Bundesland Franken?
Bundesland Franken?
Die Franken fühlen sich als Beute-Bayern gnadenlos vom fernen München an den Main gedrängt. Sie mögen sich nicht damit trösten, dass nicht nur ihr geliebter Günther (40,0 %), sondern auch Schwabe Schmid (52,9 %) weggemobbt wurde, obwohl die heiße Luft um das Rauchverbot doch wohl kaum allzu ernst zu nehmen war. Auch der 3. Oktober hat das Einheitsgefühl der Franken nicht gestärkt. Die Mittelfranken gar haben den Münchnern am Sonntag die kalte Schulter gezeigt.
- cantus planus
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Ja. Da wäre ich auch dabei. Aber man sollte schon eine Region nehmen, in der auch deutsch gesprochen wird...anneke6 hat geschrieben:Also, wenn es darum geht, ein raucherfreundliches Bundesland zu gründen, wäre ich mit dabei…
(Oha, ich höre schon Paul Heliosch nahen
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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Übrigens halte ich die an diesen Strang angehängte Umfrage für einen Akt des Ungehorsams gegenüber der kirchlichen Autorität. Der letzte Würzburger Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach hat seinen Schäfchen befohlen, gegenüber den neuen Landesherren gehorsam zu sein. M.W. hat keiner seiner Nachfolger dies zurückgenommen.
- cantus planus
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Siehste!Kilianus hat geschrieben:Ein Blick auf meinen Nick könnd' Dir glarmachen, daß der Baul ned der einzichste ist, den wo Du fürchden mußd. Brunzverregg!cantus planus hat geschrieben:Aber man sollte schon eine Region nehmen, in der auch deutsch gesprochen wird...
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Raphael
<IMG title="Frankenreich" alt="Frankenreich" width="768" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... 68-811.jpg" border=0>Kilianus hat geschrieben:Von wem kommen eigentlich die zwei Stimmen für "Wo liegt Franken"? Zeigt Euch, Verregger!
Ist das Frankenland hier etwa nicht korrekt abgebildet?
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Raimund J.
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Ah, mein Lieblingsthema!
Ich bin waschechter Franke. Oberfranke. Geboren und aufgewachsen am Nordrand der sog. "fränkischen Schweiz" zwischen Bamberg und Bayreuth.
Meine Stimme habe ich für "Auf keinen Fall" abgegeben. Wenn ich morgen etwas Zeit finde, werde ich die ausführliche Begründung nachliefern.
Das könnte dann ein etwas längliches Posting werden, mit dem Titel: "Ein Plädoyer für Franken in Bayern".
Ich bin waschechter Franke. Oberfranke. Geboren und aufgewachsen am Nordrand der sog. "fränkischen Schweiz" zwischen Bamberg und Bayreuth.
Meine Stimme habe ich für "Auf keinen Fall" abgegeben. Wenn ich morgen etwas Zeit finde, werde ich die ausführliche Begründung nachliefern.
Das könnte dann ein etwas längliches Posting werden, mit dem Titel: "Ein Plädoyer für Franken in Bayern".
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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Raimund J.
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Noch eine kleine abendliche Impression aus Franken:
<IMG title="Blick ins Fichtelgebirge. Rechts der Ochsenkopf (1.024 m), links der Schneeberg (1.053 m). Unterhalb des Fotografenstandortes im Tal, der Zusammenfluss des roten und weißen Mains." alt="Blick ins Fichtelgebirge. Rechts der Ochsenkopf (1.024 m), links der Schneeberg (1.053 m). Unterhalb des Fotografenstandortes im Tal, der Zusammenfluss des roten und weißen Mains." src="http://www.mitglied.lycos.de/rhuemmer/m ... medium.jpg" width=768>
Blick ins Fichtelgebirge. Rechts der Ochsenkopf (1.024 m), links der Schneeberg (1.053 m). Unterhalb des Fotografenstandortes im Tal, der Zusammenfluss des roten und weißen Mains.
<IMG title="Blick ins Fichtelgebirge. Rechts der Ochsenkopf (1.024 m), links der Schneeberg (1.053 m). Unterhalb des Fotografenstandortes im Tal, der Zusammenfluss des roten und weißen Mains." alt="Blick ins Fichtelgebirge. Rechts der Ochsenkopf (1.024 m), links der Schneeberg (1.053 m). Unterhalb des Fotografenstandortes im Tal, der Zusammenfluss des roten und weißen Mains." src="http://www.mitglied.lycos.de/rhuemmer/m ... medium.jpg" width=768>
Blick ins Fichtelgebirge. Rechts der Ochsenkopf (1.024 m), links der Schneeberg (1.053 m). Unterhalb des Fotografenstandortes im Tal, der Zusammenfluss des roten und weißen Mains.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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Schön wär's, wenn wir Franken endlich ein eigenes Bundesland wären. So als Hinterhof Bayerns fühlt man sich nicht immer ganz ernst genommen. Erst heute wieder - in einem anderen Thread - hat jemand bezweifelt, dass Würzburg eine Großstadt ist!
Immerhin sind wir ziemlich genau die Mitte Europas, und wenn die Bayern sich nicht ungeniert bedient und einiges an Kunst nach München "gerettet" hätten, wäre auch ein ordentliches kulturelles Erbe vorzuzeigen.
Immerhin sind wir ziemlich genau die Mitte Europas, und wenn die Bayern sich nicht ungeniert bedient und einiges an Kunst nach München "gerettet" hätten, wäre auch ein ordentliches kulturelles Erbe vorzuzeigen.
Würzburg ist nicht nur eine Großstadt, sondern eine Hauptstadt.Wiara hat geschrieben:Schön wär's, wenn wir Franken endlich ein eigenes Bundesland wären. So als Hinterhof Bayerns fühlt man sich nicht immer ganz ernst genommen. Erst heute wieder - in einem anderen Thread - hat jemand bezweifelt, dass Würzburg eine Großstadt ist!![]()
Immerhin sind wir ziemlich genau die Mitte Europas, und wenn die Bayern sich nicht ungeniert bedient und einiges an Kunst nach München "gerettet" hätten, wäre auch ein ordentliches kulturelles Erbe vorzuzeigen.
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Raimund J.
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- Registriert: Dienstag 3. April 2007, 09:33
Ein Plädoyer für Franken in Bayern
Franken ist reich. Reich an schönen Landschaften, Städten, Kunst und Kultur, Handwerk, Industrie und Wissenschaft, guten Essen und Trinken. Bodenständig und Vielfältig. Nämlich so vielfältig, daß es den typischen Franken und die fränkische Identität so eindeutig gar nicht gibt. Ein Fürstbistum Bamberg das nach 800 Jahren geistlicher Herrschaft 1802 mit der Säkularisation dem Kurfürstentum Bayern einverleibt wurde hatte z.B. recht wenig mit der Markgrafschaft Bayreuth (1791 preußisch, 1806 kaiserlich französisch
und 1810 bayerisch) zu schaffen. Zwischen Coburg (bis 1918 Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg - entschied sich in einer Volksabstimmung für Bayern!), Würzburg, Ansbach und Nürnberg gab und gibt es nicht unbedingt eine gemeinsame fränkische Identität. Franken als "Territorium non clausum" war ein Fleckenteppich an kleinsträumigen und komplizierten Herrschaftsverhältnissen. Im Hochstift Bamberg war die Einverleibung zum Kurfürstentum Bayern schon Jahre vor der eigentlichen Säkularisation relativ gleichmütig erwartet worden. Die Herrschaftsübernahme gestaltete sich friedlich und der Aufbau der neuen Verwaltung war hocheffizient. Schon allein das Justizwesen im alten Hochstift war hoffnungslos veraltet. Die Bamberger waren (vielleicht nach etwas Murren hie und da) den Wittelsbachern immer treu ergeben. Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach der König von Griechenland war, lebte nach seiner Rückkehr bis zu seinem Tod in Bamberg. Die erste demokratische Verfassung von Bayern wurde 1919 in Bamberg vom Kabinett Hoffmann verabschiedet, da München wg. der Wirren der Räterepublik gemieden wurde.
Neben den kleinräumigen Herrschaftsverhältnissen ist Franken durchsetzt mit vielen protestantischen Gebieten. Bamberg und Würzburg sind tiefkatholisch, Nürnberg, Bayreuth, Kulmbach, Coburg sind evangelisch. Bereits ab der frühen NS-Zeit taten sich besonders die protestantischen fränkischen Gebiete sehr als Unterstützer des Hitler-Regimes hervor. Nach Kriegsende hat auch niemand nur daran gedacht, daß es ein Franken ausserhalb Bayerns geben könnte oder sollte. Die katholischen Franken wählten sogar anfang der 50er Jahre noch stark die Bayernpartei.
Bayern ist ein Staat der seinen Bürgern gem. Verfassung die bayerische Staatsbürgerschaft zuspricht. Egal ob Ober-, Niederbayern, Schwaben, Oberpfälzern, Unter-, Mittel- und Oberfranken. Seperatistische Tendenzen und die derzeit immer wieder aufkommende Frankentümelei lehne ich ab. Gar ein eigenes Bundesland "Franken" könnte ich mir nicht vorstellen. Genauso wie jetzt die Franken über "die Grosskopferten in München" maulen, würden dann die Vogtländer über die Nürnberger (oder wollen gar die Würzburger als ehem. fränkische Herzöge den Hauptstadtstatus beanspruchen?) herziehen. Ich bin Franke in Bayern und das ist gut so. Die Distanz von Nürnberg nach München beträgt im neuen ICE eh nur noch 58 Minuten.
und 1810 bayerisch) zu schaffen. Zwischen Coburg (bis 1918 Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg - entschied sich in einer Volksabstimmung für Bayern!), Würzburg, Ansbach und Nürnberg gab und gibt es nicht unbedingt eine gemeinsame fränkische Identität. Franken als "Territorium non clausum" war ein Fleckenteppich an kleinsträumigen und komplizierten Herrschaftsverhältnissen. Im Hochstift Bamberg war die Einverleibung zum Kurfürstentum Bayern schon Jahre vor der eigentlichen Säkularisation relativ gleichmütig erwartet worden. Die Herrschaftsübernahme gestaltete sich friedlich und der Aufbau der neuen Verwaltung war hocheffizient. Schon allein das Justizwesen im alten Hochstift war hoffnungslos veraltet. Die Bamberger waren (vielleicht nach etwas Murren hie und da) den Wittelsbachern immer treu ergeben. Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach der König von Griechenland war, lebte nach seiner Rückkehr bis zu seinem Tod in Bamberg. Die erste demokratische Verfassung von Bayern wurde 1919 in Bamberg vom Kabinett Hoffmann verabschiedet, da München wg. der Wirren der Räterepublik gemieden wurde.
Neben den kleinräumigen Herrschaftsverhältnissen ist Franken durchsetzt mit vielen protestantischen Gebieten. Bamberg und Würzburg sind tiefkatholisch, Nürnberg, Bayreuth, Kulmbach, Coburg sind evangelisch. Bereits ab der frühen NS-Zeit taten sich besonders die protestantischen fränkischen Gebiete sehr als Unterstützer des Hitler-Regimes hervor. Nach Kriegsende hat auch niemand nur daran gedacht, daß es ein Franken ausserhalb Bayerns geben könnte oder sollte. Die katholischen Franken wählten sogar anfang der 50er Jahre noch stark die Bayernpartei.
Bayern ist ein Staat der seinen Bürgern gem. Verfassung die bayerische Staatsbürgerschaft zuspricht. Egal ob Ober-, Niederbayern, Schwaben, Oberpfälzern, Unter-, Mittel- und Oberfranken. Seperatistische Tendenzen und die derzeit immer wieder aufkommende Frankentümelei lehne ich ab. Gar ein eigenes Bundesland "Franken" könnte ich mir nicht vorstellen. Genauso wie jetzt die Franken über "die Grosskopferten in München" maulen, würden dann die Vogtländer über die Nürnberger (oder wollen gar die Würzburger als ehem. fränkische Herzöge den Hauptstadtstatus beanspruchen?) herziehen. Ich bin Franke in Bayern und das ist gut so. Die Distanz von Nürnberg nach München beträgt im neuen ICE eh nur noch 58 Minuten.
Zuletzt geändert von Raimund J. am Dienstag 7. Oktober 2008, 21:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Raimund J.
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Alles klarHeGe hat geschrieben:Aus kreuzgangshistorischen Gründen bitte dieses Wort nicht zu laut erwähnen. Es könnte die falschen Leute anlocken. :pale:Raimund Josef H. hat geschrieben:Fichtelgebirge
Dann eben einen Sonnenuntergang über der fränkischen Alp:

Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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