisiert. In den 8ern wäre eine Band der Härte Disbeliefs unvorstellbar gewesen.

Was ich sagen will ist: der Metal ist viel zu vielschichtig, um ihn nach o.g. abzustempeln - man muss ihn ja deswegen auch nicht mögen. Das (direkte?) satanische Element hat sich in ganz bestimmte Ecken zurückgezogen. Man kann nun diskutieren, ob nicht doch in der Musik trotz jeglichen anderen textlichen Anstrichs, nun doch Böses drinsteckt.
Die Annahme "böser" Namen entspricht wohl eher der Tradition. Selbst türkische Bands, die eigentlich keinen Bezug zum Christentum haben, nennen sich z.B. "Pentagram". :panisch: (und doch: der Song "Anatolia" ist sehr gelungen).

Was die Messe bzw. die Liturgie angeht. Da hat keine weltliche Musik Platz da drin, egal welche! geschweige denn Instrumente (nach meiner orthodoxen Ansicht). Mein persönlicher Geschmack würde noch eine Geige an bestimmten Stellen erlauben (da, wo Schwermut unterstrichen werden soll), aber die zählt nicht.

Übrigens ist der Link von Nietenolaf sehr interessant. Danke hierfür!

Hier noch der umgekehrte Fall: http://www.youtube.com/watch?v=boes6osYYU4 :breitgrins:

Allgemein: Musik geht in die Seele, da geht es - genau wie Nietenolaf es sagt - dem Dirigenten (Handbanger) nicht anders als dem Metalfan (Headbanger).

Und noch etwas fällt mir ein: ist "Life of Brian" eigentlich nicht blasphemischer als "Die letzte Versuchung Christi". Ist das Scheinbare gefährlicher als das Unscheinbare?

Re: Heavy Metal

Verfasst: Dienstag 14. Juli 2009, 23:48
von Maurus
lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:Was finden wir unter Metallern eher: Hurerei, Zügellosigkeit, Zaubern oder Liebe, Frieden, Geduld, Sanftmut, sich bezähmen?
Von allem etwas. Wie überall, wo viele Menschen sind.
Das ist so eben nicht richtig. Es kommt schon auf die Proportionen an.
Das stimmt. Nur kann man die kaum empirisch erfassen, also kann man auch keine absolut objektiven Rückschlüsse ziehen. Es kommt auf das persönliche Empfinden des Einzelnen an. Ohne Zweifel fördert das anarchistische Element der Musikszene nicht gerade die Bezähmung. Doch damit haben auch andere Probleme, wenn man sich mal das Renaissance-Papsttum ansieht, oder absolutistische Fürstenhöfe. Und wenn man sich die Ränkespiele heutiger Kirchenpolitiker ansieht, ist das die Ausgeburt von Liebe und Frieden, wie man sie sich so im allgemeinen von kirchlichen Kreisen vorstellt? Ich finde, man sollte sich da nicht überheben. Deswegen bin ich in solchen Fragen mit Urteilen vorsichtig. Ich bin in der Gemeinde engagiert, aber mein Freundeskreis hat kaum oder keinen Kontakt zur Kirche. Nur aus meinen Erfahrungen kann ich mir ein Urteil bilden. Ich kann weder der einen noch der anderen Seite Mangel oder Übermaß an den aufgezählten Eigenschaften attestieren.

Re: Heavy Metal

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 00:55
von Esperanto
Hospes hat geschrieben:Meiner Meinung nach kann man Heavy Metal nicht als Musik bezeichnen. Es ist nur Töneschrott, Geräuschmüll und Trommelterror.
Gruß Hospes

Genau, ich empfinde das als Beleidigung, allerdings auch schon normalen Rock mag ich nicht wegen seines blechernen Klangs. Ich mag HARMONIE und sanfte Rhythmen, nicht so einen barbarischen Generalangriff an mein Nervenkostüm!

Re: Heavy Metal

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 00:57
von Esperanto
Pit hat geschrieben:Heavy Metal ist genausowenig satanisch wie Hardrock,Blues oder Klassik.
Satanisch sind allenfalls die Texte der Musiker/Komponisten, nie aber die Musik.

Allerdings. Die Botschaft ist Satanismus in Reinkultur - das allerdings auch schon beim normalen Rock: "do what you want! Be free!"

Re: Heavy Metal

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 01:34
von Nassos
Und die Langhaarigen?