Heilige des Tages

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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

08. November: Hl. Clarus, Priester
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Clarus, (8. Nov.), ein Priester zu Tours, wurde im 4. Jahrhundert in einer vornehmen und reichen Familie geboren, verließ aber die Ehren und Freuden der Welt, um sich unter der Leitung des hl. Bischofs Martinus von Tours dem gottseligen Leben zu widmen. Der hl. Martin nahm ihn in das Kloster auf und weihte ihn zum Priester. Wie berühmt der hl. Clarus gewesen seyn muß, geht schon daraus hervor, daß der hl. Bischof Paulinus von Nola, wie dieß auch im Mart. Rom. am 8. November erwähnt wird, ihm zu Ehren die Grabschrift verfertigte. (El., Mg.)
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

08. November: Hl. Claudius und Gefährten, "die vier Gekrönten", Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:SS. Claudius et Soc. MM. (8. Nov.). Die hhl. Claudius, Nikostratus, Symphorianus, Castorus und Simplicius erlangten in der Verfolgung des Kaisers Diokletian zu Rom die Martyrerpalme und stehen am nämlichen Tage auch im Mart. Rom., wo noch bemerkt wird, daß sie nach grausamer Marter köpflings ins Meer geworfen worden seien. (El., Sur., Mg.)

Quelle hat geschrieben:Præsta, quaesumus, omnípotens Deus: ut, qui gloriósos Mártyres fortes in sua confessióne cognóvimus, pios apud te in nostra intercessióne sentiámus.
Per Dominum.
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HeGe
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Beitrag von HeGe »

08. November: Hl. Deusdedit, Papst
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Deusdedit, (8. Nov. al. 23. März), römischer Papst, folgte dem Papst Bonifacius IV. († 7. Mai 615) und zeichnete sich in seiner kurzen Regierung durch eine besondere Fürsorge für den wegen Kriegsunruhen flüchtig gewordenen armen Klerus aus. Während seiner Regierung brach eine aussatzartige Krankheit zu Rom aus, die das menschliche Antlitz so sehr entstellte, daß nicht einmal die nächsten Anverwandten im Stande waren, die Leichen ihrer Angehörigen zu erkennen. Nach dem Mart. Rom. heilte der hl. Papst Deusdedit einen Aussätzigen dieser Art auf wunderbare Weise, indem er ihn küßte. Nach Migne war er der erste Papst, der sich in seinen Erlassen des Bleisiegels bediente, und der römische Bibliothekar Anastasius erwähnt einer andern Anordnung dieses Papstes, mit den Worten: Hic constituit secundam missam in Clero, was so viel heißen kann, daß er für den Fall der Noth oder andachtshalber das Biniren gestattete, oder daß er den bei den Griechen noch heutzutage üblichen Gebrauch, in einer und derselben Kirche täglich nur Ein heil. Meßopfer zu entrichten, aufhob. Er starb am 8. Nov. 618 und hatte Bonifacius V. zum Nachfolger. Die Kirche begeht sein Andenken am 8. November, an welchem Tage er auch im Mart. Rom. vorkommt. (El., Mg., Welte.)
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Beitrag von HeGe »

08. November: Hl. Wiomad, Bischof von Trier
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Weomadus, (Wiomadus) (8. Nov. al. 29. Aug.), ein Bischof von Trier, Nachfolger des Milo, verwaltete sein Amt vom J. 753 bis 791. Er hatte wegen der St. Goarszelle, welche der Abt von Prüm als ihm zugehörig reclamirte, einen länger dauernden Proceß, welcher durch einen Fürstentag zu Lippspringe (super fontem, qui Lippia dicitur) als königliches Eigenthum erklärt wurde. Der Papst Hadrian I. übertrug ihm die Prüfung der Amtsführung des hl. Lullus von Mainz. Auch war er unter den Bischöfen, welche im J. 774 der Einweihung des Klosters Lorsch durch diesen Erzbischof beiwohnten. Er steht im Bisthum Trier in ununterbrochener Verehrung. Am 29. Aug. d. J. 1621 wurden seine Ueberreste erhoben, und in der Maximinuskirche beigesetzt.
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Beitrag von HeGe »

08. November: Hl. Willehad, Bischof von Bremen
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Willehadus (Vilhadus), (8. Nov. al. 10., 13. Juli, 22. Dec.) Dieser Heilige war der erste Bischof in Bremen, zu welchem er am 13. Juli d. J. 788 zu Worms, als Bischof Erembert dieser Kirche vorstand, geweiht wurde. Seine vom heil. Bischofe Ansgar beschriebene Lebensgeschichte findet sich bei Mabillon (Saec. III. 2. 404. abgedruckt. Wir haben die bessere Ausgabe von Pertz (mon. scr. II. 378–390), übersetzt von Laurent, benützen können.. Er stammte (cap. 1.) aus Northumberland, wurde von Kindheit an in Gottesfurcht erzogen und wahrscheinlich zu York in den heil. Wissenschaften unterwiesen, von wo seine spätere vertraute Bekanntschaft mit dem gelehrten Alcuin herzurühren scheint. Zum Priester geweiht erbat er sich (cap. 2.) vom Könige Alachred auf einer Synode von Bischöfen (765–774) die Erlaubniß, als Missionär nach Friesland gehen zu dürfen, und kam um das J. 772, jedenfalls noch vor dem J. 774 nach Dockum. An der Stelle wo der heil. Bonifacius den Tod für den katholischen Glauben erduldet hatte, erneuerte er den Vorsatz und das Versprechen, als Glaubensbote ebenda wirken zu wollen, wo jener gepredigt hatte, und gestorben war. Von da wanderte er (cap. 3) über den Fluß Loveke (Mab.) oder Lavinca (Sur.), jetzt Lauwers, nach Humarcha, dermalen Gau Humsterland im Bisthume Münster, und predigte den Heiden. Diese nahmen ihn gefangen, und warfen das Loos, ob er sterben oder des Landes verwiesen werden solle; da Gott es fügte, daß das Loos für ihn günstig war, entging er dem Martertode. In Thrienta (Drenthegau) im Utrechter Bisthum, wohin er sich jetzt begab (cap. 4), hatte seine Predigt so guten Erfolg, daß er viele Heiden taufen konnte. Da aber die Neubekehrten die Heidentempel der Nachbarschaft zerstörten, kam er neuerdings in Todesgefahr, welcher er nur mit Mühe entging. Sein Halsriemen, an welchem Reliquien hingen, war bereits durchschnitten worden. Da hörte Carl d. Gr. von ihm, ließ ihn (cap. 5) um das Jahr 781 zu sich kommen, und schickte ihn zu den Sachsen in den Gau Wigmodien (am östlichen Ufer der Weser und Wümme von Langewedel bis Stotel). In diesem Gau lag die Stadt Bremen. Schon im zweiten Jahre nach seiner Ankunft gelobten alle Sachsen den christlichen Glauben anzunehmen, so daß der eifrige Missionär zahlreiche Kirchen erbauen konnte, an welchen er Priester zur Führung der Seelsorge anstellte. Aber neuerdings erhoben (cap. 6) sich zu wildem Kriegssturm die heidnisch gebliebenen Sachsen unter Widukinds Führung. Es gelang dem Heiligen, sich in Utriustrien (jetzt Rustringerland im Großherzogthum Oldenburg an beiden Ufern der Jahde) einzuschiffen und über das Meer zu entfliehen. Die Sachsen tödteten dafür seine zurückgebliebenen Schüler: den Priester Folcard sammt dem Grafen Emmig im Lande Leri (Leergau, westlich der Weser), ferner den Grafen Benjamin in Ubriustri (Ober-Riustri), den Geistlichen Atreban in Thitmaresgaho (Ditmarschen) und endlich den Gerwal mit seinen Genossen in Bremen aus Haß gegen die Christen. Nun begab sich der hl. Willehad (cap. 7) zum Könige Pipin, welcher sich damals in der Lombardei aufhielt, und weiter nach Rom zum hl. Vater Hadrian I., wo er (vgl. Rettb. II. 451 ff.) mit dem hl. Liudgerus, der aus demselben Grunde außer Thätigkeit gesetzt war, zusammengetroffen sein wird. Auf seiner Rückreise, welche er unter den Tröstungen und dem Segen des Vaters der Christenheit »freudigen Herzens« antrat, verweilte er zwei Jahre lang im Kloster Afternacha (Echternach) beim heil. Willibrordus in ascetischen und literarischen Uebungen. Er schrieb die Briefe des heil. Paulus und einige andere Bücher ab, und begeisterte durch öftere Ansprachen seine Gehilfen, welche sich hier allmählich alle zusammengefunden hatten, zu neuen Unternehmungen für den Fortgang des Evangeliums. Endlich gestattete ihm, nachdem er schon in der Einsamkeit des Klosters durch seine Lehre und sein Beispiel manche Seele für den Himmel gewonnen hatte, die Bekehrung und Taufe des Sachsenführers Widukindus die Wiederaufnahme seiner Thätigkeit an der untern Weser. Er erschien also (cap 8) zum zweiten Male vor König Carl, der sich damals zu Ostern des J. 785, in der Veste Eresburg in Sachsen aufhielt. Dieser gab ihm zur Unterstützung bei seiner Arbeit und zum Unterhalte für seine Gehilfen die Celle Justina (Mont-Jutin) in Oberburgund zum Lehen. Er nahm seinen Wohnsitz in dem damaligen Dorfe Bremen an der Weser. Seine Wirksamkeit erstreckte sich über Wigmodina, Laren, Riustrien. Asterga (Ostringien im Oldenburgischen), Nordendien (Umgegend der Stadt Norden) und Wanga (Wangerland im Oldenburgischen). Früher hatte er sich, obwohl er mit bischöflicher Vollmacht ausgerüstet war, die bischöfliche Weihe nicht ertheilen lassen, weil die Sachsen kaum einen Priester, vielweniger einen Bischof dulden wollten. Da er durch sein Beispiel bestätigte, was sein Mund predigte (cap. 9), war seine Lehre doppelt eindringlich, aber auch jetzt noch durch Aufstände und Kriegsunruhen vielfach gehindert. Er starb (cap. 10) auf einer Missionsreise zu Pleccateshem oder Piecäzze (Blexem an der Weser, unterhalb Vegesack), am 8. Nov. d. J. 789, nachdem er kurz zuvor am Allerheiligentage die von ihm erbaute St. Peterskirche, den nachmaligen Dom, zu Bremen eingeweiht hatte. Sein Leib wurde unter seinem Nachfolger, dem hl. Willericus (s. d.) mit verdienter Ehre und Feierlichkeit nach Bremen übertragen und in der ihm geweihten Capelle beigesetzt. Diese Capelle neben dem Willehadbrunnen ist dermalen entweiht. Eine Inschrift auf dem Rathhause zu Bremen aus dem J. 1465 nennt den hl. Bischof einen Martyrer. Er wurde bis zum Abfalle des Hochstifts zum Protestantismus (die Stadt nahm im J. 1522 die lutherische, im J. 1568 aber die calvinische Lehre an) hoch verehrt, und in Stade, nahe am Ausflusse der Schwinge in die Elbe, trägt noch heute eine große, ehemals katholische Pfarrkirche seinen Namen. Der Bremer Dom mit dem Grabe des Heiligen wurde im J. 1530 den Katholiken mit Gewalt genommen. Seine feierliche Canonisation wird bei Butler in die Zeit des hl. Ansgar (834–865), der zugleich Erzbischof vom Hamburg war, gesetzt. Als der Geschichtschreiber der Heiligen des Benedictinerordens sich in Bremen nach den Reliquien des hl. Willehad erkundigen ließ, erfuhr er nur, daß dieselben in Vergessenheit gerathen seien. Durch den heil. Vicelinus wurde ein Theil derselben nach Corbei gesendet. Der prächtige lateinische Psalter, welchen Carl d. Gr. dem Papste Hadrian I., und dieser dem hl. Willehad geschenkt hatte, wurde länger als 806 Jahre in der Domkirche zu Bremen aufbewahrt, und alljährlich an hohen Festtagen dem Volke gezeigt. Diese kostbare, mit großen goldenen Buchstaben auf Pergament geschriebene Handschrift befindet sich jetzt in der Wienerbibliothek. Kurz, seit der sog. Reformation ist die Angabe, womit die 37 Capitel des Buches seiner Wunder schließen; »der Tag seiner Bestattung und zugleich seiner Translation ist der 8. Nov. Er wird gefeiert zu Lob und Preis unsers Herrn Jesu Christi« zur Unwahrheit geworden. Ob es recht war, seine Grabstätte und sein Andenken in Vergessenheit kommen zu lassen, nachdem er Jahrhunderte lang die Ehre eines Schutzheiligen der Stadt und des Bisthums empfangen hatte, ist aus seinen Thaten leicht zu erschließen. Datirt nicht selbst das zeitliche Aufblühen, der Wohlstand der Stadt Bremen von dem Tage, an welchem der Heilige hier seinen Hirtenstuhl bestieg? Auch sein Privatleben zeigt ihn uns als heiligen und überaus ehrwürdigen Mann: »Von Jugend auf« erzählt Ansgar (cap. 9), »war er sehr mäßig und schon als Kind diente er voll Eifer Gott dem Allmächtigen. Wein und Meth sowie alle berauschenden Getränke mied er. Seine Nahrung bestand in Brod und Honig, Gemüse und Obst, denn sowohl des Fleisches als der Milch und der Fische enthielt er sich. Als in seiner letzten Lebenszeit ihn vielfache körperliche Schwächen befielen, ermahnte ihn der Papst, Fische zu genießen, worauf er aus Gehorsam in diesem Stücke etwas weniger streng gegen sich selbst zu sein anfing. Ferner verging fast kein Tag, ohne daß er mit vielen Thränen und ganz zerknirschtem Herzen die Feier der hl. Messe beging. Unablässig widmete er sich dem Lesen und Durchforschen der hl. Schrift. Voll Eifer in Psalmengesang, war er hiemit fast täglich einmal, mitunter oft zweimal, ja dreimal beschäftiget. Diese und ähnliche gute Werke waren seine Stütze und befähigten ihn, sich der Gemeinde als ein großes Beispiel der göttlichen Gnade darzustellen.« Auch die Weise, wie er sterbend von der Welt Abschied nahm, zeigt uns seine große Heiligkeit: »Ich wünsche«, sprach er, »nicht länger mehr zu leben und fürchte mich nicht vor dem Tode. Nur das Eine bitte ich Gott, den ich stets von ganzem Herzen geliebt, dem ich mit voller Hingebung gedient habe, daß er mir für die Mühen des zeitlichen Lebens nach seiner Güte und Milde den Lohn ertheilen möge, der ihm gefällig ist. Die Schafe aber, die er mir anvertraut hat, übergebe ich seiner Obhut. Seine Kraft hat mich ja allein in den Stand gesetzt, das Gute zu wirken, was ich etwa gewirkt habe.« Er ist auf Münzen von Bremen und Stade als Bischof mit dem Modell einer Kirche abgebildet; anderwärts wie er einen Neubekehrten zur heil. Taufe führt, oder wie ein Götzendiener ihn ermorden will, oder wie er Götzenbilder zerstören läßt. Die Boll. nennen ihn zum 10. Juli unter den Uebergangenen; auch am 22. Dec. soll er (nach Hack) früher verehrt worden sein. Das Mart. Rom. feiert ihn mit einem kurzen Elogium zum 8. Nov. Zum 13. Juli findet sich bei den Boll. (III. 475) die Feier seiner Ordination notirt. Der Wunsch des »Benedictinerjahres«: »Wäre doch sein Andenken heutzutage nicht aus den Gemüthern seiner Landsleute entschwunden!« ist also gerechtfertiget.
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Niels
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von Niels »

In Dedicatione Archibasilicae Ss.mi Salvatoris
Weihetag der Lateranbasilika

Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta

HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Weihetag der Lateranbasilika
Wikipedia hat geschrieben:Die dem allerheiligsten Erlöser und seit dem 12. Jahrhundert auch dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Lateranbasilika ist die älteste Papstkirche und führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“. Daher ist der Weihetag der Lateranbasilika ein Fest für die römisch-katholische Kirche weltweit.

Kaiser Konstantin der Große schenkte den Lateranpalast der Kirche. Im Lateranpalast residierten die Päpste vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Die anliegende Basilika wurde von Konstantin errichtet und im Jahr 324 von Papst Silvester I. geweiht. Durch Brände, Erdbeben und Plünderungen wurde die Kirche im Laufe der Jahrhunderte wiederholt beschädigt, aber immer wieder instandgesetzt. Benedikt XIII. konsekrierte die Lateranbasilika am 28. April 1726 nach größeren Restaurierungsarbeiten erneut und bestätigte den 9. November als Weihefest der Basilika. Die Inschrift über dem Giebel an der Ostfassade der Basilika lautet: OMNIVM VRBIS ET ORBIS ECCLESIARVM MATER ET CAPVT)

Die Lateranbasilika gehört zu den sieben Patriarchalbasiliken (Basilica maior), von denen sich vier in Rom befinden.

Da das Fest der Kirchweihe als Herrenfest in der liturgischen Rangordnung einen hohen Rang hat, verdrängt es in Jahren, in denen es auf einen Sonntag fällt, den Sonntag im Jahreskreis.
Quelle hat geschrieben:Erhabener Gott, du erbaust dir aus lebendigen und erlesenen Steinen ein ewiges Haus. Mache die Kirche reich an Früchten des Geistes, den du ihr geschenkt hast, und lass alle Gläubigen in der Gnade wachsen, bis das Volk, das dir gehört, im himmlischen Jerusalem vollendet wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Quelle hat geschrieben:Deus, qui nobis per síngulos annos huius sancti templi tui consecratiónis réparas diem, et sacris semper mystériis repæséntas incólumes: exáudi preces pópuli tui, et præsta; ut, quisquis hoc templum benefícia petitúrus ingréditur, cuncta se impetrásse lætétur.
Per Dominum.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Hl. Agrippinus, Bischof von Neapel
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Agrippinus, Ep. (9. Nov. al. 29. März). Der hl. Agrippinus war Bischof von Neapel und wegen seiner hohen Tugenden, wie auch wegen der Wundergabe, die er besaß, sehr berühmt. Sein Name steht am 9. Nov. im röm. Martyrologium. Auch am 29. März wird sein Andenken gefeiert, wahrscheinlich in Folge einer Translation.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Hl. Alexander, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Alexander, M. (9. Nov.) Der hl. Alexander wurde zu Thessalonich unter dem Kaiser Maximian, der mit dem Kaiser Diocletian regierte, um des christlichen Glaubens willen gemartert. Sein Name steht am 9. Nov. im Mart. Rom.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Hl. Aurelius, Bischof von Ariarathe
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Aurelius, Ep. (9. Nov.). Nach Migne war dieser hl. Aurelius Bischof von Ariarathe in Kappadocien; bei Butler dagegen findet sich sein Name gar nicht vor. Derselbe ist besonders bekannt durch die Uebertragung des Leichnams des hl. Bischofs Dionysius von Mailand, der in seiner Diöcese starb und auf Veranlassung des hl. Ambrosius in diese Stadt zurückgebracht wurde. Der hl. Aurelius starb im J. 383 an dem Tage, an welchem die Uebertragung des hl. Dionysius stattfand, und wird in Mailand verehrt. Im Kloster Hirschau in Württemberg sollen einige Reliquien von ihm sich befunden haben. Bei den Bollandisten wird dieser hl. Aurelius ein armenischer Bischof genannt und am 25. Mai, 14. und 25. Sept. aufgeführt, an welchem Tage wahrscheinlich Translationen gefeiert worden sind. Im Elenchus heißt er Ep. Redician. Mediol.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Hl. Benen, Erzbischof von Armagh
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Benignus, (9. Nov.), auch Benen, Erzbischof von Armagh in Irland, stammte aus einer angesehenen Familie in Irland. Sein Vater, der sich zum Christenthum bekehrte, nahm den hl. Patricius in sein Haus auf, und da war es auch, wo in der Nähe von Taragh oder Themoria, dem Aufenthaltsorte der irländ. Könige, dieser Apostel seine erste Ostern feierte. Obgleich damals der hl. Benen noch sehr jung war, so nahm ihn doch der hl. Patricius mit Zustimmung der Eltern mit sich und machte ihn zum unzertrennlichen Gefährten seiner apostolischen Arbeiten. Nach dem Tode dieses Heiligen wurde er auf den erzbischöflichen Stuhl von Armagh erhoben, auf dem er zehn Jahre mit apostolischem Eifer seine Kirche leitete. Er starb im 5. Jahrhundert.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Hl. Eustolia und hl. Sopatra, Jungfrauen
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:SS. Eustolia et Sopatra, (9. Nov.), nach dem Mart. Rom. heilige Jungfrauen zu Constantinopel, die erste eine Römerin, die andere eine Tochter des Kaisers Mauritius. (El.)
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Hl. Maturinus, Priester
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Maturinus (9. al. 1. Nov.), dessen Name auch Mathurinus und Mathelinus geschrieben wird, war ein Priester und Missionär im Bisthum Sens, welcher um d.J. 388 gestorben seyn kann. Nach der Legende stammte er von heidnischen Eltern, wurde aber von der Gnade Gottes so kräftig erleuchtet, daß er selbst den Glauben annahm, und auch seine Eltern und viele Heiden bekehrte. Er ist Patron der Landschaft Gatinois, wo sich eine Kirche unter dem Namen St. Mathurin de l' Archent befindet. Von einer in Paris diesem Heiligen geweihten Kirche bekam der Orden der Trinitarier in Frankreich den Namen Maturiner. Aehnlich die Dominicaner, welche von der Jakobskirche zu Paris Jacobiner genannt wurden. (But. Mg.)
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

09. November: Hl. Orestes, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Orestes (Arestes) (9. al. 19. Nov.), Martyrer zu Thyana in Cappadocien, um das Jahr 304, welcher im Mart. Rom. am 9. Nov. steht, findet sich bei Migne am 19. d. M.
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Re: Heilige des Tages

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09. November: Hl. Ragnulf, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Ragnulphus, M. (9. Nov. al 27. Mai). Dieser Heilige, welcher auch Ranulphus und Rainulphus, frz. Renon heißt, wird für den Vater des hl. Hadulfus, Bischofs von Arras und Cambrai, gehalten. Er ist zu Thelus (Telodium) in der Grafschaft Artois (Pas de Calais) wahrscheinlich um d. J. 700, von wem und warum ist unbekannt, getödtet worden. Sein Leib ruhte anfangs in der Kirche zu Thelus, wo jetzt noch hinter dem Hochaltare der trogähnliche Sarg des Heiligen aus Stein gezeigt wird, wurde aber später in das Kloster St. Vaast bei Arras übertragen und dort am 12. Febr. 1188 feierlich zur Verehrung ausgesetzt. Zu Ardres wird sein Fest am 9. Nov. gefeiert. Sein Name steht auch im Mart. Rom. (VI. 62.)
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Re: Heilige des Tages

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09. November: Hl. Theodor Tyro, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Theodorus, M. (9. Nov. al. 17., 18. Febr.). Dieser hl. Martyrer führt zum Unterschied von dem Heerführer (dux) dieses Namens den Beinamen Tyro, d. i. »der Neuangeworbene,« oder von Amasea, wo er gelitten hat. Die Stadt, welche jetzt Amasija heißt, lag im Pontus und war als Festung sehr bedeutend. Die »Acten«, welche Metaphrastes von ihm herausgegeben hat, sind unächt. Aber die Verehrung und der Ruhm dieses heil. Martyrers war besonders in Griechenland und Syrien so ausgebreitet, daß die Stadt Euchais, wo seine Reliquien beigesetzt waren, nach seinem Namen Theodoropolis genannt wurde. (Vgl. aber S. Theodorus). Auch in Constantinopel gab es eine ihm geweihte Kirche, ebenso in Jerusalem, Damascus, Rom am Fuße des Palatinischen Hügels. In Kleinasien zogen zahlreiche Wallfahrer aus den Städten und vom Lande zur Festfeier nach Theodoropolis. Das Jahr seines Martyriums ist (nach Ruinart) 306. Sein Bekenntniß für Christus war dieses: »Ich kenne keine Götter, denn sie sind es in Wahrheit nicht. Ihr freilich meinet irrthümlich, daß die trügerischen Dämonen, die Nachäffer Gottes, diesen ehrwürdigen Namen verdienen. Mein Gott ist Christus, Gottes eingeborner Sohn. Ihn ehre und bekenne ich; wer mich deßhalb verwundet, thue es; wer mich deßhalb schlägt und brennt, verletze mich und bringe die Flamme an meinen Leib; wen mein Bekenntniß beleidigt, reiße mir die Zunge aus dem Munde! Jedes einzelne Glied ist verpflichtet, seinem Schöpfer zu Ehren mit Geduld zu leiden.« Einer von den Anwesenden spottete über diese Rede ganz in der Weise der Ungläubigen unserer Tage, ob Gott einen Sohn habe und wie das zugegangen sei, daß er Vater geworden. Der Heilige blieb die Antwort nicht schuldig: »Mein Gott,« sprach er, »ist nicht fleischlicher Zuneigung ergeben wie ein Mensch, und ich bekenne, daß Er wahrhaftig einen Sohn hat, der so geboren ist, wie es Gottes würdig ist. Wie magst aber du, Erbarmungswürdiger, der du von Gott nichts weißt, dessen Vernunft nicht weiter reicht als die fünf Sinne, so keck sein, daß du nicht dein Haupt zu Boden senkest bei dieser Frage, der du sogar ein Weib mit dem Namen Gott bezeichnest, ja sie als Mutter von zwölf Söhnen anbetest, einen Dämon, der viele Junge hat, wie die Hafen und die Säue, und mit Leichtigkeit empfängt und verliert!« Man hielt diese Rede für unüberlegt und gab ihn auf einige Zeit frei, damit er nachdenken und sich eines Bessern besinnen könne. Er benutzte die Frist, um den Tempel der Göttinenmutter Cybele anzuzünden, und gab auf diese Weise durch die That selbst die verlangte Antwort. Der hl. Gregor von Nyssa erwähnt dieselbe als ein »kühnes Beginnen,« weßhalb vielleicht angenommen werden darf, daß der Tempel gänzlich niederbrannte. Die ganze heidnische Bevölkerung gerieth in Trauer wegen der dem Tempel und der Statue der Göttin geschehenen Unthat, der Heilige rühmte sich derselben als einer edeln und herrlichen That. Vor Gericht gestellt, kam er den Fragen des Gerichtes durch ein offenes und muthiges Geständniß zuvor. Man versprach ihm aber nicht bloß Straflosigkeit, sondern auch Würden und Ehren, ja selbst das Oberpriesterthum, wenn er nur jetzt sich den Gesetzen unterwerfen und Christus verleugnen werde. Darauf entgegnete er: »Ich halte die Götzenpriester für beklagenswerthe Menschen, und bemitleide sie als Diener einer falschen Gottesverehrung. Noch mehr bedaure ich die Oberpriester, ja ich verabscheue sie. Unter den Bösen ist allemal der Bösere, der den ersten Platz unter ihnen behauptet, der Elendere. Er ist der Ungerechtere unter den Ungerechten, unter den Mördern der Grausamere, unter den Ausgelassenen und Lüstlingen der Ausgelassenere und Schamlosere. Deßhalb bemühet euch nicht ferner mit euren Versprechungen. Ihr müsset ja merken und fühlen, daß ihr mir nur das äußerste Unglück, den größten Schaden versprechet. Für denjenigen, welcher in Frömmigkeit und Rechtschaffenheit zu leben entschlossen ist, ist es besser, der Letzte zu sein im Hause des Herrn, als (der Erste) in den Häusern der Sünder. Daher bedaure ich auch die Kaiser, deren ungerechtes Gesetz ihr immer im Munde führet, weil sie, die als Kaiser die höchste Gewalt inne haben, was offenbar hinreichen würde, auch noch den Namen eines Oberpriesters angenommen haben, und in Folge hievon ihren Herrscherpurpur mit dem traurigen dunkelfarbenen Kleide der unglücklichen Oberpriester entehren, da sie in glänzender und herrlicher Stellung ein trübseliges und unerfreuliches Gewand tragen, ja sogar manchmal, wenn sie zu dem unreinen Altar treten, Köche statt Kaiser machen, indem sie Vögel tödten, die Eingeweide armer Thiere durchwühlen und untersuchen, und wie Metzger und Fleischhändler ihr Kleid mit schmutzigem Blute besudeln.« Jetzt nahm alle bisherige Nachsicht ein schnelles Ende; der hl. Martyrer hatte nicht bloß die Götter gelästert, sondern auch die Kaiser beleidiget, und deßhalb spannte man ihn auf die Folter, und zerriß ihm den Leib. Der heil. Martyrer blieb standhaft und betete während der Peinen den Psalmvers: »Den Herrn will ich preisen zu aller Zeit; sein Lob soll stets in meinem Munde sein.« In der folgenden Nacht erhellte himmlischer Glanz die Dunkelheit des Gefängnisses, so daß sein Leuchten selbst auf der Straße gesehen wurde; der Heilige aber fuhr fort, als ob nichts geschehen wäre, Psalmen zu singen und so laut zu beten, daß man meinte, es sei ein Chor von Sängern und Betern bei ihm versammelt. Der Gefängnißwärter gerieth in große Bestürzung und öffnete die Thüre, fand aber Niemanden als den ruhig daliegenden Martyrer und die übrigen Gefangenen, welche schliefen. Nachdem er in allen Prüfungen sich standhaft bewährt hatte, verurtheilte man ihn endlich zum Feuertode, durch welchen er in den Himmel einging, wo er von Gott seinen Verehrern zahlreiche Wohlthaten für Leib und Seele erbittet. Die Griechen nennen als seine Mitkämpfer für Christus die hhl. Eutropius, Leonicus und Basiliscus. Reliquien von ihm befinden sich in Brindisi und Gaöta. Auf Bildern sieht man ihn, den brennenden Götzentempel im Hintergrunde, mit einer Fackel in der einen, und einem Kreuze in der andern Hand, oder mit der Martyrerpalme auf dem Scheiterhaufen. Seine ganze Legende ist (vgl. Migne, diction iconogr. S. 599) in 38 Abtheilungen in einem Glasgemälde des Chores der Kathedrale von Chartres dargestellt. Das Bild stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Quelle hat geschrieben:Deus, qui nos beáti Theodóri Mártyris tui confessióne gloriósa circúmdas et prótegis: præsta nobis ex eius imitatióne profícere, et oratióne fulcíri.
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Re: Heilige des Tages

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09. November: Hl. Ursinus, Bischof von Bourges
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Ursinus. Ep. (29. Dec. al. 9. Nov). Dieser hl. Ursinus wird als Stifter und erster Bischof der Kirche von Bourges verehrt. Nach der älteren Legende ist er der Nathanael des Evangeliums. In dem Avaricum der Gallier angekommen, miethete er sich bei einer armen Familie eine kleine Wohnung, und hatte bald die Freude, seinen Miethsherrn mit Frau und Kindern durch die hl. Taufe in die Kirche Gottes aufnehmen zu können. Als sich aber der Kreis der Gläubigen erweiterte, begann sofort die Verfolgung: er wurde mit Steinwürfen aus der Stadt vertrieben. Doch verweilte er nur kurze Zeit an einem einsamen Orte, und kehrte, sobald er Nachricht erhielt, daß der Sturm sich gelegt habe, wieder nach Bourges zurück. Der Senator Leocadius, obgleich noch Heide, gestattete sogar, daß er seinen Palast für die neue Christengemeinde in eine Kirche umwandelte. Es war dem Heiligen gegönnt, noch viele Jahre im Frieden den Gläubigen vorzustehen, bis er im hohen Alter verschied. Seine Reliquien wurden im 6. Jahrh. zum ersten Male erhoben und in die St. Symphorianuskirche übertragen, welche später seinen Namen erhielt. Eine andere Translation hat am 23. Oct. 1239 stattgefunden. Jetzt sind die heil. Ueberreste bis auf wenige kleine Theile verloren. (Guerin.)
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

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10. November: Hl. Leo der Große, Papst, Kirchenlehrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Leo, (11. April), seiner Tugenden und Kenntnisse, so wie seiner außerordentlichen Wirksamkeit wegen, mit Recht »der Große« genannt, wird selbst von den Gegnern als einer der vorzüglichsten Päpste bezeichnet, in deren Reihe er nach Einigen der 46., nach den Bollandisten aber der 47. war. Er stammte aus einer sehr vornehmen Familie in Toscana (sein Vater hieß Quintianus), wurde aber, wie er in einem seiner Briefe selbst berichtet, in Rom geboren, und zwar gegen Ausgang des 4. Jahrh. Von seiner früheren Jugendzeit ist nichts bekannt; daß er sie aber sehr gut angewendet habe, zeigen die vielseitigen Kenntnisse, die er durch seinen Fleiß und seine ausgezeichneten Talente in allen Zweigen der Wissenschaft sich erworben, wobei er jedoch alles menschliche Wissen nur als eine Vorbereitung zum Studium der Gottesgelehrtheit und der göttlichen Bücher betrachtete. Wann er in den geistlichen Stand getreten, ist nicht bekannt; er erscheint zuerst als Erzdiakon der Kirche zu Rom unter dem hl. Papste Cölestin I., bei welchem er schon großes Ansehen genoß. Unter dessen Nachfolger, dem hl. Papste Sixtus III., wuchs sein Ansehen um so mehr, da durch seinen Scharfsinn und Eifer die Fallstricke entdeckt wurden, welche der wegen seiner Anhänglichkeit an den Pelagianismus ausgeschlossene Bischof Julianus von Eclanum durch seine erheuchelte Buße legte, um wieder in die Kirchengemeinschaft aufgenommen zu werden, welche Aufnahme dann unterblieb. Um diese Zeit (439) waren die beiden römischen Feldherren Aëtius und Albinus, der Senator, in Gallien in einen Zwist gerathen, der für das Reich sehr nachtheilige Folgen bringen mußte. Da wurde denn unser hl. Leo dorthin gesandt und brachte glücklicher Weise die Versöhnung zwischen beiden Feldherren zu Stande. Während er sich mit diesem Versöhnungsacte beschäftigte, starb der hl. Sixtus am 28. März 440. Alle Augen der römischen Geistlichkeit waren nun auf unsern hl. Leo gerichtet, den man allein für Denjenigen hielt, der durch seine Heiligkeit, Klugheit, Gelehrsamkeit und Rednergabe im Stande wäre, zu jener unruhigen und gefahrvollen Zeit das von allen Seiten umstürmte Schifflein Petri zu lenken. Die auf ihn gefallene Wahl erhielt auch wirklich den Beifall der ganzen christlichen Welt. Man schickte sogleich eine Gesandtschaft an ihn ab, um ihn zu bitten, daß er nach Rom kommen möchte. Als er daselbst eintraf, ward er mit unaussprechlichen Freudenbezeugungen empfangen. Was die »Ceremonie seiner Erhöhung« betrifft, so fand sie nach Butler (IV. 491) statt am Sonntage den 29. Sept. 440, während der hl. Sixtus III. gegen die Mitte des Monats Juli gestorben seyn soll. Nach den Bollandisten aber (II. 16. nr. 10), die den 28. März als seinen Todestag angeben, wäre der hl. Leo am 18. April 440 gewählt und am 28. Mai ordinirt worden. Bei W.W. (VI. 445), wo ausführlich über den hl. Leo gesprochen wird, ist hierüber nichts enthalten. Die Zeiten, wo Leo das Ruder der Kirche ergreifen mußte, waren sehr stürmisch; er aber wurde nicht muthlos, weil er sein ganzes Vertrauen auf Gott setzte. Kaum hatte er den päpstlichen Stuhl bestiegen, als er der Irrlehre und dem Laster unversöhnlichen Krieg ankündigte. Er trug sehr oft seinem Volke das Wort Gottes vor; da er es für die nothwendigste Pflicht eines Hirten hielt, das Predigtamt zu verwalten. Es sind noch 101 Predigten über die Hauptfeste des Jahres von ihm vorhanden, in welchen er besonders das Fasten und Almosengeben empfiehlt. Ungemein kräftig und beredt spricht er sich über diese beiden gute Werke aus; aber er übertrifft sich selbst, wenn seine Reden das Geheimniß der Menschwerdung darstellen. Außer seinen Predigten verdienen auch seine Briefe, 141 an der Zahl, eine besondere Aufmerksamkeit. Sie betreffen mehrere Punkte des Glaubens und der Kirchenzucht, und aus ihnen lernt man seinen Eifer kennen, mit welchem er an der Verbreitung des Reiches beitete. Viele Ungläubige wurden von ihm zur Kenntniß der Wahrheit geführt. Durch ihn errang die Kirche glänzende Siege über die Manichäer, Arianer, Apollinaristen, Nestorianer, Eutychianer, Novatianer und Donatisten. Nach der Eroberung Karthago's durch die Vandalen im J. 439 waren viele Manichäer nach Rom geflohen, stellten sich aber daselbst als Katholiken, bis man im J. 443 ihre Ketzerei dadurch entdeckte, daß sie bei der Antheilnahme am Tische des Herrn mit den Gläubigen die Gestalten des Weins, den sie den »Geifer des Drachen« nannten, nie genossen. Der Papst brachte nun kräftige Mittel gegen diese Ketzer in Anwendung. Er lud die Auserwählten unter ihnen vor eine aus Bischöfen, Priestern und Senatoren bestehende Versammlung; ihre Bücher, die gottlose Dogmen enthielten, wurden verbrannt, die Reuigen wieder, nachdem sie ihrem Irrthume abgeschworen, in die Kirchengemeinschaft aufgenommen, die hartnäckigen Ketzer aber des Landes verwiesen. Um dieselbe Zeit zerstörte er auch den Pelagianismus der bei Aquileja sein Haupt wieder zu erheben begann, wobei ihm der hl. Prosper von Aquitanien, der Schüler und Freund des hl. Augustinus, vortreffliche Dienste leistet. In Spanien trieben damals die Priscillianisten ihr Unwesen; nur der hl. Bischof Turribius von Astorga bekämpfte ihre Irrthümer mit Kraft und Würde, wofür ihm unser hl. Papst Leo in einem Briefe große Lobsprüche ertheilte, zugleich alle Bischöfe Spaniens auffordernd, sich in ein Concilium zu versammeln und die Ketzerei gänzlich auszue rotten. Gegen Ende des J. 444 war ein Streit unter den gallischen Bischöfen entstanden, in welchem unser hl. Leo als Schiedsrichter auftrat und selbst den hl. Erzbischof Hilarius von Arles nicht schonte, sondern vielmehr ihn, der im übergroßen Eifer zu strenge gegen einige seiner untergebenen Bischöfe gehandelt hatte, in die gehörigen Schranken wies etc. (Vgl. W.W. VI. 447). Im J. 446 beschäftigten den heil. Papst besonders die Angelegenheiten Illyriens, wo der Metropolit Anastasius von Thessalonich ebenfalls seine Gewalt überschritten hatte, so daß der Papst auch gegen ihn einschreiten mußte. – Viele Sorgen verursachten dem hl. Leo die Irrlehren des Eutyches. Diesen hatte der hl. Patriarch Flavianus von Constantinopel im J. 448 wegen seiner Irrlehren aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen; Eutyches aber hatte sich die Gunst des einflußreichen Eunuchen Chrysaphius erschlichen, so daß dieser den Kaiser Theodosius II. bestimmte, unter dem Vorsitze des von derselben Ketzerei angesteckten Patriarchen Dioskurus von Alexandria ein Concilium abhalten zu lassen. Diese sogenannte »Räubersynode«von Ephesus, die am 8. Aug. 449 eröffnet wurde, sprach den Eutyches los und verurtheilte den hl. Flavianus, mit dem man auf die schändlichste Weise verfuhr. Die 4 Legaten Leo's nahmen sich aber mit aller Unerschrockenheit des hl. Erzbischofs von Constantinopel an. Kaum hatte Leo den Hergang der Sache erfahren, als er die Beschlüsse der Synode für nichtig erklärte, den hl. Flavianus in einem Briefe zur Beharrlichkeit ermunterte, und dem Kaiser wegen seiner Eingriffe in die Freiheit der Kirche die Rache Gottes androhte. Diese war gleichsam eine Weissagung der Unfälle, welche nachher diesen Fürsten trafen, wozu besonders sein im J. 450 erfolgter plötzlicher Tod zu rechnen ist. Die Nachfolger des Theodosius, nämlich seine hl. Schwester Pulcheria und ihr Gemahl Marcianus erklärten sich für die katholische Wahrheit und unterstützten den hl. Leo, der einen allgemeinen Kirchenrath zusammenberief, welcher am 8. Oct. 445 zu Chalcedon in Gegenwart von 630, meist orientalischen Bischöfen feierlich eröffnet wurde. Der hl. Papst Leo stand demselben vor durch seine Legaten: den Bischof Paschasinus von Lilybäum, den Bischof Lucentius von Ascoli und den Priester Bonifacius von Rom. Es wurde darin besonders das Andenken des hl. Flavianus gefeiert, Dioskurus aber in den Kirchenbann gethan und wegen verschiedener Verbrechen abgesetzt, deren vorzüglichste waren, daß er den Brief des hl. Papstes Leo in der Synode zu Ephesus unterdrückt, den hl. Flavianus excommunicirt und ein allgemeines Concilium ohne die Autorität des Papstes, was niemals erlaubt gewesen, zu halten unternommen hatte. Der Brief war jener, den Leo am 13. Juni 449 an den hl. Flavianus geschrieben hatte, in welchem eine schlichte und bestimmte Erklärung der katholischen Lehre über das Geheimniß der Menschwerdung enthalten war, das Nestorius durch die Behauptung zweier Personen in Christus und Eutyches durch die Behauptung Einer Natur in Ihm arg angegriffen hatten. Kaum hatten die Väter den Inhalt dieses Briefes vernommen, als sie ausriefen, der hl. Geist habe denselben eingegeben und er müsse in der ganzen Kirche als Richtschnur angenommen werden. Der hl. Papst bestätigte die Beschlüsse der Väter, die den Glauben betrafen, und sie wurden auch stets von der ganzen Kirche mit der größten Ehrerbietung angenommen. Nur gegen den 28. Kanon, welcher in Abwesenheit seiner Legaten auf Veranlassung des Erzbischofs Anatolius von Constantinopel abgefaßt worden, erklärte sich der hl. Leo, weil in demselben der Erzbischof von Constantinopel, als der Residenz des Kaisers, den Titel eines Patriarchen, und sogar des ersten Patriarchen im Morgenlande erhielt, so daß also die Patriarchen von Alexandria, Antiochia und Jerusalem zurückgesetzt wurden. Dieser Kanon wurde jedoch durchgesetzt, ungeachtet der Einsprüche Leo's und seiner Nachfolger, und legte den Grund zur Trennung der orientalischen von der occidentalischen Kirche, wie es Leo wohl vorausgesehen hatte. Während so die Umtriebe der Ketzer das morgenländische Kaiserthum erschütterten, war das abendländische Reich der Wuth der Barbaren preisgegeben. Es geschah dieses besonders durch den heidnischen Hunnenkönig Attila (Etzel), den Sohn Mundzucks, der nach Ermordung seines Bruders Bleda (Buda) um das J. 444 mit seinen Horden Thracien, Illyrien, Griechenland, Deutschland etc. verwüstete, dann auch in Gallien einbrach, dort aber im J. 451 von dem römischen Feldherrn Aëtius bei Chalons sur Marne (Catalaunum) geschlagen wurde und nun wieder nach Pannonien zurückkehrte, um dort neue Kräfte zu sammeln. Im J. 452 zog dann dieser Tyrann, der wegen seiner Grausamkeit »Geißel Gottes« genannt wurde und sich auch selbst so nannte, nach Oberitalien, zerstörte Aquileja, Padua, Mailand, Verona, Mantua, Pavia etc. und war schon im Begriffe, nach Rom zu ziehen, um auch diese Stadt und mit ihr den christlichen Namen zu vernichten. In dieser großen Noth, da Alles zittierte und floh, da der Kaiser Valentinianus III. hinter den festen Mauern Ravenna's in Angst und Schrecken weilte; da selbst der Feldherr Aëtius, der doch den Attila früher besiegt hatte, an der Rettung Rom's verzweifelte; da war es der hl. Papst Leo, welcher unter Gottes Beistand die Stadt vom Verderben rettete. Auf die Bitte der Einwohner ging er nämlich in Begleitung des Consuls Avienus und des Präfecten Tergetius dem Wütherich entgegen. Sie trafen ihn mit seinem Kriegsheere da, wo der aus dem Gardasee (Benacus) kommende Mincio (Mincius) in den Po (Padus) sich ergießt. Hier sprach nun der hl. Leo nach Petrus Canisius so zu Attila: »Senat und Volk von Rom, einst Sieger des Erdkreises, jetzt aber besiegt, bitten dich inständig um Schonung. Es hätte dir ein größerer Ruhm nicht zu Theil werden können, als daß dieses Volk jetzt bittend zu deinen Füssen liegt, vor welchem sonst Könige und Völker demüthig bittend lagen. Da du die Römer, die Besieger aller Völker, unterworfen hast, hast du dadurch den ganzen Erdkreis unterworfen; jetzt bitten wir dich nur, daß du, der du Alles besiegt, nun auch dich selbst besiegest. Da du den Gipfel der menschlichen Größe erstiegen hast, worin könntest du dem unsterblichen Gott ähnlicher seyn als dadurch, daß du, je mehr du besiegt hast, nun desto mehr verschonen wollest? Die Bösen haben deine Geißel gefühlt; mögen jetzt die Bittenden deine Milde fühlen, sei es, weil sie sich als besiegt bekennen, oder weil sie freiwillig deine Befehle erfüllen wollen«. Diese Worte, so wie die ehrwürdige Gestalt des hl. Papstes Leo, den Attila mit Ehrfurcht betrachtete, machten einen solchen Eindruck auf ihn, daß er eine Zeit lang sinnend da stand, dann aber sogleich den Frieden versprach und auch wirklich nach Pannonien zurückkehrte, wo er im J. 453, da er vollberauscht mit der schönen Ildico, einem demschen Mädchen, das Hochzeitfest begehm wollte, schnell – wie Einige meinen, am Blutsturze – starb. Als nach dem Rückzuge seine Umgebung ihn fragte, wie es denn gekommen, daß er wider alle seine Gewohnheit den Worten des Papstes so schnell Gehör gegeben, erwiederte er, er habe neben dem Papste noch einen Andern in priesterlicher Kleidung gesehen, der ihm mit gezücktem Schwerte den Tod gedroht habe, wenn er dem Papste nicht folgen würde. Dieser Andere soll der hl. Apostel Petrus gewesen seyn, während ein anderer Schriftsteller angibt, Attila habe zwei ehrwürdige Männer, die man für die hhl. Apostel Petrus und Paulus hielt, an der Seite des hl. Leo erblickt. Dieser selbst aber wurde bei seiner Rückkehr nach Rom mit den größten Ehrenbezeugungen aufgenommen und als »Vater des Vaterlandes« begrüßt. Einige Zeit nachher ging der hl. Papst Leo auch dem arianischen Vandalenkönige Genserich, der von der Kaiserin Eudoxia gegen ihre Feinde zu Hilfe gerufen worden, muthig entgegen, und bat ihn, er möchte sich mit der Plünderung der Stadt begnügen, ohne Blut zu vergießen oder Feuer anzulegen, was ihm auch bewilligt wurde. Die Vandalen zogen mit einer reichen Beute und vielen Gefangenen ab. Die schweren Wunden der geplünderten Stadt suchte der hl. Leo auf alle mögliche Weise zu lindern und zu heilen, namentlich die zerstörten Kirchen wieder herzustellen, obgleich bei dieser Plünderung unersetzliche Schätze verloren gingen, wie z.B. die goldenen und silbernen Gefäße des Tempels zu Jerusalem etc. – Was den Character des hl. Leo betrifft, so waren die Hauptzüge desselben Demuth, Sanftmuth und Liebe; deßhalb wurde er auch immer geehrt und geliebt von den Kaisern, Fürsten und von allen Ständen, sogar von Heiden und Barbaren. Das innige Vertrauen, welches er auf Gott setzte, machte, daß er, wie der sel. Petrus Canisius in seiner Lebensgeschichte sagt, nie den Muth verlor, sondern in allen Trübsalen stets heiter blieb. Nachdem er noch viel zur Ehre Gottes und zum Heile der Kirche gewirkt hatte, was hier aufzuzählen zu weit führen würde, starb er im J. 461, und zwar nach den Meisten am 10. Nov., nach Einigen aber am 30. Oct., nachdem er 21 Jahre, einen Monat und 13 Tage auf dem päpstlichen Stuhle gesessen. Sein Leichnam wurde in der Peterskirche begraben, in der Folge aber erhoben und an einen andern Platz dieser Kirche durch den Papst Sergius I. gegen Ende des 7. Jahrhunderts versetzt, und zwar am 11. April, an welchem Tage sein Fest sich in allen römischen Kalendern findet. In andern Martyrologien steht es auch am 14. und 15. März, in den griech. Menologien aber am 18. Febr., an welchem Tage wahrscheinlich ihm zu Ehren in Constantinopel eine Kapelle oder Kirche geweiht wurde, da sein Name schon im J. 536 in die griech. Diptychen aufgenommen worden. Am 1. Aug. 1580 ließ Papst Gregorius XIII. das Grab des hl. Leo öffnen, und es fanden sich darin die Leiber der Päpste Leo I., II., III. und IV. vor. Im J. 1607 wurde am 25. Mai der Leib des hl. Papstes Leo des Großen in einen prachtvollen Sarg gelegt; sein Leib erschien ganz unversehrt im päpstlichen Ornate. Endlich im J. 1715 ward sein hl. Leib in einem bleiernen Kästchen auf den Altar seines Namens in der Kirche des Vaticans aufgestellt. Wegen der köstlichen Schriftwerke, die er hinterlassen, und von welchen bei Butler (IV. 513) und W.W. (VI. 452 ff.) ausführlicher die Rede ist, hat Papst Benedict XIV. im J. 1744 den hl. Papst Leo unter die Kirchenväter (Doctores Ecclesiae) aufgenommen. Im Mart. Rom. steht der Name des hl. Leo am 11. April, als dem Tage seiner Uebertragung durch Sergius I., wie denn auch die Bollandisten an diesem Tage ihn behandeln und besonders die vom sel. Petrus Canisius verfaßte Vita geben. Auch findet sich dort eine Abbildung von ihm, die jedoch im »Propyläum« zum Monate Mai berichtigt wird. (II. 14–22).

Quelle hat geschrieben:Gott, du hast deine Kirche auf den festen Glauben der Apostel gebaut und lässt nicht zu, dass die Pforten der Hölle sie überwältigen. Auf die Fürsprache des heiligen Papstes Leo stärke in der Kirche den Glauben und schenke ihr Einheit und Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Quelle hat geschrieben:Gregem tuum, Pastor ætérne, placátus inténde: et, per beátum Leónem Summum Pontíficem, perpétua protectióne custódi; quem totíus Ecclésiæ præstitísti esse pastórem.
Per Dominum.
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10. November: Hl. Andreas Avellinus
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Andreas Avellinus, Conf. (10. Nov.) Der hl. Andreas Avellinus, der bis zur Ablegung seiner Gelübde im Theatinerorden Lancelot hieß, erblickte im Jahre 1521 zu Castro-Nuovo, einer kleinen Stadt des Königreichs Neapel, das Licht der Welt und trat, um Gott ganz zu leben und den Gefahren der Welt, deren er mehrere hinsichtlich der Keuschheit zu bestehen hatte, zu entgehen, in den geistlichen Stand. Seine Eltern schickten ihn daher, um die bürgerlichen und geistlichen Rechte zu studiren, nach Neapel, wo er den Doctorgrad erhielt und zur Priorwürde erhoben wurde. Als ihm einst bei einer geistlichen Vertheidigung (vor dem geistlichen Gerichte »in foro duntaxat ecclesiastico«, wie es im römischen Brevier heißt) in einer wenig bedeutenden Sache eine Unwahrheit entkommen war, machten die Worte »ein Lügenmund tödtet die Seele« (Weish. 1, 11.), die er bald darauf zufällig in der hl. Schrift las, solchen Eindruck auf ihn, daß er für immer diesen öffentlichen Geschäften entsagte, um sich einzig der Buße zu widmen. Vom damaligen Erzbischofe von Neapel zum Beichtvater von Klosterfrauen bestellt, leuchtete er ihnen nicht blos durch sein hl. Beispiel voran, sondern ertrug auch die Verfolgungen, die er wegen dieses Amtes zu erdulden hatte, mit Gleichmuth. Immer mehr vom Verlangen gedrängt, der Welt ganz zu entsagen, trat er endlich unter die Theatinerkleriker und zog sich im Jahre 1556 in ihr Haus zu Neapel zurück, wo er aus inniger Liebe zum hl. Kreuze sich von den Obern den Namen Andreas erbat. Seine ausgezeichneten Tugenden erwarben ihm die Verehrung der größten Männer seiner Zeit, wie z.B. die eines hl. Karl Borromäus. Da ihm nichts so sehr am Herzen lag als die Verbesserung der Geistlichkeit, that er Alles, um unter ihnen wieder jenen Geist zu beleben, von dem die Apostel beseelt waren. Er ward auch an verschiedene Orte berufen, um daselbst Häuser seiner Genossenschaft zu errichten. Endlich wurde Andreas, von Arbeiten erschöpft und durch Alter entkräftet, am Fuße des Altares, als er eben die hl. Messe anfing, vom Schlagflüsse befallen. Er wiederholte zwar dreimal die Worte: »Introibo ad Altare Dei ...«, konnte aber nicht fortfahren. Man ertheilte ihm die hl. Wegzehrung und die letzte Oelung, dann entschlief er ruhig im Herrn am 10. Nov. 1608, in seinem 88. Lebensjahre. Seine sterbliche Hülle wird zu Neapel in der Theatinerkirche zum hl. Petrus aufbewahrt. Andreas Avellinus wurde sechszehn Jahre nach seinem Tode (1624) vom Papste Innocenz X. »selig« gesprochen und von Clemens XI. im Jahre 1712 in das Verzeichniß der »Heiligen« aufgenommen. Sicilien und die Stadt Neapel erwählten ihn zu ihrem Patrone. Von ihm sind mehrere Werke über gottselige Gegenstände vorhanden, die in den Jahren 1733 und 1734 zu Neapel in 5 Quartbänden gedruckt erschienen. – Sein Name steht sowohl im allgem. Mart. Rom. als auch in dem für den Orden des hl. Benedictus am 10. Nov., in dem für den Predigerorden aber am 26. Nov. Im röm. Brevier ist sein Fest am 10. Nov. und zwar ritu semidupl. für die allgemeine Kirche, dagegen für Italien, Sardinien und die anliegenden Inseln ritu dupl. (But.)

Quelle hat geschrieben:Deus, qui in corde beáti Andréæ Confessóris tui, per árduum cotídie in virtútibus proficiéndi votum, admirábiles ad te ascensiónes disposuísti: concéde nobis, ipsíus méritis et intercessióne, ita eiúsdem grátiæ partícipes fieri; ut, perfectióra semper exsequéntes, ad glóriæ tuæ fastígium felíciter perducámur.
Per Dominum.
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10. November: Hl. Demetrius und Gefährten, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:SS. Demetrius et 22 Soc. MM. (10. Nov.) Die hhl. Demetrius (ein Bischof), Anianus (ein Diakon), Eustocius (im Mart. Rom. Eustosius) und zwanzig Gefährten erlangten zu Antiochia in Syrien die Marterkrone, und kommen auch im Mart. Rom. am 10. November vor. (El., Mg.)
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10. November: Hl. Johannes Scotus, Bischof von Mecklenburg, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Johannes Scotus Ep. Mart. (10., al. 3. 8. Nov. etc.). Dieser hl. Johannes, ein Schotte von Geburt, war nach seiner Priesterweihe in die Mission nach Deutschland abgegangen und hatte dort bei den Wenden und Sachsen eben das Evangelium zu verkünden angefangen, als er von dem Erzbischof Adelbert I. von Bremen als Bischof von Mecklenburg aufgestellt und consecrirt wurde, wie die Bollandisten am 7. Juni (II. 41. nr. 8) im Leben des hl. Godeschalcus erwähnen. Als Bischof setzte der hl. Johannes mit unvermindertem Eifer seine apostolische Predigt fort, wurde aber von den Heiden, die er dadurch gereizt hatte, überfallen und mit Prügeln halbtodt geschlagen. Endlich wurde dem ehrwürdigen Greise, welchen die erlittene Pein in seinem Bekenntnisse für Christus nur um so standhafter machte, Hände und Füße, zuletzt im J. 1066 auch das Haupt abgehauen, welches dann die Barbaren an eine Lanze spießten und es ihrem Gotte Radegast weihten. Auch am 23. Febr. wird dieser hl. Bischof bei Bucelin angegeben, wo er aber nicht, wie er hier thut, das Jahr 1066, sondern das Jahr 1064 angibt. Er steht auch im Elenchus. †.
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Re: Heilige des Tages

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10. November: Hl. Justus, Erzbischof von Canterbury
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Justus, (10. Nov.), Erzbischof von Canterbury (Cantuaria), ein Römer von Geburt und ein gelehrter Ordensmann aus dem Kloster des hl. Gregorius, wurde nach Butler (XVI. 343) mit Mellitus und andern apostolischen Männern von Papst Gregorius dem Großen nach England geschickt, um dortselbst den hl. Augustinus in der Verbreitung des Evangeliums zu unterstützen. Nach dreijährigen mühsamen Arbeiten zum Bischofe von Rochester ernannt, bekehrte er den König Eadwald mit vielen Vornehmen zum Christenthume. Im J. 624 folgte er dem hl. Erzbischofe Mellitus auf dem Stuhle von Canterbury, den er mit großem Segen einnahm. Er weihte den hl. Romanus als seinen Nachfolger auf dem bischöflichen Stuhle von Rochester, und den hl. Paulinus als ersten Bischof von York. Er starb reich an Verdiensten am 10. Nov. 627. Sein Name steht auch im Mart. Rom. an diesem Tage.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

10. November: Hl. Miles, Bischof, hl. Abrosimus, Priester, und hl. Sina, Diakon, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. S. Miles, Ep. M., Abrosimus, Presb. et Sina, Diacon. (5. al. 1., 10. et 13. Nov., 22. April). Dieser hl. Miles steht in allen ältern und neuern Martyrologien des Morgen- und Abendlandes. Doch wird sein Name verschieden geschrieben. Wir finden z.B. Milles und Millesius (Boll. Apr. III. 19), Milis und Nilus (in den Menäen). Auch seine Martyrgeschichte hat mancherlei Wandlungen durchgemacht bis es Asseman gelang die ächten Acten, welche auch wir benutzen (Zingerle, I. 48 ff.) aufzufinden. Sie stammen vom hl. Maruthas, Bischof von Tayrit in Mesopotamien. (S. d. und die Vorrede Zingerle's zu seiner Uebersetzung des Asseman'schen Werkes.) Der hl. Miles war gebürtig aus der Landschaft der Razichäer (Razichiten). Er kam als Knabe an den königlichen Hof, doch führte ihn die Gnade von da weg, damit er wie ein Engel dem himmlischen Könige diene. Er ließ sich taufen und erhielt in einem Gesichte vom heiligen Geiste den Auftrag, auf dem Wege der Jüngerschaft Christi im jungfräulichen Stande zu bleiben. Zu diesem Zwecke ertödtete er sein Fleisch durch anhaltendes Fasten und häufiges Nachtwachen. So wandelte er auf der Bahn der göttlichen Lehre und wurde ein Weiser. Das lebenspendende Wort loderte wie eine Flamme in seinen Gebeinen. Er war berufen Vielen zu nützen. Darum verließ er die Stadt Lapeth (Bethlapeth, Hauptstadt im Gebiete der Huziten oder Uxier), wo er Christ geworden war, und begab sich nach Elam (Ilam, Elymais. Vgl. Act. II. 9 und Dan. 8, 2). Dort unterrichtete er täglich mit der Verkündung des wahren Glaubens die Einwohner und wurde nach drei Jahren zum Bischof geweiht. Die Hände legte ihm Gadihab, Bischof von Bethlapeth, auf. Der hl. Miles hatte weniger Erfolg, erlitt jedoch tägliche Verfolgungen. Da reisete er zuletzt ab und sprach die prophetischen Worte: »Weil du, o Stadt, nicht erbaut und festgegründet werden wolltest im Frieden, wird gewaltiges Unheil und schnelle Verwüstung plötzlich über dich hereinbrechen. Deine stolzen Paläste werden zerstört, deine übermüthigen Einwohner zerstreut werden.« So geschah es schon drei Monate später: »die Stadt ward dem Erdboden gleich gemacht und ist bis auf den heutigen Tag ein Ackerfeld.« Der Heilige zog, nur eine Handschrift des Evangeliums mit sich nehmend, nach Jerusalem, und von da nach Alexandria. Der hl. Ammonius, mit dem er befreundet war, begleitete ihn in die Klöster und Einsiedeleien Aegyptens. Dann reiste er nach Nisibis, wo er den hl. Bischof Jacob besuchte, der eben eine neue, sehr schöne Kirche erbaut hatte. Zur Bestreitung der Kosten schickte er diesem von Chadjab aus, das er hernach besuchte (in Assyrien, mit der Hauptstadt Arbela), einen ansehnlichen Vorrath Seide. In Aramäa schlichtete er in der Kirche von Seleucia und Ktesiphon einen ärgerlichen Streit, als dessen Urheber der hochmüthige Bischof Papas bezeichnet wird, durch ein Wunder, indem er den Papas, welcher seine zur Versöhnung mahnenden Worte verachtete und auf das Evangelium, das ihm der hl. Miles zur Bekräftigung seiner Ermahnung vorlegte, mit Fäusten schlug, auf der einen Seite seines Leibes vollständig lähmte. Von da reisete er in die Gegend von Maisan (am persischen Meerbusen, da wo der Tigris sich einmündet; ein anderes Maisan lag unfern von Seleucia und Ktesiphon) zu einem Einsiedler, welcher in der Wüste wohnte. Hier heilte er einen schon zwei Jahre lang krank liegenden Vornehmen, indem er dem Boten, der ihn abzuholen gekommen war, befahl, beim Eintritte in das Krankenzimmer mit lauter Stimme zu sagen: »Miles spricht: Im Namen Jesu von Nazareth sei gesund, stehe auf und wandle!« Dieß Wunder bewirkte die Bekehrung Vieler. Einen mondsüchtigen Jüngling heilte er, indem er die Stirne desselben mit dem Kreuze bezeichnete. Von dort kam er wieder ins Gebiet der Razichiten, und heilte eine von der Gicht gelähmte Frau. Ebenda kamen zu ihm zwei Männer, von denen der eine durch den andern des Diebstahls bezichtiget und zum Reinigungseid angehalten wurde. Miles rieth dem Beschuldigten: »Mein Sohn, schwöre nicht falsch und betrüge deinen Freund nicht.« Demungeachtet legte er den verlangten Eid dreist ab. Da sagte der Heilige: »Hast du mit Wahrheit geschworen, so gehe frisch und gesund nach Hause; wo nicht, so bedecke dich der Aussatz Giezi's!« Und siehe, sogleich ward der Mann aussätzig und Schrecken verbreitete sich über die ganze Stadt. Derlei Wunder enthalten die Acten noch mehrere. Auch über einen angeschwollenen Strom wandelte der Heilige ohne selbst seine Schuhe zu benetzen. Der Ruf hievon kam auch zu dem Beherrscher jener Gegend, Namens Hormisdas Guphriz. Dieser, ein eifriger Götzendiener, ließ ihn gefangen nehmen und nach Maheldagdar liefern. Mit ihm legte er auch seine zwei Schüler Abrosimus und Sina (im Menolog. des Ughellus X. 292 et 293 heißen sie Ebora und Seboa) gefangen. Er hielt sie lange Zeit in Banden, und ließ sie auch zweimal schlagen und geißeln, um sie zur Anbetung der Sonne zu bewegen. Umsonst. Sie verlachten vielmehr ihn und seine Drohungen. Als der Jahreswechsel eintraf (im October), hielt Hormisdas Guphriz große Jagd. Nach deren Beendigung ließ er die heiligen Martyrer abermals vorführen und drohte ihnen, sie abzuschlachten wie man das Wild tödtet, wenn ihn nicht der hl. Miles mit dem Glauben, den er bekenne, näher bekannt mache. Der Heilige antwortete: »Meine Lehre ist zu rein, als daß ich sie deinen unreinen Ohren anvertrauen möchte. Doch höre: gerecht wird Gott richten in jener Welt und wird euch stürzen in die höllische Finsterniß, und strafen euren Hochmuth mit Weinen und Zähneknirschen, weil ihr nicht erkennet, daß Er es ist, der euch die Güter spendet, welche ihr jetzt so übermüthig zur Wollust mißbrauchet.« Als der Ruchlose auf dem Throne diese Worte hörte, entbrannte er mit furchtbarem Grimm, erhob sich und stieß dem Heiligen die Lanze vorne in die Schulter, daß sie rückwärts herausdrang. Auch sein Bruder Narses zückte die Lanze und stieß sie dem Heiligen in die Seite, daß sie vorne herausdrang. Da nun der siegreiche Martyrer schon an die Pforte des Todes pochte, weissagte er noch in seinem schönen Tode ihren schrecklichen Tod: »Weil ihr beide als gleich böse Brüder so sehr Eines Sinnes seid, daß ihr unschuldiges Blut vergießet, so wird morgen um die nämliche Zeit, an eben diesem Orte auch euer Blut fließen, und zwar so, daß ihr euch selbst ermordet; dann werden die Hunde euer Blut lecken und die Vögel des Himmels euer Fleisch fressen. Eure Mutter wird euch beide verlieren und eure Weiber werden Wittwen sein an Einem Tage.« Darauf hauchte er seinen Geist aus. Abrosimus und Sina wurden auf zwei Hügel geführt, und einer dem andern gegenüber um dieselbe Zeit, da der hl. Miles getödtet wurde, gesteiniget. Die beiden Brüder ereilte am andern Tage die vorausgesagte Strafe, indem sie gegen einander auf ein Wild schossen, aber einer den andern in die Brust traf. Auf der Sterbestätte des hl. Miles starben auch sie. Die Leiber der drei heiligen Martyrer wurden in einer Stadt, Namens Malcan, beigesetzt. Ihr Todestag ist der 13. oder 5. November d.J. 341. Der hl. Miles wird auch den syrischen Schriftstellern beigezählt. (Zingerle – Asseman I. 48–63.) Butler nennt diese Heiligen am 10., Ughellus (l. c.) am 13. November.
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

10. November: Hl. Monitor, Bischof von Orleans
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Monitor, Ep. Conf. (10. Nov. al. 14. Juni). Dieser Heilige ist als Nachfolger Gratians der neunte Bischof von Orleans. Er wird ins fünfte Jahrhundert gesetzt und seit unvordenklichen Zeiten am 10. Nov. verehrt, weßhalb sein Andenken im Mart. Rom. sowie in dem Beda's und im El. geehrt wird. Außer ihm und dem hl. Magnus verehrt die Kirche von Orleans nur noch den Bischof Manasses I. als heilig. Nähere Nachrichten fehlen. (Gall. chr. VIII. 1413).
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

10. November: Hl. Narses, Bischof von Sciahorcadat, und hl. Joseph, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Narses (Nersas), Ep. et Josephus, M. M. (10. u. 20. al. 30. Nov., 27. März). Der hl. Bischof Narses wurde im vierten Jahre der großen von Sapor II. erregten Christenverfolgung, nebst seinem Schüler Joseph verhaftet, als eben der König in Sciahorcadat, dem Bischofssitze des hl. Narses, sich befand. Man führte beide vor Sapor, der sie zuerst durch Schmeicheleien, dann durch Drohungen dahin bringen wollte, die Sonne anzubeten. Als sie sich dessen standhaft weigerten, »weil die irdischen Vortheile, welche sie hieraus ziehen könnten, gleich dem Morgenthau vertrockneten«, und deßhalb selbst einen mehrfachen Tod für besser hielten als den Abfall von Jesus Christus, wurden sie den Händen der Schergen übergeben, welche sie enthaupteten. Dieses geschah am 10. Nov. des J. 343. Vgl. S. Nerses3.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

10. November: Hl. Theoctista, Jungfrau, Einsiedlerin
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Theoctista, V. (10. al. 9. Nov.). Diese hl. Jungfrau, zugenannt von Lesbos (Lesbia) lebte, nachdem sie sich vor den feindlichen Arabern geflüchtet hatte, 25 Jahre lang als Einsiedlerin im Walde auf der Insel Paros und ertrug mit größter Geduld die mit diesem harten Bußleben verbundenen großen Beschwerden, ohne ihrem Vorsatze untreu zu werden. Als sie endlich von einem Jägersmann aufgefunden wurde, sah sie keinem Menschen mehr ähnlich. Die Haare waren gebleicht, das Angesicht geschwärzt, der Leib so abgemagert wie ein Schatten. Sie benutzte diese Gelegenheit, um die heilige Communion zu erbitten. Nachdem sie dieselbe empfangen hatte, gab sie den Geist auf. Ist das hier Vorgetragene schon unwahrscheinlich, so noch mehr das Uebergangene. Es bleibt also, wie es scheint, nur so viel sicher, daß eine Jungfrau d. N. aus Methymna auf der Insel Lesbos von den Griechen und Lateinern (sie steht auch im Mart. Rom.) als heil. Einsiedlerin verehrt wird. Wann sie gelebt hat, läßt sich nicht angeben.
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

10. November: Hl. Tiberius und Gefährten, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. S. Tiberius (Tuberius) et Soc. M. M. (10. Nov.). Die hhl. Tiberius, Modestus und Florentia werden, wie das Mart. Rom. erwähnt, im Bisthume Agde als Martyrer verehrt. Sie sollen an dem ehedem Cessarion genannten, jetzt nicht mehr vorhandenen Orte, wo heute der Flecken St. Thibery (Herault), vormals Abtei, liegt, unter Diocletian für den Glauben an Jesus gestorben sein. Ihre Legende und ihre Namen erinnern an die der hhl. Vitus und Genossen. Das vormalige Prämonstratenser-Kloster Marchthal (Württemberg) glaubte die Reliquien dieses hl. Tiberius zu besitzen.
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

10. November: Hl. Tryphon, hl. Respleins und hl. Nympha, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. S. Tryphon, Respleins et Nympha, M. M. (10. Nov. al. 1. u. 2. Febr.) Die hier genannten hhl. Martyrer werden in der römischen Kirche am 10. Nov., vielleicht wegen einer an diesem Tage geschehenen Translation, bei den Griechen aber am 1. und 2. Febr., dem wahrscheinlichen Todestage, verehrt. Wir geben unten einen Auszug ihrer Acten nach Ruinart. In denselben ist nur vom Martyrium der heil. Tryphon und Respicius die Rede; das der hl. Nympha, wenn sie überhaupt als Martyrin gestorben ist, scheint also nicht gleich zeitig zu sein. Obwohl aber auch die Leidensgeschichte der Erstgenannten verschieden erzählt wird, so herrscht doch, von den Namen abgesehen, in folgenden wesentlichen Punkten Uebereinstimmung. Beide Heilige waren Phrygier und wurden wegen des christlichen Glaubens, der hl. Tryphon insbesondere wegen der Wunderzeichen, die durch ihn geschahen, zu Nicäa vor Gericht gestellt; sie legten ein muthiges Bekenntniß ihres Glaubens ab, litten in zwei verschiedenen Verhören die furchtbarsten Qualen, und starben im Winter des J. 250 unter dem Kaiser Decius durch Enthauptung. Abweichende Angaben bestehen über den Stand und das Alter der heiligen Martyrer; Ersterer soll nach den Einen ein Hirte gewesen und noch im Knabenalter gestanden sein, während Andere ihm eine vornehme Herkunft und ein durchaus zurechnungsfähiges Alter zuschrieben. Der hl. Respicius war nach den Einen Alters- und Standesgenosse des hl. Tryphon und wurde zugleich mit ihm als Christ eingezogen, nach den Andern ein heidnischer Hauptmann, welcher durch den Anblick der Standhaftigkeit der hl. Martyrer bekehrt wurde. In gleicher Weise, sagen diese, sei auch die hl. Nympha bekehrt worden, während jene von ihr gar keine Erwähnung machen. Sie soll vielmehr in Sicilien wegen des Glaubens gelitten haben, und entweder dort als Martyrin oder zu Rom im Frieden gestorben sein. Die von Ruinart herausgegebenen Acten, welche auch Baronius (notae) vor sich hatte, loben die hhl. Tryphon und Respicius wegen ihrer Verdienste um die Christen und ihrer außerordentlichen und wunderbaren Begabung. Deßhalb wurden sie dem Präses Aquilinus (wenn Andere sagen Quirinus, so ist die Verschiedenheit sicherlich nur die Schuld der Abschreiber) angezeigt und auf dessen Veranlassung von dem Polizei-Chef (Friedensrichter, princeps pacis) Fronto zu Apamea in Bithynien ergriffen und nach Nicäa geliefert. Der Präses zog sie einige Tage nachher vor seinen Richterstuhl. Als man ihnen nach den einleitenden Formalien mit dem Verbrennungstode drohte, antworteten sie, daß es ihr eigener Wunsch wäre, für Christus den Herrn verbrannt zu werden. Noch war es aber nicht so weit; erst stellte ihnen der Richter vor, sie sollten sich eines Bessern besinnen, denn sie seien alt genug, um ein verständiges Urtheil zu haben, aber sie entgegneten: »Ja wohl, wir haben vollen Verstand durch unsern Herrn Jesus Christus; eben deßwegen wünschen wir, den Verstand auch für Ihn zu besitzen, und den bevorstehenden Kampf gut zu vollenden.« Als hierauf der Präses sagte, er werde sie also peinigen lassen, entkleideten sich sich freiwillig, und boten sich den Henkern dar. Ohne einen Laut des Schmerzes hören zu lassen, ertrugen sie die dreistündige Peinigung und bekräftigten vor dem Richter ihren Glauben an die Allmacht Gottes und die Bestrafung der Götzendiener. Hierauf übergab sie der Präses den Jägern, mit dem Auftrage, sie mit bloßen Füßen über Eis und Schnee laufen zu lassen, wobei ihnen die Fußsohlen aufbrachen. Aber nach ihrer Zurückkunft versicherten sie dem Präses aufs Neue, ihre Gesinnung sei und bleibe auch nach dieser Pein bei dem Herrn, welchem sie dienten. Jetzt wurden sie in das Gefängniß zurückgeführt, um ihnen einige Bedenkzeit zu lassen. Aber nach Umlauf der Frist sagten sie wieder, es sei vergeblich, irgend ein Zugeständniß von ihnen zu erwarten, denn kein Mensch auf Erden sei im Stande, ihren Glauben zu untergraben. Umsonst redete ihnen der Richter zu, daß sie Mitleid mit sich selbst tragen und Vernunft annehmen sollten, denn die heil. Martyrer erwiederten: »Wir können nur dadurch mit uns Erbarmen tragen, daß wir standhaft an unserm Herrn Jesus Christus festhalten, welcher der wahrhaftige Richter ist, der die Handlungen jedes Menschen in Untersuchung ziehen wird.« Der Präses befahl, ihnen Nägel durch die Füße zu schlagen, und sie bei größer Kälte durch die Stadt zu führen. Sie duldeten es ohne Weheklagen, und als der Richter sie deßhalb fragte, bekannten sie, es komme ihnen vor, als ob die Nägel nicht durch die Füße, sondern durch die Schuhsohlen getrieben seien. Hierauf ließ er sie entblößen, ihnen die Hände auf dem Rücken zusammenbinden, sie so lange schlagen, bis die Henkersknechte ermüdeten, und dann ihre Seiten mit Hacken zerfleischen und mit Fackeln brennen. Während dieser Bein erschien ein Engel, welcher den heil. Martyrern mit Blumen und Edelsteinen gezierte Kronen aufsetzte; die Henker aber, welche dieses sahen, fielen wie todt zu Boden. Darauf erhoben die heil. Martyrer, als befürchteten sie hierin eine höllische Versuchung, ihre Augen zum Himmel und beteten: »Herr Jesus Christus, lasse nicht zu, daß der Teufel uns bewältige, sondern erhöre uns, daß wir unsern Lauf gut vollenden, und dein der Sieg sei.« Am andern Tage wurden sie neuerdings vor den Richterstuhl gestellt und wiederholt gefragt, ob sie den Befehlen des Kaisers sich fügen wollten; ihre Antwort war wieder: »Wir haben es schon oft gesagt, daß wir nur den wahren, lebendigen Gott ehren und fürchten, welcher im Himmel ist.« Endlich ließ der erzürnte Richter nach schrecklichen Schlägen mit Bleikolben, die lange Zeit fortgesetzt wurden, Schwerter herbeibringen, und sprach über diese phrygischen Jünglinge, weil sie Christen seien, und die Befehle des Kaisers nicht vollziehen wollten, das Todesurtheil. Da sprachen die hhl. Martyrer: »Herr Jesus Christus, nimm unsere Seelen zu dir und lasse sie Platz nehmen auf dem Schooße der Patriarchen,« boten freiwillig ihre Hälse dem Scharfrichter dar, und vollendeten siegreich ihren Kampf. Ihre Reliquien wurden zuerst nach Constantinopel, später nach Rom übertragen. Der Kaiser Justinian erbaute zu ihrer Ehre zu Constantinopel eine Kirche. Die ehemals zu Rom unter ihren Namen bestandene Kirche auf dem Marsfelde ist eingegangen, und wurden die dort befindlichen Reliquien nach St. Augustin übertragen (vgl. Piazza II. 452), während sich andere in der hl. Geistkirche in Sassia befinden; der größte Theil der heil. Leiber mit dem der hl. Nympha ruht aber zu St. Maria in Montecelli. Auf Bildnissen sieht man das Martyrium der Heiligen, besonders die mit Nägeln durchschlagenen Füße.

Quelle hat geschrieben:Fac nos, quaesumus, Dómine, sanctórum Mártyrum tuórum Tryphónis, Respícii et Nymphæ semper festa sectári: quorum suffrágiis, protectiónis tuæ dona sentiámus.
Per Dominum.
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

10. November: Sel. Eduard Müller, sel. Hermann Lange und sel. Johannes Prassek, die sog. Lübecker Märtyrer
Wikipedia hat geschrieben:Als Lübecker Märtyrer werden die drei katholischen Priester Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink bezeichnet, die am 10. November 1943 kurz hintereinander in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis durch Enthauptung hingerichtet wurden. Die drei katholischen Geistlichen wurden am 25. Juni 2011 seliggesprochen, an Stellbrink wird seit dessen Einführung im Jahre 1969 im Evangelischen Namenkalender erinnert.

Die katholischen Priester waren an der Herz-Jesu-Kirche in der Lübecker Innenstadt tätig, Prassek als Kaplan, Müller als Adjunkt und Lange als Vikar. Stellbrink war Pastor der Lutherkirche. Seit 1941 waren sie miteinander freundschaftlich verbunden und tauschten Nachrichten und Predigten, unter anderem des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, miteinander aus. In der Predigt am Palmsonntag 1942 sagte Stellbrink, durch den britischen Luftangriff auf Lübeck in der Vornacht habe Gott mit mächtiger Stimme gesprochen. Dies wurde fälschlich so wiedergegeben, als habe er von einem „Gottesgericht“ gesprochen, ein Begriff, der in seiner Predigt nicht vorkam. Er wurde am 7. April 1942 verhaftet, Prassek am 18. Mai, Lange am 15. Juni und Müller am 22. Juni. Außer den Geistlichen wurden noch 18 katholische Laien verhaftet, unter ihnen auch der spätere Moraltheologe Stephan Pfürtner. Ein Jahr später, vom 22. bis 24. Juni 1943, fand ihr Prozess vor dem 2. Senat des Volksgerichtshofes unter Vorsitz von Wilhelm Crohne statt, der zu diesem Zweck nach Lübeck gekommen war. Die Geistlichen wurden wegen „Rundfunkverbrechen, landesverräterischer Feindbegünstigung und Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt; die mitangeklagten Laien erhielten Freiheitsstrafen, die durch die Untersuchungshaft als abgesessen galten, oder wurden freigesprochen. Zwei Laien erhielten längere Freiheitsstrafen, darunter der schwerer belastete Adolf Ehrtmann, der mit einem Todesurteil gerechnet hatte. Daraufhin wurden die Geistlichen in die Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis verlegt. Der für die katholischen Priester zuständige Bischof von Osnabrück, Wilhelm Berning, besuchte die Geistlichen im Gefängnis und schrieb ein Gnadengesuch, das abgelehnt wurde. Pastor Stellbrink erhielt keinerlei Unterstützung seiner Landeskirche und wurde vor seiner Hinrichtung wegen seiner Verurteilung aus dem kirchlichen Dienst entlassen.

Zum 60. Jahrestag der Hinrichtung kündigte der Hamburger Erzbischof Werner Thissen den Beginn des Seligsprechungsprozesses für die drei katholischen Geistlichen der Lübecker Märtyrer an. [...] Die Seligsprechung der drei katholischen Geistlichen fand am Sonnabend, dem 25. Juni 2011, in Lübeck statt. Kardinal Angelo Amato verlas bei einem Gottesdienst unter offenem Himmel in Lübeck das Schreiben von Papst Benedikt XVI., mit dem die drei katholischen Geistlichen in das Verzeichnis der Seligen aufgenommen wurden. [...]

Eduard Müller


Hermann Lange


Johannes Prassek
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civilisation
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von civilisation »

11. November - Hl. Martinus, Bischof und Bekenner

Tagesgebet (neu):
Allmächtiger Gott,
der heilige Bischof Martin hat dich
in seinem Leben und in seinem Sterben verherrlicht.
Lass auch in uns
die Macht deiner Gnade wirksam sein,
damit weder Tod noch Leben
uns von deiner Liebe trennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Nach dem alten Meßbuch (Übersetzung: Schott):
O Gott,
Du siehst, daß wir aus eigener Kraft nicht bestehen können;
so verleihe denn in Deiner Huld ,
daß die Fürsprache Deines Hl. Bekenners und Bischofs Martinus
uns gegen alle Widrigkeiten schirme.
Durch unsern Herrn.
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

11. November: Hl. Martin, Bischof von Tours
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Martinus, Ep. (11. Nov. al. 4. Juli). Der hl. Martinus von Tours heißt der Apostel Galliens und wird überhaupt öfter den Aposteln an die Seite gestellt. Von ihm schrieben schon im J. 461 (Boll. Oct. VIII. 22.) die auf dem zweiten Concil von Tours versammelten Bischöfe: »Obwohl er nicht zu den Zeiten der Apostel lebte, so hat ihm doch die Gnade der Apostel nicht gemangelt.« Sein Jünger und Biograph Sulpicius Severus (dial. III. 21) äußert sich: »Wohl ist Griechenland glücklich zu preisen, denn es hat den Apostel (Paulus) predigen hören, aber auch die Gallischen Länder sind von Christus nicht verlassen worden, denn ihnen hat Er den Martinus gegeben.« Derselbe nennt ihn an einem andern Orte (de reb. Priscill. bei Florez, Esp. Sagr. XIV. 362) »einen den Aposteln vergleichbaren Mann«. Er ist allenthalben hoch verehrt, unzählige Kirchen sind ihm geweiht, Tausende trugen und tragen seinen Namen. Sein Geburtsort ist Sabaria in Pannonien, d.h. Stein am Anger (Sarvar, Magyarisch Szent Marton). Sein Vater war Heide und Römischer Tribun. Das Geburtsjahr schwebt im Dunkeln. Der hl. Martinus war noch in Windeln, als sein Vater nach Ticinum (Pavia) versetzt wurde. Er war von Kindheit an ein Auserwählter des Herrn; schon in seinem zehnten Lebensjahre ließ er sich, ohne vorher die Einwilligung seiner Eltern zu erholen, entflammt von den Tugendbeispielen und dem heiligen Wandel der Christen, oder vielmehr, weil die Gnade Christi ihn an sich zog, unter die Katechumenen aufnehmen. Der christliche Unterricht, den er mit unermüdlichem Eifer sich einprägte, war die einzige Schule, in welcher er lernte; gelehrte Studien machte er nicht. Ein bevorzugtes Kind der göttlichen Gnade war er am glücklichsten, wenn er der Beschaulichkeit und frommen Uebungen sich hingeben konnte. Bereits als zwölfjähriger Knabe äußerte er oft den Wunsch, das einsame und abgetödtete Leben eines hl. Antonius und seiner Schüler nachahmen zu können. Vorläufig mußte er nach dem Willen des Vaters, der diese Geistesrichtung seines Sohnes sehr ungern sah, wie es die Römische Gesetzgebung vorschrieb in den Kriegsdienst eintreten. Er war fünfzehn Jahre alt, als er in die Römische Reiterei eingereiht wurde. Nach einer Andeutung des Sulpicius Severus wurde er bald nach seinem Eintritte Circuitor, d.i. Runde-Offizier, und hatte als solcher die Wachen zu beaufsichtigen. Diese Stellung veränderte nicht im geringsten seine Demuth und seine tief gewurzelte Frömmigkeit. Er begnügte sich mit nur einem Diener, welchem er in gottgefälliger Selbstentäußerung zuweilen sogar selbst Dienste leistete, ohne zu befürchten, hiedurch sich etwas zu vergeben. Von den Fehlern, in welche ein Soldat so leicht sich verstricken läßt, hielt er sich vollkommen frei. Gegen alle seine Waffenbrüder legte er eine große Güte, eine wundersame Liebe an den Tag. Im Essen und Trinken überaus enthaltsam, lebte er inmitten der Strapazen so abgetödtet wie ein Einsiedler. Seine Kameraden liebten ihn alle mit ungewöhnlicher Zuneigung. Von seinem Kriegssolde nahm er das Wenige was er jeden Tag für seine kleinen Bedürfnisse nöthig hatte, das Uebrige gab er den Armen. Im J. 351 machte er die Feldzüge des Kaisers Constantius gegen den Usurpator Magnentius mit, und war noch beim Heere, als Cäsar Julian, der nachmals vom Christenthume abfiel, die Franken und Alemannen mit Krieg überzog, also ungefähr bis zum J. 355 oder 356. Noch als Soldat empfing er, wahrscheinlich zu Amiens, wo er die Winter-Quartiere bezogen hatte, die hl. Taufe. Kurz vorher hatte er einem vor Kälte zitternden halbnackten Bettler, der ihn an einem Thore der Stadt Amiens um ein Almosen angefleht hatte, unbekümmert um den Spott der Umstehenden, die ihn verlachten, die Hälfte seines Mantels geschenkt. Nachts darauf sah er im Traume den Heiland in der Gestalt des Bettlers mit seinem Mantel bekleidet, vor sich stehen, und hörte Ihn sprechen: »Martinus, obwohl noch Katechumene, hat mich mit diesem Mantel bekleidet.« Darin erkannte er nicht bloß eine Belohnung seiner That, sondern auch eine Aufforderung, die hl. Taufe zu empfangen. An jener Stelle, wo der hl. Martinus den Bettler beschenkt hatte, wurde nachmals eine Kapelle erbaut; ebenso an dem Orte seiner Wohnung. Er blieb noch zwei Jahre beim Heere, auf seinen Kriegsobersten wartend, der nach dieser Frist sich mit ihm zurückzuziehen versprochen hatte, und erhielt sodann den verlangten Abschied. Damals saß (seit dem J. 340) der hl. Hilarius auf dem bischöflichen Stuhle von Poitiers. Zu diesem berühmten Kirchenlichte begab sich der hl. Martinus, kaum erst in »späterer Zeit« (Stolberg Bd. XIII. S. 72. Wien, vgl. W.W.K.-L. VI. 903), sondern sogleich. Sulpicius Severus deutet dieß wenigstens an, wenn er sagt (c. 4.) unter dem Cäsar Julian habe der Heilige dem Kriegsleben entsagt, und sich zum hl. Hilarius begeben. Fällt also der Austritt aus dem Heere frühestens ins J. 355 oder 356, so ist »eine Lücke im Leben des Heiligen« nicht vorhanden. Der hl. Hilarius war damals (vgl. H.-L. II. 719 ff.) nicht nur bereits Bischof, sondern schon in die heftigsten Kämpfe mit den Arianern verwickelt. Von ihm empfing der Heilige bald darauf die niedern Weihen, war aber nicht zu bewegen, sich auch die Diakonats-Weihe ertheilen zu lassen, obwohl der hl. Hilarius ihn oft und dringend (saepissime) hiezu ermahnt hatte. Mit Ehrfurcht und Gehorsam vollzog er alle Aufträge seines geistlichen Vaters, namentlich unterzog sich der demüthige und allzeit opferbereite Jüngling mit allem Eifer dem ihm besonders übertragenen Amte eines Exorcisten, mit welchem die Gefahr, mancherlei Unbill zu erleiden, verbunden war. Einem Traumgesichte folgend, in welchem er ermahnt worden war, die Bekehrung seiner Eltern zu versuchen, machte er eine Reise nach Pannonien, nachdem er vorher dem hl. Hilarius seine Rückkehr nach Poitiers versprochen hatte. Auf dem Wege überfielen ihn Räuber, die ihn anfänglich tödten wollten, dann aber gefänglich abführten. Der ihn bewachende Räuber fragte ihn, wer er wäre. Der hl. Martinus gab zur Antwort: »Ein Christ.« Er fragte ihn weiter, ob er sich nicht fürchte. »Keineswegs«, war die Antwort, »denn ich weiß, daß uns Gottes Barmherzigkeit sonderlich in Nöthen und Bedrängnissen gegenwärtig ist.« Nach weiterm Gespräch, in welchem der Heilige Veranlassung nahm, dem Räuber die Liebe Christi zu schildern, schenkte ihm dieser, sich in sein Gebet empfehlend, die Freiheit. Das Gebet und die Ermahnungen des hl. Martinus bewegten sogar den Räuber sich zu bekehren; er wurde Mönch; als solcher erzählte er später dem Verfasser der Lebensgeschichte des hl. Martinus was mit ihm vorgegangen war. Ohne weitern Unfall reiste der Heilige weiter. In der Nähe von Mailand begegnete ihm der Teufel in Menschengestalt und fragte, wohin er gehe; der hl. Martin gab zur Antwort: »wohin Gott will«, und als der böse Geist darauf versetzte: »du magst hingehen wo du willst, immer wird der Teufel dir widerstehen«, antwortete er unerschrocken: »der Herr ist mein Helfer, ich werde nichts Böses fürchten«, worauf die Erscheinung verschwand. Die Biographie erzählt weiter, der Heilige habe seine Mutter zum Christenthum bekehrt, über den Vater jedoch nichts vermocht, dann aber während seines Aufenthalts in seinem Vaterlande von den Arianern Vieles, sogar Ruthenstreiche gelitten. Sie brachten es selbst dahin, daß er aus Pannonien verbannt und zur Rückkehr nach Italien genöthiget wurde. Er wollte in Mailand eine klösterliche Niederlassung gründen. Auch der hl. Hilarius war nämlich damals in die Verbannung geschickt worden. Dem hl. Martinus wurde aber von dem Arianischen Bischof Aurentius, der ihn gleichfalls mißhandeln ließ, der Aufenthalt in Mailand verboten, worauf er um d.J. 359 auf der Insel Gallinaria (Isola d'Albenga) im Tyrrhenischen Meere sich niederließ. Eine tödtliche Krankheit, in Folge des Genusses von Nießwurz, wendete Gott glücklich von ihm ab. Als der hl. Hilarius im Jahre 360 in Folge eines Dekrets des Kaisers Constantius nach Gallien heimkehrte, folgte ihm der hl. Martinus auf dem Fuße. Es wurde ihm der Unterricht der Katechumenen übertragen. Als einer derselben, ehe er noch getauft war, schnell von einer schweren Krankheit weggerafft wurde, brachte ihn der Heilige durch sein Gebet, indem er sich über die Leiche legte, wieder zum Leben. Sein Biograph, Sulpicius Severus, hat den Erweckten (nach c. 5) selbst noch gekannt und gesprochen. Derselbe setzt hinzu: »Von dieser Zeit an ist des seligen Mannes Name sehr berühmt worden, so daß er, wie vorhin für heilig, so jetzt auch für viel vermögend und wahrhaft apostolisch gehalten wurde.« Bald darauf erweckte er auf dem Landgute eines gewissen Lupicinus einen Knecht, der sich erhenkt hatte, zum Leben. Der Heilige lebte damals in einem Kloster, unfern von Poitiers. Es hieß Locociacum, nach Andern Legudiacum, später Ligugé – die älteste klösterliche Stiftung Galliens. Es wird (Gallia christ. H. 1222 u. XIV. 7) als gewiß angenommen, es sei vom hl. Martinus gebaut und längere Zeit geleitet worden. Hier sah den Heiligen zum ersten Mal sein Biograph, der römische Rhetor Sulpicius Severus. Aus keines Menschen Munde, erzählt derselbe, vernahm ich je so viel Wissen, so viel Talent, eine so gute und reine Sprache. Und dieß, ohne daß er gelehrte Schulen besucht hätte. Geist und Gemüth war immer dem Himmel zugewandt. Es gab für ihn keine Zeit, die von gottesfürchtigen Thaten leer geblieben wäre. Das Gebet unterbrach er nie, mochte er äußerlich wie immer beschäftiget seyn. Sein Antlitz verklärte ein himmlischer Freudenglanz, so daß er wie ein überirdisches Wesen angesehen wurde. Von leidenschaftlicher Erregtheit, Lust oder Trauer, fand sich in ihm Nichts. Wer ihn sah, erkannte sogleich, daß er jetzt schon geistiger Weise im Lande des Friedens und der ewigen Ruhe wandelte. Seine Lehrweise war höchst anziehend. Am liebsten redete er in Gleichnissen und Bildern. Was er sah und hörte, benutzte er alsbald zur Einprägung heilsamer Wahrheiten. Beim Anblick eines frisch geschorenen Schäschens sprach er einmal zu seinen Jüngern: »Seht da ein Schäflein, welches das Gebot des Evangeliums erfüllt hat. Zwei Röckchen hatte es: da schenkte es eines dem, der keines besaß. So sollet auch ihr thun!« Als er bei rauhem Wetter einen Schweinehirten auf dem Felde erblickte, der nur einen kleinen Theil seines Körpers mit einem Thierfelle bedeckt trug, und vor Frost zitterte, rief er aus: »Sehet da den Adam, wie er aus dem Paradiese verstoßen mit Thierhaut die Schweine hütet; wir aber wollen den alten Adam, der sich in diesem noch so anschaulich zeigt, ausziehen und den neuen anlegen.« Ein anderes Mal durchzogen sie eine große Wiese, ein Theil derselben war abgeweidet, ein Theil durch die Schweine aufgewühlt, der übrige Theil prangte in reichem Blumenflor. Der hl. Martinus wandte sich zu den Seinen und sprach: »Der abgeweidete Theil der Wiese gibt uns ein Bild des Ehestandes; in ihm findet sich noch die Schönheit der grünenden Halme, aber keine Blumenzier; der von den Schweinen unterwühlte Theil zeigt uns das häßliche Bild des unzüchtigen Lebens; der übrige Theil, welcher keinerlei Art von Verletzung erfahren, veranschaulicht uns die Glorie der Jungfräulichkeit.« Sein Wort war allzeit einfach, kurz und klar, ohne weitere Beweisführung. Wann er Bischof geworden, ist aus seinem Biographen nicht zu entnehmen. Seit dem Tode des hl. Lidorius war die bischöfliche Kirche von Tours verwaist. Beiläufig im J. 371 oder 372 suchte man den hl. Martinus zu bewegen, ihr Hirte zu werden. Er schlug das Anerbieten aus. Aber hierauf wurde er (nach Gregor von Tours im achten Jahre des Kaisers Valens) unter dem Vorwande eines dringend verlangten Krankenbesuches aus dem Kloster gelockt und dann mit Gewalt nach Tours gebracht, wo man ihn mit Jubel empfing. So wurde er zum bischöflichen Amte weniger gewählt als gezwungen. In der That verweigerten ihm einige Bischöfe die Anerkennung, nicht wegen Unregelmäßigkeit der Wahl, sondern weil sie an der nachlässigen Kleidung und an den struppigen Haaren des Heiligen Anstoß nahmen. Als Bischof blieb der Heilige was er vorher gewesen, demüthig im Herzen und einfach im Aeußern. Er führte so die bischöfliche Würde, daß er zugleich die Regeln und Uebungen des Klosterlebens fortsetzte. Anfänglich baute er sich eine Zelle neben die Kirche des hl. Lidorius, später bezog er eine Einsiedelei zwei Stunden vor der Stadt, wo er viele Schüler an sich zog, die sich immer je eine Zelle bauten oder in den Felsen der Bergwand eingruben, mit denen er in größter Strenge dem enthaltsamen und betenden Leben oblag. Privatbesitz behielt keiner; sie hatten was für die leibliche Existenz nothwendig war gemeinsam. Ihre Mahlzeit nahmen sie erst spät am Nachmittage. Von Wein wollte Niemand etwas wissen, nur für Kranke blieb der Genuß desselben üblich. Die Kleidung war rauh, Viele trugen ein Gewand von Kameelhaaren. Jede Art von Gewerbe war untersagt, ebenso alles Kaufen und Verkaufen. Die ältern Mönche sollten gar keine Handarbeit verrichten, sondern nur dem Gebete und der Betrachtung obliegen, die jüngern aber, welche bei ununterbrochener Beschaulichkeit noch leicht ermüden und dann gänzlich ablassen konnten, wegen des zu steilen Weges der Vollkommenheit, beschäftigte er einen Theil des Tages mit Bücherabschreiben. Aus dem Kreise seiner achtzig Schüler wurden Viele später Bischöfe: »denn«, setzt der Biograph hinzu, »welche Stadt oder Kirche hätte nicht von ihm einen Bischof haben wollen?« Aus dieser Zellen-Colonie entstand später ein förmliches Kloster. Zur Zeit des Gregor von Tours befand sich bei demselben eine den Apostelfürsten geweihte Kirche. Das Kloster hieß Mar tins-Kloster. Das Volk hieß den Ort majus monasterium, später Marmoutier. Unter seinen bischöflichen Amtshandlungen erzählt Sulpicius Severus (c. 8) die Abstellung einer auf leeren Aberglauben gegründeten Martyrerverehrung. Niemand wußte nämlich anzugeben, wer ein vorgeblicher Martyrer, über dessen viel besuchtem Grabe sich gleichwohl ein Altar befand, gewesen sei. Umsonst forschte der hl. Martinus über den Grund und Ursprung desselben nach. Um dem Volke einerseits durch vorzeitiges Einschreiten kein Aergerniß zu geben, andererseits durch eigene Mitwirkung nicht vielleicht eine unrechtmäßige Verehrung zu bestätigen, hielt er sich von dem Orte fern. Zuletzt, als er sah, daß alles Forschen vergeblich sei, und zugleich der Verdacht, es sei hier nichts als Aberglauben im Spiele, immer höher stieg, beschwor er an dem Altare des vorgeblichen Martyrers, nach vorausgehendem eifrigen Gebete, denselben, er möge offenbaren wer er sei. Da sah er von der linken Seite des Altars einen dunkeln Schatten aufsteigen, und vernahm, daß kein Martyrer sondern ein Missethäter hier begraben liege, worauf er ohne Zögern den Altar beseitigen ließ. Dagegen brachte er aus Mailand Reliquien der hhl. Gervasius und Protasius, die er zu Tours beisetzte. Auch erhob er (Gall. chr. n. XIV. 8) den Leib seines Vorgängers, des hl. Gatianus († 20. Dec. 301) und setzte ihn in einer bereits vom hl. Liborius hiezu erbauten Capelle bei. Auch von Agaunum holte und erhielt der Heilige Reliquien der Thebäischen Martyrer. (S. S. Mauritius et Soc. M. M.) Die Kirchen zu Seissel (Condate) in der Gegend von Rennes, Seuilly (Sulleium, Solonacum), Amboise (Ambasia) u. A. betrachten ihn als ihren ersten Stifter. Bald nach dem Antritte des bischöflichen Amtes mußte er in Angelegenheiten seiner Kirche an den Hof des Kaisers Valentinian I. Als er nicht vorgelassen wurde, faßte er nach siebentägigem Zuwarten den Entschluß, ohne auf irgend ein Hinderniß zu achten, zum Kaiser vorzudringen. Der Kaiser war anfänglich sehr ungehalten über die unangemeldete Ankunft des Bischofs, wurde aber durch seine Demuth und Mäßigung allmählich milder gestimmt und genehmigte alle seine Bitten. Worin diese bestanden, ist leider von dem Biographen nicht angegeben. Nach seiner Rückkehr bemühte sich der Heilige, die vielen im Bereiche seines Sprengels noch befindlichen Heiden zur Annahme der hl. Taufe zu bewegen. Die christliche Kirche war damals noch so wenig in diesen Gegenden befestiget oder wieder so geschwächt worden, daß die Christen an vielen Orten in Schlupfwinkeln und Höhlen ihren Gottesdienst feierten. Wenn sie von den Heiden entdeckt wurden, so mußten sie Mißhandlungen und selbst den Tod befürchten. Er bereiste also das Land, um christliche Kirchen zu errichten und die Sammelplätze des heidnischen Aberglaubens in Versammlungsorte zur Anbetung Jesu Christi umzuwandeln. Er vertraute dabei fest auf die Hilfe von Oben, die in ihm in der That wunderbar wirkte. Einst nahm er sogar die ihm auferlegte Probe an, daß ein sogenannter heiliger Baum unter der Bedingung umgehauen werden sollte, daß er selbst gegenwärtig sei und den Baum auf sich niederstürzen lasse. Würde er unbeschädiget bleiben, so solle dieß als Zeichen gelten, daß er die Wahrheit predige. Der Heilige nahm die Bedingung an. Als der Baum zu fallen drohte, machte er das Kreuzzeichen, und siehe, wie wenn ein heftiger Windstoß es bewirkt hätte, fiel der Baum auf die entgegengesetzte Seite, ohne daß der hl. Bischof im mindesten Schaden litt. Auch mit dem Schwerte wurde der Heilige bei seinem Bekehrungswerke öfter angefallen, blieb aber wunderbarer Weise jedesmal verschont. Dazu kam, daß mit dem Worte Gottes, das er predigte, die Kraft der Krankenheilungen und vielfacher Wunder sich verband. Er bediente sich dabei theils des heil. Kreuzzeichens, theils geweihten Oeles, manchmal auch der Handauflegung oder der Auflegung eines Stückchens Tuch, das er von seinem Kleide abgeschnitten hatte. Einen Aussätzigen heilte er, als er einst in Paris einzog, durch einen liebreichen Kuß. Besonders stark bewährte sich die Kraft des Namens Jesu in ihm durch zahlreiche Heilungen besessener Personen. Während der hl. Martinus in solcher Weise wirkte, erlitt das abendländische Kaiserthum schreckliche Erschütterungen. In Großbritannien riefen die Römischen Legionen im J. 383 den Maximus zum Kaiser aus. Dieser setzte nach Gallien über, und schlug in Trier den Sitz seiner Regierung auf. Der Kaiser Gratian erlitt in der Nähe von Paris, verrathen von seinen eigenen Soldaten, eine Niederlage, und wurde am 25. Aug. genannten Jahres zu Lyon gemeuchelt. Theodosius mußte damals den Maximus als Kaiser der Gallischen Präfectur anerkennen, auch Spanien und Britannien waren ihm unterworfen; Italien und das westliche Illyrien blieben dem jungen Valentinian II., welcher von seiner Mutter Justina geleitet ward. Der hl. Martinus zögerte lange, mit dem Usurpator Gemeinschaft zu machen, und bewies zu Trier eine solche Unabhängigkeit des Charakters, daß der Kaiser sich höchlich darüber verwunderte und ihm die vollständige Amnestie, um welche er für die Anhänger Gratians bat, gerne ertheilte. Noch berühmter ist der hl. Martinus wegen seiner Verwendung für die Häupter der Priscillianistischen Irrlehre. Diese war ein Ausläufer des Manichäismus, sie interessirt uns aber nur soweit, weil der hl. Martinus dabei betheiliget ist. Sulpicius (hist. de reb. Priscill.) erzählt darüber: die Ankläger Idacius und Ithacius, namentlich letzterer, waren sittlich wenig besser als die Angeklagten. Alle, die nicht gleich ihm der Unmäßigkeit ergeben waren, beschuldigte er des Priscillianismus; daß er nicht desselben schuldig sei, bewies er durch seine große Eßlust. Der hl. Martinus war ihm gegenüber offenbar Priscillianist, und er schalt ihn auch einen solchen. Dennoch erhielt der Heilige vom Kaiser Maximus das Versprechen, er wolle sich mit der Entsetzung der Priscillianistischen Bischöfe begnügen und ihr Leben schonen. Nachdem er aber abgereist war, übergab der durch die Bischöfe Magnus und Rufinus zu andern Gesinnungen verleitete Kaiser die Sache dem harten und grausamen Präfekt Evodius, der den Priscillian, nach zweimaligem Verhör, worin er Schändliches bekannte, einkerkerte und nachdem er zuvor noch an den Kaiser berichtet und ein neues Verhör gepflogen hatte, zum Tode verurtheilte. Mit ihm wurden verurtheilt: Felicissimus und Armenius, Latronianus und Euchartia, später noch die Diakonen Asarinus und Aurelius. Verbannt wurden: Instantius, Tiberianus, Tertullus, Potamius und Johannes. Damit war die Häresie nicht unterdrückt, sondern lebte vielmehr, wenigstens für den Augenblick, neu auf. Priscillianus wurde fast als Martyrer verehrt. Daher schickte der Kaiser auf das Gutachten einiger Bischöfe Bevollmächtigte (Synode von Trier i. J. 385) nach Spanien, mit dem Auftrage, die Anhänger der Sekte durch Confiscation der Güter und selbst am Leben zu bestrafen. Das Ketzergericht urtheilte aber, wie Sulpicius Severus (dial. III. 15) berichtet, weniger nach dem Glauben als nach dem bleichen Angesicht und der Kleidung. Abgesehen davon, daß leicht auch Unschuldige gestraft werden konnten, lag dem hl. Martinus daran, nicht allein die Rechtgläubigen, sondern auch die Ketzer zu retten. Dadurch brachten ihn die verfolgungssüchtigen Bischöfe neuerdings in den Verdacht der Ketzerei, welchem er vielleicht auch unterlegen wäre, wenn er nicht an Heiligkeit, Glaubenskraft und Tugenden alle Andern übertroffen hätte. Obwohl er einmal, um die in Gefahr Schwebenden zu retten, namentlich Narces und Leocadius, die des Hochverraths beschuldigt waren, am Tage der Ordination des übrigens persönlich sehr würdigen und später als Heiliger verehrten Felix von Trier mit Ithacius, dem Urheber der Enthauptung des Ketzerhauptes Priscillian, Communion hielt, reute ihn bald auch diese kurze Nachsicht, und er vermied nachher aufs Neue alle Gemeinschaft mit den verfolgenden Bischöfen und kehrte schon des andern Tags nach Tours zurück. Mit Thränen bekannte er später, daß er seitdem einen »Abgang der Kräfte« empfunden habe. Auch ging er während der 16 Jahre, die er noch lebte, nie mehr zu einer Versammlung von Bischöfen. Insbesondere war er nicht (Hefele, Concil-Gesch. II. 57) bei der im J. 394 gehaltenen Synode zu Nimes (Nemausum); doch erzählt Sulpitius Severus (dial. II. 15), er sei durch einen Engel von allem was dort geschehen in Kenntniß gesetzt worden. Noch dürfen wir eine Anfechtung des hl. Bischofes nicht mit Stillschweigen übergehen, welche Sulpitius Severus (c. 25) erzählt: Einst, als er in seiner Zelle betete, sah er eine Gestalt in purpurfarbenem Lichte glänzend, königlich gekleidet, mit einer Krone von Gold und Edelsteinen die Stirn bedeckt, mit goldbekleideten Schuhen, freundlichen Gebärden und freudigen Angesichts. Schweigend und staunend stand Martinus. Endlich sprach die Gestalt: »Lerne kennen den du siehst. Ich bin Christus. Ich will wieder kommen auf die Erde, mich aber dir vorher offenbaren.« Als Martinus abermals schwieg, sprach die Gestalt neuerdings: »Was zweifelst du über das was du siehst? Ich bin Christus.« Dem Heiligen hatte unterdessen der Geist gesagt, daß es der Teufel wäre; er gab also zur Antwort: »Es hat der Herr Jesus Christus nichts davon gesagt, daß er mit köstlichem Purpur umkleidet und mit herrlich glänzender Krone wieder kommen werde. Ich glaube nicht, daß Christus anders, als in der Gestalt, in welcher er gelitten hat, die Wundmale seines Kreuzes zeigend, erscheinen wird.« Auf diese Worte verschwand der Feind, einen übeln Geruch hinter sich lassend. Der Biograph setzt bei, daß Martinus selbst ihm dieß erzählt habe, und macht diese Bemerkung deßhalb, »damit Niemand es für eine Erdichtung halte.« Von zwei Todtenerweckungen, die der Heilige vollbrachte, haben wir oben schon erzählt. In der Nähe von Chartres vollzog er die dritte, indem er einer Mutter den einzigen Sohn wieder zuführte. Sulpitius Severus erzählt noch viele andere Beispiele seiner Heilkraft. Wir wollen dieß Kürze halber nur andeuten. Daß er aber in großer Demuth eine arme und elende Kleidung trug, und seine bischöflichen Amtsreisen zu Fuß machte (Sulpit. Sev. dial. II. 4. 10 u. 13), dürfen wir nicht übergehen. Geschenke nahm er nie, nicht einmal vom Kaiser, an. Nur einmal machte er eine Ausnahme. Eine Jungfrau, die als Reclusin lebte, und nie Besuche von Männern annahm, hatte (dial. II. 13) sogar den hl. Martinus abgewiesen. Weit entfernt, ihr dieß übel zu nehmen, freute er sich darüber, und nahm die fromme Verehrung an, die sie ihm zusenden ließ, indem er sagte, ein Priester dürfe die Gabe einer Jungfrau, die vielen Priestern vorzuziehen sei, nicht ausschlagen. Ebenso speiste er nur dann bei Hof, wenn er hoffen durfte, für das Wohl der Kirche und zum besten der Gläubigen etwas zu wirken. So ein Mal bei dem Kaiser Maximus und ein Mal bei dessen Gemahlin. Sehr merkwürdig ist auch folgende Episode aus dem Leben dieses großen Bischofes. Als der Bischof Liborius von Le Mans gestorben war, begab er sich in diese Stadt, um seinem Mitbruder und Suffragan die letzte Ehre zu erweisen. Vor dem Thore traf er einen Mann, welcher in einem Weinberge arbeitete. Er war verheirathet. Der hl. Martinus nahm ihn mit und zwang ihm die bischöfliche Würde auf. Seine Frau, welche Maura hieß, willigte ein und begab sich in ein Kloster. Auch ihren einzigen Sohn, der wie sein Vater Victurius hieß, nahm der hl. Martinus mit sich. Der unfreiwillige Bischof regierte seine Kirche mit großem Segen und wird wie sein Sohn, der ihm im bischöflichen Amte folgte, zu den Heiligen gezählt. Jener wird am 25. August, dieser am 1. September verehrt (Gall. chr. n. XIV. 342). Ueber seine Güte und Nachsicht erzählt uns Sulpitius Severus (dial. III. 20) ein sehr schönes Beispiel. Ein Priester, Namens Brictius, wurde eines Tags vom bösen Geiste angetrieben, den Heiligen zu lästern; er war ein ungerathener Zögling desselben, und hatte verdienten Tadel empfangen; dieß brachte ihn so auf, daß er der Art wider seinen Bischof sich stellte, daß er kaum der Fäuste sich enthielt. Der Heilige entgegnete ihm sanft, mit gelinden Worten und freundlichen Gebärden. Er verzieh ihm gerne, indem er sagte, er lasse sich durch Schmähworte nicht anfechten, denn sie schadeten mehr denen die sie ausstoßen als ihm. Nie konnte der hl. Martinus dahin vermocht werden, den Brictius des Priesteramtes zu entsetzen, damit Niemand denken möge, er habe seine eigene Schmach rächen wollen. Oefter hörte man ihn sagen: »Hat Christus den Judas ertragen, warum soll ich den Brictius nicht ertragen?« Ein anderer schöner Zug ist in folgender (Sulpit. Sev. dial. II. c. 1) Geschichte enthalten. Beim Eintritt zur Kirche bat ihn einst ein halb entblößter Mann um ein Kleid. Er gab dem Archidiakon den Auftrag, ihm ein solches zu geben, und begab sich in seine Sakristei. Bald darauf kam der Arme ihm nach, klagend daß er noch kein Kleid bekommen habe, und daß es ihn so friere. Der Heilige zog seinen Rock aus, legte ihn dem Armen an, und blieb ohne Kleid hinter einem Vorhange bis der Archidiakon erschien, und ihm anzeigte, das Volk sei versammelt, und warte auf ihn in der Kirche. Der hl. Bischof antwortete ihm, man müsse den Armen zuvor kleiden. Der Archidiakon, der nicht wußte, wie das gemeint sei, gab zur Antwort, der Arme sei nicht da, aber der hl. Martinus befahl das Kleid ihm zu bringen, der Arme werde sich finden. So mußte der Archidiakon gehorchen. Er brachte ein rauhes, schlechtes Kleid, das er im nächsten Laden schnell kaufte, und gab es dem hl. Manne, der es für sich verwendete. Ueber das Jahr seines Hinscheidens können wir nicht im Zweifel seyn, denn er lebte nach seinem Aufenthalt in Trier im J. 383 noch 16 Jahre (Sulpit. Sev. dial. III. c. 15). Also starb er im J. 399 oder in runder Zahl 400. Letzteres nimmt auch Hefele (Concil-Gesch. II. 60) als sicher an. Tillemont und Cointius, deren Autorität nicht weniger groß ist als die der eben genannten Forscher, setzen d.J. 397. Der neueste Bearbeiter seines Lebens (Gall. chr. n. l. c. fol. 4) setzt 396 als beiläufiges Todesjahr. In der That wäre der hl. Brictius, der Nachfolger des hl. Martinus, nach dem Berichte Gregors von Tours im zweiten Jahre der Regierung des Honorius und Arcadius, also 396 ordinirt worden. Er war eben in Condate (Candes in Touraine), um die dortige dissidirende Geistlichkeit wieder zu vereinigen. Schon im Begriffe heimzureisen, überfiel ihn eine gänzliche Kraftlosigkeit. Er rief also seine Schüler zusammen, und zeigte ihnen seinen nahen Hintritt an. Da trauerten und klagten sie Alle: »Vater, warum verlassest du uns? Reißende Wölfe werden deine Heerde anfallen. Wer soll ihnen das Beißen wehren wenn der Hirt davon ist? Wir wissen, daß du zu Christus begehrest, aber du bist deiner Belohnungen versichert, die durch keinen Verzug gemindert werden. Erbarme dich unser, die du verlassest!« Der Heilige wurde bis zu Thränen gerührt und betete: »Herr, wenn ich für dein Volk noch nöthig bin, so weigere ich mich der Arbeit nicht. Dein Wille geschehe!« Etliche Tage lang hatte er heftiges Fieber. Doch ließ er nicht nach am Werke Gottes, wachte und betete ganze Nächte hindurch, nöthigte die schwachen Glieder dem Geist zu dienen, und lag auf dem bloßen Boden im Bußkleide auf Asche. Als man ihn bat, er solle sich ein wenig Stroh unterlegen lassen, gab er zur Antwort: »Es geziemet sich nicht, meine Söhne, daß ein Christ anders als in Asche sterbe.« Augen und Hände hob er stets zum Himmel, nie ließ er, unermüdet im Geiste, vom Gebete ab. Als einige Priester ihn auf die Seite wenden wollten, sprach er: »Lasset mich, Brüder, lieber den Himmel als die Erde anschauen, damit der Geist bei seiner Wanderung die rechte Richtung nehme.«Nachdem er dieß gesprochen, sprach er zum Teufel, der sich gleichfalls eingefunden hatte: »Was willst du, blutige Bestie? du Mörder, an mir wirst du nichts finden, der Schoos Abrahams wird mich aufnehmen.« Mit diesen Worten gab er den Geist auf. Sein Biograph setzt hinzu: »Die dabei Stehenden haben uns bezeugt, am todten Leibe die Herrlichkeit eines glorificirten Menschen gesehen zu haben. Sein Angesicht erschien ihnen heller als das Licht, alle seine Glieder waren weiß und ganz fleckenlos und sein Leib wurde so zart und anmuthig wie der eines siebenjährigen Knaben. Wer hätte das glauben sollen, da dieser Leib doch stets mit Cilicium und Asche bedeckt war!« Seine Leiche war so außerordentlich besucht, daß sie mit dem Triumphzuge eines Kaisers verglichen werden konnte. Wie bei diesem die Gefangenen vor dem Triumphwagen, so zogen der Leiche des hl. Martinus die Schaaren jener voraus, die unter seiner Führung die Welt verlassen hatten. Es sollen nämlich über 2000 Mönche gegenwärtig gewesen seyn. Dazu kamen viele Leute aus allen Ständen und Lebensaltern. So legte man den Leichnam des Heiligen in seine Ruhestätte. Dabei wurde viel gesungen. Was die Kirche noch heute in der hl. Messe betet: »Martinus, arm und demüthig auf Erden, zieht reich in den Himmel ein,«mag der Kern dieser Gesänge gewesen seyn. Er wurde, wie es zu jener Zeit allgemein üblich war, außerhalb der Stadt Tours begraben. Den Ort nannte man später »die Stätte des hl. Martinus« (Martinopolis); der Heilige hatte selbst in der Gottesackerkirche, die er dem hl. Stephan zu Ehren erbaut und eingeweiht hatte, sich sein Grab gewählt. Umsonst bemühten sich die Mönche von Poitiers den heiligen Leib für sich bekommen. »Euch«, antworteten ihnen die Mönche von Tours, »ist er von Gott genommen, uns aber gegeben worden.« Der hl. Gregor von Tours erzählt, daß die hhl. Bischöfe Ambrosius von Mailand und Severin von Cöln von seinem Hintritt Offenbarung erhielten und Ersterer seine Leichenfeier auf Erden, Letzterer aber seinen Triumph im Himmel im Gesichte geschaut habe. Der Nachfolger des hl. Martinus, dessen schlimmem Anfang ein gutes Ende folgte (H.-L. I. 512), ließ am Grabe eine Cellula, d.h. eine kleine aber kunstvolle (opere loculentam) Innerkirche errichten (Gall. chr. XIV. 10). Bischof Perpetuus (460–490) errichtete an dieser Stelle eine schöne Basilika, welche eine Länge von 160 und eine Breite von 60 Fuß hatte und von Sidonius als das achte Wunder der Welt besungen wurde. Die Säulen waren von glänzendem Marmor und die Altäre strahlten von Gold und Edelsteinen. Inschriften in großer Zahl verherrlichten in wohl gebauten Versen den Ruhm des Heiligen. In der Apsis z.B. las man ein Gedicht von Sidonius Apollinaris, das mit den Worten begann: Martini corpus totis venerabile terris. Die Marmorplatte, mit welcher das Grab eingedeckt wurde, hatte Bischof Euphronius von Autun gesendet. Im J. 913 wurde gleichwohl diese Basilika noch zu klein befunden und deßhalb erweitert. Hundert Jahre später wurde sie glänzend restaurirt und nach Erhebung der Reliquien des hl. Martinus am 14. Juli 1014 durch Bischof Hugo I. zu Ehren der hhl. Apostel eingeweiht. Hatte schon in früher Zeit der hl. Eligius für die Gebeine des Heiligen einen großen, mit Goldplatten überzogenen und kostbaren Steinen reich geschmückten Schrein angefertiget, so verherrlichten später eine Menge herrlicher Weihegeschenke, namentlich ein von Ludwig XI. geschenktes Silbergitter (Gall. chr. XIV. 158) dieses berühmte Grab. Besonders schön und anziehend ist die Schilderung, die Sulpitius Severus am Schlusse seiner Lebensbeschreibung von der Lebensweise dieses hl. Bischofes überhaupt gibt. Ich will einiges davon hersetzen: »O wohl ein seliger Mann, an dem kein Betrug gewesen, der Niemanden verurtheilt, gerichtet, Keinem Böses mit Bösem vergolten hat. Für das Leiden war er so eingenommen, daß er, obgleich Bischof, vom geringsten Kleriker sich ungestraft beleidigen ließ; weder entsetzte er sie deßhalb, noch schloß er sie, so viel an ihm war, aus seinem Herzen und von seiner Liebe aus. Niemand hat ihn je zornig, traurig oder lachend gesehen: er war immer derselbe, immer zeigte er himmlische Freudigkeit in seinen Gebärden, als wäre er übermenschlicher Natur. Nie hatte er etwas Anderes im Munde als Christus, nie etwas Anders im Herzen als Andacht, Friede, Barmherzigkeit. Oft hat er für die Sünden derer, die ihm übel nachredeten und ihn verleumdeten, gebetet. Denn Einige beneideten ihn, und haßten an ihm was sie an sich selbst nicht sahen.« Das anfänglich kleine, unansehnliche Kloster des Heiligen wurde das capitulum nobile et insigne des hl. Martinus, dessen erster Dignitar der König von Frankreich war. Sein Fest wurde weit über die Grenzen des Landes hinaus, besonders auch in vielen deutschen Bisthümern, ein gebotener Feiertag. Zu Tours beging man besonders seit der Eingangs erwähnten Synode d.J. 461 seinen Festtag unter dem Namen receptio Domni Martini, d.h. Aufnahme Martins in den Himmel. Eine besonders eingehende Verordnung über die Ordnung des Psaltirens zu Ehren des hl. Martinus wurde auf der Synode zu Tours i. J. 567 erlassen. (Hefele Concil-Gesch. II. 567. III. 22.) Das Mart. Rom. gedenkt seiner Wunder und insbesondere seiner Todtenerweckungen zum 11. Nov. und im Brevier hat er ein Officium mit seiner Lebensgeschichte entnommenen Antiphonen und Responsorien. In mehreren deutschen Diöcesen, z.B. Mainz, wo er Patron ist, hat er eigenes Officium. Er heißt hier in den Antiphonen zur ersten Vesper ein »ausgezeichneter Vorstand«, – »welcher in diesem Pilgerthal nur körperlich sich aufhielt, mit den Gedanken und Wünschen in jenem ewigen Vaterlande weilte«, – »durch dessen Verdienste jene, die von ganzem Herzen ihn aufsuchen, von jeder Drangsal frei werden«, »den Propheten vergleichbar, den Aposteln beigezählt, die Perle der Bischöfe« u.s.w. Im Hymnus finden wir unter andern die schöne Strophe:

Cunctis candelabrum luminis extitit
A multis tenebras mortis et expulit
Virtutum statuit crescere germina
In quorum fuerant pectora crimina.

Zu Deutsch:

Allen hat er Licht gebracht,
Vielen nahm er Todes Nacht,
Der Tugend Saat hat er gelegt
In Herzen lasterhaft erregt.

Das Evangelium handelt (Luc. 11,33–36) von dem auf den Leuchter gestellten Lichte, das der Heilige in so hohem Grade gewesen ist. Seine Translation wird zu Mainz am 5. Juli gefeiert. Aber auch alle andern Martyrologien verkünden seinen Ruhm. In Tours werden einige Tage besonders gefeiert: z.B. der 12. Mai als S. Martini subventio, und der 4. Juli, der Tag seiner Ordination, der Uebertragung seines Leibes und der Einweihung seiner Basilika. Wie bei Menzel (Symbolik II. 112) gesagt ist, heißt sein Todestag Martinus frigidus (11. Nov.), der 4. Juli aber Martinus calidus. Wo derselbe Schriftsteller die Angabe entlehnt hat, daß überall, wo die Leiche vorbeigeführt wurde, alles gegrünt und geblüht habe, ist uns unbekannt. Ohne Zweifel rührt es daher, daß man in England einen schönen Spätherbst St. Martins-Sommer nennt. Seine Verehrung dort ist (Piper, die Kalendarien und Martyrologien der Angelsachsen, Berlin 1862 S. 97) uralt, älter sogar als die Einwanderung der Angelsachsen. Als der hl. Augustinus im J. 597 dorthin kam, fand er bei Stadt Canterbury eine Kirche (worin die Königin Berhte zu beten gewohnt war), »die zu Ehren des Martinus in alter Zeit erbaut war, als noch die Römer Britannien bewohnten.« (Beda h.e. gent. Angl. I. 26.) In Spanien hatte der hl. Martinus schon vor dem J. 450 ein eigenes Officium sammt Messe. (Florez, Esp. sagr. III. 217 ff.) Die Kirchen des hl. Martinus mehrten sich besonders in Gallien schnell. An dem Thore von Amiens und in dem Hause, wo der Heilige das berühmte Traumgesicht hatte, entstanden Oratorien zu seiner Verehrung. Ferner erhob sich eine Kirche zu Ehren des hl. Martinus zu Candes, dem Orte seines Heimganges, eine andere zu La-Latte (Ciran-La-Latte), welche Reliquien des Heiligen bewahrte. So gab es auch eine St. Martinskirche zu Marueil-sur-Cher. Alle Klöster in Gallien, sowohl Männer- als Frauenklöster, ehrten im hl. Martinus ihren Stifter und Beschützer. So war es, bevor Benedikt von Nursia berühmt wurde, selbst in Italien. Nach Spanien kam die Verehrung des Heiligen durch den Jünger des Heiligen, Martinus von Gallicum. Der hl. Patricius, Apostel der Iren, verpflanzte seine Verehrung nach Irland. Als wie gesagt der hl. Mönch Augustinus zu Canterbury bei König Ethelbert erschien, fand er dort eine Kirche aus der Zeit der Römerherrschaft, welche dem hl. Martinus geweiht war. Auch zu Rom wird im J. 500 eine Kirche seines Namens erwähnt. Zu den Zeiten Gregors des Großen hatte dieses Beispiel bereits in ganz Italien Nachahmung gefunden. Auch die griechische Kirche nahm den hl. Martinus unter die Zahl der besonders verehrten Heiligen auf, wie das die griechischen Menologien darthun, in welchen er den Ehrennamen des Thaumaturgos, des Wunderthäters, erhält. Deutschland zählt zahlreiche, mitunter sehr alte Kirchen, welche diesem großen Heiligen geweiht sind. In Cöln besteht das Kloster S. Martini majoris schon seit dem J. 690. In diesem Bisthum hatte der hl. Martinus gegen das Ende des 12. Jahrhundert sogar mehr Kirchen, als die Mutter Gottes und der hl. Petrus zusammen. Der hl. Martinus wird am gewöhnlichsten als Ritter mit weißem Rosse, wie er den zerschnittenen, blauen Mantel dem Bettler reicht, dargestellt (»Mantelmartin«). Man findet ihn aber auch als Bischof, eine feurige Kugel über sich, oder eine Gans neben sich, wie er eben die Messe liest, Kranke heilt und Todte erweckt, oder wie Christus im Traumgesichte ihm den geschenkten Mantel zeigt, abgebildet. Venantius Fortunatus gedenkt in seinem Gedichte auf den Heiligen eines in der ihm geweihten Kirche vorhandenen Wandgemäldes, unter welchem in einer Mauernische eine beständige Lampe brannte. Frühzeitig scheinen sich an die Verehrung des hl. Martinus allerlei Mißbräuche angehängt zu haben. So verbietet z.B. die Diöcesan-Synode von Auxerre im J. 578 die Nachtwachen zu Ehren des hl. Martinus, wahrscheinlich um Aberglauben und Unsittlichkeit zu verhüten (Hefele, Conc.-Gesch. III. 39). Dagegen wurden die s.g. Martinsbrode oder Martinshörner d.i. Brode in Hörnerform im Zeitalter des hl. Bonifacius von den christlichen Priestern an die Stelle ähnlicher heidnischer Brode in Götzengestalt eingeführt (Ebend. III. 476). Die Martinsfeuer (Reinkens, S. 239) werden vielfach gedeutet. Es ist schwer, den ursprünglichen Sinn festzustellen, weil wir den ersten Ursprung derselben überhaupt nicht kennen. Naheliegend ist, daß sie auf den Winteranfang hinweisen. Die Gallische Kirche begann mit dem St. Martinstage (11. Nov.) ihre Adventzeit; in Deutschland beginnt mit demselben Tage an vielen Orten ein neues Pacht- oder Miethjahr. Das deutsche Sprüchwort lautet: »St. Martin macht Feuer im Kamin«, und »das Martinsmännchen hüllt sich in Stroh«. Nach Simrock sollten die Martinsfeuer die Wiedergeburt des jetzt verdunkelten Sonnenlichtes verheißen. Aber sie könnten auch eine Erinnerung an die Wunderkräfte, welche der hl. Martinus diesem verheerenden Elemente entgegensetzte, enthalten. In Beziehung auf die Helle, welche das Feuer verursacht, ist zu bemerken, daß er »Galliens Sonne« heißt, welche die Finsterniß des Heidenthums überwand. Ins Bild übertragen, stellte man daher den Heiligen dar, wie eine feurige Kugel beim hl. Meßopfer über ihm erscheint, welche Darstellung im Laufe der Jahrhunderte allmählich zur Begebenheit wurde. Als Curiosum sei noch erwähnt, daß Martinus im Munde des Volkes »der Steuerheilige« genannt wird. Man hat nämlich folgende Fabel erfunden. Chlodwig hatte vor der Schlacht mit den Visigothen sein Pferd dem hl. Martinus geweiht, und wollte es ihm um 100 Goldthaler wieder ablösen. Aber es ging nicht. Erst als der König noch hundert Thaler darauf gelegt hatte, konnte es wieder laufen. Um Martini waren die Abgaben zu entrichten, weil, wie Gretser (de festis Christian. II. 7) bemerkt, um diese Zeit die Aernte vollständig eingeheimst und alle Speicher voll sind. Die Schweizerischen Reformatoren, gegen welche dieser schrieb, waren die Urheber auch des gewaltigen Sturms gegen die Reliquien dieses großen Heiligen. Im J. 1562 entweihten nämlich die Calvinisten den heiligen Ort. Ihr Anführer war Franz Graf de la Rochefoucauld (Rupefulcaudus). Der Sarg wurde geplündert, die hl. Gebeine verbrannt! Nur ein Arm und ein Theil der Hirnschale wurden gerettet. Uebrigens hatte die Kirche von Tours bis zum J. 1070 unter allen 118 Bischöfen, nur noch einen der den Namen Martinus führte und von 1520–1527 als Bischof wirkte. Die Chronologie im Leben unsers Heiligen ist noch immer nicht hinreichend klar gemacht. Wir geben im Folgenden zunächst eine Uebersicht der bisher von den Forschern aufgestellten Daten. Das Geburtsjahr wird von den Aeltern ins J. 310, spätestens ins J. 316 gesetzt; Neuere nehmen erst 333 und 335, der neueste Forscher, Reinkens, 336 an. Das gleiche Schwanken begegnet uns hinsichtlich des Todesjahrs des Heiligen. Damberger (synchron. Gesch. der Kirche und der Welt im M.-A. I. 80 und 407) setzt den Tod des Heiligen auf das J. 370, in dem dazu gehörigen Kritikheft auf das J. 397 und sein Begräbniß in d.J. 400. Pagi meint, er sei im J. 400 gestorben. Reinkens glaubt mit Sicherheit behaupten zu können, der Tod des berühmten Heiligen könne erst gegen Ende des J. 401 erfolgt seyn. Wer die Gründe von Reinkens gelesen und gewürdiget hat, muß ihm wenigstens darin beistimmen, daß der Heilige unmöglich schon im J. 310 oder 316 geboren seyn konnte. Dennoch glauben wir ihm nicht unbedingt folgen zu dürfen. Er setzt Folgendes fest (dem Sulpitius Severus folgend): 336 Geburtsjahr; 348 Sehnsucht nach dem Einsiedlerthume; 351 Eintritt ins Heer; 356 Verlassen des Militärdienstes und Besuch bei Hilarius; 401 Todesjahr. Dagegen besteht aber eine Einwendung, die wir nirgends gelesen haben und die daher hier Platz finden mag. Unmittelbar nach seinem Austritt aus dem Heere, also noch im J. 356 begab sich der Heilige zum hl. Hilarius, der ihn sofort zum Diakon weihen wollte. Zu dieser Weihe gehörte nach der damaligen Kirchen-Disciplin, die vom großen Bischofe von Poitiers am wenigsten mißachtet wurde, ein Alter von wenigstens 25 Jahren, während er nach Reinkens um volle fünf Jahr jünger gewesen wäre, also nicht einmal Dispense hätte erlangen können. War er aber damals 25 Jahre alt, so fällt sein Geburtsjahr nicht später als ins J. 331; seine Sehnsucht nach dem Einsiedlerleben ist ins J. 343 zu setzen; sein Eintritt ins Heer 346, sein Austritt ins J. 356, seine Taufe zwei Jahr früher, also 354; seine Weihe zum Exorcisten mag ins J. 357 gefallen seyn; ein Jahr später reiste er in seine Heimath, von welcher er im J. 360 wieder nach Poitiers zurückkehrte. Im J. 371 oder 372 wurde er Bischof von Tours, und kam bald darauf an den Hof des Kaisers Valentinian nach Trier, wirkte daselbst im J. 385 zu Gunsten der blutig verfolgten Priscillianisten, und starb im J. 400. Daß er mit der Taufe bis zu seinem dreiundzwanzigsten Jahre wartete, hat nach der damaligen Kirchendisciplin gar keine Schwierigkeit und wirst auf seine Frömmigkeit, schon als Katechumene, nicht den mindesten Schatten. Bei dieser Chronologie braucht man, was gewiß von Vortheil ist, die Stelle bei Sulpitius Severus (Dial. II. c. 7) nicht für unterschoben zu erklären. Dort heißt es nämlich, als der hl. Martinus sich von der Gemahlin des Kaisers Maximus bei Tisch bedienen ließ, sei er bereits ein siebenzigjähriger Greis gewesen. Reinkens kann nach seiner Chronologie die Stelle nicht erklären, er muß sie beseitigen. Dieß ist nun immerhin mißlich, während nach unserer Annahme Sulpitius Severus sein Recht behält, indem der Heilige wirklich damals das 69. Jahr bereits überschritten hatte.

Quelle hat geschrieben:Allmächtiger Gott, der heilige Bischof Martin hat dich in seinem Leben und in seinem Sterben verherrlicht. Lass auch in uns die Macht deiner Gnade wirksam sein, damit weder Tod noch Leben uns von deiner Liebe trennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Quelle hat geschrieben:Deus, qui cónspicis, quia ex nulla nostra virtúte subsístimus: concéde propítius; ut, intercessióne beáti Martíni Confessóris tui atque Pontíficis, contra ómnia advérsa muniámur.
Per Dominum.
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HeGe
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Re: Heilige des Tages

Beitrag von HeGe »

11. November: Hl. Athenodorus, Märtyrer
Vollständiges Heiligenlexikon hat geschrieben:S. Athenodorus, (11. Nov.), ein Martyrer in Mesopotamien, der in der diocletianischen Verfolgung von dem Statthalter Eleusius zuerst zum Feuertode und andern Martern, und zuletzt, als diese ihn nicht beschädigten, zum Tode mit dem Schwerte verurtheilt wurde. Als bei der Ausführung dieses Urtheils der Scharfrichter auf den Boden stürzte und kein Anderer ihm das Haupt abzuschlagen wagte, entschlief er betend im Herrn. So lesen wir im Mart. Rom. am 11. November.
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