Verstehensfragen

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asderrix
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Verstehensfragen

Beitrag von asderrix »

Nach dem ich nun am Samstag an der Messe in Bamberg teil nehmen durfte, hier meine erste Frage.
Warum diese Zeremonie mit dem Weihrauch?
Worauf gründet sich diese Tradition?
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

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Debora
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Debora »

Der Weihrauch in der katholischen Liturgie
Der Weihrauch wurde erst um das 4. Jahrhundert in die christliche Liturgie eingeführt. Davor
mussten die Christen noch in den Märtyrertod gehen, wenn sie sich weigerten, römischen Kaisern
Weihrauch als Zeichen ihrer Verehrung zu opfern.

Was ist Weihrauch?
Weihrauch (Olibanum) ist das gelblich-weiße oder rötliche Harz (Räucherharz) aus der
Rinde des strauchartigen Weihrauchbaumes – in Arabien, Somalia, Indien. Der milchige
Baumsaft erhärtet zu Harz („Tränen der Götter“) und enthält Arabin, Boswellinsäure,
ätherisches Öl.
Je nach Herkunft unterscheidet man verschiedene Qualitäten und Aromen. Das aromatische
Harz des Boswellia-sacra-Baumes zählte zu den begehrtesten Handelsgütern der
antiken Welt („Weihrauchstraße“).

Weihrauch in der katholischen Liturgie
In der katholischen Liturgie wird der Weihrauch verwendet als Zeichen der Anbetung
und Verehrung. Altar und die eucharistischen Gaben Brot und Wein, das Allerheiligste im
Tabernakel und in der Monstranz, das Evangelienbuch (Evangeliar) werden beweihräuchert
(inzensiert); der Priester, die Gläubigen, die Osterkerze u. a. werden mit Weihrauch
verehrt; als Zeichen der Entsühnung am Grab, an der Tumba. Der Weihrauch ist
dabei das Zeichen der göttlichen Gegenwart, des Opfers und der aufsteigenden Gebete.
Die katholische Liturgie macht dabei deutlich, das der Mensch eine Einheit aus Leib-Geist-
Seele ist: alle Sinne werden angesprochen, auch der des Geruchssinnes.
Weihrauch kann bei allen Gottesdiensten verwendet werden. Insbesondere bei jeder Form
der Messfeier: zum Einzug – am Anfang der Messe zum Inzensieren des Altares – zur
Prozession und Verkündigung des Evangeliums – zur Gabenbereitung, um Gaben, Altar,
Priester und Gemeinde zu inzensieren – zur „Wandlung“ beim Zeigen von Hostie und
Kelch nach der Konsekration (Wandlung).
Der Priester legt Weihrauch in das Rauchfass und segnet ihn mit dem Kreuzzeichen,
jedoch ohne Begleitworte.
Kardinal Wetter, München: „Der Weihrauch hat eine doppelte Bedeutung: er ist einmal Sinnbild
des Gebetes. Schon im Alten Testament heißt es: »Mein Gebet steige auf wie Weihrauch vor Dein
Angesicht«. In der Johannes-Offenbarung ist die Rede von Engeln, die Schalen tragen mit
Weihrauch, und der aufsteigende Weihrauch ist ein Sinnbild des Gebetes der Heiligen, das zu Gott
emporsteigt. Der Weihrauch strömt Duft aus, das soll ein Hinweis sein auf den lebenspendenden
Duft des Evangeliums: den Weihrauch einatmen und damit auch die lebenspendenden Kräfte des
Evangeliums in sich aufnehmen – ein Zeichen dessen, was beim Gottesdienst geschieht.“
Die Eucharistie ist das tägliche Brot, das wir als Heilmittel gegen die tägliche Schwachheit brauchen. Hl. Augustinus

Petra
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Petra »

Debora hat geschrieben:Die katholische Liturgie macht dabei deutlich, das der Mensch eine Einheit aus Leib-Geist-
Seele ist: alle Sinne werden angesprochen, auch der des Geruchssinnes.
So hätte ich es ex bauchos erklärt. Man kann den Glauben an den Auferstandenen mit allen Sinnen erfassen im Gottesdienst.

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Edi
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Edi »

Weihrauch hat bereits schon bei den alttestamentlichen Speiseopfern eine Rolle gespielt und ist schon bei Mose erwähnt.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Sempre
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Sempre »

Petra hat geschrieben:Man kann den Glauben an den Auferstandenen mit allen Sinnen erfassen im Gottesdienst.
Jetzt weiß ich endlich, wie der Glaube an den Auferstandenen riecht. :kugel:
Multi venient in nomine meo, id est in nomine corporis mei. (Tichonius Africanus)
———
Quomodo facta est meretrix civitas fidelis (Is 1:21)

Petra
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Petra »

Sempre hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Man kann den Glauben an den Auferstandenen mit allen Sinnen erfassen im Gottesdienst.
Jetzt weiß ich endlich, wie der Glaube an den Auferstandenen riecht. :kugel:
Du weißt erst jetzt, wie Messen riechen?

obsculta
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von obsculta »

Konvertitentussi,die ich bin,
kam mir diese Frage nicht.
Ich liebe den Geruch!Aber es geht sicherlich noch
tiefer.
Aber nicht nach diesem Wochenende :neinfreu: .
Asderix,sag doch mal was,das. hätte ein
evt. spannendes Gespräch ergeben!

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asderrix
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von asderrix »

obsculta hat geschrieben:Asderix,sag doch mal was,das. hätte ein
evt. spannendes Gespräch ergeben!
Erstens bin ich schüchtern und zweitens waren die Eindrücke schon so gewaltig, dass ich erst mal bissel Abstand gebrauchte.

Die AT Herleitung kann ich nachvollziehen, überhaupt kam mir das ganze, der Ablauf dieser Messe, usw., sehr alttestamentlich vor.
Wo aber wurde im NT diese Praxis des alttestamentlichen Opfergedankens aufgegriffen/angewiesen, wenn ich im NT lese, wüsste ich jetzt eigentlich nur, dass von dem Opfer Christi als einem duftenden Wohlgeruch gesprochen wird und von dem Wandel/Leben der Gläubigen.
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Nassos
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Nassos »

Ich glaube, das Ansprehen aller Sinne ist das Wesentliche (und natürlich, dass die Christen nicht die ersten waren, die darauf gekommen sind).
Bei den ollen Griechen gab es ja das Tieropfer. Man verbrannte wohl die besten Stücke (oder briet sie zum Essen), wobei der aufsteigende Rauch der Götter Wohlgefallen erregen sollte. Es ist also wohl auch als Opfer zu verstehen.

Daher nicht nur in der Messe sondern auch in der Göttlichen Liturgie. In diesem Falle war es also schon eine schöne Fügung, die Hl. Messe mit orthodoxem Weihrauch "anzureichern".

Gegenfrage: gibt es den Weihrauch bei den Klausnern denn überhaupt nicht? Warum nicht?

Gruß,
Nassos
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asderrix
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von asderrix »

Nassos hat geschrieben:Gegenfrage: gibt es den Weihrauch bei den Klausnern denn überhaupt nicht? Warum nicht?
Ich kann nicht für "die" Klausner reden, nur für mich/uns als freikirchliche Christen.
Nein.
Warum, das hängt mit dem gesamten Abendmahlsverständnis zusammen.
Wir feiern das Gedächtnismahl, sprich wir entsprechen den Worten/Willen Christi, als er das Mahl einsetzte, dies tut zu meinem Gedächtnis, der Opfercharakter ist uns fremd, so dass dieses alttestamentliche Teil des Weihrauchs eigentlich nie Thema war/ist.
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Nassos
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Nassos »

Bitte noch eine Frage (ich hoffe, das geht in Ordnung, den Thread habe ich selber eigentlich als ""Asderrix' Verständnisfragen aufgefasst :breitgrins: ).
Warum wird der Weihrauch mit dem Abendmahl asoziiert? Ich hatte das nicht dahingehend gemeint, als ich das Opfer der Hellenen anführte....

Danke!
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Joseph
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Joseph »

Nassos hat geschrieben:Warum wird der Weihrauch mit dem Abendmahl asoziiert? Ich hatte das nicht dahingehend gemeint, als ich das Opfer der Hellenen anführte....
Danke!
Nassos, die Liturgie der OKirche ist eine Weiterentwicklung des Tempeldienstes (Jerusalem). Dort wurde schon immer Weihrauch verwendet und kam von dort mit, einigen anderen Dingen (Tempelvorhang, Holy Water, Allerheiligstes, im Grunde der gesamte Lay-out einer "ordentlich" gebauten OKirche) in den Gebrauch der Liturgie...

Siehe auch den Vesperal Hymn: Let my prayer arise in your eyes as incense. Let my lifting up of my hands be an evening sacrifice..... (Psalm 141) http://www.oremus.org/liturgy/ccp/13vigil.html

Gruß
Joseph
Zuletzt geändert von Joseph am Montag 12. April 2010, 00:10, insgesamt 1-mal geändert.
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lifestylekatholik
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von lifestylekatholik »

Joseph hat geschrieben:Nassos, die Liturgie der OKirche ist eine Weiterentwicklung des Tempeldienstes (Jerusalem).
Da ist ein »O« zu viel. :breitgrins:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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anneke6
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von anneke6 »

Ich wäre mit der Bezeichnung "Weiterentwicklung des Tempeldienstes" vorsichtig, auch wenn ich sie nicht als falsch bezeichnen möge. Der Gottesdienst im Jerusalemer Tempel ist ein für alle Mal zur Ende, der Vorhang vor dem Allerheiligsten ist zerrissen und der Tempel wurde zerstört. An seine Stelle trat die christliche Kirche, die mehr ist als der Tempel je war oder sein könnte; der Leib des Herrn.
Ich denke, der christliche Gottesdienst hat, inspiriert durch den Heiligen Geist, Elemente aus dem Alten Bund übernommen. Was nach Christi Erlösungswerk im alten Bund sinnlos ist, besitzt im neuen Bund Zeichencharakter.
annekesechsens Privatmeinung.
???

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Joseph
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Joseph »

anneke6 hat geschrieben:Ich wäre mit der Bezeichnung "Weiterentwicklung des Tempeldienstes" vorsichtig, auch wenn ich sie nicht als falsch bezeichnen möge. Der Gottesdienst im Jerusalemer Tempel ist ein für alle Mal zur Ende, der Vorhang vor dem Allerheiligsten ist zerrissen und der Tempel wurde zerstört. An seine Stelle trat die christliche Kirche, die mehr ist als der Tempel je war oder sein könnte; der Leib des Herrn.
Ich denke, der christliche Gottesdienst hat, inspiriert durch den Heiligen Geist, Elemente aus dem Alten Bund übernommen. Was nach Christi Erlösungswerk im alten Bund sinnlos ist, besitzt im neuen Bund Zeichencharakter.
annekesechsens Privatmeinung.
Yes, yes, yes, Anneke all das wissemer schon und ist schon korrekt. ABER die Liturgie entwickelte sich nunmal aus dem Tempeldienst, sie IST aber nicht der Templedienst.... capish. Christus hat beim letzten Abendmahl auch keine Brokatvestments mit Mitra angehabt.... und Petrus keine Klobuk und Johannes keine Kamilavka ufmkopp gehabt. Obwohl wie ich gehört habe soll Andreas eine wollene, blaue Skufia besessen haben.... ;D

Gruß
Joseph
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Bernado
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Bernado »

Debora hat geschrieben: Der Priester legt Weihrauch in das Rauchfass und segnet ihn mit dem Kreuzzeichen,
jedoch ohne Begleitworte.
In diesen wenigen Worten wird das ganze Elend der reformierten Liturgie erkennbar. Ich bringe hier deshalb diese "abgeschafften" Worte in der Form des Missales von 1962, in der sie selbstverständlich auch heute noch bei allen Ämtern in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gebraucht werden. Dazugestellt leicht gekürzt die jeweiligen Erklärungen aus dem Schott.

Zur Beräucherung des Altars zu Beginn der Messfeier:
Im feierlichen Hochamt wird nun der Altar beräuchert. Der in Wohlduft sich auflösende und nach oben steigende Weihrauchbildet eine Art Nebenopfer und ist Sinnbild der in Opferliebe sich verzehrenden Anbetung vor Gott. Wie das Weihwasser ist ist auch der Weihrauch ein Gnadenvermittelndes Sakramentale. Der Priester segnet den Weihrauch mit den Worten: Es segtne dich dr, zu dessen Ehre Du verbrennst.

Die gleichen Worte gebraucht der Priester auch zur Segnung des Weihrauchs vor der Beräucherung des Evangelienbuches. Zuvor hat er gebetet: Reinige mein Herz und meine Lippen, allmächtigr Gott. Wie Du einst die Lippen des Propheten Jesaias mit glühendem Steine gereinigt hast, reinige auch mich in Deinem gnädigen Erbarmen und laß mich so Dein Evangelium würdig verkünden.

Zum Ende der Gabenbereitung erfolgt eine weitere Beräucherung des Altars mit den Opfergaben. Zur Segnung des Weihrauchs betet der Priester: Auf die Fürsprache des hl. Erzengels Michael, der zur Rechten des Rauchopferaltares steht und all seiner Auserwählten möge der Herr diesen Weihrauch segnen und als lieblichen Wohlgeruch annehmen.

Zur Beräucherung der Gaben:Dieser Weihrauch, den Du gesegnet hast, steige Herr zu Dir empor; und laß Deine Barmherzigkeit auf uns herabkommen.

Und bei der des Altars: Herr, laß mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Antlitz dringen. Wie ein Abendopfer sei vor Dir das Erheben meiner Hände. Gib eine Wache, Herr, meinem Munde, eine schützende Tür meinen Lippen. So wird meinHerz sich nie zum Bösen neigen und niemals einen Vorwand suchen, sündigen zu können.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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songul
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von songul »

Joseph hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:Ich wäre mit der Bezeichnung "Weiterentwicklung des Tempeldienstes" vorsichtig, auch wenn ich sie nicht als falsch bezeichnen möge. Der Gottesdienst im Jerusalemer Tempel ist ein für alle Mal zur Ende, der Vorhang vor dem Allerheiligsten ist zerrissen und der Tempel wurde zerstört. An seine Stelle trat die christliche Kirche, die mehr ist als der Tempel je war oder sein könnte; der Leib des Herrn.
Ich denke, der christliche Gottesdienst hat, inspiriert durch den Heiligen Geist, Elemente aus dem Alten Bund übernommen. Was nach Christi Erlösungswerk im alten Bund sinnlos ist, besitzt im neuen Bund Zeichencharakter.
annekesechsens Privatmeinung.
Yes, yes, yes, Anneke all das wissemer schon und ist schon korrekt. ABER die Liturgie entwickelte sich nunmal aus dem Tempeldienst, sie IST aber nicht der Templedienst.... capish. .... ;D

Grußen
Joseph
Ganz recht; und die grösste Ähnlichkeit weisst immer noch die assyrische Kirche in ihren Liturgien und Stundengebeten auf: sowohl im Aramäischen als auch in den wechselnden Gesängen.
Aber ganz klar ist das Zentrum dieses sehr altertümlichen Gottesdienstes die Heilige Eucharistie und das ist es doch dann wohl, was den Synagogendienst aufhebt.

LG Songul

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Bernado
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Bernado »

Mehr als aus dem Tempeldienst entwickelte sich die Liturgie in ihren Formen aus dem Gottesdienst der Synagoge. Aber aus dem Tempeldienst übernahm sie als zentrales Element das Opfer in der durch Christus vollendeten Weise, und dabei legt der römische Kanon gerade hier großen Wert auf die Betonung der Kontinuität. Im "Supra quae" heißt es daher:
Schaue huldvoll (auf dieses Opfer) nieder mit gnädigem und mildem Angesichte, und nimm es wohlgefällig an, wie Du einst mit Wohlgefallen angenommen hast die Gaben Abels, Deines gerechten Dieners, das Opfer unseres Patriarchen Abraham, die makellose Gabe, die Dein Hoher Priester Melchisedech Dir dargebracht hat.

Demütig bitten wir Dich, allmächtiger Gott: Dein hl. Engel möge dieses Opfer zu Deinem himmlischen Altar emportragen vor das Angesicht Deiner göttlichen Majestät.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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cantus planus
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MODERATION

Beitrag von cantus planus »

Da wir hier im katholischen Bereich des Forums sind, wird freundlich darum ersucht, dass Thema aus lehramtlicher römischer Perspektive zu diskutieren. Vielen Dank!
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Nassos
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Nassos »

Nun, von meiner Seite aus sah ich die orthodoxe Sicht hier als angebracht, weil ich mir sicher war/bin, dass die Herkunft des Weihrauches in West- wie Ostkirche die selbe ist. Ich wußte das aber nicht sicher...

Gruß,
Nassos
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Berolinensis
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Berolinensis »

Bernado hat geschrieben:Mehr als aus dem Tempeldienst entwickelte sich die Liturgie in ihren Formen aus dem Gottesdienst der Synagoge.
Also das müßte man schon etwas weiter aufdröseln. Da ist auch nicht alles abschließend geklärt. Ganz grob kann man wohl sagen, daß die Synagogenliturgie in die Katechumenenmesse gemündet ist, während sich die Messe der Gläubigen zu allererst aus dem Eigenen und Neuen des vom Heiland eingesetzten Opfers, dann aber aus Elementen jüdischer Opferriten (Card. Ratzinger tendierte wohl dahin, das Toda-Opfer für maßgeblich zu halten) entwickelt hat, in die dann (aber wohl eher später) auch Elemente der Tempelliturgie aufgenommen wurden.

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Nassos
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Nassos »

Habe noch etwas weitergeforscht:

Der Weihrauch symbolisiert das Gebet, das zum Throne Gottes aufsteigt. Es ist der Drang der Seele nach oben. Desweiteren ein Symbol für unsere Hoffnung und Wunsch, unser Gebet möge erhört werden "zum geistigem Wohlduft".
Daher wird empfohlen zu Hause beim Gebet auch Weihrauch zu verwenden.

Desweiteren symobolisiert der Weihrauch auch die Feuerzungen des Pfingsten. Beim Segen der Prothesis sagt der Priester: "Dir bringen wir Weihrauch dar, Christus unser Herr, zum geistigen Wohlduft. Empfänger an Deinem Himmlischen Opfertisch, gib uns die Gnade Deines Heiligen Geistes".
Aus diesem Grund beugen sich die Gläubigen vor, wenn der Priester sie beweihräuchert (zum Empfang der Gnade).
Somit erhält man einen Kreislauf, denn wiederum steigt dieser Weihrauch gen Himmel.

(Desweitern wird in der Quelle auch die Bedeutung des Weihrauchfasses als der Schoß der Allheiligen Gottesgebärerin beschrieben, aber ich denke, dass dies für die Verständnisfrage jetzt etwas zu sehr ins Detail geht. (?))

Nassos
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Joseph
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Joseph »

Nassos hat geschrieben:Nun, von meiner Seite aus sah ich die orthodoxe Sicht hier als angebracht, weil ich mir sicher war/bin, dass die Herkunft des Weihrauches in West- wie Ostkirche die selbe ist. Ich wußte das aber nicht sicher...

Gruß,
Nassos
Ach Nassos, da gehn ma halt wieder Heim. Ausser Spesen nix gewesen.... Wir machen dann unseren eigenen Weihrauchdampf...und das nicht zu wenig!

Gruß
Joseph
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Clemens
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Clemens »

Wenn ich vielleicht ganz schüchtern zum Thema zurückkommen dürfte?

Zum protestantischen (Un)verständnis des Weihrauchs:
Den gibt es normalerweise in keiner prot. Gruppe.
Grund: a) es steht nix davon im NT
b) er wird mit Katholizismus assoziiert und deshalb abgelehnt
Deshalb wäre auch (im wahrsten Sinne) der Teufel los, wenn ich es wagen würde...

@Asderrix:
Ich rieche Weihrauch seeeehr gerne.
Ich finde, er verziert einen Gottesdienst, macht ihn schöner, feierlicher, eröffnet eine weitere (sinnliche) Dimension der Anbetung.
Dass er aus dem Kaiserkult stammt, spricht theologisch nicht gegen ihn:
der Gedanke ist ein typischer Qal-waChomer-Schluss (vom geringeren auf das Höhere): wenn schon für den Kaiser Weihrauch dargebracht wird, um seine Audienzen angenehmer zu machen, wieviel mehr ist er angemessen für Gott!

Unhd ganz praktisch: in einer Zeit, in der es keine Deodorants und kein Klopapier gab, und auch kein fließend Wasser in jedem Haus und keine Toilettenspülung, diente der Weihrauch bestimmt auch dazu, eine angenehme Atmosphäre herzustellen - sowohl in weltlichen, als auch in kultischen Veranstaltungen.


BTW: wenn ich mit Leuten (egal welche Konfession) über Weihrauch spreche, höre ich ganz oft: "da wird mir schlecht von".
Ist das psychogen (sozusagen eine ekklesiogene Neurose)?
Oder gibt es objektive Unverträglichkeiten, die manche Menschen tatsächlich betreffen?
Oder gibt es im Kirchengebrauch mancherorts so grässlichen Weihrauch, dass jedem normalen Menschen schlecht werden muss?
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.

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holzi
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von holzi »

Clemens hat geschrieben:Oder gibt es im Kirchengebrauch mancherorts so grässlichen Weihrauch, dass jedem normalen Menschen schlecht werden muss?
Den gibt es: "Drei-Königs-Weihrauch" und "Pontifikal" sind solche Sorten, die man möglichst meiden sollte. Pontifikal kann man gerade noch verwenden, wenn man in einer sehr großen Kirche räuchert. In allem, was von der Größe her kleiner als der Kölner Dom ist, sollte man sich überlegen, alternative Sorten zu suchen. Gerade für kleinere Kirchen mag ich die griechischen Sorten sehr gerne, die Aromatisierten riechen recht mild nach Blumen und Kräutern.

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taddeo
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von taddeo »

Clemens hat geschrieben:Oder gibt es objektive Unverträglichkeiten, die manche Menschen tatsächlich betreffen?
Oder gibt es im Kirchengebrauch mancherorts so grässlichen Weihrauch, dass jedem normalen Menschen schlecht werden muss?
Ob einem von Weihrauch schlecht wird, ist wohl eine Frage der persönlichen Disposition. Bei den Sonntagsämtern im Regensburger Dom etwa kippen regelmäßig einige der kleinen Domspatzen um, wenn der Altardienst mit dem Rauchfaß aus der Sakristei kommt und ihnen eine gescheite Dampfwolke vor die Nase pfeffert. Wenn der Kreislauf eh schon etwas fragil ist, man womöglich noch einen nüchternen Magen hat und/oder die Luft schon etwas stickig ist, kann einem der Weihrauch schnell den Rest geben.

Was allerdings häufiger vorkommt (ist mir bei der ao. Messe mit Lauda in Bamberg auch so gegangen), ist der Effekt, daß manche Weihrauchsorten auf die Stimme schlagen: der Rauch enthält scheinbar soviele Reizstoffe, daß sie unwillkürlich im Hals kratzen und man kaum mehr singen kann, ohne zu husten. In diesem Punkt habe ich mit dem "Pontifikal" keine gute Erfahrungen gemacht, während der byzantinische Rosenweihrauch seltsamerweise kaum was ausmacht, obwohl er auch ganz schön qualmt.

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cantus planus
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von cantus planus »

"Pontifikal" ist auch kein Weihrauch, sondern eine Staubschleuder. Auch, wenn ich LaudaSion in dieser Hinsicht noch nicht bekehren konnte... :pfeif:
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von lifestylekatholik »

Clemens hat geschrieben:Grund: a) es steht nix davon im NT
Wie ist denn das mit den Gaben der drei Magi bei Matthä, worunter eben auch Weihrauch? Warum knüpft man nicht daran an?
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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taddeo
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von taddeo »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Clemens hat geschrieben:Grund: a) es steht nix davon im NT
Wie ist denn das mit den Gaben der drei Magi bei Matthä, worunter eben auch Weihrauch? Warum knüpft man nicht daran an?
Die haben den Weihrauch ja nur hergeschenkt und nicht verbrannt (war das wohl auch "Pontifikal", den sie loswerden wollten?), soweit das im NT steht.

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Bernado
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Bernado »

Clemens hat geschrieben:Wenn ich vielleicht ganz schüchtern zum Thema zurückkommen dürfte?

Zum protestantischen (Un)verständnis des Weihrauchs:
Den gibt es normalerweise in keiner prot. Gruppe.
Grund: a) es steht nix davon im NT
b) er wird mit Katholizismus assoziiert und deshalb abgelehnt
Deshalb wäre auch (im wahrsten Sinne) der Teufel los, wenn ich es wagen würde...
Im englischen Sprachraum gibt es den Begriff vom "protestant frankincense cough" - d.h. der Normalprotestant fängt schon schlimm an zu husten, wenn er Weihrauch nur auf einem Bild sieht. Vom real thing ganz zu schweigen.

"Normalprotestant" habe ich deshalb geschrieben, weil sich andererseits etwa die hochkirchlichen Anglikaner durch die Verwendung der sprichwörtlichen "smells and bells" von den Low-Church-Leuten und den Charismatikern unterscheiden.
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Nassos
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Nassos »

Also so was von buchstabentreu hat schon etwas neurotisches: "der Weihrauch wird nur verschenkt, da steht nichts explizit davon, dass er auch angezündet wurde."
Ich halte Grund 2) für den ehrlicheren Grund der Ablehnung. Aber lieber so, als wenn Weihrauch eingeführt wird, weil es bei den Hindus auch so geil ist und Jesus durch Buddhismus auch erfahren werden kann..... :vogel:

Aber ich muss auch sagen, dass ich daheim beim Weihräuchern die Fenster aufmache. Zuviel vertrage ich auch nicht.
Bei unserer Kirche ist das kein Problem, da sie sehr groß ist (wenn auch nicht wie der Stephansdom)

Gruß,
Nassos
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Clemens
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Re: Verstehensfragen

Beitrag von Clemens »

Dazu gleich meine nächste Frage:

Mit leichtem Erstaunen nehme ich wahr, dass manche Kathos und Orthos zuhause Weihrauch loslassen.
Dass man das darf?
Mir klingt irgendwie noch die Stelle aus ????* im Herzen, die die Todesstrafe befiehlt für Leute, die Weihrauch nur zum Privatvergnügen in die Luft jagen. Ich hätte ja ein ganzes Fass daheim, aber ich habe es bisher nie gewagt, ihn einfach so zu meiner Freude zu verbrennnen. (Ich liiiieeeebe diesen Duft!)


* Ich finde die Bibelstelle nicht mehr. Aber ich habe sie mir doch nicht nur eingebildet, oder??
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.

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