Dottore Cusamano hat geschrieben:lutherbeck hat geschrieben:holzi hat geschrieben:Zollitsch? Hier muß ich wieder den alten Goethe bemühen: "Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."
Äh, wie soll ich das verstehen - Robert Zollitsch und das Bischofskollegium sind doch ernstzunehmende Hirten der Kirche?!?
Lutherbeck
Bevor Katholiken "in die Gesellschaft hineinwirken" können oder sollen, müssen sie sich über ihren katholischen Glauben und die Lehre der Kirche im Klaren sein und dürfen keinen Irrlehren anhängen. Daran hapert es aber bei den meisten Katholiken in Deutschland. Die Mehrzahl ist nämlich bspw. nicht in der Lage korrekt zu erläutern, worin der Unterschied zwischen dem kath. Glauben und z.B. einer lutherischen Überzeugung besteht. Diese Leute "in die Gesellschaft hineinwirken" zu lassen, würde bedeuten, sie der Lächerlichkeit auszuliefern und sie den Feinden der Kirche wie Wölfen zum Fraß hinzuwerfen.
Der von Dir genannte deutsche Bischof ist m. E. nicht geeignet, seinen Schafen den wahren hl. kath. Glauben zu vemitteln bzw. diesen zu bewahren.
Vielfach wird katholisch heute immer noch reformatorisch verstanden als theologische und ethische Sonderform. Dem gegenüber ist damit der allgemeine Glaube vor der Reformation gemeint, der den unterschiedlichen Glauben unterschiedlicher Menschen integriert und Frieden stiftet. Zur Kirche gehören daher Menschen mit kindlichem Glauben und mit erwachsenem Glauben, Menschen mit einfacher Denkart und Menschen mit höherer Bildung, leibliche Menschen und geistliche.
Für leibliche Menschen ist alles wichtig, was mit dem Leib zu tun hat. Für diese Menschen ist der eigene Leib besonders wichtig: Schönheit, Fruchtbarkeit, Gesundheit. Aber sie interessieren sich auch für die Botschaft vom Leib Christi, für virtus als Wunderkraft, fetischistisch für heilige Gegenstände, für Geister als Gespenster.
Für geistliche Menschen ist besonders der Geist in der Bedeutung von Weisheit wichtig. Sie interessieren sich nicht so sehr für die äußere Form einer Geschichte, sondern für die darin enthaltene Botschaft und Wahrheit. Sie interessieren sich für Ideen und deren Ordnung, deren Prinzip und deren Zweck. Für geistliche Menschen ist nicht so wichtig, ob Gott wirklich Mund, Augen, Ohren und Finger hat. Geistliche verstehen Gott als den Anfang, das Prinzip und den Urgrund von allem, als Liebe und Nächstenliebe. Wirklich geistliche Menschen verachten die konkreten Geschichten und Bilder von Gott nicht, soweit die Geschichten die Menschen erfreuen, ihnen Hoffnung schenken und in der Nächstenliebe stärken. Statt dessen erzählen sie wie Jesus Parabeln und deuten sie ihren Schülern im Klartext. Auch der hl. Hieronymus war ein Geistlicher, der die Weisheit des Buches Jesus Sirach so schätzte, dass er ihn Ecclesiasticus nannte und ihn damit zum Prototypen des Klerikers erklärte. Im Spiegel seiner Betrachtung haben die Bibel, die Evangelien und das Lob der versammelten Gemeinde (ecclesia) ihre geistliche Bedeutung:
Die ehrwürdigen Männer will ich preisen, unsere Väter, wie sie aufeinander folgten.
Viel Ehre hat der Höchste ausgeteilt, viel von seiner Größe, seit den Tagen der Vorzeit,
Männer, die über die Erde als Könige herrschten und die berühmt waren durch ihre Macht; die Rat erteilten durch ihre Einsicht, die prophetisch alle Dinge erschauten;
Fürsten des Volkes wegen ihrer Klugheit, angesehen wegen ihres Scharfsinns; redekundig durch ihre Kenntnis der Schriften, Lehrer von Sinnsprüchen durch ihre Lebenserfahrung;
Dichter von Liedern in Versmaß, Verfasser von geschriebenen Sinnsprüchen;
tüchtige Männer, auf Macht gestützt, unbehelligt in ihrem Wohnsitz,
Sie alle waren geehrt zu ihrer Zeit, und ihr Ruhm blühte in ihren Tagen.
Manche hinterließen einen Namen, so daß man ihr Lob weitererzählte.
Andere blieben ohne Nachruhm; sie sind erloschen, sobald sie starben. Sie sind, als wären sie nie gewesen, und ebenso auch ihre Kinder.
Jene aber sind die ehrwürdigen Männer, deren Hoffnung nicht vergeht.
Bei ihren Nachkommen bleibt ihr Gut, ihr Erbe bei ihren Enkeln.
Ihre Nachkommen halten fest an ihrem Bund, und ebenso ihre Kinder, um der Väter willen.
Ihre Nachkommen haben für immer Bestand, ihr Ruhm wird niemals ausgelöscht.
Ihr Leib ist in Frieden bestattet, ihr Name lebt fort von Geschlecht zu Geschlecht.
Von ihrer Weisheit erzählt die Gemeinde, ihr Lob verkündet das versammelte Volk.
Sir 44,1-15
44:1
laus patrum laudemus viros gloriosos et parentes nostros in generatione sua
44:2
multam gloriam fecit Dominus magnificentia sua a saeculo
44:3
dominantes in potestatibus suis homines magni virtute et prudentia sua praediti nuntiantes in dignitate prophetarum
44:4
et imperantes in praesenti populo et virtute prudentiae populi sanctissima verba
44:5
in pueritia sua requirentes modos musicos et narrantes carmina in scriptura
44:6
homines divites in virtute pulchritudinis studium habentes pacificantes in domibus suis
44:7
omnes isti in generationibus gentis suae gloriam adepti sunt et in diebus suis habentur in laudibus
44:8
qui de illis nati sunt reliquerunt nomen narrandi laudes eorum
44:9
et sunt quorum non est memoria perierunt quasi non fuerint et nati sunt quasi non nati et filii ipsorum cum illis
44:10
sed illi viri misericordiae sunt quorum pietates non defuerunt
44:11
et cum semine ipsorum perseverat bona
44:12
hereditas nepotum illorum et in testamentis stetit semen eorum
44:13
et filii ipsorum propter illos usque in aeternum manet semen eorum et gloria eorum non derelinquetur
44:14
corpora ipsorum in pace sepulta sunt et nomen eorum vivet in generationes et generationes
44:15
sapientiam ipsorum narrent populi laudem eorum nuntiet ecclesia
Von deren Weisheit erzählen die Völker, ihr Lob verkündet die versammelte Gemeinde.
Am letzten Satz sehen wir wieder einmal, wie die Einheitsübersetzung die Vulgata verdreht hat.
Hier besteht das ewige Leben im Nachruhm des Namens des Vaters, in der Verehrung und Heiligung seines Namens. Jesus knüpft im Vaterunser daran an.