Peduli hat geschrieben: ↑Sonntag 14. Juni 2026, 07:43
Auch eine objektive Wahrheit kann nur subjektiv verstanden werden!
schon klar.
Aber mir geht es mehr um das, was überliefert wurde – und zwar vom Stifter der Kirche selbst.
Also: Warum und wozu existiert die Kirche?
Man kann auf Anhieb zwei Gründe für die Existenz der Kirche nennen (wobei die Reihenfolge keine Rolle spielt):
1) Mt 28,19-20: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“
2) Lk 22,19: „Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach es und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ und 1Kor 11,23-26:
„Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“
Wenn aber die Existenz einer Glaubensgemeinschaft (egal ob die Weltkirche, die Anglikaner, Protestanten, Altkatholiken und letztendlich auch die FSSPX) zum Selbstzweck wird, dann ist alles andere sekundär - der Missionsauftrag Jesu und das innerkirchliche Gedächtnis an Seinen Tod und Auferstehung. Mir persönlich kann eine solche Glaubensgemeinschaft gestohlen bleiben.
Kann man die Worte Jesu und der Apostel anders verstehen, als in dem Geiste, in dem sie ausgesprochen oder schriftlich verfasst wurden?
Ja - das tun die Anglikaner, die Protestanten und alle die, die sich von der Kirche Christi abgespaltet haben. Und wenn eine dieser Glaubensgemeinschaften glaubt, die Kirche Christi gibt es eh nicht mehr, weil sie so umgekrempelt wurde (egal von wem und wodurch), dass sie nicht mehr das ist, was sie sein soll, dann soll diese abgespaltete Glaubensgemeinschaft so sein, wie die Kirche Christi sein soll, sonst ist ihre Abspaltung reines Machtgehabe im Sinne des Selbstbestimmungsgesetzes. Jeder dieser Gemeinschaften fehlt entweder der Papst, oder die apostolische Sukzession oder beides und da ihnen auch bei der Wahl ihres Papstes die apostolische Sukzession fehlt, ist der von ihr gewählter Papst eh nur eine Marionette - mit Ausnahme der FSSPX, wenn diese einen Papst wählen würde, hätte sie das mit/in der Apostolischen Sukzession durchgeführt, auch wenn dann dieser Papst ein Gegenpapst wäre.
Wenn die FSSPX sagt, dass sie den Papst anerkennt, aber ihm nicht gehorcht, dann sind es nur Lippenbekenntnisse, mit denen man die Mittläufer verleiten kann. Also sollte die FSSPX eine Einigung mit Rom anstreben, damit ihre Bemühungen (Pastoral, Mission, Liturgie), als von der Kirche "abgesegnet" werden, die als die Kirche Christi gilt. Und wenn für die FSSPX die RK-Weltkirche nicht mehr die Kirche Christi ist, dann muss die FSSPX selber diese werden/sein! Sonst ist und bleibt sie nur eine Glaubensgemeinschaft, aber nicht die Kirche Christi.
Summa summarum: Ohne Papst, ohne die Apostolische Sukzession, ohne den Missionsauftrag Jesu (nach Außen) zu erfüllen und ohne das gültig zu tun, was Christus meinte, als er sagte:
„Tut dies zu meinem Gedächtnis“, gibt es keine Kirche Christi und alles andere ist wie die alle verfilmten Karl May Romane, die man "Ersatzwestern" nennt („Winnetou“, „Old Shatterhand“, „Der Schatz im Silbersee“) - die vielleicht schön anzusehen sind, aber nicht die Originale sein können, weil sie nicht mal in Nordamerika gedreht wurden. Und wenn die FSSPX an den Formen (Liturgie) hängen bleibt (gegen diese ich persönlich nichts habe), dann wird ihre Existenz zum Selbstzweck. Es sein denn, die FSSPX ummauert ihre Kirchen, wie die Kartäuser ihre Kartausen und deklariert sich als kontemplative Ordensgemeinschaft. Wenn sie dann noch vom Vatikan, als eine kontemplative Ordensgemeinschaft anerkannt wird, dann ist alles wieder in bester Ordnung.