Kai hat geschrieben:Mir ist bislang auch noch keine wirklich erhellende Erklärung dessen, was die Firmung genau beiträgt, das die Taufe nicht schon abdeckt, untergekommen.
Wer suchet, der findet! Ich empfehle die Ausführungen des hl. Thomas von Aquin (
III, q.72)
Zu Deiner Aussage in obigem Zitat, eine Antwort in aller Kürze:
Beide Sakramente Taufe (T) und Firmung (F), sind auf das eigene Heil ausgerichtet (im Unterschied zur Priesterweihe). Bei der T geschieht das dadurch, das der Getaufte die Fähigkeit erlangt, alle Mittel empfangen zu können, die eine Bewahrung bzw. Wiedererlangung der Gnade, bieten. Kurz: Die Taufe befähigt zum Empfang der übrigen Sakramente.
Die heiligmachende Gnade ist allerdings in ständiger Gefahr verloren zu werden (Sünde). Die Gefahr kann in zwei Gruppen unterschieden werden:
1. Gruppe: Eigene Fehler und Schwächen, die böse Neigung,... => In der T erhält man die nötigen Gnaden, um gegen diese Gefahren wirksam vorgehen zu können.
2. Gruppe: Gefahren, die nicht vom Menschen selbst kommen, sondern von der Umwelt (Gefahren der Welt, des Teufels, der Glaubensfeinde). Diese Gefahren verlangen vom Getauften ein standhaftes Bekenntnis des Glaubens. => In der F erhält man die nötigen Gnaden, um gegen diese Gefahren wirksam vorgehen zu können.
Die F befähigt also im Gegensatz zur T überall dort zu offenem Bekenntnis, wo dieses wegen des eigenen Seelenheiles gefordert wird.
Fazit: Mit der T verbindet die F die gleiche Aufgabe, nämlich die Gnade zu bewahren. Sie ergänzt die Taufe aber, indem sie diese Bewahrung in einem besonderen Bereich vertritt.