Heilige des Tages

Allgemein Katholisches.
HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

30. August: Hl. Heribert, Erzbischof von Köln
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Heribertus (Herebertus), Ep. Conf. (16. März, al. 30. Aug.) Der hl. Heribertus ist einer der berühmtesten Kirchenhirten Kölns, »ewigen Andenkens würdig durch den Adel seines Geschlechtes, seine herrlichen Thaten und seine vor und nach dem Tode gewirkten Wunder«. Er wurde in der Stadt Worms am Rhein von ebenso angesehenen als tugendhaften Eltern geboren. Sein Vater Hugo war aus dem edlen Geschlechte der Kammerer von Worms, seine Mutter Tietwidis aus dem Geschlechte der Grafen von Alemannien (nach Andern Rothenburg an der Tauber). Von Kindheit an erhielt er eine vortreffliche Erziehung. Später widmete er sich mit allem Eifer den profanen und heil. Wissenschaften. Darauf ging er in das vom hl. Godegrandus gestiftete Kloster Gorze (Gorcia) in Lothringen und nahm daselbst den Habit der Benedictiner. Schon hatte er die Sorge für das Fleisch und die irdischen Dinge ganz und gar mit Füßen getreten und war im Begriffe, die Gelübde abzulegen, als sein Vater ihn nach Worms zurückrief. Hier fand Bischof Hildebold an dem frommen Jüngling solches Wohlgefallen, daß er ihn zu seinem Nachfolger im bischöflichen Amte vorbereiten wollte. Der Tod hinderte ihn aber an der Ausführung dieses Vorhabens. Er bekam jedoch zu Worms ein Kanonikat und wurde zum Priester geweiht. Kaiser Otto III. erhob ihn zu seinem Kanzler und ernannte auf seine Verwendung Heriberts jüngern Bruder Heinrich, welcher wegen seiner kleinen Statur Hezelin (Heinzelchen) genannt wurde, zum Bischofe von Wirzburg (um das Jahr 995). Der Kaiser schenkte ihm vollkommenes Vertrauen und nahm ihn öfter mit sich nach Rom. Im J. 998 starb Evergerus, der 11. Erzbischof von Köln. Der Wahlkampf nach dessen Bestattung war so heftig, daß eine Spaltung bevorstand. Da schlug der Propst Weselinus, der selbst von einem Theile, und zwar vom Klerus, gewählt worden war, den hl. Heribertus, der damals sich in Italien befand, zum Erzbischofe vor, und dieser Antrag wurde mit größtem Jubel und unter dem Rufe: »Gott sei Dank! Gott sei Lob!« aufgenommen. Eine Deputation wurde abgeschickt, um die Genehmigung des Kaisers zu erlangen, welche dieser auf der Stelle mit Freuden ertheilte. Nicht so leicht ging es aber beim hl. Heribertus selbst. Er habe nichts an sich, sagte er, was eines Bischofes würdig sei; sein Leben sei ihm schon die größte Last; er fürchte den Fall und das Aergerniß des Volkes Gottes um seinetwillen. Nach langem Weigern gab er endlich seine Einwilligung, da der Kaiser eigenhändig an ihn geschrieben hatte. Von Benevent, wo er sich im Auftrage des Kaisers befand, ging er nach Rom, um von den Händen des Papstes Sylvester II. das Pallium zu empfangen, und begab sich dann nach Köln, wo er im Winter des Jahres 999 ohne irgend ein äußeres Zeichen seiner Würde mit bloßen Füßen und unter beständigem Gebete seinen Einzug hielt und sodann am Vorabende des Weihnachtsfestes consecrirt wurde. Es ist schwer zu sagen, mit welchem Eifer er von diesem Tage an dem Predigtamte oblag, wie sehr er beflissen war, den Frieden unter seiner Heerde zu erhalten, und mit welcher Liebe und Aufopferung er den Armen und Nothleidenden hilfreich zur Seite stand. Er verschmähete zwar den äußeren Glanz nicht, weil seine äußere Stellung ihn erheischte; aber unter den seinen mit Gold verbrämten Gewändern trug er ein rauhes Cilicium. Und je mehr ihn die Geschäfte mit der Welt in Verbindung brachten, desto mehr war er besorgt, im innern, gottgeweihten Leben zu wachsen. Das Vertrauen des Kaisers Ottto führte ihn mit demselben bald nach der Besitzergreifung des erzbischöflichen Stuhles wieder nach Italien. Hier starb der Kaiser durch Gift im Januar des Jahres 1002, und Heribert, besorgt für seinen letzten Willen, brachte seine Leiche über Augsburg (s. S. Henricus) nach Aachen, wo sie durch ihn feierlich beigesetzt wurde. Auch die kaiserlichen Reichsinsignien brachte er mit sich; nur die heil. Lanze, welche nach der Ansicht der damaligen Zeit gerade das größte Kleinod unter jenen Zeichen der Herrscherwürde war, hatte er nach Köln vorausgeschickt. Er konnte nämlich bei den bestehenden Verhältnissen wohl voraussehen, daß die Wiederbesetzung des erledigten Königsthrons große Bewegungen veranlassen werde, und da er jedem Parteigeiste völlig fremd war, daher auch keiner Partei angehören wollte, so hielt er es für Pflicht, die Reichsinsignien, deren Bewahrung ihm anvertraut war, unter seiner Aufsicht zu behalten und sie erst dem wirklichen Könige zu übergeben. Aber Herzog Heinrich von Bayern, der nach Otto's Tode der Nächstberechtigte zum Throne war, gab diesem Betragen des frommen und friedliebenden Erzbischofs eine falsche Deutung, indem er wähnte, Heribert habe die deutsche Krone weit lieber auf dem Haupte eines Andern als auf Heinrichs Haupte zu sehen gewünscht, und so fiel er denn von diesem Augenblicke an in die Ungnade Heinrichs, die dieser, auch da er als Heinrich II. König und Kaiser geworden, den hl. Erzbischof Heribert noch mehrere Jahre merkbar fühlen ließ, obgleich dieser die Reichsinsignien dem Könige Heinrich sogleich übergab und überhaupt bei jeder Gelegenheit als einen der treuesten und dem Kaiser aufrichtig ergebensten Reichsfürsten sich zeigte. Auch blieb er noch als Kanzler thätig, wie Urkunden aus den Jahren 1007 und 1008 bezeugen. Erst gegen das Ende seiner Regierung lernte Kaiser Heinrich die Heiligkeit des großen Erzbischofs kennen und versöhnte sich aufrichtig und in der rührendsten Weise mit ihm, wozu auch der hl. Heribert gern die Hand bot. – Nach dem Tode des Kaisers Otto hoffte der hl. Erzbischof, von allen weltlichen Geschäften abgelöst, einzig dem Wohle seiner Heerde und den Bedürfnissen seiner Diöcese sein Leben weihen zu können. Seine Einkünfte theilte er zwischen der Kirche und den Armen, sich nur das Allernothwendigste vorbehaltend. In Demuth und Verborgenheit besuchte er oft die Armen und Kranken in ihren Wohnungen und in den Spitälern, wusch ihnen die Füße, spendete Almosen und geistlichen Trost und bewirkte durch sein Beispiel, daß auch Andere in Hungersnoth und Krankheiten Herz und Vermögen den Armen schenkten. Auch in andere Städte des Erzbisthums schickte er heimlich bestimmte Summen an bestellte vertraute Priester, um sie an die Bedürftigen vertheilen zu lassen. Das Kloster Deutz, Köln gegenüber, verdankt ihm und dem Kaiser Otto III. seine Entstehung. In öffentlichen Drangsalen nahm er seine Zuflucht zum öffentlichen Gebete und fand oft wunderbare Hilfe. Bei eingefallener großer Trockenheit hielt er einst einen Bittgang von St. Severin nach St. Pantaleon und ermahnte in eindringlicher Rede das versammelte Volk zur Buße und zum Vertrauen. Nach seinem Palaste zurückgekehrt, wiederholte sich das Wunder der hl. Scholastica. Er legte das Haupt in größter Betrübniß in seine Hände und fing an zu beten. Kaum hatte er geendet, als ein erquickender Regen fiel und das Land von Gefahr einer Hungersnoth befreite. Darum wird der Heilige (nach Hack, Bilderkreis S. 322) als Bischof gemalt, durch sein Gebet Regen auf das Land herabziehend. In St. Maria auf dem Capitol heilte er einen Geisteskranken, indem er ihn segnete. Einer blinden Frau war im Traume angezeigt worden, sie werde durch den Ablutiønswein des Bischofs nach der hl. Communion die Heilung erlangen, und sie wurde sehend, als sie wirklich davon Gebrauch gemacht hatte. Sein eigener Hauskaplan verdankte seiner Fürbitte die Befreiung von einem tödtlichen Fieber. Sein Bisthum und die heil. Orte desselben visitirte er mit größter Genauigkeit, allenthalben die zärtlichsten Beweise väterlicher Milde und Fürsorge zurücklassend. Auf einer solchen Reise ward er zu Neuß von einem gefährlichen Fieber heimgesucht, in welchem er bald seine letzte Krankheit erkannte. Er empfing also mit Andacht die heil. Oelung und die Wegzehrung des Leibes und Blutes unsers Herrn. Darauf ließ er sich nach Köln zurückbringen und im Dom des hl. Petrus zu den Füßen eines Crucifires niederlegen; hier nämlich wollte er noch einmal sich und seine Heerde dem obersten und unsichtbaren Hirten der Kirche anempfehlen. Dann brachte man ihn in seine Wohnung, wo er bestimmte, was von seinem Vermögen den Kirchen und Wohlthätigkeits-Stiftungen zufließen, was seinen Verwandten, was der Dienerschaft, was den Armen sogleich übergeben werden solle. Als man ihn fragte, wen er zu seinem Nachfolger zu haben wünschte, gab er zur Antwort, daß von den Umstehenden keiner, sondern Pilegrinus (der Erbauer der Kirche zu den heil. Aposteln, † 1036) hiezu ausersehen sei. Bald darauf verließ seine fromme Seele die irdische Hülle und ging, von den Engeln Gottes begleitet, in die ewige Ruhe ein am 16. März 1021 (nach Andern 1022). In Deutz wurde sein heil. Leib bestattet und leuchtete bis in die spätenen Zeiten durch mancherlei Wunder. Papst Gregor IX., welcher im J. 1227 den päpstlichen Thron bestieg, erklärte ihn für »heilig«, da Alles, was durch göttliche Zeugnisse bekräftigt werde, der menschlichen zur Bekräftigung nicht mehr bedürfe, und deßhalb zieme es sich, »daß wir ihn, den der Vater im Himmel geehrt hat, auch auf Erden verehren.« Sein Name, der »berühmt ist durch Heiligkeit«, befindet sich auch im Mart. Rom. Reliquien von ihm befinden sich auch in Köln (bei den hhl. Aposteln und St. Cunibert). Seine Translation faut unter dem Erzbischofe Arnold I. am 30. Aug. 1147 statt. Ihrer gedenken zum 30. Aug. auch Grevenus und die Zugaben zu Usuardus. Die Bollandisten aber behandeln ihn am 16. März. (II. 464–490)

Deus, cuius sánctitas actióne et contemplatióne quáeritur et invenítur, da nobis, intercessióne beáti Heribérti epíscopi, qui et rebus públicis consúluit, et domos vitae religiósae fundávit: ut, humáno géneri sédulo inserviéntes atque in oratióne perpétua manéntes, tecum coniungámur.
Per Dóminum.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

30. August: Hl. Aeonius, Bischof von Arles
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Aeonius, Ep. (30. Aug.) Der hl. Aeonius war Bischof von Arles in Frankreich und der Nachfolger des Leontius. Er lebte zur Zeit der Päpste Felix III., Gelasius, Anastasius und Symmachus, von denen noch Briefe an ihn hinsichtlich der Metropolitanrechte von Arles vorhanden sind, welche die Bischöfe von Vienne streitig zu machen suchten. Unmittelbar vor seinem Tode ermahnte er die Einwohner von Arles, keinen andern zu seinem Nachfolger zu wählen, als den hl. Cäsarius, welcher der würdigste wäre.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

30. August: Hl. Bononius, Abt
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Bononius, (30. Aug.), ein Abt zu Lucedio (Lucedium) in Piemont, der zu Bologna das Tageslicht erblickte, und frühzeitig in das Kloster St. Stephan eintrat. Aus Verlangen nach höherer Vollkommenheit wanderte er mit Erlaubniß seiner Obern nach Aegypten, predigte dort das Wort Gottes, durchreiste das gelobte Land, und wohnte einige Zeit auf dem Sinai. Als aber der Abt von Lucedio gestorben war, erachtete Petrus von Vercelli, der von ihm aus der Gefangenschaft befreit worden war, Niemand würdiger, dessen Nachfolger zu werden, als Bononius, weßwegen er Boten an ihn bis an den Sinai sendete. Als aber nach dem Antritte seines nur ungern übernommenen Amtes in der Genossenschaft Unruhen entstanden, verließ er auf einige Zeit das Kloster, wurde aber später zurückgerufen und übte das Amt eines treuen Tagwerkers bis an sein Ende, das im Jahre 1026 erfolgte.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

30. August: Hll. Felix, Priester, und Audactus, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:SS. Felix, Presb., et Adauctus, MM. (30. Aug.) Während der grausamen Christenverfolgung von Seite der Kaiser Diocletian und Maximian lebte in Rom ein heil. Priester, Namens Felix, den der heidnische Stadtpräfect Draccus wegen seines unermüdeten Eifers in Ausbreitung der christlichen Religion gefangen nehmen, mit Gewalt in die Götzentempel führen und auffordern ließ, seinen Glauben abzuschwören. Als aber Felix sich weigerte, und auf sein Gebet drei Bildsäulen der Götter zusammenstürzten, schleppten die Ungläubigen ihn unter großem Geheul zum Richter zurück, der ihn sogleich auf der Folter schmerzhaft ausspannen und peinigen ließ, um ihn zum Geständniß zu bringen, durch welche Zaubermittel er die Bilder der Götter zertrümmert habe. Der Martyrer antwortete unerschrocken: »Nicht durch Zauberei, sondern durch die Macht des lebendigen Gottes habe ich das gethan.« Da befahl Draccus den Heiligen nach der ostiensischen Straße neben den Stadtmauern zu führen, und wenn er unter dem dort befindlichen heil. Baume den Göttern zu opfern sich weigern würde, ihn zu enthaupten. Dort angekommen, verrichtete Felix ein kurzes Gebet, und sprach dann zu dem Baume: »Ich befehle dir im Namen Jesus, daß du entwurzelt zusammenstürzest, und den Tempel mit dem Altare zermalmest, damit die unglücklichen Verblendeten an dieser Stelle nicht mehr opfern können.« Und der ungeheuere Baum stürzte plötzlich unter einem donnerähnlichen Getöse zusammen und zerschlug Tempel und Altar. Hierauf wurde. Felix zur Enthauptung abgeführt. Da rief ein Mann aus dem Volke laut und vernehmlich: »Ich bekenne die Religion dieses Mannes; ich bete denselben Jesum Christum an!« Mit heiliger Freude umarmte und küßte er den Priester Felix und ging mit ihm in den Tod. Der Name dieses Männes war den Christen, welche der Hinrichtung beiwohnten, unbekannt, weßhalb sie ihn Adauctus (vom Lat. adauctus = der Vermehrte, Hinzugefügte) nannten, weil er der Krone des hl. Felix beigefügt wurde. Die Gläubigen beerdigten zur Nachtzeit die Leiber der hhl. Blutzeugen, und erbauten am Ende der Verfolgungen eine Kirche über ihrem Grabe. Von ihren Reliquien mögen sich Theile an verschiedenen Orten befinden. Nach Butler (XII. 238.) hat Irmengardis, die Gemahlin des Kaisers Lothar, vom Papste Leo IV. um das J. 850 die Reliquien der hhl. Martyrer erhalten und sie der Abtei der Chorfrauen zu Eschau, die sie im Elsaß gestiftet hatte, geschenkt, wo sie bis 1358 verblieben sind. Von da schenkte sie die Abtissin von Erstein dem Erzherzog Rudolph von Oesterreich, der sie im J. 1361 an die St. Stephanskirche zu Wien vergab. Ihre Häupter wollen Anjou und Köln besitzen. Der Heiligen gedenkt auch das Mart. Rom. sowie das röm. Brevier mit einer 9. Lection, in welcher es heißt, der hl. Felix sei auf der ostiensischen Straße bis zum zweiten Meilensteine von der Stadt zur Hinrichtung geführt worden, und auf dem Wege dahin sei ihm ein Christ begegnet, welcher die oben erwähnten Worte gesprochen habe und dann mit ihm hingerichtet worden sei, wobei ihm die (anwesenden) Christen den Namen Adauctus gaben. (VI. 545.)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

30. August: Hl. Fiacrius, Eremit
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Fiacrius, Erem. (30. Aug.) Der hl. Fiacrius (frz. St-Fiacre, nach Einigen auch St-Fesre) stammte aus einer berühmten Familie Irlands, und wurde unter Leitung eines heil. Bischofs erzogen, den Einige für den Bischof Conan von Soder halten. Bald fühlte er in sich einen Zug in die Einsamkeit, und begab sich deßhalb in der Blüthe seines Alters nach Frankreich. Im Bisthume Meaux angelangt, erbat er sich von dem hl. Bischofe Faro ein Plätzchen zu seinem Aufenthalte, der ihm ein solches in dem ungefähr 2 Stunden von Meaux entlegenen Forste Breuil anwies. Hier machte der Heilige eine Strecke Landes urbar, erbaute sich eine Zelle mit einem Bethaus zu Ehren der seligsten Jungfrau, führte für sich ein strenges Leben und ward weit berühmt durch viele wunderbare Krankenheilungen. Als Fiacrius sich den Ort für seine Zelle und für ein künftiges Kloster abgränzen wollte, fuhr er nur leise mit seinem Stabe über die Erde hin; diese aber durchfurchte sich so tief wie von einer Pflugschar, und bildete sich der Klostergarten wie von selbst. Deßhalb ist der Heilige auch Patron der Gärtner, welche nach Menzel (Symb. I. 309) jährlich in Paris sein Fest am 30. August lustig begehen. – Als eine Frau sah, wie Fiacrius mit einem Stabe auf einmal die Erde grabentief spaltete, klagte sie ihn beim Bischofe der Magie an, lief wieder zu ihm und konnte kaum müde werden mit Schimpfen und Schmähen auf ihn. Da setzte sich der hl. Eremit in seiner Betrübniß auf einen großen Stein, der sich alsbald zu einem bequemen Sitze gestaltete. Dieser Stein, so erzählt ein Schriftsteller, sei Jahrhunderte lang im Kloster des hl. Fiacrius aufbewahrt worden, und seien Viele, die sich auf ihn gesetzt, von Hämorrhoiden befreit worden, weßhalb er auch als Patron gegen diese Krankheit gilt. – Der hl. Fiacrius starb den 30. Aug. um das J. 670, und wurde in seinem Bethause beigesetzt. Seine Ruhestätte wurde bald durch mehrere Wunder berühmt, und ein beliebter Wallfahrtsort für alle Provinzen Frankreichs. Im J. 1568 übertrug man seine Reliquien in die Kathedrale von Meaux. Zwei Theile von ihnen erhielten in den Jahren 1527 und 1695 die Großherzoge von Florenz, welche sie in einer Capelle niederlegten, die sie zu Toppaia, einem ihrer Landhäuser, hatten erbauen lassen. – Der hl., Fiacrius ist der Patron nicht weniger Kirchen Frankreichs, und sind auf seine Fürbitte schon viele Wunder geschehen. Im J. 1649 genasen Seguier, Bischof von Meaux, und Johann von Chatillon, Graf von Blois, von einer gefährlichen Krankheit, welche dann ihre Heilung der Fürbitte des Heiligen zuschrieben. Die Königin Anna von Oesterreich verdankte ebenfalls seinem Schutze die Genesung Ludwigs XIII. von einer schweren Krankheit, an welcher er zu Lyon daniederlag. Im J. 1641 wallfahrtete sie zu Fuß nach Saint Fiacre, um ein Gelübde zu lösen. – Weil der heil. Einsiedler nie Frauen vor sich ließ, bildete sich bei diesen eine Gewohnheit, aus Ehrfurcht für sein Andenken nie den Ort zu betreten, wo er wohnte, noch die Capelle, worin er begraben lag. Dieser Gewohnheit fügte sich auch die königliche Wallfahrerin Anna, und begnügte sich, ihr Gebet an dem Eingange seiner Capelle zu verrichten. Dieselbe wurde auch durch des Heiligen Fürbitte von einem Blutflusse befreit, den die ärztliche Kunst bis dahin vergebens zu heilen bemüht war. Eben diese hohe Frau zweifelte auch nicht, daß die Geburt ihres Sohnes Ludwig XIV. die Frucht der Fürbitte des Heiligen gewesen, und bezeigte deßhalb öffentlich ihren Dank. Nach Bucelin wäre Fiacrius ein Sohn des schottischen Königs Eugen IV. gewesen und mit seiner Schwester Sira (Sirad) nach Frankreich gezogen. Als nach dem Tode seines Vaters sein jüngerer Bruder Ferchard wegen seiner üblen Regierung vom Throne gestoßen worden, seien die Schotten zum hl. Fiacrius gekommen, um ihm die Krone anzubieten, die er aber aus Liebe zur Einsamkeit ausgeschlagen habe und dann im J. 620 gestorben sei etc. – Der Name des hl. Fiacrius steht auch im Mart. Rom. am 30. August. Die heil. Kunst stellt ihn als Einsiedler mit einem Grabscheite dar. (VI. 598.)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

30. August: Hl. Rebekka
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:Rebecca (30. Aug.), eine Tochter Bathuels, Abrahams Schwiegertochter, Gemahlin des Patriarchen Isaak, Mutter Jakobs und Esaus, nach Sara die bedeutendste Frau des alten Testamentes, wurde nach ihrem Tode in die Höhle Machpela begraben.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

30. August: Sel. Alfredo Ildefonso Schuster OSB, Mönch, Kardinal, Erzbischof von Mailand
Wikipedia hat geschrieben:Alfredo Ildefonso Kardinal Schuster OSB (* 18. Januar 1880 in Rom, Italien; † 30. August 1954 in Venegono Inferiore, Provinz Varese) war Erzbischof von Mailand.

Alfredo Ildefonso Schuster, dessen Vorfahren aus Tirol stammten, trat 1891 in den Benediktinerorden ein und legte im Jahre 1900 die Ordensprofess ab. Sein Vater Johann, der von Pustertaler Eltern in Deggendorf in Niederbayern geboren wurde, war Schneider und leitete die Militärschneiderei des Vatikans, seine Mutter Anna Maria, geborene Tutzer, stammte vom Ritten bei Bozen. Alfredo Ildefonso Schuster studierte in Rom Katholische Theologie und empfing am 19. März 1904 das Sakrament der Priesterweihe. Ab 1904 lebte er in der Benediktinerkommunität von Sankt Paul vor den Mauern, wo er von 1908 bis 1916 Novizenmeister und von 1916 bis 1918 Prior war. In den Jahren 1914 bis 1929 leitete er als Generalprokurator die Benediktinerkongregation von Monte Cassino, von 1919 bis 1922 war er Präsident des Päpstlichen Orientalischen Instituts. 1929 ernannte ihn Papst Pius XI. zum Erzbischof von Mailand und nahm ihn noch im gleichen Jahr als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Silvestro e Martino ai Monti in das Kardinalskollegium auf. [...]

Alfredo Ildefonso Schuster wurde in der Kathedrale von Mailand bestattet. Der diözesane Prozess für seine Seligsprechung wurde 1957 durch Kardinal Giovanni Battista Montini, den späteren Papst Paul VI., eröffnet. Papst Johannes Paul II. sprach Schuster am 12. Mai 1996 selig.

Er war Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

31. August: Hl. Paulinus, Bischof von Trier, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Paulinus (31. Aug.). Die Lebensbeschreibung dieses hl. Bischofes stammt aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. Wie diese erzählt, war er in Aquitanien von vornehmen christlichen Eltern geboren. Als der heil. Maximinus (s.d.) seine Heimath verließ, schloß sich der heil. Paulinus ihm als Schüler und Gefährte an. Sie kamen auf ihrer Reise nach Trier, wo sie der heil. und gelehrte Bischof Agritius liebevoll als Schüler und Mitarbeiter in seinem Hause aufnahm. Der heil. Maximinus wurde sein erster, der hl. Paulinus sein zweiter Nachfolger. Um d.J. 349 bestieg er den bischöflichen Stuhl. Damals galt es vorzüglich, die Beschlüsse des Concils von Nicäa gegen dessen Feinde zu vertheidigen. Hiefür hatte er schon unter seinen beiden Vorgängern muthvoll gekämpft, muthvoll schrieb er als Bischof unter den auf dem Concilium zu Sirmium im J. 351 gegen den hl. Athanasius gefaßten Beschluß, daß er zur Verdammung des Photinus und Marcellus, nicht aber zu der des Athanasius seine Beistimmung gebe. Als eine feste Mauer stellte er sich auch, auf der im Jahre 353 zu Arles gehaltenen Synode den arianisch gesinnten Bischöfen, denen sich hier sogar der päpstliche Legat anschloß, allein entgegen, und wurde wegen der Vertheidigung des hl. Athanasius und der katholischen Lehre von dem Kaiser Constantius, welcher die Arianer begünstigte, in die Verbannung nach Phrygien geschickt, wo Montanisten seine Umgebung bildeten. Auch hier verkündigte er die wahre Lehre, und entschlief nach vielen erstandenen Mühseligkeiten am 31. August des Jahres 358 in dem Herrn. Der heil. Athanasius nennt auch ihn (Friedrich, K.-G. Deutschl. I. 241), wie seinen Vorgänger, den hl. Maximin »einen apostolischen Mann einfachen und aufrichtigen Sinnes«. Schon einige Decennien später wurde er Martyrer genannt. Sein Leidensgefährte und Nachfolger war der hl. Bonosus. Sein hl. Leib ward um das J. 396 durch den Bischof Felix von Trier aus Phrygien abgeholt und in einem Sarg aus Cedernholz in der zu Ehren der hl. jungfräulichen Gottesgebärerin geweihten Kirche beigesetzt. Im J. 883 wurde aber diese Kirche von den Normannen zerstört und fast die ganze Stadt Trier dem Erdboden gleichgemacht, wobei dann der Sarg des hl. Paulinus mit andern hl. Reliquien verschüttet wurde. Erst im J. 1071 unter dem Erzbischofe Udo fand man in der Mitte der verschütteten Gruft den an Ketten aufgehängten Sarg des hl. Paulinus, zu seiner Rechten den Leib des heil. Palmatius; zu Häupten lagen sieben Senatoren der Stadt, und zu seinen Füßen vier andere durch Tugend und Geschlecht berühmte Männer. Der Bischof Udo ließ die Gruft neu erbauen und ausschmücken. Aber schon nach 54 Jahren ward die Kirche durch einen unglückseligen Brand zerstört, und es verflossen mehrere Jahre, bis sie wieder aufgebaut und vollendet werden konnte. Dieß gelang gegen das Jahr 1148, wo sie vom Papste Eugenius III. am 31. Januar neuerdings zu Ehren der heil. Gottesgebärerin eingeweiht und mit vielen Gnaden und Ablässen beschenkt wurde. Dieser Einweihung wohnte Balduin III., König von Jerusalem, bei, der an diesem Tage die Gruft des heil. Paulinus, den Altar des heil. Bischofs Marus und einen andern Altar mit neuen Reliquien bereicherte. Im J. 1402 wurde der Sarg des hl. Paulinus geöffnet; man fand den Leib des Heiligen sorgfältig in verschiedenfarbigen Seidenzeug eingehüllt, und die Glieder ganz geordnet liegen, ohne daß der geringste Moder die Gebeine ergriffen hatte. Der Sarg wurde mit größter Sorgfalt wieder verschlossen, das hl. Haupt aber in einer silbernen, mit Gold und Edelsteinen verzierten Büste zur Verehrung des Volkes ausgestellt. Zweimal noch brannte die Kirche des hl. Paulinus ab: nämlich im J. 1552, wo sie durch die Truppen des Markgrafen Albert von Brandenburg ausgeraubt und angezündet, und im J. 1675, wo sie dem Erdboden gleichgemacht wurde. Die Kanoniker waren von der Zeit an genöthigt, ihren Gottesdienst in der benachbarten Pfarrkirche abzuhalten. Erst im Jahr 1738 ließ der Churfürst den Schutt beseitigen, wobei man die heil. Reliquien unverletzt fand, nur war der eine und andere der steinernen Särge durch die auf ihnen liegende Last gesprungen. Im Mart. Rom. steht der Name des hl. Paulinus ebenfalls am 31. August. Auf Bildnissen hat er (Hack, S. 186) den heil. Geist als Taube über sich. (VI. 668–679.)
Allmächtiger Gott, du hast dem heiligen Paulinus von Trier im Kampf gegen die arianische Irrlehre unerschrockenen Mut gegeben, so dass er auch die Verbannung nicht scheute. Lehre uns, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden, und hilf uns, ohne Furcht für die Wahrheit einzutreten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

31. August: Hl. Aidan, Bischof von Lindisfarne
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Aidanus, Ep. (31. Aug.) Der hl. Aidan, Bischof von Lindisfarne, (in der Folge Holy-Island, Insula sancta, genannt), in England, war auf einer der Hebriden in der Mitte des 6. Jahrhunderts geboren, trat dann in das Kloster Hye, das auf einer Insel gleichen Namens lag, und nahm das Ordenskleid. Der hl. Oswald, König von Northumberland, sandte an den König und die Bischöfe von Schottland um Missionäre, die seine Unterthanen in der wahren Religion unterrichten und zum Empfange der hl. Taufe vorbereiten könnten. Der Erste, welcher kam, war von rauher Gemüthsart und bewirkte somit wenig Gutes. Er war endlich genöthigt, in sein Land zurückzukehren, wo er sich mit der Ungelehrigkeit der Engländer entschuldigte. Die Geistlichkeit von Schottland versammelte sich hierauf in einer Synode, um sich zu berathen, was in dieser Sache zu thun sei. Aidan, welcher der Versammlung beiwohnte, sagte zum Bischof, den er von der Hartnäckigkeit der Engländer reden hörte: »Das Mißlingen deiner Arbeit hast du nur der Härte deines Gemüthes und der Strenge zuzuschreiben, womit du ein armes, unwissendes Volk behandelt hast; hättest du sie erst nur mit der Milch des göttlichen Wortes genährt, so hätten sie auch nach und nach die stärkere Speise des Evangeliums ertragen gelernt.« Bei diesen Worten richtete die ganze Versammlung die Blicke auf ihn und Alle hielten ihn für den Mann, der für diese Mission geeignet wäre. Aidan zog nun nach England und wurde in der Folge zum Bischofe geweiht. Er schlug seinen Sitz in Lindisfarne auf. Der König und die Reichen brachten ihm oft Geschenke; allein er nahm sie nur an, um sie unter die Armen zu vertheilen. Einst, als er in Verlegenheit war, einem Armen die nöthige Geldunterstützung zu geben, gab er ihm das Pferd sammt dem prächtigen Geschirre, wie er es vom Könige zum Geschenk erhalten hatte. Beda lobt seinen apostolischen Freimuth, womit er den Stolz der Großen bezüchtigte, seine Nächstenliebe, sein stetes Streben um Erhaltung des Friedens, seine Keuschheit und viele andere Tugenden, die er sich zu eigen gemacht hatte. Diesen Geist wußte er auch seinem unwissenden Volke mitzutheilen. Gott verlieh ihm nach Beda auch die Gabe der Wunder und Weissagung. Er starb den 31. August 631 und kommt an diesem Tage auch im römischen Martyrologium vor, während der Vorhergehende und die Folgenden sich in demselben nicht finden.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

31. August: Hl. Cuthburga, Äbtissin
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Cuthburga, (31. Aug.), Königin von Northumberland, später Abtissin, war die Schwester des Königs Ina und wurde an König Altfrid von Northumberland vermählt, der ihrer Bitte gemäß ihr erlaubte, Jungfrau zu bleiben, ja im Kloster Barking (Berking) in der Grafschaft Essex den Schleier zu nehmen. Glühend von Verlangen, recht Vieles für ihren geliebten Bräutigam im Himmel zu thun, gründete sie das Kloster Winbrun in der Grafschaft Dorset, wo sie reich an Verdiensten am 31. Aug. 724 (nach Bucelin im Jahre 720, nach den Bollandisten zwischen 720–730) starb.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

31. August: Hl. Josef von Arimathäa
Vollständiges Heilligenlexikon hat geschrieben:S. Josephus ab Arimathaea. [...] Dieser hl. Joseph hat seinen Namen von seiner Vaterstadt-Arimathäa, welche nach dem hl. Hieronymus in der Nähe von Lydda an der von Joppe nach Jerusalem führenden Straße lag und nach der gewöhnlichen Annahme dem heutigen Ramleh entspricht. Derselbe war ein reicher angesehener Mann und Mitglied des hohen Rathes (Sanhedrist), oder wie es bei Sepp (VI. 10) heißt, »ein reicher Standesherr«, der zum »Senate der Israeliten«, zur »Kammer der Aeltesten oder Stammeshäupter und rechtskundigen Israeliten« gehörte. Bei Luk. 23, 50 f. heißt er »ein guter und gerechter Mann, welcher in ihren (der Christusfeindlichen Juden) Rath und in ihr Thun nicht eingestimmt hatte und selbst auch das Reich Gottes erwartete.« Nach Matth. 27, 57 »war er selbst ein Jünger Jesu«, aber wie der hl. Johannes (19, 38) beifügt, »ein heimlicher aus Furcht vor den Juden.« Er hatte sich also bisher zwar noch nicht, wie sein Collega Nikodemus (Joh. 7, 50 f.), getraut, im hohen Rathe zu Gunsten Jesu zusprechen; aber nach seinem Tode hatte er den Muth, zu Seinen Gunsten zuhandeln. Er ging nämlich, wie alle 4 Evangelisten an den angeführten Stellen sagen, herzhaft zu Pilatus (nach Marc. 15, 43 ff. wahrscheinlich vom Calvarienberge aus in die Stadt hinein) und bat ihn um den Leichnam Jesu, welcher nach dem Gesetze eigentlich dem Gerichte verfallen war. Pilatus wunderte sich, daß Jesus schon gestorben sei, und als dann der von ihm befragte Hauptmann seinen Tod bestätigte, gab er den Leichnam dem Joseph, der sich wohl zum Käufer desselben angeboten hatte, zum Geschenke, was sicherlich als eine besondere Gunst und Gnade angesehen werden muß. Und Joseph ging nun hin, kaufte Leinwand, nahm den Leichnam Jesu ab, wickelte ihn mit den Specereien, die Nikodemus inzwischen gekauft hatte, in die Leinwand und legte ihn in sein neues, von der Kreuzigungsstelle nur 110 Fuß entferntes Grab, welches er für sich in einen Felsen hatte aushauen lassen (Matth. 27. 59 f.). Dann schlossen sie die Grabthüre und wälzten davor einen schweren Stein etc. Wie die Boll. bemerken, soll nach Petrus de Natalibus der hl. Joseph nach der Himmelfahrt Jesu immer bei den Jüngern Jesu geblieben und im hohen Alter gestorben seyn. Einmal sei er von den Juden gefangen gesetzt, aber von einem Engel befreit worden. Nach andern, übrigens ganz unzuverlässigen Nachrichten soll er nach Spanien und später nach England gekommen seyn, wo er den hl. Bischof Elvanus (s.d.) im christlichen Glauben unterrichtet und das Kloster Glastonbury gegründet habe (Jan. I. 10). Auch sonst findet er sich öfter bei den Boll. unter den Uebergangenen, namentlich am 22. Febr. (III. 281), am 27. März (III. 685) und am 28. März (III. 709). – Nach den Visionen der Katharina Emmerich (I. 96) wäre Joseph unter den Abgesandten des hohen Rathes an Johannes den Täufer gewesen, hätte sich dann von diesem taufen lassen und wäre später Priester geworden. Nach Sepp (VI. 451) hätte er manchen Nachlaß des Herrn an sich gebracht, namentlich den Abendmahlskelch. – Im Mart. Rom. steht er am 17. Sept., an welchem Tage auch die Bollandisten ausführlich von ihm handeln und namentlich bemerken, daß in der St. Peterskirche von Rom ein Armbein von ihm aufbewahrt werde, welches zugleich mit einem Arm des hl. Longinus aus dem Oriente gebracht worden sei, und dann eine Hauptursache war, daß Papst Sixtus V. im J. 1585 auf Antrag des Baronius den hl. Joseph in das Mart. Rom. aufnahm. In Bologna soll ein Finger von ihm sich finden, sein Leib aber im 9. Jahrhunderte von Jerusalem in ein Kloster im Elsaß gebracht worden seyn etc. (II. 507–510.)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

31. August: Hl. Raimund Nonnatus, Ordensmann, Kardinal
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Raymundus Nonnatus, Conf (31. August, al. 1. 6. 7. Sept.) Dieser Heilige wurde i. J. 1204 zu Portello, Bisthums Urgel in Catalonien, geboren. Seine Eltern (der Vater hieß Segers) gehörten einer edeln, aber nicht sehr bemittelten Familie an. Sein Zuname Nonnatus (d. i. non natus, zu Deutsch »Nichtgeboren«) kommt daher, weil seine Mutter vor seiner Geburt starb, weßhalb das Kind aus dem Mutterleibe künstlich geschnitten werden mußte. Als er hörte, daß er keine Mutter auf Erden habe, wählte sich der Knabe die seligste Jungfrau zur Mutter und rief sie mit kindlichem Vertrauen in jedem Anliegen zu Hilfe. Der Vater hatte seine Neigung zur Frömmigkeit frühzeitig bemerkt und ließ ihn deßhalb seine Studien unterbrechen, damit er die Verwaltung eines Maierhofes übernehme. Er that es mit willigem Gehorsam, und führte sogar die Schafe auf die Weide. Die ihm keineswegs unerwünschte Einsamkeit benützte er als Mittel zur Betrachtung und zum ununterbrochenen Gebete. Eines Tags überraschte ihn der Vater bei seinen frommen Uebungen und gewann die Ueberzeugung, daß es ihm Ernst sei. Er ließ es also geschehen, was er bisher hatte verhindern wollen, nämlich daß sein Sohn der Welt gänzlich entsagte, und zu Barcelona in die Hände des hl. Petrus Nolasco, Stifter des Ordens zur Auslösung der Gefangenen, die Gelübde ablegte. – Er wurde durch seinen Eifer und seine Abtödtung nicht bloß ein Muster seiner Mitbrüder, sondern auch, wie die Kirche betet, durch Gottes Gnade wahrhaft »wunderbar« in seinem Berufe, ein seltenes Beispiel der aufopferndsten Nächstenliebe. Schon nach zwei Jahren wurde er würdig befunden, den heil. Ordensstifter in dem Amte eines Gefangenenerlösers zu ersetzen. Nach Algier geschickt, befreite er daselbst eine große Anzahl Christen. Als sein Geld erschöpft war, gab er sich selbst als Geisel für die Gefangenen hin. Gerade aber das großmüthige Opfer seiner Freiheit erbitterte die Muhamedaner gegen ihn. Sie legten ihn in Ketten und mißhandelten ihn so unmenschlich, daß er unter ihren Händen gestorben wäre, wenn die Furcht, das bestimmte Lösegeld zu verlieren, nicht die Stadtobrigkeit bewogen hätte, den Befehl zu ertheilen, daß man seines Lebens schone. Die hierauf erhaltene spärliche Freiheit benützte er dazu, die gefangenen Christen zu besuchen und zu trösten. Auch mehrere Muhamedaner, unter ihnen zwei Mauren von hohem Range, erkannten durch ihn die Wahrheit des Christenthums und ließen sich taufen. Als Selim Pascha dieß erfuhr, verurtheilte er ihn, lebendig gespiest zu werden. Die Theilhaber an der Bezahlung des Lösegelds der Gefangenen, für die er als Geisel eingestanden war, erlangten die Umänderung der Strafe; er wurde grausam durch Stockschläge mißhandelt. Als er dennoch fortfuhr, Christen und Ungläubige zu unterrichten, wurde er nackt ausgezogen und an allen Ecken der Straßen heftig geschlagen; dann wurden ihm auf dem Marktplatze die Lippen mit einem glühenden Eisen durchbohrt und ein Hängeschloß daran befestiget, das man nur abnahm, wenn man ihm seine Nahrung brachte. Hierauf legte man ihn in Ketten und verschloß ihn in ein Gefängniß, worin er acht Monate saß, bis Ordensbrüder das von dem heil. Petrus Nolascus geschickte Lösegeld brachten. Der Befehl seines Generals nöthigte ihn, die Abreise anzutreten. Bei seiner Ankunft in Spanien ernannte ihn der Papst Gregor IX. zum Cardinal. Diese Erhebung beachtete er so wenig, daß er sein ärmliches Ordenskleid beibehielt und auch im Uebrigen bei seiner bisherigen Lebensweise verharrte. Man wird sich nicht wundern, daß ein so heiliger und abgetödteter Mann außerordentliche Gnaden erlangte. Einmal hatte er zur strengen Winterszeit einem Armen seinen Hut geschenkt und ohne Kopfbedeckung den Weg in sein Kloster zurückgemacht. Als er in der folgenden Nacht im Gebete begriffen war, gerieth er in Verzückung. Er befand sich in einem schönen Garten, der mit unendlich vielen und wunderschönen Blumen bepflanzt war. Seine himmlische Mutter und eine zahlreiche Schaar heiliger Jungfrauen waren beschäftigt, einen lieblich duftenden Kranz zu binden. Er gehöre, sprach die Himmelskönigin, demjenigen, der Tags zuvor sich seines Hutes entäußerte, um einen Armen mit demselben zu bedecken Kaum hatte er dieses gehört, als er in Demuth klagte, er verlange auf dieser Erde keinerlei Belohnung. Plötzlich verschwand das Gesicht und jetzt sah er den dornengekrönten Heiland, der ihm seine Krone reichte, welche der Heilige sich freudig aufs Haupt setzte. Der Papst berief ihn zuletzt nach Rom, um ihn in der Leitung der Kirche zu Rathe zu ziehen. – Als armer Ordensmann begab er sich auf den Weg; kaum aber war er zu Cordona, etwa sechs Meilen von Barcelona angelangt, als er von einem heftigen Fieber befallen wurde. Bald stellten sich Zeichen des nahen Todes ein und er starb den 31. August 1240 in dem 37. Jahre seines Alters. Da zum Empfang der heil. Wegzehrung, nach welcher er sehnsuchtsvollst begehrte, kein Priester zu finden war, erschien vor Augen des Grafen Cardona und anderer Personen eine himmlische Procession, wobei der Heiland selbst die Function des Priesters versah und ihm die Communion reichte. Sein Leib wurde von einem blinden Maulthiere zu der St. Nikolauskapelle in der Nähe des Maierhofes, wo er den Grund zu seiner Heiligkeit gelegt hatte, gebracht und in derselben beigesetzt. Der hl. Petrus Nolascus ließ dort i. J. 1255 ein Kloster seines Ordens erbauen, worin man noch die Reliquien des hl. Raymundus aufbewahrt. Im J. 1657 ließ der Papst Alexander VII. seinen Namen in das Mart. Rom. einsetzen. Auf Bildnissen sieht man ihn meistens in seinem Ordensgewand, mit dem Hängeschloß an den Lippen, um ihn her ausgelöste Sclaven. In der Ordenskirche St. Maria della Mercede zu Sevilla ist in sechs Darstellungen seine Lebensgeschichte vorgeführt. Im Mertyrologium der Augustiner-Eremiten steht sein Name am 7. in dem der Carmeliten am 1., in dem des Bisthums Montpellier am 6. September. (VI. 729–776.)

Deus, qui in liberándis fidélibus tuis ab impiórum captivitáte beátum Raymúndum Confessórem tuum mirábilem effecísti: eius nobis intercessióne concéde; ut, a peccatórum vínculis absolúti, quæ tibi sunt plácita, líberis méntibus exsequámur.
Per Dominum.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Ägidius, Einsiedler, Abt, Nothelfer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Aegidius, Abb. (1. Sept.) Griech. αἰγίδιος d.i. Schildträger etc. – Der hl. Aegidius (frz. St.-Gilles) soll ein Athenienser von Geburt und von edler Herkunft gewesen sein. Nach Bucelin hieß sein Vater Theodorus und seine Mutter Pelagia. Weil er in seinem Vaterlande kein verborgenes Leben führen konnte, entschloß er sich, dasselbe zu verlassen, und ging nach Frankreich, wo er sich an der Mündung der Rhone eine Einsiedelei zum Aufenthaltsorte wählte. Von da zog er sich an einen untern Gard gelegenen Ort zurück, den er wieder verließ, um sich in einem Forsteim Bisthum Nîmes (Nemausum) niederzulassen. Hier blieb er mehrere Jahre einzig mit dem Gebete und der Betrachtung beschäftigt, und lebte blos von Wasser und Kräutern. In seiner Lebensgeschichte liest man, daß er eine Zeit lang von der Milch einer Hindin des Forstes genährt worden sei, und daß, als Flavius (vielleicht Wemba), König der Gothen, dieses Thier auf der Jagd verfolgte. dasselbe sich zu dem Heiligen geflüchtet habe, der dadurch entdeckt worden sei. Der hl. Aegidius stand in hohem Ansehen bei dem Könige von Frankreich; dessen ungeachtet wollte er doch nicht seine Einsamkeit verlassen, obgleich ihn dieser Fürst sehr dringend dazu aufforderte. Er nahm indeß noch einige Jünger zu sich und stiftete ein Kloster, worin die Regel des hl. Benedict auf das Erbaulichste beobachtet wurde, und das später in eine Stiftskirche für Weltgeistliche umgewandelt ward. Nach und nach entstand in der Umgegend eine Stadt, die den Namen des Heiligen führt (Saint-Gilles) und durch die Kriege der Albigenser sehr bekannt ist. Die Reliquien des Heiligen wurden in die Abteikirche zu Toulouse gebracht; wann aber diese Uebertragung geschehen, kann nicht genau angegeben werden. Soviel ist indeß gewiß, daß es zur Zeit war, als die Calvinisten die Kirchen in Languedoc ausplünderten und zerstörten. Der hl. Aegidius lebte am Ende des 7. und zu Anfang des 8. Jahrh. Auf Bildern wird er gewöhnlich mit einer Hirschkuh dargestellt, die, von einem Pfeil getroffen, zu ihm flieht. Man rechnet ihn zu den 14 Nothhelfern und verehrt ihn als Patron der ehelichen Fruchtbarkeit. Unter seinen Wundern ist das berühmteste jenes, wodurch er die Mutterschaft der hl. Jungfrau erklärte. Während er nämlich noch als Gärtner lebte, kam ein Mönch zu ihm, der an der Möglichkeit zweifelte, daß die hl. Jungfrau nach der Empfängniß habe Jungfrau bleiben können. Aegidius aber schrieb drei Fragen in den Sand, ob die hl. Jungfrau vor, in und nach der Empfängniß gleich jungfräulich geblieben sei? und jede Frage wurde entsprechend durch eine weiße Lilie beantwortet, die plötzlich aus dem dürren Sande hervorwuchs.

Intercessio nos, quaesumus Domine, beati Aegidii Abbatis commendet: ut quod nostris meritis non valemus, eius patrocinio assequamur.
Per Dominum.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Arcanus und hl. Ägidius, Einsiedler
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:SS. Arcanus et Aegidius, Erem. (1. Sept.) Der hl. Arcanus, aus Arkadien gebürtig, und der hl. Aegidius aus Spanien, waren Einsiedler zu Borgo-di-San-Sepolcro (Burgum, S. Sepulchri) in Umbrien, und gewissermaßen die Gründer dieses Ortes. Beide machten nämlich eine Wallfahrt nach Jerusalem, um die heil. Stätten zu besuchen, und wahrscheinlich war es hier, wo sie sich einander gefunden und vereinigt haben. Mit Reliquien des hl. Landes versehen, machten sie dann mit einander eine Wallfahrt nach Rom zu den Gräbern der hhl. Apostel, um auch im neuen Jerusalem ihrer Andacht zu pflegen. Als sie hierauf durch die Mark Ancona nach Venedig reisen wollten, um noch andere heil. Orte in Italien zu besuchen, und eines Tages ermüdet an einer Quelle (bei dem italienischen Schriftsteller Jacobillus »die Quelle des hl. Peregrin« genannt) sich niederließen, schlief der hl. Arcanus, vom Schlaf überwältigt, ein, und hörte eine Stimme: »Hier ist ein heiliger Ort, hier bleibe, hier lasse die heil. Reliquien, die du aus Jerusalem mitgebracht hast, hier wird ein Ort (Burgus) erbaut werden, der einst berühmt werden wird.« Hierauf soll auch noch ein Wunder gefolgt seyn; denn als der Heilige zögerte, der Stimme zu folgen, sei der Reisesack, der die besprochenen Reliquien enthielt und an einem Baume aufgehängt war, von selbst in die Luft empor gestiegen und habe sich nicht eher herabgelassen, bis die Heiligen das Gelübde gemacht, an diesem Orte eine Kirche zu bauen. Solches geschah, und aus dieser ihrer Ansiedlung entstand nachmals der bedeutende Ort Borgo mit dem Beinamen S. Sepolcro, wegen der heil. Reliquien, welche seine Gründer vom hl. Grabe in Jerusalem dahin gebracht hatten. Nachdem die zwei hhl. Einsiedler einige Zeit in Fasten, Gebet und allen Uebungen der Gottseligkeit daselbst gelebt hatten, starb der hl. Arcanus und wurde in der von ihm erbauten Kirche begraben; der hl. Aegidius aber soll in sein Vaterland zurückgekehrt, daselbst Abt in einem Benedictinerkloster geworden und in Frieden gestorben seyn. So berichten einige Hagiologen aus dem Benedictinerorden über den hl. Aegidius; aber weder die spanischen Schriftsteller noch Mabillon wissen etwas davon. An dem Ort ihrer Niederlassung entstand später ein Camaldulenserkloster. Die Heiligen selbst aber müssen im 10. Jahrhundert gelebt haben, da von ihnen berichtet wird, daß sie unter Kaiser Otto und unter Papst Johann XI. (931–936), also etwa im Jahre 936, an jenen Ort gekommen, wo nachmals Borgo entstand.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Firminus, Bischof von Amiens
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Firminus. Ep. C. (1. Sept.) Dieser hl. Firmin, der dritte Bischof von Amiens (Ambianum), war ein Sohn Faustinian's, eines der ersten Beamten in Gallien. Sein Vater, der ihn von dem hl. Martyrer Firmin, dem ersten Bischof von Amiens (s. den nach folgenden), hatte taufen lassen, wollte, daß er den Namen dessen trage, welcher ihn aus dem Wasser wiedergeboren hatte. Von seinem Leben und seinen Thaten ist Verlässiges nicht bekannt. Gewiß ist, daß er dem hl. Eulogius, dem zweiten Bischof von Amiens. um die Mitte des vierten Jahrhunderts nachfolgte, und mag er um das J. 370 oder 380 gestorben seyn. Sein Leib wurde in der Kirche der hl. Jungfrau, nachher zum hl. Acheolus genannt, die er hatte erbauen lassen, beigesetzt. Im siebenten Jahrhundert erhob ihn der hl. Salvius, und übertrug ihn in seine Kathedralkirche in eine gegen Morgen liegende Krypta. Bischof Otger von Amiens gab im 3. 893 einen Theil seiner Gebeine dem Stifte Saint-Quentin. Der Cardinal Simon, Legat ces apostolischen Stuhles, legte die Reliquien des Heiligen im J. 1279 in einen neuen Sarg, und Petrus Sabbatier, Bischof Amiens, untersuchte und erkannte sie als ächt im J. 1715. (I. 115.)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Josua
Wikipedia hat geschrieben:Das Buch Josua, auch Joschua (hebr. יְהוֹשֻׁעַ, Jehoschua) ist das sechste Buch der hebräischen Bibel und des Alten Testaments der christlichen Bibel. Es beschreibt die Eroberung und frühe Besiedlung Kanaans durch die israelitischen Stämme von der Zeit nach dem Tod Moses bis zum Tod Josuas. Seit dem Mittelalter wird es in 24 Kapitel unterteilt.

Josua ist Sohn Nuns, eines Ephraimiters, der Moses diente und später zu seinem Nachfolger ernannt wurde (Ex 33,11 EU; Dtn 34,9 EU; Jos 1,1f EU). Die Bibel stellt Josua als einen mutigen, unerschrockenen Führer dar, der den Verheißungen Gottes völlig vertraute, sich von Gott leiten ließ und entschlossen war, ihm in Treue zu dienen. Sein ursprünglicher Name war Hoschea, doch Moses nannte ihn Jehoschua (Num 13,8 EU; Num 13,16 EU). Aus dem Bibelbericht geht jedoch nicht hervor, wann Hoschea unter dem Namen Josua bekannt wurde.

Er war Führer im Kampf gegen die Amalekiter. Als die Israeliten, kurz nach ihrer Befreiung von Ägyptens Streitmacht am Roten Meer, bei Rephidim lagerten, unternahmen die Amalekiter ohne Grund einen Angriff auf sie. Damals wurde Josua von Moses zum Befehlshaber im Kampf gegen die Amalekiter eingesetzt. Unter seiner geschickten Führung und mit Gottes Hilfe besiegten die Israeliten den Feind. Danach ordnete Gott die vollständige Ausrottung der Amalekiter an und gebot Moses, dies schriftlich festzuhalten und es Josua einzuschärfen (Ex 17,8-16 EU).

Als Moses' Diener befand sich Josua später am Berg Sinai wahrscheinlich unter den 70 älteren Männern, die das Vorrecht hatten, in einer überwältigenden Vision Gottes Herrlichkeit zu sehen. Danach begleitete er Moses ein Stück weit den Berg Sinai hinauf, trat aber offenbar nicht mit ihm in die Wolke hinein, denn nur Moses wurde dazu aufgefordert (Ex 24,9-18 EU). Josua und Moses blieben 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg Sinai. Als sie danach zusammen vom Berg hinabstiegen, hielt Josua den Schall des Gesangs der Israeliten, die ein Kalb anbeteten, irrtümlich für „Schlachtenlärm“. Zweifellos wurde er ebenso zornig wie Moses, als er das Goldene Kalb sah, und vielleicht half er sogar bei dessen Zerstörung mit (Ex 32,15-20 EU).

Durch die Anbetung des Kalbes brachen die Israeliten den feierlichen Bund, den sie mit Gott geschlossen hatten. Das mag Moses veranlasst haben, sein Zelt (das „Zelt der Zusammenkunft“) aus dem Lager der Israeliten zu entfernen, da Gott ihnen ihre Sünde noch nicht vergeben hatte und daher nicht mehr in ihrer Mitte war. Vielleicht um zu verhindern, dass Israeliten das Zelt der Zusammenkunft in ihrem unreinen Zustand betraten, blieb Josua jeweils dort, wenn Moses in das Lager Israels zurückkehrte (Ex 33,7-11 EU; 34,9).

Als Moses später wegen des Murrens des Volkes seine Last als zu schwer empfand, forderte Gott ihn auf, 70 ältere Männer auszuwählen, die ihm beistehen sollten. Diese älteren Männer sollten sich dann zum Zelt der Zusammenkunft begeben. Zwei von ihnen, Eldad und Medad, blieben jedoch im Lager. Als Gottes Geist auf den 68 beim Zelt der Zusammenkunft Versammelten wirksam wurde, begannen sich Eldad und Medad im Lager ebenfalls wie Propheten zu verhalten. Moses wurde sofort davon unterrichtet. Josua, der glaubte, für seinen Herrn eifern zu müssen, sagte zu Moses, er solle ihnen Einhalt gebieten. Da Eldad und Medad den Geist offenbar ohne Moses’ Vermittlung erhalten hatten, dachte Josua vielleicht, die Autorität seines Herrn könnte dadurch beeinträchtigt werden. Moses wies Josua jedoch zurecht, indem er sagte: „Ich wünschte, dass alle von Gottes Volk Propheten wären, denn Gott würde seinen Geist auf sie legen“ (Num 11,10-29 EU; vgl. Mk 9,38f EU).

Einige Zeit danach lagerten die Israeliten in der Wildnis Paran. Von dort sandte Moses zwölf Männer aus, um das Land der Verheißung auszukundschaften, und einer von ihnen war Josua (Hoschea). Als sie nach 40 Tagen zurückkehrten, brachten nur Josua und Kaleb einen guten Bericht. Die anderen zehn Kundschafter entmutigten das Volk, indem sie behaupteten, es bestehe nicht die geringste Hoffnung, dass Israel die starken Bewohner Kanaans besiegen könne. Daraufhin entstand im Lager ein rebellisches Murren. Da zerrissen Josua und Kaleb ihre Kleider und versuchten, die Befürchtungen des Volkes zu zerstreuen, während sie es gleichzeitig ernstlich ermahnten, nicht zu rebellieren. Doch ihre mutigen Worte, die volles Vertrauen in Gottes Fähigkeit, sein Wort zu erfüllen, erkennen ließen, waren in den Wind geredet. Ja, „die ganze Gemeinde sprach davon, sie mit Steinen zu bewerfen“ (Num 13,2f EU; 13,8 EU; 13,16 EU; 13,25 EU bis 14,10).

Wegen ihrer Auflehnung wurden die Israeliten von Gott dazu verurteilt, 40 Jahre in der Wildnis umherzuwandern, bis alle eingeschriebenen Männlichen (mit Ausnahme der Leviten, die nicht wie die anderen Israeliten zum Heeresdienst eingeschrieben wurden [Num 1,2f; 1,47]), vom Zwanzigjährigen aufwärts, gestorben wären. Von den eingeschriebenen Männlichen sollten nur Josua und Kaleb in das Land der Verheißung hineingehen, während die zehn untreuen Kundschafter an einer von Gott kommenden Plage sterben sollten (Num 14,27-38 EU; vgl. Num 26,65 EU; 32,11f EU).

Da Moses und Aaron gegen Ende der Wanderung durch die Wildnis versäumten, Gott zu heiligen, als er Israel bei Kadesch durch ein Wunder mit Wasser versorgte, durften auch sie nicht in das Land der Verheißung einziehen (Num 20,1-13). Gott wies Moses daher an, Josua zu seinem Nachfolger zu ernennen. Vor dem neuen Hohenpriester, Aarons Sohn Eleasar, und vor der ganzen Gemeinde Israel legte Moses seine Hände auf Josua. Obwohl Josua zu Moses’ Nachfolger bestimmt wurde, sollte er Gott nicht wie Moses „von Angesicht zu Angesicht“ kennen. Auch wurde auf ihn nicht die ganze Würde, die Moses besaß, übertragen, sondern nur so viel, wie nötig war, damit das Volk ihn respektierte. Statt sich wie Moses mit Gott direkt verständigen zu können, musste sich Josua an den Hohenpriester wenden, dem die Urim und die Tummim anvertraut worden waren, durch die Gottes Wille ermittelt werden konnte (Num 27,18-23; Dtn 1,37f; 31,3; 34,9f).

Unter Gottes Leitung ermutigte Moses Josua und gab ihm bestimmte Richtlinien, die ihm helfen sollten, seine Aufgabe treu zu erfüllen (Dtn 3,21f; 3,28; 31,7f). Als schließlich die Zeit seines Todes nahte, musste er sich zusammen mit Josua in das Zelt der Zusammenkunft begeben. Dann setzte Gott Josua in sein Amt ein und bestätigte so die frühere Ernennung, die Moses durch Handauflegung vorgenommen hatte (Dtn 31,14f; 31,23). Danach war Josua auch daran beteiligt, das Lied, zu dem Moses inspiriert wurde, niederzuschreiben und es die Israeliten zu lehren (Dtn 31,19; 32,44). [...]

Nach Moses’ Tod bereitete Josua den Einzug in das Land der Verheißung vor. Er sandte Beamte aus, die die Israeliten anweisen sollten, sich bereit zu machen, um nach drei Tagen über den Jordan zu ziehen. Die Gaditer, Rubeniter und den halben Stamm Manasse erinnerte er an ihre Verpflichtung, sich an der Eroberung des Landes zu beteiligen. Ferner sandte er zwei Männer aus, die Jericho und seine Umgebung auskundschaften sollten (Jos 1,1 EU bis 2,1).

Nach der Rückkehr der beiden Kundschafter zogen die Israeliten von Schittim weg und lagerten in der Nähe des Jordan. Am nächsten Tag staute Gott durch ein Wunder den Jordan, so dass das Volk auf trockenem Boden hinüberziehen konnte. Zur Erinnerung an dieses Ereignis richtete Josua zwölf Steine mitten im Flussbett auf und zwölf Steine bei Gilgal, Israels erstem Lagerplatz westlich des Jordan. Er machte auch Messer aus Feuerstein, um alle männlichen Israeliten, die in der Wildnis geboren worden waren, zu beschneiden. Etwa vier Tage später hatten sie sich dann so weit erholt, dass sie das Passah feiern konnten (Jos 2,23 EU bis 5,11).

In der Nähe von Jericho begegnete Josua danach ein Engelfürst, der ihm sagte, wie bei der Einnahme dieser Stadt vorgegangen werden sollte. Josua befolgte diese Anweisungen und ließ das Volk sechs Tage lang einmal täglich ruhig um die Stadt ziehen. Am siebten Tag aber zogen sie siebenmal um die Stadt herum. Beim siebten Mal stießen sieben Priester in die Widderposaunen und das Volk erhob ein Krieggeschrei, woraufhin die Mauern einstürzten und Jericho vernichtet wurde. Danach sprach Josua einen prophetischen Fluch über denjenigen aus, der es wieder aufbauen würde. Dieser Fluch erfüllte sich über 500 Jahre später (Jos 5,13 EU bis 6,26; 1 Kön 16,34 EU). Als nächstes zog Josua gegen Ai. Zuerst erlitt die etwa 3000 Mann starke Streitmacht Israels eine Niederlage, weil Gott ihr seine Hilfe vorenthalten hatte wegen Achan, der ungehorsamerweise etwas von der Beute Jerichos zur persönlichen Verwendung genommen hatte. Nachdem Achan und seine Hausgenossen wegen dieser Sünde gesteinigt worden waren, legte Josua einen Hinterhalt gegen Ai und machte die Stadt zu einem Schutthügel (Jos 7,1 bis 8,29).

Damals begab sich die ganze Gemeinde Israel, Frauen, Kinder und ansässige Fremdlinge, zum Berg Ebal. Dort baute Josua dann gemäß den Anweisungen des Gesetzes einen Altar. Während die Hälfte der Gemeinde vor dem Berg Gerisim und die andere Hälfte vor dem Berg Ebal stand, las ihnen Josua „alle Worte des Gesetzes vor, den Segen und den Fluch“. „Es fand sich kein Wort von allem, was Moses geboten hatte, das Josua nicht vorlas“ (Jos 8,30-35 EU).

Nachdem sie ins Lager nach Gilgal zurückgekehrt waren, kamen Boten der Gibeoniter zu Josua und den Vorstehern Israels. Die Gibeoniter, die erkannt hatten, dass Gott für die Israeliten kämpfte, erreichten durch eine List, dass Josua mit ihnen einen Friedensbund schloss. Als jedoch der wahre Sachverhalt ans Licht kam, machte Josua sie zu Sklaven. Die Nachricht von dem Vorgehen der Gibeoniter kam auch Adoni-Zedek, dem König von Jerusalem, zu Ohren. Daraufhin unternahmen er und vier andere kanaanitische Könige eine Strafexpedition gegen sie. Auf die dringende Bitte der Gibeoniter um Hilfe zog Josua in einem Nachtmarsch von Gilgal hinauf. Gott kämpfte dann für Israel zur Verteidigung der Gibeoniter, wodurch er zeigte, dass er den Bund, der früher mit ihnen geschlossen worden war, nicht missbilligte. Durch ein übernatürliches Hagelwetter erlitten die feindlichen Streitkräfte größere Verluste als durch die Kriegshandlungen selbst. JHWH hörte sogar auf Josuas Stimme, indem er für die Dauer der Schlacht die Tagesstunden verlängerte (Jos 9,3 EU bis 10,14).

Josua vollendete diesen ihm von Gott verliehenen Sieg, indem er Makkeda, Libna, Lachisch, Eglon, Hebron und Debir einnahm und so die Macht der Kanaaniter im südlichen Teil des Landes brach. Danach versammelten die Könige des nördlichen Kanaan ihre Streitkräfte unter der Führung Jabins, des Königs von Hazor, an den Wassern von Merom, um gegen Israel zu kämpfen. Obwohl sich Josua einer Menge von Pferden und Wagen gegenübersah, sollte er sich, wie Gott zu ihm sagte, nicht fürchten. Auch dieses Mal verhalf Gott den Israeliten zum Sieg. Gemäß den Anweisungen durchschnitt Josua den Pferden der Feinde die Sehnen, und ihre Wagen verbrannte er. Hazor selbst zerstörte er durch Feuer (Jos 10,16 EU bis 11,23). Im Verlauf von ungefähr sechs Jahren (vgl. Num 10 EU;11 EU; 13,2; 13,6; 14,34-38; Jos 14,6-10) besiegte Josua somit 31 Könige und unterwarf große Teile des Landes der Verheißung (Jos 12,7-24 EU; Karte, Bd. 1, S. 737).

Dann kam die Zeit für die Verteilung des Landes an die einzelnen Stämme. Anfänglich geschah dies von Gilgal aus unter der Aufsicht Josuas, Eleasars, des Hohenpriesters, und zehn anderer von Gott bestimmter Vertreter (Jos 13,7 EU; 14,1f EU; 14,6 EU; Num 34,17-29 EU). Nachdem die Stiftshütte in Silo aufgestellt worden war, wurde die Landverteilung durch Lose von dort aus fortgesetzt (Jos 18,1 EU, 18,8-10 EU). Josua selbst erhielt die in der Berggegend von Ephraim gelegene Stadt Timnath-Serach (Jos 19,49-50 EU).

Kurz vor seinem Tod rief Josua die älteren Männer, die Häupter, die Richter und die Beamten Israels zusammen, ermahnte sie, Gott treu zu dienen, und warnte sie vor den Folgen des Ungehorsams (Jos 23,1-16). Er rief auch die ganze Versammlung Israels zusammen, gab ihr einen Überblick über Gottes Verfahrensweise mit ihren Vorvätern und der Nation in der Vergangenheit und rief sie dann auf, Gott zu dienen, indem er sagte: „Wenn es euch aber nicht gefällt, dem Herrn zu dienen, dann entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stroms dienten, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“ (Jos 24,1-15 EU). Danach erneuerten die Israeliten den Bund, durch den sie sich verpflichtet hatten, Gott zu gehorchen (Jos 24,16-28 EU).

Im Alter von 110 Jahren starb Josua, und man begrub ihn in Timnath-Serach. Seine unerschütterliche Loyalität gegenüber dem Herrn wirkte sich günstig aus, was sich darin zeigte, dass „...das Volk . . . dem Herrn unablässig [diente] solange Josua lebte und so lange die Ältesten am Leben waren, die Josua überlebten...“ (Jos 24,29-31 EU; Ri 2,7-9 EU).
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Nivardus, Erzbischof von Rheims
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Nivardus (Nivo), Ep. Conf., (1. Sept., al. 7. Febr.) Dieser Heilige war Erzbischof von Rheims. Von hoher Abkunft wurde er am Hofe des Königs Chlodwig II. erzogen. Eine Zierde Frankreichs in jeder Beziehung wurde er als Nachfolger Lando's Erzbischof von Rheims, um d.J. 649. Mit eben so vielem Eifer als großer Umsicht war er darauf bedacht, seine Kirche in zeitlicher wie in geistlicher Hinsicht, namentlich in Disciplin und Frömmigkeit emporzubringen. Da der Heilige den Wunsch nährte, ein Kloster zu erbauen, erhielt er in der Gegend von Epernay zugleich mit dem Abte Bercharius im Schlafe ein himmlisches Gesicht, in Folge dessen er das Kloster zu Hautvilliers (mon. Altumvillare) gründete. Reich an Verdiensten und von glühendem Verlangen nach der ewigen Seligkeit erfüllt, starb er heilig um's J. 673 oder (Febr. I. 837) 678 und wurde, wie er gewünscht, in der Klosterkirche zu Hautvilliers beigesetzt. (I. 267.)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Regulus, Bischof, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Regulus, Ep. M. (1. Sept.). Dieser hl. Bischof war unter den 220 Bischöfen, welche wegen der unter dem König Thrasimund von den Arianischen Vandalen gegen die Katholiken erregten Verfolgung gezwungen waren, ihre Sitze zu verlassen und nach Italien zu fliehen. Seine Gefährten waren Cerbonius und Felix. Der Heilige stieg etwa im heutigen Porto Baratto, in dessen Nähe ehemals die Stadt Populonia lag, ans Land, und lebte einige Zeit in einer Einöde, bis der Ruf seiner Heiligkeit zu Totila, dem König der Gothen gelangte, welcher den Heiligen zu sich führen ließ. Als er sich dessen weigerte, schlugen ihm die Schergen das Haupt ab. Da man ihm deßhalb auf Abbildungen sein blutendes Haupt in die Hände gab, entstand auch von ihm die Sage, er habe es den oben genannten zwei Bischöfen, denen ein Engel über ihn Nachricht gegeben, entgegengetragen. Unter vielen Thränen bestatteten sie ihn. Neben dieser Legende bestand nach einem über einer Thüre der St. Martins-(Metropolitan.) Kirche zu Lucca befindlichen Gemälde noch eine andere Version, die mehr Glauben verdient. Der Heilige befindet sich dort in der Disputation mit den Arianern, welchen er sein orthodoxes Glaubensbekenntniß entgegenhält. Diese Glaubenstreue und das Bekenntniß der Gottheit Jesu war also die Ursache seines Martyrthums. Ebendeßhalb ist der ihm geweihte Altar auch nach dem heiligen Martyrer Sebastian benannt. Die erste ihm zu Ehren erbaute Kirche war jene von Sarzana, dem vormaligen etrurischen Luna. In dieser verblieb der Leib des Heiligen, bis ihn der Bischof Johannes v. Lucca, ungefähr i. J. 788 nach Lucca in die Kirche des hl. Martinus, die von jetzt angefangen den Namen St. Martin und Regulus (vgl. Jan II. 922) erhielt, übertragen ließ. Hier findet er sich auf einem Basrelief vor den Schergen knieend, zu seinen Füßen die Mitra, dargestellt. Der Tod des hl. Regulus mag sich um d. J. 540 ereignet haben. Das Mart. Rom. nennt ihn nicht Bischof, sondern Martyrer, der von Afrika kommend zu Populonia in Toscana unter Totila das Marterthum vollendete. (I. 223–240.)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Ruth
Wikipedia hat geschrieben:Das Buch Rut bzw. Ruth ist ein Buch des jüdischen Tanach bzw. des christlichen Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in vier Kapitel unterteilt. Das Buch Rut umfasst als eine Novelle in der hebräischen Bibel insgesamt 85 Verse. In der Überlieferung wird es als Anhang des Buches der Richter betrachtet und demzufolge vor den Büchern Samuels eingeordnet. Das „Fremdvölkermotiv“ (Rut, die Moabiterin) lässt jedoch viele Ausleger eine Abfassungszeit in nachexilischer Zeit vermuten (nicht vor der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr.). Im Judentum zählt das Buch Rut zu den fünf Megillot, den Festrollen, und wird in der Festtagsliturgie des jüdischen Wochenfestes gelesen. Das Buch handelt um ca 1000 v. Chr., zur Zeit der Richter in Israel. Obed, der Sohn Ruts, ist der Großvater Davids.

Das Buch Rut erzählt vom Schicksal einer jüdischen Familie, die einer Hungersnot wegen aus Bethlehem in Juda ins benachbarte Moab auswandern muss. Noomi (eine der Hauptgestalten der Novelle) und Elimelech ziehen mit ihren beiden Söhnen Machlon und Kiljon in die Fremde, wo bald danach Elimelech stirbt. Die Söhne heiraten zwei moabitische Frauen, Rut und Orpa. Nachdem auch die Söhne gestorben sind, bleibt Noomi als verwitwete Frau mit ihren nun ebenfalls verwitweten Schwiegertöchtern allein zurück.

Orpa bleibt daraufhin in Moab, Rut jedoch besteht darauf, mit ihrer Schwiegermutter nach Israel zu ziehen, obwohl sie dort als Moabiterin mit Zurückweisung zu rechnen hat.

In Israel arbeitet Rut als Ährenleserin bei Boas, einem Verwandten von Noomi. Boas bemerkt Rut, erkennt ihr außergewöhnliches Engagement für ihre Familie an (2,11ff.) und begünstigt sie. Daraufhin bekommt Rut von Noomi den Rat, sich nachts nach der Feldarbeit zu Boas zu legen. Boas verspricht Rut, sie zu heiraten. Es gibt jedoch noch einen anderen Verwandten, der gemäß dem Leviratsgesetz ebenfalls das Recht und die Pflicht hat, Rut zu heiraten. Da dieser ablehnt, löst Boas Rut aus und nimmt sie zur Frau. Rut gebiert ihm einen Sohn, den Obed, den Vater Isais und Großvater Davids. Rut ist somit auch mit Jesus verwandt.(vgl. Stammbaum Jesu bei Matthäus 1,5 EU und Lukas 3,32 EU)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Verena, Jungfrau
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Verena, V. (1. Sept.). Die heil. Jungfrau Verena steht in der ganzen Schweiz, besonders aber zu Zurzach am Rhein und in der Stadt Solothurn an der Aar, in Verehrung. Bei letzterm Orte hat sie längere Zeit als Einsiedlerin gelebt, und zu Zurzach ist sie gestorben. Heute noch ist unweit von Solothurn die in Felsen gehauene, in eine Kapelle umgewandelte Höhle zu sehen, welche sie bewohnt hat. Ihre Heimat ist Aegypten. Der hl. Bischof Charämon (von Nilus?) hat sie getauft und erzogen. Als die Thebäische Legion nach Gallien gerufen wurde, um die Bagauden zu bekämpfen (vgl. S. Mauritius), folgte sie derselben bis nach Mailand, wo sie bei dem hl. Manne Maximus Wohnung nahm. Als daselbst die Nachricht von der Niedermetzelung der Thebäischen Legion eintraf, bei welcher sich auch der hl. Victor, ihr Bräutigam, befunden hatte, kam sie nach Agaunum, und küßte den Boden, auf welchem die christlichen Helden ihr Blut vergossen hatten. Doch durfte sie hier nicht bleiben, und verfolgte daher weiter die Spur der Reste der Thebäischen Legion. So kam sie nach Solothurn, wo sie anfänglich bei einem heiligmäßigen Thebäer, welcher dem Blutbade entronnen war, wohnte. Zu gewissen Zeiten verschloß sie sich zur Abtödtung in die oben erwähnte enge Höhle, in deren Nähe eine schon bejahrte Christin wohnte. Sie beschäftigte sich hier mit Beten, Fasten und frommer Lesung (besonders in St. Cyprians Buch von der Jungfrauschaft). Noch jetzt liegt in dem Walde unfern davon der sog. Teufelsstein, ein erratischer Block, den der Teufel einmal aus Zorn der Heiligen nachwerfen wollte. Die Bevölkerung der Stadt und ihrer Umgebung, namentlich die hier angesiedelten Alemannen, waren großentheils noch heidnisch. Als auf das Gebet der Heiligen mancherlei Wunder geschahen, wurde sie immer mehr bekannt und beliebt. Manche Alemannen bekehrten sich, und wurden von einem italienischen Priester, der hier in der Verbannung lebte, getauft. Da ließ sie der römische Tyrann gefangen nehmen. Im Gefängnisse sah sie einen Jüngling in hellem Lichtglanze vor sich stehen, welcher sie tröstete und aufmunterte. Es war der hl. Mauritius. Noch in derselben Nacht erkrankte der Statthalter an einem heftigen Fieber; er ließ die Gefangene zu sie anbete, für ihn um Hilfe anzurufen. Sie that es, und das Fieber verließ ihn. Darauf setzte er sie in Freiheit. Doch wollte sie nicht länger in Solothurn bleiben, sondern ging zu Schiff bis an den Ort, welcher von dem Zusammenflusse der Aar, Limmat und Reuß Confluentia, jetzt Coblenz, genannt wurde, wo sie an's Land stieg. Hier bewohnte sie längere Zeit eine Zelle, welche später von ihr den Namen Verenazelle erhalten hat, wo sie einige Jahre verweilte. Von da siedelte sie nach Zurzach über, wo mehrere christliche Familien wohnten, und sammelte eine Anzahl Jungfrauen, mit welchen sie ein gottgeweihtes Leben führte. Sie lebten in großer Armuth. Als sie einmal besonders großen Mangel an Lebensmitteln litten, wurden sie gewahr, daß vierzig Säcke des besten Mehles vor ihrer Thüre standen, ohne daß sie wußten, wer sie gebracht habe. Die Biographie erwähnt außerdem noch ihre und ihrer Mitschwestern große Liebe und Andacht zu der heil. Mutter Gottes. Sie starb in hohem Alter unter herzlichen Ermahnungen an ihre Jungfrauen noch in der zweiten Hälfte des 4. Jahrh. In Zurzach bewahrte die Weihegasse das Andenken an ihre Liebeswerke; die dortigen Kirchengenossen hießen die Familie der hl. Verena Dieß sind die ältesten glaubwürdigen Nachrichten über ihren Lebensgang und ihr Ende. Es läßt sich an denselben mit Fug und Recht nichts bemängeln. Die Orte, in welche die hl. Verena auf ihrem Wege kam, sind sämmtlich, Zurzach (Tenedo) miteingeschlossen, altrömische Orte. Es ist ferner nachgewiesen (Friedr., K.-G. Deutschl. I. 135), daß ägyptische Frauen mit den Thebäern sogar nach Cöln kamen; was hindert also, daß unsere Heilige nach Solothurn und Zurzach gelangte? Weiterhin stimmt die Angabe, daß die Alemannen um jene Zeit im römischen Gebiete bereits seßhaft, aber noch heidnisch waren, mit den sonstigengeschichtlichen Angaben genau überein. Eine absichtliche Verquickung mit der christlichen Tradition der Stadt Solothurn kann, wie bei Lütolf gut bemerkt ist, schon deßhalb nicht angenommen werden, weil sonst nicht der hl. Victor, sondern der zu Solothurn verehrte heil. Ursus in die Legende verflochten worden wäre. Wie zu Solothurn an den zeitweiligen Aufenthalt, so hat man zu Zurzach an ihr Grab beständig geglaubt, und dasselbe seit den ältesten Zeiten in Ehren gehalten. Schon vor dem 10. Jahrh. stand über demselben eine Kirche, denn im 9. Jahrh. ist das St. Verena-Frauenkloster zu Zurzach urkundlich beglaubiget. Das Martyrol. von Wandelbert aus derselben Zeit enthält bereits ihren Namen. Der Benedictiner Notker von St. Gallen hat die über sie vorhandenen Nachrichten gleichfalls schon im 10. Jahrh. gesammelt, (der Verf. starb im J. 912), und ist im Obigen sein Bericht (nach Lütolf, Gl.-B. S. 183 ff.) auszüglich von uns wiedergegeben. Außerdem erwähnt ein Einsiedler-Codex des 10. Jahrh. der Kirchweihe St. Verena in Stäfen (Steveia), im Canton Zürich, was zugleich auf eine weitere Verbreitung des Cultus der Heiligen für jene Zeit hinweist. Wie lange das Frauenstift zu Zurzach schon bestand, als Carl der Dicke im J. 881 dasselbe seiner Gemahlin Richardis zum Nießgebrauch verlieh, ist noch unermittelt. Im J. 1279 wurde dasselbe in ein Chorherrenstift umgewandelt. Das Haus, in welchem die Heiligen an den Kranken und Siechen ihre Liebesdienste übte, ist den spätern lebenden Geschlechtern in theuerem Andenken geblieben. Erst die kirchenfeindlichen Barbaren der neuesten Zeit haben auch diese heilige Stätte der Verödung preisgegeben, und das nahezu 400 Jahre bestehende Stift aufgehoben. Viele, besonders ältere Kalendarien und Breviere nennen sie Martyrin, die spätern bezeichnen sie regelmäßig als Jungfrau. Unter ihren Wundern wollen wir nur hervorheben, daß, als einmal bei einer Ueberschwemmung ihre Reliquien zu dem immer höher steigenden Wasser getragen wurden, der Rhein plötzlich zurückging (Pertz, mon. scr. IV. 459). Unter Erzherzog Rudolph IV. von Oesterreich hat eine Uebertragung der. hl. Reliquien in die neue St. Stephanskirche in Wien stattgefunden. Da sie vielfach als Stifterin und erste Abtissin des Klosters zu Zurzach betrachtet wird, wird sie öfters als Nonne abgebildet. Jene Abbildungen aber, welche sie mit einer Dornenkrone auf dem Haupte darstellen, verwechseln sie mit Veronica. Die ihr mit Recht beigegebene Kanne ist keine Gießkanne (Hack, S. 361), sondern eine Wasser- oder Weinkanne, welche sie zu ihren Werken der Barmherzigkeit bedurfte. Auch findet sie sich abgebildet, wie ihr im Sterben die hl. Mutter Gottes erscheint. (I. 157–175.)
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

01. September: Hl. Victorius, Bischof von Le Mans
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Victorius (Victurius), Ep. Conf. (1. Sept.). Dieser heil. Bischof von Le Mans leitete dieses Bisthum 41 Jahre und 6 Monate. Er wurde vom heiligen Martinus von Tours zum Priester geweiht, nachdem er im dortigen Kloster sich für dieses Amt durch das Studium der Wissenschaften und vieljährige fromme Uebungen vorbereitet hatte. Nach dem Ableben des heil. Victor, welchen einige Legendenschreiber für seinen leiblichen Vater ausgeben, wurde er dessen Nachfolger. Eine Feuersbrunst, welche die Stadt gänzlich einzuäschern drohte, löschte er durch sein vertrauensvolles Gebet. Ebenso wird ihm die Erweiterung der Domkirche in Le Mans zugeschrieben. An seinem Grabe ereigneten sich zahlreiche Wunder. Er steht auch im Mart. Rom. Die Gall. chr. setzt sein Hinscheiden ins J. 490.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

Benutzeravatar
Protasius
Moderator
Beiträge: 7171
Registriert: Samstag 19. Juni 2010, 19:13

Re: Heilige des Tages

Beitrag von Protasius »

Zum Heiligen Hosea gehört aber doch nicht das Buch Josua, sondern das Buch Hosea/Osee :hae?:
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

Protasius hat geschrieben:Zum Heiligen Hosea gehört aber doch nicht das Buch Josua, sondern das Buch Hosea/Osee :hae?:
Gemeint ist Josua, der Nachfolger des Mose, nicht der Prophet. Der Text ist also der richtige. Im Ökumenischen Heiligenlexikon stand der als "Josua (Hosea)" (warum auch immer :hmm:), da habe ich wohl versehentlich den falschen Namen kopiert. Ich ändere es.

Nachtrag: Laut einer Google-Suche war Hosea wohl ursprünglich der Name des Josua. Erst Mose hat ihn Josua oder Joshua genannt. :achselzuck: Steht auch in dem Wikipedia-Text:
Sein ursprünglicher Name war Hoschea, doch Moses nannte ihn Jehoschua (Num 13,8 EU; Num 13,16 EU).
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

02. September: Hl. Antoninus, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Antoninus, M. (2. Sept.) Der hl. Antonin, ein Martyrer zu Apamea in Syrien, wurde von den Heiden, weil er ihre Götter im wahren Lichte darstellte, zerrissen und in einen Fluß geworfen. Wunderbarer Weise aber vereinigten sich die Glieder im Wasser wieder zu einem Ganzen und auch das Blut ward erhalten. Als die Christen herbeieilten, den Leichnam zu begraben, konnten sie ihn nicht vom Platze bringen, bis zwei fromme Frauenspersonen herbeikamen und ihn zu Grabe trugen. [...]
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

02. September: Hl. Justus, Bischof von Lyon, Einsiedler
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Justus, (2. Sept.), Bischof von Lyon und später Einsiedler in Aegypten, wurde geboren in oder bei Vienne in Frankreich und zwar, wie Einige angeben, als der Sohn eines Grafen von Anjou (Andegavum), wahrscheinlich zur Zeit des hl. Bischofs Paschasius von Vienne, der um das J. 313 starb. Von dessen Nachfolger Claudius um das J. 336 zum Diakon geweiht, wurde er um das J. 350 Bischof von Lyon, welche Kirche er mit so großer Sittenreinheit, Bescheidenheit, Liebe und Geduld, mit so vieler Sorgfalt für die Armen und genauer Beobachtung der göttlichen Gebote regierte, daß er auch die ausgezeichnetsten Priester an Tugenden übertraf. Im J. 374 wohnte er dem Concilium von Valence bei und im J. 381, als Abgeordneter von Frankreich, dem von Aquileja, wo er als einer der Ersten den Arianischen Bischof Palladius verurtheilte und auf die deßfallfige Frage des hl. Ambrosius ausdrücklich erklärte: »Wer nicht bekennt, daß der Sohn Gottes gleich ewig sei wie der Vater, der sei im Bann.« Nachdem er so die Kirche von Lyon viele Jahre regiert hatte, veranlaßte ihn ein trauriges Ereigniß, dieselbe zu verlassen. Einst hatte nämlich ein Rasender, der auf der Straße mehrere Leute verwundet hatte, vor seinen Verfolgern in die Kirche sich geflüchtet und dort Schutz beim hl. Bischofe gesucht. Justus gewährte ihm diesen, bis die Menge drohte, sie würde, wenn man den Verbrecher nicht auslieferte, die Kirche in Brand stecken. Da nun der Anführer der empörten Menge feierlich versprach, man würde dem Wahnsinnigen kein Leid thun, sondern ihn nur in sichere Verwahrung bringen, schickte der Heilige den Schuldigen aus der Kirche hinaus. Allein die aufgereizte Menge hielt nicht Wort, sondern tödtete den Unglücklichen. Hierüber machte sich nun der hl. Justus große Vorwürfe, als wenn er am Tode des armen Menschen Schuld wäre, und beschloß, sein bischöfliches Amt aufzugeben und sich in eine Einöde zurückzuziehen. Er nahm Niemanden mit sich als den jungen Viator, einen Lector seiner Kirche, der zwischen Arles und Marseille sich ihm freiwillig anschloß. Mit diesem begab er sich nach Marseille, wo er sogleich ein Schiff bestieg und nach Aegypten fuhr. Dort in der Wüste verbarg er aber seinen Stand und Namen, und betrug sich so demüthig, als wäre er nicht nur unter den Priestern, sondern auch unter den Laien der Geringste, bis einst bei einer großen Zusammenkunft von Mönchen er von einem Fremden erkannt wurde, der vor ihm auf die Knie niederfiel. Alle Anwesenden staunten und fragten, was dieses bedeute? Und der Fremde antwortete: »Dieses ist der hl. Bischof Justus.« Alle bewunderten die tiefe Demuth des Heiligen und suchten ihre frühere Geringschätzung durch Ehrenbezeugungen gut zu machen. Justus nahm an allen Uebungen und Kasteiungen der Einsiedler Theil und betete ununterbrochen für die von ihm verlassene Heerde von Lyon. Während seines Aufenthaltes in der Wüste hatte sich der hl. Antiochus, früher Priester und seit der Entfernung des hl. Justus Bischof von Lyon, auf die Reise begeben, um seinen Bischof aufzusuchen. Justus soll die Ankunft desselben vorausgesagt und an jedem Tage angegeben haben, wo sein lieber Antiochus sich aufhalte. – Als er einige Jahre ein so engelreines Leben in der Wüste geführt hatte, und sein Ende nahte, sprach er noch zu dem betrübten und weinenden Viator: »Sei nicht traurig, du bist nicht verlassen; denn bald wirst du mir folgen.« Diese Vorhersagung ward durch einen baldigen Tod des heil. Jünglings erfüllt. Der hl. Justus starb um das J. 390, und zwar nach den meisten Hagiologen am 14. Oct., während der heil. Viatoram 21. Oct. gestorben seyn soll. Auch nach dem Mart. Rom. starb er am 14. Oct. Später wurden die Leiber der beiden Heiligen von einigen frommen Lyoner Bürgern aus Aegypten nach Lyon gebracht, wahrscheinlich noch vor dem Ende des 4. Jahrhunderts. Man glaubt, daß der Leib des hl. Justus am 4. Aug. in Lyon angekommen sei; wenigstens wird an diesem Tage das Fest seiner Ankunft von einigen Hagiologen angegeben. Am 2. Sept. aber wurde derselbe in der Basilica der hhl. 7 Machabäer deponirt, und später am nämlichen Tage die Kirche ihm zu Ehren geweiht, weßwegen das Mart. Rom. ihn auch am 2. Sept. aufführt, an welchem Tage ihn auch die Bollandisten behandeln. Im J. 1287 wurden seine Reliquien untersucht und richtig befunden. In der bezeichneten Kirche, die in einer Vorstadt von Lyon sich befand, während später auch in der Stadt ihm zu Ehren eine gebaut wurde, blieb sein heil. Leib, bis sie im J. 1562 durch die Calvinisten von Grund aus zerstört wurde. Nur wenige Reliquien wurden gerettet, die an verschiedenen Orten verehrt werden. (I. 365–376).
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

02. September: Hl. Margarita, Jungfrau, Märtyrerin
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Margarita, V. M. (2. Sept.) Was von dieser hl. Margarita bekannt ist, danken wir zunächst dem berühmten Cäsarius von Heisterbach. Dieser erzählt, ein Bürger zu Löwen in Brabant, Namens Amandus, habe mit seiner eben so frommen Gattin den Entschluß gefaßt, nach beiderseitiger Einwilligung die Welt zu verlassen. Er war gesonnen, sich in das Cistercienser-Kloster Villers als Converse zu begeben. Sie hatten eine Verwandte bei sich, Namens Margareta, die mit Einfalt und Gottesfurcht ihren Bedürfnissen diente. Eines Abends kamen unbekannte Gäste ins Haus, welche von den gutmüthigen Hausleuten um Christi willen aufgenommen und bewirthet wurden. Margareta mußte fortgehen, um Wein zu holen. Unterdessen ermordeten die Fremden den Amandus und sein Weib, nahmen ihr Geld, und führten die Margareta, als sie mit dem Wein nach Hause kam, als Gefangene in ein abgelegenes Haus vor der Stadt mit sich fort. Hier tödteten sie auch die Margareta, weil sie ihnen nicht zu Willen war, und warfen ihre Leiche in die Dyle, wo sie bald darauf von einigen Fischern aufgefunden und heimlich (damit sie nicht etwa für die Mörder gehalten würden) begraben wurde. Die Unthat geschah im J. 1225. So lautet die ungeschmückte Geschichte, welche später durch die Sage mit wundervollen Zuthaten reich ausgestattet wurde. Die ersten Erzähler setzten noch hinzu »wie man sagt« (ut fertur), die spätern traten ohne solche Bemerkung das hinterlassene Erbtheil an. Der Krug, in welchem die Heilige den Wein holte, wird zu Löwen als Reliquie aufbewahrt. Der Leichnam, fügte man hinzu, sei im Flusse nicht untergesunken, sondern stromaufwärts bis in die Stadt zurückgeschwommen. Hier wurde sie sogleich als Heilige verehrt, und noch vor hundert Jahren (1764) auf den Grund unvordenklicher Verehrung in der St. Peterskirche ein eigener Altar aus Marmor unter ihrer Anrufung errichtet. Eine wirkliche Canonisation von Seite des heiligen Stuhles ist nie erfolgt. (I. 582).
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

02. September: Hl. Nonnosus, Abt
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Nonnosus, Abb. (2. Sept., al. 19. Aug., 27. Jan., 12. Mai, 18. Nov.) Der hl. Nonnosus, zuerst Mönch, dann Abt des Klosters auf dem Berge Soracte in Etrurien, gab seinen Mitbrüdern das zweifache Beispiel des demüthigen Gehorsams unter einem strengen Obern, und des unbedingten, die Berge versetzenden Gottvertrauens. Von ihm berichtet nämlich der hl. Gregorius (dial. I. 7.), daß er durch sein Gebet einen ungeheuren Felsen von der Stelle bewegt habe. Dadurch ermöglichte er die Anlegung eines Gartens bei dem Kloster. Durch ein ähnliches Gebetswunder stellte er ein zerbrochenes Lampenglas wieder her. Nicht minder bewirkte er durch sein Gebet eine wunderbare Oelvermehrung. Sein Tod fällt ungefähr in's J. 560. Die Reliquien des hl. Abtes werden im Dom zu Freising verehrt. Papst Leo IX. schenkte sie nämlich dem Bischof Nitger von Freising. Nach dem großen Brande, welcher am 5. April 1159 den Dom einäscherte, wurden die hhl. Reliquien zum zweitenmal erhoben und im Beiseyn des Erzbischofs Eberhard von Salzburg in einem Steinsarge in der Krypta von Bischof Albert im J. 1161 beigesetzt. Nur einige heil. Gebeine wurden in der obern Sacristei aufbewahrt. Zu dem heil. Leibe legten sie unter ihrem Sigel eine bleierne Tafel nebst einem kleinen Goldstück. Allmählich erlosch aber die Erinnerung an diese Uebersetzung so sehr, daß man nicht einmal mehr wußte, wo die heil. Reliquien beigesetzt waren und warum man zu gewissen Zeiten an der Stelle und bei dem Altare, wo sich dieselben wirklich befanden, zwei brennende Kerzen aufzustellen pflegte. Aus dem J. 1661 haben wir die Nachricht, daß der Fürstbischof Albert Sigismund dem Cardinal Barberino für die Sylvesterkirche am Berge Soracte eine schöne Partikel übergab, wo dann im J. 1664 zu Ehren des Heiligen ein besonderer Altar errichtet wurde. Im J. 1708 am 27. Jan. fand man bei einem Umbau der Krypta die heil. Reliquien auf's Neue und hielt am 2. Sept. 1709 und die folgende Octave eine großartige Uebertragungsfeier. Acht infulirte Aebte des Benedictiner-Ordens trugen unter der Begleitung des Fürstbischofs Johannes Franciscus den kostbaren Schrein durch die festlich geschmückten Straßen in einer höchst feierlichen, mit lebenden Darstellungen und Sinnbildern aus dem Leben des Heiligen sinnreich ausgestatteten Procession. Jeden Tag war eine lange »Lob- und Ehren-Predigt« in Gegenwart einer zahllosen Volksmenge. (Vgl. »Freysingischer Alt und Neuer Gnaden-Schatz, das ist: Nonnosus, der große Wunderheilige Abt etc.,« wo sämmtliche acht Predigten mit einer Beschreibung der Erhebungsfeier abgedruckt sind.) Der Heilige wurde besonderer Patron des Domstifts Freising. Sein Fest wird alljährlich am 2. Sept. begangen. Die Oration steht durch seine Fürbitte um den Frieden und das Heil der Seele und des Leibes. Das Evangelium ist dasselbe wie am Feste des hl. Gregorius des Wunderthäters.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

02. August: Hl. Wolfsindis, Jungfrau, Märtyrerin
Wikipedia hat geschrieben:Wolfsindis von Reisbach ist eine regionale Heilige des Mittelalters in Niederbayern, die als Heilige Jungfrau und Märtyrerin verehrt wird. Die Verehrung reicht ins 7. oder 8. Jahrhundert zurück.

Der Legende nach soll Wolfsindis heimlich Christin geworden und vom heidnischen Vater erschlagen worden sein, worauf am Ort ihres Todes eine Quelle entsprang. Nach anderer Überlieferung soll sie als christliche Jungfrau von einem Verehrer an ein Pferd angebunden und zu Tode geschleift worden sein.

Die Heilige und ihr Grab wurden spätestens seit dem 8. Jahrhundert verehrt, als der bayerische Herzog Tassilo III. (748–788) um 753/772 Reisbach an das Kloster Wessobrunn schenkte. Am Ort fand 798/799 eine kirchliche Synode statt. Wolfsindis wird erstmals in einem Wessobrunner Nekrolog des 10. Jahrhunderts genannt. Weiter führen sie eine Urkunde des Regensburger Bischofs Heinrich I. (1132–1155) von 1139 sowie ein St. Galler Nekrolog des 12. Jahrhunderts auf. Seit 1753 wird der Festtag der Wolfsindis in Reisbach und im benachbarten Dirnaich begangen. [...]
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

03. September: Hl. Gregor der Große, Papst, Kirchenlehrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Gregorius Magnus, Papa I., Eccl. Doct. (12. al. 29. März, 11. Juli, 3. Sept.) Der hl. Gregor I., Papst und Kirchenlehrer, wegen seiner Thaten und Verdienste um die Kirche der Große genannt, wurde zu Rom gegen das J. 540 geboren. Sein Name. dessen Erklärung wir oben schon gegeben haben (S. Gregoria), ist in seiner Bedeutung der kurze Inhalt seines Lebens. Er wachte über sich und über Andere in heldenmüthiger Weise, weßhalb auch sein Biograph, der Diakon Johannes, daran erinnert, daß sein Name so viel als Vigilantius, d. h. einer der wachsam ist, bedeute. Sein Vater Gordianus, ein angesehener Senator, besaß große Güter, entsagte aber nach der Geburt seines Sohnes der Welt, trat in den geistlichen Stand und starb als Regionarius, d. h. als einer der sieben Cardinal-Diakone, denen die Sorge für die Armen etc. in bestimmten Stadtvierteln (Diakonien) anvertraut war. Seine Mutter war die wegen ihrer Frömmigkeit den Heiligen beigezählte Sylvia, welche sich ebenfalls dem Dienste Gottes widmete in einem kleinen Bethause bei dem Säulengange von St. Paul. (Butler III. 551). Schon in den Jahren seiner frühen Jugend, wo andere Jünglinge die Wege der Welt antreten, fing er an, nach Anleitung seiner Mutter, Gott in Andacht zu dienen und mit allen Kräften seiner Seele nach dem himmlischen Vaterlande zu verlangen. Dennoch wollte er eine Zeit lang in weltlicher Kleidung geistlich leben. Nachdem er die zu jener Zeit üblichen Studien gemacht hatte, wurde er – und zwar nach W. W. (K. L. IV. 678) jedenfalls vor dem J. 571 – von dem Kaiser Justinus II. als Prätor, d. i. als erste Magistratsperson von Nom aufgestellt, welches Amt er mit großer Gewandtheit und zur Zufriedenheit der Römer führte. Da er jedoch fühlte, wie sehr er durch diese Beschäftigungen vom Ewigen abgezogen und dem Irdischen zugewendet werde, faßte er den Entschluß, sich von der Welt ganz zurückzuziehen. Er verwendete daher nach dem Tode seines Vaters sein großes Vermögen zu Werken der Wohlthätigkeit; er beschenkte reichlich die Armen, gründete sechs Klöster in Sicilien, wo er am meisten begütert war, und ein siebentes in seiner eigenen Behausung zu Rom, in der Nähe der Kirche der hhl. Johannes und Paulus. In dieses zu Ehren des hl. Apostels Andreas gestiftete und nach der Regel des hl. Benedictus eingerichtete Kloster trat er dann um das J. 575 unter dem Abte Valentio (n. A. Hilarion) selbst als Mönch ein. Aus dieser Zeit seines klösterlichen Lebens ist besonders seine strenge Enthaltsamkeit zu erwähnen, die so groß war, daß er sich eine schwere Krankheit zuzog. Lange Zeit fiel er vor lauter Wachen, Beten und Strengheiten von einer Ohnmacht in die andere. Doch war er zufrieden und glücklich, da sich allmählig auf sein und des Mönches Eleutherius Gebet die frühere Kraft wieder einstellte. »Seinem frei gewordenen Geiste lag,« wie er selbst sagt, »alles Hinfällige zu Füßen, über alle veränderlichen Dinge war er erhaben; er dachte an nichts, als an die himmlischen Güter, und wiewohl vom Körper zurückgehalten, überschritt er doch die Marken des Fleisches in der Betrachtung; den Tod selbst, der beinahe Allen als eine Strafe erscheint, hatte er als den Eingang zum Leben und die Belohnung für seine Mühe lieb gewonnen.« (Prolog. Dialog.) Doch nicht lange durfte er dem beschaulichen Leben sich widmen; denn nach wenigen Jahren (um 577) wurde er von Papst Benedict I. zum siebenten Diakon oder Regionarius ernannt, wie auch sein Vater Gordianus ein solcher gewesen war. Wahrscheinlich war es um diese Zeit oder noch etwas später, daß er, durch den Anblick junger Engländer veranlaßt, den Gedanken der Bekehrung Englandes faßte. Wirklich hatte er sich in Begleitung einiger Mönche seines Klosters mit Zustimmung des Papstes bereits auf den Weg nach Britannien begeben; als aber seine Abreise in der Stadt bekannt wurde, entstand unter dem Volke so große Unruhe, daß der Papst ihn, der schon drei Tagereisen von Nom entfernt war, durch Eilboten wieder zurückrief. (Vgl. S. Augustinus). Unter dem Papst Pelagius II. erhielt der hl. Gregorius eine äußerst wichtige Sendung an den Hof von Constantinopel. Aber so wichtig auch die Geschäfte waren, die er hier zu versehen hatte, und obwohl er im Palaste des Kaisers wohnte, so unterließ er doch nichts von seinen gewohnten frommen Uebungen. Er hatte mehrere seiner Brüder bei sich, zu deren gemeinschaftlichem Gebete er seine Zuflucht nahm, um daran seine Seele festzuhalten wie das Schiff auf hoher See vom Anker gehalten wird. Uebrigens erreichte er vollkommen den Zweck seiner Gesandtschaft. Es gelang ihm, die zwischen dem Kaiser Tiberius und Pelagius II. bestehenden Schwierigkeiten auszugleichen. Auch gegen die Lombarden wurde ihm Hilfe zugesichert und gewährt. Hier machte der hl. Gregor die Bekanntschaft des hl. Bischofs Leander von Sevilla, auf dessen Bitte er auch seine Sittenlehren über Job schrieb. Der Patriarch Eutychius von Constantinopel, der hinsichtlich der Leiber der Seligen eine Zeit lang dem Irrthume gehuldigt hatte, daß dieselben so sein wie die Luft, mithin gar nicht mehr anzufühlen wären, wurde durch ihn zum Widerrufe bewogen. Der hl. Gregor stellte ihm nämlich die katholische Wahrheit entgegen: »daß unser zu jener Glorie der Unsterblichkeit erhöhte Leib allerdings durch die Wirkung der geistigen Macht überaus sein, aber vermöge der Wirklichkeit seiner Natur immer noch anfühlbar sei, ähnlich dem Leibe unsers Herrn nach seiner Auferstehung.« Die entgegenstehende Behauptung erklärte er als einen Auswuchs origenistischer Philosophie. Der Erfolg des hl. Gregor war so groß, daß Eutychius vollkommen von seinem Irrthume überzeugt wurde. Auf seinem Todbette sprach er öfter, mit dem Finger auf die Haut seiner Hand hindeutend oder auch dieselbe anfassend: »In diesem Fleische werde ich einst aufersehen.« (S. S. Eutychius). Gegen das J. 585 rief ihn Papst Pelagius II. nach Rom zurück. Er eilte zu seinen Brüdern in St. Andreas, und brachte ihnen von Constantnopel zwei kostbare Reliquien: den Arm des dt. Andreas und das Haupt des hl. Lucas. Bald nachher wurde er nach W. W. (K.-L. IV. 679) anstatt des Abtes Maximianus, welcher zum Bischofe von Syrakus erhoben wurde, von den Mönchen zum Abte von St. Andreas erwählt. Er war als solcher ein gütiger Vater, aber auch ein strenger Wächter der Zucht, wie aus Folgendem erhellt: Einer seiner Mönche, Namens Justus, hatte drei Goldstücke zusammengebracht und sorgfältig verborgen. Auf dem Sterbebette offenbarte er diese große Sünde gegen die heil. Armuth. Sogleich wurde verboten, den Kranken zu besuchen und bei ihm zu beten. Man schickte ihm nur einen Priester, der ihm beistand und ihn zur Buße ermahnte. Justus starb in lebhafter Zerknirschung. Dennoch ließ ihn der Abt zum warnenden Beispiele, nach dem Vorgange des hl. Makarius, mit den drei Goldstücken unter die Düngerstätte begraben. Da er aber als Büßer gestorben war, ließ der hl. Gregor für ihn die Gebete der Kirche verrichten und nach Verlauf eines Monats namentlich 30 Tage hinter einander das heil. Opfer feiern, worauf der Bruder einem der Mönche erschien und ihn der geschehenen Erlösung versicherte. Die sogenannten »Gregorianischen Messen«, die in spätern Jahrhunderten vom Aberglauben in der Art ausgebeutet wurden, daß dreißig nach dem Tode eines Verstorbenen gelesene Messen unfehlbar seine Seele in den Himmel bringen könnten, haben in diesem Ereignisse ihren Ursprung. Auch als Abt hörte übrigens der hl. Gregor nicht auf, das Vertrauen des Papstes zu genießen. In seinem Auftrage verfaßte er drei Sendschreiben an die Bischöfe Istriens und deren Patriarchen in Aquileia, um sie mit dem apostolischen Stuhle wieder zu versöhnen. Als Papst vollendete er dieses Werk, vorzüglich durch die kräftige Beihilfe des Befehlshabers von Istrien. Die freundliche Aufnahme, die er den Schismatikern gewährte, veranlaßte auch die Zurückgebliebenen, dem Beispiele der Zurückgekehrten zu folgen, so daß der hl. Gregor auch dieses Schisma sich in sich selbst auflösen sah. Nachdem Papst Pelagius II. im Anfange des Jahres 590 gestorben war, wurde der hl. Gregor von dem Senate, der Geistlichkeit und dem Volke einhellig zum Papste erwählt. In seiner Demuth sträubte er sich sehr, diese Würde anzunehmen und schrieb deßwegen an den Kaiser Mauritius, er möchte ihn nicht bestätigen. Auch den Patriarchen Johannes von Constantinopel bat er, in diesem Sinne beim Kaiser zu wirken. Als dieser jedoch erfuhr, wie einhellig die Wahl erfolgt sei, bestätigte er dieselbe freudig und befahl die Consecration des Gewählten. Als der hl. Gregor dieses erfuhr, flüchtete er sich verkleidet mit einigen Kaufleuten aus der Stadt und verbarg sich drei Tage in Gehölzen und Höhlen. Aber eine Lichtsäule, welche Gott über der Stelle, wo er verborgen war, erscheinen ließ, gab den Nachsuchenden dieselbe kund. Jetzt erst, da der Wille Gottes so unwidersprechlich sich geoffenbart hatte, ließ er sich nach Rom zurückbringen, wo er nun am 3. Sept. 590 in der St. Peterskirche feierlich zum Papste geweiht wurde. In der Zwischenzeit hatte der hl. Gregor zur Abwendung der Pest die sogenannte »siebenfache Litanei« (litania septiformis) eingeführt: die Gläubigen zogen, in sieben Chöre getheilt, betend und singend, aus sieben verschiedenen Kirchen, um in der Kirche Mariä der Größern zusammenzukommen. Der Heilige benützte diesen Anlaß zu ernstlichen und tief eingreifenden Ermahnungen an die Römer: »Bedenket, Brüder! (im Andenken an den Allen unvermuthet bevorstehenden plötzlichen Tod), wie dem seyn muß, der vor das Angesicht des strengen Richters kommt und nicht Gelegenheit hatte, zu beweinen, was er gethan!« Dann ladet er sie ein, zu der »siebenfachen Litanei« zu kommen. Keiner soll zu irdischen Geschäften aufs Land gehen, oder irgend etwas anderes unternehmen, sondern weil Alle miteinander gesündigt, sollen auch Alle in der Kirche der hl. Gottesgebärerin zusammenkommen, um ihre Uebelthaten zu beweinen. Noch während der Procession fielen nicht weniger als 80 Personen todt zusammen. Nichtsdestoweniger sprach ihnen der Heilige Muth und Vertrauen zu, und ermahnte sie, im Gebete nicht nachzulassen, bis durch die göttliche Erbarmung die Pest aufhören würde.. Es geht die Sage, daß man damals über dem Grabmale Hadrians einen Engel habe schweben sehen, der ein Schwert in die Scheide steckte, von welcher Erscheinung besagtes Gebäude den Namen »Engelsburg« erhalten habe. Sobald er den Stuhl des hl. Petrus bestiegen hatte, that er in einer Encyklika den Patriarchen und Bichösen des Erdkreises seine Erhebung kund. In diesem Sendschreiben sagt er unter Andern, man müsse die Beschlüsse der vier ersten allgemeinen Concilien wie die vier Evangelen ehren. Das vom Papste Symmachus eingeführte Pallium der Metropoliten behielt er zur Versinnlichung ihrer Einheit mit der römischen Kirche bei, ohne jedoch die hiefür in Uebung gekommenen Geschenke anzunehmen. Uebrigens erblickte er in der Erhabenheit seiner Stellung ein großes Unglück für seine Person. »Ich habe,« schrieb er an Theoktista, die Schwester des Kaisers, »alle Süßigkeiten der Ruhe verloren. Indem ich äußerlich hinaufzusteigen schien, bin ich innerlich und thatsächlich herabgefallen; ich hatte keinen andern Wunsch, als die Gebilde dieser Erde ganz aus meiner Seele zu entfernen, um mich allein der Betrachtung der himmlischen Güter hinzugeben; ich bildete mir ein, da ich auf dieser Erde nichts mehr hoffte und nichts mehr fürchtete, über alles Irdische erhaben zu seyn; aber ein plötzlicher Sturm hat mich auf einmal in Verwirrungen und Schrecknisse geworfen.« Die beste Nechtfertigung dieser Werte hat er übrigens in seinem Buche: »Von der Pflicht des Hirten« geliefert, das er seinem Freunde, dem Erzbischof Johannes von Ravenna, widmete. In seiner tiefen Demuth nannte er sich den »Diener der Diener Gettes« – ein Titel, der von seinen Nachfolgern beibehalten wurde. Die äußere Veranlassung hiezu war, daß um diese Zeit der Patriarch von Constantinopel sich den Titel eines »ökumenischen«, d. h. allgemeinen Patriarchen beigelegt hatte. Darüber schrieb der hl. Gregor unter Anderm folgende beherzigenswerthe Worte: »Es ist kein Zweifel, daß Petrus die Schlüssel des Himmelreichs empfangen hat. Ihm ward die Gewalt zu biden und zu lösen übergeben, die Sorge für die ganze Kirche und der erste Rang (principatus) übertragen, und doch wird er nicht ökumenischer Apostel genannt, während der sehr heilige Mann, mein Mitpriester Johannes, sich bemüht, ökumenischer Bischof zu heißen .... O die Priester, sie, ... die in Staub und Asche auf dem Boden liegen sollten, sie suchen für sich neue Namen, um der Eitelkeit zu pflegen, sie rühmen sich in weltlichen Titeln!« Er sah sich als den unvollkommensten unter allen an, da ihn seine Feigheit und Unentschiedenheit auf den Wegen der Vollkommenheit nicht voranschreiten lasse: »Ich rechne jene unter meine Freunde,« schrieb er, »die edelmüthig genug sind, mir die Mittel anzuzeigen, wie ich meine Seele von ihren Flecken reinigen könne.« Diese Einfachheit und Armuth im Geiste zeigte sich auch in seinem äußern Leben; man fand bei ihm nichts Ueberflüssiges, nichts Prunkvolles.Als der Patriarch Cyriacus von Constantinopel ihn mit der Anrede »allgemeiner Papst« begrüßte, schrieb er ihm zurück, er möge dieß fernerhin unterlassen: nicht in Titeln, sondern an Sitten wolle er zunehmen; seine Ehre sei die Ehre der ganzen Kirche. Titelsucht nähre die Eitelkeit, vermindere aber die Liebe etc. Der hl. Gregor ist auch berühmt wegen der Verbesserung des Kirchengesanges, welcher daher nach ihm der »Gregorianische« heißt, sowie des Meßbuches und Rituals. Auch verfaßte er selbst mehrere Hymnen, von welchen neun auf uns gekommen und zum Theil in unserm Breviere enthalten sind, z. B. Rex gloriose Martyrum ... Ebenso verfaßte er ein Liber Sacramentorum, welches die Gebete und Ceremonien bei der heil. Messe und Spendung der heil. Sacramente enthält, dann auch ein Antiphonarium etc. und richtete zugleich eine Sängerschule ein, für die er zwei Häuser und zureichende Einkünfte bestimmte. Der Biograph fügt die für uns Deutsche keineswegs schmeichelhafte Bemerkung bei, daß sowohl diese, wie die Gallier, die neue Gesangsweise nicht getreu einhielten, wobei die »bibuli gutturis barbara feritas« mit als Grund angegeben wird. Tag und Nacht war er darauf bedacht, in seinem Palaste, wo er sich nur mit Geistlichen umgab, die klösterliche Vollkommenheit, in der Kirche das hohepriesterliche Amt zu üben. Oft hielt er Homilien an das gläubige Volk, von denen mehrere auf uns gekommen sind und auch im röm. Brevier vorkommen. Er beklagte es sehr, wenn die Bischöfe wegen äußerer Angelegenheiten diese heil. Pflicht unterließen. Sogar vom Krankenbette aus wollte er predigen, d. h. er dictirte, was er sagen wollte, und ließ es der Gemeinde vorlesen. So wurde die römische Kirche das Vorbild der ganzen Welt. Alle Augen waren auf den hl. Gregor gerichtet; man beeilte sich, die kirchlichen Einrichtungen, die er traf, überall durchzuführen.– Auf einer in Rom gehaltenen Synode verordnete er, daß das Kyrie eleison in der heil. Messe neunmal wiederholt werde, und daß man unter dem Jahre öfter das Alleluja sage. Auch machte er im Kanon der heil. Messe den Beisatz: Diesque nostros in tua pace disponas. – Eine besondere Obsorge schenkte er dem Armenwesen, welches er vollkommen organisirte: er ließ Armenbeschreibungen anfertigen; jede Straße hatte ihren Pfleger; alle Tage wurde ihnen das Nöthige verabreicht und zwar so, daß die verschämten Armen in aller Stille ihre Almosen empfingen. Nie aß er, ohne zuvor von den ihm aufgestellten Speisen den Armen gegeben zu haben. Täglich hatte er zwölf derselben an seinem Tische. Als er einst einem solchen in Demuth Wasser zur Reinigung der Hände aus dem Kruge abgießen wollte, war er plötzlich verschwunden, und als er darüber sich verwunderte, erschien ihm der Herr in der Nacht und sprach zu ihm: »An andern Tagen hast du mich in meinen Gliedern, gestern aber hast du mich in mir selbst aufgenommen.« Ein andermal zählte er statt der gewöhnlich an seinem Tische befindlichen zwölf Gäste deren dreizehn; der dreizehnte »war ein Engel Gottes, ihm zum Schutze gegeben, durch dessen Fürsprache er alles, um was er bäte, erhalten würde.« Das harte Loos der Kriegsgefangenen und Sclaven suchte er nach Kräften zu verbessern. Er kaufte, so viele er konnte, und forderte die Bischöfe von Fano und Messina auf, zu diesem Ende selbst die heil. Gefäße zu verkaufen. Viermal im Jahre (an Ostern, an dem Feste St. Peter und Paul, am Feste des hl. Andreas und am Jahrestage seiner Erhebung) gab er der Geistlichkeit, seinen Hausgenossen, den Klöstern, Kirchen, Begräbnißplätzen, Armen und Krankenhäusern Noms und der Diöcese ihren bestimmten Antheil. Jeden ersten Tag des Monats spendete er den Armen, je nach der Jahreszeit, ein festes Maaß an Getreide, Wein, Käse, Gemüse, Speck, Fleisch, Fischen, Oel etc. Vornehme erhielten kostbarere Geschenke. Täglich schickte er auf Wagen den Kranken und Gebrechlichen gekochte Speisen. Besonders bedachte er die Häuser Gott geweihter Jungfrauen. Er hielt viel auf ihre dankbare Fürbitte. Von seiner Milde gegen Irrende und Sünder sind die rührendsten Beweise vorhanden. Er legte den Bischöfen aus Herz, bei ihrer Wiederaufnahme in die Kirche nicht zu streng zu verfahren. Doch war er von übertriebener Nachsicht, welche die Perlen den Schweinen vorwirft, weit entfernt. Nie aber wollte er die Gerechtigkeit oder die Liebe verletzen. Als er hörte, daß Bischof Petrus von Terracina den Juden ihre Synagoge weggenommen habe, befahl er ihm, dieselbe ihnen wieder einzuräumen. »Wir wollen nicht,« sagte er in mehreren Briefen, »daß man die Hebräer gegen das natürliche Recht beschwere.« Dabei kannte und bewachte er aber wohl die Gränzen seiner Nachgiebigkeit: »Wenn ich nicht mehr nachsehen darf,« schreibt er, »so verwandelt sich meine Geduld in Strenge, und ich trotze allen Gefahren.« Seelen zu gewinnen für Christus und den heil. Glauben, war sein liebstes Geschäft. Juden, welche christlich wurden, erhielten einen für diesen Fall ausdrücklich festgestellten Nachlaß ihrer Abgaben. Er wußte wohl, daß solche Bekehrungen in ihren Beweggründen nicht immer vollkommen rein seien, aber er sagte: »Wenn auch sie selbst weniger mit gutem Glauben kommen, so werden doch ihre Kinder schon mit besserm Glauben getauft; entweder werden wir also sie selbst, oder doch ihre Kinder gewinnen. Darum hat es nichts zu bedeuten, was wir immer für Christus ihnen an Abgaben nachlassen.« In der That bekehrten sich sehr viele Juden, besonders in Sicilien zu Girgenti und in der Umgegend. Dafür suchten sich die übrigen Juden durch den Ankauf heidnischer Sclaven, die sie beschnitten, zu entschädigen. Der hl. Gregor untersagte aber dieses aufs strengste und befahl, alle diese Sclaven sogleich wieder in Freiheit zu setzen. – Als er den heil. Stuhl bestieg, waren die Kirchen des Morgenlandes durch die aus den Ketzereien des Nestorius und Eutyches entstandenen Spaltungen gänzlich zerrüttet; der hl. Gregor stand dagegen mit den Patriarchen von Alexandria und Antiochia im schönsten Einvernehmen und war bemüht, dasselbe mit dem von Constantinopel herzustellen. Durch seinen Freund, den hl. Bischof Leander von Sevilla, bekehrte er den König Reccared in Spanien und reinigte dieses Land von den Resten des Arianismus. Er milderte in Afrika durch die Vereinigung und das Zusammenwirken der Bischöfe, worauf er hinarbeitete, die traurigen Folgen der Donatistischen Spaltung. Auf die Longobarden übte er den heilsamsten Einfluß und machte sie dem katholischen Glauben geneigt, wobei ihn die fromme, eifrig katholische Königin Theodelinde, die Tochter des bayerischen Herzogs Garibald I., kräftigst unterstützte, indem sie nicht blos ihren ersten Gemahl Autharis, sondern auch den Herzog Agilulf von Turin, ihren zweiten Gemahl, für den katholischen Glauben gewann, weßwegen sie vom hl. Gregor sehr hoch geschätzt wurde. (S. Theodelinda). Gallien befreite er vom Gifte der Simonie und unterstellte dem eifrigen Bischofe Vigilius von Arles die sämmtlichen Bischöfe Burgunds und Austrasiens. Auch mit der Königin Brunehildis trat er in Verbindung, deren Wichtigkeit erst in der Folge sich zeigte. Ob er sie genau kannte, ist bezweifelt worden; wenn es der Fall war, so ist sein Betragen gegen sie durch das unzweifelhafte Wohl der Kirche gerechtfertigt. Lag ihm schon früher England's Wohl sehr am Herzen, so sorgte er als Papst noch mehr für dieses Land, wo die christlichen Britten von den heidnischen Angelsachsen ganz verdrängt waren, und veranlaßte nun, daß die Leuchte des Evangeliums, welche von ihm selbst nicht dahin hatte gebracht werden können, von Anderen dahin gebracht wurde. Er ließ zu diesem Zwecke junge heidnische Angeln aufkaufen, um sie zu künftigen Missionären für ihre Heimat erziehen zu lassen. An die Spitze der Mission stellte er im Jahr 596 den hl. Augustinus, Vorsteher des Klosters von St. Andreas, den er nebst andern Mönchen nach England abgehen ließ. Dabei gab er ihnen viele weise Vorschriften, bei denen er auf die Bildungsstufe und die Bedürfnisse der zu bekehrenden Barbaren geeignete Rücksicht nahm. Daher ließ er nicht, wie er gleich Anfangs gesonnen war, die Götzentempel zerstören, sondern vielmehr zu christlichen Kirchen einweihen und verschiedenen heidnischen Gebräuchen eine christliche Richtung geben. So war es z. B. üblich, daß man bei den heidnischen Opfern den Göttern Thiere schlachtete. Dieses sollte nun nach seiner Anweisung dahin abgeändert werden, daß man am Tag der Einweihung einet solchen christlichen Kirche um dieselbe herum Hütten von Baumästen mache und die Festlichkeit durch religiöse Gastmahle feiere; denn das Volk werde, während ihm die äußere Freude gelassen werde, um so mehr mit der inneren Freude übereinstimmen. Rohen Gemüthern Alles zugleich zu nehmen, sei unmöglich. Wer die höchste Stufe erlangen wolle, müsse stufenweise und nicht im Sprunge sich dazu erheben etc. Der Erfolg zeigte auch die Richtigkeit dieser Ansicht, indem England schnell zum Christenthum sich bekehrte, während der hl. Gregor von den dankbaren Nachkommen jener Angelsachsen noch heute als ihr Apostel gefeiert wird. Er schenkte auch viele heil. Gefäße, Zierathen für die Kirchen, bischöfliche Gewänder, Reliquien, Codices der heil. Schrift etc. der jungen, frisch aufblühenden Kirche von England. Nach Butler (III. 584) finden sich in England noch einige dieser Gegenstände. Den hl. Augustinus schmückte er mit dem Pallium und ernannte ihn zum Primas von ganz England. Aber nicht blos in der Ferne, sondern auch in seiner nächsten Nähe gab es noch Spuren des Heidenthums zu vertilgen; so namentlich auf den Inseln Sardinien und Corsica. Ein Gesetz des Kaisers Mauritius, in welchem die Beamten verpflichtet wurden, ehe sie in den geistlichen Stand oder in ein Kloster traten, über ihre Amtsführung Rechenschaft abzulegen, und welches zugleich dem Soldaten eine derartige Standesänderung überhaupt verbot, führte einen Conflict mit der Staatsgewalt herbei. Der Papst machte nämlich gegen letztere Verfügung ernstliche Vorstellungen und bemerkte, daß die Erfahrung zeige, wie nothwendig geistliche Zufluchtsorte den Kriegsleuten seien; ihnen dieselben versperren, heiße ihnen den Eintritt in den Himmel wehren. Mauritius fühlte, daß diese Einwendungen gegründet seien, und gestattete, die Soldaten nach dreijähriger Prüfungszeit zur Ablegung der Klostergelübde zuzulassen. Eine andere Quelle des Unfriedens öffnete der Kaiser durch seine Parteinahme für die ehrgeizigen Bestrebungen des Patriarchen Johannes von Constantinopel (595). Auch der Erzbischof Maximus von Salona sträubte sich lange, wegen einer gegen ihn erhobenen Anklage sich bei Gregor zu reinigen; sieben Jahre lang dauerte der Streit, bis es endlich gelang, den Ungehorsam desselben zu brechen und die Hoheitsrechte der römischen Kirche über ihn zur Anerkennung zu bringen. Er wachte auch mit größter Sorgfalt über die sittliche Reinheit des Klerus und dehnte die Verpflichtung zum ehelosen Leben auf die Subdiakone aus. Die Amtsführung der Bischöfe beobachtete er mit sorgsamen Augen. Wegen seiner Sorgfalt für die Klöster wurde er der »Vater der Mönche« genannt. Eine Menge Vorschriften zur Hebung des klösterlichen Lebens rühren von ihm her. So kam sein 60. Lebensjahr, und mit ihm wurde die Schwäche des Körpers, die ihm während seines ganzen Pontificats viele Leiden bereitet hatte, allmälig zur tödtlichen Krankheit. Seit dem J. 599 konnte der hl. Gregor, von den Schmerzen der Krankheit gefoltert, das Bett nicht mehr verlassen, und doch konnten auch seine höchsten körperlichen Leiden seine Thätigkeit nicht aufhalten. Endlich schlug die Stunde seiner Erlösung; er starb am 12. März 604, nachdem er dreizehn Jahre, sechs Monate und zehn Tage den Stuhl Petri innegehabt hatte, in seinem 64. Lebensjahre, und wurde in der St. Peterskirche beigesetzt. – Die Verehrung dieses heil. Papstes ist in allen Kirchen des Morgen- und Abendlandes gleich verbreitet. Der hl. Isidor von Sevilla (Hispalis) schreibt über ihn: »Er war voll der Zerknirschung und der Furcht Gottes, an Demuth der höchste, und durch die Gnade des heil. Geistes von einem so großen Lichte der Wissenschaft umstrahlt, daß nicht blos in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit kein ihm gleich großer Lehrer zu finden ist.« Im heutigen Mart. Rom. heißt es: »Zu Rom (das Fest) des hl. Gregorius, Papstes und ausgezeichneten Lehrers der Kirche, der wegen seiner vorzüglichen Thaten und der Bekehrung der Engländer zum christlichen Glauben ›der Große‹ genannt und als Apostel der Engländer gefeiert wird.« In England wurde sein Festtag auf einem Concil zu Cliffe im J. 747 nebst dem des hl. Augustinus zum gebotenen Feiertag erhoben. Auch die Griechen haben seinen Namen mit großen Lobeserhebungen und Auszügen aus seinem Leben in ihre Menologien, Menäen und Synaxarien eingetragen. [...] Was seine Schriften betrifft, so sind dieselben schon zum Theil erwähnt worden. Die vorzüglichsten sind: 1) Sittenlehre (Moralium libri XXXV) oder Auslegung des Buches Job, welche er um das J. 582 in Constantinopel verfaßte; 2) Buch für Seelenhirten (Regula pastoralis), welches schon im J. 602 auf Befehl des Kaisers Mauritius ins Griechische übersetzt wurde und in der ganzen Kirche stets hohes Ansehen genoß; 3) Gespräche (Dialogorum libri IV), eine kurze, »das Leben der Väter in Italien« enthaltende, Heiligen-Legende, welche er auf den Wunsch mehrerer Freunde nach den vom hl. Bischof Maximian von Syrakus ihm mitgetheilten historischen Daten in Form einer Unterredung mit seinem vertrauten Freunde, dem Diakon Petrus, im Jahr 593 oder 594 ausarbeitete; 4) Briefe (Registri Epistolarum libri XIV, al. XII), eine vom hl. Gregor selbst veranstaltete und nach den Jahren seines Pontificats geordnete Sammlung seiner Briefe (844 an der Zahl) an Kaiser, Könige, Bischöfe, Aebte etc., ebenso belehrend durch ihren Inhalt, als anziehend und unterhaltend durch die Mannigfaltigkeit der Gegenstände etc.; 5) seine Homilien, nämlich 22 über dunkle Stellen des Propheten Ezechiel und 40 über verschiedene Stellen des Evangeliums etc. Ob der Commentar über das erste Buch der Könige, über das hohe Lied, die Bußpsalmen etc., welche gewöhnlich dem hl. Gregor zugeschrieben werden, aua wirklich ihm angehören, darüber sind die Gelehrten nicht einig. Die christlichen Kirchen haben seine Werke immer hochgeschätzt, und er wird daher zu den vier großen lat. Kirchenvätern gerechnet. Zuweilen stößt man zwar in manchen seiner Schriften auf zu sehr gesuchte Allegorien etc.; aber dieß war nach Butler (III. 565) eben der Geschmack des Jahrhunderts. Auch kümmerte sich der Heilige, wie er in der Vorrede zur Erklärung des Job selbst sagt, wenig um die Zierlichkeit der Rede; deßwegen ist auch seine Schreibart nicht immer rein und ohne Mängel. [...]

Gott, du bist deinem Volk gnädig und leitest es in Liebe. Höre auf die Fürsprache des heiligen Papstes Gregor und schenke allen, die in der Kirche am Amt der Leitung teilhaben, den Geist der Weisheit, damit dein Volk wachse und seinen Hirten zur ewigen Freude werde.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Deus, qui ánimæ fámuli tui Gregórii ætérnæ beatitúdinis praemia contulísti: concéde propítius; ut, qui peccatórum nostrórum póndere prémimur, eius apud te précibus sublevémur.
Per Dominum.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

03. September: Hl. Aigulf, Abt, und Gefährten, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:SS. Aigulphus et Soc. MM. (3. Sept.) Der hl. Abt Aigulphus und seine Gefährten – unter diesen namentlich Txucharius und Frongentius – werden am 3. Sept. als Martyrer verehrt. Zu Blois (Blesis) an der Loire um das Jahr 630 geboren, trat Aigulph frühzeitig in das neugegründete Kloster Fleury ein, wo er sich ebenso durch Frömmigkeit wie durch Einsicht und Weisheit auszeichnete. Von seinem Abte Mummolus nach Monte Cassino gesandt, holte er von da, wie Einige wollen, den Leib des hl. Benedictus und der hl. Scholastika (wahrscheinlich aber nur einige Partikeln davon) und beglückte durch diesen Schatz sein Kloster auf das Höchste. Als die Mönche zu Lerin ihn als Abt begehrten, ging er dahin und führte daselbst die musterhafteste Ordnung ein, erregte aber auch den Haß der Bösen. Diese verschworen sich wider ihn, banden ihn, brachten ihn auf ein Schiff zu Meer und ermordeten ihn auf der Insel Capraja nahe bei der Küste von Toscana sammt den drei ergebenen Brüdern, um das Jahr 675. Einige sprechen zwar von 33 Genossen, die mit ihm getödtet worden sein sollen; wahrscheinlicher aber ist es, daß es nur drei gewesen seien, nämlich außer den zwei Genannten noch Einer, dessen Name aber nicht bekannt ist. Man brachte ihre hhl. Leiber nach Lerin, wo sie Gott durch viele Wunder verherrlichte.
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

03. September: Hl. Aristion, Bischof von Alexandria, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Aristion (Aristeus), Ep. M. (3. Sept.) Der hl. Aristion (oder Aristeus) war Bischof von Alexandria am Issus, an der Gränze von Cilicien und Syrien, und wurde, da er viele Heiden zum Christenthume bekehrte, gefangen genommen, vor den Präfecten der Stadt gestellt und von diesem zum Feuertode verurtheilt, den er auch mit Freuden erduldete. [...] Die Zeit, wann der hl. Aristion gelitten habe, kann nicht näher angegeben werden. [...]
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

HeGe
Moderator
Beiträge: 15079
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56

Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

03. September: Hl. Basilissa, Jungfrau, Märtyrerin
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Basilissa, (3. Sept.), eine neunjährige Jungfrau und Martyrin, welche die grausamsten Martern mit solcher Freude und Standhaftigkeit ertrug, daß der Statthalter, welcher sie peinigen ließ, in sich ging, sich ihr zu Füßen warf, sie um Verzeihung bat, und den Wunsch ausdrückte, ein Christ zu werden. Als sie später im Gebete ihren Geist Gott empfahl, verschied sie im Herrn. Dieß geschah zu Nikomedia in Bithynien unter Kaiser Diokletian. Im Mart. Rom. wird sie gleichfalls am 3. Sept. aufgeführt,
- Nutzer nicht regelmäßig aktiv. -

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema