Wie verhaltet Ihr Euch Bettlern gegenüber?
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Wie verhaltet Ihr Euch Bettlern gegenüber?
Mir ist heute in der Stadt ein älterer Mann aufgefallen, der einem beim Vorübergehen direkt angesprochen hat, ob man ihm nicht etwas Geld geben könne. Ich habe den Kopf geschüttelt und bin weitergegangen. Wie verhaltet Ihr Euch? Wie sollte man sich als Christ verhalten?
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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Re: Wie verhaltet Ihr Euch Bettlern gegenüber?
Ich mache es meistens genauso. Ich meine, dass die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland so ausreichend sind, dass niemand mehr betteln muss.Raimund Josef H. hat geschrieben:Mir ist heute in der Stadt ein älterer Mann aufgefallen, der einem beim Vorübergehen direkt angesprochen hat, ob man ihm nicht etwas Geld geben könne. Ich habe den Kopf geschüttelt und bin weitergegangen. Wie verhaltet Ihr Euch? Wie sollte man sich als Christ verhalten?
In seltenen Ausnahmefällen mache ich eine Ausnahme; die Gründe sind dann meistens nicht rationaler Natur.
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Geld gebe ich auch keines. Es stimmt leider, dass es oft vertrunken wird.
Einmal habe ich ein kopiertes Blatt ausgeteilt, mit Adressen, bei auf denen Häuser standen, in denen Alkoholiker oder Rauschgiftabhängige übernachten können. - Diese Häuser, die ich empfohlen habe, sind christlich und werden von ehemaligen Alkoholikern oder Drogenabhängigen geleitet. - Die Leute, denen ich das gegeben habe, waren dankbar.
In vielen Städten werden inzwischen von Obdachlosen Zeitungen verkauft, bei denen sie zum Teil etwas abbekommen und die helfen, sie aus der Obdachlosigkeit zu bringen, oft arbeiten die Obdachlosen an den Zeitungen mit. Wenn ich jemanden mit so einer Zeitung stehen sehe, kaufe ich grundsätzlich eine.
Ich habe bei verschiedenen Priestern als Pfarrhaushälterin gearbeitet. Manche gaben Geld, andere keines. Dafür gab es Lebensmittel; nahmen aber auch nicht alle an, weil sie lieber Geld wollten.
Aber hier habe ich von einem Obdachlosen/Bettler auch ein wunderbares Kompliment bekommen: Er kam kurz vor dem Mittagessen und ich habe gerade Pfannekuchen gemacht. Er bekam gleich einen mit Füllung. Sein Kommentar dazu: "Schmeckt wie bei Muttern."
Wenn mich jemand anspricht, habe ich es auch schon fertig gebracht, zu fragen, ob ich ein (alkoholfreies!) Getränk spendieren darf.
Einmal habe ich ein kopiertes Blatt ausgeteilt, mit Adressen, bei auf denen Häuser standen, in denen Alkoholiker oder Rauschgiftabhängige übernachten können. - Diese Häuser, die ich empfohlen habe, sind christlich und werden von ehemaligen Alkoholikern oder Drogenabhängigen geleitet. - Die Leute, denen ich das gegeben habe, waren dankbar.
In vielen Städten werden inzwischen von Obdachlosen Zeitungen verkauft, bei denen sie zum Teil etwas abbekommen und die helfen, sie aus der Obdachlosigkeit zu bringen, oft arbeiten die Obdachlosen an den Zeitungen mit. Wenn ich jemanden mit so einer Zeitung stehen sehe, kaufe ich grundsätzlich eine.
Ich habe bei verschiedenen Priestern als Pfarrhaushälterin gearbeitet. Manche gaben Geld, andere keines. Dafür gab es Lebensmittel; nahmen aber auch nicht alle an, weil sie lieber Geld wollten.
Aber hier habe ich von einem Obdachlosen/Bettler auch ein wunderbares Kompliment bekommen: Er kam kurz vor dem Mittagessen und ich habe gerade Pfannekuchen gemacht. Er bekam gleich einen mit Füllung. Sein Kommentar dazu: "Schmeckt wie bei Muttern."
Wenn mich jemand anspricht, habe ich es auch schon fertig gebracht, zu fragen, ob ich ein (alkoholfreies!) Getränk spendieren darf.
Es geht ja hier nicht um die Reparaturanfälligkeit des Overkottschen Fuhrparks und ob die nächtliche Hilfe unter christliche Barmherzigkeit fällt, sondern um die Frage, wie man sich Bettlern gegenüber verhält.
Ich bekenne freimütig, dass ich mich ebenso schwer tue, hier spontan zu "helfen" (weil ich nicht immer die wirkliche Hilfe erkennen kann), sowie darüber öffentlich zu berichten. Es gibt ja den Spruch:
Tue Gutes und sprich nicht drüber
Ebenso schwer kann ich mir vorstellen, in der Rolle eines Bettlers zu sein, und auf die Almosen anderer angewiesen zu sein. Man mag das nun gut oder schlecht finden, ich kann's (und will's) nicht ändern. Mich hat auch schon immer diese Attitude in pfarrgemeindlichen Kreisen gestört, die per schlechtem Gewissen versucht haben, dem ökonomische Maximalprinzip zu fröhnen.
Denn die Rechenschaft über die eigene Barmherzigkeit ist man nur Gott schuldig, allenfalls noch dem Beichtiger, keinesfalls aber den Gutmenschen.
Ich bekenne freimütig, dass ich mich ebenso schwer tue, hier spontan zu "helfen" (weil ich nicht immer die wirkliche Hilfe erkennen kann), sowie darüber öffentlich zu berichten. Es gibt ja den Spruch:
Tue Gutes und sprich nicht drüber

Ebenso schwer kann ich mir vorstellen, in der Rolle eines Bettlers zu sein, und auf die Almosen anderer angewiesen zu sein. Man mag das nun gut oder schlecht finden, ich kann's (und will's) nicht ändern. Mich hat auch schon immer diese Attitude in pfarrgemeindlichen Kreisen gestört, die per schlechtem Gewissen versucht haben, dem ökonomische Maximalprinzip zu fröhnen.
Denn die Rechenschaft über die eigene Barmherzigkeit ist man nur Gott schuldig, allenfalls noch dem Beichtiger, keinesfalls aber den Gutmenschen.
Opel Kadett, rotbraun, war damit in der ehemaligen Stasi-Werkstatt, standen sechs Automechaniker drum rum, haben nichts gefunden.Kurt hat geschrieben:Verstehe.overkott hat geschrieben:Ich war der Bettler.
Was war das denn für eine Kiste, und was war dran? Und was wolltest Du in Dresden?
Die gelben Engel haben uns dann mit dem Bus abgeholt und mit dem Auto auf dem Anhänger nach Bonn gebracht.
Schließlich stellte sich heraus, dass nur eine Schraube am Verteiler locker war. Die Autobahn nach Dresden war damals noch eine Marterstrecke. Wir wollten uns mal Dresden angucken.
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- cum angelis psallat Domino
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Das Brauhaus
Nur für die Frommen
wenn der Bettler Hilfe ausnutzt und betrügt so holt er sich das Gericht, nicht der Helfende.
Doch wenn der Bettler aber Christus ist und uns nur in die Prüfung schicken wollte?
Da ist doch die Geschichte von dem Kleinsten (Geringsten) unter den Menschen.
Natürlich ist die Problematik der Stadtbettler bekannt, aber wenn nun doch einer unter diesen Christus war haben wir ein Problem.
+P.Theodoros (ja meine Schreibe schmerzt, so soll es auch sein!)
wenn der Bettler Hilfe ausnutzt und betrügt so holt er sich das Gericht, nicht der Helfende.
Doch wenn der Bettler aber Christus ist und uns nur in die Prüfung schicken wollte?
Da ist doch die Geschichte von dem Kleinsten (Geringsten) unter den Menschen.
Natürlich ist die Problematik der Stadtbettler bekannt, aber wenn nun doch einer unter diesen Christus war haben wir ein Problem.

+P.Theodoros (ja meine Schreibe schmerzt, so soll es auch sein!)
Re: Das Brauhaus
Ich antworte trotzdem mal...ieromonach hat geschrieben:Nur für die Frommen
Die Didache kennt das Problem bereits:wenn der Bettler Hilfe ausnutzt und betrügt so holt er sich das Gericht, nicht der Helfende.
Doch wenn der Bettler aber Christus ist und uns nur in die Prüfung schicken wollte?
Ich glaube, das ist eine gute Orientierung.11,3. Aber hinsichtlich der Apostel und Propheten verfahrt nach der Weisung des Evangeliums so:
4. Jeder Apostel, der zu euch kommt, soll aufgenommen werden wie der Herr.
5. Er soll aber nur einen Tag lang bleiben; wenn aber eine Notwendigkeit besteht, auch den zweiten. Wenn er aber drei bleibt, ist er ein Pseudoprophet.
6. Wenn aber der Apostel weggeht, soll er nichts mitnehmen außer Brot, bis er übernachtet; wenn er aber um Geld bittet, ist er ein Pseudoprophet.
7. Und jeden Propheten, der im Geist redet, stellt keinen auf die Probe und fällt kein Urteil über ihn; denn jede Sünde wird vergeben werden, diese Sünde aber wird nicht vergeben werden.
8. Nicht jeder, der im Geist redet, ist ein Prophet; sondern wenn er die dem Herrn entsprechenden Verhaltensweisen hat. An den Verhaltensweisen also werden der Pseudoprophet und der Prophet erkannt werden.
9. Und kein Prophet, der im Geist einen Tisch bestellt, ißt selbst daran; andernfalls ist er ein Pseudoprophet.
10. Jeder Prophet aber, der die Wahrheit lehrt, ist, wenn er nicht tut, was er lehrt, ein Pseudoprophet.
11. Jeder bewährte, wahrhaftige Prophet aber, handelnd für das irdische Geheimnis der Kirche, aber nicht lehrend das zu tun, was er selbst tut, soll nicht bei euch gerichtet werden; denn bei Gott hat er (sein) Gericht. Ebenso nämlich haben es auch die alten Propheten gemacht.
12. Wer aber im Geist sagt: "Gib mir Geld oder irgendetwas anderes", auf den sollt ihr nicht hören; wenn er aber sagt, man soll für andere Bedürftige geben, so soll niemand ihn richten.
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Ich sage jetzt mal frei heraus, warum ich wegen dieser Geschichte ein schlechtes Gewissen habe. Nachdem ich den Bettler sozusagen links liegen gelassen habe, habe ich unmittelbar danach in einem Geschäft etwas für 8 Euro gekauft. Und genau dies entpuppte sich später als totaler Fehlkauf.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Re: Das Brauhaus
Wenn man Scharlatane erkennen will. Der Bettler behauptet aber nicht, ein Prophet zu sein, sondern, bedürftig zu sein.Kurt hat geschrieben: Ich glaube, das ist eine gute Orientierung.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.
- Robert Ketelhohn
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Gerade letztens habe ich einem, der mich so direkt anbettelte, ’ne Mark oder so gegeben. Ich bin aber auch schon vorbeigegangen. Besonders allergisch reagiere ich, wenn sie mir eine „Leistung“ aufzudrängen versuchen, die ich absolut nicht will: wie etwa die Zigeuner, die an Ampelkreuzungen mir die Fensterscheiben zu wischen anbieten. Würden sie mich schlichtweg um ein Almosen bitten, könnten sie eher was kriegen.
Allgemein beachte folgendes:
• Wenn der Herr dir rät, Almosen zu geben, hat er dabei dein Heil im Blick, nicht das des Bettlers.
• Laß die Rechte nicht wissen, was die Linke gibt. Gib und geh weiter.
• Erwarte keinen Dank, aber nimm ihn an, wenn du ihn bekommst.
• Erspare dem Bettler jede Art von Belehrung (auch durch unerwünschte Gabe von Naturalien statt Geldes). Wenn er’s versäuft: was geht’s dich an?
• Wenn dich reut, was du gegeben hast: gib lieber nichts. Erst mußt du dem Satan widersagen und den Mammon zur Hölle jagen lernen.
• Wenn dich reut, daß du nichts oder zu wenig gegeben hast: weine und gib dem Nächsten, oder gib ihm noch mehr.
Allgemein beachte folgendes:
• Wenn der Herr dir rät, Almosen zu geben, hat er dabei dein Heil im Blick, nicht das des Bettlers.
• Laß die Rechte nicht wissen, was die Linke gibt. Gib und geh weiter.
• Erwarte keinen Dank, aber nimm ihn an, wenn du ihn bekommst.
• Erspare dem Bettler jede Art von Belehrung (auch durch unerwünschte Gabe von Naturalien statt Geldes). Wenn er’s versäuft: was geht’s dich an?
• Wenn dich reut, was du gegeben hast: gib lieber nichts. Erst mußt du dem Satan widersagen und den Mammon zur Hölle jagen lernen.
• Wenn dich reut, daß du nichts oder zu wenig gegeben hast: weine und gib dem Nächsten, oder gib ihm noch mehr.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.
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Ich war bisher auch immer einer, der nichts gab, werde mir aber zunehmend unsicher, ob das richtig ist. Deshalb finde ich Hieromonachs und Roberts Argumentation zunehmend zustimmungswürdig. Wahrscheinlich wird der nächste Bettler, der mir begegnet, mehr Glück haben.
Ich habe schon gedacht, wenn ich nächstens in die Großstadt komme, stecke ich ein oder zwei Geldstücke lose in die Tasche und gebe sie, wenn die Situation danach ist.
Ich habe schon gedacht, wenn ich nächstens in die Großstadt komme, stecke ich ein oder zwei Geldstücke lose in die Tasche und gebe sie, wenn die Situation danach ist.
In D bin ich damit allgemein eher selten konfrontiert worden. Hier in Polen schaut das schon anders aus. Sowohl in Krakau damals als auch hier in Breslau gibt es viele Bettler. Älteren Leuten gebe ich hier immer was. Oftmals reicht deren Rente wirklich nur für die Wohnung. Essen, Medikamente etc müssen dann erbettelt oder mittels des Verkaufs der Erntefrüchte aus dem Schrebergarten erwirtschaftet werden.
Bauchschmerzen bekomm ich, wenn ich jüngere Frauen oder gar Männer mit kleinen Kindern auf dem Arm betteln sehe. Zum Teil sieht das richtig fies aus. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß es getürkt ist (handelt sich aber um Zigeuner
).
Auf den Keks gehen mir die, meist jünger und gesund ausschauenden, die mich offensiv anbetteln und wenn sie am Akzent hören, daß ich Ausländer bin noch anfangen in Fremdsprachen zu betteln. Die sollten wohl auch durch Erwerbsarbeit auch was verdienen können.
Bauchschmerzen bekomm ich, wenn ich jüngere Frauen oder gar Männer mit kleinen Kindern auf dem Arm betteln sehe. Zum Teil sieht das richtig fies aus. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß es getürkt ist (handelt sich aber um Zigeuner

Auf den Keks gehen mir die, meist jünger und gesund ausschauenden, die mich offensiv anbetteln und wenn sie am Akzent hören, daß ich Ausländer bin noch anfangen in Fremdsprachen zu betteln. Die sollten wohl auch durch Erwerbsarbeit auch was verdienen können.
- tantum ergo
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- Wohnort: Düsseldorf
Ein kleiner Exkurs von mir: ich war beruflich in letzter Zeit häufig in Köln und habe versucht, dort möglichst an der Abendmesse im Dom teilzunehmen. Vor dem Dom bzw. auf der Domplatte laufen und sitzen natürlich viele Bettler rum.
"Jedem kann ich nun sowieso nichts geben, aber vielleicht doch dem einen oder anderen" war einer meiner Gedanken.
Beim Gebet im Dom habe ich dann mit Jesus einen Deal gemacht: "Der erste Bettler, den ich beim Hinauskommen sehe, bekommt was von mir und Du sorgst dafür, dass der das auch angemessen verwendet"
Vielleicht ein bisschen naiv, aber mit dieser Regelung kann ich umgehen und vielleicht auch der eine oder andere hier?
Gottes Segen,
tantum ergo
"Jedem kann ich nun sowieso nichts geben, aber vielleicht doch dem einen oder anderen" war einer meiner Gedanken.
Beim Gebet im Dom habe ich dann mit Jesus einen Deal gemacht: "Der erste Bettler, den ich beim Hinauskommen sehe, bekommt was von mir und Du sorgst dafür, dass der das auch angemessen verwendet"
Vielleicht ein bisschen naiv, aber mit dieser Regelung kann ich umgehen und vielleicht auch der eine oder andere hier?

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„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lk 12,49)
- cantus planus
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- Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg
Ich habe als Studienanfänger vor Jahren in Köln an einer Tankstelle gejobt - übrigens in der Nähe der Domplatte. Einige Bettler kamen regelmäßig, um ihr erbetteltes Kleingeld in Scheine zu wechseln. Der Stundenlohn eines Bettlers auf der Domplatte lag damals offenbar bei ca. 20 Euro. Das will ich mit meinem Gehalt nicht vergleichen...
Allerdings gibt es auch viel versteckte Armut. Man bekommt mit der Zeit ein gewisses Auge dafür. Einigen Leuten gebe ich etwas. Einem Bettler, den ich seit Jahren kenne, habe ich neulich eine gute Zigarre geschenkt, als ich kein Bargeld bei mir hatte.
Punks und jugendlichen Stadtstreichern gebe ich aus Prinzip nichts - auch ich muss von meiner Hände Arbeit leben, und Aushilfengesuche kleben in der Fußgängerzonen momentan an fast jeder Fensterscheibe.
Allerdings gibt es auch viel versteckte Armut. Man bekommt mit der Zeit ein gewisses Auge dafür. Einigen Leuten gebe ich etwas. Einem Bettler, den ich seit Jahren kenne, habe ich neulich eine gute Zigarre geschenkt, als ich kein Bargeld bei mir hatte.
Punks und jugendlichen Stadtstreichern gebe ich aus Prinzip nichts - auch ich muss von meiner Hände Arbeit leben, und Aushilfengesuche kleben in der Fußgängerzonen momentan an fast jeder Fensterscheibe.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.
Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
Ich habe auch so meine Erfahrungen gemacht:
Wenn ich merke, dass irgendeine Mafia dahintersteckt, dann gibts gar nichts (Mafia heißt in so einem Fall: mindestens drei junge Männer bzw. alte zahnlose Frauen knieen (!) mit seelenvollen Blicken an verschiedenen Stellen der Einkaufsmeile auf der Straße und halten ihre Hände auf, oder wenn jemand bei 5 Grad + Regen mit nacktem Oberkörper da sitzt, oder ...)
Ich kenne meine Leute in meiner Stadt, denen ich gerne etwas gebe: Nicht nur Geld, sondern vor allem spreche ich mit ihnen, frage, wie es geht usw. (Jajaja, ich weiß, die Sozialfuzzi kommt wieder durch).
Ciaoi
Wenn ich merke, dass irgendeine Mafia dahintersteckt, dann gibts gar nichts (Mafia heißt in so einem Fall: mindestens drei junge Männer bzw. alte zahnlose Frauen knieen (!) mit seelenvollen Blicken an verschiedenen Stellen der Einkaufsmeile auf der Straße und halten ihre Hände auf, oder wenn jemand bei 5 Grad + Regen mit nacktem Oberkörper da sitzt, oder ...)
Ich kenne meine Leute in meiner Stadt, denen ich gerne etwas gebe: Nicht nur Geld, sondern vor allem spreche ich mit ihnen, frage, wie es geht usw. (Jajaja, ich weiß, die Sozialfuzzi kommt wieder durch).
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- Robert Ketelhohn
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Esperantomark, würde ich sagen. Jedenfalls kein Knochenmark.Kurt hat geschrieben:Ost- oder Westmark?Robert Ketelhohn hat geschrieben:Gerade letztens habe ich einem, der mich so direkt anbettelte, ’ne Mark oder so gegeben.
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- Ewald Mrnka
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Re: Das Brauhaus
Ich sehe das auch so und gebe in den meisten Fällen etwas Geld; ich gebe aber nichts, wenn ich das Gefühl habe, daß es sich um "berufsmäßige" Bettler handelt; ich frage auch nicht danach, ob die Bettler das Geld für Brot oder für Alkohol ausgeben.ieromonach hat geschrieben:Nur für die Frommen
wenn der Bettler Hilfe ausnutzt und betrügt so holt er sich das Gericht, nicht der Helfende.
Doch wenn der Bettler aber Christus ist und uns nur in die Prüfung schicken wollte?
Da ist doch die Geschichte von dem Kleinsten (Geringsten) unter den Menschen.
Natürlich ist die Problematik der Stadtbettler bekannt, aber wenn nun doch einer unter diesen Christus war haben wir ein Problem.
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+P.Theodoros (ja meine Schreibe schmerzt, so soll es auch sein!)
Am Eingang zum Grundstück unserer Kirche stehen fast jeden Sonntag Bettler, die einer ganz bestimmten Ethnie angehören. Sie sind in der Vergangenheit während der Liturgie in den Kirchenraum gegangen und haben regelmäßig das Geld gestohlen, das auf einem Teller neben einem Zeitungsstand lag.
Diese Bettler bekommen von mir nichts.
PS. ich finde nicht, daß Deine "Schreibe" schmerzt.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?
Ich werde selten angebettelt. meistens gebe ich nichts, weil ich zu faul bin, was rauszuholen. aber an sich habe ich nichts dagegen.
prinzipiell gebe ich nichts, wenn an jeder ecke einer steht.
prinzipiell gerne gebe ich den Alten in Osteuropa.
Interessanterweise habe ich ausgerechnet im Weißrussland Lukaschenkos keinen einzigen Bettler gesehen. Und bestimmt nicht deshalb, weil die Polizeit sie aus den Städten raushielte. Auch im russischen ostpreußen habe ich diesen Sommer keinen einzigen bettler gesehen.
prinzipiell gebe ich nichts, wenn an jeder ecke einer steht.
prinzipiell gerne gebe ich den Alten in Osteuropa.
Interessanterweise habe ich ausgerechnet im Weißrussland Lukaschenkos keinen einzigen Bettler gesehen. Und bestimmt nicht deshalb, weil die Polizeit sie aus den Städten raushielte. Auch im russischen ostpreußen habe ich diesen Sommer keinen einzigen bettler gesehen.
Ich glaube nicht, dass Jesus es will, dass seine Leute von Schnorrern mit seelenvollen Blicken zum Himmel ausgenutzt werden.
Heute war ich kurz in der Stadt:
Ein Musikant mit Geige - hat was gekriegt. Spielte bei herrlichem Sommerwetter aus den Jahreszeiten von Vivaldi. Hat ja auch was getan für sein Geld.
Der kleinwüchsige Bettler, der die Narbe seiner Nieren-OP zeigt, und den ich schon in diversen Nachbarstädten gesehen habe (Ja, das Ruhrgebiet ist halt eben eine 5-Mio-Metropole
) hat mal wieder nichts von mir bekommen.
Ich habe die Erfahrung gemacht: Wer wirklich bedürftig ist, setzt sich nicht auf die Straße, womöglich noch mit einem "geliehenen" Kleinkind auf dem Arm oder schnorrt die restlichen 95 ct für eine Fahrkarte nach Köln. Der weiß, wo er seine Hilfe her bekommt.
Heute war ich kurz in der Stadt:
Ein Musikant mit Geige - hat was gekriegt. Spielte bei herrlichem Sommerwetter aus den Jahreszeiten von Vivaldi. Hat ja auch was getan für sein Geld.
Der kleinwüchsige Bettler, der die Narbe seiner Nieren-OP zeigt, und den ich schon in diversen Nachbarstädten gesehen habe (Ja, das Ruhrgebiet ist halt eben eine 5-Mio-Metropole

Ich habe die Erfahrung gemacht: Wer wirklich bedürftig ist, setzt sich nicht auf die Straße, womöglich noch mit einem "geliehenen" Kleinkind auf dem Arm oder schnorrt die restlichen 95 ct für eine Fahrkarte nach Köln. Der weiß, wo er seine Hilfe her bekommt.
- tantum ergo
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Natürlich fällt es mir auch leichter, einen Obulus zu geben, wenn derjenige irgendwas leistet, also z.B. ein Instrument spielt oder sowas.
Zudem kommt natürlich immer der Gedanke auf, dass in Deutschland eigentlich niemand hungern oder auf der Straße sitzen muss, es den typischen Obdachlosen also einfach gar nicht geben dürfte - es gibt ihn aber eben doch und ich traue mir in den allermeisten Fällen nicht zu, zu beurteilen, woran das im Einzelfall liegt. Vermutlich stehen in vielen Fällen eher persönliche oder psychologische Gründe dahinter als der Ausnahmefall eines durch das soziale Netz Gefallenen.
Wie in so vielen Fällen gibt es dazu wahrscheinlich keine einfache Lösung, sondern nur den Hinweis, dass meine Reaktion, welche immer es auch sein mag, von Liebe geprägt sein sollte. Und das ist - jedenfalls für mich - auch die viel größere Herausforderung als einem nervigen Bettler "in Gottes Namen" ein paar Münzen in die Hand zu drücken um ihn loszuwerden.
Gottes Segen,
tantum ergo
Zudem kommt natürlich immer der Gedanke auf, dass in Deutschland eigentlich niemand hungern oder auf der Straße sitzen muss, es den typischen Obdachlosen also einfach gar nicht geben dürfte - es gibt ihn aber eben doch und ich traue mir in den allermeisten Fällen nicht zu, zu beurteilen, woran das im Einzelfall liegt. Vermutlich stehen in vielen Fällen eher persönliche oder psychologische Gründe dahinter als der Ausnahmefall eines durch das soziale Netz Gefallenen.
Wie in so vielen Fällen gibt es dazu wahrscheinlich keine einfache Lösung, sondern nur den Hinweis, dass meine Reaktion, welche immer es auch sein mag, von Liebe geprägt sein sollte. Und das ist - jedenfalls für mich - auch die viel größere Herausforderung als einem nervigen Bettler "in Gottes Namen" ein paar Münzen in die Hand zu drücken um ihn loszuwerden.
Gottes Segen,
tantum ergo
„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lk 12,49)
- JuliaVictoria
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- Wohnort: Erzbistum Hamburg
Bei uns in Hamburg vorm Mariendom sitzt auch regelmäßig eine ältere Bettlerin.
Die Frau ist so sympathisch und freundlich, dass man da gerne etwas gibt. Gegen Mitte der Messe kommt sie dann auch in die Kirche und wirft ein Teil ihres erbettelten Geldes in die Kollekte.
Ich denke da kann man sicher sein, dass das Geld bei ihr in den richtigen Händen ist und nicht für Alkohol oder ähnliches ausgegeben wird.
Die Frau ist so sympathisch und freundlich, dass man da gerne etwas gibt. Gegen Mitte der Messe kommt sie dann auch in die Kirche und wirft ein Teil ihres erbettelten Geldes in die Kollekte.
Ich denke da kann man sicher sein, dass das Geld bei ihr in den richtigen Händen ist und nicht für Alkohol oder ähnliches ausgegeben wird.
"Die Kirche würde die Liebe zu Gott und ihre Treue zum Evangelium verraten, wenn sie aufhörte, die Stimme derer zu sein, die keine Stimme haben."
(Erzbischof Óscar Romero)
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Ich bin immer sehr vorsichtig mit meinem Urteil über Bettler.
ich komme aus "gutem Hause", d.h. bei uns war sicherlich immer genügend Geld da, sicher nicht zu viel, aber ausreichend....
Eines Tages war ich unterwegs (ca. 16 Jahre alt) mit dem Zug. Dann hatte ich irgendwie die Adresse nicht mehr und musste telefonieren.
Keinen Pfennig in der Tasche...
Also musste ich "betteln".
Ich hab lange gebraucht mich zu überwinden und eine Frau anzusprechen und um die 20 Pfennig zu bitten, die ich für diesen Anfruf benötigte. Sie gab es (zu meiner großen Erleichterung) sofort spontan.
Ich war sehr sehr dankbar.
Seitdem weiss ich immerhin wie es ist zumindest kurzfristig "mittellos" zu sein.
ich komme aus "gutem Hause", d.h. bei uns war sicherlich immer genügend Geld da, sicher nicht zu viel, aber ausreichend....
Eines Tages war ich unterwegs (ca. 16 Jahre alt) mit dem Zug. Dann hatte ich irgendwie die Adresse nicht mehr und musste telefonieren.
Keinen Pfennig in der Tasche...
Also musste ich "betteln".
Ich hab lange gebraucht mich zu überwinden und eine Frau anzusprechen und um die 20 Pfennig zu bitten, die ich für diesen Anfruf benötigte. Sie gab es (zu meiner großen Erleichterung) sofort spontan.
Ich war sehr sehr dankbar.
Seitdem weiss ich immerhin wie es ist zumindest kurzfristig "mittellos" zu sein.