Fall Schröder

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Knecht Ruprecht
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Fall Schröder

Beitrag von Knecht Ruprecht »

Also ich finde es hoch interessant, wie die Bananenrepublik Deutschland funktioniert. Ein Wirtschaftsminister a.D. nutzt von seinem Notstandrecht und übervorteilt ein Energieunternehmen, dieses im nach der Politikerlaufbahn das Leben versüsst und der Bundeskanzler a.D. macht erst einmal auf Buchverleger in der Schweiz um dann Nutzniesser von mafiösen Privatisierungsbestimmungen des russischen Staates die unter Jelzin gelaufen sind, zu werden. Wußte der Bundeskanzler a.D. eigentlich schon vor seiner Abwahlentscheidung, davor wurde das Geschäft mit Gasprom schon abgewickelt, dass er das Leben von Gasprom versüsst bekommt? Der Bundeskanzler a.D. hat weder Ahnung von Energie, noch von Erdgas geschweige denn von der Ostsee. Also grade die Richtige Fachkompetenz um Vorstandschef zu werden.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Mein guter Knecht, hier bist du offenbar völlig desorientiert. Die Ostsee-Pipeline-Gesellschaft hat weder mit Notstandsrecht zu tun, noch ist da jemand übervorteilt worden. Vielmehr handelt es sich um ein höchst lukratives deutsch-russisches Gemeinschaftsunternehmen, das allen beteiligten Seiten zum Vorteil gereicht.

Natürlich war es auch politisch gewollt und ist von den vermittelnden Regierungen auf den Weg gebracht worden. Zu Recht, denn es liegt im ureigensten Interesse des russsichen wie des deutschen Volks.

Der russische Partner Gasprom ist auch keins der Resultate der mafiösen Raubprivatisierungen unter Jelzin, sondern befindet sich mehrheitlich nach wie vor im Eigentum der Russischen Föderation.

Aufsichtsratsmitglieder im übrigen erhalten in der Regel zwar kein schlechtes Geld für ihre Tätigkeit, reich werden sie davon allerdings nicht, sondern sie nicht selber auch Anteilseigner größeren Kalibers sind. Im vorliegenden Fall handelt sich sich aber – angesichts der politischen Relevanz des Projekts – zweifellos um eine politische Entscheidung. Die russische Seite – vermutlich ganz im Einvernehmen mit den beteiligten deutschen Firmen – möchte der Gefahr vorbauen, daß nach dem Regierungswechsel in Deutschland dem Projekt durch deutsch-atlantische Steinwürfe der Garaus gemacht wird.
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Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Jetzt befürchtet Robert auch hier noch "deutsch-atlantische Steinwürfe"! :D Verrate mir doch mal das Thema, bei dem Du nicht auf die Amis kommst, bitte!

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Also Jelzin an sich ist mir nur von den sympathischen Fernsehbildern bekannt, als er einer am Tisch sitzenden Frau aus dem Kabinett (oder aus einem anderen Politikzirkel) beim vorbeigehen an den Busen packte bzw. kniff oder seine gelegentlichen Auftritte, bei denen er leicht angetrunken zumindest Präsenz zeigte. All diese Momente zeigen für mich, wie er sich trotz seiner Macht und Position, die Nähe zu den einfachen Menschen bewahrt hat. :freude:
Nur diese wenigen Superreichen in Russland, die sich englische Fussballvereine kaufen, gehen ganz klar auf seine Kappe. Da steckt bestimmt viel Ungerechtigkeit hinter.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Frag mal einen normalen Russen, was er von solchen »sympathischen Fernsehbildern« hält. (Er wird entweder schimpfen oder vor Scham im Boden versinken wollen. Damals jedenfalls, zu Jelzins Zeit.) – Die „Neuen Russen“ mit englischen Fußballvereinen (in deren russischen Pässen als Nationalität übrigens kaum „russisch“ steht) können sich ihren Vereinen mittlerweile ganz und gar widmen, denn in Rußland sind sie abgehalftert, teilweise bestehen Haftbefehle.
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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »


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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Der Fall Schröder zeigt:

Deutschland ist eine Bananenrepublik.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Nö. In diesem Fall verkennst du die Konstellation. Hier geht
es um die strategische Entscheidung, ob der eurasische Konti-
nent wieder durch einen neuen Eisernen Vorhang geteilt wird,
ob man sich erneut in die wiederum geschürten, alten Konflik-
te treiben läßt oder nicht. Anders gesagt, wird die Strategie des
»Teile und herrsche!« der Angelsachsen und ihrer hiesigen „at-
lantischen“ Knechte ein weiteres Mal Erfolg haben, oder wird
Handel und Wandel vom „Finstern Stern“ bis Kamtschatka
noch einmal eine Zeit des Friedens und Wohlstands gewähren?
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Die strategische Konstellation sehe ich auch so; dennoch ist die Bundesrepublik Deutschland zu einer Bananenrepublik verkommen.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

O.K., so herum sind wir uns wieder einig.
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