Christliches Staatsdenken wider Verpflichtung aufs GG

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Robert Ketelhohn
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Christliches Staatsdenken wider Verpflichtung aufs GG

Beitrag von Robert Ketelhohn »

[Dieser Strang besteht aus extrahierten Teilen aus dem Faden zum Internat der FSSPX im Saarland/Pforte (Überlegungen zu Monarchie, Zustimmung zur Verfassung der Bundesrepublik,...). Robert hat ihn nicht eröffnet. Referenzpunkt: http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=477584#p477584 Ecce als Mod]

Irmgard hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Noch mal ganz klar: Das ist ein brutaler Unterdrückerstaat, der nichts verdient als
komplett zerschlagen zu werden. Möchten wir das noch erleben, auch wenn es hart
wird.
Das würde ich gerne genauer verstehen (vielleicht nicht in diesem Strang). Hast du ein Problem mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung? Und was schlägst du statt dessen vor?
viewtopic.php?p=45838#p45838
viewtopic.php?f=6&t=3728
viewtopic.php?p=159288#p159288
viewtopic.php?p=245695#p245695
viewtopic.php?p=457947#p457947
viewtopic.php?p=17517#p17517[/size]
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Pit
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Pit »

Herr Ketelhohn,

Sie haben mich vor Kurzem gefragt, ob ich einen Link bringen könnte, als ich schrieb, daß Sie offenbar die parlamentarische Demokratie in diesem Land ablehnen würden.
Nun, offenbar lehnen Sie nicht nur die Demokratie, sondern den Staat als solchen auch ab, womit konkret gesagt werden kann, daß Sie die Verfassung der Bundesrepublik ablehnen!

Ihr Pit
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Torsten
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Torsten »

Die Verfassung der Bundesrepublik lehnt jeder ab, der sich einen Rest soziales Gewissen bewahrt hat, denn in der geht es nur um bürgerliche Rechte. Vom religiösen Standpunkt ist es noch was ganz anderes. Lieber Pit, Du bist totalitär indoktriniert, und merkst es noch nicht einmal.

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Pit
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Pit »

Torsten hat geschrieben:Die Verfassung der Bundesrepublik lehnt jeder ab, der sich einen Rest soziales Gewissen bewahrt hat, ...
Dann hättest Du kein Problem damit, wenn der Herrscher spontan eine Demonstration von Christen- z.B. gegen Abtreibungen - verbieten oder aber die Teilnehmer ohne Anklage und Gerichtsverfahren verhaften lassen oder christliche Internetseiten unter Strafe stellen und - falls vorhanden - sperren lassen würde?
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Torsten
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Torsten »

Pit hat geschrieben:Dann hättest Du kein Problem damit, wenn der Herrscher [...] sperren lassen würde?
Dann hätte ich ein ehrliches Problem. Dein Problem ist, dass du die Erlaubnis als Garant von Freiheit siehst.

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Torsten
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Torsten »

Lieber Staat,

wir sind dir ja so dankbar, dass du uns erlaubst, unsere Meinung zu äußern ..

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Pit
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Pit »

Torsten hat geschrieben:Lieber Staat,

wir sind dir ja so dankbar, dass du uns erlaubst, unsere Meinung zu äußern ..
Ja, ich bin denen, die damals diese Verfassung ins Leben gerufen haben, sehr dankbar, denn dadurch habe ich das Recht, eher liberal-katholisch zu denken und dies auch zu äussern und Herr Ketelhohn hat das Recht, Traditionalist zu sein.
Gut, vieleicht wünscht sich mancher hier eine absolutistische Monarchie zurück, in der jeder als Staatsfeind gilt, der nicht die vorgegebene Meinung vertritt- aber ich würde, sollte dieses Land eines Tages so einen Wahnsinn wieder erleben, schnellstmöglich auswandern.
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cantus planus
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von cantus planus »

Pit hat geschrieben:Gut, vieleicht wünscht sich mancher hier eine absolutistische Monarchie zurück, in der jeder als Staatsfeind gilt, der nicht die vorgegebene Meinung vertritt- aber ich würde, sollte dieses Land eines Tages so einen Wahnsinn wieder erleben, schnellstmöglich auswandern.
Entschuldige, Pit. Aber ein erheblicher Teil deiner Beiträge ist physisch schmerzhaft.

Monarchie war jahrhundertelang sehr erfolgreich. Wenn man die unfähigen oder tyrannischen Herrscher mit dieser Periode vergleicht, ist das fast marginal. Wenn man sich die republikanische Bilanz des letzten Jahrhunderts allerortens anschaut, fällt diese deutlich düsterer aus.

Hast du dich eigentlich jemals mit dem Thema Monarchie und einzelnen Monarchen intensiv befasst? Wie kommst du eigentlich zu diesen Meinungen?
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ad_hoc
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von ad_hoc »

Den sogenannten Vätern des Grundgesetzes möchte man keineswegs den guten Willen abstreiten, ein zukünftiges Deutschland auf der Grundlage einer rechtsstaatlichen Ordnung und nicht zuletzt in einem christlichen Verständnis zu errichten.
Aber man muss auch sehen, was zwischenzeitlich daraus geworden ist. Wer weiß denn schon, wie viele Grundgesetzänderungen zwischenzeitlich erfolgt sind, und keineswegs deshalb, um einen Rechtsstaat zu sichern und zu gewähren.

Meine Ansicht ist, dass die übergroße Mehrheit der Deutschen gar keine Vorstellung hat, nach welchen Prinzipien eigentlich gewählt werden sollte. Nicht in fachlicher Hinsicht, und noch weniger in moralischer Hinsicht bzw. nach christlichem Verständnis. So ist das Bild der gewählten Politiker letztendlich nichts anderes als das Spiegelbild der Wähler, die diese gewählt haben. Wenn die Mehrheit der Wähler nicht fähig sind, ist es die Mehrheit der Gewählten ebenso wenig.

Insofern ist für mich die Monarchie das optimale Spiegelbild des Königs Jesus Christus. Zwar nicht in gleicher Qualität, aber zumindest als Abbild.

Gruß, ad_hoc
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Stephen Dedalus
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Stephen Dedalus »

cantus planus hat geschrieben: Monarchie war jahrhundertelang sehr erfolgreich. Wenn man die unfähigen oder tyrannischen Herrscher mit dieser Periode vergleicht, ist das fast marginal. Wenn man sich die republikanische Bilanz des letzten Jahrhunderts allerortens anschaut, fällt diese deutlich düsterer aus.
Vergleichbar? Wohl kaum. Monarchien der Vormoderne und Frühen Neuzeit funktionierten anders als Staaten heute. Es gab keine Medien und keine Massenkommunikation. Selbst im absolutistischen Staat konnte der Herrscher kaum von oben bis unten durchregieren, seine Macht war immer auf viele lokale Grafen, Fürsten oder einen Apparat verteilt, seine Präsenz eingeschränkt.

Im Zeitalter moderner Verwaltung, Mobilität und Massenkommunikation sind die Voraussetzungen anders.

Wenn man die Monarchie als Idee oder Herrschaftsmodell preist, nenne man mir bitte eine einzige Monarchie, die heute besser funktionert als demokratisch-republikanische Staaten. Ich kenne keine. Lummerland natürlich ausgenommen.
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cantus planus
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von cantus planus »

Das ist schon klar, S.D. Das Problem ist ja, dass kaum noch jemand weiss, was Monarchie wirklich früher bedeutete*. Da das ganze Verständnis der Monarchie sich dramatisch gewandelt hat, wäre es heute auch kein Allheilmittel, einfach einen Monarchen an die Stelle des Präsidenten zu setzen. Und ich nehme an, dass man das Monarchieverständnis früherer Zeiten auch nicht mehr zurückbringen kann.

Aber Pit unkte ja über frühere Verhältnisse, und stellte recht pauschal die Monarchie als monströs dar. Das musste ich doch einmal Einspruch erheben.

*) Ein Problem, was auch die Jungspunde monarchistischer Kreise oft haben, weshalb man diese Vereine manchmal nicht ganz ernstnehmen kann.
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Raphael

Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Raphael »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Wenn man die Monarchie als Idee oder Herrschaftsmodell preist, nenne man mir bitte eine einzige Monarchie, die heute besser funktionert als demokratisch-republikanische Staaten. Ich kenne keine. Lummerland natürlich ausgenommen.
Diese Aufgabenzuweisung Deinerseits ist natürlich blödsinnig, denn es gibt derzeit keine Monarchien mehr, wie es sie einstmals im Europa der Feudalzeit gegeben hat. :hmm:

Herrscher mit königsähnlicher Macht muß man derzeit suchen auf dem Planeten Erde und wird höchstens fündig beim Sultan von Brunei oder den Potentaten der Ölstaaten im Nahen Osten. Deren Macht beruht jedoch neben der politischen Tradition dieser Länder im Wesentlichen auf den überaus wertvollen Bodenschätzen der regierten Gebiete.

Stephen Dedalus
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Stephen Dedalus »

Raphael hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Wenn man die Monarchie als Idee oder Herrschaftsmodell preist, nenne man mir bitte eine einzige Monarchie, die heute besser funktionert als demokratisch-republikanische Staaten. Ich kenne keine. Lummerland natürlich ausgenommen.
Diese Aufgabenzuweisung Deinerseits ist natürlich blödsinnig, denn es gibt derzeit keine Monarchien mehr, wie es sie einstmals im Europa der Feudalzeit gegeben hat. :hmm:
Ergo ist die Monarchie alten Stils unter den Bedingungen des 21. Jhdts. ein reines Phantasma?
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cantus planus
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von cantus planus »

Das würde ich so sagen. Da müsste erstmal drei-vier Generationen Vorarbeit geleistet werden. Mindestens.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

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Raphael

Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Raphael »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Wenn man die Monarchie als Idee oder Herrschaftsmodell preist, nenne man mir bitte eine einzige Monarchie, die heute besser funktionert als demokratisch-republikanische Staaten. Ich kenne keine. Lummerland natürlich ausgenommen.
Diese Aufgabenzuweisung Deinerseits ist natürlich blödsinnig, denn es gibt derzeit keine Monarchien mehr, wie es sie einstmals im Europa der Feudalzeit gegeben hat. :hmm:
Ergo ist die Monarchie alten Stils unter den Bedingungen des 21. Jhdts. ein reines Phantasma?
Nein, Deine Aufgabenweisung erweist sich lediglich als ein rhetorischer Trick, mit dem die Verteidiger des Monarchismus in die diskursive Defensive gedrängt werden sollen.

Aus dem Umstand, daß sich heutzutage keine funktionierende "Monarchie alten Stils" finden läßt, resultiert nicht die von Dir offenbar ungern gezogene Schlußfolgerung, daß die Monarchie eigentlich die dem Menschen gemäßere Herrschaftsform ist.

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Robert Ketelhohn
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Monarchien der Vormoderne und Frühen Neuzeit funktionierten anders als Staaten heute.
Korrekt.
Stephen Dedalus hat geschrieben:Es gab keine Medien und keine Massenkommunikation. Selbst im absolutistischen Staat konnte der Herrscher kaum von oben bis unten durchregieren, seine Macht war immer auf viele lokale Grafen, Fürsten oder einen Apparat verteilt, seine Präsenz eingeschränkt.
Korrekt. Totalitäre Strukturen wie heute gab es nie zuvor.
Stephen Dedalus hat geschrieben:Im Zeitalter moderner Verwaltung, Mobilität und Massenkommunikation sind die Voraussetzungen anders.
Ja. Namentlich die modernen Massenkommunikationsmittel sind eine Voraussetzung jener totalitären Strukturen, die sich über alles breiten und alles und jeden bis ins Innerste seines Geists zu erfassen und zu bestimmen suchen.

Es ist aber keineswegs notwendig, daß sie derart im Dienst des heraufziehenden Reichs des Antichrists mißbraucht werden. Um der Wahrheit und der Freiheit willen kann und muß man die herrschende Staats- und Gesellschaftsordnung wenn schon nicht aktiv bekämpfen – denn jedermann »sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat« –, so doch kritisieren, vor ihr warnen und die Alternative aufzeigen.
Stephen Dedalus hat geschrieben:Wenn man die Monarchie als Idee oder Herrschaftsmodell preist, nenne man mir bitte eine einzige Monarchie, die heute besser funktionert als demokratisch-republikanische Staaten. Ich kenne keine. Lummerland natürlich ausgenommen.
Es ist immer ratsam, meine Beiträge – auch die nur durch Hypertextverknüpfungen referenzierten – aufmerksam zu lesen. Scheinst das mal wieder unterlassen zu haben. So muß ich denn noch mal Volltext zitieren:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
sofaklecks hat geschrieben:Wir sprechen über die Notwendigkeit einer Diktatur.
Um überhaupt sinnvoll reden zu können, müßte man erst einmal die komplett ideologisierte Begrifflichkeit der letzten dreihundert Jahre abwerfen, sich auf den staatstheoretischen und Verfassungsdiskurs der Alten besinnen, von Plato und Aristoteles über Polybius und Cicero, Augustin und Dante, Thomas und Ægidius Romanus bis zu Thomas Morus und Machiavell.

Die schlimmste Begriffsverwirrung ist, daß heute die Könige und Fürsten „Präsidenten“ heißen müssen und daß das blöde Volk mit dem Begriff des „Königs“ operettenhaftes Erbtheater aus Mammas buntem Wurschtblatt assoziiert.

Mit anderen Worten, das ganze Gespräch hier schleicht wie der Leopard im Käfig immerfort nur an den Gitterstäben der vorgegebenen ideologischen Revolutionslexik entlang.

Ich kann mir das nur wie ein Besucher im Zoologischen Garten von außen betrachten. Nicht ohne Mitleid.
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ansonsten lese ich oben ziemlich viel romantisierendes Zeug. Damit bekommt man höchstens Operettenköniglein. Wer gern die Bunte liest. Na ja. Altweibergewäsch.

Wenn wir ernsthaft reden wollen, dann sage ich: Erst einmal müßte mit der Ideologisierung des Staats- und Gesellschaftsdenkens aufgeräumt werden. Wieso heißen die Staatsoberhäupter heute fast überall „Präsidenten“ (abgesehen von ein paar nostalgischen Reminiszenzen, wo man noch „König“ oder „Fürst“ sagt)? – Der Begriff transportiert die seit der satanischen Revolution in Frankreich überallhin eingeschleppte ideologische Geistespest illuministischen Staatsdenkens.

Das Gegenbild ist in Wahrheit nicht etwa der zeitgenössische Operettenkönig (ich habe kürzlich den Schluß eines Sissi-Films mitbekommen [mitansehen müssen] – scheußlich!), auch nicht der schon ideologisch verdrehte Illuministenfürst des Absolutismus, sondern das Königtum früherer Völker bis hin zum Kaisertum des reifen Reichsorganismus der Zeit eines Friedrichs III. Ein Herrschertum, das einerseits funktional und ohne ideologischen Ballast in der irdischen Wirklichkeit verankert ist, andererseits aber mit dem Bewußtsein höheren Auftrags ausgezeichnet und (nicht nur in übertragenenem Sinn, sondern tatsächlich) gesalbt nach dem Vorbilde König Davids.
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:Du hast sicher Recht, wenn Du immer wieder daran erinnerst, daß die Zustände niemals "heil" waren - trotzdem scheinen mir die Übel in der Gegenwart qualitativer und in quantitativer Hinsicht doch gravierender zu sein als in der Vergangenheit. … Man kann sich der Vergangenheit leider nur sehr unvollkommen annähern. … Noch vor kurzer Zeit hielt ich die Entwicklung für eine vorübergehende Abirrung, jetzt bin ich überzeugt, daß der (in meinen Augen) falsche Weg gewissermaßen im System liegt.
Den historischen Punkt will ich mal aufgreifen. – Die Kirche hat sich – und das heißt: den Glauben – immer ausgebreitet in scharfem Gegensatz zu „den Religionen“. Die Priesterkasten, die „Medizinmänner“ und die Lehrer des überkommenen sakralen Gesetzes waren stets die Träger des Widerstands.

Die Häuptlinge dagegen, die Fürsten, waren die wichtigsten und ersten, mindestens sehr frühen Adressaten. Die Ausbreitung des Christentums und der Christenheit geschah in enger Verbindung mit den weltlichen Obrigkeiten. Gewiß, es gab praktisch immer schon eine allererste Saat vor den Häuptlingen – oft die Saat des Märtyrerbluts. Aber vor dem „Durchbruch“ stand die Bekehrung des Fürsten. Wo diese nicht stattfand, entstand auch keine tragende christliche Kultur.

Mit dem Wegfall der „allerchristlichsten“ Herrschaft verliert das Christentum seine kulturprägende Kraft. Darum sind „demokratische“ Staatsmodelle dem Christentum wesenhaft feind. Es gilt nicht nur, daß »die Kirche keine Demokratie« sei, wie heute immer wieder gern betont wird, um allzu dreiste Forderungen abzuwehren; auch der Staat, der wahrhaft auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist – und das heißt: der christlichen Verkündigung Raum zu geben, die Kirche zu fördern, irdisches Recht und irdischen Frieden möglichst in christlicher Gesinnung zu erstreben, Arme zu speisen, Kranke zu pflegen, Fremdlinge zu beherbergen, Gefangene zu besuchen, Nackte zu bekleiden – auch dieser Staat also kann nicht der liberal-demokratischen Staatsmodell folgen. Sonst zerstört er sich selbst.

Nicht, daß das Volk nicht teilhaben sollte an der Macht. Im Gegenteil. Aber jeder auf seiner Ebene, an seinem Platz. Und auf jeder Ebene muß eine feste Autorität bestehen, die nicht täglich durch revolutionären Geist umgestürzt werden kann. Das liberal-demokratische System setzt an die Stelle solcher Autorität die Herrschaft der Gier und der Lüste. Die scheinbare Freiheit ist keine echte, sondern in Wahrheit tiefste Knechtschaft. Geistige Knechtschaft und tatsächliche, denn die Bösesten unter den Reichen benutzen die Lüste des Pöbels, ihn zu knechten und dabei so zu verdummen, daß er dessen nicht einmal gewahr wird.

In einer staatlichen Ordnung, die auf feste Autoritäten gebaut und ständisch gegliedert ist, wirkt die Kirche in die Gesellschaft hinein und mildert das Böse, welches aufgrund der Erbsünde immer gegenwärtig ist. Im liberal-demokratischen System wirkt die Gesellschaft in die Kirche hinein und löst sie auf, denn sie unterwirft alles, sogar das Heiligste, dem Maß ihrer Gier und Lüste.

Die abendländische Kirche hat vergessen, daß eine christliche Kultur nur möglich ist, wo christliche Autoritäten ihr Freiheit garantieren und ihr die unverfälschte Verkündigung ermöglichen. Sie hat vergessen, daß die Priesterkasten und Medizinmänner der Religionen ihr immer feind sein werden. Sie sucht – nein, nicht mehr Heil, sie sucht den „Fortschritt“ in den Anbiederung an den liberal-demokratischen Geist und im schulterklopfenden Dialog mit den Medizinmännern.

Weshalb ist das geschehen? Wann hat es begonnen? – Ich bin der Antwort nicht gewiß. Aber ich frage mich, ob es daran liegen mag, daß man – zunächst bemüht, die Freiheit der Kirche gegenüber dem weltlichen Schwerte zu sichern – dergestalt überzogen hat, daß man das geistliche Schwert über jenes stellte, daß die Kirche die höchste Autorität auch über den Staat beanspruchte.

Zugleich steigerte die höchste Autorität der Kirche – und desto mehr, je mehr dieser Anspruch an der Wirklichkeit scheiterte – ihren Herrschaftsanspruch innerhalb der Kirche, so daß nicht mehr auf jeder Ebene die geistliche Autorität aus eigenem Recht bestand, sondern nur noch von höchstgewaltlichen Gnaden, und daß die höchste Autorität nun auch bis auf die niederste Ebene volle Herrschaft und das Recht, sie jederzeit überall auszuüben, für sich in Anspruch nahm.

Damit hat sie die niederen Autoritäten entmachtet, aber auch ihrer Verantwortung beraubt – sie buchstäblich verantwortungslos gemacht. So drang der widersetzliche Geist ein, der schon die Staaten liberal-demokratisch zerrüttete. Und er machte vor dem Haupte nicht halt.

Gibt es dagegen noch eine Arznei? – Not tut eine gründliche Kur an Haupt und Gliedern. Ohne sie keine Genesung. Das Heilmittel aber findet man gewiß nicht im liberal-demokratischen Geist der Gegenwart, sondern nur in der Rückschau und Wiederaufnahme der gesunden Tradition. – Aber ist das nicht steriler Historizismus? mag man dawiderhalten. Die Gefahr besteht. Aber wenn es heute noch Ortskirchen gibt, in denen diese Tradition lebt: dann laßt uns eilen, auf sie zu schauen, zu lernen und um Hilfe zu flehen. Wie einst Basilius der Große den Westen um Hilfe gegen den Arianismus anflehte.
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Robert Ketelhohn
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Robert Ketelhohn »

ad_hoc hat geschrieben:Den sogenannten Vätern des Grundgesetzes möchte man keineswegs den guten Willen abstreiten, ein zukünftiges Deutschland auf der Grundlage einer rechtsstaatlichen Ordnung und nicht zuletzt in einem christlichen Verständnis zu errichten.
Wenn du wissen möchtest, welcher Geist diejenigen bestimmte, welche die „Gründerväter“ einsetzten und beauftragten, dann lies dies: pdf/the-city-of-man.pdf
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Pit
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Pit »

ad_hoc hat geschrieben: ...
Insofern ist für mich die Monarchie das optimale Spiegelbild des Königs Jesus Christus. Zwar nicht in gleicher Qualität, aber zumindest als Abbild.

Gruß, ad_hoc
absolutistisch oder konstitutionell?
Bei einer konstitutionellen Monarchie wird es "leider" auch wieder ein Parlament geben. ;)
Ihr habt aber in einem Punkt Recht, eine Demokratie ist so gut wie ihre Bürger (und ihre Politiker).
Deswegen sage ich auch, daß wir (als Wähler!) etwas ändern können, denn wenn ich z.B. auf kommunaler Ebene merke,daß die CDU eine Politik vertritt, die ich nicht mittragen kann, habe ich das Recht und die Möglichkeit, eine andere Partei zu wählen- dies hatte hier bei der letzten Kommunalwahl zur Folge, daß zwei Parteien erstmals in den Rat gewählt wurden, bei denen viele Bürger vorher sagten:
Die haben eh keine Chance, ich wähle wie sonst!
Und die Abgeordneten:
Wenn einer nur seine eigenen Interessen und nicht die der Bürger seines Wahlkreises vertritt- wird er es (keine Seltenheit) spüren, wenn er nicht wiedergewählt wird.
Leider sieht es so aus, daß auf Bundesebene die etablierten Parteien sich inhaltlich dermassen einander anpassen, daß viele Menschen meinen, wählen ist sinnlos.
Aber ! ; Wer sagt denn, daß man nur die etablierten Parteien wählen kann oder darf?
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Irmgard
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Re: Überlegungen zu Monarchie, Zustimmung zur Verfassung der Bundesrepublik

Beitrag von Irmgard »

Danke, Robert, für die Links. Das erleichtert doch sehr das Verständnis für deine Aussagen, die, aus dem Zusammenhang gerissen, auch missverständlich sind. Keinesfalls möchte ich in einer diktatorischen und menschenverachtenden Staatsform, wie wir sie in Deutschland zwischen 1933 und 45 hatten, leben müssen.

Unsere derzeitige Staatsform erlaubt es jedem, sich als Volksvertreter wählen zu lassen (ab einem gewissen Alter). Ich kenne Menschen, die diesen Weg sehr bewusst gegangen sind.

Dass dieser Weg möglich ist, finde ich sehr gut.

Gruß

Irmgard

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Pit
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Pit »

Stephen Dedalus hat geschrieben: ...
Ergo ist die Monarchie alten Stils unter den Bedingungen des 21. Jhdts. ein reines Phantasma?
Ja, denn - und da habe ich mich im Vorfeld nicht deutlich genug ausgedrückt- auch die absolutistischen Herrscher in Europa konnten spätestens mit Aufkommen der Feudalgesellschaft nicht uneingeschränkt herrschen, da sie Rücksicht auf den Adel nehmen wollten, wenn sie nicht ernsthaft Probleme bekommen wollten.
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ad-fontes
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von ad-fontes »

Äh, kurzer Zwischenruf:

Erst kam die Feudalgesellschaft, dann der Absolutismus, wenn man es schon so holzschnittartig darstellen mag.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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ad-fontes
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von ad-fontes »

Pit hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben: ...
Ergo ist die Monarchie alten Stils unter den Bedingungen des 21. Jhdts. ein reines Phantasma?
Ja, denn - und da habe ich mich im Vorfeld nicht deutlich genug ausgedrückt- auch die absolutistischen Herrscher in Europa konnten spätestens mit Aufkommen der Feudalgesellschaft nicht uneingeschränkt herrschen, da sie Rücksicht auf den Adel nehmen wollten, wenn sie nicht ernsthaft Probleme bekommen wollten.
Erst wurde der Adel vom Monarchen kastriert und domestiziert, dann die Bischöfe vom Papst. In das dadurch geschaffene Vakuum griffen dann die Tentakel der Aufklärer als einem Hybrid mit bürgerlich-adeligem Hintergrund und abgeschnittenen Zöpfen, sprich wurzellos.

Daher ist das moderne-demokratische Europa ein Leib ohne Rumpf.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Pit
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Pit »

ad-fontes hat geschrieben: ...
Erst wurde der Adel vom Monarchen kastriert und domestiziert, dann die Bischöfe vom Papst.
...
Daher ist das moderne-demokratische Europa ein Leib ohne Rumpf.
Und wie sähe eine Alternative dazu aus?
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Stephen Dedalus
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Stephen Dedalus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ja. Namentlich die modernen Massenkommunikationsmittel sind eine Voraussetzung jener totalitären Strukturen, die sich über alles breiten und alles und jeden bis ins Innerste seines Geists zu erfassen und zu bestimmen suchen.
Das war vielleicht bis vor fünf oder zehn Jahren so. Offenbar ist, daß die Massenmedien schon in allerkürzester Zeit eben nicht mehr dazu in der Lage sein werden, totalitäre Strukturen auszubilden oder zu stützen. Zunehmend schaffen sich einzelne Gruppen und Subkulturen ihre Realitäten selbst, gestützt durch Kommunikationsmittel und Medien, deren Inhalte sie selbst bestimmen. Diese sind nicht mehr nur kaum kontrollierbar, sie sind auch nur noch äußerst bedingt steuerbar oder vom Massenmarkt abhängig. Das Zeitalter der Beeinflußbarkeit der Massen durch die Massenmedien rast seinem Ende entgegen. Das bedeutet nicht nur eine massive Bedrohung der Demokratie, sondern jeglicher Form von Herrschaft.
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Re: Überlegungen zu Monarchie, Zustimmung zur Verfassung der Bundesrepublik

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Irmgard hat geschrieben:Danke, Robert, für die Links. Das erleichtert doch sehr das Verständnis für deine Aussagen, die, aus dem Zusammenhang gerissen, auch missverständlich sind. Keinesfalls möchte ich in einer diktatorischen und menschenverachtenden Staatsform, wie wir sie in Deutschland zwischen 1933 und 45 hatten, leben müssen.

Unsere derzeitige Staatsform erlaubt es jedem, sich als Volksvertreter wählen zu lassen (ab einem gewissen Alter). Ich kenne Menschen, die diesen Weg sehr bewusst gegangen sind.

Dass dieser Weg möglich ist, finde ich sehr gut.
Ich habe durchaus eine gewisse politische Karriere hinter mir. Landesvorsitzender des RCDS Berlin, Akademischer Senator der FU Berlin und manches andere, auch eine Weile studienbegleitende Arbeit als Assistent eines Landesministers a. D., MdB und stellv. DGB-Vorsitzenden.

Dies bloß, um zu zeigen, daß ich dir nicht aufgrund grauer Theorie, sondern erfahrungsbasiert antworte: Nein, dieser Weg ist nicht möglich. Du vertrittst nie das Volk, sondern immer die Partei (oder Gruppierung oder was auch immer), die dich als Kandidaten bestimmt hat. Der Parteienstaat minimiert die Teilhabe des Volks mehr als jede Staatsform zuvor. Die Parteien funktionieren immer von oben nach unten, unbeschadet kleiner Freiheiten unten. Paßt die kleine Freiheit nicht zur Linie, wird sie auf der nächsthöheren Ebene umgehend relegiert. Und es gibt immer eine höhere Ebene. Man sieht das Ende nicht.
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Pit hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:...
Ergo ist die Monarchie alten Stils unter den Bedingungen des 21. Jhdts. ein reines Phantasma?
Ja, denn - und da habe ich mich im Vorfeld nicht deutlich genug ausgedrückt- auch die absolutistischen Herrscher in Europa konnten spätestens mit Aufkommen der Feudalgesellschaft nicht uneingeschränkt herrschen, da sie Rücksicht auf den Adel nehmen wollten, wenn sie nicht ernsthaft Probleme bekommen wollten.
:roll: In der Zeit des „Absolutismus“ war es mit dem, was die marxistische Forschung „Feudalgesellschaft“ nennt, längst vorbei.
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Robert Ketelhohn
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Robert Ketelhohn »

ad-fontes hat geschrieben:Äh, kurzer Zwischenruf:

Erst kam die Feudalgesellschaft, dann der Absolutismus, wenn man es schon so holzschnittartig darstellen mag.
Ah, warst schneller.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Peregrin
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Peregrin »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
"This document is locked and can only be unlocked by entering the correct password." :hmm:
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Robert Ketelhohn
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Re: Christliches Staatsdenken wider Verpflichtung aufs GG

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Was hast du ’n für ’ne Acrobat-Version?
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Haiduk
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Re: Überlegungen zu Monarchie, Zustimmung zur Verfassung der Bundesrepublik

Beitrag von Haiduk »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Irmgard hat geschrieben:Danke, Robert, für die Links. Das erleichtert doch sehr das Verständnis für deine Aussagen, die, aus dem Zusammenhang gerissen, auch missverständlich sind. Keinesfalls möchte ich in einer diktatorischen und menschenverachtenden Staatsform, wie wir sie in Deutschland zwischen 1933 und 45 hatten, leben müssen.

Unsere derzeitige Staatsform erlaubt es jedem, sich als Volksvertreter wählen zu lassen (ab einem gewissen Alter). Ich kenne Menschen, die diesen Weg sehr bewusst gegangen sind.

Dass dieser Weg möglich ist, finde ich sehr gut.
Ich habe durchaus eine gewisse politische Karriere hinter mir. Landesvorsitzender des RCDS Berlin, Akademischer Senator der FU Berlin und manches andere, auch eine Weile studienbegleitende Arbeit als Assistent eines Landesministers a. D., MdB und stellv. DGB-Vorsitzenden.

Dies bloß, um zu zeigen, daß ich dir nicht aufgrund grauer Theorie, sondern erfahrungsbasiert antworte: Nein, dieser Weg ist nicht möglich. Du vertrittst nie das Volk, sondern immer die Partei (oder Gruppierung oder was auch immer), die dich als Kandidaten bestimmt hat. Der Parteienstaat minimiert die Teilhabe des Volks mehr als jede Staatsform zuvor. Die Parteien funktionieren immer von oben nach unten, unbeschadet kleiner Freiheiten unten. Paßt die kleine Freiheit nicht zur Linie, wird sie auf der nächsthöheren Ebene umgehend relegiert. Und es gibt immer eine höhere Ebene. Man sieht das Ende nicht.
Siehe hierzu auch das Eherne Gesetz der Oligarchie. Es beschreibt das Problem der Machtbündelung an der Spitze von Parteien und anderen Organisationen, das dazu führt, daß "Führungsgruppen in Organisationen zunehmend an eigenen Interessen, persönlichem Nutzen, insbesondere sichergestellt durch den Erhalt der Organisation, interessiert sind. Die einstigen Ziele der Gruppe, an derer Spitze sie stehen, treten so in den Hintergrund." Als die Grünen in ihrer Frühphase die Trennung von Amt und Mandat einführten, taten sie das in der Hoffnung, auf die Weise die Oligarchisierung verhindern zu können. Auch das hat aber nicht funktioniert.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)

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Haiduk
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von Haiduk »

Peregrin hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
lies dies:[/color] pdf/the-city-of-man.pdf
"This document is locked and can only be unlocked by entering the correct password." :hmm:
Hä? Ich kann dieses Dokument öffnen und lesen. Ohne Passwort :blinker:
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
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ad_hoc
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Re: Internat der FSSPX im Saarland

Beitrag von ad_hoc »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
ad_hoc hat geschrieben:Den sogenannten Vätern des Grundgesetzes möchte man keineswegs den guten Willen abstreiten, ein zukünftiges Deutschland auf der Grundlage einer rechtsstaatlichen Ordnung und nicht zuletzt in einem christlichen Verständnis zu errichten.
Wenn du wissen möchtest, welcher Geist diejenigen bestimmte, welche die „Gründerväter“ einsetzten und beauftragten, dann lies dies: pdf/the-city-of-man.pdf
Hallo Robert
Dies ist mir selbstverständlich bekannt (irgendwo hat ja auch meine Aversion gegen die politischen Machenschaften neuerer Zeit - und dies vor allem in Deutschland - ihre Ursache).

Du schreibst aber korrekt von den Geistgesteuerten, welche die "Gründerväter" einsetzten und beauftragten. Diese Gründerväter waren größtenteils Christen, die tatsächlich für Deutschland und die Deutschen das Beste schaffen wollten.
Ansonsten wäre es natürlich interessant, wie viele Textformulierungen (und welche) von der alliierten Kommission abgelehnt bzw. geändert wurden. Selbstverständlich kam nur dasjenige Grundgesetz zum Tragen, das zuvor genehmigt worden war. Aber dieses erste Grundgesetz war schon eine Leistung. Sonst hätten ja nicht im Verlauf der Jahre Änderungen vorgenommen werden müssen, die zum heutigen System geführt haben.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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