Das Grundmotiv, nämlich dem aufklärerischen und rationalistischen Zeitgeist entgegenzuwirken war zunächst sicherlich das Gleiche. Dennoch hatten das Neuluthertum und der Neopietismus verschiedene theologische Scherpunkte.Stephen Dedalus hat geschrieben:Das täuscht! Das Neoluthertum wächst zeitgleich und teilweise aus der Erweckungsbewegung heraus, und die hat klar (neo)pietistische Wurzeln. Die Verbindung wird klar, wenn man nicht auf die hochkirchliche Theologie des Neoluthertums schaut, sondern auf den Antirationalismus. In gewisser Weise sind Neopietismus und Neuluthertum beide mögliche Reaktionen auf den Rationalismus. Jede auf ihre eigene Art, aber doch gegenseitig beeinflußt.Marcus hat geschrieben: Ich kenne die theologische Ausrichtung Richtung der beiden Herren unter dem Begriff „Neuluthertum“. Das hat aber mit dem eigentlichen Pietismus wenig zu tun.
Abgesehen davon hat der klassische Pietismus zunächst zu einer Belebung der Sakramentspraxis geführt und nicht zu einer Verflachung. Aber das nur am Rande...
LG
SD
Nach meinem Wissen hatten die Sakramente, vor allem das Abendmahl, im Pietismus zumindest nie den gleichen Stellenwert wie die Wortpredigt eingenommen. Ich will den Pietisten ja nicht pauschal unterstellen, Sakramente als "schnödes Beiwerk" zu betrachten. Die Predigt nahm und nimmt im Pietismus jedoch immer einen höheren Stellenwert als die Sakramente ein.