nomads hat geschrieben: ↑Donnerstag 1. Januar 2026, 20:11
Peduli hat geschrieben: ↑Mittwoch 31. Dezember 2025, 07:33
An dieser Stelle sollte eben nicht außer Acht bleiben, daß die Hl. Schrift einen vierfachen Schriftsinn enthält. Sie hat also mehrere Bedeutungsebenen, wobei sich diese Bedeutungsebenen nicht Allen in gleichem Maße erschließen.
Die Genesis ist hierbei kein naturwissenschaftlicher Bericht, sondern beschreibt wie Gott die Schöpfung ins Dasein ruft. Und Gott tut nichts Unbedachtes.
Deo gratias!
hallo Peduli,
diese Aussage wollte ich noch mal kommentieren.
Vor 20 Jahren sah ich im Fernsehen eine Dokumentation der BBC – es ging um Zeugung, Schwangerschaft und Geburt. Ein Ehepaar ließ sich von den Filmemachern durch diese Zeit begleiten. Ich kann mich zwar nicht an die ganze Doku erinnern (ist auch nicht so wichtig), was mir aber sehr in Erinnerung geblieben ist, war eine Aussage zu Geburtswehen und die Zeit nach der Geburt – Menschenkinder brauchen nach der Geburt eine lange Zeit der Betreuung, bis sie schließlich eigenständig (über)leben können. Bei Menschenaffen ist die Zeit der Betreuung der Nachkommen viel kürzer, als bei Menschen - zwar werden Orang-Utans Babys länger als Menschenkinder gesäugt, verlassen aber ihre Mutter nach 7-8 Jahren. Angeblich sind Wissenschaftler der Meinung, dass Menschen angefangen haben sich sexuell zu vermehren, ohne evolutionstechnisch dafür „fertig entwickelt“ zu sein, was zu Geburtswehen führte. Mit anderen Worten – sie haben mit dem Sex bereits angefangen, ohne vollständig entwickelt zu sein. Also, die lange Zeit der Betreuung der Kinder bei Menschen lässt sich dadurch erklären, dass menschliche Kinder, um durch den Geburtskanal auf die Welt kommen zu können, dürfen noch nicht zu weit entwickelt sein, damit sie überhaupt geboren werden können.
Irgendwie assoziiere ich das mit Gen 3,1-16.
In der Tat, der Mensch ist als ein soziales Wesen erschaffen, der ohne gegenseitige Hilfe nicht überleben kann. Man kann sogar sagen, daß der Mensch ohne andere Menschen gar nicht zum Menschen werden kann. Erst durch die Beziehungen, die er im Laufe seines Lebens aufbaut, wird er im wahrsten Sinne des Wortes
EIN MENSCH!
Nichtsdestoweniger kommt zuvor die Beziehung zu seinem Schöpfer, dem Herrscher von Himmel und Erde, dessen Schöpfungsakt in der Genesis expliziert worden ist.
Deshalb noch einmal kurz zurück zur Exegese:
Im Paradies lebten - neben viel anderen Geschöpfen - zwei Menschen, Adam und Eva. Hierbei ist die Genesis ein in mythologischer Sprache verfaßter Bericht und gleichzeitig eine Anti-Mythologie gegen alle heidnischen Erzählungen von Göttern. Die Genialität dieser Erzählung liegt in ihrer sauberen Strukturierung, die den von Gott geschaffenen Kosmos nachvollziehbar wiedergibt. Das zentrale Paar hat die zentrale Aufgabe das Leben, welches sie von Gott empfangen haben, weiterzugeben. In einer gewissen Weise ist dieses Paar aber auch abschließend gegenüber Dritten, weil man es als ein Ehepaar ansehen kann. Soweit Altes Testament in eigentlich unzulässiger Kürze.
Im Neuen Testament ist nun das zentrale Paar Jesus Christus und Maria, die auch als
die neue Eva bezeichnet wird. Die neue Eva läßt sich nun nicht von einer Schlange (= Lucifer) verführen, sondern von einem Engel (= Gabriel) "verführen". Denn sie nimmt aus völlig freiem Willen (mir geschehe nach Deinem Worte!

) etwas auf sich, von dem sie wissen mußte, daß es in den Augen der Menschen als Sünde angesehen wird: Sie wird unverheiratet schwanger! *
Und ihr Verlobter deckt diese "Sünde" auch noch, weil er sie
nicht verstößt, und so wird er zum Nährvater Jesu, dem Begründer des Neuen Bundes. In IHM wird das Wort des Vaters - die Verbindung zur Genesis ist hoffentlich unübersehbar

- Fleisch: Die zweite Person Gottes inkarnierte!
Dieses Paar des Neuen Testamentes ist offen auf die Zukunft hin, denn es besteht aus Mutter und Sohn und nicht aus Ehemann und Ehefrau, wie dies im Paar des Alten Testamentes der Fall gewesen war.
* Damit zertritt sie der Schlange den Kopf!
