Juergen hat geschrieben:Zurückrudern - oder wie?
Bzw.: einem geschenkten Gaul will man doch ins Maul schauen... Wenn schon ein neuer Turmhelm, dann doch bitte gemäß den Wünschen der Freifrau von Branca und bloß nicht so, wie es mal war. Da könnte ja jeder kommen.
Diese Turmformen bildeten mit der ringsum wieder aufgebauten Profanbebauung ein homogenes Ensemble.
Ah ja.
In H'rath/Kohlscheid haben Gemeindemitglieder der ev. Gemeinde das private Scheckbuch gezückt, damit das Gemeindezentrum eben keinen homogenen Brei mit der umliegenden Profanbebauung bildet, sondern als kirchlich heraussticht.
Und als der Turm stand, haben wieder welche das Scheckbuch gezückt, damit da drin auch was bimmelt, also eine Glocke.
Und dabei ging es noch nicht einmal um die Wiederherstellung eines authentischen Zustandes vor einer Zerstörung, sondern einfach nur darum, etwas wenigstens halbwegs kirchliches zu haben, wenn man schon nur ein Gemeindezentrum und keine Kirche hat.
Wenn man dann noch an die Jahrtausendglocke des Hamburger Michel denkt, die in den letzten 10 Jahren zwei Mal aus Spendenmitteln wiederhergestellt wurde, einfach nur, weil der Michel zu Hamburg und das vollständige Geläut zum Michel gehört, dann ist diese Zickerei in Paderborn absolut nicht nachzuvollziehen.
Von der Frauenkirche in Dresden brauchen wir da erst gar nicht anfangen ...
Bevor der Neokapitalismus sich noch größere Tempel gebaut hat, waren die Kirchtürme die Wahrzeichen unserer Städte und auch die Auswanderer haben sie "mitgenommen": Amerikanische Kirchen sind den europäischen immerhin nachempfunden.
Und zu dieser Geschichte gehören eigentlich auch Glocken die wirklich läuten dürfen und das z.B. auch abends zum Arme-Seelen-Läuten, was ja nur noch in einer Handvoll Städte praktiziert wird.
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.