Skrupulantentum
ich hab zwar nicht oft dieses "Leichtigkeitsgefühl" dennoch zieht es mich seit ungefähr einem Vierteljahr zumindest vierzehntägig in den Beichstuhl. Und ich brauchs: Wer viel sündigt, bedarf auch viel Vergebung. 
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
Vierzehntägig beichten ist m.E. völlig in Ordnung und hat mit Skrupulantentum nichts zu tun.
Was skrupulös sein könnte: Wenn Jesus sich danach seht, sich mit dir zu vereinigen und dazu Mensch wird und sich ans Kreuz schlagen lässt und diesen Akt der Hingabe in der Eucharistie gegenwärtig macht - und du nicht zur Kommunion gehst, weil du nicht sicher bist, ob du nun Liebesreue oder nur Furchtreue hast.
Ich bleibe dabei: Wenn ich mich danach sehne, mit Jesus vereinigt zu sein, habe ich die erforderliche Disposition zum Kommunionempfang. Und Sünde hindert mich genau dann am Kommunionempfang, wenn ich dadurch nicht fähig bin, mich auf Jesus auszurichten.
Was skrupulös sein könnte: Wenn Jesus sich danach seht, sich mit dir zu vereinigen und dazu Mensch wird und sich ans Kreuz schlagen lässt und diesen Akt der Hingabe in der Eucharistie gegenwärtig macht - und du nicht zur Kommunion gehst, weil du nicht sicher bist, ob du nun Liebesreue oder nur Furchtreue hast.
Ich bleibe dabei: Wenn ich mich danach sehne, mit Jesus vereinigt zu sein, habe ich die erforderliche Disposition zum Kommunionempfang. Und Sünde hindert mich genau dann am Kommunionempfang, wenn ich dadurch nicht fähig bin, mich auf Jesus auszurichten.
ich schrieb zumindest, vierzehntägig, das bezeichnet also die längste Zeitspanne zwischen zwei Beichten. Die kleinste Zeitspanne war bisher 3 Tage.Samuel hat geschrieben:Vierzehntägig beichten ist m.E. völlig in Ordnung und hat mit Skrupulantentum nichts zu tun.
Was skrupulös sein könnte: Wenn Jesus sich danach seht, sich mit dir zu vereinigen und dazu Mensch wird und sich ans Kreuz schlagen lässt und diesen Akt der Hingabe in der Eucharistie gegenwärtig macht - und du nicht zur Kommunion gehst, weil du nicht sicher bist, ob du nun Liebesreue oder nur Furchtreue hast.
Ich bleibe dabei: Wenn ich mich danach sehne, mit Jesus vereinigt zu sein, habe ich die erforderliche Disposition zum Kommunionempfang. Und Sünde hindert mich genau dann am Kommunionempfang, wenn ich dadurch nicht fähig bin, mich auf Jesus auszurichten.
Und: man merkt den Unterschied zwischen Furchtreue und Liebesreue, das sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe.
Ach und wenn ich deine Dispositionsdefinition gelten lassen würde: warum dann geistige Kommunion - das führt sich dann wohl ad absurdum.
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Natbar
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- Wohnort: Unterfranken nähe Würzburg - die Einladung für den Kaffee steht :-)
Linus,
ihr argumentiert auf Ebenen die ich nicht mehr kapiere - und ich mich echt frage ist das so wichtig, allerdings ich würde einem Menschen vertrauen, der Dich von Deinen Sünden losprechen kann - und diese Befugnis hat von Jesus Christus - wenn ich dem schon nicht mehr vertraue, dann brauche ich wohl kaum mehr etwas in der Kirche zu vertrauen, oder?
Natbar
ihr argumentiert auf Ebenen die ich nicht mehr kapiere - und ich mich echt frage ist das so wichtig, allerdings ich würde einem Menschen vertrauen, der Dich von Deinen Sünden losprechen kann - und diese Befugnis hat von Jesus Christus - wenn ich dem schon nicht mehr vertraue, dann brauche ich wohl kaum mehr etwas in der Kirche zu vertrauen, oder?
Natbar
Noch einige Überlegung zum Skrupulantentum:
Sünde ist fixiert sein auf sich selbst, um sich selbst kreisen, abgesondert sein von den anderen, das in sich selbst verkrümmte Herz (cor curvatum in seipsum).
Die Beichte soll dazu helfen, die Sünde zu überwinden und sich den anderen - Gott und den Mitmenschen - zuzuwenden.
Wo die Beichtpraxis dazu führt, dass ein Mensch nur noch mehr um sich selbst kreist, wie Ignatius das von sich im Pilgerbericht schildert, kann man von Skrupulantentum sprechen. Ignatius hätte niemals zu dem tatkräftigen Mitarbeiter Gottes werden können, wenn er in dieser skrupulösen Haltung verharrt wäre.
In diesem Fall kann es wohl so sein, dass ein Mensch dadurch sündigt, dass er zum Beichten geht (so wie man sich auch bei der Eucharistie das Gericht essen kann), weil er nicht dazu bereit ist, sich zu öffnen und vertrauensvoll auf Gott und die Welt einzulassen, sondern weil er sich absichern will - auch gegen Gott und gegen seine Forderungen.
Vielleicht ist der Versuch auch hilfreich, sich aus der Perspektive Gottes anzuschauen:
Gott möchte kraftvolle Mitarbeiter, die von seiner Liebe durchdrungen sind und diese Liebe weitergeben.
Das grundlegende Selbstbild sollte also sein: "Gott liebt mich und vergibt mir immer wieder" und nicht "Hoffentlich habe ich alles gebeichtet und bin mit Gott im Reinen."
Sünde ist fixiert sein auf sich selbst, um sich selbst kreisen, abgesondert sein von den anderen, das in sich selbst verkrümmte Herz (cor curvatum in seipsum).
Die Beichte soll dazu helfen, die Sünde zu überwinden und sich den anderen - Gott und den Mitmenschen - zuzuwenden.
Wo die Beichtpraxis dazu führt, dass ein Mensch nur noch mehr um sich selbst kreist, wie Ignatius das von sich im Pilgerbericht schildert, kann man von Skrupulantentum sprechen. Ignatius hätte niemals zu dem tatkräftigen Mitarbeiter Gottes werden können, wenn er in dieser skrupulösen Haltung verharrt wäre.
In diesem Fall kann es wohl so sein, dass ein Mensch dadurch sündigt, dass er zum Beichten geht (so wie man sich auch bei der Eucharistie das Gericht essen kann), weil er nicht dazu bereit ist, sich zu öffnen und vertrauensvoll auf Gott und die Welt einzulassen, sondern weil er sich absichern will - auch gegen Gott und gegen seine Forderungen.
Vielleicht ist der Versuch auch hilfreich, sich aus der Perspektive Gottes anzuschauen:
Gott möchte kraftvolle Mitarbeiter, die von seiner Liebe durchdrungen sind und diese Liebe weitergeben.
Das grundlegende Selbstbild sollte also sein: "Gott liebt mich und vergibt mir immer wieder" und nicht "Hoffentlich habe ich alles gebeichtet und bin mit Gott im Reinen."
Aua. Kein Mensch kann Sünden vergeben. Der Priester handelt in der Beichte in persona Christi( wie auch bei jeder anderen sakramentralen Handlung). Also ist esa Jesus selbst, der die Sünden vergibt.Natbar hat geschrieben:Linus,
ihr argumentiert auf Ebenen die ich nicht mehr kapiere - und ich mich echt frage ist das so wichtig, allerdings ich würde einem Menschen vertrauen, der Dich von Deinen Sünden losprechen kann - und diese Befugnis hat von Jesus Christus - wenn ich dem schon nicht mehr vertraue, dann brauche ich wohl kaum mehr etwas in der Kirche zu vertrauen, oder?
Natbar
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Natbar
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ich habe doch geschrieben, daß er die Befugnis von Jesus Chrsitus hat,
anscheinend war es dir zu ungenau ausgedrückt - ich denke wir haben jedoch das gleiche gemeint.
Oh man bei Dir gebe ich auch keine Aufsätze ab, da hätte ich wohl schon mangelhaft auf die Ausdrucksweise.
Wobei ich das eigentlich noch nie hatte. grummel
Natbar
anscheinend war es dir zu ungenau ausgedrückt - ich denke wir haben jedoch das gleiche gemeint.
Oh man bei Dir gebe ich auch keine Aufsätze ab, da hätte ich wohl schon mangelhaft auf die Ausdrucksweise.
Wobei ich das eigentlich noch nie hatte. grummel
Natbar
Wenn der Priester in persona Christi handelt, ist es so wie mit Professor Anton Zeilingers Teleportationsspielchen(vulgo "Beamen"): die Eigenschaften eines Teilchen werden auf ein anderes übertragen. Also die Eigenschaften Christi gehen auf den Priester über
Bei der Befugnis ist es eben nur eine "Erlaubnis" eine "Vollmacht" auszuüben.
Bei der Befugnis ist es eben nur eine "Erlaubnis" eine "Vollmacht" auszuüben.
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- Robert Ketelhohn
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Gut, Teilhabe ist sicher theologischer als "Eigenschaften übertragen"Robert Ketelhohn hat geschrieben:Versuch es mal lieber mit dem Begriff der Teilhabe, Linus.
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Nur weil wir Vernunftbegabt sind, heißt das noch nicht, dass wir diese Begabung auch ausleben. Mithin: Wer ist denn schon immer und überall vernunftgesteuert? Dafür gibts einfach viel zu viel irrationales im Leben.Samuel hat geschrieben:Jedenfalls beanspruche ich in der Diskussion keine andere Autorität als jeder andere auch: Die Autorität der Vernunft.
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Hallo Linus,
dem stimme ich zu.
Die Vernunft sollte (!) in Diskussionen eine wesentliche Grundlage sein. "Sollte" schon deshalb, weil der Mensch eben auch ein Gefühlswesen ist und in so mancher Diskussion auch Emotionen eine nicht unwesentliche Rolle spielen, wie ich selber gestern Abend wieder gemerkt habe.
Gruß. Pit
P.S:
Die meisten Menschen wurden während der Französischen Revolution "im Namen der Vernunft" hingerichtet.
dem stimme ich zu.
Die Vernunft sollte (!) in Diskussionen eine wesentliche Grundlage sein. "Sollte" schon deshalb, weil der Mensch eben auch ein Gefühlswesen ist und in so mancher Diskussion auch Emotionen eine nicht unwesentliche Rolle spielen, wie ich selber gestern Abend wieder gemerkt habe.
Gruß. Pit
P.S:
Die meisten Menschen wurden während der Französischen Revolution "im Namen der Vernunft" hingerichtet.
carpe diem - Nutze den Tag !
War der Satz nicht von Nietzsche?Samuel hat geschrieben:Jedenfalls beanspruche ich in der Diskussion keine andere Autorität als jeder andere auch: Die Autorität der Vernunft.
Ich glaube nicht an die Vernunft. Weil man zu oft sehen kann, dass der Einzelne seine Nunft für vernünftiger hält als die des anderen.
Wenigstens ists net im Namen der Wahrheit passiert - wobei heut sind wir ja schon soweit.....Pit hat geschrieben:
Die meisten Menschen wurden während der Französischen Revolution "im Namen der Vernunft" hingerichtet.
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