Betrachtungen zur Zeitgeschichte

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nomads
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

holzi hat geschrieben:
Montag 11. Mai 2026, 17:36
Peduli hat geschrieben:
Montag 11. Mai 2026, 16:44
War das Forum nicht einstmals katholisch, kontrovers und kreuzfidel? :detektiv: :detektiv: :detektiv:
war, mein Freund, war! Inzwischen sind sogar die Kindergärten wesentlich ernsthafter und seriöser unterwegs als die Kreuzgängster.
dazu möchte ich auch noch etwas ernsthaft schreiben:
Vor 20-30 Jahren glaubten noch viele Katholiken, dass die Kirche auf dem (noch) richtigen Weg ist - nicht zuletzt wegen dem Verbot der "Lizenz zum Töten", vom JP2 und dem deutschen Kardinal, der 2005 Papst wurde. Deshalb war auch Kreuzgang gut besucht und es wurde heftig und auch ernsthaft diskutiert.
Leider aber erlebte die Kirche - vor allem in Deutschland - in den letzten 25 Jahren mehrere "Ereignisse": Missbrauchsskandale, Vergötzung der Homosexualität (was BXVI kritisierte und was ihn auch zum Rücktritt brachte), Papst Franziskus, der mit FS noch einen drauf haute und die entsetzlich dämliche Haltung der DBK zu der Bitte BXVI um die Korrektur der Übersetzung "für viele" im deutschen Messbuch (leider habe ich den Link dazu verloren). In Anbetracht dieser "Ereignisse" fragen sich viele, ob es überhaupt noch Sinn macht, darüber zu sprechen (oder in Foren zu diskutieren)?
Für mich sieht es so aus, dass die Kirche, wenn sie nicht wieder zu ihrem Auftrag (Mission) findet, dem Untergang geweiht ist - vor allem im Westen Europas (was ich sogar befürworte, denn so, wie sie jetzt handelt, ist es unerträglich). Egal wo, egal in welcher Kirchengemeinde wird die hl. Messe entweder schlampig gefeiert oder so verhunzt, das einem schlecht wird und das Bizarrste ist, das sowohl der Klerus wie auch die (noch) Kirchgänger jeden erdenklichen Grund dafür verantwortlich machen (Zeitgeist, Glaubensmangel, Internet, Drogen u.a.), aber nicht ihre eigene Untreue (Sabotage) zu dem, was sie sich selbst verordnet haben (z.B. im Messbuch), oder Untreue zu dem, was der Vatikan erlassen hat. All das führt letztendlich zum Stilstand und Gleichgültigkeit.

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Zeno Kortin
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Zeno Kortin »

Danke an Nomads für diese ausführliche Erläuterung!
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Karl-Herbert Scheer

Peduli
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

Zeno Kortin hat geschrieben:
Dienstag 12. Mai 2026, 10:17
Danke an Nomads für diese ausführliche Erläuterung!
Die meinerseits nochmal unterstrichen werden soll! :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Die dort geschilderten Entwicklungen sind weitgehend durch den technischen Fortschritt gefördert worden, denn die Gesellschaft in den westlichen Zivilisationen individualisiert in einem bisher noch niemals gekannten Ausmaß.
Brauchte man vorher bei einer Beschreibung der Gesellschaft drei bis fünf Strömungen, gibt es nun -zig Fraktionierungen mit noch weitergehenden Unterteilungen. Es gibt keine Leitkultur mehr, sondern nur noch ein Sammelsurium von Subkulturen.
Und philosophische Denkrichtungen wie der Postmodernismus, der Konstruktivismus und der Dekonstruktivismus haben ebenfalls erheblichen Anteil an dieser Entwicklung.

Natürlich wird die Welt dadurch nicht untergehen, aber eine komplizierte Lage wird mit einfachen Lösungen nicht verbessert werden können. :doktor: :doktor: :doktor:
Vermutlich ist das "Tal der Tränen" noch nicht erreicht, aber es wird durchschritten werden müssen, bevor es wieder aufwärts gehen kann .............
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

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Zeno Kortin
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Zeno Kortin »

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 12. Mai 2026, 10:35
Zeno Kortin hat geschrieben:
Dienstag 12. Mai 2026, 10:17
Danke an Nomads für diese ausführliche Erläuterung!
Die meinerseits nochmal unterstrichen werden soll! :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Die dort geschilderten Entwicklungen sind weitgehend durch den technischen Fortschritt gefördert worden, denn die Gesellschaft in den westlichen Zivilisationen individualisiert in einem bisher noch niemals gekannten Ausmaß.
Brauchte man vorher bei einer Beschreibung der Gesellschaft drei bis fünf Strömungen, gibt es nun -zig Fraktionierungen mit noch weitergehenden Unterteilungen. Es gibt keine Leitkultur mehr, sondern nur noch ein Sammelsurium von Subkulturen.
Und philosophische Denkrichtungen wie der Postmodernismus, der Konstruktivismus und der Dekonstruktivismus haben ebenfalls erheblichen Anteil an dieser Entwicklung.

Natürlich wird die Welt dadurch nicht untergehen, aber eine komplizierte Lage wird mit einfachen Lösungen nicht verbessert werden können. :doktor: :doktor: :doktor:
Vermutlich ist das "Tal der Tränen" noch nicht erreicht, aber es wird durchschritten werden müssen, bevor es wieder aufwärts gehen kann .............
Bevor ich mich in den Forumsgesprächen äußere erst einmal hierzu, weil es auch meine Einstellung zur Dialektik und zum Materialismus widerspiegelt.

Genau solche Beiträge wie den, oder den von Nomads davor, verstehe ich unter historischer-dialektischer Aufarbeitung als Methode. Die Dinge unter ihrer Entwicklung und ihrer gegenseitigen Durchdringung zu analysieren, so, daß es auch für einen Außenstehenden wie mich verständlich und nachvollziehbar wird Deshalb schätze ich auch Magstrauss, Mini Kath u.A.
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Peduli
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

Eine neutrale Betrachtung eines Journalisten, der sein Handwerk nach einem Diktum von Hans Joachim Friedrich noch beherrscht:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache!“

Erleben wir das Ende des Christentums als prägende Kraft in Deutschland?
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

(F.J.S.)

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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Ich habe mir das Video 2 Mal angeschaut und Constantin Schreiber genau zugehört. Da er aus der protestantischen „Kirche“ ausgetreten ist und sich nicht als „besonders religiös“ bezeichnet, wundert es mich nicht, dass er in seinem Video keine Lösungsansätze anbietet - was auch bestimmt nicht beabsichtigte. Ich konnte auch nicht so richtig heraushören, ob er das Schwinden des Christentums gut oder schlecht findet?

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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Montag 25. Mai 2026, 19:01
Ich habe mir das Video 2 Mal angeschaut und Constantin Schreiber genau zugehört. Da er aus der protestantischen „Kirche“ ausgetreten ist und sich nicht als „besonders religiös“ bezeichnet, wundert es mich nicht, dass er in seinem Video keine Lösungsansätze anbietet - was auch bestimmt nicht beabsichtigte. Ich konnte auch nicht so richtig heraushören, ob er das Schwinden des Christentums gut oder schlecht findet?
Darum geht es nicht! :huhu: :huhu: :huhu:

Er berichtet einfach nur, er ist deskriptiv unterwegs und nicht moralisch wertend.

Und DAS ist angesichts des weit verbreiteten Aktivismus unter den Journalisten wohltuend.
Ich will von Journalisten kein betreutes Denken vermittelt bekommen! :kotz: :kotz: :kotz:
Ich will da nix eingeordnet bekommen! :dudu: :dudu: :dudu:

Ja, Journalisten sollen auch 'mal in größeren Zusammenhängen berichten. Peter Scholl-Latour war ein leuchtendes Beispiel für wirklich guten Journalismus, der sein Handwerk beherrschte und nicht die Informationsflüsse in einer Gesellschaft steuern wollte.
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 06:13
Darum geht es nicht! :huhu: :huhu: :huhu:

Er berichtet einfach nur, er ist deskriptiv unterwegs und nicht moralisch wertend.

Und DAS ist angesichts des weit verbreiteten Aktivismus unter den Journalisten wohltuend.
Ich will von Journalisten kein betreutes Denken vermittelt bekommen! :kotz: :kotz: :kotz:
Ich will da nix eingeordnet bekommen! :dudu: :dudu: :dudu:
ich verstehe was Du meinst und mich nerven auch die eigenen Kommentare der Journalisten bei Nachrichtenübermittlung, aber C. Schreiber übermittelt und berichtet in diesem Video nicht über aktuelle Lage aus dem Nahen Osten oder der Ukraine und gibt dabei seinen Senf dazu, er kommentiert die Situation des Christentums in Europa - Situation, die schon länger andauernd. Wovon Schreiber spricht wissen wir beide auch (zumindest Du und ich) und für diejenigen, die selber die Situation noch nicht erkannt haben, ist sein Kommentar eh nur einer von vielen.
Bei einem solchen Kommentar, in dem es um die Situation des Christentums geht, frage ich mich, warum sich ein Journalist damit beschäftigt? Was ist seine Motivation? Will er etwas ändern, verbessern?
Und wenn er die Situation des Christentums schon kommentiert, wäre es für die Mittläufer im Christentum nützlich, wenn er z.B. in form von Fragen und Andeutungen darauf hinweist, was die Situation ausgelöst und begünstigt hat, und ob diese der Gesellschaft schadet oder nützt.

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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 06:40
Bei einem solchen Kommentar, in dem es um die Situation des Christentums geht, frage ich mich, warum sich ein Journalist damit beschäftigt? Was ist seine Motivation? Will er etwas ändern, verbessern?
Und wenn er die Situation des Christentums schon kommentiert, wäre es für die Mittläufer im Christentum nützlich, wenn er z.B. in form von Fragen und Andeutungen darauf hinweist, was die Situation ausgelöst und begünstigt hat, und ob diese der Gesellschaft schadet oder nützt.
Ganz allgemein gesprochen: Menschen beobachten die Realität!
Und Journalisten berichten anschließend darüber .............

Wenn jemand sich von seinem Glauben verabschiedet, wie dies bei Constantin Schreiber offenbar der Fall ist, heißt das nicht zwangsläufig, daß das Thema auch für ihn erledigt ist. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, im hiesigen Forum gäbe es dafür kein konkretes Beispiel. ;D ;D ;D

Die Frage, die den Constantin Schreiber möglicherweise weiterhin umtreibt, könnte folgende sein:
Was geschieht, wenn aus einem religiös verstandenen Christentum ein reines Kulturchristentum wird?

Eine solche Entwicklung zu diagnostizieren, ist angesichts der Entwicklungen in der westlichen Welt meines Erachtens nicht besonders schwer.

Und diese Frage ist durchaus interessant und bedürfte einer vertieften Untersuchung. :ja: :ja: :ja:
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 08:52
Ganz allgemein gesprochen: Menschen beobachten die Realität!
Du und ich auch - das wissen wir :blinker:

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 08:52
Und Journalisten berichten anschließend darüber .............
für mich stellt sich die Frage: Warum? Wozu?
Diese Fragen stelle ich mir nicht nur bei Journalisten.

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 08:52
Die Frage, die den Constantin Schreiber möglicherweise weiterhin umtreibt, könnte folgende sein:
Was geschieht, wenn aus einem religiös verstandenen Christentum ein reines Kulturchristentum wird?

Eine solche Entwicklung zu diagnostizieren, ist angesichts der Entwicklungen in der westlichen Welt meines Erachtens nicht besonders schwer.

Und diese Frage ist durchaus interessant und bedürfte einer vertieften Untersuchung. :ja: :ja: :ja:
genau!
Schade, dass er diese Frage in seinem Video nicht gestellt hat (oder hat er sie gestellt und ich habe das nicht mitgekriegt) - egal ob demonstrativ oder rein rhetorisch…

Peduli
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 11:00
Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 08:52
Ganz allgemein gesprochen: Menschen beobachten die Realität!
Du und ich auch - das wissen wir :blinker:
Richtig, das kann man sicher wissen. Und das braucht man nicht nur so zu glauben, wie die Atheisten glauben! ;D ;D ;D

nomads hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 11:00
Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 08:52
Und Journalisten berichten anschließend darüber .............
für mich stellt sich die Frage: Warum? Wozu?
Diese Fragen stelle ich mir nicht nur bei Journalisten.
Diese beiden Fragen sind ökonomischer Natur! :doktor: :doktor: :doktor:

Mit der Erstellung und Verwertung von Nachrichten kann man Geld verdienen! 8) 8) 8)
Und daß der Mensch von Natur aus neugierig ist, weiß man seit paradiesischen Zeiten.
Denn neben der teuflischen Verführung von außen gab es auch eine intrinsische Motivation von Adam und Eva: Sie waren neugierig! :pfeif: :pfeif: :pfeif:
nomads hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 11:00
Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 08:52
Die Frage, die den Constantin Schreiber möglicherweise weiterhin umtreibt, könnte folgende sein:
Was geschieht, wenn aus einem religiös verstandenen Christentum ein reines Kulturchristentum wird?

Eine solche Entwicklung zu diagnostizieren, ist angesichts der Entwicklungen in der westlichen Welt meines Erachtens nicht besonders schwer.

Und diese Frage ist durchaus interessant und bedürfte einer vertieften Untersuchung. :ja: :ja: :ja:
genau!
Schade, dass er diese Frage in seinem Video nicht gestellt hat (oder hat er sie gestellt und ich habe das nicht mitgekriegt) - egal ob demonstrativ oder rein rhetorisch…
Soweit ich weiß, war er lange als Korrespondent im Nahen Osten. Dort wird man täglich "mit der Nase" auf religiöse Themen gestoßen. DAS wird man dann auch nicht mehr so leicht los, ob man will oder nicht! :ja: :ja: :ja:
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 26. Mai 2026, 15:04
Soweit ich weiß, war er lange als Korrespondent im Nahen Osten. Dort wird man täglich "mit der Nase" auf religiöse Themen gestoßen. DAS wird man dann auch nicht mehr so leicht los, ob man will oder nicht! :ja: :ja: :ja:
manchmal frage ich mich, warum solche Videos/Kommentare nicht zu besten Sendezeiten im deutschen Fernsehen gezeigt werden? Und damit meine ich nicht K-TV oder EWTN, sondern die Hauptsender ARD, ZDF oder die großen Privatsender, oder z.B. bei WELT - wo C. Schreiber doch beschäftigt ist.
Ich glaube mittlerweile, dass solche Themen, geschweige denn provokative Fragen, die den Verlust des Glaubens bemängeln, unerwünscht sind.

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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

Markus Langemann hat geschrieben:Der Austritt aus der katholischen Kirche ist nicht überall kostenlos. In Nordrhein-Westfalen kostet er 30 Euro. Das ist schon ein kleines Symbol. Wer geht, zahlt. Wer kommt, demnächst auch. Zumindest, wenn er den Kölner Dom nicht als Beter, sondern als Besucher betritt.

Ab dem 1. Juli 2026 soll die Besichtigung des Kölner Doms zwölf Euro kosten. Kirche gegen Cash. Gotik hinter Glas. Weltkulturerbe mit Drehkreuzlogik. Die katholische Kirche verbirgt eines der bedeutendsten Meisterwerke europäischer Architekturgeschichte hinter einer Paywall.

Fragen Sie mich, wie ich das finde? Fürchterlich.

Verargumentiert wird es mit touristischem Druck, Denkmalschutz, Pflege, Betrieb, Sicherheit, Personal, Kostensteigerungen. Alles nicht falsch. Aber nicht alles, was betriebswirtschaftlich erklärbar ist, ist geistlich klug. Und nicht alles, was sich kalkulieren lässt, sollte man tun.

Natürlich bleibt der Gottesdienst frei. Natürlich darf weiter gebetet werden. Natürlich wird man sagen: Pay for Pray gilt nicht. Das stimmt formal. Aber Symbole wirken nicht formal. Symbole wirken existentiell. Sie sprechen, bevor die Pressemitteilung zu Ende gelesen ist. Und dieses Symbol sagt: Wer den Dom sehen will, soll zahlen.

Das ist mehr als eine Eintrittsregelung. Es ist ein Signal in einer Zeit, in der die Kirche in Deutschland nicht an Überfüllung leidet, sondern an Verdunstung. In den Jahren 2024 und 2025 sind nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz zusammen 628.776 Menschen allein aus der katholischen Kirche ausgetreten. Mehr als eine halbe Million in zwei Jahren. In einer solchen Lage führt man keine Bezahlschranke vor ein Gotteshaus ein, das weit über Köln hinaus als Bild des Christentums, als Stein gewordene Sehnsucht, als europäischer Höhenzug des Glaubens verstanden wird.

Der Kölner Dom ist keine Mehrzweckhalle. Kein Museum unter vielen. Kein sakral lackiertes Touristenziel. Er ist ein Bau, der in die Vertikale denkt. Er ist der Versuch, Stein gegen Endlichkeit aufzurichten. Er ist ein Ort, an dem auch der glaubt, der nicht glaubt; weil der Raum größer ist als die eigene Skepsis, weil die Pfeiler höher sind als die private Vernunft, weil das Licht in den Fenstern noch etwas erzählt, das keine App erklären kann.

Und ausgerechnet dieser Ort soll nun in den mentalen Bezirk des Tickets rücken.
Man muss sich dieses Signal leisten wollen. In einer Zeit, in der das Christentum in Deutschland kulturell schwächer wird, in der Kirchen leerer, Gemeinden älter, Bindungen dünner werden, baut die Kirche nicht zuerst Schwellen ab, sondern eine neue Schwelle auf. Das ist unsensibel. Es ist strategisch kurzsichtig. Und es ist geistlich schwer vermittelbar.

Ich habe im arabischen Raum prächtige Moscheen besucht, Räume von gewaltiger Schönheit, Orte von religiöser und architektonischer Kraft. Der Zugang war vielfach frei. Natürlich sind die Systeme, Finanzierungen und religiösen Ordnungen nicht eins zu eins vergleichbar. Aber der Eindruck bleibt: Dort öffnet man ein Heiligtum als Einladung. Hier erklärt man ein Heiligtum zur Kostenstelle.

Die Kirche wird einwenden, dass der Dom täglich hohe Summen verschlingt. Das ist glaubwürdig. Ein Bau dieser Größe lebt nicht von Weihrauch allein. Er braucht Restauratoren, Steinmetze, Sicherheit, Reinigung, Organisation. Aber die entscheidende Frage lautet nicht, ob der Dom Geld kostet. Die entscheidende Frage lautet, ob die erste Antwort der Kirche auf diese Kosten ausgerechnet Eintritt sein muss.

Denn Eintritt verändert den Blick. Wer zahlt, wird Kunde. Wer Kunde wird, bewertet. Wer bewertet, konsumiert. Und wer konsumiert, steht nicht mehr selbstverständlich in einem Raum der Gnade, sondern in einer Leistungserwartung. Dann wird aus dem Dom ein Angebot. Aus der Kathedrale ein Produkt. Aus dem Staunen eine Transaktion.

Das ist die eigentliche Tragik. Nicht die zwölf Euro. Sondern der Verlust der Geste.

Jesus lehrte Barmherzigkeit. Das bedeutet nicht, dass Mauern kostenlos instandgesetzt werden. Aber es bedeutet, dem anderen großzügig zu begegnen. Gerade dem Fremden. Gerade dem, der zufällig hereinkommt. Gerade dem Touristen, der vielleicht gar nicht weiß, dass er in Wahrheit ein Suchender ist. Die Kirche müsste doch wissen, dass man Menschen nicht immer über Dogmatik erreicht. Manchmal erreicht man sie über Schönheit. Über einen Moment der Stille. Über einen Lichtstrahl im Kirchenschiff. Über das Gefühl, dass dieser Raum nicht verkauft, sondern geschenkt wird.

Der Kölner Dom hat Kriege überstanden, Bomben, Ideologien, Moden, Städtebau, Lärm und Zeitgeist. Nun droht ihm keine Zerstörung von außen, sondern eine Verkleinerung im Inneren: die Übersetzung des Sakralen in Verwaltungssprache.

Man kann Eintritt nehmen. Man kann das alles begründen. Man kann Tabellen vorlegen, Kostenblätter, Besucherströme, Sicherheitskonzepte. Am Ende bleibt trotzdem ein falscher Ton in der Luft.

Eine Kirche, die Menschen verliert, sollte Türen öffnen.
Nicht Kassen.

Bei Rund 200 Milliarden Euro liegt die realistische Schätzung des tatsächlichen Vermögens der katholischen Kirche in Deutschland.
:hmm: :hmm: :hmm:
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 09:57
Markus Langemann hat geschrieben:...
Ab dem 1. Juli 2026 soll die Besichtigung des Kölner Doms zwölf Euro kosten. Kirche gegen Cash. Gotik hinter Glas. Weltkulturerbe mit Drehkreuzlogik. Die katholische Kirche verbirgt eines der bedeutendsten Meisterwerke europäischer Architekturgeschichte hinter einer Paywall.

Fragen Sie mich, wie ich das finde? Fürchterlich.
ich nicht.
mehr noch - am Eingang jeder Kirche sollte man mehrere Schilder anbringen - z.B.:

die unanständigen Verbotsschilder wollte ich hier nicht posten ;)


Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 09:57
Markus Langemann hat geschrieben:...Verargumentiert wird es mit touristischem Druck, Denkmalschutz, Pflege, Betrieb, Sicherheit, Personal, Kostensteigerungen. Alles nicht falsch.
kann ich gut verstehen.

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 09:57
Markus Langemann hat geschrieben:...Natürlich wird man sagen: Pay for Pray gilt nicht. Das stimmt formal. Aber Symbole wirken nicht formal. Symbole wirken existentiell. Sie sprechen, bevor die Pressemitteilung zu Ende gelesen ist. Und dieses Symbol sagt: Wer den Dom sehen will, soll zahlen.
ist auch richtig. In Istanbul kommt man zu den Orthodoxen nicht einfach so rein, wir mussten alle durch ein Metallscanner - so war es zumindest in den 90-er Jahren und jetzt wird es wohl nicht anders sein.

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 09:57
Markus Langemann hat geschrieben:... In den Jahren 2024 und 2025 sind nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz zusammen 628.776 Menschen allein aus der katholischen Kirche ausgetreten.
aber doch nicht deshalb, weil man Eintritt zahlen muss, wenn man in der Kirche beten will!

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 09:57
Markus Langemann hat geschrieben:... Der Kölner Dom ist keine Mehrzweckhalle. Kein Museum unter vielen. Kein sakral lackiertes Touristenziel. Er ist ein Bau, der in die Vertikale denkt....
Ich habe im arabischen Raum prächtige Moscheen besucht...
aber auch nicht ein Raum/Ort, wo man in kurzen Bermudaschorts, im Minirock, in Flip-Flops sich laut und unbeschwert unterhalten kann. In eine Moschee kommt man nicht rein so angezogen.

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 09:57
Markus Langemann hat geschrieben:... Jesus lehrte Barmherzigkeit.
jetzt wird mir langsam schlecht!
ich weiß nicht, wer Markus Langemann ist, aber er sollte "Die Tempelreinigung" in der Bibel lesen und darüber nachdenken, warum Jesus im Tempel die Händler und Geldwechsler nicht höflich hinaus gebeten hat!
Es ist schon interessant zu lesen, wenn sich Leute als konservativ bezeichnen, sich über Eintrittsgelder ärgern, aber über schlampig, inkorrekt und karnevalmassig gefeierten NOM kein Wort verlieren.

Peduli
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 15:43
........jetzt wird mir langsam schlecht!.....
Nun, das hat den ganz simplen Grund, daß der Punkt, den Markus Langemann machen wollte, offenbar nicht verstanden worden ist: :roll: :roll: :roll:
Mit der nun begonnen Einführung von Eintrittsgeldern folgt die Kölner Diözese dem allgemeinen Trend des Zeitgeistes, der sich den herrschenden ökonomischen Zwängen unterworfen hat: Pecunia non olet! :pfeif: :pfeif: :pfeif:

Die Kirche sollte sich, da sie eine überzeitliche Institution ist, nicht der Kurzfristigkeit unterwerfen: Never ever! 8) 8) 8)

Köln ist im internationalen Vergleich eine der reichsten Diözesen überhaupt. :auweia: :auweia: :auweia:
Da hätten mit Sicherheit andere Fianzierungsmöglichkeiten zu Verfügung gestanden ...........
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 19:01
Mit der nun begonnen Einführung von Eintrittsgeldern folgt die Kölner Diözese dem allgemeinen Trend des Zeitgeistes, der sich den herrschenden ökonomischen Zwängen unterworfen hat: Pecunia non olet!
die Diözese folgt dem Zeitgeist seit dem V2.

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 19:01
Die Kirche sollte sich, da sie eine überzeitliche Institution ist, nicht der Kurzfristigkeit unterwerfen: Never ever!
dann hätte sie auch den NOM so feiern müssen, wie die Liturgiereform ihn 1969 editiert hat. Stattdessen hat man sich in Deutschland über die Handkommunion und für die Messdienerinnen gefreut und auch für die Kommunionhelfer/innen, und mit Hoffnung in die Zukunft geschaut und… was haben all diese hoffnungsvolle Innovationen gebracht? Wir haben bereits die Zukunft mit leeren Kirchen und nur dank der Abzocke (Kirchensteuer) existieren die Kirchen (das Gebäude) noch. Die Laisierung/Entsakralisierung des Altarraumes hat die Transzendenz Gottes effektiv ausgeblendet – diese Transzendenz, die Jahrhunderte lang die Sehnsucht in den Katholiken weckte, min. am Sonntag zur Kirche zu gehen und Kleingeld in das Sammelkörbchen hineinwerfen. Diese Leute kommen nicht mehr, weil diese Transzendenz nicht mehr erkennbar ist (auch wenn sie immer noch da ist). Es gibt nichts mehr in der deutschen Kirche, was diese Sehnsucht wecken könnte, Menschen zur Kirche zu bringen, Menschen die nicht nur Kirchensteuer zahlen, aber auch am Sonntag freiwillig Kleingeld spenden könnten. Gäbe es diese, hätte die Kirche noch mehr Geld und hätte keinen Eintritt verlangen müssen - das muss ich Dir nicht weiter erläutern, Du weißt genau was und wie ich das meine.

Peduli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 19:01
Köln ist im internationalen Vergleich eine der reichsten Diözesen überhaupt. :auweia: :auweia: :auweia:
das glaube ich gerne!
Woher kam bis jetzt und kommt das ganze Geld immer noch? Doch nicht von den 7% (deutscher Durchschnitt) Kirchgänger, sondern von den Kirchensteuerzahler. Wenn diese die Kirche jetzt verlassen, weil Markus Langemann ihnen klar machte, wie geldgierig die Amtskirche ist, dann kann man die Kirchen (das Gebäude) bald schließen und niemanden reinlassen, wegen Zerfallgefahr.




Aber gut, ich versuche noch weiter:
Markus Langemann hat geschrieben:...
Jesus lehrte Barmherzigkeit. Das bedeutet nicht, dass Mauern kostenlos instandgesetzt werden. Aber es bedeutet, dem anderen großzügig zu begegnen. Gerade dem Fremden. Gerade dem, der zufällig hereinkommt. Gerade dem Touristen, der vielleicht gar nicht weiß, dass er in Wahrheit ein Suchender ist.
naives Denken. Es gibt keine Suchende!
Und wenn Leute suchen, dann bei Amazon, Temu, TikTok, Istagram oder Facebook.

Markus Langemann hat geschrieben:...Die Kirche müsste doch wissen, dass man Menschen nicht immer über Dogmatik erreicht.
ohne Dogmatik hat sie die Menschen auch nicht erreicht. Hätte Markus Langemann die Bibel gelesen und nachgedacht, hätte er gewusst was Christus meinte, als er sagte: „Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen.“

Markus Langemann hat geschrieben:...Manchmal erreicht man sie über Schönheit. Über einen Moment der Stille. Über einen Lichtstrahl im Kirchenschiff. Über das Gefühl, dass dieser Raum nicht verkauft, sondern geschenkt wird.
damit erreicht man Bewunderung, emotionale Erregung, und ein paar Tränen in den Augen, mehr auch nicht. Vor dem am Kreuz Hängenden haben Kinder bereits Angst und wenn sie noch keine Angst haben, wird ihnen die LGBTQ+ Erziehung die Angst einreden. So sieht es aus in unserer Zeit!

Markus Langemann hat geschrieben:...Der Kölner Dom hat Kriege überstanden, Bomben, Ideologien, Moden, Städtebau, Lärm und Zeitgeist.
ja, dank der Kirchensteuer und der 40-50 % Kirchgänger, die vor und nach dem Krieg noch zur Kirche gingen und frewillig 1-Mal in der Woche in das Sammelkörbchen 1 oder 2 DM reingeworfen haben.

Markus Langemann hat geschrieben:...Nun droht ihm keine Zerstörung von außen, sondern eine Verkleinerung im Inneren: die Übersetzung des Sakralen in Verwaltungssprache.
nein, es „droht“ ihm eine Leere, die mich schon seit meiner Jugend fasziniert – alleine mit Gott in einer großen Kirche, in der am Altar das rote Lichtlein brennt, aber als ich den Ulmer Münster betreten habe, hatte ich leider das Gefühl nicht – Dir muss ich lieber Peduli nicht schreiben warum, aber für Leute die das nicht kapieren: Weil dort am Altar kein rotes Lichtlein brennt !

Markus Langemann hat geschrieben:...Am Ende bleibt trotzdem ein falscher Ton in der Luft.
für mich nicht – solange am Altar das rote Lichtlein brennt, bezahle ich gerne den Eintritt und bin ich gerne alleine in einer großen leeren Kirche! :)

Peduli
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Sonntag 7. Juni 2026, 20:27
................
Markus Langemann hat geschrieben:...Am Ende bleibt trotzdem ein falscher Ton in der Luft.
für mich nicht – solange am Altar das rote Lichtlein brennt, bezahle ich gerne den Eintritt und bin ich gerne alleine in einer großen leeren Kirche! :)
Das ist schön für Dich! :huhu: :huhu: :huhu:

Und was ist mit den Anderen? :detektiv: :detektiv: :detektiv:

P.S. Apropos kostenloser Besuch einer Kirche: Kennst Du die Geschichte von Paul Claudel? :detektiv: :detektiv: :detektiv:
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
Schauen wir dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts!

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nomads
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Montag 8. Juni 2026, 00:21
Und was ist mit den Anderen? :detektiv: :detektiv: :detektiv:
Da habe ich einen konkreten Vorschlag:
Auch der Kölner Dom gehört einer Kirchengemeinde und da die Gemeindemitglieder nicht zu Kirche kommen, um sie zu besuchen, sondern nur um zu beten (weil sie bereits wissen, wie es im Dom aussieht), sollen sie von der Kirchengemeindeverwaltung einen Ausweis bekommen, mit dem sie immer kostenlos den Kölner Dom betreten dürfen.
Die Smombies-Touristen sollen am Eingang gefragt werden, ob sie es wissen, was das rote Lichtlein am Altar bedeutet? Keine richtige Antwort – kein Zutritt (auch nicht mit bezahlter Eintrittskarte) – nach dem Spruch von Kaya Yanar: „du kommst hier net rein“!
Klingt vielleicht witzig und absurd, aber was solls - ein Versuch wäre es wert. :blinker:

Peduli
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Montag 8. Juni 2026, 07:28
Peduli hat geschrieben:
Montag 8. Juni 2026, 00:21
Und was ist mit den Anderen? :detektiv: :detektiv: :detektiv:
Da habe ich einen konkreten Vorschlag:
Auch der Kölner Dom gehört einer Kirchengemeinde und da die Gemeindemitglieder nicht zu Kirche kommen, um sie zu besuchen, sondern nur um zu beten (weil sie bereits wissen, wie es im Dom aussieht), sollen sie von der Kirchengemeindeverwaltung einen Ausweis bekommen, mit dem sie immer kostenlos den Kölner Dom betreten dürfen.
Die Smombies-Touristen sollen am Eingang gefragt werden, ob sie es wissen, was das rote Lichtlein am Altar bedeutet? Keine richtige Antwort – kein Zutritt (egal ob kostenlos oder mit bezahlter Eintrittskarte) – „du kommst hier net rein“!
Klingt vielleicht witzig und absurd, aber was solls - ein Versuch wäre es wert. :blinker:
So etwas Ähnliches ist offenbar geplant, denn Gottesdienstbesuche sollen weiterhin kostenlos möglich sein. Und dies wird vermutlich nicht nur für die Mitglieder der Domgemeinde gelten.

Die Frage wird wohl nur sein, wie man diejenigen, die den Dom für einen einfaches Gebet betreten wollen von denjenigen unterscheidet, die ein eher touristisches Interesse haben. :hmm: :hmm: :hmm:
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Montag 8. Juni 2026, 07:37
Die Frage wird wohl nur sein, wie man diejenigen, die den Dom für einen einfaches Gebet betreten wollen von denjenigen unterscheidet, die ein eher touristisches Interesse haben. :hmm: :hmm: :hmm:
ja, die Smombie-Touristen herauszufiltern wäre tatsächlich eine Herausforderung für die Kirche vor Ort.
Man könnte z.B. eine Erklärung veröffentlichen und Eintrittskarten nur online verkaufen nach einer Online-Befragung mit Fragen, die den Glauben der Kirche betreffen - z.B. "was bedeutet das kleine rote Lichtlein am Altar?" und nur bei richtigen Antworten wäre der Kauf einer Eintrittskarte möglich. Ja, das wäre kompliziert, aber... haben die allen Vereinfachungen nach V2 der Kirche etwas positives gebracht? Mit einer solchen online Befragung vor dem Tikket-Kauf, hätte man der Welt schneller und mehr über die RK-Kirche beigebracht, als die Amts Kirche in Deutschland in den letzten 60 Jahren und was das rote Lichtlein bedeutet wissen nicht mal viele Katholiken, weil die Amtskirche in Deutschland nur über Frauenordination, Homosegnungen und Selbstkasteiung nach Missbrauchsskandalen spricht, statt Gott im Allerheiligsten (im Tabernakel) zu verkünden.
Stell Dir mal vor, den asiatischen Touristen wird in einer solchen Befragung beigebracht, das im Kölner Dom Gott am Altar residiert! Da kaufen sie massenweise Eintrittskarten, nicht weil sie beim Tikketskauf gläubig geworden sind, sondern aus purer Neugier - aber sind sie deswegen keine Suchenden? Es könnte alles so "klappen", wie im Mk 4,26-28 beschrieben. :blinker:
Na jedenfalls ich bin für strenge Kontrollen am Eingang – und das nicht nur im Kölner Dom.
Was wäre mit dieser Frau geschehen, wenn sie ihren „Auftritt“ in der Blauen Moschee oder in der Hagia Sophia so abgezogen hätte?

Bildquelle
Nur Katholiken lassen sich bespucken und behaupten, dass es angefangen hat zu regnen.





Diese Nachricht passt hier auch zum Thema "Zeitgeschichte": https://kath.net/news/90490
daraus:
Wenn wir auf die 1060-jährige Geschichte der Kirche in Polen blicken, sehen wir, dass es noch nie zuvor so viele Priester gab wie heute – fast 32.000 Priester!

Eine weitere wesentliche Ursache, die wir in den letzten Jahren beobachtet haben, ist die Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen – ein charakteristisches Merkmal der jüngeren Generation. Wir sehen dies widergespiegelt in der Zahl der Menschen, die in Polen den Bund der Ehe schließen, und wir beobachten es ebenso in den Priesterseminaren.

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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

Ein paar Worte noch zu dem vorstehenden Beitrag:

Natürlich ist das, was dort geschehen ist, eine sakrilegische Handlung und zwar eine von der übelsten Sorte! :auweia: :auweia: :auweia:

Aber sie ist nicht nur das, sondern sie ist auch ein Symptom für die Verwahrlosung der westlichen Zivilisationen. *
Und sie zeigt, wie tief Menschen sinken können, wenn sie dem Fall der menschlichen Natur, so wie er sich mit der Erbsünde ausgestaltet hat, nicht aktiv begegnen.

Andererseits ist auch Folgendes zu bedenken:
Es wäre keine sakrilegische Handlung, wenn nicht dadurch das Kreuzesopfer Christi auf Golgatha verhöhnt werden würde. Wäre es also - natürlich rein rhetorisch gefragt :pirat: :pirat: :pirat: - besser gewesen, wenn Jesus Christus dieses Kreuzesopfer nicht gebracht hätte? :hmm: :hmm: :hmm:






* Es stellt sich mittlerweile die Frage, ob man überhaupt noch von Zivilisationen sprechen kann???[Punkt] :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von nomads »

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 9. Juni 2026, 10:08
Ein paar Worte noch zu dem vorstehenden Beitrag:

Natürlich ist das, was dort geschehen ist, eine sakrilegische Handlung und zwar eine von der übelsten Sorte! :auweia: :auweia: :auweia:

Aber sie ist nicht nur das, sondern sie ist auch ein Symptom für die Verwahrlosung der westlichen Zivilisationen. *
Und sie zeigt, wie tief Menschen sinken können, wenn sie dem Fall der menschlichen Natur, so wie er sich mit der Erbsünde ausgestaltet hat, nicht aktiv begegnen.
richtig und ich frage mich immer wieder, warum irgendwelche Protestaktionen mit der weiblichen Nacktheit betont werden:
- als JP2 1996 Berlin besuchte, wollte eine nackte Frau als "Gegenpäpstin" gegen die strenge Sexualmoral der katholischen Kirche demonstrieren.
- nackte Frauen feierten Rücktritt des Papstes BXVI in Notre-Dame
- die nackte Frau auf dem Altar im Kölner Dom
- Männer pinkeln im Petersdom und anderen Kirchen oder tragen Regenbogenfarben...

es scheint, als ob das Gehirn, das sich normalerweise zwischen den Ohren befindet, immer öfter zwischen die Beine absinkt. Wieso kommen die Frauen nicht in einem eleganten Abendkleid und protestieren – wogegen auch immer… ? Zumindest als Frauen hätten sie gezeigt, dass sie mehr in der Birne haben, als die pinkelnden Männer.
Was will man mit solchen Protestaktionen erreichen? die Männer, die in Kirchen pinkeln sind Barbaren, aber was wollen die Frauen mit ihrer Nacktheit erreichen? Dass die Kirche besser wird und noch effektiver die Botschaft vom Reiche Gottes verkündet? Das glaube ich nicht. Diese Frauen glauben nicht an Gott und es geht ihnen auch nicht um Reichtum oder eigene Interessen, warum wollen sie also die Kirche ändern? – das wissen sie selber nicht, aber sobald sich die Kirche ändert und zwar so, dass die Erlösung durch diese nicht mehr möglich sein wird, ist das Ziel erreicht.

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 9. Juni 2026, 10:08
Andererseits ist auch Folgendes zu bedenken:
Es wäre keine sakrilegische Handlung, wenn nicht dadurch das Kreuzesopfer Christi auf Golgatha verhöhnt werden würde. Wäre es also - natürlich rein rhetorisch gefragt :pirat: :pirat: :pirat: - besser gewesen, wenn Jesus Christus dieses Kreuzesopfer nicht gebracht hätte? :hmm: :hmm: :hmm:
für Jesus Christus ja, denn dann hätte er nicht so leiden müssen. Und dieses Opfer hatte Gott nicht nötig, sondern die Menschheit, also entweder hätte Gott sich für die Menschen einen anderen Ausgang aus der Sackgasse überlegen müssen, oder uns der Sünde überlassen ohne Hoffnung auf Erlösung, die erst mit der Auferstehung Jesu keine Theorie wurde, sondern Wirklichkeit.
Aber, selbst 2000 Jahre nach Jesu Auferstehung warten Juden mit Hoffnung auf den Messias - ist dies eine andere Hoffnung, als die Unsere, die immer mehr an Bedeutung verliert ?

Peduli hat geschrieben:
Dienstag 9. Juni 2026, 10:08
* Es stellt sich mittlerweile die Frage, ob man überhaupt noch von Zivilisationen sprechen kann???[Punkt] :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:
ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstehe: Meinst Du, man kann nicht mehr von Zivilisationen sprechen, weil der Mensch zunehmend unzivilisierter (barbarischer) wird?

Peduli
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Re: Betrachtungen zur Zeitgeschichte

Beitrag von Peduli »

nomads hat geschrieben:
Dienstag 9. Juni 2026, 14:55
Peduli hat geschrieben:
Dienstag 9. Juni 2026, 10:08
* Es stellt sich mittlerweile die Frage, ob man überhaupt noch von Zivilisationen sprechen kann???[Punkt] :achselzuck: :achselzuck: :achselzuck:
ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstehe: Meinst Du, man kann nicht mehr von Zivilisationen sprechen, weil der Mensch zunehmend unzivilisierter (barbarischer) wird?
Eine Zivilisation ist dann eine Zivilisation, wenn die in ihr lebenden Menschen miteinander zivilisiert umgehen. :huhu: :huhu: :huhu:

Es ist also letztlich eine Frage, die zum Problemkreis Natur versus Kultur gehört. Und Kultur entsteht - so zumindest eine landläufige Definition - dadurch, daß der Mensch Triebverzicht übt und Tugenden erlernt.

Das Narrativ vom edlen Wilden, welches durch Jean-Jacques Rousseau in die Welt gesetzt wurde, ist eine Utopie, der jeglicher Realismus fremd ist; aber deswegen wird sie umso heftiger "geglaubt". :/ :/ :/

Die realistischere Utopie für ein geordnetes Gemeinwesen stammt von Thomas Morus und wurde in dessen Roman Utopia verschriftlicht. :daumen-rauf: :daumen-rauf: :daumen-rauf:
Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hinwill.
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(F.J.S.)

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