Gamaliel hat geschrieben: ↑Dienstag 17. Februar 2026, 11:06
Ich greife ein paar Punkte aus deiner Replik heraus:
1) Die Optionen/Wahlmöglichkeiten sind im NOM direkt enthalten (siehe Meßbuch). Sie sind Teil der unverfälschten Liturgiereform.
man kann auch sagen, Gott hat auch die Mächte der Unterwelt in die Kirche übertragen, als er sie gestiftet hat (vgl. Mt 16,18), was aber absurd wäre.
Gamaliel hat geschrieben: ↑Dienstag 17. Februar 2026, 11:06
Von den „Entartungen“ habe ich noch gar nicht gesprochen.
aber ich – so empfinde ich all diese „Experimente“. Als Entartung dessen, was beschlossen wurde (ohne Entartung)
Gamaliel hat geschrieben: ↑Dienstag 17. Februar 2026, 11:06
2) Liturgische Mißbräuche gab und gibt es nicht nur in Westeuropa. Du findest sie genauso in Südamerika, Afrika und Asien.
Ja, das glaube ich Dir – aber, was ist ein „Liturgischer Missbrauch“? Für mich ist das eine Abweichung von dem, was im Messbuch vorgegeben/vorgeschrieben ist. In Polen gab es so etwas bis in die 90-er Jahre nicht. Obwohl ich nicht in allen polnischen Städten die hl. Messe (NOM) besuchte, sondern nur in solchen Städten wie Danzig, Posen, Warschau, Rzeszów, Krakau, Breslau, Kattowitz, Gleiwitz und Zakopane, gehe ich davon aus, dass jeder Bischof und Priester sich daran gehalten hat, was im Messbuch vorgegeben/vorgeschrieben war.
Auch im Tridentinischen Ritus gab liturgischen Missbrauch (nach meiner Definition des Missbrauchs), obwohl ich mich nur noch in Fragmenten an die hl. Messe vor V2 erinnern kann.
Gamaliel hat geschrieben: ↑Dienstag 17. Februar 2026, 11:06
Die bloße Behauptung, daß das alles nichts mit den Lockerungen der Liturgiereform zu tun hat und nur am verkommenen Klerus liegt (wie wurde der eigentlich überall so?), überzeugt mich nicht. (Stichwort: Gelegenheit macht Diebe).
3) Mit der Situation in Polen bin ich leider kaum vertraut, kann daher dazu nichts sagen.
Wieso glaubst Du, er (der Klerus) wurde überall so? Du schreibst doch selber, dass Du mit der Situation in Polen kaum vertraut bist, aber wenn ich das Gegenteil behaupte, glaubst Du eh nicht (aus Prinzip?)
Gamaliel hat geschrieben: ↑Dienstag 17. Februar 2026, 11:06
4) Du hattest ursprünglich nach der Möglichkeit von „Handkommunion, Mädchenministrantur, Laien-Lektoren/innen, Kommunionhelfer/innen“ im überlieferten Ritus gefragt.
Ich sagte, daß sich der Ritus selbst dagegen sperrt, was du anders siehst. Ich frage daher: Wie könntest du dir aus der inneren Logik des Ritus und der in ihm zum Ausdruck gebrachten Theologie, die Implementierung der von dir genannten Punkte erklären. Wie paßt das (theologisch) zusammen?
nach meiner Erfahrung geht es nicht um Theologie, sondern um Treue zur Kirche und den Verlautbarungen der Kirche und um Gehorsam. In Polen kam kein Bischof, kein Priester und kein Laie auf die Idee, die Handkommunion, Mädchenministrantur oder Kommunionhelfer (geschweige denn Kommunionhelferinnen) in der hl. Messe zu erlauben.
Erst im Jahre 2005 hat der damalige Erzbischof von Warschau und Primas von Polen, Józef Kardinal Glemp als erster die Handkommunion in seinem Bistum erlaubt – die Proteste von Intellektuellen ließen nicht lange auf sich warten. Bis heute gilt dort die Mundkommunion als obligatorisch und die Handkommunion als erlaubt - in Deutschland sieht es so aus, als ob es umgekehrt wäre - warum?
Warum haben die Deutschen die Handkommunion/Mädchenministarntur/Kommunionhelfer wie auf Befehl eingeführt? Die Antwort ist einfach: weil sie sie (neu) erfunden haben und als Pioniere und Erfinder dieser "Experimente" gelten. Wäre die Handkommunion überraschend befohlen, hätten die Deutschen dagegen protestiert, weil wir dann nicht als Erfinder und Pioniere der Handkommunion/Mädchenministarntur/Kommunionhelfer gelten könnten.

ich weiss - das klingt bescheuert, aber es ist so - nach dem modifizierten Motto: „Was der Bauer nicht sät, das erntet und frisst er nicht“.
Aber warum dauerte es so lange? Warum hat die Kirche hinter der Oder-Neiße-Linie auch nicht gleich nach dem Erscheinen von „Memoriale Domini“ die Handkommunion wie auf Befehl flächendeckend eingeführt (wie in Deutschland)? Die Antwort ist einfach: Weil es nie um Theologie ging, sondern um Treue zur Tradition und um Gehorsam – man hat dort nach V2 die Liturgiereform so weit wie nötig und so wenig wie möglich umgesetzt. Erst nach dem Öffnen der Grenzen 1989 wurde der Osten mit dem ganzen liturgischen Mumpitz überflutet und in den 90-er Jahren hat man auch dort angefangen so zu denken, wie schon viel früher im Westen. Das werden die Polen noch bereuen – der Kirchgang ist von 55% in den 80-er Jahren auf 32 % bereits gesunken.
Gamaliel hat geschrieben: ↑Dienstag 17. Februar 2026, 11:06
5) Nicht vergessen, die Bruderschaft war von ihrer Gründung an bis zur Aufhebung 1975 in der „Weltkirche“ integriert (also genau zur Zeit des liturgischen Um- und Aufbruchs). Einen Abwehrkampf gegen das Vordringen liturgischer Revoluzzer im überlieferten Ritus und aus den eigenen Reihen mußte sie damals nicht führen. Der Ritus sperrt sich dagegen.
nein, nicht der Ritus, sondern die Tatsache, dass die FSSPX offiziell nicht die Kirche Christi ist. Sobald die FSSPX in die Kirche wieder voll integriert wird, so dass sie auch zur Kirche Christi gehört, bzw. diese in den Augen der Welt ist (wenn die Weltkirche in ihrem eigenen Chaos versinkt), dann werden die Mächte der Unterwelt ihre Bemühungen verdoppeln, um aus dieser Kirche genau das zu machen, was bereits aus der Weltkirche geworden ist.