Das Geschichtenerzählen ist im Zeitalter der Postmoderne wichtiger als der Austausch von Argumenten. Die Menschen interessiert nicht, ob etwas wahr ist, sondern ob eine Wahrheit Kraft hat, ihr Leben zu verändern.
Christen sollten daher erzählen, wie sie zum Glauben gekommen sind und wie er sich in ihrem Leben auswirkt. Das sagte der Londoner Theologieprofessor Alister McGrath auf einer internationalen Tagung des Alfried-Krupp-Wissenschaftskollegs zum Thema „Kirche zwischen postmoderner Kultur und Evangelium“ Anfang Juni in Greifswald.
Meine alte Forderung nach einer Erneuerung, bzw. Wiederherstellung, der Katechetik. Die Abschaffung dieses Faches ist eine Todsünde der modernen Theologie. Ich erinnere mich an meine Kindheit, die mit ca. 2 Jahren noch gar nicht so lange zurückliegt. Da gab es eine wöchentliche Kinderkatechese mit einer Franziskanerin, die uns Kindern Perikopen aus der Bibel nacherzählte und von ihrem eigenen Glauben berichtete. Danach durften wir passend zu diesen Geschichten ein Bild malen. Es gab auch noch andere Elemente, die mir aber nicht hängengeblieben sind. Auch ein pensionierter Pfarrer, der damals noch in meiner Heimatgemeinde lebte, verstand es, mit Erzählungen die Jugend zu begeistern. Er berichtete vom Krieg, unter was für unmöglichen Umständen in Schützengräben Messe gefeiert wurde, und wie ergreifend das Weihnachtsliedersingen im Bunker war. Er erzählte von den Wirtschaftswunderjahren, von Ausflügen und Zeltlagern - und immer wieder wurde sein tiefer und unerschütterlicher Glaube deutlich.Es werde zu wenig wahrgenommen, dass sich die Welt verändert habe. Man müsse sich stärker mit Evangelisation, Apologetik (Verteidigung des Glaubens) und interreligiösem Dialog beschäftigen.
Ich habe solche Menschen nie wieder getroffen. Wenn ich heute geistliche Kinderbücher in die Hand bekomme, oder Pastoralassistentinnen reden höre, möchte ich manchmal schreiend mit dem Kopf vor die Wand laufen.