Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

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Christ86
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Christ86 »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:
Christ86 hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:M.W. hat das kirchliche Lehramt nicht entschieden, daß einem Bischof, der auch Frauen weiht, bei jeder Weihehandlung die rechte Intention fehlt.
Das würde mich interessieren. Gibt es da Belege?
Ja, Roberts Aussage...
Das Offensichtliche könnt ihr sowieso nicht leugnen. :kugel: :freude: :kugel: :freude: :kugel:
:hae?:

Ich frage nicht nach einem Beleg um etwas zu leugnen, sondern um die dahingehenden Argumente zu lesen. Für mich stellt sich die Frage nach der Intention nämlich auch. Daher hätten mich etwaige lehramtliche Aussagen von römischer Seite her interessiert.
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Florianklaus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Florianklaus »

Christ86 hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:M.W. hat das kirchliche Lehramt nicht entschieden, daß einem Bischof, der auch Frauen weiht, bei jeder Weihehandlung die rechte Intention fehlt.
Das würde mich interessieren. Gibt es da Belege?

Ein Beleg für eine Nicht-Entscheidung dürfte kaum zu beschaffen sein.
Zuletzt geändert von Florianklaus am Montag 7. Dezember 2009, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.

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cantus planus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von cantus planus »

Papst Johannes Paul II. hat abschließend erklärt, dass die Kirche nicht die Vollmacht dazu hat. Was soll man da noch über Intentionen nachdenken? Das ist genauso absurd, wie die Diskussion über gültige oder ungültige Sukzessionslinien, wenn ansonsten schon die ganze Ekklesiologie danebenhängt. Der Baum ist dann an der Wurzel faul.
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Petur
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Petur »

cantus planus hat geschrieben:Papst Johannes Paul II. hat abschließend erklärt, dass die Kirche nicht die Vollmacht dazu hat. Was soll man da noch über Intentionen nachdenken?
Dann denk darüber nicht nach! Und beschäftige Dich nicht mit der Intention anderer Kirchen!

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Bernado
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Bernado »

Die Frauenordination (von Bischöfinnen ganz zu schweigen) berührt Grundfragen der Christologie, der Ecclesiologie und der Sakramentenlehre. There is no wiggle room.
Die Entscheidung, Frauen zu weihen ist m. E. nicht nur kirchentrennend - sie spricht auch gegen die Eigenschaft der jeweiligen Gemeinschaft, Kirche im eigentlichen Sinn zu sein.
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Robert Ketelhohn
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Robert Ketelhohn »

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Petur
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Petur »

Bernado hat geschrieben:Die Frauenordination (von Bischöfinnen ganz zu schweigen) berührt Grundfragen der Christologie, der Ecclesiologie und der Sakramentenlehre. There is no wiggle room.
Die Entscheidung, Frauen zu weihen ist m. E. nicht nur kirchentrennend - sie spricht auch gegen die Eigenschaft der jeweiligen Gemeinschaft, Kirche im eigentlichen Sinn zu sein.
Du bist aber nicht folgerichtig. Du solltest die Entscheidung Roms über diese Frage erwarten, pflegst Dich ja normalerweise auf die Entscheidungen des Papstes zu berufen. Vorsicht, das selbständige Denken kann gefährlich sein!

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Petur
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Petur »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Bild
Du meinst also, dass die übertrittswilligen Anglikaner keine erwachsenen Christen wären?

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Florianklaus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Florianklaus »

Bernado hat geschrieben:Die Frauenordination (von Bischöfinnen ganz zu schweigen) berührt Grundfragen der Christologie, der Ecclesiologie und der Sakramentenlehre. There is no wiggle room.
Die Entscheidung, Frauen zu weihen ist m. E. nicht nur kirchentrennend - sie spricht auch gegen die Eigenschaft der jeweiligen Gemeinschaft, Kirche im eigentlichen Sinn zu sein.

Kirche im eigentlichen Sinn ist nur die in Gemeinschaft mit dem Papst stehende katholische Kirche. Die Weitergabe der apostolischen Sukzession kann aber auch durch Häretiker und Schismatiker wie Orthodoxe und Altkatholiken erfolgen. Das dürfte unbestritten sein. Die Anglikaner sind wegen "Apostolicae Curae" ohnehin außen vor. Die Frage der Gültigkeit von Weihen stellt sich momentan daher nur bei den Alt-Katholiken. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein konvertierender alt-katholischer Geistlicher noch einmal geweiht würde, bloß weil sein ursprünglicher Konsekrator auch Frauen geweiht hat. Kennt vielleicht jemand einen solchen Fall?

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Petur
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Petur »

Nein, es gibt keinen solchen Fall.

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Robert Ketelhohn
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Petur hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Bild
Du meinst also, dass die übertrittswilligen Anglikaner keine erwachsenen Christen wären?
Nein, ich wollte Bernado den Weg zum Wiggelraum weisen.
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Robert Ketelhohn
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Petur hat geschrieben:Nein, es gibt keinen solchen Fall.
Auch den gegenteiligen nicht seit Einführung der Frauenweihen.
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Christ86
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Christ86 »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Nein, es gibt keinen solchen Fall.
Auch den gegenteiligen nicht seit Einführung der Frauenweihen.
Das ist wahr. Diejenigen Priester, welche das nicht hinnehmen konnten, sind nämlich bereits damals gegangen.
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Petur
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Petur »

Christ86 hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Nein, es gibt keinen solchen Fall.
Auch den gegenteiligen nicht seit Einführung der Frauenweihen.
Das ist wahr. Diejenigen Priester, welche das nicht hinnehmen konnten, sind nämlich bereits damals gegangen.
Nicht jeder.

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Pelikan
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Pelikan »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wer Frauen zu Priestern „weiht“, der hat nicht mehr die Intention zu tun, was
die Kirche tut, wenn sie das Sakrament der Weihe spendet, auch dann nicht,
wenn er Männer als Kandidaten vor sich hat. Es sei denn, er wäre schizophren.
Dann kann er aber schon gar nicht weihen und ist aus dem Verkehr zu ziehen.
Sed contra: Ein Mann, der mehrfach versucht hat, eine Ehe mit einem an der Eheschließung gehinderten Partner einzugehen, ist nicht allein durch diesen Umstand unfähig, die zur Eheschließung von der Kirche geforderte Intention zu formen -- selbst im Extremfall nicht, wenn er noch zum Zeitpunkt seiner gültigen Eheschließung subjektiv an der Möglichkeit der homosexuellen Ehe festhält.

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Robert Ketelhohn
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Man wird da aber einer echten Eheschließung eine ausführliche Ehekatechese
vorschalten. Wo nicht, sind einer späteren Annullierung bereits alle Wege geeb-
net. Das heißt: Generell ist die Gültigkeit nicht auszuschließen, die Ungültigkeit
aber auch nicht. Daraus folgt für die Weihe: In der Schwebe zwischen deinem
und meinem Argument wird man sub condicione¹ weihen. – Das ist, was ich Ste-
phen und Petur hier seit langem fruchtlos zu erklären versucht habe.



¹ Auf Altkatholiken bezogen. Bei Anglikanern wird die Weihe katholischerseits ohnehin als ungültig betrach-
   tet, so daß die Frauenfrage hier keine Rolle mehr spielt.
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Clemens
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Clemens »

Robert Ketelhohn hat geschrieben: Bei Anglikanern wird die Weihe katholischerseits ohnehin als ungültig betrach-
   tet, so daß die Frauenfrage hier keine Rolle mehr spielt.
Warum genau eigentlich?
M.W. beteiligt sich an neueren anglikanischen Bischofsweihen regelmäßig ein altkatholischer Bischof.
Reicht dessen Beteiligung nicht aus, den Defekt aus früheren liturgischen Unsauberkeiten zu heilen?

Was genau ist an einer seither erfolgenden anglikanischen Bischofsweihe so ungenügend?
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.

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ad-fontes
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von ad-fontes »

cantus planus hat geschrieben:Das Herumgeeiere in Weihefragen in den letzten Jahrzehnten ist vom Teufel und dient der Verunklarung der kirchlichen Lehre. Die Orthodoxie ist in dieser Frage nicht nur konsequenter, sondern auch logischer.
Der Teufel hat zuerst die Liturgie durcheinandergeworfen. Alles andere (Verirrungen im Sakraments- und Kirchenverständnis, Ämterfrage etc.) ist eine Folge dessen.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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ad-fontes
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von ad-fontes »

Clemens hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben: Bei Anglikanern wird die Weihe katholischerseits ohnehin als ungültig betrach-
   tet, so daß die Frauenfrage hier keine Rolle mehr spielt.
Warum genau eigentlich?
M.W. beteiligt sich an neueren anglikanischen Bischofsweihen regelmäßig ein altkatholischer Bischof.
Reicht dessen Beteiligung nicht aus, den Defekt aus früheren liturgischen Unsauberkeiten zu heilen?

Was genau ist an einer seither erfolgenden anglikanischen Bischofsweihe so ungenügend?
Dazu müßte man die anglikanische Intention kennen und die ergibt sich aus dem Weiheformular.

Deshalb plädiere ich auch dafür statt abstrakt zu diskutieren, die entsprechenden Texte genauer unter die Lupe zu nehmen. Norma normans sind m. E. die ältesten römischen Textzeugen (ergänzend heranzuziehen sind für den Bereich der Westkirche auch die gallisch-fränkischen, nicht zuletzt auf grund ihrer partiellen stadtrömischen Rezeption), an denen sich die altkatholischen, anglikanischen und neurömischen messen lassen müssen.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

Stephen Dedalus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Stephen Dedalus »

ad-fontes hat geschrieben:
Dazu müßte man die anglikanische Intention kennen und die ergibt sich aus dem Weiheformular.

Deshalb plädiere ich auch dafür statt abstrakt zu diskutieren, die entsprechenden Texte genauer unter die Lupe zu nehmen. Norma normans sind m. E. die ältesten römischen Textzeugen (ergänzend heranzuziehen sind für den Bereich der Westkirche auch die gallisch-fränkischen, nicht zuletzt auf grund ihrer partiellen stadtrömischen Rezeption), an denen sich die altkatholischen, anglikanischen und neurömischen messen lassen müssen.
Guter Vorschlag.

Hier die C of E-Liturgie der Bischofsweihe:
http://www.cofe.anglican.org/worship/li ... shops.html
If only closed minds came with closed mouths.

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ad-fontes
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von ad-fontes »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:
Dazu müßte man die anglikanische Intention kennen und die ergibt sich aus dem Weiheformular.

Deshalb plädiere ich auch dafür statt abstrakt zu diskutieren, die entsprechenden Texte genauer unter die Lupe zu nehmen. Norma normans sind m. E. die ältesten römischen Textzeugen (ergänzend heranzuziehen sind für den Bereich der Westkirche auch die gallisch-fränkischen, nicht zuletzt auf grund ihrer partiellen stadtrömischen Rezeption), an denen sich die altkatholischen, anglikanischen und neurömischen messen lassen müssen.
Guter Vorschlag.

Hier die C of E-Liturgie der Bischofsweihe:
http://www.cofe.anglican.org/worship/li ... shops.html
Auffällig ist das Fehlen der alttestamtentlichen Vorbilder (Mose und Aaron), auch im Vergleich zum Weihegebet "Hippolyts".

Im Hohenpriester Israels ein Vorausbild des Bischofs zu sehen, scheint derzeit sehr unpopulär und das quer durch die westlich Kirchenhemisphäre.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Petur
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Petur »

Robert Ketelhohn hat geschrieben: In der Schwebe zwischen deinem
und meinem Argument wird man sub condicione¹ weihen. – Das ist, was ich Ste-
phen und Petur hier seit langem fruchtlos zu erklären versucht habe.



¹ Auf Altkatholiken bezogen. Bei Anglikanern wird die Weihe katholischerseits ohnehin als ungültig betrach-
   tet, so daß die Frauenfrage hier keine Rolle mehr spielt.
Auch dann, wenn Deine These richtig wäre, müssten nur jene Geistlichen "sub conditione" geweiht werden, die dort erst nach der Einführung der FO geweiht worden sind.

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Bernado
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Bernado »

Die Bischöpfe von England und Wales haben sich von ihrem Schock über AC erholt und beginnen jetzt routiniert, Sand ins Getriebe zu werfen. Monsignor Andrew Faley, Generalsekretär der Bischofskonferenz und Beauftragter für die Kommission zur Erwägung der nächsten Schritte im Zusammenhang mit AC hat in einem Gespräch mit der BBC-Website betont, die neuen Ordinariate müßten in enger Beziehung zu den vorhandenen Gemeinden und Bischöfen arbeiten, um nicht zur Sekte zu werden. Er wies daraufhin, daß "nach der bestehenden Kultur der Bischofskonferenz" davon auszugehen sei, daß keine ehemaligen Anglikaner, sondern zölibatäre katholische Bischöfe die Position des Ordinarius einnehmen sollten. Für die Anglikaner, die den Novus Ordo feierten, sei es wohl ohnehin besser, entweder direkt und unmittelbar katholisch zu werden, oder aber anglikanisch zu bleiben.

Im Übrigen kündigte der Sekretär an, daß nun zu den verschiedensten durch AC aufgeworfenen Fragen eingehende Prüfungen vorgenommen werden müßten. (Wieviele Jahrhunderte die dauern sollen, sagte er nicht) Eine wichtige Aufgabe seiner Kommission , sagte er sei sicherzustellen, daß die guten Arbeitsbeziehungen mit der CoE gepflegt würden, "denn die Suche nach der vollen Einheit der Kirche geht weiter, das ist wirklich höchst wichtig". Quelle: BBC-Web

Wenn das so weiter geht, haben wir bald zwei vom Papst abgefallene Vereine in England und Wales - was für ein Glück, daß die Zukunft von AC von den britischen Entwicklungen am wenigsten abhängt.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Christiane »

:vogel: :vogel: :vogel:
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"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

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cantus planus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von cantus planus »

Ich finde das weder erstaunlich noch ungewöhnlich. Was sollte der gute Mann denn Anderes sagen? Er ist ja nicht Bischof von Mainz.
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Bernado
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Bernado »

cantus planus hat geschrieben:Ich finde das weder erstaunlich noch ungewöhnlich. Was sollte der gute Mann denn Anderes sagen? Er ist ja nicht Bischof von Mainz.
Einerseits gebe ich Dir recht - wirklich überraschen kann das keinen Kenner der Verhältnisse.

Andererseits: Wenn AC sich die allergrößte Mühe gibt, eine Konstruktion von Ordinariaten und Ordinarien zu finden, in der auch verheiratete Ex-Anglikaner einen Platz haben - dann sich hinzustellen und zu sagen, wir können uns nur vorstellen, daß unsere erprobten und bewährten Bischöfe den Job nebenher mit erledigen - dazu braucht es schon mehr Kreativität, als ich der Bande zugetraut hätte.
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Robert Ketelhohn
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Robert Ketelhohn »

„Die Bande“ hat doch erst einmal in der Sache überhaupt nichts zu melden.
Was immer jetzt geschieht, wird zwischen den Gruppen heimkehrender
Anglikaner und den zuständigen römischen Stellen unter Federführung der
Glaubenskongregation entschieden und geregelt.

Also nichts als heiße Luft (und der Versuch der Stimmungsmache).
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Stephen Dedalus »

Bernado hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Ich finde das weder erstaunlich noch ungewöhnlich. Was sollte der gute Mann denn Anderes sagen? Er ist ja nicht Bischof von Mainz.
Einerseits gebe ich Dir recht - wirklich überraschen kann das keinen Kenner der Verhältnisse.

Andererseits: Wenn AC sich die allergrößte Mühe gibt, eine Konstruktion von Ordinariaten und Ordinarien zu finden, in der auch verheiratete Ex-Anglikaner einen Platz haben - dann sich hinzustellen und zu sagen, wir können uns nur vorstellen, daß unsere erprobten und bewährten Bischöfe den Job nebenher mit erledigen - dazu braucht es schon mehr Kreativität, als ich der Bande zugetraut hätte.
Nun, da es dem Papst gefallen hat, diese Sache ohne direkte Konsultation der britischen Bischöfe zu planen und zu verkünden, darf er sich jetzt nicht wundern, wenn ihm da ein bißchen Gegenwind ins Gesicht bläst.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Dottore Cusamano »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:„Die Bande“ hat doch erst einmal in der Sache überhaupt nichts zu melden.
Was immer jetzt geschieht, wird zwischen den Gruppen heimkehrender
Anglikaner und den zuständigen römischen Stellen unter Federführung der
Glaubenskongregation entschieden und geregelt.

Also nichts als heiße Luft (und der Versuch der Stimmungsmache).
Vollkommen richtig!

Für jeden Heinkehrer aus den anglikanischen und episkopalen Gemeinschaften sei unserem Heiligen Vater ein von Herzen kommendes "Vergelt's Gott" zugerufen, wenn man demnächst einmal wieder mittwochs in Rom weilt! Möge der Allmächtige es fügen, dass unser Heiliger Vater noch lange die Geschicke der Kirche bestimmt und dass er bis ins hohe Alter Schaffenskraft behält!
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Clemens »

ad-fontes hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:
Dazu müßte man die anglikanische Intention kennen und die ergibt sich aus dem Weiheformular.

Deshalb plädiere ich auch dafür statt abstrakt zu diskutieren, die entsprechenden Texte genauer unter die Lupe zu nehmen. Norma normans sind m. E. die ältesten römischen Textzeugen (ergänzend heranzuziehen sind für den Bereich der Westkirche auch die gallisch-fränkischen, nicht zuletzt auf grund ihrer partiellen stadtrömischen Rezeption), an denen sich die altkatholischen, anglikanischen und neurömischen messen lassen müssen.
Guter Vorschlag.

Hier die C of E-Liturgie der Bischofsweihe:
http://www.cofe.anglican.org/worship/li ... shops.html
Auffällig ist das Fehlen der alttestamtentlichen Vorbilder (Mose und Aaron), auch im Vergleich zum Weihegebet "Hippolyts".

Im Hohenpriester Israels ein Vorausbild des Bischofs zu sehen, scheint derzeit sehr unpopulär und das quer durch die westlich Kirchenhemisphäre.
Schön, aber dieser Link beantwortet mir nicht meine Frage:
was daran gefällt aus römischer Sicht nicht und macht es notwendig, jemand anglikanisch Geweihtes (s.c.) erneut zu weihen?
Das würde mich wirklich sehr interessieren!
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von ad-fontes »

von s.c. Weihen ist bei den Anglikanern römischerseits gar keine Rede.
Also keine "Neuweihen", sondern "nur" Weihen.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner

Beitrag von Bernado »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Nun, da es dem Papst gefallen hat, diese Sache ohne direkte Konsultation der britischen Bischöfe zu planen und zu verkünden, darf er sich jetzt nicht wundern, wenn ihm da ein bißchen Gegenwind ins Gesicht bläst.
Das mag ein Anglikaner so sehen - katholisch ist das nicht.

Der Papst hatte keinen Grund, die Angelegenheit erneut mit den Bischöfen formell abzustimmen - als Ende der 80er Jahre schon einmal eine entsprechende Situation entstanden war, haben die britischen Bischöfe bei den Konsultationen klar gemacht, daß sie keine Gruppenkonversionen wollen. Übrigens mit der gleichen Begründung, die sie auch heute anführen: Sie wollen das gute Verhältnis zur CoE nicht stören. So kam es, daß die Episkopalen Nordamerikas damals die (nicht so weitgehende) Pastoral Provision bekamen - und in England blieb es bei Einzelkonversionen, die vom "katholischen" Klerus freilich oft genug abgewiesen wurden, man bleibe besser, wo man ist. So wie es der Sekretär auch jetzt wieder ins Gespräch gebracht hat.

Wenn katholische Bischöfe feststellen, daß sie in einer bedeutenden Frage anderer Meinung sind als "Rom", und das über Jahrzehnte, und daß sie sich außer Stande sehen, die in Rom getroffenen Entscheidungen mitzutragen, dann müssen sie sich früher oder später fragen, ob sie noch im richtigen Verein sind - mehr als ein Verein scheint ihre Kirchenzugehörigkeit ja nicht darzustellen.

Daß Ordinarien, die sich durch römische Entscheidungen in ihrem Stolz oder in ihrer Hinterzimmerpolitik beeinträchtigt sehen, zu Verzögerungspolitik Zuflucht nehmen, um die Dinge abzuschwächen, ist zwar nicht schön, gehört aber gerade noch zu den akzeptierten Spielregeln. Und so dauert heute eine Revision der Übersetzung des Missale länger als in den wilden Reformjahren der Erlass und die weitgehende oder sogar übertreibende Durchsetzung von drei sehr unterschiedlichen Missalen. Was solls, mit Zeit war die Kirche immer großzügig.

Aber wenn der Papst große Anstrengungen unternimmt, um Anglikanern die Rückkehr zu erleichtern, und die Bischöfe erklären lassen: Ach vielleicht bleibt ihr doch besser, wo ihr seid; und wenn der Papst eine Struktur von Nicht-episkopalen-Ordinarien vorgibt, um ehemaligen Anglikanern die Übernahme von Leitungsämtern zu erleichtern - die Bischöfe sich dann hinstellen und sagen, das kommt nicht in die Tüte, die Ämter übernehmen wir selbst - das geht einfach nicht. Das ist auf schlechtestem Wege zu einer Nationalkirche, und die brauchen die Engländer nun wirklich nicht, die haben sie schon. Dummerweise braucht die aber wahrscheinlich keine weiteren antipapistischen Bischöfe.

Ich bin übrigens nicht so sicher, daß man die angekündigte Obstruktion des englischen Episkopats auf die leichte Schulter nehmen kann, weil die Federführung ja in Rom liegt. Wenn die Bischöfe in ihrer Abwehr verharren, können sie sehr wohl bewirken, daß die ohnehin für den Anfang wenig zahlreichen Rückwanderer in eine sektenähnliche Randlage geraten - quod erat demonstrandum.
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