Polizeistaat oder Militärrégime?

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Stephen Dedalus
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Stephen Dedalus »

Torsten hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Und wofür brauchen wir den Polizeistaat noch mal?
Um eine mit den gesellschaftlichen Verhältnissen immer unzufriedener werdende Bevölkerung in Schach zu halten, und systemrelevante Strukturen gegen die Lebensinteressen der Mehrheit zu verteidigen?
Dazu paßt dann ja auch schön die Verringerung der Truppenstärke bei der Bundeswehr.
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Clemens
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Clemens »

Aber zum Glück gibt es ja noch die aufrechten Esoteriker, die mit ihrem Geheimwissen die ganze Bosheit der finsteren Mächte durchschauen, entlarven und öffentlich bloßstellen können. Und je weniger plausibel die Verschwörung erscheint, um so gewisser wird dadurch die Bosheit der Bösen und die Perfidie, mit der sie ihre Tarnung perfektionieren und uns arme Unwissende uns in unserem geistigen Gefängnis wohlfühlen lassen.

Vorwärts, Don Quichote!! :ritter:

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overkott
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von overkott »


Thomas_de_Austria
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Thomas_de_Austria »

Niemand benötigt zwangsläufig einen riesigen, aufgeblähten Militärapparat, der veraltet und ineffizient ist und sich selbst behindert (der österr. Fall), um (es handelt sich ja bei den Überlegungen letztlich "nur") einen Teil der Bevölkerung in Schach halten zu können ... - Also, ein Abbau unnötiger Ressourcen (für Angriffskriege, wenn der "Feind" im Inneren sitzt) und eine Konzentration auf die dafür notwendigen Felder, ist alles andere als ein stichhaltiger Einwand ...

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Peregrin
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Peregrin »

Stefan hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Das faschistoide Merkel-Régime läßt die schwindenden Muskeln zucken:...


Wie man es macht, ist es wohl falsch. Bei der Loveparade wurde nach den tödlichen Zwischenfällen mangelnde Vorsorge der "verantwortlichen Stellen" bemängelt. Nu trifft man Vorsorge, und schon ist es wieder falsch.


Nicht von mir. Ich habe damals gesagt, das ist Lebensrisiko, und ich sage heute: Auch wenn es einen Terroranschlag gibt, werden die Opfer in der Statistik der Todesfälle gar nicht auffallen, außer sie kriegen eine Extrarubrik. Es gibt daher keine "Terrorgefahr" in irgendeinem vernünftigen Sinn. (Und wer den Anschlag durchgeführt haben wird, ist wieder eine andere Frage ...)
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Torsten
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Torsten »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Und wofür brauchen wir den Polizeistaat noch mal?
Um eine mit den gesellschaftlichen Verhältnissen immer unzufriedener werdende Bevölkerung in Schach zu halten, und systemrelevante Strukturen gegen die Lebensinteressen der Mehrheit zu verteidigen?
Dazu paßt dann ja auch schön die Verringerung der Truppenstärke bei der Bundeswehr.
Verringerung der Truppenstärke, hin zu einer Berufs- ... Söldnerarmee. Das passt tatsächlich gut. Noch besser passt, wenn europäische Spezialeinheiten gebildet werden. Die skrupellosesten Gestalten ihres Berufsstandes in einer Sondereinheit für Aufstandsbekämpfung, die von jedem europäischen Krisenverwaltungsregime angefordert werden kann, wenn man sich vor einem Armee-Einsatz im Inneren ziert.

Thomas_de_Austria
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Thomas_de_Austria »

Torsten hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Und wofür brauchen wir den Polizeistaat noch mal?
Um eine mit den gesellschaftlichen Verhältnissen immer unzufriedener werdende Bevölkerung in Schach zu halten, und systemrelevante Strukturen gegen die Lebensinteressen der Mehrheit zu verteidigen?
Dazu paßt dann ja auch schön die Verringerung der Truppenstärke bei der Bundeswehr.
Verringerung der Truppenstärke, hin zu einer Berufs- ... Söldnerarmee. Das passt tatsächlich gut. Noch besser passt, wenn europäische Spezialeinheiten gebildet werden. Die skrupellosesten Gestalten ihres Berufsstandes in einer Sondereinheit für Aufstandsbekämpfung, die von jedem europäischen Krisenverwaltungsregime angefordert werden kann, wenn man sich vor einem Armee-Einsatz im Inneren ziert.
Das ist nämlich der Punkt. Es handelt sich dabei nicht mehr um Volksheere, die jeweils in dem Gebiet, aus dem sie stammen und in dem sie leben, ihre Familien, Verwandte, Freunde etc. haben, eingesetzt werden, sondern - ja, richtig gesagt - um Söldner, die man quer durch ganz Europa verschieben kann und die im Prinzip an nichts, außer an die Bezahlung, gebunden sind ...

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Ewald Mrnka
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Ewald Mrnka »

Thomas_de_Austria hat geschrieben:
Das ist nämlich der Punkt. Es handelt sich dabei nicht mehr um Volksheere, die jeweils in dem Gebiet, aus dem sie stammen und in dem sie leben, ihre Familien, Verwandte, Freunde etc. haben, eingesetzt werden, sondern - ja, richtig gesagt - um Söldner, die man quer durch ganz Europa verschieben kann und die im Prinzip an nichts, außer an die Bezahlung, gebunden sind ...
Vor allem kann man eine Berufs-Bundeswehr besser gegen das eigene Volk einsetzen; mit den derzeitigen Schnarchsäcken ist das schwer vorstellbar.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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lutherbeck
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von lutherbeck »

Ewald Mrnka hat geschrieben:
Thomas_de_Austria hat geschrieben:
Das ist nämlich der Punkt. Es handelt sich dabei nicht mehr um Volksheere, die jeweils in dem Gebiet, aus dem sie stammen und in dem sie leben, ihre Familien, Verwandte, Freunde etc. haben, eingesetzt werden, sondern - ja, richtig gesagt - um Söldner, die man quer durch ganz Europa verschieben kann und die im Prinzip an nichts, außer an die Bezahlung, gebunden sind ...
Vor allem kann man eine Berufs-Bundeswehr besser gegen das eigene Volk einsetzen; mit den derzeitigen Schnarchsäcken ist das schwer vorstellbar.
Na dann hätte das Militär ja wieder die Funktion, die es seit Urzeiten hat: Stütze der Mächtigen und des Mammons - im Zweifel auch gegen das eigene Volk - zu sein!

:kotz:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Benedikt

Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Benedikt »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Und wofür brauchen wir den Polizeistaat noch mal?
Die Bürokratur ernährt sich selbst. Die immer weiter ausufernden Behörden brauchen keine externe Begründung. Sie sind sich selbst Grund genug.

Stephen Dedalus
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Stephen Dedalus »

Hier wird aber planvolles Handeln unterstellt.
If only closed minds came with closed mouths.

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Torsten
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Torsten »

Auch wenn manches Handeln spontan und planlos wirkt, wie zum Beispiel die Terrorwarnung des Innenministers, der ja "nur auf Bedrohungen reagiert", so sieht dieses Handeln ja immer gleich oder ähnlich aus. Weil es einer bestimmten Agenda folgt. An derem Ende der Polizeistaat, oder schlimmeres, steht.

Benedikt

Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Benedikt »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Hier wird aber planvolles Handeln unterstellt.
Planen können immer nur einzelne Individuen. Es ist die Frage, was für eine Rolle nicht transparente Strukturen spielen, innerhalb derer sich Individuen zu gemeinsamen (Manipulations-)Handlungen zusammentuen. Dass es sowas gibt, ist klar, gab es immer und wird es immer geben. An eine zentrale Verschwörung glaube ich aber nicht. Eine solche Verschwörung würde - neben den üblichen Lock- und Druckmitteln - immer auch ein gewisses Maß an Altruismus (Unterordnung der Eigeninteressen unter die Interessen der intransparenten Gruppe) voraussetzen. Sowas traue ich den aktuellen Eliten ehrlich gesagt nicht zu.

Ich denke eher, dass die gesellschaftliche Entwicklung, die wir momentan erleben - eben auch hin zum Kontroll- und Polizeistaat Ergebnis einer unkontrollierten Eigendynamik ist.

Benedikt

Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Benedikt »

Frankfurt Flughafen Regionalbahnhof: Herrenloser Rucksack sorgt für Verspätungen

Was war drin:
Spezialisten durchsuchten den schwarzen Rucksack, fanden darin aber nur eine Weste und zwei Trinkflaschen
:roll:

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Peregrin
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Peregrin »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Hier wird aber planvolles Handeln unterstellt.
Die Planung besorgt der Fürst dieser Welt. Die Menschen spielen da nur ihre Rolle, manche weniger, manche mehr, und manche glauben eben, daß sie ganz groß rauskommen und machen dafür noch Überstunden.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

Thomas_de_Austria
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Thomas_de_Austria »

Benedikt hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Hier wird aber planvolles Handeln unterstellt.
Planen können immer nur einzelne Individuen. Es ist die Frage, was für eine Rolle nicht transparente Strukturen spielen, innerhalb derer sich Individuen zu gemeinsamen (Manipulations-)Handlungen zusammentuen. Dass es sowas gibt, ist klar, gab es immer und wird es immer geben. An eine zentrale Verschwörung glaube ich aber nicht. Eine solche Verschwörung würde - neben den üblichen Lock- und Druckmitteln - immer auch ein gewisses Maß an Altruismus (Unterordnung der Eigeninteressen unter die Interessen der intransparenten Gruppe) voraussetzen. Sowas traue ich den aktuellen Eliten ehrlich gesagt nicht zu.

Ich denke eher, dass die gesellschaftliche Entwicklung, die wir momentan erleben - eben auch hin zum Kontroll- und Polizeistaat Ergebnis einer unkontrollierten Eigendynamik ist.
Scheint eine realistische Einschätzung zu sein. Allerdings glaube ich auch, dass es eine gewisse "externe Begründung" gibt, zumindest für gewisse Kreise, die diese Dynamik erkannt haben und sie bewusst befördern.

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cantus planus
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von cantus planus »

Auf diese Formel kann man sich einigen. :ja:
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Niels
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Re: Polizeistaat oder Militärrégime?

Beitrag von Niels »

Benedikt hat geschrieben:Frankfurt Flughafen Regionalbahnhof: Herrenloser Rucksack sorgt für Verspätungen

Was war drin:
Spezialisten durchsuchten den schwarzen Rucksack, fanden darin aber nur eine Weste und zwei Trinkflaschen
:roll:
Das gab's in unseren Breiten mehrfach: http://www.derwesten.de/nachrichten/Ver ... 74514.html
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta

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