Priesterweihe: Warum nur Männer?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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cantus planus
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Priesterweihe: Warum nur Männer?

Beitrag von cantus planus » Montag 6. April 2009, 16:30

Diese Diskussion wurde nicht von mir eröffnet, sondern aus diesem Strang geteilt. cantus planus, Mod.

Marie-Therese hat geschrieben:Also - hm - ich finde es NICHT absurd - darf man sowas hier äußern?
Ja, aber du wirst es begründen müssen. ;D
Marie-Therese hat geschrieben:Ich war übrigends die erste Frau die im Augsburger Dom bei einem Sonntagsgottesdienst die Hauptpredigt gehalten hat.... dazu war ich damals erst 21 und hatte keinerlei fundamentale theologischer Ausbildung.

Schlimm schlimm....
Ja. Hoffentlich warst du auch die letzte Frau. Nicht weil du Frau bist, sondern weil die Predigt in der Heiligen Messe seit Jahrhunderten dem Priester (Diakon) vorbehalten ist. Ich käme nie auf den Gedanken zu predigen, obwohl ich es als Jugendlicher gerne getan hätte. Damals war freilich mein Kirchenbild durch "gut katholische Katechese" so verzerrt, dass ich sogar das KirchenVolksBegehren unterschrub... ;D
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Marie-Therese
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Marie-Therese » Montag 6. April 2009, 17:59

cantus planus hat geschrieben:
Marie-Therese hat geschrieben:Also - hm - ich finde es NICHT absurd - darf man sowas hier äußern?
Ja, aber du wirst es begründen müssen. ;D
Marie-Therese hat geschrieben:Ich war übrigends die erste Frau die im Augsburger Dom bei einem Sonntagsgottesdienst die Hauptpredigt gehalten hat.... dazu war ich damals erst 21 und hatte keinerlei fundamentale theologischer Ausbildung.

Schlimm schlimm....
Ja. Hoffentlich warst du auch die letzte Frau. Nicht weil du Frau bist, sondern weil die Predigt in der Heiligen Messe seit Jahrhunderten dem Priester (Diakon) vorbehalten ist. Ich käme nie auf den Gedanken zu predigen, obwohl ich es als Jugendlicher gerne getan hätte. Damals war freilich mein Kirchenbild durch "gut katholische Katechese" so verzerrt, dass ich sogar das KirchenVolksBegehren unterschrub... ;D
Hiho!

Ganz einfach weil für mich solche Dinge schlicht zu den äußerlichen Dingen gehören und man diese problemlos gleichberechtigt laufen lassen könnte.

Gut, meine Predigt im Dom - ich würde sagen dass wenn eine Frau predigt die ähnlich geschult sein müsste wie ein Priester oder ein Diakon.

Sicher gab es solche Diskussionen sowiso schon im Forum - aber um es einfach von meiner Warte aus auszudrücken.

Nur weil etwas Jahrhundertelang so war - muss es noch lange nicht weiterhin so sein.

Bei mir schleicht sich da immer die Frage ein - was wissen Männer besser als Frauen? Oder was macht einen Mann zum Priester - aber eine Frau nicht? Warum ist das Frauenpriestertum nach wie vor eine Geschichte die man kaum andenken darf und schon "gefoltert" wird?

Nur Überlieferung? Das ist mir schlicht zu mager!

Sicherlich handelt es sich nicht um etwas lapidares, aber um einfach mal einen Vergleich zu setzen - das Frauenwahlrecht war auch bis mitte des letzten Jahrhunderts Männern vorbehalten - hätte man das dann auch lieber so sein lassen sollen?

Ich weiß nicht, aber naja, mir persönlich täte etwas mehr frauliche Intuition in der priesterlichen Lehre ganz wohl.

LG

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Leguan
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Leguan » Montag 6. April 2009, 19:12

Marie-Therese hat geschrieben: Nur Überlieferung? Das ist mir schlicht zu mager!
Dann schaffe das Christentum ab. Alles was wir über Gott, Christus, das Heil und die Kirche wissen ist Überlieferung.
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Montag 6. April 2009, 20:02

Darf denn nach heutigem Kirchenrecht ein Diakon predigen? Z.B. auch ein verheirateter Diakon?

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cantus planus
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von cantus planus » Montag 6. April 2009, 20:18

Ja.
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Montag 6. April 2009, 20:49

cantus planus - Vielen Dank für die Antwort. Trägt der Diakon denn dann liturgische Kleidung?

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Kilianus » Montag 6. April 2009, 20:54

Warum solle er keine liturgische Kleidung tragen?


Wobei die Homilie des Diakons nicht der liturgische Idealfall ist. Es ist ungefähr so, wie wenn im Pontifikalamt ein konzelebriender Priester predigt. Rechtlich schon möglich, aber eben nicht ideal.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Miserere Nobis Domine » Montag 6. April 2009, 20:59

Ich habe mich nur gefragt, ob der verheiratete Prediger, den ich neulich in einer katholischen Messe erlebt habe, in Anzug und Krawatte nicht viellecith doch ein Diakon war, und kein Laie.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von cantus planus » Montag 6. April 2009, 21:08

Der Diakon trägt im Regelfall Dalmatik, in "modernen" Gemeinden auch weiße Albe und Querstola darüber. Auch Talar und Rochett habe ich schon erlebt. Ganz in zivil wäre nicht sinnvoll. Wenn man den Diakon dann für einen Laien hielte, wäre er selber Schuld. ;D
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Peregrin » Montag 6. April 2009, 22:36

Misere Nobis Domine hat geschrieben:Ich habe mich nur gefragt, ob der verheiratete Prediger, den ich neulich in einer katholischen Messe erlebt habe, in Anzug und Krawatte nicht viellecith doch ein Diakon war, und kein Laie.
Wenn er ein Diakon war, sollte er jedenfalls das Evangelium gelesen haben. Anzug und Krawatte sind dazu eher unpassend, obwohl einen heute ja nichts mehr wundern würde.
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Marie-Therese » Dienstag 7. April 2009, 16:48

Leguan hat geschrieben:
Marie-Therese hat geschrieben: Nur Überlieferung? Das ist mir schlicht zu mager!
Dann schaffe das Christentum ab. Alles was wir über Gott, Christus, das Heil und die Kirche wissen ist Überlieferung.
DAS würde ich so nicht behaupten dass es "nur" Überlieferung ist - es ist Glaube, lebendiger Glaube - und das ist schon ein großer Unterschied zu Überlieferung.

Glaube als Solcher macht aber keinen wesentlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Es heißt doch auch WIR sind ein priesterliches Volk - oder nicht? Sind damit wir Frauen nicht gemeint?
1Petr 2,9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Sind hier dann auch nur Männer gemeint oder wir als Menschen?

Die Mann/Frau Geschichte ist so ziemlich der einzige Punkt an dem ich in keiner Weise mit dem Übereinstimme was die kath. Kirche lehrt - weil ich es für zu einfach halte.

LG

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Maurus » Dienstag 7. April 2009, 16:58

Marie-Therese hat geschrieben:
Leguan hat geschrieben:
Marie-Therese hat geschrieben: Nur Überlieferung? Das ist mir schlicht zu mager!
Dann schaffe das Christentum ab. Alles was wir über Gott, Christus, das Heil und die Kirche wissen ist Überlieferung.
DAS würde ich so nicht behaupten dass es "nur" Überlieferung ist - es ist Glaube, lebendiger Glaube - und das ist schon ein großer Unterschied zu Überlieferung.

Glaube als Solcher macht aber keinen wesentlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Es heißt doch auch WIR sind ein priesterliches Volk - oder nicht? Sind damit wir Frauen nicht gemeint?
1Petr 2,9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Sind hier dann auch nur Männer gemeint oder wir als Menschen?

Die Mann/Frau Geschichte ist so ziemlich der einzige Punkt an dem ich in keiner Weise mit dem Übereinstimme was die kath. Kirche lehrt - weil ich es für zu einfach halte.

LG

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Das ist das Priestertum aller Gläubigen, welches vom besonderen Priestertum zu unterscheiden ist.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Kilianus » Dienstag 7. April 2009, 17:20

Peregrin hat geschrieben: Wenn er ein Diakon war, sollte er jedenfalls das Evangelium gelesen haben. Anzug und Krawatte sind dazu eher unpassend, obwohl einen heute ja nichts mehr wundern würde.
Wenn die Krawatte in der jeweiligen liturgischen Farbe ist sowie von der linken Schulter zur rechten Hüfte geschlungen getragen wird... Also, als Notlösung... :pfeif:

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Marie-Therese » Dienstag 7. April 2009, 18:19

@Maurus
Das ist das Priestertum aller Gläubigen, welches vom besonderen Priestertum zu unterscheiden ist.
Ich weiß schon dass es so erklärt wird, aber ich kenne die biblischen Grundlagen dazu nicht - lediglich die theologischen, kirchlichen...

Sprich, es wurde halt irgendwann so entschieden - warum aber das besondere Priestertum den Männern überlassen sein soll, ist mir schleierhaft.

Lg

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von iustus » Dienstag 7. April 2009, 19:57

Marie-Therese hat geschrieben: Sprich, es wurde halt irgendwann so entschieden -
Eben. Und zwar von Christus selbst. Christus hat nur Männer zu Aposteln berufen.

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Maurus
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Maurus » Dienstag 7. April 2009, 20:44

iustus hat geschrieben:
Marie-Therese hat geschrieben: Sprich, es wurde halt irgendwann so entschieden -
Eben. Und zwar von Christus selbst. Christus hat nur Männer zu Aposteln berufen.
Genau, und das ist insofern bemerkenswert, als das ihm von Anfang an(?) sehr viele Frauen folgten.

Kilianus
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Kilianus » Dienstag 7. April 2009, 20:57

Marie-Therese hat geschrieben:Ich weiß schon dass es so erklärt wird, aber ich kenne die biblischen Grundlagen dazu nicht - lediglich die theologischen, kirchlichen...
Was soll eigentlich diese Trennung zwischen biblischen und "theologischen, kirchlichen" Grundlagen?

Was ist die Bibel anderes als Theo-Logie, als Rede von Gott?
Und: Wer hat die Bibel hervorgebracht wenn nicht die Kirche?
Also: Wenn Gott nicht durch die Kirche spricht, welchen Wert soll dieses Buch dann haben?

(Nur zur Erinnerung: Diejenigen, die glauben, ihr heiliges Buch sei jemandem direkt vom Erzengel Gabriel diktiert worden, sind die anderen...)

maliems
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von maliems » Mittwoch 8. April 2009, 02:03

Marie-Therese hat geschrieben:@Maurus
Das ist das Priestertum aller Gläubigen, welches vom besonderen Priestertum zu unterscheiden ist.
Ich weiß schon dass es so erklärt wird, aber ich kenne die biblischen Grundlagen dazu nicht - lediglich die theologischen, kirchlichen...

Sprich, es wurde halt irgendwann so entschieden - warum aber das besondere Priestertum den Männern überlassen sein soll, ist mir schleierhaft.

Lg

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Bibel ohne kirchliche Überlieferung ist nichts als ein Buch.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Leguan » Mittwoch 8. April 2009, 08:07

Marie-Therese hat geschrieben:
Leguan hat geschrieben:
Marie-Therese hat geschrieben: Nur Überlieferung? Das ist mir schlicht zu mager!
Dann schaffe das Christentum ab. Alles was wir über Gott, Christus, das Heil und die Kirche wissen ist Überlieferung.
DAS würde ich so nicht behaupten dass es "nur" Überlieferung ist - es ist Glaube, lebendiger Glaube - und das ist schon ein großer Unterschied zu Überlieferung.
Definiere bitte den Unterschied zwischen "gelebter Glaube" und "'nur' Überlieferung".
Ich habe den Eindruck: Was mir gefällt: gelebter Glaube; was mir nicht gefällt: nur Überlieferung.
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Marie-Therese » Mittwoch 8. April 2009, 19:59

Hallo!

Ich sehe es so.

Das Leben damals war einfach geprägt von Männern - daher waren die Apostel Männer. NIEMALS hätte irgendjemand einer predigenden Frau zugehört.

Wie würde Jesus es wohl heute machen wenn er auf die Welt käme? Ich kann mir nicht vorstellen dass er dann auch ausschließlich männliche Apostel wählen würde.

Jesus war einerseits "anders" - und andererseits ganz Jude.

Überlieferung ist für mich in diesem Fall das was Menschen als "Geschichte" aufgeschrieben haben dass es nicht vergessen wird. Aber auch Geschichte entwickelt sich weiter - wie sich die Menschen weiterentwickeln.

Mittlerweile leben wir (oder sollten wir) in einer Welt in der Mann und Frau gleichwertig sind. Dies war damals keineswegs der Fall.

Glaube ist etwas Anderes als Überlieferung! Grade bei den alten Wüstenvätern zum Beispiel gab es genug die mit Überlieferung und heiliger Schrift garnichts zu tun hatten, ihnen genügte ein Kyrie eleison und ein Christe eleison und das Wissen um den heiligen Geist - der Rest war purer, reiner Glaube...

Oder was haben denn damals die Menschen geglaubt als die Bibeltextre ausschließlich in Latein verlesen und den Menschen völlig verborgen war die weder lesen noch schreiben und schon garkein Latein verstehen konnten?

Überlieferung ist ein Geländer - ein von Menschen gebautes.

Glaube ist etwas Anderes, es ist in uns und es ist Gott.

Wie würdet Ihr denn eine Frau beurteilen die sich sicher ist zum Priestertum berufen zu sein? Wer hat das Recht zu beurteilen für welchen Dienst in der Kirche Gott beruft? Und wer hat das Recht zu beurteilen ob das was diese Frau (von denen es ja jede Menge gibt) fehlgeleitet ist weil sie denkt dass sie zum geweihten Priestertum gerufen wurde?

Jeder der weiß was Berufung ist weiß, dass man ihr kaum entrinnen kann, dass es ist wie ein Sog, wie ein Magnet der einen Menschen immer wieder wie ein roter Faden in eine bestimmte Richtung wendet - auch wenn dieser noch so oft versucht eine ganz andere Richtung ein zu schlagen...

LG

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von iustus » Mittwoch 8. April 2009, 20:22

Marie-Therese hat geschrieben: Wie würde Jesus es wohl heute machen wenn er auf die Welt käme?
Da wir das nicht wissen, schauen wir auf das, was er getan hat, als er auf der Welt war.
Marie-Therese hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen dass er dann auch ausschließlich männliche Apostel wählen würde.
Ich kann mir das gut vorstellen.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von iustus » Mittwoch 8. April 2009, 20:25

Marie-Therese hat geschrieben:Das Leben damals war einfach geprägt von Männern - daher waren die Apostel Männer. NIEMALS hätte irgendjemand einer predigenden Frau zugehört.
Das wiederum glaube ich nicht. Es hätte genug Menschen gegeben, die einer predigenden Frau zugehört hätten (und es gab in all den Jahrhunderten seither genug Menschen, die predigenden Frauen zuhörten). Warum sollte es Jesus darauf abgesehen haben, dass einem Geschlecht mehr Menschen zuhören als dem anderen? Ein ziemlich böses Jesusbild.

Predigende Frauen sind übrigens kein Problem (das hat ja noch gar nichts mit dem Priesteramt zu tun).

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Marie-Therese » Mittwoch 8. April 2009, 20:49

iustus hat geschrieben:
Marie-Therese hat geschrieben: Wie würde Jesus es wohl heute machen wenn er auf die Welt käme?
Da wir das nicht wissen, schauen wir auf das, was er getan hat, als er auf der Welt war.
Marie-Therese hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen dass er dann auch ausschließlich männliche Apostel wählen würde.
Ich kann mir das gut vorstellen.
Na denn - erklär mir warum? Warum nur Männer und keine Frauen - das muss ja einen Grund haben, einen ziemlich triftigen - denn sonst gäbe es keinen...

Also bitte erklärs mir!

Lg

Hildegard

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von iustus » Mittwoch 8. April 2009, 20:54

Der Priester stellt Christus dar. Er verkörpert (und zwar in einem tiefen, um nicht zu sagen, dem wahrsten, Sinne des Wortes) den Sohn Gottes.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von iustus » Mittwoch 8. April 2009, 20:59

Ich glaube übrigens, dass dahinter die Frage nach der Bedeutung und dem Verständnis des Priestertums steht:

Wenn Priester nur diejenigen wären, die eine Gemeinde leiten, predigen und einer Gemeindeversammlung vorstehen, dann könnte auch ich mir gut eine Frau als Priester vorstellen. Das wäre dann tatsächlich kein Problem.

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cantus planus
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von cantus planus » Mittwoch 8. April 2009, 21:17

Marie-Therese hat geschrieben:Das Leben damals war einfach geprägt von Männern - daher waren die Apostel Männer. NIEMALS hätte irgendjemand einer predigenden Frau zugehört.

Wie würde Jesus es wohl heute machen wenn er auf die Welt käme? Ich kann mir nicht vorstellen dass er dann auch ausschließlich männliche Apostel wählen würde.
Entschuldige, aber die Mär von der männerdominierten Gesellschaft wird von der feministischen Theologie immer wieder als Totschlagargument aufgefahren. Tatsächlich waren Priesterinnen in der antiken Welt gar nichts ungewöhnliches. Man denke an die griechischen Orakel oder an die Vestalinnen in Rom, die enormes Ansehen genossen.

Das historische Argument ist historisch nun wirklich nicht haltbar.
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Marie-Therese » Donnerstag 9. April 2009, 10:00

Guten Morgen!
iustus hat geschrieben:Der Priester stellt Christus dar. Er verkörpert (und zwar in einem tiefen, um nicht zu sagen, dem wahrsten, Sinne des Wortes) den Sohn Gottes.
Sicher, aber ich vermute mal dass Gott auch auf eine Tochter stolz gewesen wäre, und kann mir nicht vorstellen dass Gott so "kleinlich" ist einen Mann anders zu werten als eine Frau.

Klar - Jesus war "nunmal" ein Mann - er konnte aber ja auch schlecht ein Zwitter sein - wobei ich mir denke dass er auch durchaus eine Frau hätte sein können.
Entschuldige, aber die Mär von der männerdominierten Gesellschaft wird von der feministischen Theologie immer wieder als Totschlagargument aufgefahren. Tatsächlich waren Priesterinnen in der antiken Welt gar nichts ungewöhnliches. Man denke an die griechischen Orakel oder an die Vestalinnen in Rom, die enormes Ansehen genossen.

Das historische Argument ist historisch nun wirklich nicht haltbar.
Ich bin keine Feministin - absolut nicht! Und finde es auch keine Mär!

Schau dir das alte Testament an. Alle Aktivisten dort sind Männer, alle Propheten sind Männer weil der Job der Frauen schlichtweg vorgezeichnet war: Kinder (mal gaaanz simpel und unstudiert ausgedrückt)...

Es gibt nicht viele Frauen die als wichtig erwähnt wurden: da gibt es die "böse" Eva, Sarah - als Abrahams Frau die noch sehr spät den Wunschsohn geboren hatte, wen noch? Lauter Nebenthemen eigentlich die Frauen betreffen.
Das einzige Buch von dein VIELEN im AT ist das Buch Ruth, dann ham wir noch eine Mirjam bei Mose aber keine Prophetinnen, keine Hohepriesterinnen etc...

Sprich im Ursprungsglaube spielt die Frau als wesentliche Person eine absolut mindere Rolle.

Und nochmal - ich poche hier nicht auf mein Recht als Frau Priesterin zu werden weil ich Feministin bin - sondern weil ich es schlicht nicht verstehen kann. HEUTE widerspricht es jeglicher Logik.
Ich glaube einfach nicht daran dass Gott mich als Frau nicht genauso auserwählt wie einen Mann. Dass ich als Frau nicht genauso berufen sein könnte ihn und seine Herrlichkeit zu verkünden und WESENTLICH als Priesterin seinen Sohn zu verkörpern.

Warum denn nicht? Was ist an einer Frau "schlechter" oder "anders" als an einem Mann? Und glaubt ihr WIRKLICH dass Gott, der Vater sooo einen Unterschied machen würde?
Er ist der der alles in seiner Hand hält, er ist der der uns geschaffen hat - aber doch nicht als besser und minder - sondern als Mann und Frau.

LG

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 9. April 2009, 10:10

iustus hat geschrieben:Predigende Frauen sind übrigens kein Problem
Doch … wenn man eine hat … :tuete:


;)

Aber im Ernst:

iustus hat geschrieben:Wenn Priester nur diejenigen wären, die eine Gemeinde leiten, predigen
und einer Gemeindeversammlung vorstehen, dann könnte auch ich mir
gut eine Frau als Priester vorstellen. Das wäre dann tatsächlich kein Pro-
blem.
Das ist ein typisches Zeitgeist-Zugeständnis. – Doch, das wäre ein Problem.
Es ist falsch, daß die Frau gleich dem Manne zum Führen und Leiten berufen
sei. Die Funktion des Hauptes gehört zum Prinzip des Männlichen, alles an-
deres ist Quatsch und Einflüsterung des Lügenbarons, welcher unsern Zeit-
geist diktiert.

Genau an dieser Lüge krankt auch unsere Gesellschaft in erheblichem Maß.
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rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Linus » Donnerstag 9. April 2009, 11:04

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
iustus hat geschrieben:Predigende Frauen sind übrigens kein Problem
Doch … wenn man eine hat … :tuete:


;)
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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Maurus » Donnerstag 9. April 2009, 11:18

Marie-Therese hat geschrieben:Hallo!

Ich sehe es so.

Das Leben damals war einfach geprägt von Männern - daher waren die Apostel Männer. NIEMALS hätte irgendjemand einer predigenden Frau zugehört.
In damaligen Kulten waren Priesterinnen nichts besonderes.
Wie würde Jesus es wohl heute machen wenn er auf die Welt käme? Ich kann mir nicht vorstellen dass er dann auch ausschließlich männliche Apostel wählen würde.
Nimms mir nicht übel: Aber meistens würde Jesus genau das machen, was dem, der diese Frage stellt, gerade vorschwebt.

Mittlerweile leben wir (oder sollten wir) in einer Welt in der Mann und Frau gleichwertig sind. Dies war damals keineswegs der Fall.
Das eine ist Gesellschaft, das andere Religion. Weltlich Prinzipien lassen sich nicht in die religiöse Sphäre übertragen. Es ist auch die Frage zu stellen, warum ausgerechnet unsere Zeit das alles besser weiß, als 60 Generationen vor uns.
Wie würdet Ihr denn eine Frau beurteilen die sich sicher ist zum Priestertum berufen zu sein? Wer hat das Recht zu beurteilen für welchen Dienst in der Kirche Gott beruft? Und wer hat das Recht zu beurteilen ob das was diese Frau (von denen es ja jede Menge gibt) fehlgeleitet ist weil sie denkt dass sie zum geweihten Priestertum gerufen wurde?
Die Kirche ist der Auffassung, dass dieses Sakrament nur getauften Männern gespendet werden kann. Das geht für sie aus der Offenbarung hervor. Man kann anderer Auffassung sein, aber kaum bestreiten können, dass die Kirche legitimerweise aus diesem Ansatz Konsequenzen zieht. Ansonsten bräche das Lehrgerüst zusammen: Man kann auch der Meinung sein, zur achten Ehe berufen zu sein, zur Polygamie, zum Bischof oder sonstwas. Das alles könnte man keinem mehr verwehren, wenn man deinem Ansatz folgen würde.
HEUTE widerspricht es jeglicher Logik.
Wie gesagt: Eine Ableitung aus säkular-gesellschaftlichen Prinzipien führt hier nicht weiter. Irgendwelche Denkschulen, die sich jenseits der religiösen Sphäre entwickelt haben entfalten keine Wirksamkeit auf diese, sondern nur in ihrer eigenen Sphäre, egal, wie wohl begründet sie in dieser auch immer sein mögen.

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Marie-Therese » Donnerstag 9. April 2009, 12:15

Also eine unbewegliche, stagnierende, tote Religion - so gesehen..... denn ALLES entwickelt sich weiter - Gott als Solcher bleibt gleich - aber seine Welt entwickelt sich weiter...

@Robert - wenn das was du schreibst das ist was du denkst dann fände ich das äußerst diskriminierend und traurig.

Somit wäre eine Angela Merkel - weil Frau (nicht aus irgendwelchen Unfähigkeiten heraus) schon allein weil sie eine Frau ist am falschen Platz...

Jede Obere aus einem Kloster - wäre am falschen Platz...

Jede weibliche Pflegedienstleitung in einem Krankenhaus wäre fehl am Platz ...

Etc...

Diese Einstellung halte ich für eher - krank - sorry...

LG

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Re: Apostolische Visitation der Frauenorden in den USA

Beitrag von Maurus » Donnerstag 9. April 2009, 12:26

Marie-Therese hat geschrieben:Also eine unbewegliche, stagnierende, tote Religion - so gesehen..... denn ALLES entwickelt sich weiter - Gott als Solcher bleibt gleich - aber seine Welt entwickelt sich weiter...
Die Offenbarung entwickelt sich nicht weiter. Und ob eine Religion lebt bemisst sich mE daran, ob geglaubt wird und die Geheimnisse gefeiert werden, nicht anhand permanenter Veränderungen. Erstrecht durch kein Veränderung, die durch weltliche Prinzipien inspririert sind. Es dürfte doch klar sein, dass sich diese Prinzipien nicht auf die Religion übertragen lassen. Ansonsten wäre für eine Hierarchie gar kein Platz mehr und es müsste etwa einen gerichtlichen Anspruch auf Einsetzung in ein Amt geben.

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