Was verstehen wir als Christen unter "soziale Gerechtigkeit"?
Bei einer Besprechung im Diakonischen Werk fiel neulich wieder einmal dieser Begriff im Zusammenhang unseres kirchlichen Aufttrags und ich fragte mich (still und heimlich):
Was ist das eigentlich?
Geschieht den Armen in unserem Land Unrecht? Durch wen?
Haben die Armen einen rechtmäßigen Anspruch gegen die Reichen, den durchzusetzen wir ihnen helfen müssen?
Aufgrund von was?
Ist caritative Tätigkeit und Unterstützung der Notleidenden etwas, worauf diese einen Anspruch haben, oder ist das freie Gnade des Helfenden?
Ich wollte dazu noch nicht öffentlich etwas sagen, sondern euch zuerst bitten, mir beim Reflektieren zu helfen.
Liebe Grüße,
Clemens
Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.
-
Ralf
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Pu, eine sehr schwierige Frage - und um die Beantwortung wird seit Generationen gerungen, alle Deine Teilfragen werden von gläubigen Christen zum Teil sehr unterschiedlich beantwortet, da gibt es überhaupt keinen Konsens.
Für mich ist "soziale Gerechtigkeit" die Chancengleichheit.
Caritas und Diakonie sind nicht Teil der "sozialen Gerechtigkeit", sondern der Fürsorge aus geschwisterlicher Liebe heraus - deswegen kann es darauf auch nur einen gesetzlichen, aber keinen moralischen Anspruch geben.
Es sei denn - und das ist eben die Frage, ob das so ist - es gibt keine Chancengleichheit, denn ohne diese sind Armut und Elend auch fremdverschuldet.
Für mich ist "soziale Gerechtigkeit" die Chancengleichheit.
Caritas und Diakonie sind nicht Teil der "sozialen Gerechtigkeit", sondern der Fürsorge aus geschwisterlicher Liebe heraus - deswegen kann es darauf auch nur einen gesetzlichen, aber keinen moralischen Anspruch geben.
Es sei denn - und das ist eben die Frage, ob das so ist - es gibt keine Chancengleichheit, denn ohne diese sind Armut und Elend auch fremdverschuldet.
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Drei Tipps:
http://stjosef.at/morallexikon/gerechti.htm
http://stjosef.at/morallexikon/soziale.htm
und
KSK NR 77, 81, 82
http://stjosef.at/morallexikon/gerechti.htm
http://stjosef.at/morallexikon/soziale.htm
und
KSK NR 77, 81, 82
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Karl Hörmann, Lexikon der christlichen Moral, schrieb 1969:
d) Die soziale G. (iustitia socialis) kann auch als besondere Art der allgemeinen G. verstanden werden. Über ihr Wesen gibt es verschiedene Auffassungen. Man kann sie als die Bereitschaft jeder Gruppe der Gesellschaft ansehen, jeder andern Gruppe jenen Anteil am Sozialprodukt zukommen zu lassen, der ihrem Beitrag zu seinem Zustandekommen entspricht. "Die Maßstäbe v. G. u. Billigkeit müssen nicht nur auf die Beziehungen v. Arbeitnehmern u. Arbeitgebern angewandt werden, sondern ebenso auch auf die verschiedenen Wirtschaftszweige untereinander u. die wirtschaftl. unterschiedlich gestellten Gebiete ein u. desselben Landes" (Johannes XXIII., MM 122, AAS 1961, 431). Damit ist Rechtsträger der sozialen G. die gesellschaftl. Gruppe. Als Ziel wird das Wohl der Gruppe angestrebt. Verpflichtet sind durch die soziale G. alle Gruppen den anderen Gruppen gegenüber.
Interessant, vielen Dank für die Links. Einen für mich besonders eindrucksvollen Abschnitt habe ich hereinkopiert.
Und was bedeutet das nun für die heutigen Sozialfragen?
Auf welchen Standard an Leistungen haben unsere Armen Anspruch, den die Kirche ihnen beim Durchsetzen helfen muss?
Woran liegt es, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden?
Könnte man es so sagen?:
Der Arbeitssuchende hat ein Recht darauf, dass man ihm eine Chance gibt, seinen Platz im Erwerbsleben einzunehmen.
Der Arbeitsscheue hat keinen Anspruch an irgendjemanden.
Die Kinder der Arbeitsscheuen haben einen Anspruch an die Gesellschaft, dass sie ihnen hilft, aus dem Milieu der Verlotterung herauszufinden.
Aber wodurch wird der Anspruch erworben?
Durch die deutsche Staatsbürgerschaft? Oder schon durch das Menschsein?
Wen darf man zurückweisen?
Und die Kirche: für wen ist sie zuständig?
Für jedermann, zuvörderst aber des Glaubens Genossen?
Gegen welche (wirtschafts- und sozial-)politischen Fehlentwicklungen muss die Kirche sich wenden - und an wen?
d) Die soziale G. (iustitia socialis) kann auch als besondere Art der allgemeinen G. verstanden werden. Über ihr Wesen gibt es verschiedene Auffassungen. Man kann sie als die Bereitschaft jeder Gruppe der Gesellschaft ansehen, jeder andern Gruppe jenen Anteil am Sozialprodukt zukommen zu lassen, der ihrem Beitrag zu seinem Zustandekommen entspricht. "Die Maßstäbe v. G. u. Billigkeit müssen nicht nur auf die Beziehungen v. Arbeitnehmern u. Arbeitgebern angewandt werden, sondern ebenso auch auf die verschiedenen Wirtschaftszweige untereinander u. die wirtschaftl. unterschiedlich gestellten Gebiete ein u. desselben Landes" (Johannes XXIII., MM 122, AAS 1961, 431). Damit ist Rechtsträger der sozialen G. die gesellschaftl. Gruppe. Als Ziel wird das Wohl der Gruppe angestrebt. Verpflichtet sind durch die soziale G. alle Gruppen den anderen Gruppen gegenüber.
Interessant, vielen Dank für die Links. Einen für mich besonders eindrucksvollen Abschnitt habe ich hereinkopiert.
Und was bedeutet das nun für die heutigen Sozialfragen?
Auf welchen Standard an Leistungen haben unsere Armen Anspruch, den die Kirche ihnen beim Durchsetzen helfen muss?
Woran liegt es, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden?
Könnte man es so sagen?:
Der Arbeitssuchende hat ein Recht darauf, dass man ihm eine Chance gibt, seinen Platz im Erwerbsleben einzunehmen.
Der Arbeitsscheue hat keinen Anspruch an irgendjemanden.
Die Kinder der Arbeitsscheuen haben einen Anspruch an die Gesellschaft, dass sie ihnen hilft, aus dem Milieu der Verlotterung herauszufinden.
Aber wodurch wird der Anspruch erworben?
Durch die deutsche Staatsbürgerschaft? Oder schon durch das Menschsein?
Wen darf man zurückweisen?
Und die Kirche: für wen ist sie zuständig?
Für jedermann, zuvörderst aber des Glaubens Genossen?
Gegen welche (wirtschafts- und sozial-)politischen Fehlentwicklungen muss die Kirche sich wenden - und an wen?
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Daß jeder über gleich Geld verfügt und gleich viel dafür leistet?Was ist "soziale Gerechtigkeit"
Um Fernseher und Schule kümmert sich schon der Staat.Clemens hat geschrieben:Auf welchen Standard an Leistungen haben unsere Armen Anspruch, den die Kirche ihnen beim Durchsetzen helfen muss?
Die Kirche sollte sich um Evangelium und Messe kümmern.
Armut ist nichts worum sich die Kirche kümmern muss. Arm sein ist auch nichts was man bekämpfen muss (dazu gibt es genug Stellen in der Heiligen Schrift) . Um Bedürftige soll sich ein Christ, die Kirche kümmern. Hungernde, Dürstige, Nackte, Gefangene, Kranke, Witwen, Waisen ......
Diese Frage ist nur darauf aus, den Reichen was wegzunehmen. Falls einer Reich ist weil er den Armen was gestohlen hat soll er vor Gericht und es zurückgeben.Clemens hat geschrieben:Woran liegt es, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden?
Ein Armer der ärmer werden kann ist kein Bedürftiger. Jemand der nackt ist kann nicht noch nackter werden.
Wenn ein Arbeitsscheuer Bedürftig ist muss auch ihm geholfen werden.Clemens hat geschrieben:Der Arbeitsscheue hat keinen Anspruch an irgendjemanden.
Kinder den Familien entreißen die nicht dem Mittelschicht-Standart entspechen?Clemens hat geschrieben:Die Kinder der Arbeitsscheuen haben einen Anspruch an die Gesellschaft, dass sie ihnen hilft, aus dem Milieu der Verlotterung herauszufinden.
Anspruch hat keiner auf nichts.Clemens hat geschrieben:Aber wodurch wird der Anspruch erworben?
Durch die deutsche Staatsbürgerschaft? Oder schon durch das Menschsein?
Wen darf man zurückweisen?
Wir haben aber die Pflicht uns um Bedürftige (Menschen ihres Menschsein wegen) zu kümmern.
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Ob die Reichen den Armen etwas gestohlen haben, ist eine schwierige Frage:
Tatsache ist in Deutschland: immer mehr Reichtum sammelt sich in immer weniger Händen.
Nicht nur, weil die Reichen immer reicher werden, sondern weil zugleich auch die Armen immer ärmer werden.
Die unteren 25% der deutschen Bevölkerung haben zusammen 5% des deutschen Gesamtvermögens SCHULDEN. Die reichsten 10% der Deutschen besitzen zusammen 50% des Vermögens. Vor 15 Jahren waren es noch 40% und die 25% Ärmsten besaßen immer noch 10% des Reichtums.
Die Tendenz ist also klar.
Ist der wachsende Reichtum der Reichen Frucht ihrer Arbeit und moralisch gerechtfertigt?
Wir wissen alle, dass "wer hat, dem wird gegeben" (z.B. von den Banken).
Da ich nicht ganz arm bin, habe ich Möglichkeiten, Geld zu sparen, die Arme nicht haben.
Wenn ich bestimmte Verträge einmal im Jahr im voraus zahle, kriege ich einen Rabatt, der mit keinem Aktienfonds mithalten kann. Der Arme kann sich das nicht leisten.
Manche Reiche verdienen an der Armut der Armen. Keinen irdischen Richter wird das aber interessieren.
Manche Arme sind selbst schuld an ihrer Armut. Und beuten dennoch die Solidargemeinschaft aus. Aber auch das findet hier meist keinen Richter.
Tatsache ist in Deutschland: immer mehr Reichtum sammelt sich in immer weniger Händen.
Nicht nur, weil die Reichen immer reicher werden, sondern weil zugleich auch die Armen immer ärmer werden.
Die unteren 25% der deutschen Bevölkerung haben zusammen 5% des deutschen Gesamtvermögens SCHULDEN. Die reichsten 10% der Deutschen besitzen zusammen 50% des Vermögens. Vor 15 Jahren waren es noch 40% und die 25% Ärmsten besaßen immer noch 10% des Reichtums.
Die Tendenz ist also klar.
Ist der wachsende Reichtum der Reichen Frucht ihrer Arbeit und moralisch gerechtfertigt?
Wir wissen alle, dass "wer hat, dem wird gegeben" (z.B. von den Banken).
Da ich nicht ganz arm bin, habe ich Möglichkeiten, Geld zu sparen, die Arme nicht haben.
Wenn ich bestimmte Verträge einmal im Jahr im voraus zahle, kriege ich einen Rabatt, der mit keinem Aktienfonds mithalten kann. Der Arme kann sich das nicht leisten.
Manche Reiche verdienen an der Armut der Armen. Keinen irdischen Richter wird das aber interessieren.
Manche Arme sind selbst schuld an ihrer Armut. Und beuten dennoch die Solidargemeinschaft aus. Aber auch das findet hier meist keinen Richter.
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Man kann das auch andersrum sehen.Clemens hat geschrieben:Da ich nicht ganz arm bin, habe ich Möglichkeiten, Geld zu sparen, die Arme nicht haben.
Wenn ich bestimmte Verträge einmal im Jahr im voraus zahle, kriege ich einen Rabatt, der mit keinem Aktienfonds mithalten kann. Der Arme kann sich das nicht leisten.
Du zahlst den normalen Preis und die Armen zahlen Zinsen.
(so rum wird das natürlich gesagt - ist aber im endefekt das gleiche)
Die Kirche hatte glaube ich irgendwann gesagt es wäre Sünde mit den Zinsen.
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat
-
Raphael
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Jeder hat nicht weniger als er zum Leben braucht!Clemens hat geschrieben:Was verstehen wir als Christen unter "soziale Gerechtigkeit"?
-
Raphael
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Generell kann man(n) das sicherlich nicht so sagen, denn es gibt Reiche, die sich ihren Reichtum verdient habenClemens hat geschrieben:Ob die Reichen den Armen etwas gestohlen haben, ist eine schwierige Frage:
- weil sie fleißig sind
- weil sie ein gute Idee hatten, die sie lukrativ vermarkten können
- weil sie von Elterngenerationen verdientes Vermögen klug verwalten
In dem Wort "gestohlen" steckt ja bereits eine juristische Qualifizierung drin, die eben nicht in jedem Falle erfüllt ist.
Die Gegenfrage, ob es denn gerecht ist, wenn denn der Arme arm ist, ist IMHO genausowenig pauschal zu beantworten.
Manche werden arm sein,
- weil sie bestohlen wurden,
- manche weil sie faul sind und
- manche weil sie mit der komplizierten modernen Welt überfordert sind
- to be completed ...............
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Sie ist dann schwierig, wenn man sie allgemein stellt: "Die Reichen" und "die Armen". Konkret gibt es klare Antworten. Manager, die eine Firma um hoher Boni willen an die Wand fahren und dann noch mit mehrstelligen Millionenbeträgen abgehen, während die Angestellten und Arbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, haben den Armen etwas gestohlen. Ein Recht (=Gesetzeslage), das ihnen einen unangreifbaren Anspruch auf solche Boni und Abfindungen zugesteht, ist ein Unrecht.Clemens hat geschrieben:Ob die Reichen den Armen etwas gestohlen haben, ist eine schwierige Frage
Aber auch "Arme", die in ihren Armutsstatus durch eigenes Unterlassen von Anstrengung verharren und ihre vernachlässigten Nachkommen in die dritte Hartz-IV-Generation "entlassen", bestehlen die Allgemeinheit - und darunter natürlich auch die "Reichen" - sofern die sich nicht mit Steuerstpartricks ihrerseits davor gedrückt haben, an den allgemeinkosten mitzutragen.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Re: Was ist "soziale Gerechtigkeit"?
Gesegnete Weihnachten 2009 – Christus der Retter ist da.
Besonders für über 1 Mrd. Menschen die weltweit nicht genug zu essen haben für Millionen Menschen die in den USA und für 9 Millionen Menschen in D und vielen anderen in West und Ost Europa die von der staatlichen Grundsicherung existieren müssen.
Es war der Heilige Abend 2003 (Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 24.12.2003 (BGBl. S. 2979) an dem eine weit reichende und verhängnisvolle Entwicklung begonnen wurde mit der viele Menschen in Deutschland in den letzten 5 Jahren in Armut gestürzt wurden und somit von der sozialen und kulturellen Teilhabe weitestgehend ausgeschlossen und abgehängt wurden.
3.215.393 Personen werden als arbeitslos erfasst und 1.656.432 Personen werden in arbeitsmarktpolitischen Instrumenten versteckt.
Es gibt rund 9 Millionen Menschen die im Sinne des SGB II und SGB XII Leistungsberechtigt sind.
Leistungsempfänger - Arbeitslosengeld 1.100.412
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.891.872
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.824.812)
Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 488 vom 15.12.2009 Sozialhilfe 2008: 1,2 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen
Im November 2009 gibt es laut BA Bericht 7.817.096 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld BA Bericht November 2009 Seite 54. Darunter 5.992.284 Leistungsempfänger im Bereich des ALGI und ALG II. Zudem erhalten rund 1.200.000 Personen (Sozialhilfe SGB XII – Altersgrundsicherung)
Ein besonders großes Ärgernis sind die so genannten „Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandentschädigung“ Zwangsarbeit in Ein – Euro – Jobs die und das sehe ich mit brennender Sorge und wachsenden Befremden auch von den Kirchen im Schulterschluss mit den säkularen Obrigkeitsstaat entgegen des Zwangsarbeitsverbot angeboten werden . Art. 12.2 GG besagt, dass Zwangsarbeit nur zulässig im Rahmen einer herkömmlichen, allgemeinen, für alle gleichen und öffentlichen Dienstpflicht ist. Hierzu zählen die Wehrpflicht und der Zivildienst. Nach Art. 12.3 GG ist Zwangsarbeit auch bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsstrafe möglich. Ein-Euro-Jobs fallen aber unter keine dieser Kategorien. Das Übereinkommen über Zwangs- und Pflichtarbeit (C029) der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 1930 verbietet Zwangsarbeit. Es wurde am 19/06/1956 von der Bundesrepublik ratifiziert. Ein-Euro-Jobs verstoßen gegen Art. 2 Abs. 1.
Artikel 2 Abs. 1
Als „Zwangs- oder Pflichtarbeit" im Sinne dieses Übereinkommens gilt jede Art von Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person unter Androhung irgendeiner Strafe verlangt wird und für die sie sich nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat. Bei der Androhung einer Sanktion, bei der Verweigerung der Aufnahme eines Euro-Euro-Jobs, kann man nicht von Freiwilligkeit sprechen. Eine freie Wahl sieht anders aus. Hier handelt es sich um eine Strafe i.S. des ILO-Übereinkommens die bei Ungehorsam vollstreckt wird. Der Arbeitslose soll sich fügen und gehorsam zeigen, ansonsten wird seine minimale Grundsicherung für die Dauer von 3 Monaten um 30 % gekürzt. Dies bedeutet eine unmittelbare Bedrohung seiner Existenz.
Kirchen und „kirchliche Gemeinschaften“ sollten/müssen ihr Handeln an den Evangelium des Herrn ausreichten.
Die Psalmen, Kapitel 2
1 Warum toben die Völker, / warum machen die Nationen vergebliche Pläne?
2 Die Könige der Erde stehen auf, / die Großen haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten.
3 «Lasst uns ihre Fesseln zerreißen / und von uns werfen ihre Stricke!»
4 Doch er, der im Himmel thront, lacht, / der Herr verspottet sie.
5 Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, / in seinem Grimm wird er sie erschrecken:
6 «Ich selber habe meinen König eingesetzt / auf Zion, meinem heiligen Berg.»
7 Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. / Er sprach zu mir: «Mein Sohn bist du. / Heute habe ich dich gezeugt.
8 Fordre von mir und ich gebe dir die Völker zum Erbe, / die Enden der Erde zum Eigentum.
9 Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, / wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.»
10 Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, / lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde!
11 Dient dem Herrn in Furcht / und küsst ihm mit Beben die Füße,
12 damit er nicht zürnt / und euer Weg nicht in den Abgrund führt. Denn wenig nur und sein Zorn ist entbrannt. / Wohl allen, die ihm vertrauen!
Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 6
Die Feldrede: 6,20-49
Seligpreisungen und Weherufe
20 Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.
21 Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. / Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.
23 Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
24 Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.
25 Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.
26 Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.
Nicht zuletzt möchte ich nach 5 Jahren der Opfer des Tsunami von 2004 gedenken.
Besonders für über 1 Mrd. Menschen die weltweit nicht genug zu essen haben für Millionen Menschen die in den USA und für 9 Millionen Menschen in D und vielen anderen in West und Ost Europa die von der staatlichen Grundsicherung existieren müssen.
Es war der Heilige Abend 2003 (Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 24.12.2003 (BGBl. S. 2979) an dem eine weit reichende und verhängnisvolle Entwicklung begonnen wurde mit der viele Menschen in Deutschland in den letzten 5 Jahren in Armut gestürzt wurden und somit von der sozialen und kulturellen Teilhabe weitestgehend ausgeschlossen und abgehängt wurden.
3.215.393 Personen werden als arbeitslos erfasst und 1.656.432 Personen werden in arbeitsmarktpolitischen Instrumenten versteckt.
Es gibt rund 9 Millionen Menschen die im Sinne des SGB II und SGB XII Leistungsberechtigt sind.
Leistungsempfänger - Arbeitslosengeld 1.100.412
- erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II) 4.891.872
- nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.824.812)
Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 488 vom 15.12.2009 Sozialhilfe 2008: 1,2 Millionen Menschen erhielten besondere Leistungen
Im November 2009 gibt es laut BA Bericht 7.817.096 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld BA Bericht November 2009 Seite 54. Darunter 5.992.284 Leistungsempfänger im Bereich des ALGI und ALG II. Zudem erhalten rund 1.200.000 Personen (Sozialhilfe SGB XII – Altersgrundsicherung)
Ein besonders großes Ärgernis sind die so genannten „Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandentschädigung“ Zwangsarbeit in Ein – Euro – Jobs die und das sehe ich mit brennender Sorge und wachsenden Befremden auch von den Kirchen im Schulterschluss mit den säkularen Obrigkeitsstaat entgegen des Zwangsarbeitsverbot angeboten werden . Art. 12.2 GG besagt, dass Zwangsarbeit nur zulässig im Rahmen einer herkömmlichen, allgemeinen, für alle gleichen und öffentlichen Dienstpflicht ist. Hierzu zählen die Wehrpflicht und der Zivildienst. Nach Art. 12.3 GG ist Zwangsarbeit auch bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsstrafe möglich. Ein-Euro-Jobs fallen aber unter keine dieser Kategorien. Das Übereinkommen über Zwangs- und Pflichtarbeit (C029) der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 1930 verbietet Zwangsarbeit. Es wurde am 19/06/1956 von der Bundesrepublik ratifiziert. Ein-Euro-Jobs verstoßen gegen Art. 2 Abs. 1.
Artikel 2 Abs. 1
Als „Zwangs- oder Pflichtarbeit" im Sinne dieses Übereinkommens gilt jede Art von Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person unter Androhung irgendeiner Strafe verlangt wird und für die sie sich nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat. Bei der Androhung einer Sanktion, bei der Verweigerung der Aufnahme eines Euro-Euro-Jobs, kann man nicht von Freiwilligkeit sprechen. Eine freie Wahl sieht anders aus. Hier handelt es sich um eine Strafe i.S. des ILO-Übereinkommens die bei Ungehorsam vollstreckt wird. Der Arbeitslose soll sich fügen und gehorsam zeigen, ansonsten wird seine minimale Grundsicherung für die Dauer von 3 Monaten um 30 % gekürzt. Dies bedeutet eine unmittelbare Bedrohung seiner Existenz.
Kirchen und „kirchliche Gemeinschaften“ sollten/müssen ihr Handeln an den Evangelium des Herrn ausreichten.
Die Psalmen, Kapitel 2
1 Warum toben die Völker, / warum machen die Nationen vergebliche Pläne?
2 Die Könige der Erde stehen auf, / die Großen haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten.
3 «Lasst uns ihre Fesseln zerreißen / und von uns werfen ihre Stricke!»
4 Doch er, der im Himmel thront, lacht, / der Herr verspottet sie.
5 Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, / in seinem Grimm wird er sie erschrecken:
6 «Ich selber habe meinen König eingesetzt / auf Zion, meinem heiligen Berg.»
7 Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. / Er sprach zu mir: «Mein Sohn bist du. / Heute habe ich dich gezeugt.
8 Fordre von mir und ich gebe dir die Völker zum Erbe, / die Enden der Erde zum Eigentum.
9 Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, / wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.»
10 Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, / lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde!
11 Dient dem Herrn in Furcht / und küsst ihm mit Beben die Füße,
12 damit er nicht zürnt / und euer Weg nicht in den Abgrund führt. Denn wenig nur und sein Zorn ist entbrannt. / Wohl allen, die ihm vertrauen!
Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 6
Die Feldrede: 6,20-49
Seligpreisungen und Weherufe
20 Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.
21 Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. / Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.
23 Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
24 Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.
25 Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.
26 Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.
Nicht zuletzt möchte ich nach 5 Jahren der Opfer des Tsunami von 2004 gedenken.
Komm bald Herr Jesu
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach,
der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden."
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach,
der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden."