obsculta hat geschrieben:anneke6 hat geschrieben:Vielleicht sollte man klären, warum ein Protestant unter normalen Bedingungen den Wunsch haben könnte, in einer katholischen Kirche die Kommunion zu empfangen. Wenn er großen Hunger hat, kann er noch ein paar Minuten warten, dann kann er in der Sakristei unkonsekrierte Hostien bekommen, soviel er will.

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Anneke,
als ehemalige Protestantin empfinde ich den ersten Teil Deines Beitrages
als respektlos.
Und das ist nicht das erste Mal,wenn ich Äußerungen von Dir über Protestanten
lese.
Anneke hat insofern Recht, als dass Aufklärung Not tut; aber für
beide Parteien.
Denn: da ich ja wohl eine der wenigen bin, die wirklich auf diesem Kirchentag sich herum getrieben hat, kann ich definitiv sagen, dass nur noch wenige von beiden Parteien überhaupt wissen was die Konsekration während der Kommunion bedeutet.
Meiner Meinung nach hat sich die katholische Mainstreamkirche (in Deutschland wohlgemerkt; und in ähnlichen Ländern) die Hauptschuld aufgeladen. Denn mit der, schon seit Jahren andauernden Vernachlässigung der Kathechese, der Vertuschung von Sexualdelikten verschiedener Art (Kloster Weingarten ist so ein Beispiel: hätte man wirklich vehement eingegriffen, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen), dem Nachgeben des allgemeinen Zeitgeschmacks und anderes, hat man die eigenen Gläubigen ja schliesslich so weit gebracht, wie es jetzt ist.
Ich habe in den evangelischen Ständen, die ich mir ausgesucht hatte was zu erfahren, mehr "katholisches" Kirchenverständniss angetroffen, als bei vielen Katholiken.
Ich bin zu einem Vortrag von Fr. Käsmann hingegangen (eigentlich nur weil Erzpriester Miron dort auch anwesend war; aber er war nur Moderator und so gab es keinen wirklichen Austausch zwischen den beiden) und es sassen nicht wenige, vor allem Ordensfrauen, dabei die dann auch brav mitgeklatscht haben.
Was die orthodoxen Kirchen betrifft, haben die, mit Ausnahme der Griechen, bei Veranstaltungen mit Abwesenheit geglänzt; einzege Ausnahmen waren ein paar
deutsche Vertreter anderer Kirchen, die sich an Diskussionen oder nicht-liturgischen sonstigen Veranstaltungen beteiligt haben.
Ethiopier und Kopten waren noch die anderen die mit Begeisterung und Engagement dabei waren.
Es gab auch Veranstaltungen wo vereinzelt Bischöfe mit dran teilgenommen haben aber man hat sich sehr bedeckt gehalten, denn eigentlich ist die Einstellung der Orthodoxie nicht einfach für den Ottonormalverbraucher-Gläubigen der anderen Kirchen.
Das Hauptevent war dann die orth. Vesper am Nachmittag, die man wohl mit Fug und Recht als die einzige liturgische Handlung ansehen kann, die alle an einen Tisch gebracht hat und kein Anlass für Konflikte gegeben war.
Es ist vielleicht nicht von ungefähr, dass es gerade die orthodoxe Kirche ist, die dazu in der Lage ist, eine solche Tradition anbieten zu können, die nicht nur sehr alt ist und somit selbst dem unbedarftesten Teilnehmer etwas von dem vermittelt was Erbe und Tradition, Würde und Feierlichkeit sein können.
Da mein Tisch einer der wenigen war, andem einfache Gläubig aus allen drei Konfessionen sassen, haben zwei junge Frauen uns ausgesucht eine kleine Reportage zu machen.
Ich gebe euch mal den
Link rein und ganz unten im Text kann man dann in einer interaktiven Grafik die einzelnen Sternchen anklicken und dann kommen einzelne Filmchen dazu.
Da kann man auch sehr gut erkennen wie wenig der Kenntnisstand zur Mahlsgemeinschaft ist und wiviel von beiden Seiten da durcheinander gebracht wurde. Und ich hatte die Leute eigentlich durch die Handlung geführt. (War ja als Tischbegleiterin auch meine Aufgabe)
Es gab am nächsten Tag abends in der Salvatorkirche (die älteste orth. Kirchengemeinde in Deutschland) eine komplett deutsche Liturgie und da war es eben zum Zeitpunkt der Kommunionsspendung wieder soweit, dass sich jede Menge Leute angestellt haben, von denen klar erkennbar nicht nur Orthodoxe sich darunter befanden.
Einer der Priester musste daraufhin die Leute aufklären darüber dass eben die Mahlsgemeinschaft bis dato nicht erreicht ist und nur Orthodoxe zur Kommunion können. Das hat dann einige der Leute sehr erbost gemacht und zwei Damen hinter mir musste man erstmal wieder beruhigen und eine Nonne (die's wirklich hätte besser wissen müssen!) und die schon ganz vorne stand, ist dann schnurstracks umgekehrt und ganz nach hinten gelaufen.
So viel zur Einstellung der Leute im allgemeinen.
Mein Resümee: was den christlichen Glauben betrifft: wird es noch viel Konflikte geben in unserem Land, denn so wie es aussieht, ist die Mehrheit der Christen hier in Deutschland und anderswo nicht mehr bereit sich auf auf eine konsequente Lehre und schon gar nicht auf irgendeine Tradition mehr, einzulassen.
Lutheraner hat geschrieben:Lustig, wie Ihr Euch an dem Thema immer erhitzen könnt..
Wieviele Protestanten nehmen denn an katholischen Gottesdiensten teil? Ich habe immer das Gefühl der einzige weit und breit zu sein.
Na du bist mir aber auch einer: zu einer orthodoxen Vesper gehst du nicht hin wegen einer (nicht vorhandenen) angeblichen Mahlsgemeinschaft, aber katholische Messen die dich genauso ausschliessen, da ist es dann kein Problem. Du scheinst auch nicht zu wissen was du eigentlich willst. Die Leute von der SELK jedenfalls hatten eine andere Einstellung als du.
@Granueile:
LG Songul