Der Bischof von Rom - ohne Streit betrachtet
Verfasst: Montag 25. Januar 2010, 11:34
Hallo!
Eines vorneweg: ich bitte die Moderatoren, alle Äußerungen - von welcher Seite sie auch kommen mögen - die beleidigend, herabsetzend, anmaßend, hoffärtig etc. sind, umgehend zu löschen.
Ich wünsche mir einen ernsthaften und respektvollen Dialog zwischen interessierten und etwas belesenen Katholiken und Orthodoxen über die Rolle des Bischofs von Rom und über der Rolle etwaige Wichtigkeit in der Kirche.
Wer da schon alles weiß, wer nichts mehr lernen muß, wem alles klar ist - den bitte ich um Zurückhaltung und Abstand. Dieser Thread ist für die, die noch nicht alles wissen, die ihre eigene Position hinterfragen, die vielleicht sogar lieb- und/oder wichtiggewonnenes neu bewerten zu müssen meinen.
Mit dieser Vorrede hoffe ich daher, durchsetzen kann ich es natürlich nicht, daß dieser Thread nicht wie so viele andere zuvor im Hauen und Stechen endet, im gegenseitigen virtuellen Anschreien und Lächerlichmachen und rechten-Glauben-absprechen etc.
Soweit dies.
Nun zum Thema:
Ich habe das Gefühl, daß sich in Rom langsam was bewegt, was die Rolle des Bischofs von Rom in Bezug auf die anderen Patriarchate angeht. Im Papsttum-Thread hatte ich ja angesporchen, daß in päpstlicher Redeweise schon häufiger von Allgemeinen und nicht Ökumenischen Konzilen/Synoden die Rede war (bspw. Lyon II), wenn es sich um rein westliche Konzile handelte - was Roberts Konsensthesen unterstützt. Auch Dokumente wie "Pastor Aeternus" wären daher anders als bisher angenommen zu beurteilen und anzuwenden, wenn man diese Sichtweise akzeptiert.
Gleichzeitig wäre es vielleicht besser - wenn einem die Einheit der Christenheit am Herzen liegt - nicht zu fragen: was trennt uns, sondern: was verhindert die Einheit (scheint erst einmal nur ein semantischer Unterschied zu sein). Da gibt es ja einige Sachen zu beachten (nach meiner Erfahrung hier und andernorts), um drohende Mißverständnisse gleich klar zu bennen (nur als Beispiel):
- die unterschiedliche Bewertung der Entscheidungen des Bischofs von Rom in Disputen des Ersten Jahrtausends, hier geht ein neues Dokument der Gemeinsamen Theologischen Kommission (hier auf Englisch) eine interessanten Weg. Beide Radikalpositionen (der Papst als monarchischer Alleinherrscher versus der Papst als reiner Ehrenprimat ohne irgendwelche Autorität) werden kritisch gesehen bis abgelehnt, auch die rein appellative Funktion wird angezweifelt. Da ist noch vieles im Fluß. Wichtig ist aber der Hinweis, daß viele Streitereien des Ersten Jahrtausends die Communio in sacris nicht aufgehoben hat.
- die unterschiedliche Rezeption synodaler Canones. Hier ist mir im Forum erstmals aufgefallen, wie (berechtigtermaßen) wichtig den Orthodoxen die versch. Canones der Synoden/Konzile ist. Ich mußte mich dann erst einmal schlau machen (bestes Beispiel: der berühmte Canon 28 des Konzils von Chalcedon), warum ein Canon nicht im Westen akzeptiert wurde, was aus ihm wurde, wie der Osten ihn sah - und vor allem: daß das alles die Communio in sacris nicht aufgehoben hatte!
- die Frage, ob der Papst überhaupt der Nachfolger Petri ist. Diese Frage, für westliche Ohren zumeist neu da als vollkommen klar angenommen, wird von orthodoxer Seite manchmal gestellt, wenn auch die orthodoxen Bischöfe im Dialog mit dem römischen Bischof dies zumeist sehr wohl ebenso sehen.
Hier stellt sich auch die Frage nach den Bewertungen der Äußerungen von Bischöfen des Ersten Jahrtausends gegenüber dem römischen Bischof. Wenn dieser gelobt und gepriesen wird, z.T. auch mit Begriffen, die doch ein wenig an das Selbstverständnis von "Pastor Aeternus" erinnern, handelt es sich dann um rein rhetorische Elogien ohne theologischen Anspruch, also Akte reiner Höflichkeit, oder doch um mehr?
Jetzt möchte ich nur mal kurz das oben verlinkte Papier der Kommission in den Raum stellen und fragen, ob es für die orthodoxe Seite eine Grundlage des Austausches darstellt.
Wer weiß, daß nur er Recht hat und die anderen eh irren, braucht mangels subjektiv empfundenem Diskussionsbedarf auf dieses Angebot ja nicht eingehen.
Eines vorneweg: ich bitte die Moderatoren, alle Äußerungen - von welcher Seite sie auch kommen mögen - die beleidigend, herabsetzend, anmaßend, hoffärtig etc. sind, umgehend zu löschen.
Ich wünsche mir einen ernsthaften und respektvollen Dialog zwischen interessierten und etwas belesenen Katholiken und Orthodoxen über die Rolle des Bischofs von Rom und über der Rolle etwaige Wichtigkeit in der Kirche.
Wer da schon alles weiß, wer nichts mehr lernen muß, wem alles klar ist - den bitte ich um Zurückhaltung und Abstand. Dieser Thread ist für die, die noch nicht alles wissen, die ihre eigene Position hinterfragen, die vielleicht sogar lieb- und/oder wichtiggewonnenes neu bewerten zu müssen meinen.
Mit dieser Vorrede hoffe ich daher, durchsetzen kann ich es natürlich nicht, daß dieser Thread nicht wie so viele andere zuvor im Hauen und Stechen endet, im gegenseitigen virtuellen Anschreien und Lächerlichmachen und rechten-Glauben-absprechen etc.
Soweit dies.
Nun zum Thema:
Ich habe das Gefühl, daß sich in Rom langsam was bewegt, was die Rolle des Bischofs von Rom in Bezug auf die anderen Patriarchate angeht. Im Papsttum-Thread hatte ich ja angesporchen, daß in päpstlicher Redeweise schon häufiger von Allgemeinen und nicht Ökumenischen Konzilen/Synoden die Rede war (bspw. Lyon II), wenn es sich um rein westliche Konzile handelte - was Roberts Konsensthesen unterstützt. Auch Dokumente wie "Pastor Aeternus" wären daher anders als bisher angenommen zu beurteilen und anzuwenden, wenn man diese Sichtweise akzeptiert.
Gleichzeitig wäre es vielleicht besser - wenn einem die Einheit der Christenheit am Herzen liegt - nicht zu fragen: was trennt uns, sondern: was verhindert die Einheit (scheint erst einmal nur ein semantischer Unterschied zu sein). Da gibt es ja einige Sachen zu beachten (nach meiner Erfahrung hier und andernorts), um drohende Mißverständnisse gleich klar zu bennen (nur als Beispiel):
- die unterschiedliche Bewertung der Entscheidungen des Bischofs von Rom in Disputen des Ersten Jahrtausends, hier geht ein neues Dokument der Gemeinsamen Theologischen Kommission (hier auf Englisch) eine interessanten Weg. Beide Radikalpositionen (der Papst als monarchischer Alleinherrscher versus der Papst als reiner Ehrenprimat ohne irgendwelche Autorität) werden kritisch gesehen bis abgelehnt, auch die rein appellative Funktion wird angezweifelt. Da ist noch vieles im Fluß. Wichtig ist aber der Hinweis, daß viele Streitereien des Ersten Jahrtausends die Communio in sacris nicht aufgehoben hat.
- die unterschiedliche Rezeption synodaler Canones. Hier ist mir im Forum erstmals aufgefallen, wie (berechtigtermaßen) wichtig den Orthodoxen die versch. Canones der Synoden/Konzile ist. Ich mußte mich dann erst einmal schlau machen (bestes Beispiel: der berühmte Canon 28 des Konzils von Chalcedon), warum ein Canon nicht im Westen akzeptiert wurde, was aus ihm wurde, wie der Osten ihn sah - und vor allem: daß das alles die Communio in sacris nicht aufgehoben hatte!
- die Frage, ob der Papst überhaupt der Nachfolger Petri ist. Diese Frage, für westliche Ohren zumeist neu da als vollkommen klar angenommen, wird von orthodoxer Seite manchmal gestellt, wenn auch die orthodoxen Bischöfe im Dialog mit dem römischen Bischof dies zumeist sehr wohl ebenso sehen.
Hier stellt sich auch die Frage nach den Bewertungen der Äußerungen von Bischöfen des Ersten Jahrtausends gegenüber dem römischen Bischof. Wenn dieser gelobt und gepriesen wird, z.T. auch mit Begriffen, die doch ein wenig an das Selbstverständnis von "Pastor Aeternus" erinnern, handelt es sich dann um rein rhetorische Elogien ohne theologischen Anspruch, also Akte reiner Höflichkeit, oder doch um mehr?
Jetzt möchte ich nur mal kurz das oben verlinkte Papier der Kommission in den Raum stellen und fragen, ob es für die orthodoxe Seite eine Grundlage des Austausches darstellt.
Wer weiß, daß nur er Recht hat und die anderen eh irren, braucht mangels subjektiv empfundenem Diskussionsbedarf auf dieses Angebot ja nicht eingehen.