1+1=? Von Glaube, Wahrheit und Additionstheoremen

Sonstiges und drumherum.
Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

1+1=? Von Glaube, Wahrheit und Additionstheoremen

Beitrag von Maya »

Dieses Thema hat nicht Maya eröffnet, es wurde aus der Diskussion »Dalai Lama populärer als der Papst« abgetrennt, in der es nebenbei um Christentum und Buddhismus, Kirche und Religion, Glaube und Wahrheit ging. Hier geht es nun um die Trennung von Glauben Wahrheit anhand der einfachen Frage, was z.B. 1+1 ergibt: 1? 2? oder gar 3?
koenigstochter hat geschrieben:
FioreGraz hat geschrieben:
koenigstochter hat geschrieben:Missionieren kann man nur dann, wenn man das, was man glaubt, als etwas Besseres ansieht. Damit stemple ich die "Heiden" als minderwertig ein, die leider noch nix kapiert haben.
So wie meine Mutter immer sagte: " Die Neger können ja nix dafür, dass sie den falschen Glauben haben, die kennen ja den richtigen nur nicht."
So etwas ist, auch wenn es nicht vorrangig bös gemeint ist sehr überheblich.
Deine Ansicht zur Missionierung ist ebenso überheblich. Denn im Endefeckt heißt das man darf nicht die Wahrheit sagen egal in welcher Beziehung. Schulen sind damit Zeichen der Überheblichkeit, denn wie kann es der Lehrer wagen klein Fritzchen davon zu überzeugen das 1+1 2 ist und nicht 5 ers tempelt ihn damit ja als Minderwertig ab.
Außerdem ist deine Aussage rassistisch, denn Wahrheit oder Irtuum machen einen Menschen an sich weder besser noch schlechter. Wie machst du das in deinem persönlichen Umfeld, läufst du da auch herum mit einem "ihr alle habt recht" auf den Lippen?
Glaube ist nicht gleich Wahrheit!
1+1 =2
Für andere Meinungen zu dieser Gleichung bin ich offen.

Nochmal eine kurze Erklärung zum Buddhismus:
Die buddhistische Lehre weist Wege aus Leid und Unvoll­kommenheit zu Harmonie und Glück. Die »Vier Edlen Wahr­heiten« bilden ihren Kern. Die wesentlichen Merkmale und Übungen dieses spirituellen Weges sind ethisches Verhalten, Meditation und tiefe Einsicht. Dabei stellt die Lehre des Buddha den Menschen immer in seine eigene Verantwortung. Sie zeichnet sich zudem durch Toleranz und Dialog­bereitschaft, Dogmenfreiheit und Gewaltlosigkeit aus. Einen Anspruch auf alleingültige Wahrheiten erhebt sie nicht.
[/color]
Es folgt nun Mayas ursprünglicher Beitrag.
Walter

<img width=100% height=1 src=data:image/bmp;base64,Qk06AAAAAAAAADYAAAAoAAAAAQAAAAEAAAABABgAAAAAAAQAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAT08vAA==>
koenigstochter hat geschrieben: ...Glaube ist nicht gleich Wahrheit!
1+1 =2
Für andere Meinungen zu dieser Gleichung bin ich offen. ...
C+C=C
gekürzt: 1+1=1

koenigstochter
Beiträge: 200
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2007, 23:32

Beitrag von koenigstochter »

1+1=1
Danke, Maya, für deinen Vorschlag.
Für den Alltag gesehen macht diese Lösung jedoch nicht viel Sinn.

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

nicht alles ist relativ

Beitrag von Maya »

koenigstochter hat geschrieben:
1+1=1
Danke, Maya, für deinen Vorschlag.
Für den Alltag gesehen macht diese Lösung jedoch nicht viel Sinn.
Das ist kein Vorschlag. c=Lichtgeschwindigkeit=immer konstant.
Beispiel: Die Geschwindigkeit der Erde beträgt 30,3 km/s = 109 080 km/h, die Lichtgeschiwindigkeit beträgt ca. 300 000 km/sec.
Sendet man nun einen Lichtstrahl von der Erde weg müsste das Licht eigentlich 109 080km/h + 300 000 km/sec schnell unterwegs sein, das Licht bewegt sich jedoch konstant mit 300 000 km/sec.

Daher c+c=c, gekürzt 1+1=1 (das ist mathematisch korrekt, da c immer konstant).

koenigstochter
Beiträge: 200
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2007, 23:32

Beitrag von koenigstochter »

@sofaklecks:

Danke für Deine Worte. :)
Das Christentum bräuchte wahrlich mehr solcher Leute wie Dich.

@Maya:
Ich hab die Relativitätstheorie noch nie wirklich verstanden.
Kan dazu also nichts sagen.
Aber C ist doch nicht gleich 1, oder?

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

wie war das mit den Grenzen im Kopf ... ?

Beitrag von Maya »

Maurus hat geschrieben:Wo ist jetzt hier ein Widerspruch?
koenigstochter hat geschrieben:@Maya:
Ich hab die Relativitätstheorie noch nie wirklich verstanden.
Kann dazu also nichts sagen. Aber C ist doch nicht gleich 1, oder?
c/c=wie 4/4 oder 712/712 = 1 (eben gekürzt);
also (s.o.) 1+1=2 und 1+1=1 ist beides mathematisch korrekt (nähere Erklärung siehe auch Gödel).

Benutzeravatar
Walter
Moderator
Beiträge: 1506
Registriert: Mittwoch 25. Januar 2006, 13:56

Re: nicht alles ist relativ

Beitrag von Walter »

Maya hat geschrieben:
koenigstochter hat geschrieben:
1+1=1
Danke, Maya, für deinen Vorschlag.
Für den Alltag gesehen macht diese Lösung jedoch nicht viel Sinn.
Das ist kein Vorschlag. c=Lichtgeschwindigkeit=immer konstant.
Beispiel: Die Geschwindigkeit der Erde beträgt 30,3 km/s = 109 080 km/h, die Lichtgeschiwindigkeit beträgt ca. 300 000 km/sec.
Sendet man nun einen Lichtstrahl von der Erde weg müsste das Licht eigentlich 109 080km/h + 300 000 km/sec schnell unterwegs sein, das Licht bewegt sich jedoch konstant mit 300 000 km/sec.

Daher c+c=c, gekürzt 1+1=1 (das ist mathematisch korrekt, da c immer konstant).
Maya, "c+c=c" ist korrekt, wenn du das "+" als (relativistischen) Operator für die Addition von Geschwindigkeiten auffasst (hierfür verwende ich nachfolgend das Symbol "'#" als Unterscheidung zur gewöhnlichen Addition), allerdings ist "c#c=c => 1#1=1" falsch, weil man bei "#" nicht nach der gleichen Regel kürzen darf wie beim normalen "+" (ebenso darfst du ja aª=a nicht zu 2²=2 kürzen, oder b*b=b nicht zu 3*3=3).

Wenn du das relativistische "#" mit dem gewöhnlichen "+" ausdrücken willst, musst du folgende Gleichung benutzen:

v = u#w = (u+w)/(1+uw/c²)

Für Lichtgeschwindigkeit (u=w=c) ergibt das:

c#c = (c+c)/(1+c²/c²) = 2c/2 = c

Ebenso für die Addition einer kleinen Geschwindigkeit zu c:

u#c = (u+c)/(1+uc/c²) = (u+c)/(1+u/c) = (u+c)/((u+c)/c) = c

Für zwei "relativ kleine" Geschwindigkeiten (z.B. u = w = c/1000 ≈ 1000000 km/h ≈ 1000fache Schallgeschwindigkeit) ergibt das:

u#u = (u+u)/(1+0,000001) = 1,999999*u ≈ 2u

Für das Tempo von Fußgängern bis hin zu Überschallflugzeugen (u = c/100000000 bis c/1000000) gilt quasi:

u#w = (u+w)/(1+0) = u+w
γενηθήτω το θέλημά σου·

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

Walter hat geschrieben:"c#c=c => 1#1=1" falsch
Jenach in welchem dem Kontext dieses 1#1=1 gerechnet wird – du gehst implizit davon aus dass 1 eine kleine Maßzahl o.ä. sei, - im Sinne von 1c#1c=1c ist es schon korrekt (eigentlich steht vor dem c ein 1 x.)

Benutzeravatar
Walter
Moderator
Beiträge: 1506
Registriert: Mittwoch 25. Januar 2006, 13:56

Beitrag von Walter »

Nö, Maya, ich impliziere hier gar nichts außer c ≠ 0. Das habe ich vergessen zu schreiben. Danke also für die Gelegenheit, es nun nachzuholen. ;)

Was ich geschrieben habe, ist erst einmal allgemein gültig und hat mit Maßzahlen nichts zu tun. Die "1" im Additionstheorem ist die Identität (wie du selbst schreibst: 1*x=x) und keine Maßzahl. Das wirfst du durcheinander. Du kannst die Gleichung auch ebenso gut ohne "1" schreiben:

v = u#w = c²(u+w)/(c²+uw)

Eine Maßzahl hast du hier explizit eingefüht:
die Lichtgeschiwindigkeit beträgt ca. 300 000 km/sec.
Darauf bezogen sich die Beispiele "c/1000 ≈ 1000000 km/h" usw.

Genauso gut kannst du für c aber auch jeden beliebigen Wert (außer 0 natürlich) einsetzen, dann definierst du ein anderes Maßsystem, das Additionstheorem ist demgegenüber jedoch invariant (d.h. unabhängig vom "Kontext", wie du es nennst).
γενηθήτω το θέλημά σου·

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

Mit "kleiner Maßzahl o.ä." meinte ich, du verläßt die relativistische Ebene (ganz genau genommen gilt die ja auch bei kleinen Geschwindigkeiten) und wollte andeuten, dass Bedeutungen von Zahlen u.a. kontextabhängig sind (und das finde ich interessant und auch "alltagsrelevant" -um KT's Frage zu beantworten.

Benutzeravatar
Walter
Moderator
Beiträge: 1506
Registriert: Mittwoch 25. Januar 2006, 13:56

Re: wie war das mit den Grenzen im Kopf ... ?

Beitrag von Walter »

Maya hat geschrieben:
koenigstochter hat geschrieben:@Maya:
Ich hab die Relativitätstheorie noch nie wirklich verstanden.
Kann dazu also nichts sagen. Aber C ist doch nicht gleich 1, oder?
c/c=wie 4/4 oder 712/712 = 1 (eben gekürzt);
also (s.o.) 1+1=2 und 1+1=1 ist beides mathematisch korrekt
Maya, noch mal auf das zurückzukommen, was koenigstochter so nicht verstehen konnte, obwohl du wohl das richtige meinst (ich schreibe wieder "+", meine aber weiterhin unseren Operator "#").

Die Gleichungen 1+1=2 und 1+1=1 können sehr wohl beide richtig sein, wie du sagst, aber gerade, weil sich hier das c nicht herauskürzt (das darfst du auch nicht, wenn du die Gleichung in der Form 1c+1c=1c umschreibst, s.o.), sondern das Ergebnis hängt immer von c ab, auch wenn das c in der Gleichung (genauer im Operator "+") selbst nicht sichtbar ist, z.B.:
  1. Für den Spezialfall c=1, den koenigstochter nennt, ergibt sich tatsächlich:
    1 + 1 = 1
    aber nicht allgemein a + a = a, so ist z.B. hier: 0,5 + 0,5 = 0,8
  2. Für den Fall, dass c (fast) unendlich groß ist (also im Normalfall) gilt, wie jeder weiß:
    1 + 1 = 2
  3. Man kann aber auch den Fall konstrurieren, dass gilt:
    1 + 1 = 3
    dann ist c die komplexe Lösung der Gleichung c² = -3, also ca. ±1,732 i.
@all: Sorry, wenn es hier gerade nicht direkt um den Dalai Lama geht, aber man kann m.E. daraus zu mehr Erkenntnis gelangen, als aus dessen Reden.
[/color]
γενηθήτω το θέλημά σου·

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 26022
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Für die Allgemeinheit spannender könnte das Thema werden, wollte einer mal kurz den oben angesprochenen Kurt Gödel vorstellen und seine wesentliche Leistung nachvollziehbar schildern. :)

(Ich hätte auch nichts dagegen, wenn eine Serie draus würde … Cantor, Riemann, Gauß, die Bernoullis, Leibniz, Pascal, Kepler, Nikolaus von Kues, Eratosthenes, Pythagoras …)
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Raphael

Beitrag von Raphael »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Für die Allgemeinheit spannender könnte das Thema werden, wollte einer mal kurz den oben angesprochenen Kurt Gödel vorstellen und seine wesentliche Leistung nachvollziehbar schildern. :)

(Ich hätte auch nichts dagegen, wenn eine Serie draus würde … Cantor, Riemann, Gauß, die Bernoullis, Leibniz, Pascal, Kepler, Nikolaus von Kues, Eratosthenes, Pythagoras …)
Als ausgewiesener Nichtmathematiker will ich das 'mal wie folgt formulieren:
Gödel hat nachgewiesen, daß logisch-mathematische Systeme einer bestimmten Form (Peano-Arithmetik) nicht inhärent definiert werden können, da sie sonst selbstwidersprüchlich werden. Die Definition dieser logisch-mathematischen Systeme muß demgemäß extern erfolgen.

Gödel hat damit eine "Harmonie der Mathematik" unmöglich gemacht, die seit Pythagoras' Zeiten durch die Köpfe der Mathematiker spukte und auf viele Geheimlehren (bspw. den Kabbalismus) ausgestrahlt hat.

Benutzeravatar
Robert Ketelhohn
Beiträge: 26022
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 09:26
Wohnort: Velten in der Mark
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Aha. Und aus Rache hat Neumann die Bombe gebaut und Würstchens Spieltheorien geprobt?
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Raphael

Beitrag von Raphael »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Aha. Und aus Rache hat Neumann die Bombe gebaut und Würstchens Spieltheorien geprobt?
:hmm:

Nein, die Bombe wurde nicht von Neumann gebaut!
Ja, innerhalb der Spieltheorie führen in aller Regel die konstruktiven Verhaltensweisen zum Erfolg!

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

Walter hat geschrieben:@all: Sorry, wenn es hier gerade nicht direkt um den Dalai Lama geht, aber man kann m.E. daraus zu mehr Erkenntnis gelangen, als aus …


@Walter - danke für Deine interessanten Erklärungen.

zu Gödel:
Kurt Gödel (* 28. April 1906 in Brünn (tschechisch: Brno), Österreich-Ungarn, heute Tschechien; † 14. Januar 1978 in Princeton, New Jersey) war Mathematiker und Logiker. Gödel wird von vielen als der bedeutendste Logiker des 20. Jahrhunderts angesehen. Er hat maßgebliche Beiträge im Bereich der Prädikatenlogik (Entscheidungsproblem) sowie zum klassischen und intuitionistischen Aussagenkalkül geleistet (wiki).

Er veröffentlichte einen "mathematischen Artikel" ganz bescheiden in:
Monatshefte für Mathematik und Physik 38 (1931), S. 173), der für die Mathematik eine Revolution bedeutete und mit dem er weltbekannt wurde, er wies mit mathematischen Mitteln nach, dass jedes formale System Sätze wie : „Ich spreche jetzt nicht die Wahrheit.“ - "untentscheidbare Sätze" erzeugen kann, aber auch widersprüchliche. (was für das System der Mathematik revolutionär war).

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

Gödel wurde ein guter Freund Einsteins.

Er wies mathematisch nach, dass Zeitreisen möglich sind (ist heute meines Wissens nach in der science community unbestritten) und erkannte, dass wenn es im Universum "ingenieursmäßig weiter entwicklelte" Wesen geben sollte, diese zu solchen Zeitreisen fähig wären, da sie mathematisch und physikalisch kein Problem darstellen, sondern lediglich ein Problem der Ingenieurskunst sind (die Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen) - hier beginnt dann die Krankheit Gödels - er wurde darüber psychisch krank.

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

er wurde darüber psychisch krank.
Werden oder sind mehr oder weniger alls Genies.

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

Benutzeravatar
holzi
Beiträge: 7970
Registriert: Montag 28. November 2005, 15:00
Wohnort: Regensburg

Beitrag von holzi »

FioreGraz hat geschrieben:
er wurde darüber psychisch krank.
Werden oder sind mehr oder weniger alls Genies.
Zwischen Genie und Wahnsinn liegt nur wenig. In Regensburg beispielsweise nur eine einzige Straße:rechts ist die Uni, links das Nervenkrankenhaus! ;)

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

Ich finde interessant , dass Descartes die Rechnung 1+1=2 wahrscheilich als "klare Einsicht" bewertet hätte, dem aber (eigentlich gar nicht so) offensichtlich nicht so ist (s.o.).

Nach den formalen Regeln der Mathematik kommt man u.U. nach komplizierten Verfahren (nach den formalen Regeln) zu einem anderen Ergebnis.
Nun sind zum einen die formalen Regeln der Mathematik (siehe Gödel -unentscheidbare Sätze/widersprüchliche Sätze) "innerhalb" eines Systems (mit Untersystemen) (z.B. auch in der Mathematik) "nicht harmonisch" (widersprüchlich), zum anderen selbst klare Einsichten gar nicht so klar.

Um die Vergottung der Wissenschaft einmal zu relativieren ein wissenschaftserkenntnistheorethisches Axiom: Nach Popper Karl: "Wir wissen nicht, wir raten" !

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

Maya hat geschrieben:Um die Vergottung der Wissenschaft einmal zu relativieren ein wissenschaftserkenntnistheorethisches Axiom: Nach Popper Karl: "Wir wissen nicht, wir raten" !

Wer will nun, mit welcher Begründung der Theologie vorwerfen, keine Wissenschaft zu sein?

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

Maya hat geschrieben:
Maya hat geschrieben:Um die Vergottung der Wissenschaft einmal zu relativieren ein wissenschaftserkenntnistheorethisches Axiom: Nach Popper Karl: "Wir wissen nicht, wir raten" !

Wer will nun, mit welcher Begründung der Theologie vorwerfen, keine Wissenschaft zu sein?
Naja Theologie und Philo sind die einzigen wahren Wissenschaften.
Aller andere sind nur Quasi- oder Scheinwissenschaften weil sie sich nur mit kleinen TEilbereichen auseinandersetzen.

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

... keine exakte Wissenschaft zu sein, wenn dieses Axiom für alle, also auch die angeblich so "exakten" gilt.

Raphael

Beitrag von Raphael »

Maya hat geschrieben:Um die Vergottung der Wissenschaft einmal zu relativieren
:jump:
Maya hat geschrieben: ein wissenschaftserkenntnistheorethisches Axiom:
Ein Pleonasmus!
Maya hat geschrieben: Nach Popper Karl: "Wir wissen nicht, wir raten" !
Sir Karl Popper ist ein Dummerjan gewesen!

Benutzeravatar
Maya
Beiträge: 225
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 18:46
Wohnort: Stumm

Beitrag von Maya »

Raphael hat geschrieben:
Maya hat geschrieben: Nach Popper Karl: "Wir wissen nicht, wir raten" !
Sir Karl Popper ist ein Dummerjan gewesen!
wikipedia hat geschrieben:Kritischer Rationalismus

Der maßgeblich von Karl Popper entwickelte Kritische Rationalismus beinhaltet eine Wissenschaftstheorie, der zufolge sicheres Wissen im Sinne von Gewissheit nicht möglich ist und daher auch nicht das Ziel der Wissenschaft sein kann. Stattdessen fasst der Kritische Rationalismus Wissenschaft als methodisches Vorgehen durch Versuch und Irrtum auf, so dass Hypothesen und Theorien kein sicheres oder wahrscheinliches Wissen sind, sondern vorläufige Vermutungen.
Insoferne stellt er die "Wissenschaft" "endlich" auf wackelige Beine - und so dumm finde ich das nicht.

Raphael

Beitrag von Raphael »

Maya hat geschrieben:Insoferne stellt er die "Wissenschaft" "endlich" auf wackelige Beine - und so dumm finde ich das nicht.
Schon seit Sokrates weiß der Rationalist, daß er eigentlich nichts weiß.
Wo ist da die so hochgelobte Weiterentwicklung dieses Wissens durch Sir Karl?

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

Raphael hat geschrieben:
Maya hat geschrieben:Insoferne stellt er die "Wissenschaft" "endlich" auf wackelige Beine - und so dumm finde ich das nicht.
Schon seit Sokrates weiß der Rationalist, daß er eigentlich nichts weiß.
Wo ist da die so hochgelobte Weiterentwicklung dieses Wissens durch Sir Karl?
Raphael du hast das Wesen der Philosophie nicht begriffen. Da gibt es keine "Weiterentwicklung". Sondern da werden immer weider die gleichen Fragen von verschiedenen Menschen aus verschiedenen Blickwickeln heraus gestellt. Es fehlt gundsätzlich ein definiertes Formalobjekt und eine Grundsatzentscheidung. Ein Sokrates hat schon gedacht, ich denke dort weiter kanns gar nicht geben denn dann hätte der Philosoph eine GRundsatzentscheidung getroffen und wäre kein Philosoph mehr. Mein geschätzter Philoprof meinte dazu "Die Theologie und Philosophie sind mit einem Vogel in einem dunklen Raum, die Theologie sitzt da uns sagt sie hätte den Vogel gefangen (Grundsatzentscheidung) die Philosophie rennt rudernd durch die Gegend und will ihn fangen."

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

Raphael

Beitrag von Raphael »

FioreGraz hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Maya hat geschrieben:Insoferne stellt er die "Wissenschaft" "endlich" auf wackelige Beine - und so dumm finde ich das nicht.
Schon seit Sokrates weiß der Rationalist, daß er eigentlich nichts weiß.
Wo ist da die so hochgelobte Weiterentwicklung dieses Wissens durch Sir Karl?
Raphael du hast das Wesen der Philosophie nicht begriffen. Da gibt es keine "Weiterentwicklung". Sondern da werden immer weider die gleichen Fragen von verschiedenen Menschen aus verschiedenen Blickwickeln heraus gestellt. Es fehlt gundsätzlich ein definiertes Formalobjekt und eine Grundsatzentscheidung. Ein Sokrates hat schon gedacht, ich denke dort weiter kanns gar nicht geben denn dann hätte der Philosoph eine GRundsatzentscheidung getroffen und wäre kein Philosoph mehr. Mein geschätzter Philoprof meinte dazu "Die Theologie und Philosophie sind mit einem Vogel in einem dunklen Raum, die Theologie sitzt da uns sagt sie hätte den Vogel gefangen (Grundsatzentscheidung) die Philosophie rennt rudernd durch die Gegend und will ihn fangen."

LG
Fiore
Dein "geschätzter Philo-Prof" hat offensichtlich ein gestörtes Verhältnis zur Wahrheitsfindung. Wenigstens in dem Punkte ist er sich sicherlich mit Sir Karl einig! :roll:

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

Dein "geschätzter Philo-Prof" hat offensichtlich ein gestörtes Verhältnis zur Wahrheitsfindung. Wenigstens in dem Punkte ist er sich sicherlich mit Sir Karl einig!
Mein gestörter Philoprof wollte nur bildhaft den Unterschied zwischen den beiden Universalwissenschaften erklären. Wenn du aber der Meinung bist die Philosophie hätte ein Formalobjekt kannst du dich ja um einen Lehrstuhl bemühen und den 2700 Jahre alten Irrweg beenden.

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

Raphael

Beitrag von Raphael »

FioreGraz hat geschrieben:
Dein "geschätzter Philo-Prof" hat offensichtlich ein gestörtes Verhältnis zur Wahrheitsfindung. Wenigstens in dem Punkte ist er sich sicherlich mit Sir Karl einig!
Mein gestörter Philoprof wollte nur bildhaft den Unterschied zwischen den beiden Universalwissenschaften erklären. Wenn du aber der Meinung bist die Philosophie hätte ein Formalobjekt kannst du dich ja um einen Lehrstuhl bemühen und den 2700 Jahre alten Irrweg beenden.

LG
Fiore
Ich brauche keinen Lehrstuhl für Philosophie um in der Heiligen Schrift zu lesen, die unübertrefflich deutlich formuliert:
.... Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? (1 Korinther 1, 20)
Zuletzt geändert von Raphael am Mittwoch 1. August 2007, 20:55, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

Ich brauche keinen Lehrstuhl für Philosophie um in der Heiligen Schrift zu lesen, die unübertefflich deutlich formuliert:
.... Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? (1 Korinther 1, 20)
Du folgerst daraus also "nicht suchen, nicht nachdenken, Hirnkastl abschalten"?
Die Apologeten nahmen sie in den Dienst, Thomas von Aquin sieht sie als MAgd des Glaubens, ......
Und zu deiner selktiven zitation, selbst die Schrift stellt die Weisheit als erstes Geschöpf Gottes dar. (sprichwörter)
Aber es ist klar das jede Weisheit die der MEnsch erlangen kann in Vergleich zu Gott nur Torheit ist, das mindert aber nicht ihren Wert für uns als Gottes Gabe z.B. bei Salomon.

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

Raphael

Beitrag von Raphael »

FioreGraz hat geschrieben:
Ich brauche keinen Lehrstuhl für Philosophie um in der Heiligen Schrift zu lesen, die unübertrefflich deutlich formuliert:
.... Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? (1 Korinther 1, 20)
Du folgerst daraus also "nicht suchen, nicht nachdenken, Hirnkastl abschalten"?
Das ist Deine Interpretation!
FioreGraz hat geschrieben:Die Apologeten nahmen sie in den Dienst, Thomas von Aquin sieht sie als MAgd des Glaubens, ......
Eben, die Philosophie ist die ancilla theologiae ......

Und um analog zu Maria zu sprechen: Auch sie ist die Magd des Herrn!
FioreGraz hat geschrieben:Und zu deiner selktiven zitation, selbst die Schrift stellt die Weisheit als erstes Geschöpf Gottes dar. (sprichwörter)
Das Alte Testament wurde mit dem Neuen Testament vollendet!
FioreGraz hat geschrieben:Aber es ist klar das jede Weisheit die der MEnsch erlangen kann in Vergleich zu Gott nur Torheit ist, das mindert aber nicht ihren Wert für uns als Gottes Gabe z.B. bei Salomon.

LG
Fiore
Der Cusaner stellt dies wie folgt dar: Die Welt ist ein Vieleck mit unendlich vielen Ecken, während GOTT ein vollkommener Kreis ist!

Benutzeravatar
FioreGraz
Beiträge: 3890
Registriert: Freitag 25. Juni 2004, 19:18
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Beitrag von FioreGraz »

Eben, die Philosophie ist die ancilla theologiae ......

Und um analog zu Maria zu sprechen: Auch sie ist die Magd des Herrn!
Aber auch der alte Thomas ging von der Philosophie aus ohne GRundsatzentscheidung.
Als klasisches Beispiel der anselmsche Gottesbeweis. Am Anfang noch das Gebet aber dann, kein dreifaltiger Gott, nur die Tatsache eines tranzendenen Wesens mehr nicht. Zum gleichen Ergebnis hätte ein Buddhist, Moslem, Eingeborener oder Omas Katze kommen können.
Die Philosophie sollte Magd des Glaubens sein, aber sie handelt trotzdem unabhängig. Sie geht nicht vom Formalobjekt des Glaubens aus, denn dann wäre sie Theologie.
Demzufolge ist es eigentlcih immer die gleiche FRage oder Hinterfragung, daher viele verschieden Antworten (da verschiedene Menschen) aber auch viele gleiche Antworten.
Das Alte Testament wurde mit dem Neuen Testament vollendet!
Vollendet aber nicht abgeschafft.

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema