Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 17:52
Vielleicht können wir ein wenig detailversessen katholische deutsch-polnische Gesangstraditionen vertiefen. Droga do nieba ist mir ein Begriff ohne es jemals in der Hand gehalten zu haben. Etliche in D als "typisch schlesisch" bekannte Lieder dürften dort enthalten sein aber auch andere D-Lieder. Z. B ganz vorne ist "Über die Berge schallt" aka "Brzmi Cichej godziny przez góry doliny"
direkt beim Verlag kriegst Du das Büchlein für 6€ -
https://www.wydawnictwo.opole.pl/niemie ... iecka.html (vom Browser-KI übersetzen lassen) - wenn Du jemanden kennst, der nach Opeln fährt, kann er Dir mitbringen. Und ja, das Lied "Über die Berge schallt" ist dort auf polnisch und deutsch, mit Noten!
Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 17:52
Diese Lieder werden meine ich herausgehört zu haben im D-style gesungen. Wirklich original polnisches Kirchenliedgut ist da halt wenig vokalgebunden. Das ist ja was ich meine zu meinen.
die Polen betonen die Vokale sehr stark - ähnlich wie die Italiener - auch im Gesang, aber es gibt z.B. Weihnachtslieder:
-
Kolędy - religiös/theologisch langsam gesungen, da werden die Vokale lang gezogen.
- und
Pastorałki - Volkskirchenlieder, die schnell und sehr melodisch gesungen werden und dann fällt die Betonung der Vokale nicht auf.
Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 17:52
Leider finde ich gerade die paar typischen polnischen Lieder (19. Jahrhundert) die ich auf dem Schirm habe, nein, hatte, mangels Sprach- und vor allem Orthographiekenntnisse per Googelsuche nicht wieder.
es gibt polnische Internetseiten mit Kirchenliedern (mit Text und Noten), aber bei den meisten muss man sich registrieren und anmelden, man kann dort aber das *MID Format kostenlos herunterladen und mit dem QuickTime-Player am PC abspielen lassen:
http://www.nuty.religijne.org/nuty-szcz ... %20godziny
Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 17:52
Man erlaube mir die Albernheit, ein bisschen szczszyczsprzscrzy ...
ja da hast Du recht - die Polen rascheln, wenn sie sprechen

- wie wenn man im Herbst auf einer Straße voll mit Blättern bedeckt gehen würde.
Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 17:52
Aber ich könnte das mit Einsatzfreude und Zeit recherchieren falls notwendig. Diese wurden (bei Youtube) recht schnell gesungen - war das schon immer so? Wurde wie in D das Orgelbuch auch von halben auf Viertelnoten beschleunigt?
ich denke nicht.
Es kommt auf den Organisten an - einer aus Schlesien hat mir mal erzählt, als er vor dem Kommunionempfang überlegte, welches Lied er spielen soll, hat er ganz leise und langsam angefangen "A Whiter Shade of Pale" von Procol Harum zu spielen und dann ins "Jesu, Jesu komm zu mir" übergegangen.

Die Leute haben ihm das nicht übel genommen.
Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 17:52
Es dürfte darauf hinauslaufen, dass polnischer Kirchengesang sich nicht eignet, wie das "Heilig v. Schubert" langgezogen zu werden. Aber ich irre mich vielleicht erheblich?
ich denke schon, aber wenn ich die Keyboard-Noten dafür hätte und selber auf dem Keyboard ausprobieren könnte, könnte ich das besser beurteilen.
Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 18:09
nomads hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 17:05
Dummerweise aber haben die Polen die Wandlungsworte „pro multis“ nicht aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzt (dann würde es in dem Gesangbüchlein „für viele“ stehen), sondern aus dem deutschen Messbuch übernommen und so steht auch in dem deutsch-polnischen Gesangbüchlein auch „für alle“ – irgendwann schreibe ich den Verlag an und frage was das soll?
Vielleicht sprechen diese Leute so perfekt polnisch wie meiner einer
Nein, Opeln ist die Hochburg der Deutschstämmigen in Polen. Ich denke, die haben sich einfach die Übersetzung erspart und vom deutschen Messbuch einfach gedankenlos abgeschrieben.
Fuchsi hat geschrieben: ↑Donnerstag 9. Juli 2026, 18:09
In D wurde bekanntlich die richtige Version ins neue Gotteslob übernommen - aber niemals angewendet - die Nichtverwendung hochoffizell WIMRE durch die DBK abgesegnet. So kennt man sie... und nicht anders

Richtig!
Die DBK hatte auch vor im neuen Messbuch die Wandlungsworte korrekt zu übersetzen, aber dann ist BXVI zurückgetreten und da haben sie es nicht gemacht.
