HeGe hat geschrieben:
Was brauche ich dafür? Ein entsprechendes Gefäß und Kohle mit einer Zange, mehr doch nicht? Irgendwelche Tipps zum Kauf und Gebrauch?
Sehr gut sind Geräte, die einen isolierenden Holzgriff haben. Die können dann problemlos hin- und herbewegt und transportiert werden. Ideal ist es, wenn man den Deckel nach hinten aufklappen kann, ohne ihn zu berühren, denn der wird ebenfalls heiß. Ansonsten, entweder Finger weg oder Topflappen. Stelle das Ding auf keinen Fall auf empfindliches Holz oder gar Plastik. Kork ist eine gute isolierende Unterlage. Mein Gerät ist aus Keramik mit irgendso einem goldenen Metall überzogen, und es funktioniert. Messing ist aber besser.
Man kann übrigens Weihrauch auch abbrennen, indem man etwas auf einen Löffel mit isolierendem Griff legt und selbigen über eine Kerzenflamme hält.
anneke6 hat geschrieben:Sehr gut sind Geräte, die einen isolierenden Holzgriff haben. Die können dann problemlos hin- und herbewegt und transportiert werden. Ideal ist es, wenn man den Deckel nach hinten aufklappen kann, ohne ihn zu berühren, denn der wird ebenfalls heiß. Ansonsten, entweder Finger weg oder Topflappen. Stelle das Ding auf keinen Fall auf empfindliches Holz oder gar Plastik. Kork ist eine gute isolierende Unterlage. Mein Gerät ist aus Keramik mit irgendso einem goldenen Metall überzogen, und es funktioniert. Messing ist aber besser.
Man kann übrigens Weihrauch auch abbrennen, indem man etwas auf einen Löffel mit isolierendem Griff legt und selbigen über eine Kerzenflamme hält.
"Löffel über Kerzenflamme" hört sich irgendwie nach einer Methode für etwas anderes an.
Aber danke für die Tipps. Wieviel Weihrauch nimmt man denn da? Einen halben Teelöffel? Mehr oder weniger? Ich habe ja keine Lust, plötzlich die Feuerwehr vor der Tür stehen zu haben oder eine Rauchvergiftung zu bekommen.
Wie ihr merkt, hatte ich auch zu meiner Messdienerzeit nie was mit Weihrauch zu tun, da unser damaliger Pfarrer, eigentlich zwar recht konservativ, da sehr zurückhaltend war.
HeGe hat geschrieben:Aber danke für die Tipps. Wieviel Weihrauch nimmt man denn da? Einen halben Teelöffel? Mehr oder weniger? Ich habe ja keine Lust, plötzlich die Feuerwehr vor der Tür stehen zu haben oder eine Rauchvergiftung zu bekommen.
Beim grobkörnigen Byzantinerweihrauch würde ich am Anfang höchstens zwei, drei Körner nehmen. Die zerlaufen ziemlich und können eine Kohle auch ersticken, wenn es zuviele sind. Dann nach Bedarf körnchenweise nachlegen.
Und nicht in der Nähe eines Rauchmelders hantieren oder plötzlich die Tür des Zimmers aufmachen - unserm Rauchmelder haut's jedes Jahr an Dreikönig den Vogel raus, wenn er mit dem Qualm konfrontiert wird.
lifestylekatholik hat geschrieben:
Wenn ich es richtig behalten habe, werden Schellenfässer nur von Priestern bedient, deshalb wohl Nassou Hinweis, das obige sei keine Home-Edition.
Die Rauchfässer, die an Ketten hängen, also die Sorte, die meistens in Kirchen verwendet wird, darf nur von Diakonen, Priestern und Bischöfen geschwenkt werden, von Helfern nur gehalten. Glöckchen sind dabei unerheblich. In der slawischen Tradition sind Glöckchen seltener zu sehen als in der griechischen. Hier in der russischen Kirche haben sie ein Rauchfaß mit Glöckchen, aber das habe ich nur einmal in Betrieb gesehen, zu Ostern nämlich. Das kann ganz schön Lärm machen, wenn es kräftig geschwungen wird.
Manchmal werden auch in der Kirche Handgeräte verwendet, zum Beispiel, um den Bußcharakter zu unterstreichen. Wenn ab dem Montag der Heiligen Woche Weihrauch verwendet wird, soll es mit einem Handgerät geschehen.
cantus planus hat geschrieben:Von Nassos' Weihrauch sind drei Körner für die privaten Räume wirklich vollkommen ausreichend.
O.k., so was hatte ich mir schon gedacht.
Ansonsten zur Verfahrensweise: einfach die Kohle erhitzen (wie lange?), ins Gefäß legen und die Weihrauchkörner drüber, richtig? Wie lange brennt das dann?
Kommt drauf an, welche Sorte Kohle Du verwendest. Orthodoxe Läden, die Weihrauchgeräte und Weihrauch verkaufen, verkaufen häufig auch spezielle Kohle, Durchmesser etwa wie diese Lakritz-Münzen, wenn Du Dich noch an die erinnerst. Hier kostet eine Rolle mit 10 Stück 3 Euro. Deshalb habe ich mir aus einem Headshop Kohle für Wasserpfeife besorgt. Ist etwas größer, geht aber auch. Ich zünde zuerst eine Kerze an und halte die Kohle (mit den Fingern, Zange habe ich nicht) gegen die Flamme, bis sie anfängt, Funken zu sprühen. Das ist das Schwarzpulver, mit dem sie überzogen ist. Dann leg sie in das Gerät…die Kohle müßte binnen Sekunden anfangen, zu glühen. Ich warte, bis sie überall gut durchgeglüht ist und sich an den Rändern weiße Asche bildet. Eine solche Kohle hält mehrere Stunden. Ein katholischer Priester wollte mir auch mal weismachen, daß eine solche Kohle schnell verglüht — aber der hatte wohl keine Ahnung von Weihrauch.
Wenn Du Naturkohle verwendest — manche Leute, z.B. unser geschätzter Pater Theodor, halten die für besser — dauert es deutlich länger.
Ah ja, es gibt also schnell brennende Spezialkohle. Ich hatte schon befürchtet, ist müsste da wie beim Grillen stundenlang warten, bis die Kohle glüht.
Tipp: Geh in den nächsten Tabakladen, und frage nach Shisha-Kohle. Ist genau dasselbe. Weihrauchkohle wird nur zu deutlich höheren Preisen verkauft. Die kleinen Kohlen reichen übrigens!
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.
Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
Die Shisha-Kohle, die ich hier habe, ist im Durchmesser etwas größer als die offizielle Weihrauchkohle für meinen Schwenker…und sie ist mit ziemlich viel Schwarzpulver beschmiert…das macht aber nichts, einfach warten, bis der Gestank sich verflüchtigt hat.
Es gibt davon zwei Größen: eine kleine und die größere. Letztere wird im Normalfall auch in Kirchen verwendet. Die kleinere Kohle reicht für das heimatliche Rauchfass. Das mit dem Gestank ist richtig. Verzieht sich aber ziemlich schnell.
Außerdem würde ich den Weihrauch ohnehin immer erst einlegen, wenn die Kohle richtig rot glüht.
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In die Weihrauchgeräte, wie sie in orthodoxen Läden verkauft werden, passen Kohletabletten von der Größe, wie sie in der katholischen Kirche verwendet werden, oft gar nicht rein…und die Größe ist auch wirklich nicht entscheidend für die Rauchdauer. Bei mir dauert eine Weihrauchession mit 5-6 kleinen Stückchen Rosenweihrauch ca 4 Stunden. Dann lasse ich das Rauchfass auskühlen, bzw. ausduften.
Ich lege mal vorsichtig Protest gegen dieses Wort ein, auch wenn eine Weihrauchsession vermutlich einem Lifestylekatholik wunderbar entsprechen würde. Aber langsam wird es mir doch arg profan.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Im Idealfall wäre es wohl ein Weihrauchstanding, denn dies ist die Haltung für ehrfürchtiges Gebet in der Orthodoxie. Aber zuhause setze ich mich zwischendurch auch. Es kann sowieso nicht schaden, das Gerät im Auge zu behalten…nicht, daß man zu spät bemerkt, daß die Vorhänge brennen.
Ansonsten bete ich, wenn ich Weihrauch abbrenne, meistens entweder Große Vesper vom Sonntag oder einige Kathismata, die Gebetsregel der Gottesgebärerin, und wenn dann noch Weihrauch da ist, improvisiere ich etwas. Profan ist etwas anderes.
Das Weihräuchern macht man auch gerne, wenn man Kirchlein oder Kapellen besucht.
Hierbei gibt es eine vorgeschriebene Richtung der Umrundung. Wenn mich nicht alles täuscht, dann fängt man an der Ikonostase vor Christus an (rechts neben der Pyli), dann die Allheilige Gottesgebärerin (links von der Pyli) und dann gegen den Uhrzeigersinn.
Wenn man die Runde durch hat, dann - so habe ich gehört - lässt man das Weihrauchfass auf den Boden vor der Christusikone, wo es der nächste dann aufheben kann, um auch zu weihräuchern. Man sagte mir, man solle es nicht direkt übergeben (keine Ahnung warum).
Ich gehe folgendermaßen vor (daheim) Kohlestückchen, ein-zwei Stück Weihrauch (von dem größeren). Ich entzünde das Kohlestück am Rand. Dieses brennt zischend auf, ich lege es sofort in das Fass. Dort brennt die Oberfläche ab, und danach glüht das Kohlestück. Ich habe währenddessen das Fenster auf, denn das Abbrennen erzeugt einen dicken Rauch, der auch - wenn man ihn einatmet - sticht.
Das Kohlestück ist zylindrisch und die eine Basis (Kreisfläche) bildet eine Mulde, dort lege ich den Weihrauch hinein und warte ganz kurz, bis der Weihrauch aufsteigt.
Der Deckel des Weihrauchfasses bleibt dabei offen.
Wenn ich fertig bin, und der Weihrauch weiter aufsteigt, dann mache ich den Deckel zu (der Deckel hat Bohrungen in Form eines Kreuzes, zum Entweichen des Weihrauchs) und stelle dann das Fass auf den Balkon (oder Fenstersims), wo es ausbrennt.
Mir ist danach nicht geheuer, das Kohlestück im Müll zu entsorgen, daher leere ich das alte Kohlestück in einem Blumentopf.
Bei mir fliegt die ausgebrannte und abgekühlte Kohle mit Karacho aus dem Fenster…direkt unter mir ist ein Balkon, aber davor ist ein Stück "Garten", sprich: grüner Rasen.
anneke6 hat geschrieben:Bei mir fliegt die ausgebrannte und abgekühlte Kohle mit Karacho aus dem Fenster…direkt unter mir ist ein Balkon, aber davor ist ein Stück "Garten", sprich: grüner Rasen.
(Kohlenasche gehört in den Hausmüll.)
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Und warum steht dann auf den Mülltonnen immer "Keine Asche einfüllen"…sogar auf denen für Altpapier oder den gelben Sack?!
Ich weiß nur von meiner Ortsgemeinde, daß sich Kohle und Asche hervorragend kompostieren läßt. Seit 1 Jahren entleeren "Witold" und ich den Schwenker in das kleine Blumenbeet unterhalb des (nicht funktioniellen) Kirchturms…und die Blumen wachsen hervorragend.
Man siehe auch hier:
Steinkohlenasche wegen der hohen Schwermetallgehalte grundsätzlich nicht in den Kompost geben. Aber auch Holzkohlenasche sollte nicht im Übermaß beigegeben werden, da sich die Schadstoffe der Luft häufig auch im Holz der Bäume einlagern. Ansonsten ist Holzkohlenasche eine willkommene Kaliumgabe für den Kompost. Grillkohle vor dem Einfüllen abkühlen lassen.
Ich denke mal, da geht es auch nicht um die paar Gramm Asche, die beim Weihrauchverbrennen entstehen, sondern um die Massen an Asche, die früher beim Beheizen der Häuser entstanden sind.
HeGe hat geschrieben:Ich denke mal, da geht es auch nicht um die paar Gramm Asche, die beim Weihrauchverbrennen entstehen, sondern um die Massen an Asche, die früher beim Beheizen der Häuser entstanden sind.
Die Asche aus nem Holz-Kohle-Herd, wie wir ihn auch haben, gehört immer in den Hausmüll. Der Warnhinweis bezog sich tatsächlich nur auf heiße Asche, in der noch Glut sein könnte.
Reine Holzasche könnte man zwar theoretisch kompostieren - aber die wirkt so desinfizierend (siehe die Holzkohlefilter in Pfeifen), daß dadurch jeder Kompost kaputt wird, wenn man auch nur etwas zuviel draufgibt. Die ganzen Bakterien, die zur Verrottung notwendig sind, gehen dabei hops. Und Kohleasche ist sowieso völlig ungeeignet für den Garten.
Ich dachte immer, diese Aktivkohle wird aus Knochen gemacht?
Hier gibt es übrigens noch etwas zu Holzkohlenasche als Dünger: http://www.krautundrueben.de/Forum/boar ... escasc=ASC
Ich kann nur sagen, unser Blumenkübel wächst und wächst…freilich, wenn irgendwann Doppelbienchen oder Frösche mit drei Augen kommen…
Bei mir daheim schütte ich die Asche aus unserer Pelletsheizung sowie unserem Kachelofen (kein Kohleanteil) nur auf den Komposthaufen. Soll angeblich hervorragender Dünger sein.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore