Stundenbuch und/oder Losungen ?

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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Hat jemand von Euch Erfahrungen mit dem Rummelsberger Brevier?
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Luisa
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Luisa »

Ja, ich habe vor Jahren eine Zeitlang noch mit der alten Auflage (die neue hat wohl teilweise neue Texte) das Stundengebet gehalten. Es war für mich nach einigen vergeblichen Versuchen mit anderen Brevieren ein guter Einstieg in diese Gebetsart. Herausgegeben wird es ja von einer Einrichtung der evangelischen Kirche, orientiert sich also am evangelischen Kirchenjahr.

Irgendwann war es mir zu wenig - ich suchte dann nach dem Ursprung des Stundengebets, nach dem "Original". Ich probierte eine Weile das abgespeckte "Te Deum" und landete dann doch beim großen Stundenbuch ;D

Aber wie gesagt, als Einstieg war es für mich, die damals noch nichts mit der katholischen Kirche zu tun haben wollte, sehr gut. Es ist nicht zu umfangreich und man kann sich so ganz gut an das regelmäßige Beten zu bestimmten Zeiten gewöhnen. Man kann ja schon bei ama*on ein bisschen hineinschauen, hier ist noch eine ausführlichere Schnuppermöglichkeit: http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=2873
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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Luisa hat geschrieben: Es ist nicht zu umfangreich und man kann sich so ganz gut an das regelmäßige Beten zu bestimmten Zeiten gewöhnen.
Mit den ca. 2000 Seiten aber offenbar deutlich umfangreicher als das Evangelische Tagzeitenbuch der Michaelsbruderschaft.
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Luisa
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Luisa »

Ich meinte die Texte für die einzelnen Tage, die sind nicht so umfangreich wie im Tagzeitenbuch, wenn ich mich richtig erinnere. Ich hatte mir damals auch das evangelische Tagzeitenbuch angeschafft, aber damit bin ich nicht klargekommen, es war mir zu komplex und verwirrend. Beim Rummelsberger Brevier braucht man nicht groß zu blättern, hat alles schön auf einer Seite.
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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Aha. Sprich, wenn man am Montag der Karwoche das Morgengebet verrichtet, dann schlägt man das Rummelsberger Brevier auf und liest einfach das, was auf den Seiten 684 und 685 (Seiten 15 und 16 der Vorschau auf der von Dir verlinkten Seite) steht. Versteh ich das richtig? Oder ist es nur das Proprium?

(In dem mir vertrauten orthodoxen Stundengebet gibt es nämllich zu jedem Gottesdienst gleichbleibende Teile, im Lateinischen sagt man dazu Ordinarium, und dazu schlägt man sich das jeweilige Proprium nach... )
Zuletzt geändert von Alexander am Dienstag 16. August 2011, 01:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Hm, vom Tagzeitenbuch kann man sich also auch online ein >>>Bild machen.
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Moser
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Moser »

Ich lese ganz gerne die "Boldern Texte", die vom gleichnamigen Studienzentrum in der Schweiz herausgegeben werden (das hat mir mal ein Pfarrer empfohlen). Das ist die jeweilige Tageslosung sowie eine kurze Auslegung bzw. Gedanken dazu.

http://www.boldern.ch/nc/home/publikati ... texte.html

Wer einen geistlichen Impuls für jeden Tag sucht, dem kann ich das Buch "Strahlen der Liebe Gottes" von Friedemann Hägele (er ist Prädikant in Württemberg) empfehlen. Dort ist für jeden Tag ein Text enthalten, der sich zwar nicht auf eine konkrete Bibelstelle bezieht, aber sich immer mit Glaube und Theologie beschäftigt.

http://www.amazon.de/Strahlen-Liebe-Got ... 64&sr=8-1

Abends vor dem Zubettgehen bete ich gerne das "Amelungsborner Brevier", das online eingesehen werden kann:

http://www.kloster-amelungsborn.de/166.html?&no_cache=1

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Radulf Thoringi
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Radulf Thoringi »

Die Losungen finde ich als kurzen Impuls sehr schön. Sie starten bei mir als erstes früh auf dem Rechner. Es gibt da nette Programme für jeweils ein Jahr.

Stundenbuch ist natürlich eine ganz andere Sache die mit den Losungen aus meiner Sicht nicht konkurriert. Da finde ich das online Te Deum vom Kloster Maria Laach sehr praktisch http://www.maria-laach.de/tedeum/druckversion.php (Vorsicht: Römer :blinker:). Es ist auch mit meinem Telefon bequem lesbar und hat damit m.M. neben einem Buch durchaus seine Berechtigung.
"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
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Moser
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Moser »

Radulf Thoringi hat geschrieben: Stundenbuch ist natürlich eine ganz andere Sache die mit den Losungen aus meiner Sicht nicht konkurriert. Da finde ich das online Te Deum vom Kloster Maria Laach sehr praktisch http://www.maria-laach.de/tedeum/druckversion.php (Vorsicht: Römer :blinker:). Es ist auch mit meinem Telefon bequem lesbar und hat damit m.M. neben einem Buch durchaus seine Berechtigung.
Scheint mir ein guter Tipp zu sein! :daumen-rauf:

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lutherbeck
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von lutherbeck »

Ich habe es einige Zeit mit den Losungen versucht, bin dann zur ökumenischen Bibellese und der Jahresbibel gekommen, habe mir dann das evangelische Tagzeitenbuch gekauft und bin nun beim Te Deum gelandet.

Ich brauche einfach etwas, das sich möglichst einfach in meinen unregelmäßigen und streßigen Alltag integrieren läßt.

Das Rummelsburger Brevier aber scheint mir dafür evtl. ganz praktisch zu sein!

:)
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Luisa
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Luisa »

Alexander hat geschrieben:Aha. Sprich, wenn man am Montag der Karwoche das Morgengebet verrichtet, dann schlägt man das Rummelsberger Brevier auf und liest einfach das, was auf den Seiten 684 und 685 (Seiten 15 und 16 der Vorschau auf der von Dir verlinkten Seite) steht. Versteh ich das richtig? Oder ist es nur das Proprium?
Ja, genau. Ein Hin- und Herblättern wie in Stundenbüchern ist nicht nötig.

Ich fand das damals sehr schön und es war für mich wie gesagt ein guter Einstieg ins Stundenbuch. Ich brauchte mich nicht in die Komplexität des Stundenbuchs einzuarbeiten und ich konnte ausprobieren, wie es ist, Stundengebet zu halten. Der nächste Schritt war auch für mich das Te Deum, es enthält auch alle Tages-Bibellesungen im Kirchenjahr und eine kleine Anleitung für ein Luzernar und die Komplet, allerdings nicht für jeden Tag, sondern jeweils für 14 Tage dieselbe.

Ich wünsche dir eine gute Entscheidung!
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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Interessant. Wenn ich mir die verlinkten Texte von Te Deum anschaue, finde ich nichts, womit auch der fundamentalistischste Protestant Probleme haben könnte. Wenn ein solcher Protestant auf die Idee käme, das orthodoxe Stundengebet auszuprobieren, egal welche liturgische Hore und egal an welchem Tag im Jahr, wäre er auf jeden Fall mit der Anrufung von Heiligen, vor allem der Mutter Gottes, konfrontiert worden; ferner sind in allen Gebetordnungen des Stundenbuchs außer Prim, Terz, Sext und Non Gebete für Verstorbene vorgesehen. Samstags tauchen sie aber auch in den erwähnten kleinen Horen auf.
Zuletzt geändert von Alexander am Dienstag 16. August 2011, 16:59, insgesamt 3-mal geändert.
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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Luisa hat geschrieben:Ich wünsche dir eine gute Entscheidung!
Danke, Luisa :drueck:
Derlei Entscheidungen brauche ich aber nicht mehr zu treffen :)
Ich freue mich allerdings sehr, dass es auch Protestanten gibt, die regelmäßig zu bestimmten Tagzeiten beten, und bin sehr interessiert an den einschlägigen Entwicklungen, Quellen und Spiritualität.
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anneke6
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von anneke6 »

Alexander hat geschrieben:Interessant. Wenn ich mir die verlinkten Texte von Te Deum anschaue, finde ich nichts, womit auch der fundamentalistischste Protestant Probleme haben könnte. Wenn ein solcher Protestant auf die Idee käme, das orthodoxe Stundengebet auszuprobieren, egal welche liturgische Hore und egal an welchem Tag im Jahr, wäre er auf jeden Fall mit der Anrufung von Heiligen, vor allem der Mutter Gottes, konfrontiert worden; ferner sind in allen Gebetordnungen des Stundenbuchs außer Prim, Terz, Sext und Non Gebete für Verstorbene vorgesehen. Samstags tauchen sie aber auch in den erwähnten kleinen Horen auf.
Te Deum ist ja auch ziemlich abgespeckt. Die vollständigen Ausgaben enthalten durchaus Hymnen und Antiphonen an die Muttergottes, seltener auch an andere Heilige. Die letzte Fürbitte der Vesper ist laut Rubriken immer für die Verstorbenen. Die Komplet wird grundsätzlich mit einer marianischen Antiphon beendet, wobei jede liturgische Zeit ihre eigene hat. Bei gemeinsamem Vespergebet kann diese Antiphon ebenfalls verwendet werden.
???

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Luisa
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Luisa »

Mitherausgeber des Te Deums ist die (evangelische) Kommunität Casteller Ring, die Feste im Kirchenjahr werden auch in ihrer evangelischen Bezeichnung genannt und an Gedenktagen sind auch evangelische Christen erwähnt. Insgesamt ist es aber doch eher katholisch, u. a. auch wegen der schon von Anneke genannten marianischen Antiphon.

Daneben gibt es auch noch das Magnifikat, das ganz ähnlich und wohl explizit katholisch ist: http://www.magnificat-das-stundenbuch.d ... vod62ug49
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Niels
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Niels »

Luisa hat geschrieben:ist es aber doch eher katholisch
Back to the roots.. ;D
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Lioba
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Lioba »

Zur Ausgangsfrage möchte ich sagen, dass die Frage Losung contra Stundenbuch davon abhängt, wie man die tägliche Andacht gestaltet. Das Stundenbuch gehört zur Praxis der Tagzeitengebete und ist für den gut, der mindestens 3 mal täglich eine längere feste Andachtszeit hält.
Die Losung und viele ev. Andachtsbücher sind für die Gläubigen gut geeignet, die eine Hauptandachtszeit pro Tag halten und zu anderen Zeiten nur kurz beten. Typisch dafür ist die Gewohnheit der sog. Stillen Zeit in der evangelikalen Frömmigkeit.Dabei wird oft die Losung als kurze Betrachtung gewählt, zur längeren Betrachtung dient der fortlaufende Bibeltext.
Alternativ wird in Freikirchen auch zu einer Zeit eine fortlaufende Bibellese gewählt und ergänzend am Morgen oder Abend eines der klassischen evangelikalen Andachtsbücher gewählt, bei denen ein Bibelvers an den Anfang gestellt wird und eine dazugehörige Betrachtung gelesen wird. Die typischen Evergreens sind die "Kleinode göttlicher Verheißung" von Spurgeon und "Mein Äußerstes für sein Höchstes".
Als Beispiel die heutigen Lesungen aus diesen Andachtsbüchern
Spurgeon

Chambers in englisch, da deutsch noch nicht online.

Man mag theologisch nicht auf einer Linie damit sein, flach oder oberflächlich ist das nicht.
Für Katholiken, denen das richtige Stundenbuch zu umfangreich und kompliziert ist und die noch son bisschen Betrachtung dabeihaben wollen, ist der Dillersberger gut geeignet. Über den habe ich mich aber schon früher mal ausgelassen.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Wieso denn "contra"? Es sind doch verschiedene Sachen. Losungen gehören in die Kategorie Schriftlektüre und -betrachtungen. Stundenbücher sind aber in erster Linie Gebetsbücher! Das Gebet ist da primär. Wie wichtig es auch ist, das Wort auf sich einwirken zu lassen, kann es das Gebet nie und nimmer ersetzen. Es gibt in der Bibel auch ein Gebetsbuch, nämlich den Psalter, das liturgische Buch des Jerusalemer Tempels; es gibt in der Bibel auch andere Gebete, u.a. die Cantica... Sie bilden eine besondere Gattung innerhalb der biblischen Literatur und haben als Grundlage und Hauptquelle für die Entwicklung des Stundengebets gedient und das bereits im synagogalen Gottesdienst, vergleich dazu den Siddur. Und bereits im Siddur wird die gebetschöpferische Arbeit fortgeführt. Die Kirche hat das aufgegriffen und fortgeführt im neutestamentlichen Kontext.

Keine Bibellesungen, Ordnungen, Betrachtungen, andächtige Meditationen über die Worte der Schrift, andächtige Kommentare, geistliche Impulse, Gedanken, Anstöße, überhaupt keine fromme und erbauliche Lektüre kann Psalmen, Cantica und/oder andere Gebete ersetzen. Unabhängig davon, ob man eine, zwei, drei oder sieben Andachten am Tag macht.
Zuletzt geändert von Alexander am Mittwoch 17. August 2011, 00:10, insgesamt 2-mal geändert.
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Lioba
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Lioba »

Da muss ich gestehen, dass das Lesen der Psalmen, dazu noch still und alleine mir früher nie so mein Ding war. Durch die Erfahrung des gemeinsamen Psalmgesangs bei der Jesusbruderschaft habe ich eine andere Erfahrung gemacht.
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Alexander
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Erzähle doch von dieser Erfahrung!
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Jarom1 »

Ich habe die Herrnhuter Losungen vor ein paar Jahren regelmässig verwendet. Inzwischen verwende ich den orthodoxen Prolog von Orchid (http://www.orthlit.de/Prolog.htm) für die (zugegebenermassen leider nicht immer regelmässige) tägliche Lektüre.

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Lioba
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Lioba »

Die Erfahrung war, dass ich Teil der betenden Kirche bin und dass die Psalmen Gebete sind. Das weiß man zwar im Kopf, aber im gemeinsamen Psalmodieren erlebt man es ganz greifbar. Besser kann ich es nicht ausdrücken. :achselzuck:
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Alexander »

Dietrich Bonhoeffer hat geschrieben:Die Kraft des Menschen ist das Gebet.
Beten ist Atemholen aus Gott.
Beten heißt sich Gott anvertrauen.
Das Gebet ist das Herz christlichen Lebens.
Wie bist Du an die Jesusbruderschaft gekommen? Hast Du oft mitgebetet?
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Re: Stundenbuch und/oder Losungen ?

Beitrag von Lioba »

Ich war Mitlebende. Ist schon fast dreißig Jahre her.
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