*Hufeisenpolier*
Freitag der 13.
Freitag der 13.
Heute ist Freitag der 13. und ich sah gerade eine schwarze Katze von links kommend durch den Garten laufen
*Hufeisenpolier*
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Gruß Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Re: Freitag der 13.
Ob mir eine schwarze Katze (am Freitag dem 13. oder wann auch immer) Unglück bringt, hängt nicht unwesentlich davon ab, ob ich ein Mensch oder eine Maus bin... 
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Freitag der 13.
Meinst de Hufeisen funktionieren nur poliert?
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat
Re: Freitag der 13.
PS: Von links nach rechts soll eh Glück bringen, ganz übel hingegen ist die umgekehrte Richtung...Juergen hat geschrieben:Heute ist Freitag der 13. und ich sah gerade eine schwarze Katze von links kommend durch den Garten laufen![]()
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*Hufeisenpolier* - die arme Katze!
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Freitag der 13.
ich hatte vor ca. 2 Wochen "meinen" Freitag den 13.
Es war zwar Dienstag, aber es lief alles schief. Das Begann beim Aufstehen und endete beim Schlafengehen, vor mitternach hatt ich da keine Ruhe....
Es war zwar Dienstag, aber es lief alles schief. Das Begann beim Aufstehen und endete beim Schlafengehen, vor mitternach hatt ich da keine Ruhe....
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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Re: Freitag der 13.
Solange die schwarze Katze nicht einen kleinen weißen Kollarkragen hat und auf den Namen "Marcel" hört, würd ich mir nichts dabei denken ...Juergen hat geschrieben:Heute ist Freitag der 13. und ich sah gerade eine schwarze Katze von links kommend durch den Garten laufen![]()
*Hufeisenpolier*
Re: Freitag der 13.
Ooh…die sind aber süß.
Nee, bei mir schien gestern alles schief zu laufen. Aufgeweckt wurde ich von Danuta, die etwas von mir abholen wollte. Aus irgendeinem Grund klingelte sie mehrmals hintereinander. Ich steh also auf, und weil ich eigentlich plante, wieder ins Bett zu gehen, zog ich mir nur einen längeren Parka an (über den Schlafanzug), dazu eine Mütze und schlüpfte in die Pantoffeln.
Als ich unten war, klingelte Danuta schon wieder oder immer noch. Ich gab ihr die Tasche. Sie sah mich in Parka und Mütze und sagte: "Hattest du vor, ein bißchen zu gehen?" Ich stammelte: "Naja, ich wollte ein bißchen…äh…Sauerstoff schnappen." — "Komm, geh mit mir, ich habe hier meinen Hund, ich wollte mit ihm zum Friedhof zu Zosia gehen, aber es regnete zu sehr und ich konnte keine Kerze anzünden." Ich willigte ein, während Danutas Hund bereits an mir hochsprang, und ich befürchtete, er würde meine Schlafanzughose zerreißen. "Gomez, laß das, sonst mußt du an die Leine", sagte Danuta. Danuta erblickte am Ende der Grünfläche, die sich Garten schimpft, ein kleines Loch in der Hecke. "Kann man da eine Abkürzung nehmen?" Ich sagte: "Früher war da eine. Aber die ist schon zugewachsen." Danuta war überzeugt, da könne man noch problemlos durchgehen. Gomez war bereits durchgeschlüpft. Ich hatte allerdings meine Probleme. Dornen krallten sich in meine dünnen Hosen, die unter dem Parka hervorlugten, und mit meinen Pantoffeln trat ich in einen 40 cm hohen Blätterhaufen. "Du hast nicht das richtige Schuhwerk an", bemerkte Danuta.
Und das alles war erst derr Anfang.
Nee, bei mir schien gestern alles schief zu laufen. Aufgeweckt wurde ich von Danuta, die etwas von mir abholen wollte. Aus irgendeinem Grund klingelte sie mehrmals hintereinander. Ich steh also auf, und weil ich eigentlich plante, wieder ins Bett zu gehen, zog ich mir nur einen längeren Parka an (über den Schlafanzug), dazu eine Mütze und schlüpfte in die Pantoffeln.
Als ich unten war, klingelte Danuta schon wieder oder immer noch. Ich gab ihr die Tasche. Sie sah mich in Parka und Mütze und sagte: "Hattest du vor, ein bißchen zu gehen?" Ich stammelte: "Naja, ich wollte ein bißchen…äh…Sauerstoff schnappen." — "Komm, geh mit mir, ich habe hier meinen Hund, ich wollte mit ihm zum Friedhof zu Zosia gehen, aber es regnete zu sehr und ich konnte keine Kerze anzünden." Ich willigte ein, während Danutas Hund bereits an mir hochsprang, und ich befürchtete, er würde meine Schlafanzughose zerreißen. "Gomez, laß das, sonst mußt du an die Leine", sagte Danuta. Danuta erblickte am Ende der Grünfläche, die sich Garten schimpft, ein kleines Loch in der Hecke. "Kann man da eine Abkürzung nehmen?" Ich sagte: "Früher war da eine. Aber die ist schon zugewachsen." Danuta war überzeugt, da könne man noch problemlos durchgehen. Gomez war bereits durchgeschlüpft. Ich hatte allerdings meine Probleme. Dornen krallten sich in meine dünnen Hosen, die unter dem Parka hervorlugten, und mit meinen Pantoffeln trat ich in einen 40 cm hohen Blätterhaufen. "Du hast nicht das richtige Schuhwerk an", bemerkte Danuta.
Und das alles war erst derr Anfang.
???
Re: Freitag der 13.
Wir wollen mehr vom Fortsetzungsroman!
Linus auf ein Ende mit Feuer hoffend.
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Re: Freitag der 13.
Linus hat geschrieben:Wir wollen mehr vom Fortsetzungsroman!
Linus hat geschrieben:Linus auf ein Ende mit Feuer hoffend.
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Re: Freitag der 13.
Eine französische Katze?taddeo hat geschrieben:Solange die schwarze Katze nicht einen kleinen weißen Kollarkragen hat und auf den Namen "Marcel" hört, würd ich mir nichts dabei denken ...Juergen hat geschrieben:Heute ist Freitag der 13. und ich sah gerade eine schwarze Katze von links kommend durch den Garten laufen![]()
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Re: Freitag der 13.
Wahrscheinlich einer der Piuskater...Niels hat geschrieben:Eine französische Katze?taddeo hat geschrieben:Solange die schwarze Katze nicht einen kleinen weißen Kollarkragen hat und auf den Namen "Marcel" hört, würd ich mir nichts dabei denken ...
Re: Freitag der 13.
Ich wollt's nicht so direkt sagen... 
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Freitag der 13.
Eigentlich ging die Geschichte recht traurig aus…ich habe den örtlichen Kaplan beleidigt. 
???
Re: Freitag der 13.
Sieh's anders: dann hatte er am Freitag, dem 13. auch mal Pech gehabt.anneke6 hat geschrieben:Eigentlich ging die Geschichte recht traurig aus…ich habe den örtlichen Kaplan beleidigt.
Re: Freitag der 13.
Ein Klerikater?holzi hat geschrieben:Wahrscheinlich einer der Piuskater...
Gruß Jürgen
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Re: Freitag der 13.
Bei aller Scham: Vielleicht war es nicht ganz soooo schlecht. Seit fast 3 Jahren, denn solange ist es hier, versuche ich nett zu sein zu dem Kaplan, der mich herablassend und egoistisch behandelt.holzi hat geschrieben:Sieh's anders: dann hatte er am Freitag, dem 13. auch mal Pech gehabt.anneke6 hat geschrieben:Eigentlich ging die Geschichte recht traurig aus…ich habe den örtlichen Kaplan beleidigt.
viewtopic.php?f=3&t=178&p=38153&hili ... um#p38153
Und heute abend ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe schließlich "Lernen Sie selbst mal etwas Höflichkeit" gestammelt, bin auf mein Fahrrad gesprungen und hab im Wegfahren noch Całuj mnie w dupę! gerufen.
Einen Priester beleidigen…in der Tat, es gibt für alles ein erstes Mal.
???
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Raphaela
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Re: Freitag der 13.
Macht ihr euch jetzt nur lustig oder ist hier wirklich emand abergläubig? Jedenfalls habe ich hier etwas in drei Teilen, was so mehr oder weniger passt:
http://www.youtube.com/watch?v=gYmxLBtzvU
http://www.youtube.com/watch?v=iOypv1QFmKQ
http://www.youtube.com/watch?v=KbRd37ZnEWE
http://www.youtube.com/watch?v=gYmxLBtzvU
http://www.youtube.com/watch?v=iOypv1QFmKQ
http://www.youtube.com/watch?v=KbRd37ZnEWE
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Raphaela
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Re: Freitag der 13.
Hier noch etwas, was auf alle Fälle passt:
http://www.youtube.com/watch?v=hGoq5QF8wQg
http://www.youtube.com/watch?v=hGoq5QF8wQg
- lifestylekatholik
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Re: Freitag der 13.
Der gute Mann muss ja in der Tat etwas, äh, unangenehm geworden sein.anneke6 hat geschrieben:und hab im Wegfahren noch Całuj mnie w dupę! gerufen.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Re: Freitag der 13.
Liebe Anneke,anneke6 hat geschrieben:Ooh…die sind aber süß.![]()
Nee, bei mir schien gestern alles schief zu laufen. Aufgeweckt wurde ich von Danuta, die etwas von mir abholen wollte. Aus irgendeinem Grund klingelte sie mehrmals hintereinander. Ich steh also auf, und weil ich eigentlich plante, wieder ins Bett zu gehen, zog ich mir nur einen längeren Parka an (über den Schlafanzug), dazu eine Mütze und schlüpfte in die Pantoffeln.
Als ich unten war, klingelte Danuta schon wieder oder immer noch. Ich gab ihr die Tasche. Sie sah mich in Parka und Mütze und sagte: "Hattest du vor, ein bißchen zu gehen?" Ich stammelte: "Naja, ich wollte ein bißchen…äh…Sauerstoff schnappen." — "Komm, geh mit mir, ich habe hier meinen Hund, ich wollte mit ihm zum Friedhof zu Zosia gehen, aber es regnete zu sehr und ich konnte keine Kerze anzünden." Ich willigte ein, während Danutas Hund bereits an mir hochsprang, und ich befürchtete, er würde meine Schlafanzughose zerreißen. "Gomez, laß das, sonst mußt du an die Leine", sagte Danuta. Danuta erblickte am Ende der Grünfläche, die sich Garten schimpft, ein kleines Loch in der Hecke. "Kann man da eine Abkürzung nehmen?" Ich sagte: "Früher war da eine. Aber die ist schon zugewachsen." Danuta war überzeugt, da könne man noch problemlos durchgehen. Gomez war bereits durchgeschlüpft. Ich hatte allerdings meine Probleme. Dornen krallten sich in meine dünnen Hosen, die unter dem Parka hervorlugten, und mit meinen Pantoffeln trat ich in einen 40 cm hohen Blätterhaufen. "Du hast nicht das richtige Schuhwerk an", bemerkte Danuta.
Und das alles war erst derr Anfang.
falls es Dir einen kleinen Trost gibt bzw. das Image des Freitags 13th aufbessert: gestern war der Namenstag des Hl. Ioannis Chrysostomos.
Lass den Kopf nicht hängen, Mädchen. Vielleicht ergibt sich hieraus mal die Möglichkeit, mit dem Kaplan ein ernstes und gutes Gespräch zu führen. Könnte mit einer Entschuldigung ("Beichte") Deinerseits angestoßen werden....
Gruß,
Nassos
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
Re: Freitag der 13.
Das beste ist…als Bikalendariarin kann ich die Zeit wieder zurückdrehen…Chrysostomus wird hier erst übernächste Woche gefeiert…
???
Re: Freitag der 13.
Orthodoxy gives you a second chance - mal ganz anders
(<= ich lieeebe diesen Smiley, erwähnte ich das schon?)
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
Re: Freitag der 13.
Nee, hast Du noch nicht erwähnt. Aber wer mit mir diskutiert, der braucht ihn auf jeden Fall. 
???
Re: Freitag der 13.
Hatter schon.anneke6 hat geschrieben:Nee, hast Du noch nicht erwähnt. Aber wer mit mir diskutiert, der braucht ihn auf jeden Fall.
Im übrigen ich hätt gern die ganze Geschichte
Linus
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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Re: Freitag der 13.
Morgen…das heißt heute, aber später. Ist eine etwas längere Geschichte, und ich muß ins Bett hüpfen.

???
Re: Freitag der 13.
So Linus, jetzt geht es weiter:
Normalerweise dauert eine Eingewöhnungsphase mit einem neuen Kaplan nicht länger als einen Monat. Dann weiß man über seine Gepflogenheiten Bescheid und er kennt einen auch etwas. Mit Kaplan T.S. war es etwas anders. Er lernte uns alle nacheinander kennen. Ich verwende jetzt Codenamen für die Beteiligten: Jurek und Iwona, die Hausmeister, und Staszek und Teresa (anneke6) als Küster.
Wenn jemand nicht da ist, hilft jemand anders aus. Wir machen das unter uns selber aus.
Der neue Kaplan stellte sich als ein schwieriger Mensch heraus, der gerne improvisiert. Nur selbst bringt es wohl zustande, in einer Messe aus dem Graduale Romanum und gleichzeitig "Ich steh vor Dir mit leeren Händen Herr…fremd wie Dein Name sind mir Deine Wege…" zu singen.
Tatsache ist, er kommt, häufig im letzten Moment, und wundert sich, daß man es nicht so vorbereitet hat, wie er es gerne hätte. So sagt er dann: Das ist der falsche Kelch, ich will einen mit einem hohen Schaft. Nächste Woche will er einen mit einem niedrigen Schaft. Legt man ihm ein Meßgewand aus Leinen vor, will er eins aus Seide, und wenn man das aus Seide vorliegt, dann sagt er, das ist zu kostbar, ich will ein anderes.
Ein Problem mit uns: Staszek hatte die Angewohnheit, das Korporale stets auf dem Altar liegenzulassen. Ich hielt das jedoch für eine Unsitte und habe es jedes Mal entfernt, ordentlich zusammengefaltet (3x3) und in der Sakristei verstaut. Eines Tages komme ich, wie gewohnt zum Lektorendienst. Küsterdienst hatte ich an diesem Tag keinen, für die Messe vorbereitet hat möglicherweise Iwona. Der Kaplan begrüßt mich mit: "Warum ist da kein Korporale draußen?!"
Ein weiteres Problem habe ich bereits geschildert. Wenn Staszek den Küsterdienst übernimmt, ministriert er, und zwar im Altarraum, ich tue dies nicht. Ich habe es so gemacht, wie ich es aus den Frauenklöstern kenne, d.h. von der ersten Bank aus. "Das muß nicht sein" war der kühle Kommentar des Kaplans.
Ansprechbar vor der Messe ist er nicht, er steht da und murmelt seine Gebete. Das Problem ist aber, daß manche Sachen abgesprochen werden müssen, z.B. was nach der Lesung zu geschehen hat, also ob der Psalm zu singen oder zu rezitieren ist, und wer ihn zu singen hat.
Gebeten wird um nichts, es wird bestellt. Eines freitags ist eine Beerdigung angesagt — über die ich nicht informiert wurde, ich dachte, es ist die gewöhnliche Freitagsmesse. Aber wenn Beerdigungsunternehmer in der Kirche einen Katafalk aufbauen, dann kann man sich seinen Teil denken. Diesmal lautet die Begründung: "Zur Aussegnung brauche ich Weihrauch."
Da es beim Kaplan manchmal schnell gehen muß…er kommt bekanntlich spät und es muß alles umdisponiert werden, gebe ich Staszek, wenn er da ist, Anweisungen in polnischer Sprache. Auf deutsch müßte ich es 3-5 Mal sagen bis er es versteht, da er nicht gut deutsch kann. Schon beim vorletzten Mal verzog der Kaplan das Gesicht, als das dritte polnische Wort durch die Sakristei gezischt wurde.
Und gestern kam es so weit. Der Kaplan kam 5 Minuten vor Beginn der heiligen Messe und fing mit seiner üblichen Arbeit an. Liturgische Bücher austauschen, Lesebändchen and andere Stellen einlegen, Nummern auf die Liedertafel zu heften…allerdings ohne nähere Erklärungen. "Terenia, kann ich das rausnehmen?" fragte Staszek mit Blick auf das Lektionar. "Ja, ja" sage ich, ebenfalls auf polnisch. Als Staszek zurückkommt, ist die Liedertafel fertig. Diese wird von Staszek rausgetragen, ich sage (auf deutsch): Ich komme mit dir raus — damit er die Tür hinter sie nicht gleich zuschlägt.
"Psalm wird gesprochen" sagt mir der Kaplan, wofür ich ihm bereits dankbar bin. Aber, nach der Lesung gibt es für mich eine Überraschung. "Wir beten im Wechsel", sagt der Kaplan und beginnt mit dem ersten Vers. Ich lese den zweiten Vers aus dem Lektionar…so geht es weiter, bis mir klarwird, daß es sich nicht um den selben Psalm handelt, er hatte einen Psalm aus dem GL angeschlagen.
Dennoch läuft es einigermaßen. Wieder zurück in der Sakristei ermahnt der Kaplan uns, wir mögen in seiner Gegenwart bitte DEUTSCH sprechen. Ich fühle mich gekränkt, sage aber nichts. Ich finde, jemand der seine Mitarbeiter dermaßen wie Luft behandelt, braucht sich nicht zu beschweren, wenn Leute über seinen Kopf hinwegreden. Ich lächele aber weiter. Seit den 3 Jahren die er hier ist, versuche ich nämlich, ein gutes Verhältnis zu ihm aufzubauen, nett zu sein und zu tun, was er sagt. "Wir sind hier in Deutschland", sagt der Kaplan. "Ich war zwar auch einmal im Ausland, aber…" "Wo waren Sie denn?" frage ich. "In Frankreich", schnaubt der Kaplan. "Au revoir, monsieur l'abbé", sage ich liebenswürdig und lächle noch mal.
Ich packe meine Sachen zusammen. Draußen steht Iwona und redet mit dem Kaplan. Ich denke, die beiden verabschieden sich nur. Ich stelle mich neben Iwona, da ich sie fragen wollte wie es ihrer Tochter geht. Iwonas Tochter hat MS und hatte neulich erst wieder einen Schub. Ich höre nicht auf das, was der Kaplan sagt, erst als er zischt: "Lassen Sie uns bitte ALLEIN!" wache ich auf. "Ich wollte selber noch mit ihr sprechen", sage ich empört, und dann fast weinerlich "Lernen Sie mal lieber selbst ein bißchen Höflichkeit." Ich schwinge mich auf mein Fahrrad, und in einem Anfall von Wut: "Całuj mnie w dupę!"
Eigentlich kaufe ich nach der Freitagsmesse gerne ein. Aber diesmal hatte ich die Lust verloren. Zuhause angekommen, rief ich bei Jurek und Iwona an. Jurek nahm ab. Ich schilderte ihm die Geschichte, und Jurek schien eher amüsiert als entrüstet. "Ich habe einen Priester beleidigt", sagte ich. "Das erste Mal in meinem Leben. Aber andererseits gibt es für alles ein erstes Mal." Heute traf ich Staszek und Monika…Monika ist die Organistin der deutschen Gemeinde, Polin zweiter Generation, germanisierter als ich. "Erzähl ihr, was gestern der Kaplan zu dir gesagt hat", sagt Staszek. Ich sage: "Du weißt aber nicht die Fortsetzung dieses Gesprächs." Also erzähle ich, was passiert ist. Und beide fangen zu lachen an. Staszek sagt: "Dafür gebe ich dir einen aus." Und Monika sagt: "Mich behandelt er wie Luft. Und er sagt mir nie, wenn er Änderungen an den Liedern vornimmt, er denkt, ich kann hellsehen." Und Staszek fühlt sich vom Kaplan auch herablassend behandelt.
Normalerweise dauert eine Eingewöhnungsphase mit einem neuen Kaplan nicht länger als einen Monat. Dann weiß man über seine Gepflogenheiten Bescheid und er kennt einen auch etwas. Mit Kaplan T.S. war es etwas anders. Er lernte uns alle nacheinander kennen. Ich verwende jetzt Codenamen für die Beteiligten: Jurek und Iwona, die Hausmeister, und Staszek und Teresa (anneke6) als Küster.
Wenn jemand nicht da ist, hilft jemand anders aus. Wir machen das unter uns selber aus.
Der neue Kaplan stellte sich als ein schwieriger Mensch heraus, der gerne improvisiert. Nur selbst bringt es wohl zustande, in einer Messe aus dem Graduale Romanum und gleichzeitig "Ich steh vor Dir mit leeren Händen Herr…fremd wie Dein Name sind mir Deine Wege…" zu singen.
Tatsache ist, er kommt, häufig im letzten Moment, und wundert sich, daß man es nicht so vorbereitet hat, wie er es gerne hätte. So sagt er dann: Das ist der falsche Kelch, ich will einen mit einem hohen Schaft. Nächste Woche will er einen mit einem niedrigen Schaft. Legt man ihm ein Meßgewand aus Leinen vor, will er eins aus Seide, und wenn man das aus Seide vorliegt, dann sagt er, das ist zu kostbar, ich will ein anderes.
Ein Problem mit uns: Staszek hatte die Angewohnheit, das Korporale stets auf dem Altar liegenzulassen. Ich hielt das jedoch für eine Unsitte und habe es jedes Mal entfernt, ordentlich zusammengefaltet (3x3) und in der Sakristei verstaut. Eines Tages komme ich, wie gewohnt zum Lektorendienst. Küsterdienst hatte ich an diesem Tag keinen, für die Messe vorbereitet hat möglicherweise Iwona. Der Kaplan begrüßt mich mit: "Warum ist da kein Korporale draußen?!"
Ein weiteres Problem habe ich bereits geschildert. Wenn Staszek den Küsterdienst übernimmt, ministriert er, und zwar im Altarraum, ich tue dies nicht. Ich habe es so gemacht, wie ich es aus den Frauenklöstern kenne, d.h. von der ersten Bank aus. "Das muß nicht sein" war der kühle Kommentar des Kaplans.
Ansprechbar vor der Messe ist er nicht, er steht da und murmelt seine Gebete. Das Problem ist aber, daß manche Sachen abgesprochen werden müssen, z.B. was nach der Lesung zu geschehen hat, also ob der Psalm zu singen oder zu rezitieren ist, und wer ihn zu singen hat.
Gebeten wird um nichts, es wird bestellt. Eines freitags ist eine Beerdigung angesagt — über die ich nicht informiert wurde, ich dachte, es ist die gewöhnliche Freitagsmesse. Aber wenn Beerdigungsunternehmer in der Kirche einen Katafalk aufbauen, dann kann man sich seinen Teil denken. Diesmal lautet die Begründung: "Zur Aussegnung brauche ich Weihrauch."
Da es beim Kaplan manchmal schnell gehen muß…er kommt bekanntlich spät und es muß alles umdisponiert werden, gebe ich Staszek, wenn er da ist, Anweisungen in polnischer Sprache. Auf deutsch müßte ich es 3-5 Mal sagen bis er es versteht, da er nicht gut deutsch kann. Schon beim vorletzten Mal verzog der Kaplan das Gesicht, als das dritte polnische Wort durch die Sakristei gezischt wurde.
Und gestern kam es so weit. Der Kaplan kam 5 Minuten vor Beginn der heiligen Messe und fing mit seiner üblichen Arbeit an. Liturgische Bücher austauschen, Lesebändchen and andere Stellen einlegen, Nummern auf die Liedertafel zu heften…allerdings ohne nähere Erklärungen. "Terenia, kann ich das rausnehmen?" fragte Staszek mit Blick auf das Lektionar. "Ja, ja" sage ich, ebenfalls auf polnisch. Als Staszek zurückkommt, ist die Liedertafel fertig. Diese wird von Staszek rausgetragen, ich sage (auf deutsch): Ich komme mit dir raus — damit er die Tür hinter sie nicht gleich zuschlägt.
"Psalm wird gesprochen" sagt mir der Kaplan, wofür ich ihm bereits dankbar bin. Aber, nach der Lesung gibt es für mich eine Überraschung. "Wir beten im Wechsel", sagt der Kaplan und beginnt mit dem ersten Vers. Ich lese den zweiten Vers aus dem Lektionar…so geht es weiter, bis mir klarwird, daß es sich nicht um den selben Psalm handelt, er hatte einen Psalm aus dem GL angeschlagen.
Dennoch läuft es einigermaßen. Wieder zurück in der Sakristei ermahnt der Kaplan uns, wir mögen in seiner Gegenwart bitte DEUTSCH sprechen. Ich fühle mich gekränkt, sage aber nichts. Ich finde, jemand der seine Mitarbeiter dermaßen wie Luft behandelt, braucht sich nicht zu beschweren, wenn Leute über seinen Kopf hinwegreden. Ich lächele aber weiter. Seit den 3 Jahren die er hier ist, versuche ich nämlich, ein gutes Verhältnis zu ihm aufzubauen, nett zu sein und zu tun, was er sagt. "Wir sind hier in Deutschland", sagt der Kaplan. "Ich war zwar auch einmal im Ausland, aber…" "Wo waren Sie denn?" frage ich. "In Frankreich", schnaubt der Kaplan. "Au revoir, monsieur l'abbé", sage ich liebenswürdig und lächle noch mal.
Ich packe meine Sachen zusammen. Draußen steht Iwona und redet mit dem Kaplan. Ich denke, die beiden verabschieden sich nur. Ich stelle mich neben Iwona, da ich sie fragen wollte wie es ihrer Tochter geht. Iwonas Tochter hat MS und hatte neulich erst wieder einen Schub. Ich höre nicht auf das, was der Kaplan sagt, erst als er zischt: "Lassen Sie uns bitte ALLEIN!" wache ich auf. "Ich wollte selber noch mit ihr sprechen", sage ich empört, und dann fast weinerlich "Lernen Sie mal lieber selbst ein bißchen Höflichkeit." Ich schwinge mich auf mein Fahrrad, und in einem Anfall von Wut: "Całuj mnie w dupę!"
Eigentlich kaufe ich nach der Freitagsmesse gerne ein. Aber diesmal hatte ich die Lust verloren. Zuhause angekommen, rief ich bei Jurek und Iwona an. Jurek nahm ab. Ich schilderte ihm die Geschichte, und Jurek schien eher amüsiert als entrüstet. "Ich habe einen Priester beleidigt", sagte ich. "Das erste Mal in meinem Leben. Aber andererseits gibt es für alles ein erstes Mal." Heute traf ich Staszek und Monika…Monika ist die Organistin der deutschen Gemeinde, Polin zweiter Generation, germanisierter als ich. "Erzähl ihr, was gestern der Kaplan zu dir gesagt hat", sagt Staszek. Ich sage: "Du weißt aber nicht die Fortsetzung dieses Gesprächs." Also erzähle ich, was passiert ist. Und beide fangen zu lachen an. Staszek sagt: "Dafür gebe ich dir einen aus." Und Monika sagt: "Mich behandelt er wie Luft. Und er sagt mir nie, wenn er Änderungen an den Liedern vornimmt, er denkt, ich kann hellsehen." Und Staszek fühlt sich vom Kaplan auch herablassend behandelt.
???
Re: Freitag der 13.
Danke Anneke!
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Re: Freitag der 13.
Mich wundert's eh, daß du die Marotten des Kaplans so lange ertragen hast. Das Ehrenamt hat hier seine großen Vorzüge, du kannst leichter hinschmeißen, als wenn du auf den Job angewiesen wärst.
- lifestylekatholik
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- Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29
Re: Freitag der 13.
Und tschüss ...anneke6 hat geschrieben:"Wir sind hier in Deutschland", sagt der Kaplan. "Ich war zwar auch einmal im Ausland, aber…"
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Re: Freitag der 13.
Frag den Kaplan mal. ob er mit Westerwelle verwandt ist....lifestylekatholik hat geschrieben:Und tschüss ...anneke6 hat geschrieben:"Wir sind hier in Deutschland", sagt der Kaplan. "Ich war zwar auch einmal im Ausland, aber…"
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Re: Freitag der 13.
Das was anderes. Westerwelle hat den Journalisten, um den’s ging, ja auf nen Kaffee zum Englischschwätzchen eingeladen. Er wollte sich aber nicht in offizieller Funktion in der Öffentlichkeit, wo alles auf einen Schnitzer harrt, in Gefahr begeben. Völlig verständlich und nachvollziehbar.Linus hat geschrieben:Frag den Kaplan mal. ob er mit Westerwelle verwandt ist....lifestylekatholik hat geschrieben:Und tschüss ...anneke6 hat geschrieben:"Wir sind hier in Deutschland", sagt der Kaplan. "Ich war zwar auch einmal im Ausland, aber…"
Die Situation, von der Ännchen berichtete, war ja völlig anders. Da hat ja noch nichtmal jemand dem Kaplan auf Ausländisch irgendne Frage gestellt, geschweige denn von ihm erwartet auf Ausländisch zu antworten. Und offiziell und öffentlich war das Ganze sowieso auch nicht.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Re: Freitag der 13.
*Bösemodus ein* Vielleicht ist er ja Westerwelle schon mal begegnet. Sieht jedenfalls nicht aus wie einer, der auf Frauen steht. *Bösemodus aus*
???