FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
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Bernado
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Bernado » Donnerstag 18. Februar 2010, 22:20

Kathnews! hat heute ein Interview mit Pater Schmidtberger. Schmidtberger sagt viel Gemäßigtes, u.a.
Benjamin Greschner: Kürzlich äußerte sich Bischof Richard Williamson in einem Video-Interview zu den Gesprächen. Er kommentierte die Gespräche eher abfällig und zeigte sich nicht davon überzeugt, dass es zu einer Einigung kommen wird. Wie beurteilen Sie dieses Auftreten? Entspricht dies der offiziellen Meinung der Bruderschaft?

Pater Schmidberger: Die Stellungnahme von Bischof Williamson zu den Gesprächen in Rom kann man nur bedauern, weil sie tatsächlich nicht der Haltung der Bruderschaft entspricht. Indes muss man andererseits vor übertriebenem Optimismus bezüglich dieser Gespräche deutlich warnen.
http://www.kathnews.de/content/index.ph ... -gekommen/
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Sempre
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Sempre » Freitag 19. Februar 2010, 05:07

Bernado hat geschrieben:Schmidtberger sagt viel Gemäßigtes, u.a. "[...] Williamson [...]"
Naja. Ein kleiner vom deutschen Knigge geforderter Seitenhieb gegen den Holo-Apostaten. Ansonsten nichts Neues im Westen:
Schmidberger hat geschrieben:Bischof Fellay spricht von einem Wunder, wenn sie zu einem wirklichen Erfolg und Abschluss kommen.
So sinngemäß auch Bischof Williamson.

Schmidberger hat geschrieben:Eine Einigung zwischen dem Heiligen Stuhl und der Bruderschaft kann nur folgendes bedeuten: Rom anerkennt die Stimme des Lehramtes vor dem Konzil.
Alte FSSPX-Rede: Rom muss sich bekehren.

Schmidberger hat geschrieben:Indes glaube ich, dass der mutige Schritt des Papstes sich nicht nur positiv auf die Bruderschaft und ihre Arbeit auswirkt, sondern noch mehr auf die ganze Kirche.
Ist da die Hoffnung der Vater des Glaubens? --- Wie auch immer: Gut formuliert! :klatsch:

Schmidberger hat geschrieben:[...] durchaus gute Stimmung [...] Indes macht sich bei uns niemand Illusionen.
So sieht es wohl tatsächlich aus. :daumen-rauf:

Schmidberger hat geschrieben:Andererseits bedauern wir den Besuch in der Synagoge von Rom und insbesondere das Wort des Papstes, wir würden mit den Juden zum selben Gott beten.

Wir Christen verehren nämlich die Allerheiligste Dreifaltigkeit und beten unseren Herrn Jesus Christus als den dem Vater wesensgleichen Sohn an. [...]
Solange Rom da peinliche Anbiederung pflegt, die inzwischen gar offen vom Dialog-Rabbi auf die Schippe genommen wird, anstatt eindeutig zum Neuen Testament zu stehen, ergibt sich die gute Stimmung, die Pater Schmidberger erwähnt, lediglich aus der Tatsache, dass sich Rom der Piusbruderschaft erinnert hat.

Offen bleibt die Frage: sucht der Papst nach einer dialektischen Synthese unvereinbarer These (Tradition) und Antithese (Konzil), oder will er tatsächlich zur Tradition der Kirche zurückkehren?

Das nächste spannende Ereignis kommt im Mai, wenn der Papst Fatima besucht. Gerüchteweise soll er seine Interpretation aus dem Jahr 2000 bedauern und bekannterweise wurde ersucht, dass er den Rest der Geheimnisse preisgebe.

Gruß
Sempre
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Bernado
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Bernado » Freitag 19. Februar 2010, 10:20

Sempre hat geschrieben:Offen bleibt die Frage: sucht der Papst nach einer dialektischen Synthese unvereinbarer These (Tradition) und Antithese (Konzil), oder will er tatsächlich zur Tradition der Kirche zurückkehren?
Bitte nicht die 95% Zustimmung zum 2. Vatikanum von Bischof Fellay unter den Tisch fallen lassen- so unvereinbar ist das letzte Konzil mit seinen Vorgängern eben nicht.

Und nein, die Beschwörung der Dialektik ist für mich keine Schreckgespenst - im Gegenteil.
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Gamaliel
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Freitag 19. Februar 2010, 11:12

Bernado hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Offen bleibt die Frage: sucht der Papst nach einer dialektischen Synthese unvereinbarer These (Tradition) und Antithese (Konzil), oder will er tatsächlich zur Tradition der Kirche zurückkehren?
Bitte nicht die 95% Zustimmung zum 2. Vatikanum von Bischof Fellay unter den Tisch fallen lassen- so unvereinbar ist das letzte Konzil mit seinen Vorgängern eben nicht.
Wobei hier 2 Dinge redlicherweise nicht vergessen werden dürfen:

1. Liest man die Aussage von Bischof Fellay im Rahmen seiner ganzen Antwort auf die gestellte Frage, dann ist völlig klar, daß es hier um eine rein quantitative Einschätzung geht.

2. Diese Aussage gibt die Einschätzung von Bischof Fellay im Rahmen eines Zeitungsinterviews wieder; als solche ist sie weder "unfehlbar", noch Inhalt der Statuten der FSSPX, auf den alle Mitglieder verpflichtet wären. Andere Einschätzungen sind also zulässig.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von ottaviani » Sonntag 28. Februar 2010, 11:34

Da soll noch jemand sagen die FSSPX sei nicht für das Ökumenische Anliegen offen :breitgrins:
http://www.piusbruderschaft.de/componen ... -einladung

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von taddeo » Sonntag 28. Februar 2010, 11:44

ottaviani hat geschrieben:Da soll noch jemand sagen die FSSPX sei nicht für das Ökumenische Anliegen offen :breitgrins:
http://www.piusbruderschaft.de/componen ... -einladung
Die schreiben da sogar (trotz fehlenden Artikels) was von "evangelischen Kirche"[Punkt] Ich bin schockiert! :panisch: :motz:

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Sonntag 28. Februar 2010, 11:47

ottaviani hat geschrieben:Da soll noch jemand sagen die FSSPX sei nicht für das Ökumenische Anliegen offen :breitgrins:
http://www.piusbruderschaft.de/componen ... -einladung
Wenn man sich hingegen die näheren Motive des Veranstalters anschaut, dann wird´s weniger lustig.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Montag 1. März 2010, 23:18

Aus dem Vorwort des Distriktoberen P. Schmidberger im Mitteilungsblatt vom März 2010:
Von einigen Seiten erfuhren wir Unverständnis wegen unserer Bemerkungen zum Besuch des Papstes in der Synagoge in Rom und zu seinem Wort, wir würden zusammen mit den Juden zum gleichen Gott beten. Gehen wir darauf kurz ein:

Natürlich beten wir mit den Gerechten des Alten Bundes zum gleichen Gott; sie waren nämlich offen für die Offenbarung der Dreifaltigkeit Gottes und der Gottheit des verheißenen Messias. Wären ihnen diese zwei Fundamentalwahrheiten unserer katholischen Religion ausdrücklich verkündet worden, sie hätten sie mit Freuden angenommen.
Anders verhält es sich mit den Juden unserer Tage: Sie beten weder das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit an, noch glauben sie an die Gottessohnschaft Jesu Christi. Nun gibt es aber weder einen anderen Gott als den dreifaltigen noch einen anderen Herrn als Jesus Christus. „Ein Herr, ein Glaube, ein Gott und Vater aller“ sagt der heilige Paulus (Eph 4,5.6). Außerhalb unseres Herrn Jesus Christus gibt es nach den Worten des ersten Papstes kein Heil (vgl. Apg. 4, 12).
Das gilt nicht nur für Juden und Moslems, sondern für alle Menschen. Als der heilige Petrus am Pfingstfest den um den Abendmahlsaal versammelten Juden predigte, forderte er sie auf ihre Frage nach dem Heil dazu auf, sich zu bekehren und sich auf den Namen Jesu Christi zu Vergebung ihrer Sünden taufen zu lassen. Folglich ist das Heil an drei Bedingungen geknüpft: Bekehrung, Glaube an Christus als den fleischgewordenen Gott und Taufe auf seinen Namen.

Wir würden gerne aus dem Munde des heutigen Papstes ähnliche Lehraussagen hören, um mit ihm die „Diktatur des Relativismus“ zu bekämpfen.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von obsculta » Montag 1. März 2010, 23:36

Die FSSPX kann nur innerhalb der Kirche segensreich wirken.
Sie sollte das bedenken.Wie begründet auch immer ihre
Argumente sein mögen.
Über die Folgen eines Scheiterns der Gespräche mag ich
gar nicht nachdenken.Ich würde das als Katastrophe sehen.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Freitag 5. März 2010, 08:10

Auszug aus der Predigt von Kardinal Levada anläßlich der FSSP Kirchenkonsekration in Denton, USA.
[...] In fulfillment of this mission given by Christ to His Church, a mission implying the unity of the whole human family and its destiny to be one with its loving Creator and God, the Priestly Fraternity of St. Peter has as its special charism to labor lovingly for the unity of Christ’s Church by ensuring that those who follow the Extraordinary Form of the liturgy of the Latin Rite understand that the unity of faith cannot be found outside the testimony of the Apostolic College under its head, the successor of Peter, the Pope. In this way, the tear in the fabric of unity evidenced by those who would reject the Second Vatican Council as the work of the Holy Spirit, must be repaired by the loyal testimony to the living Tradition of the Church in accord with the directives of our Holy Father, Pope Benedict XVI. [...]
Soll diese Aussage des Präsidenten der PCED - wohl auch in Richtung FSSPX - als Drohung oder als "Wohlwollen" gegenüber der FSSPX eingestuft werden?

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Freitag 5. März 2010, 10:35

Frankreich: Traditionalisten kritisieren Bischöfe
Schwere Vorwürfe gegen die französische Bischöfe: Die traditionalistische Piusbruderschaft wirft ihnen vor, zu Botschaftern für andere Religionen zu werden.
http://www.oecumene.radiovaticana.org/t ... p?c=361759

Hier noch der Link zum Originaltext:

http://www.laportelatine.org/district/f ... nfidel.php

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von cantus planus » Freitag 5. März 2010, 11:51

Gamaliel hat geschrieben:Frankreich: Traditionalisten kritisieren Bischöfe
Schwere Vorwürfe gegen die französische Bischöfe: Die traditionalistische Piusbruderschaft wirft ihnen vor, zu Botschaftern für andere Religionen zu werden.
Wo die FSSPX recht hat, hat sie recht. Und es ist offenkundig kein rein französisches Problem.
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von obsculta » Freitag 5. März 2010, 22:48

cantus planus hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Frankreich: Traditionalisten kritisieren Bischöfe
Schwere Vorwürfe gegen die französische Bischöfe: Die traditionalistische Piusbruderschaft wirft ihnen vor, zu Botschaftern für andere Religionen zu werden.
Wo die FSSPX recht hat, hat sie recht. Und es ist offenkundig kein rein französisches Problem.
Ich kann es leider nur recht pathetisch formulieren,aber in oben beschriebenen
Vorkommnissen zeigt sich in meinen Augen,wie weit die satanische Versuchung
die Kirche schon im Würgegriff hat.
Die FSSPX hat vollkommen Recht,sie legt den Finger auf die Wunde.
Deswegen wird sie auch so heftig bekämpft!

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Gamaliel
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Montag 8. März 2010, 00:04

Nur zur Info:

Bischof Williamson hat kein Parkinson, wie der Spiegel (in Anlehnung an P. N. Pfluger) insinuiert hatte!

Um der Zensur zu entgehen, zitiere ich nur den entsprechenden Abschnitt aus der deutschen Übersetzung seiner jüngsten (6. März 2010) Wochenkolumne:
[...] Gewisse Menschen, die gerne auf solche Dinge achten, bemerkten ein Zittern an einer Hand von Bischof Williamson. Deswegen kursiert seit Jahren das Gerücht, daß er an der Parkinson-Krankheit leide. Kürzlich wurde dieses Gerücht erneut geschürt. Deswegen wurde vor zwei Wochen eine Untersuchung bei einem Londoner Neurologen anberaumt. Er stellte fest, daß neben anderen Symptomen die Muskeln der beiden Arme keine deutlichen Unterschiede zeigen und das Zittern nur bei aktivem Arm sichtbar ist, während es bei Parkinson auch am ruhenden Arm auftritt. Der Neurologe schloß ordnungsgemäß Parkinson aus und erklärte die Symptome eher als „essentiellen Tremor“. (In anderen Worten: Eine zitternde Hand beweist, daß der Bischof eine Zitterkrankheit hat. Ach, wie beruhigend sind doch diese vielsilbigen medizinischen Diagnosen!)

Über diese Nachricht braucht jedoch niemand enttäuscht zu sein. Mögen sie aus einer großen Anzahl von Möglichkeiten ihre Wahl treffen, um den Bischof nicht ernst nehmen zu müssen. [...]

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von cantus planus » Montag 8. März 2010, 00:10

Schade, dass du den grünen Käse weggelassen hast. Diese Woche war es wirklich very british. Ich habe mich köstlich amüsiert. :koenig:
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Montag 8. März 2010, 17:42

cantus planus hat geschrieben:Schade, dass du den grünen Käse weggelassen hast.
Eigentlich habe ich das alles wegen Dir weggelassen, denn wenn ich mich recht entsinne, dann hast Du vor einigen Tagen dafür plädiert, die Kommentare von Bischof Williamson hier generell nicht zu veröffentlichen. :hmm: :achselzuck:
(Niels hat das alles inzwischen verschwinden lassen, wobei er nicht näher erklärte warum eigentlich.)

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von holzi » Dienstag 9. März 2010, 21:00

Zum Thema der Theologie Joseph Ratzingers im Lichte der Tradition bitte hier weitermachen: viewtopic.php?f=2&t=1174&p=359622
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Sempre » Mittwoch 10. März 2010, 03:12

Neues Interview mit Mgr. Bernard Fellay: "Die römischem Gespräche: Was sind die Perspektiven".

hier auf Französisch
hier auf Portugiesisch

Weitere Übersetzungen sicher spätestens demnächst irgendwo im Netz.

Kurze Zusammenfassung meinerseits: nichts Neues, außer vielleicht insgesamt etwas vorsichtigerer Formulierung in Bezug auf Hoffnungen, was den Ausgang der Gespräche betrifft.

Gruß
Sempre
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von ottaviani » Freitag 12. März 2010, 17:19

ein absolut lächerlicher Artikel
in der Diözese Aachen stellen sich Pfarren jetzt der Herausforderung das Traditionalisten "direkt vor Ihrer Tür leben"
als ob Traditionalisten sonst in Reservaten leben würden

http://www.az-web.de/lokales/eifel-deta ... stuer.html

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Niels
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Niels » Freitag 12. März 2010, 18:08

Das "Vortragsprogramm" sagt doch schon alles:
Die GdG Kornelimünster/Roetgen bietet dazu zwei Veranstaltungen an:

- Montag, 15. März, um 2 Uhr im Pfarrheim Kornelimünster: «Die Kirche schaut nach vorne!» Vortrag und Gespräch zu Zielen des 2. Vatikanischen Konzils mit Dr. Herbert Arens vom Bistum Aachen.

- Montag, 22. März, um 2 Uhr im Pfarrheim Kornelimünster: «Wohin schauen die Pius-Brüder?» Vortrag und Gespräch zu den Zielen der Pius-Bruderschaft mit Pater Dr. Albert Altenähr OSB aus Kornelimünster.
:schnarch: :ikb_wheelchair:

Dr. Arens: http://www.herder.de/autoren/autoren_de ... utor=31813
Abt Albert: http://www.abtei-michaelsberg.de/abtei- ... otos/8.jpg
Attende Domine, et miserere, quia peccavimus tibi.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von cantus planus » Freitag 12. März 2010, 23:05

Dass ausgerechnet ein Abt von Zukunft redet, der gerade seine Klosterkirche bis auf den Chor "rückbaut"... :patsch: Chuzpe hamse, die Modernisten. Das muss man ihnen lassen.
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Niels » Freitag 12. März 2010, 23:07

cantus planus hat geschrieben:Dass ausgerechnet ein Abt von Zukunft redet, der gerade seine Klosterkirche bis auf den Chor "rückbaut"...
altenheimgerecht halt... :roll:
Attende Domine, et miserere, quia peccavimus tibi.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von LaudaSion870 » Samstag 13. März 2010, 09:55

Und das wird nicht der letzte Rück(Ab)bau bleiben. Aber um viele Betonsilos ist es ja nun wirklich nicht schade.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Montag 15. März 2010, 16:53

Conversations Roman: Some Perspectives

Interview with Bishop Bernard Fellay published in Fideliter, review of the District of France of the Society of Saint Pius X.

http://www.angelqueen.org/forum/viewtop ... 638#350638

(Inhaltlich bietet das Interview nichts wesentlich Neues.)

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von cantus planus » Montag 15. März 2010, 17:08

LaudaSion870 hat geschrieben:Und das wird nicht der letzte Rück(Ab)bau bleiben. Aber um viele Betonsilos ist es ja nun wirklich nicht schade.
Eben. Es wird in weniger als 20 Jahren ohnehin darauf hinauslaufen, dass nur noch die alten, traditionellen Kirchen in Betrieb bleiben. Die Entwicklung nüchtern betrachtet, werden wir alle Gotteshäuser, die seit dem 1. Weltkrieg gebaut wurden, nicht mehr benötigen. Ich habe bereits vor Monaten hier irgendwo geschrieben, dass das ganze Spektakel um Kirchenschließungen derzeit reine Hysterie ist. Die Weihbischöfe werden demnächst über Land reisen, Firmungen spenden und in den beiden Nachbarorten anschließend die Kirchen säkularisieren. Selbst wenn man sehr optimistisch schätzt, werden wir im kommenden Jahrzehnt mindestens ein Drittel der heutigen Kirchgänger nicht mehr haben. Vermutlich sogar weitaus mehr.
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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Dienstag 16. März 2010, 19:40

Niels hat geschrieben:Das "Vortragsprogramm" sagt doch schon alles:
Die GdG Kornelimünster/Roetgen bietet dazu zwei Veranstaltungen an:

- Montag, 15. März, um 20 Uhr im Pfarrheim Kornelimünster: «Die Kirche schaut nach vorne!» Vortrag und Gespräch zu Zielen des 2. Vatikanischen Konzils mit Dr. Herbert Arens vom Bistum Aachen.

- Montag, 22. März, um 20 Uhr im Pfarrheim Kornelimünster: «Wohin schauen die Pius-Brüder?» Vortrag und Gespräch zu den Zielen der Pius-Bruderschaft mit Pater Dr. Albert Altenähr OSB aus Kornelimünster.
Bericht zum ersten Vortrag:

http://www.az-web.de/lokales/eifel-deta ... iheit.html
Im Vortrag von Pfarrer Herbert Arens vom Bistum Aachen ging es um die Errungenschaften des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965), die es gegen die Piusbrüder zu verteidigen gelte.
:roll:

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von obsculta » Dienstag 16. März 2010, 20:42

Zitat:
Im Vortrag von Pfarrer Herbert Arens vom Bistum Aachen ging es um die Errungenschaften des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965), die es gegen die Piusbrüder zu verteidigen gelte.

Das ist Realsatire.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Donnerstag 18. März 2010, 16:21

Vatikan: Sie treffen sich ein drittes Mal
Am Samstag treffen sich zum dritten Mal Vertreter der Glaubenskongregation und der schismatisch orientierten [ :D ] Piusbruderschaft. Die vom Papst eingerichtete Dialogkomission war Ende Oktober das erste Mal, in der zweiten Januarhälfte dann ein zweites Mal zusammengetreten. In den letzten Wochen ist die Piusbruderschaft mehrfach mit papstkritischen Wortmeldungen an die Öffentlichkeit getreten. [ :detektiv: => :daumen-rauf: ] Nach Angaben der Nachrichtenagentur apic sind im Vatikan einige verstimmt über den „Immobilismus“ ihrer Gesprächspartner. [ :nuckel: ]
So kann man über dasselbe Thema übrigens auch berichten:
http://www.katholisches.info/?p=7476

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 18. März 2010, 16:31

Gamaliel hat geschrieben:Vatikan: Sie treffen sich ein drittes Mal
Am Samstag treffen sich zum dritten Mal Vertreter der Glaubenskongregation und der schismatisch orientierten [ :D ] Piusbruderschaft. Die vom Papst eingerichtete Dialogkomission war Ende Oktober das erste Mal, in der zweiten Januarhälfte dann ein zweites Mal zusammengetreten. In den letzten Wochen ist die Piusbruderschaft mehrfach mit papstkritischen Wortmeldungen an die Öffentlichkeit getreten. [ :detektiv: => :daumen-rauf: ] Nach Angaben der Nachrichtenagentur apic sind im Vatikan einige verstimmt über den „Immobilismus“ ihrer Gesprächspartner. [ :nuckel: ]
So kann man über dasselbe Thema übrigens auch berichten:
http://www.katholisches.info/?p=7476
Ruhe bewahren, denn sie hätten statt »Immobilismus« ja auch »Intransigenz« formulieren können.
Da sie es nicht getan haben, bleibt Raum für Hoffnung .......
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Donnerstag 18. März 2010, 21:49

GB: District Superior's Newsletter

Daraus:
Father Pfluger then gave conferences on ‘the Society and the talks with Rome’ in Bristol, Burghclere, Preston, and Glasgow, all of which were well attended.

The First Assistant spoke of the importance of these talks but also of the limitations.

Their importance consists in our being able to give witness to the Faith of all time before the Roman authorities.

Their limitations lie in the fact that Rome remains imbued with conciliar ideas, these being declared as no longer new, but instead in continuity with Tradition! This contrasting scenario was made apparent in the course of the recent talks in January on the topic of the New Mass for, whilst it had been previously agreed that the Church’s traditional teaching would be the reference point for a critical study of Vatican II, the Roman Commission soon appealed to the post-conciliar ‘magisterium’. Hence the Roman Commission would ask how the New Mass could be wrong when the Pope and all the bishops celebrate it . . .

The talks continue this month on the subject of Religious Liberty.
(Zusammenfassung: Bedeutung (FSSPX kann Zeugnis für den überlieferten Glauben ablegen) und Grenzen (Rom hängt vollständig den konziliaren Ideen an) der Romgespräche. Übermorgen, Samstag, wird über die Religionsfreiheit gesprochen.)

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von taddeo » Donnerstag 18. März 2010, 21:59

So interessant das einerseits ist: ich finde es trotzdem schade, daß da wiedermal einer seine Klappe nicht halten kann, während Rom sich bisher strikt an die vereinbarte Vertraulichkeit hält. Das macht keinen guten Eindruck.

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Re: FSSPX & Rom: Auf dem Weg zur Einheit?

Beitrag von Gamaliel » Donnerstag 18. März 2010, 22:02

@taddeo

Da gebe ich Dir Recht.

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