Die Bibel - politisch korrigiert?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
iustus
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Beitrag von iustus »

Gnostiker hat geschrieben:Es geht immer "nur" um die Furcht vor der Erbsünde. Das Volk darf nicht wissen, was die Erbsünde tatsächlich ist, damit es sich nicht davor fürchtet, solange noch niemand weiß, wie die Erbsünde überwunden werden kann.

Genau das ist der eigentliche Zweck der Religion: Die Erbsünde wird im Paradiesmythos (perek bet) in metaphorischer Form exakt beschrieben. Die verwendeten Metaphern provozieren dabei eine gegenständliche-naive Fehlinterpretation (Baum der Erkenntnis = "Apfelbaum", Frucht vom Baum der Erkenntnis = "Apfel", oder sogar "Sündhaftigkeit der Frau", etc.), die beim Gläubigen den eigentlichen wissenschaftlichen Sinngehalt des Mythos überdeckt und ihm somit das bewusste Verstehen genau dieses eigentlichen Sinngehaltes verwehrt, damit er sich nicht davor fürchten muss, was zu einem zwangsläufigen Zerfall der gesamten Kultur führen würde.

Nur leider ist das "Schmerzmittel" Religion heute über das Ziel hinausgeschossen, da wir längst wissen, wie die Erbsünde überwunden werden kann, aber die Religion uns noch immer davon abhält, sie zu verstehen (bzw. überhaupt erst verstehen zu wollen, um den "lieben Gott" nicht zu verlieren) und dann zu eliminieren.

Es ist wie bei einem Patienten mit einer bis dahin unheilbaren und Schmerz verursachenden Krankheit, der sich so an sein (berauschendes) Schmerzmittel gewöhnt hat, dass er allein deshalb die jetzt mögliche Heilung der Krankheit ablehnt und dabei sogar den nahen Tod in Kauf nimmt.
1. Was ist die richtige Interpretation der Metaphern, der wissenschaftliche Sinngehalt des Mythos?
2. Wieso würde die Angst davor zum Zerfall der gesamten Kultur führen, wenn doch die Erbsünde ohne Gott überwunden werden kann?
3. Wie kann die Erbsünde ohne Gott überwunden werden?
4. Wo findest Du solche Patienten?

iustus
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Beitrag von iustus »

Es mag bei manchen Gläubigen durchaus so sein, dass Sie den lieben Gott so liebhaben, dass sie sich nicht mehr kritisch mit Auffassungen wie Deiner auseinandersetzen möchten. Die Überlegungen, die sie dann anstellen müssten, könnten ja dazu führen, dass sie zu dem Schluss kommen, es gäbe den lieben Gott gar nciht. Davor haben sie Angst. Insofern kann ich das Bild mit dem Patienten nachvollziehen. Deine These ist insoweit schlüssig.

Aber die Anfragen bleiben:

1. Du gestehst ein, dass es die Erbsünde gibt, behauptest aber, sie könne ohne Gott überwunden werden. Wie?

2. Wieso sollte es zu einem Zerfall der Kultur kommen, wenn der wissenschaftliche Sinngehalt des Mythos erkannt werden, wo doch gleichzeitig Dein Rezept zur Heilung, zur Überwindung der Erbsünde bekannt wird?

iustus
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Beitrag von iustus »

Gnostiker hat geschrieben: aber die Religion uns noch immer davon abhält, sie zu verstehen (bzw. überhaupt erst verstehen zu wollen, um den "lieben Gott" nicht zu verlieren) und dann zu eliminieren.
Die katholische Kirche zum Sinngehalt des Mythos:

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P1J.HTM

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

1. Was ist die richtige Interpretation der Metaphern, der wissenschaftliche Sinngehalt des Mythos?
2. Wieso würde die Angst davor zum Zerfall der gesamten Kultur führen, wenn doch die Erbsünde ohne Gott überwunden werden kann?
3. Wie kann die Erbsünde ohne Gott überwunden werden?
4. Wo findest Du solche Patienten?
1. Mit der direkten Beantwortung dieser Frage wäre nicht nur dieser Thread, sondern das gesamte Forum geschlossen.

2. Heute kann die Erbsünde überwunden werden, vor Jesus wusste aber niemand, wie das möglich ist. Und Jesus stand wiederum vor dem Problem, dass seine Zeitgenossen noch nicht in der Lage waren, ihn zu verstehen.

3. Durch die Anwendung des heiligen Geistes. Aber nicht in geistiger Form, wie es viele Urchristen versuchten (und daran scheitern mussten wie Adam & Eva), sondern in technischer Form, wie es Jesus im Thomas-Evangelium beschreibt.

4. Es gibt über sechs Milliarden.

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

Gnostiker hat geschrieben:
...
4. Wo findest Du solche Patienten?
...
4. Es gibt über sechs Milliarden.
...mit einer einzigen Ausnahme! :mrgreen:

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Gnostiker hat geschrieben: 2. Wieso würde die Angst davor zum Zerfall der gesamten Kultur führen, wenn doch die Erbsünde ohne Gott überwunden werden kann?
3. Wie kann die Erbsünde ohne Gott überwunden werden?
4. Wo findest Du solche Patienten?
1. Mit der direkten Beantwortung dieser Frage wäre nicht nur dieser Thread, sondern das gesamte Forum geschlossen.

2. Heute kann die Erbsünde überwunden werden, vor Jesus wusste aber niemand, wie das möglich ist. Und Jesus stand wiederum vor dem Problem, dass seine Zeitgenossen noch nicht in der Lage waren, ihn zu verstehen.

[…]in technischer Form, wie es Jesus im Thomas-Evangelium beschreibt.
[/quote]
Bist Du nur Gnostiker oder auch Freimaurer?
???

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Gnostiker hat geschrieben:
1. Was ist die richtige Interpretation der Metaphern, der wissenschaftliche Sinngehalt des Mythos?
2. Wieso würde die Angst davor zum Zerfall der gesamten Kultur führen, wenn doch die Erbsünde ohne Gott überwunden werden kann?
3. Wie kann die Erbsünde ohne Gott überwunden werden?
4. Wo findest Du solche Patienten?
1. Mit der direkten Beantwortung dieser Frage wäre nicht nur dieser Thread, sondern das gesamte Forum geschlossen.

2. Heute kann die Erbsünde überwunden werden, vor Jesus wusste aber niemand, wie das möglich ist. Und Jesus stand wiederum vor dem Problem, dass seine Zeitgenossen noch nicht in der Lage waren, ihn zu verstehen.

3. Durch die Anwendung des heiligen Geistes. Aber nicht in geistiger Form, wie es viele Urchristen versuchten (und daran scheitern mussten wie Adam & Eva), sondern in technischer Form, wie es Jesus im Thomas-Evangelium beschreibt.

4. Es gibt über sechs Milliarden.
Hallo Gnomi,

1. lies mal hier: viewtopic.php?p=8225#8225
und 2. würde ich mich gern mit dir über Valentins Gurken und Melonen unterhalten.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Hallo Robert,

da Du noch nichts weißt, sondern bestenfalls glaubst etwas zu wissen, solltest Du deine Vorurteile einfach mal beiseite lassen. Vielleicht könntest Du dann noch etwas lernen.

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Frage an Radio Gnostiwa(h)n: Woher weißt Du, das Robert noch nichts weiß? Im Prinzip…?!
Möglicherweise glaubst Du selber bestenfalls, es zu wissen…
???

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Woher weißt Du, das Robert noch nichts weiß?
Er hat noch nicht einmal Respekt vor dem Wissen anderer. Diese Fähigkeit scheint dir auch zu fehlen.
Möglicherweise glaubst Du selber bestenfalls, es zu wissen…
Zur Verwirklichung der absoluten Gerechtigkeit (Wahrheit) gibt es nur eine denkbare Möglichkeit. Jesus war der erste, der sie erkannte.

Benedikt

Beitrag von Benedikt »

Gnostiker hat geschrieben:
Woher weißt Du, das Robert noch nichts weiß?
Er hat noch nicht einmal Respekt vor dem Wissen anderer. Diese Fähigkeit scheint dir auch zu fehlen.
Möglicherweise glaubst Du selber bestenfalls, es zu wissen…
Zur Verwirklichung der absoluten Gerechtigkeit (Wahrheit) gibt es nur eine denkbare Möglichkeit. Jesus war der erste, der sie erkannte.
Bist du eine historische Satire?

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Bist du eine historische Satire?
Unwahrscheinlich. Denn wäre das der Fall, müsste Jesus ebenfalls eine "historische Satire" gewesen sein.

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Gnostiker hat geschrieben:
Woher weißt Du, das Robert noch nichts weiß?
Er hat noch nicht einmal Respekt vor dem Wissen anderer. Diese Fähigkeit scheint dir auch zu fehlen.
Da trügt der Schein. Ich habe Respekt vor dem Wissen anderer, sei es von dem von Robert, von anderen Forenmitgliedern oder auch sonst von meinem Mitmenschen, egal ob ich sie mag oder ob ich ihrer Meinung bin.
Wenn ich keinen Respekt gegenüber Deinem Wissen gezeigt habe, dann vielleicht deshalb, weil Du noch keins präsentiert hast.
???

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

@ anneke6

Was willst Du denn wissen?

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Darum geht es mir gar nicht. Gewiß kannst Du hier etwas aufschreiben, worüber Du Dich auskennst, sei es nun Quantenphysik, die Hufschmiedekunst, Philatelie oder sonst etwas. Und ich würde dann auch Respekt davor haben, daß Du diese Sachen weißt.
Aber vielmehr würde ich mir wünschen, daß Du Dich anderen gegenüber nicht als Richter aufspielst und meinst, entscheiden zu können, wer Wissen hat oder nicht, oder wer das Wissen seiner Mitmenschen respektiert oder nicht.
???

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Aber vielmehr würde ich mir wünschen, daß Du Dich anderen gegenüber nicht als Richter aufspielst und meinst, entscheiden zu können, wer Wissen hat oder nicht, oder wer das Wissen seiner Mitmenschen respektiert oder nicht.
In der originalen (noch nicht "religiös angepassten") Heiligen Schrift geht es stets um die eigentliche Basis allen menschlichen Zusammenlebens und um die elementarste zwischenmenschliche Beziehung in einer arbeitsteiligen Zivilisation (der Welt des Kulturmenschen).

Das Verstehen der Heiligen Schrift ist damit auch gleichzeitig die Grundvoraussetzung für das Verstehen des menschlichen Zusammenlebens.

Wer die Heilige Schrift verstanden hat, erkennt denjenigen, der sie (noch) nicht verstanden hat, und erkennt auch an den jeweiligen Antworten, wo die (noch) bestehenden Erkenntnisschwierigkeiten liegen. So "einfach" ist das.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Gnostiker hat geschrieben:In der originalen (noch nicht "religiös angepassten") Heiligen Schrift …
Kann ich bei dir ein Exemplar bestellen?
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ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Hallo Gnostiker

Falco hat Dich wohl auch kennenlernen dürfen? Ich schließe das daraus, dass er in einem Lied mal gesungen hat:
"Er hat die Kraft und wir sind klein und dumm
Und dieser Frust macht uns stumm."


Ich falle ja fast auf die Knie vor Deinen bedeutungs- und inhaltsschweren Belehrungen, die wir dumme Christen (dumm deshalb, weil wir auf die konstantinische Neuinterpretation der Bibel hereingefallen sind), ohne das wahre Verständnis zu besitzen, sprachlos über uns ergehen lassen müssen.

Vielleicht hast Du aber Mitleid mit uns und informierst uns darüber, welcher Satz bzw. welche Sätze des Glaubensbekenntnisses über die Jahrhunderte hinweg überliefert worden sind, obwohl sie eigentlich falsch sind und vielleicht gibts Du uns auch eine kompetente Begründung dafür.

Ich möchte bloß wissen, womit der Hl. Irenäus sich so seine Zeit vertrieben hat. Denn anscheinend hat er es in seinen fünf Büchern gegen die Häresien nicht geschafft, seine Thesen und Verurteilungen unwiderlegbar für jeden Menschen zu verkünden. Und die Katholische Kirche ruht sich auch aus. Glaubt sie doch, dass mit den Verurteilungen des Hl. Irenäus schon alles Verurteilenswerte verurteilt ist und man darüber nicht mehr sprechen müßte.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Kann ich bei dir ein Exemplar bestellen?
Die Heilige Schrift ist nicht die Bibel.

Die Heilige Schrift ist alles, was auf dem verlorenen Garten Eden basiert und auf das prophezeite "Königreich der Himmel" nach dem jüngsten Tag verweist.

Die Bibel ist dagegen eine redaktionell bearbeitete Sammlung von zum größten Teil bereits vorher gegenständlich-naiv fehlinterpretierten heiligen Schriften, um den jüngsten Tag bis zum sprichwörtlichen "jüngsten Tag" hinauszuzögern, und bis dahin eine (sinnlose) Moral zu verkaufen.
Ich möchte bloß wissen, womit der Hl. Irenäus sich so seine Zeit vertrieben hat.
Er war wohl bei weitem nicht der einzige, der seine Zeit mit sinnlosen theologischen Überlegungen vergeudete.


Letztlich geht es immer nur um eines: Wie kann eine große Anzahl von Kulturmenschen koordiniert und friedlich zusammenleben, ohne dass diese sich gegenseitig ausbeuten oder sogar ausbeuten müssen.

Dafür gibt es nur eine denkbare Lösung und sie hat absolut nichts mit "Moral" zu tun. Aus diesem einfachen Grund können Theologen (Moralverkäufer) auch niemals auf die Lösung kommen: Im "Königreich der Himmel" ist die "Moral" ungefähr so sinnvoll, wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein!

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Das ist Deine Glaubensüberzeugung. Gläubige Christen, so wie ich, sehen Deine Aussagen über unsere (und, wie wir glauben, jedermanns) Bibel, die Heilige Schrift des Alten (46 Bücher,) und des Neuen Testamentes (27 Bücher) auch als ein Mangel an Wissen an, und zwar nicht, weil wir keinen Respekt vor Dir haben, sondern weil wir glauben, daß Du zu wenig oder falsch über das Thema informiert bist. Das bedeutet nicht, daß Du zwangsweise kein Wissen haben mußt. Jeder Mensch hat irgendwo Bildungslücken.
Aber für wahre Christen (so glauben wir) ist Wissen zweitrangig. Unser Glaube ist uns wichtiger.
???

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Gnostiker hat geschrieben:
Kann ich bei dir ein Exemplar bestellen?
Die Heilige Schrift ist nicht die Bibel.
Das habe ich schon verstanden. Und kann ich nun bei dir ein Exemplar bestellen? – Ich möcht’ so gern eins haben! :ikb_yes:
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Benedikt

Beitrag von Benedikt »

Robert, die "heilige Schrift" kriegst du erst, wenn du zu den Wissenden gehörst. Da du aber erst zu den Wissenden gehörst, wenn du die "heilige Schrift" kennst, wirst du sie nie bekommen. Sorry.

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Aber für wahre Christen (so glauben wir) ist Wissen zweitrangig. Unser Glaube ist uns wichtiger.
Wenn Du geschrieben hättest "...für wahre Katholiken...", wäre die Aussage richtig. Die wahren Christen waren andere, denn sie hatten immerhin schon das Folgende verstanden:

Spruch 45: Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. [Niemand wird] ohne den Glauben [empfangen können]. Niemand wird ohne Liebe geben können. Daher, damit wir nun empfangen, glauben wir. Damit wir lieben, geben wir. Denn wenn jemand nicht aus Liebe gibt, hat er keinen Nutzen von dem, was er gegeben hat.

Nach urchristlicher Definition wären die "modernen" Christen die schlimmsten Heiden (diese leben gegeneinander, nicht miteinander), die diese Welt je gesehem hat:

Spruch 4: Ein heidnischer Mensch pflegt nicht zu sterben, denn er hat gar nicht erst gelebt, so daß er sterben könnte. Wer zum Glauben an die Wahrheit gekommen ist, hat das Leben gefunden. Und dieser schwebt in Gefahr zu sterben, denn er ist lebendig.

Aber dazu muss man natürlich erst einmal wissen, wie es überhaupt möglich ist, miteinander leben zu können. Der "Glaube" allein hilft da nicht weiter.

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

Alle Kreter lügen...
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Ein Lügner ist jemand, der glaubt, dass es irgendeine Moral geben könnte, die Intelligenz ersetzen kann:

(Logion 113) Seine Jünger sagten zu ihm: „Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?“ (Jesus sagte): „Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: „Siehe hier oder siehe dort“, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“

Der Herr sagte: Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie [die Eurigen]. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen.

Hätte man besagte "Dinge" frühzeitig erkannt, wären ab diesem Zeitpunkt keine Kriege mehr von Nöten gewesen. Aber es ist nun mal eine Eigenart des homo sapiens, immer bis zum allerletzten Augenblick zu warten. Denn ohne Atomwaffen kann man sich den Krieg noch "erlauben", danach aber nicht mehr.

Benedikt

Beitrag von Benedikt »

cantus planus hat geschrieben:Alle Kreter lügen...
Genau das meinte ich. :-)

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anneke6
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Beitrag von anneke6 »

Meine Wenigkeit hat geschrieben:Aber für wahre Christen (so glauben wir) ist Wissen zweitrangig. Unser Glaube ist uns wichtiger.
Im Nachhinein denke ich: Dies ist mißverständlich ausgedrückt. Ich dachte hier mehr an Bildung, nicht an das Wissen über den Glauben.
Ansonsten ziehe ich mich aus der Diskussion zurück.
???

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incarnata
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Beitrag von incarnata »

Gnostiker hat geschrieben:Ein Lügner ist jemand, der glaubt, dass es irgendeine Moral geben könnte, die Intelligenz ersetzen kann:

(Logion 113) Seine Jünger sagten zu ihm: „Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?“ (Jesus sagte): „Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: „Siehe hier oder siehe dort“, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“

Der Herr sagte: Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie [die Eurigen]. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen.

Hätte man besagte "Dinge" frühzeitig erkannt, wären ab diesem Zeitpunkt keine Kriege mehr von Nöten gewesen. Aber es ist nun mal eine Eigenart des homo sapiens, immer bis zum allerletzten Augenblick zu warten. Denn ohne Atomwaffen kann man sich den Krieg noch "erlauben", danach aber nicht mehr.
Würden sich alle Menschen an das Prinzip halten":Liebet Eure Feinde,tut Gutes denen,die Euch hassen" und nach dem Prinzip leben,Gott mit allen Kräften ihres Herzens zu lieben und ihren Nächsten ,wie sich selbst(was sich zwangsläufig daraus ergibt),dann gäbe es in der Tat keine Kriege mehr und es bräuchte auch keine Moralvorschriften,da die Menschen schon von sich aus nur noch gut und vernünftig handeln würden.Nun ist aber unsere Seele immer noch
von der Erbsünde befleckt und eben dieses vernünftige Handeln im Geiste Gottes stellt hinieden einen ewigen Kampf dar der gegen die Einflüsse der Mächte der Finsternis ausgefochten werden muß.Wer sich als Mensch auf dieser Erde einbildet,auf Grund seiner Erkenntnis Gottes nicht mehr fähig zu sein,Schlechtes zu tun,egal wie er im Konkreten handelt sitzt schon im Fahrstuhl zur Hölle.Gerade diese Gefahr mangelnder Demut steckt zutiefst in allen Geheimlehren gnostischer Provenienz.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Würden sich alle Menschen an das Prinzip halten":Liebet Eure Feinde,tut Gutes denen,die Euch hassen" und nach dem Prinzip leben,Gott mit allen Kräften ihres Herzens zu lieben und ihren Nächsten ,wie sich selbst(was sich zwangsläufig daraus ergibt),dann gäbe es in der Tat keine Kriege mehr und es bräuchte auch keine Moralvorschriften,da die Menschen schon von sich aus nur noch gut und vernünftig handeln würden.
Das ist ein Denkfehler. Die moralische Gesinnung des einzelnen Kulturmenschen ist eine irrelevante Größe für Krieg oder Frieden. Die wahre Ursache für Krieg ist längst bekannt:

"Trotz der heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: 'Nie wieder Krieg', entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen.
Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen, und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen. An vielen Grenzpfählen wird man dann eine Tafel mit der Aufschrift finden können: 'Arbeitssuchende haben keinen Zutritt ins Land, nur die Faulenzer mit vollgestopftem Geldbeutel sind willkommen.'
Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und wird dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen, man hat dann wenigstens für die Arbeitslosen wieder Arbeit. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden, und auch die Giftpflanze Übernationalismus wird wieder wuchern. Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein."

Johann Silvio Gesell, direkt nach dem Ende des ersten Weltkrieges


Mit anderen Worten: gänzlich unabhängig von der "Moral" wird es zum (atomaren) dritten Weltkrieg kommen - es sei denn, uns gelingt noch rechtzeitig die Etablierung der natürlichen Wirtschaftsordnung (Freiwirtschaft) in mindestens einem Land der Welt (dem "Rest der Welt" bleibt dann nichts anderes mehr übrig, als die NWO ebenfalls zu übernehmen).

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incarnata
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Beitrag von incarnata »

schöne utopie !Solange Menschen Spaß daran haben,über andere Macht auszuüben-mit der Hilfe von Waffen,Handelsbeziehungen,politischen Ideen,dh.solange sie ich-bezogen nur für sich oder ihren clan,der ggf ganze Völker umfassen kann handeln-solange wird es immer Kriege geben.Nach Aufbrauchen aller Ressourcen werden es nackte Exsistenzkampfkriege sein,wie bei den Steinzeitmenschen,die sich um karge Jagdgebiete kloppten.
Auch aus diesem clan-denken hat uns Christus herausgeführt.
Ps: Spielst Du eigentlich auf das Haiti-Projekt an ?Oder die diversen regionalen
Tauschwährungen,die es mittlerweile gibt?
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

Gnostiker
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Beitrag von Gnostiker »

Wie bereits im ursprünglichen "zweiten" Schöpfungsmythos (perek bet) im Pentateuch exakt beschrieben, ist die eigentliche Ursache von allem Leid die Erbsünde (der Privatkapitalismus).

Er lässt sich eliminieren durch die Verwendung von konstruktiv umlaufgesichertem Geld (heiliger Geist) in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht.


Um mal wieder auf das anfängliche Thema dieses Threads zurückzukommen:

"Das Weibliche" wird in der Heiligen Schrift stets mit dem Finanzkapital assoziiert und "das Männliche" mit der Sachkapital.

Wendelin
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Beitrag von Wendelin »

Sind nicht in der Bibel alle Aussagen auch von politischer Denkweise beeinflusst?
Wir bauen Bilder vor dir auf wie Wände;
so dass schon tausend Mauern um dich stehn.
Denn dich verhüllen unsre frommen Hände,
sooft dich unsre Herzen offen sehn.

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