Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Weltgeschehen.
Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 9579
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Edi » Freitag 27. Januar 2012, 16:49

Ich habe manche Male schon mit Leuten, die der Nachkriegsgeneration angehören, gesprochen und um diese Verbrechen wissen, auch weil sie in der Schule genug davon hörten.
Nicht wenige haben die Nase voll von dem dauernden Erinnern, zumal die Medien ja auch regelmässig davon berichten aus allerlei möglichen Anlässen.

Es gibt ja auch Leute, die das Thema bewusst für ihre Zwecke instrumentlisieren.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Benutzeravatar
Sascha B.
Beiträge: 1950
Registriert: Mittwoch 21. April 2010, 20:25
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Sascha B. » Freitag 27. Januar 2012, 17:06

"Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen." FJS
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 18872
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von taddeo » Freitag 27. Januar 2012, 17:08

Edi hat geschrieben:Ich habe manche Male schon mit Leuten, die der Nachkriegsgeneration angehören, gesprochen und um diese Verbrechen wissen, auch weil sie in der Schule genug davon hörten.
Nicht wenige haben die Nase voll von dem dauernden Erinnern, zumal die Medien ja auch regelmässig davon berichten aus allerlei möglichen Anlässen.

Es gibt ja auch Leute, die das Thema bewusst für ihre Zwecke instrumentlisieren.
Solang immer noch genug Leute rumlaufen, die so tun, als sei damals "alles halb so schlimm" gewesen,
schadet es gar nicht, die damaligen Zustände im Bewußtsein zu halten.

Die Form, in der das heute geschieht, ist freilich oft geeignet, daß man "die Nase voll hat", das stimmt.
Das liegt aber an der dabei praktizierten, routiniert emotionsheischenden Betroffenheitsrhetorik der Politfunktionäre,
und nicht an der Berechtigung des Erinnerns an sich.

Benutzeravatar
Torsten
Beiträge: 6487
Registriert: Dienstag 17. Februar 2004, 02:23

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Torsten » Freitag 27. Januar 2012, 17:33

Deo iuvante hat geschrieben:"Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen." FJS
"Die Vernichtung durch Arbeit geht ungebrochen weiter." Torsten

iustus
Beiträge: 7024
Registriert: Samstag 8. Juli 2006, 14:59

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von iustus » Freitag 27. Januar 2012, 17:54

taddeo hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Ich habe manche Male schon mit Leuten, die der Nachkriegsgeneration angehören, gesprochen und um diese Verbrechen wissen, auch weil sie in der Schule genug davon hörten.
Nicht wenige haben die Nase voll von dem dauernden Erinnern, zumal die Medien ja auch regelmässig davon berichten aus allerlei möglichen Anlässen.

Es gibt ja auch Leute, die das Thema bewusst für ihre Zwecke instrumentlisieren.
Solang immer noch genug Leute rumlaufen, die so tun, als sei damals "alles halb so schlimm" gewesen,
schadet es gar nicht, die damaligen Zustände im Bewußtsein zu halten.
:daumen-rauf:
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

Benutzeravatar
LumenChristi
Beiträge: 214
Registriert: Samstag 26. November 2011, 23:23
Wohnort: Erzbistum Freiburg

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von LumenChristi » Freitag 27. Januar 2012, 19:24

Ich möchte, dass die Erinnerung in diesem Land nicht aufhört. Edith Stein ist in Auschwitz gestorben, eine östereichische Nonne, von der ich erst neulich erfahren habe, ist enthauptet worden. Die Erinnerung ist wichtig für dieses Land, für die Menschen und die Erinnerung an die Christen, die für ihren Glauben gestorben sind, darf nicht verloren gehen.
Mir ist nur eine würdige Erinnerungszeremonie wichtig, dass es nicht zur Pflichtübung verkommt und inhaltsleer wird.
Vielmehr habe ich Euch Freunde genannt...
Joh 15, 15

...denn Dir habe ich meine Sache anvertraut.
Jer 11, 20

Benutzeravatar
Pit
Beiträge: 8115
Registriert: Freitag 23. April 2004, 17:57

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Pit » Freitag 27. Januar 2012, 20:08

taddeo, über die Form des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus (und nicht nur der jüdischen Opfer) kann man streiten, das Gedenken ist wichtig, solange es nur einen Deutschen gibt, der meint, man solle das Ganze "endlich mal vergessen!"
taddeo hat geschrieben: ...
Solang immer noch genug Leute rumlaufen, die so tun, als sei damals "alles halb so schlimm" gewesen,
schadet es gar nicht, die damaligen Zustände im Bewußtsein zu halten.

.....
carpe diem - Nutze den Tag !

Benutzeravatar
Reinhard
cum angelis psallat Domino
Beiträge: 2161
Registriert: Montag 30. Mai 2011, 11:06
Wohnort: in der ostdeutschen Diaspora

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Reinhard » Freitag 27. Januar 2012, 20:08

Noch etwas ganz anderes ist sehr wichtig: in diesem Erinnern und Bekennen liegt Erlösung für die Deutschen !

Wir dürfen stolz auf Deutschland sein, weil die Deutschen zu ihrer Schuld gestanden haben und sie nicht verdrängt haben ! (im Großen Ganzen gesprochen, klar ...)

Denn verdrängte Schuld ist für die Vergebung unzugänglich, und gärt folglich unvergeben weiter.
Mir fällt hier der Vergleich ins Auge, wie die Türken mit ihrer Schuld gegenüber den Armeniern umgehen (auch ganz aktuell).

Wir haben Vergebung bekommen können, weil wir die Schuld bekannt haben.
"Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Er treu und gerecht; Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht."
Das gilt über die persönliche Haltung des Einzelnen hinaus, auch für ein Volk. - Das glaube ich.

In diesem Sinne können wir zur vergangenen Schuld stehen und brauchen sie nicht zu leugnen.
Sie bleibt wahr, aber sie ist vergeben und hat keine Macht mehr über uns.

Benutzeravatar
Melody
Beiträge: 4261
Registriert: Mittwoch 22. März 2006, 16:05
Wohnort: in der schönsten Stadt am Rhein... ;-)

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Melody » Freitag 27. Januar 2012, 20:13

taddeo hat geschrieben:Solang immer noch genug Leute rumlaufen, die so tun, als sei damals "alles halb so schlimm" gewesen, schadet es gar nicht, die damaligen Zustände im Bewußtsein zu halten.
Natürlich war das schlimm, und sowas darf nie mehr wieder geschehen.

Ich glaub, eine Tante mütterlicherseits, die psychisch erkrankt war, ist auch vergast worden.
(Ich weiß, dass der Titel des Threads "Holocaust" heißt, aber es sind ja eben nicht nur Juden ermordet worden... es sind genügend Nicht-Juden ermordet worden...)

Nichtsdestotrotz hat mich persönlich das Thema immer schon genervt. Ich möchte nicht im Büßergewand herumlaufen für etwas, mit dem ich nichts zu tun habe. Es gehört zu unserer Geschichte, ja, aber man muss da nicht ständig krampfhaft dran erinnern.
Ewa Kopacz: «Für mich ist Demokratie die Herrschaft der Mehrheit bei Achtung der Minderheitenrechte, aber nicht die Diktatur der Minderheit»

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 18872
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von taddeo » Freitag 27. Januar 2012, 20:21

Pit hat geschrieben:taddeo, über die Form des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus (und nicht nur der jüdischen Opfer) kann man streiten, das Gedenken ist wichtig, solange es nur einen Deutschen gibt, der meint, man solle das Ganze "endlich mal vergessen!"
taddeo hat geschrieben: ...
Solang immer noch genug Leute rumlaufen, die so tun, als sei damals "alles halb so schlimm" gewesen,
schadet es gar nicht, die damaligen Zustände im Bewußtsein zu halten.

.....
Naja, den einen oder anderen Verwirrten wird es immer geben, den hält eine Gesellschaft auch locker aus.
Aber dieses Denken vom "halb so schlimm" ist tatsächlich ein Massenphänomen. Man glaubt gar nicht, welche Biedermänner aus der eigenen Bekanntschaft spätestens nach zwei, drei Halben Bier plötzlich mit solchen Sprüchen rausrücken ...

@ Melody
Gerade diese "Penetranz" des Gedenkens ist aber leider noch immer nötig. Der Satz "es gehört zu unserer Geschichte" impliziert irgendwie den Nachsatz "... und da soll es auch bleiben, ohne uns heute zu stören".
Was meinst Du, wie schnell es gehen würde, daß wir wieder bei solchen Zuständen sind wie nach 1933? Daß staatliche Stellen entscheiden, wer lebenswert ist und wer nicht? Wer hierzulande leben darf und wer nicht? Welche Meinung geäußert werden darf und welche nicht? Rechtsradikale Gruppen propagieren das öffentlich nach dem damaligen Muster, andere Kräfte aus der "Mitte der politischen Gesellschaft" sind nicht weit davon weg, wenn auch "vom anderen Ufer" her und teilweise mit subtileren Methoden.
Und gerade wir Katholiken sind heute genausowenig wie damals unbeteiligte Zuschauer. Wir sind vielleicht nicht die allerersten, die es erwischt, aber wir stehen todsicher auf jeder Entsorgungsliste.

Fridericus
Beiträge: 1237
Registriert: Montag 27. April 2009, 17:33

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Fridericus » Freitag 27. Januar 2012, 20:29

taddeo hat geschrieben: Welche Meinung geäußert werden darf und welche nicht?
Das ist doch längst schon Gegenwart!

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 18872
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von taddeo » Freitag 27. Januar 2012, 20:58

Fridericus hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Welche Meinung geäußert werden darf und welche nicht?
Das ist doch längst schon Gegenwart!
Ja. Hab ich ja versucht, so anzudeuten, daß nicht deswegen morgen gleich der Verfassungsschutz vor meiner Haustür steht.

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2843
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Yeti » Freitag 27. Januar 2012, 21:02

Edi hat geschrieben:Es gibt ja auch Leute, die das Thema bewusst für ihre Zwecke instrumentlisieren.
O ja. Die erkennt man daran, dass sie "Holocaust" statt "Shoah" sagen.
#gottmensch statt #gutmensch

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2843
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Yeti » Freitag 27. Januar 2012, 21:04

Reinhard hat geschrieben:Denn verdrängte Schuld ist für die Vergebung unzugänglich, und gärt folglich unvergeben weiter.
Ich teile deinen Enthusiasmus nicht. Bei den Engländern und Franzosen gärt gar nichts in ihrem Selbstbewusstsein, im Gegenteil, die reiben sich höchstens verwundert die Augen, weshalb ganz Asien und Afrika sie so hassen.
#gottmensch statt #gutmensch

Benutzeravatar
Edi
Beiträge: 9579
Registriert: Montag 12. Januar 2004, 18:16

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Edi » Freitag 27. Januar 2012, 21:07

Melody hat geschrieben: Ich möchte nicht im Büßergewand herumlaufen für etwas, mit dem ich nichts zu tun habe. Es gehört zu unserer Geschichte, ja, aber man muss da nicht ständig krampfhaft dran erinnern.

Die Nachkriegsgeneration hat sich, was dieses Thema angeht, keine Schuld aufgeladen.
Eine gewisse Verantwortung haben wir aber alle, nämlich zu verhindern, dass es nicht wieder so weit kommt.

Von daher fällt es uns auch leichter anzuerkennen, was die Nazideologen verbrochen haben. Ob aber alle diese Leute, von denen auch viele nach dem Krieg noch gelebt haben, ihre Schuld vor Gott eingestanden und Gottes Verzeihung erlangt haben, ist eine ganz andere Frage.

Wenn schon Erinnern dann doch eher weil es auch heute Menschen gibt, die mehr oder weniger dieser Ideologie wieder verfallen sind.
Bei den anderen sehe ich es eher so wie der Schriftsteller Martin Walser, der von dieser Ritualisierung sprach, die meiner Meinung nach auch schuldhafte Dinge in der jetzigen Zeit in den Hintergrund stellt, weil ja der Holocaust nach ihrer Auffassung doch ein einmaliges und einzigartiges Verbrechen darstelle.
Die gleichen Leute, die mit hängenden Mundwinkeln das Vergangene bedauern, sind nicht bereit, manche heutige schuldhafte Vergehen überhaupt zu sehen. Beinahe könnte man meinen, dass es ihnen recht ist, immer wieder neu auf die bösen Nazis hinweisen zu können.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 18872
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von taddeo » Freitag 27. Januar 2012, 21:08

Yeti hat geschrieben:Bei den Engländern und Franzosen gärt gar nichts in ihrem Selbstbewusstsein, ...
Zwei gewonnene Weltkriege verdrängen erfolgreich jede Gärung.

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2843
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Yeti » Freitag 27. Januar 2012, 21:14

Was das Thema betrifft, ist diese Rede immer noch aktuell. Es kommt kein viertes Reich, nur weil keine zweihundert Stelen aufgestellt werden oder kein zentraler Gedenktag existiert. Die Deutschen schätzen ihr Grundgesetz eigentlich ziemlich. Allerdings konnten wir das Fatum der Hysterie nie ganz ablegen. Und darin sind gewissen Herrschaften den Führer-zujubelnden Mob der dreißiger Jahre ziemlich ähnlich.
#gottmensch statt #gutmensch

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2843
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Yeti » Freitag 27. Januar 2012, 21:31

taddeo hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Bei den Engländern und Franzosen gärt gar nichts in ihrem Selbstbewusstsein, ...
Zwei gewonnene Weltkriege verdrängen erfolgreich jede Gärung.
Ja - ihr Einfluss ging ihnen wie ein Furz flöten. :D Im Ernst: ich glaube, dass er für sie zum Fluch wurde, ob für uns zum reinen Segen, weiß ich nicht wirklich...ein paar der verlorenen Tugenden würden uns heute gut tun. Interessant finde ich diesbezüglich die Entwicklung in Russland, aber das würde hier zu weit führen.
#gottmensch statt #gutmensch

Benutzeravatar
Peregrin
Moderator
Beiträge: 5422
Registriert: Donnerstag 12. Oktober 2006, 16:49

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Peregrin » Freitag 27. Januar 2012, 22:49

Edi hat geschrieben: Eine gewisse Verantwortung haben wir aber alle, nämlich zu verhindern, dass es nicht wieder so weit kommt.
Gerade darin versagt der Schuldkult aber, weil seine Hohepriester den Geschichtsrevisionismus schon so verankert haben, daß man über Hintergründe und Entwicklungen kaum mehr frei sprechen kann.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

Benutzeravatar
Mirjanin
Beiträge: 151
Registriert: Montag 9. März 2009, 18:18

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Mirjanin » Samstag 28. Januar 2012, 09:02

Wie schlimm die Nazi-Dikatatur war, ob halb so schlimm oder noch sehr viel schlimmer als schlimm (ich tippe eher auf Letzteres) überlasse ich den Historikern. Das ist nicht mein Metier.

Was mich stört, ist die Verengung des historischen Fokus auf NS-Zeit und die Bundesrepublik. Die meisten Deutschen haben der Geschichte ihrer Heimat den Rücken zugedreht, alles was bis 1918 geschah ist nur insofern für sie interessant, als das es im Resultat zur Nazi Herrschaft geführt habe. Wir begannen, uns selbst über die Nazi-Terrorherrschaft zu definieren. Mit katastrophalen Konsequenzen für Deutschland und die Deutschen. Es führte zu jener "Schuldikulti" Mentalität des ständig schlechten Gewissens, erhobenen Zeigefingers und der Berufsbetroffenheit. Nachfolgende deutsche Generationen verspüren immer noch den Drang, sie müssten für alle und jede Untat Wiedergutmachung leisten, obwohl sie darin keine Rolle spielten. Und genau durch solche Veranstaltungen wie aktuell wird dies im kollektiven Bewusstsein zementiert.

Diese Geisteshaltung führt zum Verlust eines echten und aufrichtigen Patriotismus. Sie erlaubte Regierungen katastrophale Entscheidungen für die Zukunft unseres Landes zu fällen. Wenn eine Öffentlichkeit nur noch zwei Pole kennt, nämlich Nazi-Deutschland und die heutige Bundesrepublik, dann sieht die Bundesrepublik im Vergleich dazu höchst rosig aus. Diese Verengung des historischen Blickwinkels auf die NS-Zeit hat dazu geführt, dass z. B. Preussen völlig aus dem historischen Bewusstsein verschwunden ist. Man hat das gut bei den Feierlichkeiten zu Friedrich den Großen vor einigen Tagen bemerken können. Dabei war Preussen nicht einfach nur ein Staat, sondern das Land, dass uns die Einheit Deutschlands brachte! Als Dank wurde es nach dem 2. Weltkrieg von der Karte gefegt, obwohl die Nazis nicht aus Preussen kamen und Preussen auch nicht mehr in die Verbrechen involviert war, als jeder andere Landesteil auch. Es wurde aber absichtlich aus dem Bewusstsein gedrängt, um zu eben jener Verengung des Blickwinkels zu führen. Nochmal: Bei der Wahl zwischen Nazi Deutschland und der Bundesrepublik ist klar, wofür man sich entscheidet.

Aufgrund der geschilderten Tatsache, dem "Abschneiden der alten Zöpfe" treibt Deutschland kulturell und politisch ziellos umher. Der "Anker" ist weg. Kulturell, politisch, geistig. Im Ausland verschafft uns das wenig Respekt. Fragt Ausländer die deutsche Kultur zu beschreiben und in 90% der Fälle kommen Antworten wie Bier, Lederhosen und Nazis.

Diese Entwicklung wird durch das "ritualisierte Holocaustgedenken" (Überschrift des Strangs) fortgesetzt und verstärkt. Die Frage ist weniger WEM und WAS wir gedenken, sondern WIE wir das tun.
Gut sein ist edel. Andere lehren, gut zu sein, ist noch edler. Und einfacher.
(Mark Twain)

Benutzeravatar
Lupus
Beiträge: 2497
Registriert: Samstag 13. September 2008, 13:48
Wohnort: Oberschwaben

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Lupus » Samstag 28. Januar 2012, 09:36

kleine off-topic-Anmerkung:

"gedenken" regiert den Genitiv! Also wir gedenken wessen!

+L.
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

Benutzeravatar
Mirjanin
Beiträge: 151
Registriert: Montag 9. März 2009, 18:18

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Mirjanin » Samstag 28. Januar 2012, 10:21

Hochwürd'n, i bin fo Obabayern, i derf des. Mia hom'a koan Genitiv 8)
Gut sein ist edel. Andere lehren, gut zu sein, ist noch edler. Und einfacher.
(Mark Twain)

iustus
Beiträge: 7024
Registriert: Samstag 8. Juli 2006, 14:59

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von iustus » Samstag 28. Januar 2012, 10:33

Yeti hat geschrieben:Was das Thema betrifft, ist diese Rede immer noch aktuell. Es kommt kein viertes Reich, nur weil keine zweihundert Stelen aufgestellt werden oder kein zentraler Gedenktag existiert. Die Deutschen schätzen ihr Grundgesetz eigentlich ziemlich.
Naja, wir leben längst drin im vierten Reich. Täglicher Massenmord an Menschen, die man nicht als Menschen ansieht.

Alles schonmal dagewesen. Und deswegen sind ritualisierte Gedenktage wichtig.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von cantus planus » Samstag 28. Januar 2012, 10:46

Naja, genau daran sieht man ja, dass das ritualisierte Gedenken offensichtlich gar nichts bringt.

Statt medienwirksam Betroffenheit zu heucheln und Gedenkstunden im Bundestag einzulegen - bei der die einzig vernünftige Rede keiner der anwesenden Politiker gehalten hat - sollte man sich eher mit den Überwasser-Predigten des seligen Kardinals Clemens-August von Galen auseinandersetzen und dann betroffen schweigen... vor allem, wenn man einer selbsternannten "christlichen" Partei angehört.

Es ist nämlich längst wieder soweit! Bis in die Details der Argumente hinein. Dr. Goebbels grüßt aus der Tageszeitung!
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

iustus
Beiträge: 7024
Registriert: Samstag 8. Juli 2006, 14:59

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von iustus » Samstag 28. Januar 2012, 11:05

cantus planus hat geschrieben:Naja, genau daran sieht man ja, dass das ritualisierte Gedenken offensichtlich gar nichts bringt.
Ich sehe es anders. Ich glaube, dass es bei vielen etwas bringt. Das bleibt aber letztlich Spekulation. Man kann immer sagen: "Ohne dies und jenes wäre die Lage nocht viel schlimmer", beweisen wird man es letztlich nicht können.

cantus planus hat geschrieben:Statt medienwirksam Betroffenheit zu heucheln und Gedenkstunden im Bundestag einzulegen - bei der die einzig vernünftige Rede keiner der anwesenden Politiker gehalten hat - sollte man sich eher mit den Überwasser-Predigten des seligen Kardinals Clemens-August von Galen auseinandersetzen und dann betroffen schweigen
Das eine schließt das andere nicht aus.
cantus planus hat geschrieben:Es ist nämlich längst wieder soweit! Bis in die Details der Argumente hinein.
Genau so ist es: Das Definieren, wer Mensch ist und wer nicht. Und mit denen die "rausdefiniert" werden, seien es Juden oder Kinder im Mutterleib, können immer weniger Mitleid empfinden.

Das nächste Feld ist die Euthanasie!
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

Benutzeravatar
cantus planus
Beiträge: 24273
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von cantus planus » Samstag 28. Januar 2012, 11:07

iustus hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Statt medienwirksam Betroffenheit zu heucheln und Gedenkstunden im Bundestag einzulegen - bei der die einzig vernünftige Rede keiner der anwesenden Politiker gehalten hat - sollte man sich eher mit den Überwasser-Predigten des seligen Kardinals Clemens-August von Galen auseinandersetzen und dann betroffen schweigen
Das eine schließt das andere nicht aus.
Zwar nicht zwangsläufig, aber die Erfahrung zeigt doch, dass solche ritualisierten Gedenktage eher der Abstumpfung dienen und der Dispens vom Selberdenken.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Caviteño
Beiträge: 10472
Registriert: Sonntag 14. März 2010, 02:31
Wohnort: Diözesen Imus und Essen

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Caviteño » Samstag 28. Januar 2012, 11:29

Deo iuvante hat geschrieben:"Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen." FJS
oder
FJS hat geschrieben: Wir wollen von niemandem mehr, weder von Washington, noch von Moskau, von keinem europäischen Nachbarn, auch nicht von Tel Aviv, ständig an unsere Vergangenheit erinnert werden.“
http://de.wikiquote.org/wiki/Franz-Josef_Strau%C3%9F

Man stelle sich einmal den öffentlichen Aufschrei vor, wenn ein Politiker das heute sagen würde.
Pit hat geschrieben: taddeo, über die Form des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus (und nicht nur der jüdischen Opfer) kann man streiten, das Gedenken ist wichtig, solange es nur einen Deutschen gibt, der meint, man solle das Ganze "endlich mal vergessen!"
(Hervorhebung tlw. von mir)

Pit, Du übersiehst, daß ein ständig wachsender Teil der deutschen Bevölkerung hier eingebürgert wurde. Deren Vorfahren lebten während der Jahre 1933 - 1945 überhaupt nicht hier, gleichwohl sind ihre Enkel oder Urenkel inzwischen Deutsche. Die werden überhaupt nicht daran denken, sich dieses ritualisierte Gedenken zu eigen zu machen. Lies doch einfach einmal Berichte aus Schulklassen, wenn dieses Thema behandelt wird. Natürlich stellen sich die Deutschen mit Migrahi auf den Standpunkt, daß sie damit "nichts zu tun haben". Insofern kann sich Deine Äußerung nur auf die autochthonen Deutschen beziehen. Ob das auf ganz lange Sicht dem Zusammenhalt in der Gesellschaft zuträglich ist und/oder sich durchhalten läßt.... :hmm:

civilisation
Beiträge: 10481
Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von civilisation » Samstag 28. Januar 2012, 12:12

Und ein "viertes Reich" ist auch schon längst errichtet und existent.

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Pilgerer » Sonntag 29. Januar 2012, 18:25

An das Ereignis sollten wir meiner Ansicht nach erinnern - ohne Schuldgefühle, aber mit Verständnis für die extreme Dimension des Holocaust. Es gab in der Geschichte keinen Völkermord, der so penibel und gründlich ausgeführt wurde wie der an den Juden. 6 Millionen Juden wurden ermordet. Diese Zahl muss man sich erstmal vorstellen. Zur europäischen Kultur gehörte neben der christlichen bis zum Holocaust auch die jüdische. Das europäische Judentum wurde zu mehr als 90% ausgerottet - und damit auch ein Anlass, sich mit dem jüdischen Gott befassen zu müssen.

Wenn wir etwas in die Tiefe gehen, dann sehen wir, dass Hitler das Christentum als "jüdische Schwindelei" ansah, das völlig mit seinen Werten des Überlebenskampfes des germanischen Herrenrasse kollidierte. Hitler stand für das Recht des Stärkeren. Er hat das in der HJ und in der SS gepredigt. Schon da wurden die stärkeren Kinder/Männer dazu erzogen, die Schwachen zu unterdrücken. Eine Wirkung war der Versuch der Euthanasie, der nur durch die katholischen Bischöfe gestoppt wurde. Hitlers Ziel war, dass die "germanische Rasse" im Kampf mit den anderen Rassen die "jüdische Rasse" besiegt und ausrottet. Als die Wehrmacht den Krieg verlor, folgerte Hitler daraus, dass die "germanische Rasse" zu schwach gewesen sei und kein Überleben verdiene. Aus diesem Grund gab es am Kriegsende von Hitler diverse Befehle zur "verbrannten Erde", um den Deutschen nach dem Krieg das Leben möglichst schwer zu machen.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2843
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Yeti » Montag 30. Januar 2012, 19:04

Pilgerer hat geschrieben:Es gab in der Geschichte keinen Völkermord, der so penibel und gründlich ausgeführt wurde wie der an den Juden.


Ich glaube, dass das ein typisches Beispiel für ein säkulares Dogma ist, weil es schon als Sakrileg angesehen wird, für diese Behauptung Beweise zu fordern. Und wenn für die angeblich typisch deutsche Eigenschaft der Gründlichkeit ein ganzes Volk in Geiselhaft genommen werden soll, weil die Täter zufälligerweise Deutsche waren, ist auch das nichts anderes als psychologisch verkappter Rassismus gegen das eigene Volk - man könnte diesbezüglich auch von einer Neurose sprechen.
Pilgerer hat geschrieben:Zur europäischen Kultur gehörte neben der christlichen bis zum Holocaust auch die jüdische. Das europäische Judentum wurde zu mehr als 90% ausgerottet - und damit auch ein Anlass, sich mit dem jüdischen Gott befassen zu müssen.
Ich glaube nicht einmal, dass man den typisch angepassten oder assimilierten Typ des reichsdeutschen Juden vor dem Dritten Reich überhaupt als Teil des Judentums betrachten kann, weil speziell diese Gruppe alles tat, um sich von diesen Kreisen tatsächlich gläubiger Juden zu distanzieren, die sie für restlos rückständig hielten. Dazu braucht man sich nur die zeitgenössischen Reaktionen auch reichsdeutscher Juden auf die "Zionistischen Kongresse" anzusehen. Die kulturtragenden Schichten mit jüdischen Wurzeln in Deutschland hatten wenig bis überhaupt keinen Kontakt mit der Art von gläubigem Judentum, welches nach der Shoah wieder aufblühte, im Gegenteil - es war gerade dabei auszusterben.
#gottmensch statt #gutmensch

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 24558
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 31. Januar 2012, 13:20

cantus planus hat geschrieben:die Erfahrung zeigt doch, dass solche ritualisierten Gedenktage eher der Abstumpfung dienen und der Dispens vom Selberdenken.
So ist es. Zudem handelt es sich um den Kultus einer Zivilreligion, durchaus vergleichbar dem Kaiserkult im alten Rom. Solchen Götzen darf der gläubige Sohn der Kirche nicht opfern.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 24558
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Re: Was haltet ihr von dem ritualisierten Holocaustgedenken?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 31. Januar 2012, 13:26

civilisation hat geschrieben:Und ein "viertes Reich" ist auch schon längst errichtet und existent.
Linus hat geschrieben:
Hans Adam in obig erwähnter Quelle hat geschrieben:deutsch-liechtensteinischen Beziehungen betrifft, warten wir hier auf bessere Zeiten, wobei ich zuversichtlich bin, denn in den vergangenen zweihundert Jahren haben wir immerhin schon drei Deutsche Reiche überlebt, und ich hoffe, wir werden auch noch ein viertes überleben
. Das Klingt nach: Drei hats bisher gegeben, das Vierte wird noch kommen, dzt laufen die vorbereitungen. Nicht aber, daß Deutschland aktuell das Vierte Reich wäre
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wird kommen oder kann, genau. Denn er sagt „ein“ viertes, nicht „das“. – Abgesehen davon ist schon die Zählung eines „zweiten“ oder „dritten“ Reichs aus je eigenen Gründen absurd; um so hirnrissiger das von den Propagandisten der angelsächsischen Besatzer delirierte „vierte“, welches im übrigen die suggerierte Parallele zum „dritten“ aus Unkenntnis der ideologischen Grundlage der Rede vom „dritten“ (und letzten) Reich völlig verkackt. Weswegen man sich solcher Reichslachnummern besser gar nicht bedient, nicht einmal als souveräner Fürst.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema