Der Arzt als Todesengel?

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obsculta
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Re: Der Arzt als Todesengel?

Beitrag von obsculta »

Seit Martin Luther kriegen auch Selbstmörder ein ordentliches Begräbnis. Dazu muss man aber schon zur richtigen Kirche gehören.
....zu der Du ja nicht gehörst :pfeif: ...

Falls Du mit obiger Bemerkung auf die römisch katholische Kirche
anspielen solltest,bekommen Selbstmörder dort ein ,wie Du es nennst,
"ordentliches Begräbnis".

In meiner Gemeinde hatten wir gerade den traurigen Fall eines Suizids.

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Juergen
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Re: Der Arzt als Todesengel?

Beitrag von Juergen »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Wie würdet ihr euch bei unheilbarer, schmerzhafter Krankheit verhalten?
Die Schmerzen lindern.


Vor wenigen Tagen lief im TV der Dreiteiler Aufstand der Alten -- ein ziemlich zum Nachdenken anregender Zukunftsfilm.
Darin kam das Thema Sterbehilfe auch zur Sprache.
Erschreckend.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Staubkorn
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Re: Der Arzt als Todesengel?

Beitrag von Staubkorn »

Bei einer unheilbaren Krankheit, wie Krebs stirbt der Mensch nicht wegen den Schmerzmitteln, sondern wegen dem Tumor und den Metastasen. Es kann zu Darmverschhlüssen und inneren Blutungen kommen, wenn die inneren Organe, wie auch das Gehirn von den "Krebszellen" förmlich "zerfressen" werden. Die Schmerzmitteln werden nur verabreicht, damit der Patient nicht wochenlang vor Schmerzen Tag und Nacht schreit.
Ein Altvater wurde gefragt: "Was ist Demut?"
Er antwortete: "Demut ist, wenn du einem Bruder vergibst, der gegen dich gesündigt hat, noch bevor er selbst zu dir kommt und dich um Vergebung bittet."

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Sempre
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Re: Der Arzt als Todesengel?

Beitrag von Sempre »

Staubkorn hat geschrieben:Bei einer unheilbaren Krankheit, wie Krebs stirbt der Mensch nicht wegen den Schmerzmitteln, sondern wegen dem Tumor und den Metastasen. Es kann zu Darmverschhlüssen und inneren Blutungen kommen, wenn die inneren Organe, wie auch das Gehirn von den "Krebszellen" förmlich "zerfressen" werden. Die Schmerzmitteln werden nur verabreicht, damit der Patient nicht wochenlang vor Schmerzen Tag und Nacht schreit.
Der Patient stirbt an den Folgen der Behandlung.

Gruß
Sempre
Multi venient in nomine meo, id est in nomine corporis mei. (Tichonius Africanus)
———
Quomodo facta est meretrix civitas fidelis (Is 1:21)

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Juergen
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Re: Der Arzt als Todesengel?

Beitrag von Juergen »

Staubkorn hat geschrieben:Bei einer unheilbaren Krankheit, wie Krebs stirbt der Mensch nicht wegen den Schmerzmitteln, sondern wegen dem Tumor und den Metastasen. Es kann zu Darmverschhlüssen und inneren Blutungen kommen, wenn die inneren Organe, wie auch das Gehirn von den "Krebszellen" förmlich "zerfressen" werden. Die Schmerzmitteln werden nur verabreicht, damit der Patient nicht wochenlang vor Schmerzen Tag und Nacht schreit.
Und?

Sollte es besser sein, ihn umzubringen -- wohl kaum.

Im Bereich der Schmerztherapie wurden in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht. Mein Vater hat jahrelang Schmerzmittel in Pflasterform bekommen (auf dem roten Sonderrezept) und konnte schmerzfrei leben. Die Krankheit war nicht lebensbedrohlich, wäre eben schmerzhaft gewesen.
Sein Arzt, der sich auf die Schmerztherapie spezialisiert hatte, sagte immer: "Heutzutage muß kein Patient mehr unerträglichen Schmerzen ausgesetzt sein."
Freilich mögen solche Medikamente das Leben auch verkürzen. Diesen Nebeneffekt darf man aber wohl in Kauf nehmen, wenn damit ein würdevolles Leben oder auch würdevolles Sterben möglich ist.
Es dürfen aber keine Medikamente verabreicht werden, die das Ziel haben, das Leben zu beenden!
Gruß Jürgen

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Lioba
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Re: Der Arzt als Todesengel?

Beitrag von Lioba »

Es muss unterschieden werdem zwischen gezielter Hilfe zum Selbstmord, dem Verzicht auf lebensverlängernde Massnahmen, die am Ende nur sterbensverlängernd sind und der Bereitschaft, in der Palliativmedizin Mittel einzustzen, deren Nebenwirkungen nicht unbedingt gesundheitsfördernd sind.
Ob z.B. eine Magensonde gelegt werden sollte, muss im Einzelfall entschieden werden. Nach einem Schlaganfall oder Unfall kann sie prinzipiell nützlich sein, die Genesung unterstützen oder noch eine friedliche letzte Lebensphase ermöglichen. Einem unhelibar Kranken in der letzten Lebensphase oder einem Menschen, der kurz davor ist schlicht und einfach an Altersschwäche zu sterben, verlängert und verschlimmert sie oft nur die Qual des Sterbens. Die Verlangsamung aller Lebensfunktionen, das natürliche Nachlassen des Hungers alles geht auf ein sanftes Hinübergleiten aus dem Leben hin. Solch ein Mensch leidet auch keinen Hunger.Die Alternative für den um jeden Preis am Leben erhaltenen Menschen ist oft das Ersticken durch Bronchial- oder Lungenödem. Und dann stellt sich die Frage, wie man so einem Menschen noch helfen kann. Bestenfalls durch sehr starke Medikamente, die Schmerz stillen und beruhigen. Sollen wir die auch noch verweigern, weil sie die Leber belasten?
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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Juergen
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Re: Der Arzt als Todesengel?

Beitrag von Juergen »

Nein,
es kann nur um ein würdevolles Leben oder auch ein würdevolles Sterben gehen.

Jemanden mit unerträglichen Schmerzen vor sich hinvegetieren lassen ist sicher unmenschlich.
Deswegen sollte der Mensch zumindest schmerzfrei leben/sterben können dürfen. Wenn die notwendigen Medikamente in gewissem Maße das Leben/Sterben verkürzen, ist das zwar tragisch, aber akzeptabel. Das ZIEL darf aber nie eine Beendigung des Lebens sein.
Gruß Jürgen

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